101 stützt, überhaupt nicht in Frage kommt. Ein weiterer Beweis, weshalb das isolierte Wirtschaftssubjekt bei der Durchsetzung einer neuen Kombination bezüglich des Genußgütervorrates genau so zurechnet, wie in der Statik, wird nicht erbracht. Und doch wäre ein solcher nötig, da es sich nach Schumpeters Ansicht bei den Begriffen Statik und Dynamik um zwei generelle Erkenntnisobjekte handelt. Man sieht, es findet hier wieder die oben gerügte Begriffsverschiebung statt. Die Statik wird jetzt so behandelt, als ob sie ein höherer Abstraktionsgrad der Dynamik sei. Diese Begriffsverschiebung rächt sich hier nun allerdings schwer. Wenn auch für die Statik der Beweis der Zinslosigkeit erbracht wäre, so wäre das für Schumpeter immer mit Hilfe des Synchronisierungsgedankens geschehen. In der Dynamik findet aber, was auch aus Schumpeters eigenen Aussagen folgt, eine Synchronisierung von Aufwendung und Erfolg nicht statt. Ein interessantes Schlaglicht fällt hier auf den Synchronisierungsgedanken, denn man erkennt, daß, sobald man Statik und Dynamik als ein Begriffspaar auf- faßt, man unmöglich mit dem Synchronisierungsmoment arbeiten kann?) — ein Schluß, den wir uns für später merken wollen. Noch ein Argument findet sich bei Schumpeter, das man vielleicht als stichhaltig ansehen könnte: Der Unter- nehmergewinn ist nur eine temporäre Erscheinung, wie alle Wertagien an konkreten Gütern für Schumpeter nur tempo- rärer Natur sind. Der Zins ist dagegen ein dauernd fließendes Reineinkommen und kann schon deshalb nicht als ein Wertagid an konkreten Gütern verstanden werden. „Er fließt aus einer bestimmten Klasse von Wertagien, aber kein Wertagio ist einfach und ohne weiteres „Zins“ “2). Auch hier ist ein Einwand möglich. Der Zins kann ruhig ein temporäres Wertagio an konkreten Gütern sein. Der Ein- druck, däaß”er dauernd ist, wird eben dadurch erweckt, daß der Bankier den Unternehmern immer solche Güter, an denen solche 3 Vgl. Böhm-Bawerk, Zur neuesten Literatur über Kapital u. Kapitalzins, Ztschr. f. Volksw., Sozialpol. u. Verwitg., 16. Bd., Wien u. Leipzig 1907, S. 23ff, *) Schumpeter, Entwicklung, S. 261 (die Unterstreichungen stammen von Schummpeter).