102 temporären Wertagien,. Zins. genannt, erscheinen, mit Hilfe statischer oder zusätzlicher Kaufkraft verschafft. | Wie die Dinge also immer liegen mögen, wir kommen zu dem Schluß, daß Schumpeter den Beweis, weshalb auch in der Dynamik der Zins mit Hilfe des dritten Grundes als ein Agio an konkreten Gütern nicht erklärt werden kann, nicht er- bracht hat. Böhm-Bawerk ist daher im Recht, wenn er be- hauptet, daß der Unternehmergewinn, auch wenn man die nötigen Mittel zur Durchführung der geplanten neuen Kom- binationen von Haus aus schon hat, keine homogene Masse ist. Er ist dagegen im Unrecht, wenn er aus diesem Grunde Schumpeter einen elementaren Zurechnungsfehler vorwirft, da das abweichende Resultat auf anderen, allerdings ebenfalls anfechtbaren Voraussetzungen, als der Böhm-Bawerksche Schluß, begründet ist. Ehe wir weitergehen, um Cassels und Schumpeters Stellung zu Böhm-Bawerks erstem und zweitem Grunde zu diskutieren, fassen wir die Resultate dieses Abschnittes kurz zusammen: Cassel verwendet ebenso wie Böhm-Bawerk die Tat- sache der technischen Mehrergiebigkeit zeitraubender Pro- duktionsumwege als Hauptstütze seiner Zinstheorie, in der er den Zins als ein „statisches‘“ Phänomen erklärt, wobei aller- dings die Statik einen anderen Inhalt als bei Schumpeter hat. Anders bei Schumpeter. Obgleich dieser die Tatsache des dritten Grundes nicht leugnet, so.hält er ihn für die Zins- erklärung in der Statik nicht für tauglich — ein Schluß, zu dem ihn anscheinend der von Clark übernommene Synchroni- sierungsgedanke führt, der aber, wie wir feststellten, in der Fassung, wie er an der betreffenden Stelle gebracht wird, gegen Böhm-Bawerks statische Zinserklärung auf Basis des dritten Grundes nichts auszurichten vermag. Im Laufe der Unter- suchungen zeigte sich dann deutlich der individuelle Charakter der Schumpeterschen Statik. Wir erkannten, daß infolge” der besonderen Fassung der Statik durch Schumpeter der sonst unerschöpfliche Fonds der zur Wahl stehenden ütlaus- gehützten mehrergiebigen Produktionsumwege fast vollständig beseitigt wird und man daher nicht generell “aussagen “kann;