77 sein, so kann das Wirtschaftssubjekt, wenn es sich entsprechend seinem Subsistenzmittelvorrat für eine bestimmte Methode entschieden hat, doch nicht eine ganze. Reihe von Produktions- methoden, zu deren Durchführung der Subsistenzmittelfonds nicht auslangt, zur Bewertung seiner Produktionsmittel mit heranziehen, genau so, wie es unmöglich ist, zur Bewertung irgendeines Vorrates noch die Intensität anderer, vom Vorrat nicht mehr bedeckter Bedürfnisse in Rücksicht zu ziehen — ein Punkt, bezüglich dessen Böhm-Bawerk entgegen seinen sonstigen Ausführungen an einer Stelle ganz analog wie im vorliegenden Falle anderer Meinung ist und den wir später diskutieren werden!). Es ist daher auch ganz verständlich, wenn Bortkiewicz auf den Gedanken kommt, daß nach Böhm-Bawerks Ansicht mehrere Methoden als nebenein- ander durchgeführt angenommen werden müssen, um die Zins- erscheinung mit Hilfe des dritten Grundes ableiten zu können, damit aber eine Erklärung des Zinses in der stationären Wirt- schaft, die eine Zinstheorie doch auch liefern müsse, unmöglich sei”), was also heißen würde, daß Böhm-Bawerk eine dyna- mische Zinstheorie aufstellt. Ein zweiter Einwand, den Böhm-Bawerk bei der Be- sprechung der Fisherschen Kritik anbringt, muß auch zu dieser Vermutung führen. Fisher argumentiert analog Bort- kiewicz’s und unseren Ausführungen gegenüber Böhm- Bawerks Tabelle wie folgt: „Tatsächlich liegt der einzige Grund dafür, daß Jemand das Produkt eines heute investierten Arbeitsmonates dem Produkt eines im nächsten Jahre investierten Arbeitsmonates vorziehen kann, darin, daß die heutige Investition früher zur Reife gelangt, als die nächstjährige Investition... Es ändert nichts an dieser wesentlichen Tatsache, wenn man von der Möglichkeit einer Anzahl verschiedener Investitionsweisen spricht. Es ist wahr, ein gegenwärtiger Arbeitsmonat kann zur Pflanzung langsam wachsender oder schnell wachsender Bäume verwendet werden; aber dasselbe gilt für einen nächstjährigen Arbeitsmonat. Es ist der Vorzug des früheren über den späteren ı) Vgl. unten S, 139/141, *) Bortkiewicz, Der Kardinalfehler der Böhm-Bawerkschen Zins- theorie, Schmoll. Jahrb. 1906, S. 9607/62.