27 nun aber die Kaufmannsgehilfen, wenn ihr Einkommen steigt? Welche Güter und Leistungen bevorzugen sie dann und welchen Verbraͤuch dehnen sie nicht weiter oder nur wenig mehr aus? Die typischen Veränderungen, die teilweise den Charakter von Gesetzmäßiakeiten tragen, wollen wir im folgenden darlegen. Zu diesem Zweck haben wir unsere 290 Kaufmannsgehilfenhaushalte in verschiedene Einkommensstufen eingeteilt. Die folgenden Betrachtungen werden im wesentlichen an drei Einkommensstufen — bis 3000, - M, 3000, - bis 4000, - AM und über 400, — M — anknüpfen, da in diesen drei Gruppen, die je durch eine größere Anzahl Haushaltungs⸗ rechnungen besetzt sind, die Veränderungen besonders deutlich erkennbar werden. Nicht so klar treten die Verschiebungen zutage, wenn das Material in zehn Stufen — von 2400, — M bis über 8400, - AM Einkommen — geteilt ist, weil auf die einzelnen Stufen dann eine recht verschiedene Anzahl Haushaltungsrechnungen entfällt. Die Tabellen, welche die Verteilung der Einnahmen und Ausgaben in zehn Einkommensstufen enthalten, befinden sich im tabellarischen Anhang (Tabellen Ja und Ib) und sind vergleichsweise zu den folgenden Ausführungen heranzuziehen. Damit der hier zu beobachtende Einfluß sder verschiedenen Einkommenshöhe sich gut auswirken kann, müßten eigentlich alle diesen Einfluß möglicherweise durchkreuzenden Faktoren — verschiedene Ortsgröße und verschiedene Kopfzahl in den Familien — ausgeschaltet werden. Ein in früheren Erhebungen besonders störender Faktor — die verschiedene Bedürfnisverteilung verschiedener Berufsgruppen — ist bereits dadurch beseitigt, daß nur eine einzige Berufsgruppe — Kaufmannsgehilfen — untersucht worden ist. Der Einfluß der Größe des Wohnortes wurde jedoch nicht weiter ausgeschaltet, weil dann die Zahl der auf die einzelnen Ortsgrößen entfallenden Rechnungen zu stark herabgemindert worden wäre. In den jetzt in jeder Einkommensgruppe befindlichen Haushaltungsrechnungen sind alle Ortsgrößen vertreten, so daß ein ziemlich gleichartiges Mischungs⸗ verhältnis vorliegt. Um auch dem Einfluß der Familiengröße Rechnung zu tragen, haben wir in einer besonderen Tabelle die Umrechnung der Ein—⸗ nahmen und Ausgaben in drei verschiedenen Einkommensstufen auf eine Vollperson vorgenommen. Diese Tabelle des tabellarischen Anhanges ist bei den folgenden Ausführungen vergleichsweise heranzuziehen (Tabelle II). Zunächst sei die Veränderung der Hauptgruppender Ausgaben bei verschieden höbem Einkoͤmmen'an Hand der drei Einkommensstufen einer näheren Betrachtung unterzogen (Tab.S. 28). Es zeigt sich, daß die Summen sämtlicher Ausgabegruppen steigen. Der Grad der Steigerung ist jedoch verschieden. Von der ersten zur dritten Ein— kommensstufe steigt das MNahrungsbedürfnis etwaä 60v. H., das Kleidungsbedürfnis fast auf das 25 fache, die Miete noch nicht 100 v. H, Heizung und Beleuchtung um rund 50 v. H., Hauseinrichtung auf das Vierfache, die sonstigen Aus gaben — enthaltend die mannigfachen Kulturausgaben — auf mehr als das 252 fahe. Nahrung, Miete, Heizung und Ber— leuchtung steigen am wenigsten. Auch der über 3000, - M Einkommen verfügende Kaufmannsgehilfe munß diese Bedürfnisse vorweaq befriedigen.