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        <title>Der Haushalt des Kaufmannsgehilfen</title>
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            <idno>178040560X</idno>
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        <pb n="3" />
        <pb n="4" />
        Nr. 14

2. Schriftenreihe des D. H. V.
Der Haushalt
des
Kaufmannsgehilfen

Eine Erhebung und Untersuchung des Deutschnationalen
Handlungsgehilfen⸗Verbandes

Deutschnationaler Handlungsgehilfen⸗Verband
Hamburg
        <pb n="5" />
        <pb n="6" />
        Der Haushalt
des Kaufmannsgehilfen
300
Haushaltsrechnungen

Eine Erhebung und Untersuchung
des Deutschnationalen Handlungsgehilfen—
Verbandes

8
Deutschnationaler Handlungsgehilfen-Verband
Hamburg
        <pb n="7" />
        Inhalt.
Sein
Vorbemerkung —RWRE
1. Die Besonderheit und das Ziel der Erhebung
2. Die Erhebungsmethode.
3. Die persönlichen und beruflichen Verhältnisse der Familien 11
4. Die Einnahmeseite der Wirischaftsrechnung des Kaufmannsgehilfen. 12
a) Im Durchschnittsbudget . 12
b) In verschiedenen Einkommensstufen 16
5. Die Ausgaben des Kaufmannsgehilfen. 18
a) Im Durchschnittsbudggett 18
b) In verschiedenen Einkommensstufen. ... .26
6. Die verschiedene Lebenshaltung in der Klein⸗, Mittel- und Großstadt. .4317
7. Die Lebenshaltung bei wachsender Kopfzahl der Familie. 4685
8. Die Haushaltsführung der stellenlosen Kaufmannsgehilfen.. 59
9. Vergleich mit Erhebungen der Vor⸗ und Nachkriegszeit oc
Zusammenfassung 2 . 4— ..
Tabellenwerk .... Ja, Ib. Die Einnahmen und Ausgaben der Kaufmannsgehilfen
in 10 Einkommensstufen
II. Einnahmen und Ausgaben einer Vollperson
in 3 Einkommensstufen
IIIa -EC. Die Lebenshaltung in verschiedenen Ortsgrößen
IVa-d. Die Lebenshaltung bei verschiedener Kopfzahl der
Familien
V. Die Einnahmen und Ausgaben stellenloser Kaufmanns-
gehilfen
        <pb n="8" />
        Vorbemerkung.

Lebenshaltungsstatistiken auf Grund von Hauäshaltsbüchern sind in
Deutschland in der Vorkriegszeit in ziemlicher Anzahl durchgeführt worden,
und eine nicht unbeträchtliche wissenschaftliche Literatur hat daran angeknüpft.
Immerhin hat es eine Sondererhebung über den Haushalt der Kaufmanns—
gehilfen auch damals nicht gegeben. Insofern ist die Erhebung, deren Ergebnis
wir hiermit vorlegen, die erste ihrer Art. In der Nachkriegszeit sind Haus—
haltserhebungen u. W., mit Ausnahme der Untersuchung des Statistischen
Landesamtes der Stadt Hamburg, noch nicht wieder der Oeffentlichkeit vor—
gelegt worden. Auch wir haben uns zu der Erhebung erst einige Jahre nach
der Stabilisierung entschlossen, nachdem die wirtschaftliche Entwicklunq wieder
eine gewisse Gleichmäßigkeit angenommen hatte.

Auf Grund der Erfahrungen früherer Haushaltserhebungen besteht die
größte Schwierigkeit nicht darin, eine Anzahl Familien ausfindig zu machen,
die sich zu der Führung von Haushaltsbüchern bereit erklären, sondern darin,
diese Buchführer ein ganzes Jahr hindurch bei der mühevollen Arbeit zu
halten. Unter diesem Gesichtspunkt stellt unsere Erhebung wohl auch einen
Sonderfall dar, denn von 400 Familien, die sich der Milarbeit unterzogen,
sind 350, also fast d0 v. H., treu bei der Sache geblieben. Die opferwillige
Verbandstreue unserer Mitglieder hat sich also auch in diesem Falle hervor⸗
ragend bewährt, und wir danken an dieser Stelle allen, die durch ihre sorg⸗
fältige und mühsame Mitarbeit die Erhebung möglich gemacht haben.

Die Aufarbeitung des statistischen Materials erfolate in lMijähriger
Arbeit.

Besonderer Wert wurde darauf gelegt, das statistische Bild nach allen
Richtungen auszubauen. So sind z. B. die Abschnitte über die Auswirkungen
der Größe des Wohnortes und der Kopfzahl der Familien, ein erster Versuch,
die Einflüsse dieser Faktoren möglichst genau zu erfassen. Wir hoffen durch
unsere Arbeit, die Kenntnis von der Lebenshaltung einer wichtigen sozialen
Gruppe um einige beachtliche Gesichtspunkte erweitert zu haben.

Deutschnationaler Handlungsgehilfen⸗Verband
Die Verwaltung.
        <pb n="9" />
        1. Die Besonderheit und das Ziel der Erhebung.

Der Haushalt des Kaufmannsgehilfen ist in Deutschland noch nie—
mals zum Gegenstand einer größeren statistischen Untersuchung gemacht
worden. Wir kennen lediglich die Einnahmengestaltung und Bedürfnisver⸗
teilung von 19 Kaufmaunsgehilfenfamilien aus dem Jahre 1907, die ge—
legentlich einer größeren Erhebung des Kaiserlichen Statistischen Amtes)
miterfaßt worden sind. Zu einer Beurteilung der Lebenshaltung der. Kauf⸗
mannsgehilfen konnte dieses spärliche Material naturgemäß nicht einmal in
der Vorkriegszeit dienen. Es ergab sich daher seit der Schaffung einer festen
Währung, d.h. seit dem Zeitpunkt, an dem wieder ziffernmäßig vergleich⸗
bare Anschreibungen der Einnahmen und Ausgaben eines Haushaltes statt⸗
finden konnten, in Deutschland die dringende Aufgabe, eine statistische Er⸗
hebung über die bisher unbekannte Bedürfnisverteilung dieser sozialen
Gruppe anzustellen. Aus den obenerwähnten Friedensbudgets konnte man
schon mit einer gewissen Deutlichkeit ersehen, daß die Kaufmannsgehilfen ihr
Einkommen in einer von anderen Berufsgruppen abweichenden Art ver—⸗
wandten, ja auch aus anderen Quellen bezogen. Die Besonderheit
der vorliegenden Erhebung liegt also vor allem darin, daß nur ein ein—
zelner Berufsstand'), und zwar der des Kaufmannsgehil—
fen zum Gegenstand einer statistischen Untersuchung gemacht worden ist. Die
dadurch gegebene Gleichartigkeit des Materials gestattet, Erkenntnisse aus den
statistischen Ergebnissen zu schöpfen, ohne daß die Gefahr bestünde, daß z. B.
die Verschiebungen in der Bedürfnisverteilung bei verschiedenen Einkommen
durch die veränderte Lebenshaltung verschiedener Berufsaruvven verwischt
würde.

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist, festzustellen, wi e die Kauf⸗
mannsgehilfenals soziale Gruppeder Arbeitnehmer
ihre Bedürfnisse befriedigen, wie sie in typischvon
anderen Berufen abweichender Art und Weise ihr
Einkommen verwenden. Die Gruppierung der durch Befragung der
einzelnen Haushalte gewonnenen Einnahmen und Ausgaben nach vers chiedenen
Einkommensstufen, nach der Größe des Wohnortes und nach der Kopfzahl
der Familie oder die schärfere Betrachtung einzelner Ausgaben (Wohnung,
Erholung)-in Verbindung mit den besonders erfragten Verhältnissen ge⸗
statten einen tiefen Einblick in die Lebenshaltung dieses Berufsstandes. Wenn
auch das notwendige Vergleichsmaterial aus der Vorkriegszeit, da eben noch
niemals der Haushalt des Kaufmannsgehilfen erforscht worden ist, fehlt, so
kann doch aus dem Vergleich der Lebenshaltung der weniger bemittelten Be⸗
rufsangehörigen mit den bessersituierten die sehr wichtige Erkenntnis ge⸗

) Veröffentlicht im 2. Sonderheft zum Reichsarbeitsblatt 1900 „Erhebung von
Wirtschaftsrechnungen minderbemittelter Familien im Deutschen Reiche.“

2) Schon 1820 wies Adolf Gůnther (Schriften des Vereins für Sozialpolitik,
146. Band: „Die Lebenshaltung des Mittelsiandes“, Seite 8) darauf hin, daß die Be⸗
ziehung zwischen Verbrauch, Einkommen und Kopfzahl der Familien noch keinesfalls zur
Erklärung der Verbrauchsvorgänge ausreicht. Er sagte: „Mindestens gleich wichtig ist
der Beruf und die Standeszugehörigkeit des Haushaltsvorstands; diese strahlen wichtige
Beeinflussungen der Lebenshaltung, besonders der Wohnunasausaabe, oder auch der
Nahruna aus.“
        <pb n="10" />
        wonnen werden, welcher Art die bessere Bedürfnisbefriedigung jener Grup—
pen ist. Aehnliche Erkenntnismöglichkeiten ergeben sich, wenn wir die Lebens—
haltung in der Klein- und Großstadt oder der kinderreichen und der kinder—
armen Familien in Beziehung setzen.

In der Erkenntnis, daß die Vornahme einer soldn Arbeit in einer Zeit,
in der die sozial gehobeneren Arbeitnehmergruppen um die Aufrechterhaltung
ihrer Lebenshaltung schwer ringen müssen, nicht länger herausgeschoben wer—
den dürfe, beschloß dr Deutschnationale Handlungsgehil—
fen-Verband von sich aus eine umfangreiche Lebenshaltungsstatistik in
seinen Mitgliederkreisen zu unternehmen. Die Erhebung wurde im Jahre
1925 vorbereitet, sie erstreckte sich über das Kalenderjahr 1920 und wurde
zu Beginn 1927 abgeschlossen. In den nachfolgenden Abschnitten werden wir
die Ergebnisse mitteilen. Wir müssen jedoch diesen Ausführungen einige Be—
merkungen über die technische Durchführung der Arbeit fowie über die per⸗
sönlichen und beruflichen Verhältnisse der untersuchten Familien voranschicken.
2. Die Erbhebungsmethode.
Zur Feststellung der Einnahmen und Ausgaben der zu untersuchenden
Haushaltungen von Kaufmannsgehilfen bedienten wir uns der Haushaltungs—
buchmethode. Wir veranlaßten eine ausgewählte Zahl von Kaufmannsgehil—
fen, ein Jahr lang ein sogenanntes Haushaltun gs busch für die Zwecke
der Statistik zu führen. In dieses, jeweils für einen Monat berechnete Buch,
das, wie die umstehende verkleinerte Wiedergabe der Umschlags⸗ und einer
Tagesseite zeigt, außerordentlich einfach gehalten war, wurden täglich
alle Einnahmen und Ausgaben unter genauer Bezeichnung eingeschrieben.
Zur Erläuterung waren auf einem Vorsatzblatt die fingierten Einnahmen
und Ausgaben eines Tages eingetragen und auf der Rückseite des Umschlag—
blattes eine Anmerkung gemacht, die gewisse Richtlinien für die Durchführung
enthielt. Es wurde darauf hingewiesen, daß das Gehalt in der Gesamtsumme
einzusetzen sei, daß die Abzüge für Versicherungen, für Steuern usw. unter
Ausgaben eingetragen werden müßten, daß a IIle Einnahmen angegeben wer—
den müßten, also auch der Arbeitsverdienst der Ehefrau oder die dem Garten
entnommenen oder von Verwandten geschenkten Lebensmittel. Natürlich
seien auch Zuschüsse von Verwandten, aufgenommene Schulden und Vor—
schüsse, sowie Abhebungen von der Sparkasse genau einzuschreiben. Es sollten
möglichst die einzelnen Gegenstände angegeben werden, da nur dann ein Bild
über die wirkliche Ausgabengestaltung zu gewinnen sei.

Mit rund 400 ausgewählten Haushaltsbuchführern wurde die statistische
Arbeit begonnen. Ende 1926 lagen 350 Jahresrechnungen vor. Dieses Er—
gebnis ist außerordentlich bemerkenswert, wenn man berücksichtigt, daß ge—
legentlich der letzten großen Haushaltungsstatistik des Deutschen Reiches im
Jahr 1907 noch nicht ein Viertel der Buchführer ein Jahr lang die not—⸗
wendigen Unterlagen lieferte. Bei unserer Statistik haben fast 90 v. H. der
Buchführer ein Jahr lang mit den Anschreibungen durchgehalten.

Die Monat für Monat eingegangenen Haushaltungsbücher wurden sofort
auf statistische Hilfsbogen nach grundsätzlichen Richtlinien über die Ver—
buchung der verschiedenen Ausgaben und Einnahmen übertragen. Während
        <pb n="11" />
        Deuischnationalet
Handlungsgehilsen⸗Vetband
Abieilung 1 (Gewerkschaftspolitik
Setlin⸗VSilmetsbots. Noiserallee 2
Haushaltungsbuch Nr.
—⏑2 —
1092

für Monat ι
Der Haushalt Lfieht aus folgenden Personen:
Berufssteltung

— —
Bezeichnung
der Haushalls⸗
angehörigen

Alter
Ehemann .... 5 —— ——8
Eheftau..... 3 —— 5 —
9

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R —
aushaltsangeh.
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Ennahmen. — —— E—
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ιÇÔiôÈOQNOO . —8— *
m· aa ·¶ ¶ Caoth Ausgaben:
—B ———
— ÊA ——ä—— —E—
— 34 —X ⸗
—2 ——— *
*7 ———
——
        <pb n="12" />
        der Uebertragung blieben wir in steter Fühlungnahme mit den buchführenden
Haushaltungen, um durch Rückfragen unklare Eintragungen und scheinbare
Fehlbeträge aufzuklären oder fehlende Posten, deren Eintragung augenschein—
lich vergessen worden war, wie z. B. Steuern, Gehalt, Versicherungen, Miete
u. dgl., zu ergänzen. Gegen Ende des Jahres wurde an ?Wntliche buchführen—
den Haushaltungen ein Fragebogen versandt, der die berufliche Stellung im
Betriebe, die Art der Gehaltsbemessung, die Wohnungsverhältnisfe und
nähere Angaben über den Urlaub erforschen sollte. Schon im Laufe des
Jahres 1926 wurden die Endsummen der statistischen Hilfsbogen auf die für
jeden Haushalt angelegte Jahresrechnung übernommen. Diese Jahresrech⸗
nungen wurden von Vierteliahr zu Vierteliahr rechnerisch abgeschlossen und
nachgeprüft.
Von den 350 vollständigen Jahresabrechnungen, die zu Anfang des
Jahres 10927 vorlagen, sind 290 der allgemeinen Auswertung unterzogen
und zu dem Tabellenwerk verarbeitet worden, über das diese Schrift berichtet.
Die übrigen Jahresrechnungen stammen von stellenlosen (14 Jahresrech-
nungen) und von ledigen Kaufmannsgehilfen (21 Jahresrechnungen). Der
Haushalt des Stellenlosen wird im Rahmen dieser Schrift (vgl. Seite 56)
einer Sonderbetrachtung unterworfen, während die Haushaltungsrechnungen
von ledigen Kaufmannsgehilfen, bei denen man von einer Haushaltungs⸗
führung im üblichen Sinne nicht sprechen kann, später an anderer Stelle
veröffentlicht werden. 25 Jahresrechnungen konnten aus mancherlei Er—
wägungen heraus nicht ausgewertet werden. So hatten wir z. B. eine Anzahl
von Haushaltungen mit erwachsenen mitverdienenden Kindern, die große
Teile ihres Einkommens außerhalb der Familienwirtschaft verausgabten. Da
in diesen Fällen eine Erfassung der sämtlichen Einnahmen und Ausgaben der
Haushaltungen nicht möglich war, mußten wir die Haushaltungen mit er—⸗
wachsenen mitverdienenden Kindern, soweit es sich nicht um Lehrlinge han⸗
delte, die ihre Bezüge voll an die Hauswirtschaft abführten, ausschalten. Auch
die Haushaltungen, in denen die Ehefrau regelmäßig einen Mittagstisch
gab, konnten zum Teil nicht berücksichtigt werden, da in diesem Fall die Aus—
gaben für Ernährung zu groß gewesen wären, eine Aufrechnung gegen die
Einnahmen aus dem Mittagstisch aber nicht möglich war. Andere Rechnungen
wurden wegen Unzuverlässigkeit der Angaben, wegen Unvollständigkeit, wegen
Unselbständigkeit der Haushaltungsführung u. ä. nicht in die endgültige Aus—
wertung miteinbezogen. Die Aussonderung dieser Haushaltungsrechnungen
wurde nach dem Grundsatz vorgenommen, daß der endgültigen Statistik nur
Material unterlegt werden dürfte, das vollständig und zuverlässig war. Als
Beispiel für einen Fall, der uns veranlaßte, das Budget nicht auszuwerten,
sei die Hauswirtschaftsrechnung eines Kaufmannsgehilfen erwähnt, der einige
hundert Mark Ausgaben nicht notiert hatte, da er mit seiner Frau „keine
Auseinandersetzungen“ wegen dieser Ausgaben bekommen wollte. Man kann
aus diesem Beispiel auch ersehen, wie schwierig es ist, statistisch in die Ein—
nahmen⸗ und Ausgabengestaltung der Privathaushaltung einzudringen.
Wir hatten auch mit einer Schwierigkeit ju kämpfen, die bei
jeder Haushaltungsstatistik eine Rolle spielen dürfte. Es
war sehr schwierig, minderbemittelte Familienzufr
        <pb n="13" />
        3
Haushaltungsbuchführung zu bewegen, und die
Haushalte, die im Laufedes Jahres die Buchführung
einstellten, waren zum großen Teil gerade minder—
bemittelte. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß wir unsere
Statistik auch keineswegs einseitig auf die Erfassung der minderbemittelten
Kreise abzustellen beabsichtigten, da wir es für unmöglich halten, eine wirk⸗
lich brauchbare Einkommensgrenze für die Minderbemittelten festzustellen,
und da auch die Lebenshaltung der bessergestellten Kreise zur besseren Er⸗
kenntnis der Lebensbedingungen überhaupt unter allen Umständen erforscht
werden muß. Auch das Statistische Reichsamt hat bei den neuen Erhebun—
gen!) keine Einkommensgrenze für die Beteiligung an der Buchführung ge—
zogen. Dadurch, daß wir die hart an der Grenze des Existenzminimums leben⸗
den Stellenlosen und die nur geringe Gehälter beziehenden, jüngeren ledigen
Kaufmannsgehilfen ausgesondert haben, hat sich die Zahl der weniger be⸗
mittelten Kaufmannsgehilfen unserer Statistik noch weiter verringert. Aus
diesem Grunde, wie auch aus der geringen Bemzitschaft der schlecht Bezahlten
überhaupt, Buch zu führen, ist zu erklären, daß unsere 290 Haushaltungen
sich auf drei Einkommensstufen wie folgt verteilen:
bis Z000 AM Jahreseinkommen ......... 38 Familien
bis 4000 AA Jahreseinkommen ......... NFamilien
über 4000 Aα Jahreseinkommen ........ 155 Familien
Die Tatsache, daß nur 38 Haushaltungen über ein Einkommen bis
3000 N verfügten, könnte leicht zu falschen Schlüssen führen. Wir möchten
daher vorsorglich darauf hinweisen, daß wir hier eine Haushaltungs—
statistik ünd keine Gehaltsstatistik vorlegen. Aus der vom
Deutschnationalen Handlungsgehilfen⸗Verband seit Jahren sehr gründlich
gepflegten Tarifstatistik geht mit großer Deutlichkeit hervor, daß die durch
Tarifvertrag vereinbarten Gehälter im Jahre 1026, auch in der obersten
Tätigkeitsgruppe, sich im Durchschnitt der einzelnen Gewerbe⸗ und Handels⸗
zweige im allgemeinen nicht über der Grenze von 4000 7M Jahresgehalt
bewegten. Der Rechenschaftsbericht des Verbandes von 1926 nennt auf
Seite 135 als tarifvertragliche Durchschnittsendgehälter in der Tätigkeits⸗
gruppe IV (Kaufmannsgehilfen in leitender Stellung) in 207 vergleichbaren
2Gruppen⸗Tarifverträgen für die allgemeine Industrie 310 AN, für Indu⸗
strie und Handel 306 AM, für Eisen- und Metallindustrie 324 RNM, für die
chemische Industrie 358 N, für die Textilindustrie 305 PN, für Industrie
und Großhandel 310 M, für Großhandel 311 2N, für Einzelhandel
308 IN, für Spedition und Transportgewerbe 316 M, für 52 Tarif⸗
verträge aus verschiedenen anderen Gruppen 319 NM. Die 4000⸗MGrenʒe
ist also nur in zwei Fällen — in der chemischen und in der Textilindustrie —
leicht überschritten. Die große Masse der Kaufmannsgehilfen bezieht natür⸗
lich viel geringere Gehälter. Wir nannten soeben die Endgehälter der leiten⸗
den Kaufmannsgehilfen. Die Gehälter für die Kaufmannsgehilfen für ein⸗
fachste (Tätigkeitsgruppe J), oder nur einfache (Tätigkeitsgruppe JI), oder für
selbständige und schwierigere (Tätigkeitsgruppe 1117) kaufmännische Tätigkeiten
1J Begonnen am l. Maärz 1927 mit 1500 Haushaltunasbüchern in aanz Deutschland
        <pb n="14" />
        sind viel niedriger. Die Tarifstatistik weist hier im Durchschnitt der verschiede—
nen Industrie- und Handelszweige 161, 200 und 2856 Mä Monatsgehalt
aus. Die Lebenshaltung der überwiegenden Mehrheit der Kaufmannsgehilfen
bewegt sich also in dem Rahmen, den unsere Untersuchung an den Haus—
haltungen mit weniger als 4000 M Jahreseinkommen aufzeigt. Diese
Tatsache ist bei der Betrachtung der verschiedenen Einkommensstufen wohl
zu beachten.

Ein nicht unwichtiger Vorteil unserer Statistik gegenüber früheren Er—
hebungen besteht darin, daß wir nur einen ein zigen Berufsstand
untersucht haben. Die Vergleichbarkeit früherer Statistiken leidet nämlich
vielfach daran, daß die untersuchten Haushalte nicht gleichartig waren, da
sie den verschiedensten Berufsgruppen entstammten. Wenn wir im folgenden
z. B. die veränderte Lebensgestaltung in der Klein- und in der Großstadt ver⸗
gleichen wollen, wird uns die Gleichartigkeit unseres Materials sehr zustatten
kommen. Bei früheren Erhebungen konnte die Einwirkung von Groß-⸗ und
Kleinstadt selten voll zur Auswirkung kommen, da die verschiedene Bedürfnis⸗
verteilung der verschiedenen Berufsgruppen jene zu beobachtenden Er—
scheinungen durchkreuzte. Das ist bei unserer Erhebung nicht möglich. Wir
haben das Material sogar, so weit es anging, noch weiter isoliert, indem
wir bei den Untersuchungen jeweils die gleichen Einkommensstufen, also die
gleiche Kaufkraft gegenuͤbergestellt haben. Leider gestattet das beschränkte
Material nicht, in allen Fällen eine solche Isolierung durchzuführen, da sonst
die einzelnen Gruppen zu gering besetzt worden wären. Damit auch der ver⸗
schiedenen Kopfzahl der Familien genügend Rechnung getragen wurde, haben
wir in einigen Fällen die Einnahmen und Ausgaben der Haushaltungen auf
Konsumeinheiten zurückgeführt. Diese Konsumeinheit — im fol—
genden als statistische Vollperson bezeichnet — ist in der Weise
errechnet worden, daß jede erwachsene männliche und weibliche Person, ferner
jedes Kind über 14 Jahre und je 2 Kinder unter 14 Jahren als eine Voll—⸗
person angesehen worden sind. Auf droͤe Art haben wr das Material
soweit es irgend möglich wär, im Hinblickauf Wohl—
habenheit, Ortsgröße, Flefrahl üfw. statistisc grr.
gleichbar gemacht.

Durch intensive Rückfragetätigkeit ist es gelungen, scheinbare Defizite
nach Möglichkeit zu vermeiden. Die Erhebung des Statistischen Reichsamtes
im Jahre 1907 schloß die Einnahmen und Ausgaben der 852 Haushaltungen
mit 41,94 N Fehlbetrag für jeden Haushalt ab. Man erklätte sich damals
diese großen Fehlbeträge, die in Wirklichkeit ja gar nicht vorhanden sein
konnten, damit, daß die Einnahmen nicht vollständig aufgezeichnet worden
seien. Auch war der Kassenbestand am Jahresanfang nicht festgestellt worden.
Ferner hatte man dem Borgsystem, auf dessen Erfassung übrigens bei der
neuen Erhebung des Statistischen Reichsamtes außerordentlich viel Mühe
verwandt wird, damals keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Man mußte
sich mit der „Tatsache, teils scheinbarer, teils wirklicher Fehlbeträge“ abfinden.
Wir haben dieser Erfahrung dadurch Rechnung getragen, daß wir von vorn⸗
herein Defizite und Ueberschüsse aufzuklären versuchten, obgleich eine genaue
rechnerische Uebereinstimmung von Einnahmen und Ausgaben gar nicht be—
        <pb n="15" />
        10 —
absichtigt war. Die Einnahmen sind vielmehr nur als eine Erläuterung der
Ausgaben zu betrachten, denn in der Ausgabenverteilung liegt das Schwer⸗
gewicht der Untersuchung. Die Einnahmen⸗ und Ausgabenseite unserer Sta—
tistik ergibt einen Ue berschuß je Haushalt von 416, 40 M,
ein Betrag, der sehr wohl mit dem Kassenbestand der Haushalte überein⸗
stimmen kann.

Auch in anderer Hinsicht ist auf die Erfahrungen früherer Erhebungen
Rücksicht genommen worden. Die Unterteilung der Einnahmen
und Ausgaben haben wir so getroffen, daß unsere Erhebung möglichst
mit den von anderer Seite unternommenen vergleichbar ist. Da der Posten
„sonstige Einnahmen'“ bei anderen Erhebungen bisweilen recht hoch
war, haben wir die Einnahmen zweckentsprechend untergeteilt und vor allem
die Posten „Ersparnisse“ und Darlehen“ ausgesondert. Bei der Ver—⸗
buchung der Erträge aus Acker, Garten und Nutzvieh haben
wir so verfahren, daß die Produktionskosten an dem Marktwert des Er—⸗
trages gekürzt wurden. Auf diese Weise haben wir den wirklichen Reinertrag
zu ermitteln versucht.

Wie die Behandlung der Naturalien, so bereiten auch andere nur rech⸗
nerisch durchlaufende Posten, wie z. B. reine Kapitalverschie—
bungen, die Vorschußnahme, die Rückerstattung von Steuern, die Erstattung
von Arztrechnungen durch die Krankenkasse, die Verbuchung von Spesen
und ähnlichen Posten bei der Durchführung einer Haushaltungsstatistik große
Schwierigkeiten. Man kann von den Buchführern nicht verlangen, daß sie
bereits bei der Eintragung der Einnahmen und Ausgaben in allen Fällen
auf diese Dinge Rücksicht nehmen. Erst bei der späteren Bearbeitung des
Materials konnte eine' Prüfung dergestalt eintreten, daß die Geldbeträge, die
lediglich als eingegangen und ausgegangen, nicht aber als Einnahmen und
Ausgaben der Haushaltung zu betrachten sind und die mit der ordentlichen
Wirtschaftsführung nicht zusammenhängen, herausgenommen wurden. In
einigen Fällen allerdings, nämlich bej der in sehr vielen Haushaltungen zu
beobachtenden Vorschußnahme von Nonht zu Monat war zu berücksichtigen,
daß auch diese Art der Darlehnsnahnie für die Beurteilung der Lebenshaltung
eine gewisse Rolle spielt. So mußte, wenn auch im Rahmen der Haushalts-
erhebung nur die Darlehen auf längere Sicht und die Rückzahlungen von
älteren Schulden verbucht wurden, dieser Tatsache insoweit Rechnung ge—⸗
tragen werden, als die Höhe der vorschußweise genommenen Darlehen außer⸗
halb der Wirtschaftsrechnung berechnet wurde (vgl. Seite 15).

Die Ausgaben für Versicherungen wurden von Anfang an sehr
genau erfaßt, da in früheren Erhebungen bei dieser Ausgabengruppe Mängel
zu Tage getreten waren. Der sogenannte Arbeitgeberanteil wurde jedoch nicht
verbucht. Die weiteren Ausführungen werden zeigen, daß die Aufwendungen
für freiwillige und Zwangsversicherungen recht gründlich angeschrieben wor—
den sind.

Auf eine Ermittlung der verbrauchten Mengen der Ernährungsmittel
haben wir aus verschiedenen Gründen verzichtet. Die Aufwendungen für eine
folche Arbeit hätten keineswegs in einem Verhältnis zu dem zu erwartenden
Ergebnis gestanden. Es liegen bereits qute Mengenberechnungen des Statisti⸗
        <pb n="16" />
        schen Landesamtes in Hamburg vor; auch für 1926 sind derartige Berechnun⸗
gen zu erwarten. Während wir die Betrachtung der Bedürfnisverteilung eines
Berufsstandes vornahmen, prüft die mengenmäßige Auswertung der Haus—
haltungsbücher, ob die Bevölkerung überhaupt noch imstande ist, sich aus⸗
reichend zu ernähren. Eine derartige Erkenntnis kann aus den Wirtschafts⸗
rechnungen einer Berufsgruppe weniger gewonnen werden. Die Qualität
der verzehrten Nahrungsmittel kann überdies durch eine Mengenberechnung
nicht erfaßt werden. Zufällig stimmt der Ausgabenbetrag für Ernährung
und Genußmittel, den wir für einen Kaufmannsgehilfenhaushalt im Durch—
schnitt errechnet haben, mit dem in Hamburg errechneten Betrag bis auf
einige Mark überein, so daß die Folgerungen der Hamburger Lebenshaltungs⸗
statistik, die eine unzureichende Ernährungsweise für 1925 festgestellt hat,
auch für uns Bedeutung haben. Uns genügt es, an den markmäßigen Beträ—
gen, die für Ernährung und Genußmittel ausgegeben worden sind, die für
den Berufsstand der Kaufmannsgehilfen bezeichnende Gestaltung der Er—
nährungsausgaben zu zeigen.
3. Die persönlichen und beruflichen Verhältnisse
der Familien.
Die Gliederung der Jahresrechnungen von 290 Familien ist aus folgen—
der Aufstellung ersichtlich:

ZSahl der
Ebemanner! Ebhefrauen! Kindersonst. P. P.überh. Vollpers.
860. 06

2900 Haushalte
im Durchschnitt
einer Haushal⸗
— o.oo 1.400 0.1ß0 3.66 2.9

Die Kinderarmut in den Kreisen der Kaufmannsgehilfen ist be⸗
merkenswert. Wir werden bei Behandlung der Lebenshaltung in den Fa—⸗
milien mit verschiedener Kopfzahl darauf zurückkommen. Auf statistische Voll⸗
personen in der bereits oben dargeleaten Weise umaerechnet, eraaben sich
860,06 Vollversonen.

Das Durchschnittsalter der erfaßten Kaufmannsgehilfen betrug 360,84
Jahre. Das ist recht hoch, wenn man berücksichtigt, daß als Durchschnittsaiter
der Mitglieder des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes im
Jahr 1926 31 Jahre errechnet worden sind Es wurden also zu einem großen
Teile, wie das auch schon an anderer Stelle festgestellt wurde, die älteren,
bereits in bessere Positionen eingerückten Kaufmannsgehilfen von der Statistik
erfaßt. Bemerkenswerterweise beträgt das Durchschnittsalter bis zu
2400 AM Gesamteinkommen 33,7 Jahre und steigt schon in der Gruppe von
2400 bis 3000 NM Gesamteinkommen auf 35,8 Jahre. Es beträgt bei
einem Jahreseinkommen von 4800 bis 5400 M bereits 39,2 Jahre. Das
Durchschnittsalter der Haushaltungsvorstände, die über ein Gesamteinkommen
von mehr als 8400 M verfügen, beträgt 43,4 Lebensiahre.
        <pb n="17" />
        12 —
Beruflich betrachtet, sind 24 Tätigkeitsarten des Kaufmannsgehilfen⸗
standes zu zählen. An der Spitze stehen 785 Buchhalter, deren Verteilung
von den geringsten bis zu den höchsten Einkommen der Statistik darauf hin⸗
deutet, daß in dieser Berufssparte die verschiedensten Qualitäten enthalten
sind. Von 8 Buchhaltern, deren Gesamteinkommen in einem Falle sich unter
2400 M und im übrigen unter 41800 AM bewegt, wird ausdrücklich gesagt,
daß es sich um Lohnbuchhalter handelt. 260 Buchhalter haben ein Ge—
samteinkommen, das zwischen 4200 und 8400 9M liegt. Demnach sind auch
erste Buchhalter in dieser Gruppe enthalten. Die nächstfolgenden Tätigkeits—
arten seien nachstehend aufgezählt:

Abteilungsleiter
Expedienten
Prokuristen
Geschäftsführer
Lageristen
Korrespondenten
Verkäufer
Reisende
Einkäufer
Kontrolleure
Kontoristen .

Diese Zusammenstellung zeigt erneut, daß auch gehobenere Posten von
der Statistik erfaßt worden sind. Wenn auch im einzelnen die Gesamtein—
kommen in einer Berufsgruppe bisweilen erheblich voneinander abweichen,
so kann man, von den schon erwähnten Buchhaltern abgesehen, feststellen,
daß die Kontoristen, die Kalkulatoren, der Registrator, die Fakturisten, die
Lageristen, die Expedienten zum großen Teil zu den geringbemittelten Haus—
haltungen gehören, während die Korrespondenten, die Kassierer, die Ver—
käufer, der Sekretär, die Kontrolleure, der Inspektor, die Einkäufer, die
Reisenden und die Disponenten sich mehr auf die mittleren Einkommen der
Erhebung verteilen. Die Prokuristen, die Geschäftsführer, Abteilungsvor⸗
steher, zum Teil auch die Kontrolleure, einige Kassierer, einige Reisende, einige
Einkäufer wie auch verschiedene Buchhalter beziehen die besseren Einkommen,
obwohl natürlich auch die gehobenere Tätigkeit in einer Anzahl von Fällen
außerordentlich gering bewertet wird. Der Provisionsreisende verfügt über
die geringsten Einnahmen der 290 ausgewerteten Haushaltungen. 160 Frage⸗
bogen naͤnnten als Beruf nur „Kaufmannsgehilfen“ und 3 Fragebogen
blieben unbeantwortet. Das Fehlen von Stenographen ist in diesem Zu⸗
sammenhang damit zu erklären, daß diese zumeist ledig sind und sich unter
den Haushaltungasrechnungen von ledigen Kaufmannsgehilfen befinden.
4. Die Einnahmeseite der Wirtschaftsrechnung des
Kaufmannsgehilfen.
a) Im Durchschnittsbudget.
Die Beurteilung der Lebenshaltung des Kaufmannsgehilfen erstreckt sich
zunächst auf die Einnahmeseite der durchschnittlichen Wirtschaftsrechnung
        <pb n="18" />
        13

Es ist festzustellen, inwieweit außer dem Gehalt andere Quellen zur Deckung
der Ausgaben herangezogen werden müssen, und ob die Nebeneinnahmen aus
Kapitalertrag (z. B. Zinsen, Hausbesitz, Erbschaft) oder aus Nebenarbeit,
Darlehen und Sparrücklagen, also Quellen, die eine gewisse Notlage kenn⸗
zeichnen, stammen. Die folgende Aufstellung zeigt die durchschnittlichen Ein—
nahmen einer Haushaltung für ein Jahr, für einen Monat, für eine Voll—
person (val. Seite 9) und in Prozenten:

Gehalt ....... ..
Nebenverdienst
des Mannes ........
der Frau ..........
Beitrag der Kinder ....
Naturalbeiträge und Ge—
schenke der Eltern und
Verwandten .P......
Haus und Wohnung .
Acker und Garten ....
Nutzvieh..............
Darlehen .............
Sparkasse ............
Zinsen ..............
Sonstiges
Zusammen ...

Im Laufe des Jahres

wieder zurückgezahlte
Vorschüsse

Von einem
Haushalt im
Durchschnitt

3 936.41

82. 34
48. 23
19. 74

65.52
17. 69
7.02
3. 27
4021
1

4 368..*
160. 35

Von 100 ⸗
der Gesamt⸗
Einnahmen

90.11

1. 88
1. 10
0.45

—
9
16

367

Monatlich
von einer von einer
Haushaltung! Vollperson
328,03

—210. 61

6. 86
4. 02
1,64

2.31
1. 36
0. 56

5. 46
47
89
27

84
. 50
20
o09
38
38

/9
22.77

13. 360 4.51
Das Durchschnittsgehalt betrug demnach monatlich 328,03 NM
oder 90,11 v. H. der Gesamteinnahmen. Es wurden rund Jl0 v. H. der Ein—
nahmen der untersuchten 290 Haushaltungen durch Nebeneinna hmen
gedeckt. Irgendwelche Schlüsse auf die allgemeine Gehaltslage sind, wie schon
hervorgehoben, an Hand dieser Zahlen nicht möglich. Zur Erläuterung des
Gehaltes seien noch einige Bestandteile aufgeführt. Nur 117 der 290 Haus⸗
haltungen verzeichnen eine Leistungszulage. Diese betrug im Durch—
schnitt 47,.48 NM monatlich. Gratifikationen wurden ebenfalls in
117 Fällen gegeben, und zwar im Durchschnitt 183,25 RM. Es ist zu be—
achten, daß im allgemeinen die Haushaltungen, die weniger als 4000 )ä
Gesamteinkommen bezogen, keine Leistungszulagen und keine Gratifikationen
erhielten. An weiteren Zuwendungen wurden in 12 Fällen ein Ferien-—
zuschuß, in 14 Fällen der Genuß eines Gewinnanteiles und
21mal Prämien, Jubiläumsgeschenke, Abschlußvergütungen, Krankheits—
unterstützungen, Inventurvergütung und ähnliches gezahlt. Ein Gewinnanteil
wurde von einigen Kaufmannsgehilfen in gehobener Stellung bezogen.
Keinerlei Sonderzuwendungen in der vorgenannten Art und keine Leistungs⸗
zulagen empfingen 148, d. h. rund 50 v. H. der befraaten Haushaltungen.
        <pb n="19" />
        14

Unter den Nebeneinnahmen steht der Nebenverdienst des
Mannes mit 1,88 v. H. der Einnahmen an erster Stelle. 1,10 v. H. der
Nebeneinnahmen erwarb die Frau, und 0O,40 v. H. stammten aus Ver—
mietungen, sowie O,45 v. H. aus Verdienst der Kinder. Das
sind 3,83 v. H. der Gesamteinnahmen, die aus Arbeitsverdienst herrühren.
Im Vergleich zu den Arbeitern, die in der Regel diese Nebeneinnahmen
mehr in Anspruch nehmen, ist das freilich nicht viel. Z. B. bezogen die im

das Einkommen des Kaufmannsgehilfen
in vom hundort

Beitrãge der Kind

Nebenderdien
der srau

Unterstützung dur
Eltern und berw

sleben verdien
des Maonnee

Garten und Nutzvieh
Dermietung

darlehen

honstige Ennahn

krsparniss
ad dinsen

I Gehalt 90 1
Jahre 1907 untersuchten Arbeiterfamilien 11,8 v. H. ihrer Einkommen
aus diesen Quellen, und zwar 2,2 v. H. durch Nebenarbeit des Mannes, 4,3
v. H. durch Arbeit der Ehefrau, 2,4 v. H. durch Arbeit der Kinder und 2,9
v. H. durch Untervermietung. Der Kaufmannsgehilfe kann diese Art Neben⸗
einnahmen, so sehr ihn die Notdurft dazu zwingen mag, aus Standesrück—
sichten nicht weiter vergrößern. Weder er noch seine Ehefrau können in dem
Maße, wie im Arbeiterhaushalt, Nebenerwerb aller Art übernehmen. Die
Kinder genießen vielfach eine bessere Erziehung und verdienen erst spät selbst
mit. Auch zu Vermietungen ist der Kaufmannsgehilfe weniger geneigt. Es
ist aber immerhin erstaunlich, daß die genannten Einnahmequellen in dem
dargelegten Umfange benutzt wurden. Sie erscheinen zudem aus zwei Grün⸗
den noch etwas zu niedrig, da die Haushaltungen mit mitverdienenden Kin⸗
dern, welche ihr Gehalt zum großen Teil außerhalb der Hauswirtschaft ver—
ausgaben, sowie die Haushaltungen, in denen die Ehefrau einen Mittags—⸗
tisch unterhält, wie schon erwähnt, bei der Beurteilung ausscheiden mußten.

Da die Möglichkeit eines Nebenverdienstes aus Nebenarbeit notwendiger⸗
weise beschränkt war, wurden in starkemn Maße Darlehen, Spar—
entnahmen und die Unterstützung der Eltern beansprucht.
Vor allem verdient die Verschuldung Beachtung, die sich wie ein roter
Faden durch fast alle Haushaltungsbücher hindurchzieht. Die Darlehns—
nahme betrug im Durchschnitt aller Wirtschaftsrechnungen 1,13 v. H. der
        <pb n="20" />
        15
Gesamteinnahmen, oder 49,21 NM je Haushaltung im Jahre. Da nur
42,03 AM Schulden zurückgezahlt wurden, so nahim die Ve rschul⸗—
dung also im Jahre 10260 erheblich zu. Es sei aber ausdrücklich
betont, daß hier unter Darlehen nur die auf längere Sicht gemachten
Schulden gemeint sind. Die Vorschußnahme ist viel größer. Sie ist
jedoch aus der abgedruckten Tabelle nicht ersichtlich, da durchlaufende Posten,
die keine Bereicherung der Haushaltungen darstellen, von der Haushaltungs⸗
statistik nicht erfaßt werden. Gerade die monatliche Vorschuͤßn hme,
die eine gewisse Notlage der Haushaltungen zeigt, spielt aber für den Kauf⸗
mannsgehilfen eine große Rolle. Wir haben deshalb außerhalb der obigen
Aufstellung auch noch die vorschußweise genommenen Darlehen berechnet und
festgestellt, daß je eine Familie im Durchschnitt jährlich
160,35 M Vorschuß genommen hat. Das ist eine außer⸗
ordentlich hohe Ziffer, die zusammen mit der dauernden Verschuldung von
49,21 AN jährlich recht deutlich die ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse
der Kaufmannsgehilfen zeigt.

Recht interessant ist auch eine zweite Nebeneinnahme im Kaufmanns—
gehilfenhaushalt: die Sparentnahme! Unsere 290 Haushaltungen
haben im Berichtsjahre mehr von der Sparkasse abgehoben — 603,10 ä
je Haushaltung (1,460 v. H. der Gesamteinnahmen) — als sie im Laufe des
Jahres sparen konnten — 57,72 AN je Haushaltung (oder 1,34 v. H. der
Gesamtausgaben). Als Gesamtheit betrachtet, haben die unterfuchten Haus⸗
haltungen also ihre Ersparnisse nicht vermehrt, sondern verringert, wenn man
von dem Ersparnischarakter der Versicherunasbeiträge absieht.

Auffallend ist ferner der große Posten Unter—
st ützungen durch Eltern und Verwandte. Er beträgt
05,52 N für eine Haushaltung jährlich oder 1,50 v. H. der Einnahmen. Es
ist geradezu überraschend, wieviel die Eltern beisteuern müssen, damit die ein—
zelne Familie bestehen kann. Auf der anderen Seite wird aber gerade der Haus—⸗
halt der Kaufmannsgehilfen stark durch Unterstützungen an Eltern und Ver—
wandte, die durch Inflationsverluste und Stellenlosigkeit in Not geraten sind,
wie wir bei Betrachtung der Ausgaben noch sehen werden, belaster.

Zu erwähnen ist noch, daß der Ertrag aus Ackerund Garten
oder von Nutzvieh für manche Haushalte eine rechte Erleichterung
war. Da 113 Haushaltungen in Großstädten geführt wurden, wo die Mög—
lichkeit zu diesen Nebeneinnahmen weniger besteht, kann allerdings im auͤ—
gemeinen betrachtet dieser Posten nicht groß sein. Er betrug nach Abzug der
Produktionskosten 0,23 v. H. der Gesamteinnahmen. Daß viele Haushal⸗
tungen auf diese Art Nebeneinnahmen angewiesen waren, zeigen Beispiele in
den Wirtschaftsbüchern, nach denen die mühevolle Schweinemast für wenige
Mark Ertrag, desgl. Hühnerzucht und Gartenbau usw. zum Zwecke der Ver—
besserung des Einkommens betrieben wurden.

Das wesentliche Ergebnis unserer Betrachtung ist, daß die Nebenein—
nahmen, besonders Darlehen, Sparentnahme und Unterstützung seitens der
Eltern und Verwandten in großem Maß— beansprucht wurden. Die Ein—
        <pb n="21" />
        16 —
nahmen aus Kapitalertrag — Zinsen — 0,28 v. H. der Einnahmen —
treten vollkommen zurück, und auch die mehr zufälligen sonstigen Einnahmen
— 1,46 v. H. der Gesamteinnahmen —, bei deren Erwerb nicht unbedingt
die Absicht zur Verbesserung der Lebenshaltung vorlag (z. B. Lotteriegewinne,
Renten, Verkäufe, Wochenhilfen, Krankengeld usw.), spielen gegenüber den
Nebeneinnahmen aus Arbeitsverdienst auf der Einnahmeseite der Haushal—
tungsrechnung des Kaufmannsgehilfen keine große Rolle.
b) In verschiedenen Einkommensstufen.

Die nachfolgende Aufstellung zeigt die Verschiebung der
Nebeneinnahmenindreiverschiedenen Einkommens—
stufen:

Einnahmen .............
Zahl der Haushaltungen, die
der Statistik zu Grunde
liegen ................
Zahl der Personen........
darunter Kinder ...

bis 3000 3/4000 M uüb. 4000 A

38
125
47

— 97
319
114

156
585
246

—

vp. H.

v. O. AA. .
oQI. 144753. 87 80.51
i 181 105. 54 . do
olool 6or 175
133 35587 158

Gehalt .................
Nebenverdienst des Mannes
Nebenverdienst der Frau...
Beitrag der Kinder .......
Naturalbeitrag u. Geschenke
der Eltern ............
Haus und Wohnung ......
Acker und Garten .......
Nutzvieh.................
Darlehen ...............
Sparkasse ............
Zinsen ....
Sonstiges

2375. 86
34. 75
32. 18
20. 06

—10
ol.sz 3241.51
13462
1241 3535
0. 77 13284
1.54

0. 28

0. 14

—W

1. 20

178

0. 37

1

1oo. As5 311. 10 100. —

Die sich hier zeigenden Tendenzen sind im allgemeinen auch der im
Tabellenteil abgedruckten Tabelle Ja, die 10 Einkommensstufen umfaßt, zu
entnehmen. Zunächst ist zu beachten, daß mit steigendem Ein—
kommen die Nebeneinnahmen absolut und in vom
Hundertsteigen, und zwar betragen sie in der Gruppe bis 3000 M
Einkommen 8,47 v. H., von 3000 bis 4000 M Einkommen 8, 80 v. H. und
bei den Haushaltungen mit mehr als 41000 M Einkommen 10,49 v. H.
der Gesamteinnahmen. Die Tabelle des Anhangs zeigt die Zunahme der
Nebeneinnahmen bei steigendem Einkommen noch deutlicher. Von diesen
steigen vor allem der Nebenverdienst des Mannes von 1,34
auf 2,0 v. H., die Sparentnahmen und Zinsen von O,59 auf
2,12 v. H. der Beitrag der Eltern von 1,20 auf 1,54 v. H. Der
größere Nebenverdienst des Mannes dürfte dadurch zu erklären sein, daß die
aqualifizierteren Kräfte der dritten Gruppe mehr Gelegenheit zur Nebenarbeit
        <pb n="22" />
        7
(3. B. Buchführung, Steuerbearbeitung) haben. Die größere Sparkassen -⸗·
entnahme ergibt sich aus der größeren Svarmöglichkeit der Familien in der *
zeiten und dritten Gruppe. —VV

Pronzentualweniger — aber doch noch erheblich —
werden in den besserbemittelten Gruppen herangezogen, Meben-—
verdienst der Frau, der Kinder, aus Vermiekungen,
aus Naturalwirtschaft und die Einnahmenaus Dar.
lebnsnahme.

Der Nebenverdienst der Frau ist in der Einkommensstufe
bis 3000 AN prozentual am größten. Wie die Tabelle la des Anhangs zeigt,
verhält sich diese Einnahmequelle überhaupt recht unterschiedlich, denn die
Betätigung der Ehefrauen hängt im Einzelfalle stark von der Erwerbs—
möglichkeit und der Familiengröße ab. Immerhin ergibt sich aus diesen
Untersuchungen, daß in der Einkommensstufe mit mehr als 4000 NM noch
über ein Hundertteil der Einnahmen von der Frau erworben wird.

Der Beitrag der Kinder verhält sich nicht einheitlich. Wie er—
wähnt, wurden die Haushaltungsrechnungen mit erwachsenen mitverdienenden
Kindern, soweit diese nicht ihr ganzes Einkommen in die Haushaltungskasse
abführen, nicht ausgewertet. Es ist daher erklärlich, daß eine Zunahme des
Beitrages der Kinder zum Einkommen, die man bei steigendem Einkommen
erwarten müßte, da die Familien mit größerem Einkommen auch diejenigen
sind, in denen die Kinder schon zum Teil erwachsen sind, bier nicht zu beob—⸗
achten ist.
Die Einnahmenaus Vermietung sind in der mittleren Ein—
kommensstufe am größten. Unsere Sondererhebung über die Größe der
Wohnungen zeigt, daß in der ersten Einkommensstufe der Wohnraum so be⸗
schränkt ist, daß eine Vermietung hier in größerem Maße einfach gar nicht
möglich ist. In der Einkommensstufe über 1000 M Einkommen dürfte hin⸗
gegen die Notwendigkeit, solche Einnahmen zu erschließen, wesentlich ge—
ringer sein.

Die Darlehnsnahme wie auch die Naturalprodukte sind,
prozentual zum Einkommen gesehen, in der untersten Gruppe am größten
da hier, wie auch die verstärkte Nebenarbeit der Frau zeigt, die stärkste Not⸗
wendigkeit zur Erschließung weiterer Einnahmequellen besteht. Aber absolut
betrachtet, steigt die Darlehnsnahme bis in die höheren Einkommensstufen.
Desgleichen zieht sich die Vorschußnahme, wie die Tabelle mit 10 Einkom—
mensstufen ausweist, durch alle Haushaltungsrechnungen hindurch.

In den zwei Gruppen bis 3000 M und über 3000 bis 4000 PM Ein-
kommen, die an den Tarifsätzen des Jahres 1926 gemessen den Gehältern
für qualifizierte Kaufmannsgehilfen entsprechen — der Rechenschaftsbericht
des D. H. V. nennt als Endgehalt des Kaufmannsgehilfen in der Tätigkeits⸗
gruppe IV 318 M -, war also die Notwendigkeit zur Nebenarbeit und
Darlehnsnahme besonders groß. Aber auch in der weiteren Einkommens—
stufe überwiegen nicht etwa die Einnahmen aus Kapitalertrag, sondern
spielen die Einnahmen aus Nebenverdienst eine erhebliche Roll
        <pb n="23" />
        — 18 —
5. Die Ausgaben des Kaufmannsgehilfen.
a) Im Durchschnittsbudget.

7
Die —— E des
3
in v. h. der Ausga

44, 84
—E—
SCOMMDR

244

33,10
S-
ENUSS-
irTTEI

4019
MieTE

—
HEIIVNG.
BELEUCEI

476
HAus EiM
RICHTUuMC

36,22
50NSTiIGE
SEDAnF

Die in unserer Erhebung ermittelte Durchs chnitts⸗Jahresrechnung
zeigt die für den Kaufmannsgehilfen typische Ein—
kommensverwendung.

Der Kaufmannsgehilfe wendet, im Gegensatz zu den Arbeitern, einen ge⸗
ringeren Teil seines Einkommens für Nahrungsmittel auf und richtet seinen
Bedarf in erster Linie auf Wohnung, Kleidung, Ausbildung, soziale Für—
sorge, kulturelle Bedürfnisse usw. Diese Hintansetzung des Nahrungs—
bedürfnisses ist uns bereits aus den wenigen in der Vorkriegszeit unter⸗
suchten Haushaltungsrechnungen von Kaufmannsgehilfen bekannt. Jetzt ist
es möglich, diese Beobachtungen an Hand eines größeren Materials zu ver⸗
efen. Die Erhebungen in Arbeiterkreisen haben ergeben, daß die Arbeiter
rund 50 v. H. der Ausgaben für die Ernährung aufwenden. Unterschiede
waren gewöhnlich je nach der physischen Anstrengung, die der Berufszweig
erfordert, zu beobachten. Die 1925 in Hamburg durchgeführte Erhebung in
80 Arbeitnehmerhaushaltungen — überwiegend Arbeiterhaushaltungen —
stellte eine Quote von 45,04 v. H. der Ausgaben für die Ernährung fest.
Auch wenn man diesen Wirtschaftsrechnungen eine ausgewählte Gruppe der
vorliegenden Untersuchung mit der gleichen Kaufkraft gegenüberstellt (vergl.
Seite 63), im mer Argibtsich, daß die Käaufmannsgehilfen
das Rahrungsbedürfnis hintansetzen, damit sie
lüderebenbedürfnissebesserbefriedigenkönnen.
Der Grund liegt in der Tatsache, daß der Kaufmannsgehilfe als Glied
eines gehobenen Berufsstandes zu bestimmten Auf—
wendungengezwungen ist, die im Arbeiterhaushalt nicht so dring—
lich sind. So muß der Kaufmannsgehilfe gut wohnen und muß für sonstige
        <pb n="24" />
        10

Zwecke gesellschaftlicher und beruflicher Art erhebliche Einkommensteile frei
machen. Es besteht kein Zweifel, und der Vergleich zwischen Kaufmanns—
gehilfen mit gleicher Kaufkraft und Arbeitern bestätigt es vollauf, daß die
Ernährung davon empfindlich betroffen wird. Z. B. gaben die hier unter—
suchten Haushaltungen im Durchschnitt jährlich im ganzen 4322,07 AM
aus, während die im Jahre 1925 in Hamburg befragten Arbeiter nur
3232,74 ANM jährlich veraussabten Die Ernährungsaus gaben
waren aber in beiden Fällen gleich. Sie betrugen bei den
Kaufmannsgehilfen 1430,53 NM (oder 33, 10 v. H. der Ausgaben) und bei
den Arbeitern 14155,89 NM (oder 45,04 v. H. der Ausgaben). Die Er—
nährungsweise der Hamburger Haushaltungen ist vom Statistischen Landes—
amt in Hamburg als mangelhaft bezeichnet und auch gegenüber der Vor—
kriegsnahrung als recht dürftig erklärt worden. Die Kaufmannsgehilfen, die
über ein Drittel mehr Einkommen verfügten, haben aber ihre Ernährungs—
weise nicht verbessert, sondern gaben sogar rund 25, — N jährlich weniger
für diesen Zweck aus. Damit ist hinlänglich bewiesen, daß
die Einschränkung der Ernährungsausgaben im
Kaufmannsgehilfenhaushalt eine typische Er—
scheinung ist.

Bevor die einzelnen Ausgaben näher erläutert werden, sei auf die
verbrauchten Lebensmittel im einzelnen eingegangen. Die
folgende Aufstellung unterrichtet über die Verteilung der Nahrungsausgaben
auf die Nahrungsbedürfnisse (Tab. S. 20):

Die größte Ausgabe unter den Nahrungsmitteln bereitet Fleissch
mit 25,21 v. H. der Nahrungsausgaben, oder 300,80 Mä jährlicher Aus—
gabe. Den größten Anteil davon nimmt der Verbrauch von Wurst—
waren mit 7,81 v. H. der Nahrungsausgaben ein. Es folgen Rind⸗
fleisch — 7,02v. H. — und Schweinefleisch — 4,58 v. H. -.
Die Ausgabe für Brot und Mehil beträgt mit 181,34 2M jährlich un—
gefähr die Hälfte der Ausgaben für Fleisch. Zwischen diesen Ausgaben liegt
der Größe nach die fir Genußmittel mit 14,27 v. H. der Nahrungs—
und Genußmittelausgaben, oder 17, — Mä monatlich je Haushaltung. Darin
sind die Genußmittel im weitesten Sinne enthalten. Außer alkoholischen
und nicht alkoholischen Getränken sind Kaffee, Tee, Kakao, Tabak, Gewürze,
Essig, Oel, Schokolade, Süßigkeiten usw. in dieser Ausgabengruppe zu—
sammengefaßt worden. Die nächstgrößten Lebensmittelausgaben verursachen
Milch und Butter mit 9,39 und 9,07 v. H. der Lebensmittelaus—
gaben. Es wurde schon darauf hingewiesen, daß die Lebensmittelausgabe
der in dieser Schrift betrachteten Kaufmannsgehilfen mit derjenigen von
80 Hamburger Arbeitnehmern zufällig übereinstimmt. Zum großen Teil sind
die Ausgaben beider Erhebungen auch in Reichsmark ziemlich gleich, jedoch
sind die Ausgaben für Milch und Butter bei den Kaufmannsgehilfen größer.

Vorstehend sind die abweichenden Lebensmittelausgabeposten beider Er—⸗
hebungen gegenübergestellt worden. Es zeigt sich eine Verbesserung des
Konsums von Butter und Milch. Dafür ist der Verbrauch von Mar⸗
garine eingeschränkt; statt 111,14 Mä gibt der Kaufmanns—
gehilfe nur 30.07 M dafür aus. Auch Kartoffeln und Kase verzebtide
        <pb n="25" />
        20

Die Ausgaben
für Nahrungs⸗
und Genußmittel

Von einem Wonatlich v. 9. der Von einer
—5 g von Auegaͤben für Bplncaen
Ver Haushaltung Eabrung j d

Brot, Mehl.
Nährmittel ...........
Kartoffeln ............
Gemüse .............
Obst ...............
Fleisch
Rind ..............
Schwein ...........
Hammel ...........
Sonstiges ..........
Speck ............
Wurst .............
Schmalz ...
Fleischwaren zusammen
Fisch .....6*
Milch ...............
Butter .P.............
Käse ................
Margarine............
Eier .................
Genußmittel .........
Verzehr im Gasthaus... 5.8.
gZusamen I Azo. 5lio.zu loo. oo 482. 36
Kaufmannsgehilfe weniger. Der Kartoffelbedarf ist überhaupt merkwürdig
gering, er beträgt nur 2,67 v. H. der Ausgaben für Ernährung im Kaufmanns⸗
gehilfenhaushalt. Der arößere Konsum von Fisch in Hamburag ist wahrschein—

181. 34
104. 25
38.17
56. 365
59.48

15. 11
8. 69
3. 18
4.70
4. 96

l

12. 68
7. 29
2.67
3. 94
4. 16

61. 15
35. 15
12. 87
19. 00
20. 06

———
290
Kaufmanns⸗
gehilfen
1926
VV

80 „minder⸗
bemittelte“
Arbeitnehmer in
Hamburg 10925
DVWeF
Milch ...

Butter .......

Fett (Margarine,

Kartoffeln.

Käse .....

Obst ....

Fisch ..........,
lich durch die örtlichen Verhältnisse dieser Seestadt bedingt. Bedauerlich ist,
daß die Kaufmannsgehilfen den Bedarf an O best erheblich einschränken.
Die Gegenüberstellung der Verteilung einer gleichen Summe für Lebens—
mittel von Arbeitern und Kaufmannsgehilfen zeigt also, daß trotz aller
Individualität der Ernährungsweise jeder einzelnen Familie im Ernährungs—
bedarf dieser Arbeitnehmergruppen gewisse Unterschiede bestehen. In den
Ausgaben für Fleischwaren, Wurst, Brot und Nährmittel (einschließlid
Zucker), Gemüse und Eier stimmen beide Erhebungen fast überein.
        <pb n="26" />
        21 —

Die Ausgabe für Nährmittel beträgt im Kaufmannsgehilfen⸗
haushalt 7,20 v. H. der Lebensmittelausgaben. Es sind die Nährmittel in
weitestem Sinne enthalten. Für Eier werden jährlich 62,70 AM von
einem Haushalt — 4,38 v. H. der Nahrungsmittelausgaben — aufgewandt.

Im ganzen verbrauchte jeder Durchschnittshaushalt 1430,53 ANM jähr-—
lich, oder 110,21 AN monatlich, um das Nahrungsbedürfnis zu decken.
Das ist die Durchschnittszahl. Im einzelnen geben viele Haushaltungen sehr
viel weniger für die Ernährung aus. So wenden z. B. Haushaltungen mit
vier Personen nur 826, - Mä, 1003. - 3N, I0oi2,- ꝓm, io37,90 —
1121, - AM usw., ja auch solche mit fünf Personen nur 973, - M,
I070, - M 1148,- M und 1170, — 2N jahrlich für die Ernährung
auf. Wenn man berücksichtigt, daß nach unseren Feststellungen auf eine
Vollperson 482,35 NM jährücher Nahrungsbedarf entfällt, wird man die
Tatsache nicht von der Hand weisen können, daß in vielen Haushaltungen
eine außerordentlich große Einschränkung des Nahrungsbedürfnisses vorliegt.

Ueber die Ausgabenverteilung im einzelnen gibt die nachfolgende
Tabelle Aufschluß (Tab. S. 22).

Das der Ernährung folgende nächstgrößte Bedürfnis im Haushalt des
Kaufmannsgehilfen ist die Kleidung. Der Kaufmannsgehilfe gab
1926 11,81v. H. der Ausgaben für die Kleidung des Mannes, der Ehe—
frau, der Kinder, für Schuhwerk, Wäsche und Bettzeug aus. In dieser
Summe sind aber nicht die Reinigungskosten enthalten. Die schon mehrfach
erwähnten, im Jahre 19025 in Hamburg befragten Arbeiter wandten
11,607 v. H. der Ausgaben für Bekleidung und Wäsche auf. Ese rgibt
sich die Tatsache, daß die Kaufmannsgehilfen, ob⸗
wohl sie auf Kleidung größeren Wert legen müssen
als die Arbeiter, nicht wesentlich mehr Hundertteile
für diesen Zweckfreimachenkönnen. Die Kleidungsausgaben
verteilen sich wie folgt (Tab. S. 22).

Auffallend erscheint vielleicht, daß für die Kleidung des Mannes
etwas mehr als für die Kleidung der Ehefrau —
142,55 AN gegen 122,04 JN — verausgabt werden. Der Grund
dürfte im wesentlichen darin liegen, daß auf gute Kleidung des Mannes
aus beruflichen Gründen Wert gelegt werden muß, und daß die Frau auch
gelegentlich selbst schneidert. Einen ungefähren Anhalt für die Größe der
Kleidungsausgabe bieten die Anschaffungskosten. Der für die Kleidung des
Mannes ausgewiesene Betrag dürfte ungefähr den Anschaffungskosten für
einen Anzug entsprechen. Berücksichtigt man, daß eine Familie aus
3,55 Personen im Durchschnitt besteht, so kann man sich des Eindrucks nicht
erwehren, daß die Kleidungsausgaben recht gering sind.
Z. B. trifft das in hervorragendem Maße für den sehr geringen Betrag für
Wäsche und Bettzeug von 23,23 NM iährlich zu. Mit diesem Betrage
dürfte der Wäsche- und Bettzeugbestand einer Haushaltung kaum aufrecht⸗
zuerhalten sein. Dabei sind die mitgeteilten Zahlen der Durchschnitt von
290, zum Teil besser als die Mehrzahl der deutschen Kaufmannsgehilfen
situierten, Kaufmannsgehilfen! Untersucht man die weniger bemittelten
Haushaltungen im einzelnen, so findet man, daß für die Kleidung in
        <pb n="27" />
        22

Haushalt im v. H.
Hurchschnitt der Gesamt⸗
V ausgaben

1 Haushalt
monatlich
AM

1Vollperson
monatlich
è

Einnahmen P.........
Ausgaben
Nahrungs- und Ge—
nußmittel ........
Kleidung, Wäsche,
Schuhwerk .P......
Miete ..........
heizung und Beleucht.
Hauseinrichtung ....
SGarten und Vieh ...
Reinigung .........
Gesundheitspflege ...
Arzt ............
Erholung ........
Geist. u. gesell. Be—
dürfnisse ......... 8. 26
Schulgeld u. Lernmitt. 2.11
Verkehrsmittel ...... 2. 20
Steuern............ 5.85
Versicherungen ..... 10. 37
Dienstboten ........ 1. 41
Unterstützungen ..... 2.27
Schulden .......... 1. 18
Ersparnisse ......... 1. 62
Sonstiges (Taschen⸗
geld usw. 73. 13 — 2.00
au a2322. joOo. oo 360. 10 121.46

4368.47

364.020122.77

vielen Haushaltungen außerordentlich wenig ausgegeben werden konnte.
Während für alle Haushaltungen als Durchschnittssumme 509,79 RN jähr—
lich ermittelt wurde, finden wir dort Haushaltungen, die im ganzen Jabr⸗

Die Kleidungsausgaben

Von einer v. 9
da —8 der Kleidungs⸗
ja — * ausgaben
für den Mann ..........
die Frau ............
Knaben ...........
Mädchen .........
Schuhwerk P......
Waͤsche u. Bettzeua
Norschiedenes ....

d
57
c

27. 96
24. 06
7. 90
6. 78
2.30
56

44

9
9
*
r
2
*

5

nur 100, — bis 200, — M für die mannigfachen Kleidungsbedürfnisse auf—
bringen konnten.

Die Ausgaben für Wohnung nehmen im Haushalt des
Kaufmannsgebilfen die dritte Stelle ein. Sie betragen 10, 10 v. H. der Ge—

Zusammen .

5090.79

100. 00
        <pb n="28" />
        23 —
samtausgaben, oder 440,31 NM jährlich und 36,00 NM monatlich. Diese
im Hinblick auf die gegenwärtigen Mietpreise geringen Wohnungsausgaben
werden dadurch erklärt, daß nur 34 der untersuchten Haushaltungen in einem
Neubau wohnen. Die Haushaltungsbuchführer waren also überwiegend Be—
sitzer von Altwohnungen. Außerdem ist ein ußerordentli che Ein⸗
schränkungdes Wohnbedürfnisses zu beobachten. 31 Familien
wohnten in Werkswohnungen, 14 im Eigenhaus, 220 in Mietwohnungen,
17 als Untermieter und 5 als möblierte Untermieter. Durchschnittlich ent—
fallen auf eine Haushaltung 08,24 qm!) Wohnfläche einschließlich Küche
und Nebengelaß (80 Haushaltungen haben allerdings diese Frage nicht be—
antwortet, so daß in diesem Falle nur das Ergebnis von 210 Hausbaltungen
vorliegt). Ausschließlich der Küche bewohnten:

22 Familien mit 64 Personen — 1 Zimmer

80 257 5

108

57

lö

2

2
2
29
2—
59

25

u. 8 Zimmer
Mehr als ein Drittelh unserer Haushaltungen hatte
also nur ein bis zwei Zimmer zur Verfügung. Am
stärksten ist die Gruppe mit drei Zimmern besetzt, und obwohl bei der vor—
liegenden Erhebung zahlreiche bessergestellte Kaufmannsgehilfen erfaßt
wurden, verfügen doch nur wenige über mehr als drei Zimmer. Der Kauf—
mannsgehilfe wohnt demnach recht bescheiden. Gegenüber den Arbeitet—
wohnungsausgaben in Hamburg 1925 — 8,33 v. H. der Ausgaben —
wendet er etwas mehr für die Wohnung auf. Aus Standesrücksichten will und
muß er eben etwas besser wohnen. Daß er nicht üppig wohnt, geht aber daraus
hervor, daß von den 22 Familien, die ein Zimmer bewohnen, 15 Familien
drei bis vier Personen umfassen. Von den 80 Familien, die zwei Zimmer
bewohnen, zählen 55 — drei Personen und mehr (bis sechs Personen), und
von den 108 Familien, die drei Zimmer bewohnen, 50 — vier Personen
und mehr. Wir werden bei Besprechung der verfchiedenen Einkommens—
stufen auf die Wohnungsausgaben noch ausführlich zurückkommen müssen.

Die Anschaffung von Hausrat beträgt je Familie 205,09 N jähr⸗
lich, oder 4,70 v. H. der Gesamtausgaben. Es ist ohne weiteres verständ⸗
lich, daß für die Erneuerung des in der Kriegs- und Inflationszeit abge⸗
nutzten Mobiliars und für die Instandhaltung mehr Einkommensteile ver⸗
wendet werden müssen, als in der Vorkriegszeit. Wenn uns auch die für
einen solchen Vergleich notwendigen Haushaltungsrechnungen von Kauf—⸗
mannsgehilfen der Vorkriegszeit fehlen, so zeigt doch die Gegenüberstellung
von anderen Arbeitnehmerbudgets jener Zeit, daß damals weniger Hundert⸗
teile des Einkommens für Hausrat beansprucht wurden.

Die unter dem Sammelbegriff „son sti ger Bedarf“ zusammen—
gefaßten Ausgaben betragen 36,22 v. H. der Ausgaben. Unter diesen Aus—
gaben fällt der Posten Versicherungen“ mit 8,54v. H. der Ge—⸗
n.
e
MNn.

O

n

ge

n

J

Als Wohnfläche für Minderbemittelte wird gegenwärtig in der Stadt 70 qm
        <pb n="29" />
        24

samtausgaben, oder 369, — AM jährlich, besonders auf. Schon die Ham⸗
burger Erhebung hat 1925 für 80 Familien einen Vomhundertsatz von 5,13
der Ausgaben für Versicherungen errechnet, und auch die Schweizer Er—
hebung vom Jahre 109285 stellte einen Hundertsatz von 6,8 fest. Der noch
größere Versicherungssatz der vorliegenden Erhebung ist auf mannigfache
Gründe zurückzuführen. Der Erfassung dieser Ausgabengruppe wurde die
größte Aufmerksamkeit gewidmet, indem in all den Fällen, wo nur das
Nettogehalt in die Wirtschaftsbücher eingetragen worden war, sofort weitere
Ermittlungen angestellt wurden. Ferner beansprucht die Sozialversicherung
— z. B. die Erwerbslosenfürsorge — neue Leistungen, und dann ist auch
aus den Aufzeichnungen in den Wirtschaftsbüchern zu ersehen, daß, wenn
irgend möglich, Lebensversicherungen abgeschlossen werden, da die Erspar—
nisse für das Alter zumeist in der Inflationszeit zerstört worden sind. Der
Arbeitgeberanteil ist selbstverständlich in dem genannten Posten nicht ent⸗
halten.

Einen wesentlichen Platz nimmt die Steuerausgabe in der
Haushaltungsrechnung des Kaufmannsgehilfen ein. Der von der Durch—⸗
schnittsrechnung ausgewiesene Betrag von 208,30 NM — 4,82 v. H. der
Ausgaben — beträgt ungefähr die Hälfte der Mietausgaben oder sogar
etwas mehr als die Aufwendungen für Hauseinrichtung. Damit ist die
Bedeutung der direkten Steuern für den Kaufmannsgehilfen genügend ge⸗
kennzeichnet. Die indirekten Steuern, die versteckt in allen anderen Aus—
gaben enthalten sind, betragen natürlich erheblich mehr. Neuere Berech⸗
nungen, die vom Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit an fingierten Haus⸗
haltungen theoretisch vorgenommen worden sind, nehmen für einen Buch⸗
halter in einer Großstadt, der zwei Kinder hat, mit einem Einkommen von
1200, — M eine Gesamtsteuerbelastung von 1005,27 AN, oder 26,08 v. H.
des Einkommens an. Die Steigerung der direkten Steuerlast gegenüber der
Vorkriegszeit erhellt, wenn man z. B. die 1907 untersuchten 274 Familien
in Hamburg gegenüberstellt. Diese verbuchten nur 1,08 v. H. ihrer Aus—
gaben für Steuern. Andererseits ist bereits der Erfolg der Steuermilde—⸗
rung erkennbar, wenn man die 11 Angestelltenhaushalte der Hamburger Er⸗
hebung von 1925 vergleicht, die sogar 5.17 v. H. der Ausaaben für Steuern
aufwenden mußten.

Eine große Bedeutung wird mit Recht den Sparrücklagen in
den Hauhaltungsrechnungen der Arbeitnehmer zugemessen. Sparen bedeutet
im Haushalt des Arbeitnehmers Einschränkung anderer Bedürfnisse. Es
kann also nur gespart werden, soweit eine solche Einschränkung möglich ist.
Die Durchschnittsrechnung zeigt, daß nur 1,34v. H. der gan zen Aus⸗
gaben Ersparnisse sind. Das sind 57,72 ANM je Familie, oder 4,81 M
monatlich. — Eine recht bescheidene Summe. Wir verweisen hier auch
auf unsere Ausführungen auf Seite

An weiteren Kulturbedürfnissen sind zu nennen:

geistige und gesellige Bedürfnisse — 6,70 v. H.

Schulgeld und Lernmittel ......⸗ 1,74, der
Arzt und Medizin .P............⸗1,89, Gesamt⸗
Erholung (haupts. Urlaubsausg.) — 1,811, ausgaben
Dienstboten ... — 1.17 .
        <pb n="30" />
        25

Die geistigen und geselligen Bedürfnisse sind ein Sammelbegriff für die
vielen kleinen Ausgaben des geistigen und gesellschaftlichen Lebens; Zeitungen,
Bücher, Beiträge für die Gewerkschaft, für politische, religiöse und gesellige
Vereine, Rundfunkgebühr, Telephon, Porti, Schreibpapier, Spielsachen,
Photographieren, Vorträge, Vergnügen, Lotterie, Ausflüge, Grabpflege,
Blumen, Futter für Singvögel sind z. B. Posten, die unker diese Rubrik
gebucht wurden. Es war das Bestreben bei der vorliegenden Arbeit, den
Ausgabeposten „Sonstiges“ möglichst zu entlasten, also die einzelnen Aus—
gaben, wenn nur irgend möglich, je nach ihrem Bestimmungszweck auf die
Ausgabengruppen aufzuteilen. Das war natürlich nur durch eine intensive
Rückfragetätigkeit bei den Buchführern möglich. Es ist gelungen, den Posten
„Sonstiges“ auf 1,69 v. H. der Ausgaben herabzudrücken. Im wesent—
lichen umfaßt er die Fälle, wo im Haushaltungsbuch ein kleinerer oder
größerer Geldbetrag mit dem Vermerk,„Taschengeld“ eingetragen war, und
die Haushaltsbuchführer eine weitere Aufteilung auf die einzelnen Bedürf—
nisse verweigerten. Diese gegenüber früheren Erhebungen intensivere Auf—
teilung dürfte im wesentlichen die Ausgaben „geistige und gesellige Bedürf—
nisse“ erhöht haben.

Unter Schulgeldund Lernmitteln befinden sich außer dem
Schulgeld für die Kinder auch die Ausgaben für die berufliche Weiter—
bildung. Diese Ausgaben betragen 75,15 ANM iährlich, wie unsere Auf—
stellung zeigt.

Die Ausgaben für Gesundheitspflege sind in solche füer
Arzt und für Erholung getrennt. Die erstere ist mit 08,01 M
jährlich geringer als die letztgenannte, die 77,75 )M beträgt. Die Ursache
für die geringen Aufwendungen für den Arzt dürfte auf die Ausdehnung
der Krankenversicherung zurückzuführen sein. Die Erholungsausgaben ent—
halten neben den Ausgaben für Sportausrüstungen und Betätigung sport⸗
licher Art (z. B. Eintritt ins Schwimmbad) vor allem die Urlaͤzubs⸗
ausgaben. Der hier ausgewiesene Betrag für den Urlaub einer ganzen
Familie mag recht gering erscheinen. Durch einen besonderen Fragebogen
haben wir nähere Ermittlungen über den Urlaub des Kaufmannsgehilfen
angestellt, auf die wir noch später (s. Seite 36) zurückkommen werden.
Zur Erklärung sei hier nur angeführt, daß, abgesehen von neun Familien,
die gar keinen Urlaub nehmen konnten, rund zwei Drittel der 290 Familien
den Urlaub ganz oder überwiegend zu Hause verleben mußten. Als Grund
wurde fast durchweg auf zu geringes Einkommen verwiesen.

Unter Dienstboten wurden ständige und vorübergehende Dienst—
boten (Waschfrau) und auch Trinkgelder, soweit die Eintragung nicht ersicht—
lich machte, bei Befriedigung welcher Bedürfnisse die Ausgabe entstanden
war, verstanden. Die geringe Bedeutung dieser Ausgabe — 50,02 M
jährlich für eine Familie — deutet darauf hin, daß Dienstboten im Kauf—
mannsgehilfenhaushalt eine recht seltene Erscheinung sind. Die Eintragungen
in den Wirtschaftsbüchern lasfen erkennen, daß nur in außergewöhnlichen
Fällen — Krankheit der Ehefrau. hohes Alter usw. — Dienstleistungen
beansprucht werden.

Die Abtragung alter Schulden beanspruchte für den ein—
zelnen Haushalt 42.03 2N iährlich, oder 0.986. H. der gesamten Aus—
        <pb n="31" />
        26 —
gaben. Wir betonten bereits, daß die durchlaufenden Vorschüsse in dieser
Summe nicht enthalten sind. Auch sagten wir bereits, daß der Betrag der
neu für längere Zeit aufgenommenen Schulden diese Rückzahlungen über⸗
steigt, daß also die Verschuldung der Haushaltungen in der Erhebungszeit
zugenommen hat.

Eine auffallend hohe Durchschnittsausgabe für die Haushaltung fällt
auf die Unter stützungen und Geschenke 1,87 v. H. der Aus⸗
gaben, oder 80,87 M jährlich. Es handelt sich bei diesen Zuwendungen
unzweifelhaft um den Ausdruck der Notlage des Mittelstandes allgemein.
Die Haushaltungsbücher zeigen nämlich, daß die hier verbuchten Beträge in
sehr vielen Fällen dazu dienen, die Eltern und andere Verwandte, die in
der Inflation ihr Hab und Gut verloren haben, zu unterstützen. Es liegen
ferner Fälle vor, wo Zuwendungen » stellenlose Werwandte gemacht wurden.
Ausdruͤcklich sei betont, daß in dieser Ausgabengruppe, zum Unterschied von
früheren Erhebungen, Geschenke inner ha Ub der Haushaltung nicht ent—
halten sind. Wohl aber wurden hier die Weihnachtsgeschenke an Freunde
und Verwandte außerhalb der Familie verbucht.
d)y In verschiedenen Einkommensstufen.
Die verteilung der —A des Kausmanns
gehilfen in v. h. der Rusgaben
42 EINKOMMEN Bis 3.000 RM
2* ⸗ 7-4000 *
8* 4 SGSER VO0O0O

—

AD——

uNGS . RELEUCEHC.
ASJ— QNSTIISGES
——— —————
— — —
— —A *5
— —c
——
—— —— *
—
——
77

——

Eine Betrachtung der Einkommensverwendung des Kaufmannsgehilfen
in verschiedenen Einkommensstufen zeigt die charakter isst i sche
Verschiebung der Bedürfnisse bei steigendem Ein⸗
kommen. Der shlechtgestellte Kaufmannsgehilfe muß für die unentbehr⸗
lichen Existenzbedürfnisse — Ernährung, Wohnung, Bekleidung, Heizung
und Beleuchtung — fast sein ganzes Einkommen aufwenden. Wir konnten
bereits darauf hinweisen, daß der Kaufmannsgehilfe, im Gegensatz zu anderen
Berufsständen, auch die kulturellen Bedürfnisse z. T. für unentbehrlich an—
sieht und deshalb sogar die genannten Existenzbedürfnisse hintansetzt, um
kulturelle Aufwendungen machen zu können. Nur so ist es zu erklären, daß
Kaufmannsgehilfen mit gleichem Einkommen wie Arbeiter weniger für Er—⸗
nährung und mehr für andere Bedürfnisse aufwenden. Wie verbalten sich
        <pb n="32" />
        27

nun aber die Kaufmannsgehilfen, wenn ihr Einkommen steigt? Welche
Güter und Leistungen bevorzugen sie dann und welchen Verbraͤuch dehnen
sie nicht weiter oder nur wenig mehr aus? Die typischen Veränderungen,
die teilweise den Charakter von Gesetzmäßiakeiten tragen, wollen wir im
folgenden darlegen.

Zu diesem Zweck haben wir unsere 290 Kaufmannsgehilfenhaushalte in
verschiedene Einkommensstufen eingeteilt. Die folgenden Betrachtungen
werden im wesentlichen an drei Einkommensstufen — bis 3000, - M,
3000, - bis 4000, - AM und über 400, — M — anknüpfen, da in
diesen drei Gruppen, die je durch eine größere Anzahl Haushaltungs⸗
rechnungen besetzt sind, die Veränderungen besonders deutlich erkennbar
werden. Nicht so klar treten die Verschiebungen zutage, wenn das Material
in zehn Stufen — von 2400, — M bis über 8400, - AM Einkommen —
geteilt ist, weil auf die einzelnen Stufen dann eine recht verschiedene Anzahl
Haushaltungsrechnungen entfällt. Die Tabellen, welche die Verteilung der
Einnahmen und Ausgaben in zehn Einkommensstufen enthalten, befinden
sich im tabellarischen Anhang (Tabellen Ja und Ib) und sind vergleichsweise
zu den folgenden Ausführungen heranzuziehen.

Damit der hier zu beobachtende Einfluß sder verschiedenen
Einkommenshöhe sich gut auswirken kann, müßten eigentlich alle
diesen Einfluß möglicherweise durchkreuzenden Faktoren — verschiedene
Ortsgröße und verschiedene Kopfzahl in den Familien — ausgeschaltet
werden. Ein in früheren Erhebungen besonders störender Faktor — die
verschiedene Bedürfnisverteilung verschiedener Berufsgruppen — ist bereits
dadurch beseitigt, daß nur eine einzige Berufsgruppe — Kaufmannsgehilfen
— untersucht worden ist. Der Einfluß der Größe des Wohnortes wurde
jedoch nicht weiter ausgeschaltet, weil dann die Zahl der auf die einzelnen
Ortsgrößen entfallenden Rechnungen zu stark herabgemindert worden wäre.
In den jetzt in jeder Einkommensgruppe befindlichen Haushaltungsrechnungen
sind alle Ortsgrößen vertreten, so daß ein ziemlich gleichartiges Mischungs⸗
verhältnis vorliegt. Um auch dem Einfluß der Familiengröße Rechnung zu
tragen, haben wir in einer besonderen Tabelle die Umrechnung der Ein—⸗
nahmen und Ausgaben in drei verschiedenen Einkommensstufen auf eine
Vollperson vorgenommen. Diese Tabelle des tabellarischen Anhanges
ist bei den folgenden Ausführungen vergleichsweise heranzuziehen (Tabelle II).

Zunächst sei die Veränderung der Hauptgruppender
Ausgaben bei verschieden höbem Einkoͤmmen'an Hand

der drei Einkommensstufen einer näheren Betrachtung unterzogen (Tab.S. 28).

Es zeigt sich, daß die Summen sämtlicher Ausgabegruppen steigen. Der
Grad der Steigerung ist jedoch verschieden. Von der ersten zur dritten Ein—
kommensstufe steigt das MNahrungsbedürfnis etwaä 60v. H., das
Kleidungsbedürfnis fast auf das 25 fache, die Miete noch
nicht 100 v. H, Heizung und Beleuchtung um rund 50 v. H.,
Hauseinrichtung auf das Vierfache, die sonstigen Aus
gaben — enthaltend die mannigfachen Kulturausgaben — auf mehr als
das 252 fahe. Nahrung, Miete, Heizung und Ber—
leuchtung steigen am wenigsten. Auch der über 3000, - M Einkommen
verfügende Kaufmannsgehilfe munß diese Bedürfnisse vorweaq befriedigen.
        <pb n="33" />
        28

Hauptausgabegruppen

bis 3000 — —X uber 4000
Av 3. . D. Aα ¶.
Nahrungs- u. Genußmittel 1049. 14 40. 00) 24. 00 35. 27 640. 7. 31. 28
Lleidung, Wäsche, Schuhw. 273. 41 10. 601 404. 11 11. 46 633. 881 12. o8
Miete _ 283. 58. 10. 99 388. 87 iugg 485 9.74
Heizung u. Beleuchtung ... 33 4. 951 138. 00 3. 911 198. M 3. 78
Hauseinrichtung, Garten u.
und Vieh .P.P.......... 18.94 33 38 4. 3801 284. 30 5. 42
Sonstiges (Kulturbedarf) 769. 18 20. 8221198. 00. 33. 00 1077. 411 37. 70
Zusammen ......I2 570.o7) 100. 3 528. 68. 100 52468i00
Erst bei weiter steigendem Einkommen können auch andere Bedürfnisse —
Kleidung, Hausrat, Sonstiges — gedeckt werden. Das drückt sich noch
deutlicher in den Vomhundertzahlen aus. Aus der Verschiebung
der Quote, die die einzelnen Bedürfnisse an den Gesamtausgaben haben,
hat man schon früher Gesetze abgeleitet. Wir finden diese durch unsere
Erhebung bestätigt. Das von dem Statistiker Engel formulierte Gesetz —
je ärmer eine Familie ist, ein desto größerer Anteil von der Gesamtausgabe
muß zur Beschaffung der Nahrungsmittel aufgewendet werden — ist aus der
fallenden Quote für die Nahrungs- und Genußmittel in den drei Gruppen
- 140,66 v. H., 35,25 v. H. und 31,28 v. H. der Ausgaben — zu ersehen.

Auch das von Schwabe formulierte Gesetz — je wohlhabender eine Familie
ist, eine um so größere Summe, aber um so weniger Prozente der Gesamt⸗
zusgaben verwendet sie auf die Wohnungsmiete — findet teilweise Be—⸗
stätigung. Von der zweiten Einkommensstufe zur dritten fällt die Miet—
quote von 11,02 auf 9,74 v. H. In der ersten Stufe beträgt die Miet—
ausgabe dagegen nur 10,99 v. H. der Gesamtausgaben. Wie noch zu zeigen
ist, liegt hier eine außerordentliche Einschränkung des Wohnbedürfnisses vor!).

kinnahmen in .........
Zahl der Haushaltungen ......
Zabl der Personen ...........

bis 2a00
190
20
v⸗ In 8

2400 3000
28
86
v. S.

3000 3600
51
165
324

3600 4200
62
211
— —V
Hauptausgabegruppen
Nahrungs- und Genußmittel ... 20.6 (100. 74 40.660 1888. 70 35.57 1323. 27
dieidung Wasche, Schuhwerte.. 8W3lse 201.11 i85. 36144 s7831 353355
n; ..——— II 28386 idc d 3763
Heizung und Beleuchtung ..... c57 134. 21 4. 142.71 4.27 138. o.
Hausrat, Garten und Vieh .... 70. 18 9. 6 79.37 2.90 103. 16 3. 24 191.83
Sonsuges uiturvedarf ειι ια ιι 3
Zusammen .....221. es ioo 270äσꝰν id) gαα xö ioo s8iiood

Eine ähnliche Gesetzmäßigkeit wie bei Nahrung und Wohnung findet

sich auch bei den Ausgaben für Heizung und Beleuchtung. Auch
) Die hier mitgeteilten Durchschnittsangaben für Miete erscheinen vielleicht in An—
betracht der für neue Wohnungen geforderten und von vielen Kaufmannsgehilfen unter
Zurückstellung anderer Bedürfnisse gezahlten Mierspreise gering. Es muß aber demgegen⸗
über betont werden, daß die befragten Kaufmannsgehilfen überwiegend in Altwohnungen
und zum großen Teil sehr bescheiden wohnten. In Einzelfällen dürfte in der Gegenwart
die Mietquote im Budget des Kaufmannsegehilfen ungleich stärker die Lebenshaltung beein⸗
trächtigen.

sie steigen wohl absolut, fallen aber im Vomhundertsatz der Gesamtausgaben.
Nahrung, Wohnung, Heizung und Beleuchtung sind eben Existenzbedürf⸗
nisse, die auch von den Kaufmannsgehilfen mit niedrigem Einkommen in
einem Mindestmaß befriedigt werden müssen. Bei steigendem Einkommen
werden sie nicht mehr in dem Maße besser befriedigt wie die sogenannten
Kulturbedürfnisse, die vorher vernachlässigt wurden.

Die Ausgaben für Kleidung, Hausrat und sonstigen
Bedarf steigen bei steigendem Einkommen in v. H. der Ausgaben un—
unterbrochen Besonders dringend scheint das Bedürfnis der
Anschaffung von Hausrat (ie geringfügigen Ausgaben für
Garten und Vieh sind darin mitenthalten) zu sein, denn die Quote dieser
Ausgabengruppe beträgt in den drei Einkommensstufen 2,908, 4,38 und
5,42 v. H. Auf die Zusammensetzung der unter der Sammelgruppe
„Sonstiges“ erfaßten Kulturbedürfnisse wird weiter unten eingegangen
werden.

Aehnliche Beobachtungen kann man an den Haushaltungsrechnungen in
zehn Einkommensstufen — von einem Monatsgehalt von 200, — NM bis
zu einem über 700, — AM — machen. Die Hauptausgabegruppen in diesen
jehn Einkommensstufen seien nachfolgend wiedergegeben (durchgehende Tab.
S. 28-S. 29).

Während der Vomhundertsatz de Mahrungsausgaben von
Gruppe zu Gruppe fällt, — bis 2400, - An betrug er 40,79 v. H. und
über 8400, - NM 26,87 v. H. der Ausgaben — verläuft das Abfallen der
Quote für Miete, Heizung und Beleuchtung nicht so gleichmäßig. Die
unterste Stufe mit der Durchschnittsausgabe von 2217,63 ANM wendet
12,25 v. H. der Ausgaben für Miete auf. In der nächsten Einkommens—
stufe fällt die Mietquote auf 10,03 v. H. der Ausgaben und steigt dann
wieder auf 12,44 v. H. Von 3600, — AM bis 8400, — M Jahres-

2229

Eο Saoo

S5400 - 6000 l 6000 -7200
25 15
92 28

— v.

7200 8400
—R

über 8400
7
37
“v. S.

0o4

226. o⸗ s72 v 2613.381 26.87
3 *2 g
56 ** —A

ze 328 J 222
40 A2 e us 54. 234685 5
—E sre e e αιαᷓ ειιι α α
A loo J voeäioo ειε l3ο αν loo J 17σα oο on. 180 100
einkommen bewegt sich der Vomhundertsatz der Miete zwischen ꝰ und 10 v. H.
Die sieben Haushaltungen mit einem Einkommen von mehr als 8400, - sô
geben absolut am meisten für Miete — 853,609 N jährlich — aber in v. H.
am wenigsten — 8,78 — aus. Die Ausgaben für Heizung und Be—
leuchtung zeigen ebenfalls die fallende Tendenz des Hundertsatzes. Das un—
unterbrochene Steigen der Ausgaben für Hausrat, Kleidung und „Sonstiges“
ist auch aus der Tabelle mit zehn Einkommensstufen ersichtlich. In einigen
Gruppen ist die Ausgabe für Hausrat außerordentlich hoch, so z. B. von
5400. — bis 6000, — M Einkommen, wo sie 7,07 v. H. der Ausgaben be—
        <pb n="34" />
        30 —
trägt und in der Gruppe von 7200,— bis 8400,- M mit 11,48 v. H.
der Ausgaben. Das macht den fünf⸗ bis zwölffachen Betrag in Reichsmark
gegenüber der ersten Stufe aus. Aehnlich steigert sich die Kleidungs⸗
ausgabe, die sich in der letzten Einkommensstufe gegenüber der ersten Stufe
reichlich verfünffacht hat. Der son stige Bedarf zeigt in der Zehn—
stufentabelle am deutlichsten ein gleichmäßiges Ansteigen. Nur in der Gruppe
von 7200, — bis 8400, — M, in der allerdings nur fünf Haushaltungen
untersucht sind, zeigt sich ein Rückgang der Prozentzahl.

Nachdem die Bewegungstendenzen der Hauptausgaben dargelegt sind,
muß auf einige dieser Ausgaben näher eingegangen werden.

Die Gestaltung der Ausgaben für Nahrungs-und Ge—
nußmittel bei verschieden hohem Einkommen zeigt wohl eine Steigerung
der verausgabten Beträge, aber keine wesentliche Verschiebung der prozen—
tualen Anteile der einzelnen Nahrungsmittelausgaben an den gesamten
Nahrungs- und Genußmittelausgaben.

Die Veränderung der Quoten einiger besonders nahrhafter Lebens—
mittel in den drei Einkommensstufen, wie Obst (3,04, 4,01, 4,40 v. H. der
Ausgaben), Gemüse (3,73, 3,62, 4,12 v. H.), Butter (6,58, 9,18,
9,. 1Vo. H und Eier (3,82, 4,20, 4,56 v. H.) zeigt, daß die Verände—

Einkommensstufen .......

Zahl der Haushaltungen ..

Zahl der Personen .......
Ausgaben für

bvis Zoo0 3/4οο0 Vα über M0o0o Mα
38 97 1337*
—* 310 — 3
AM P SV. — vp. H. AMAv. 9.
168. o3 197. 51 12. 4
a3195 ——
33.23 ã— —
—* ——
3133 233132146

Brot und Mehl.... ......
Nährmittel ..............
Kartoffeln ...............
Gemüse . 4
b rerreee
Fleisch
Schwein ..... ....
Hammel .............
Speck ...............
Wurst
Schmalz .............
Verschiedenes ... *
Fleischwaren zusammen ..
Butter .P................
Hase α
Margarine................
Eier ....................
Genußmittel ............
Verzehr im Gasthaus.
Lebensmittel zusammon.

149. 38
78. 07
30. 66
39. 09
31. 94

14. 2
7. 44
2. 9
7.77
2. o4

13.5
6.91
2. 67
3. 62
4.01
4.4 7. 17
—AX —
7.26 0.24

16.320. 90

123167 7154

21.341 1530

17. 00 2.02

ao8. 57 24. 90

.. T. 45

152.01 0127

130.25 0.11

32.05 2.00

26. 70 1.63

71183 1.356

243.05 14.81

ↄ36 80168

073 100. oo

Fierische Nahrungsmittel.. 849. 46 862. 370 652. 23 62.4 841. 50 51. 20
Pflanzliche Rahrungsmittel 364. 67 33. 9 415. 416 33. 400 8229. 322 32.27
Sonstigee . . I36. o⸗ — J———
GMAAGMSCCCCCCO0O0.usoo vol i 20. os lioo ool i 040o. 723 100. oc
        <pb n="35" />
        — 31

rung im wesentlichen qualitativ ist. Innerhalb der Ausgaben für
Fleisch steigt die Quote für Rind (0,7 1, 0,82, 7,17 v. H.) und Schwein
(4,17, 4,72, 4,54 v. H.). Die weniger wertvollen Nahruͤngsmittel weisen
einen Rückgang der Verbrauchsquote auf. Brot und Mehl fallen von
14,24 v. H. der Nahrungs- und Genußmittelausgaben auf 12,04 v. H.,
Kartoffeln von 2,92 v. H. auf 2,03 v. H., Fisch von 1,87 v. H. auf
1,45 v. H., Käse von 2,19 v. H. auf 2,00 v. H. und Margarine sogar von
3,39 v. H. auf 1,03 v. H. Margarine ist auch der einzige Posten, der in
Reichsmark und in den drei Stufen zurückgeht und zwar von 35,53 )ä
über 33,30 M auf 260,70 AM. Der Zusammenhang mit dem Mehr—
verbrauch an Butter, deren Steigerung von 90,905 N in der ersten Stufe
auf 149,45 AM in der dritten Stufe beobachtet werden kann, ist offen⸗
sichtlich. Die Einteilung in pflanzliche und tierische Nahrungsmittel zeigt
ein langsames Zurückgehen der Quote beider. In allen drei Einkommens—
stufen überwiegt die tierische Nahrung. In Arbeiterhaushaltungen scheint
der Unterschied nicht so groß zu sein. Z.B. verhielt sich der prozentuale
Anteil der pflanzlichen und tierischen Nahrung in Hambura: 1925:
10.52 v. H. zu 460,31 v. H. der Nahrungsausgaben

Ueber die Entwicklung des Mehrverbrauchs je Konsumeinheit unter⸗
richtet die Tabelle IIJ des Anhanges. Die nachfolgende Zusammen⸗
stellung einiger Nahrungsmittel in der ersten und dritten Einkommensgruppe
zeigt die charakteristische Zunahme des auf eine Vöoli—
personentfallenden Betragesfür einigehochwertige
und einige andere Nahrungsmittel:

Ausgaben für

Brot, Mehl................
Kartoffeln ...............
Gemüse und Obst .........
Fleisch ....... ...........
Milch........

Butter .P..................
MNargarine

Eier

bis 3000 ⸗uber 4000 A AUntetsch. i. v. 8.
Einkommen Einkommen d. Einkommensst.
8 bis Z000 è

J

*

⸗
29. 66 v. H.
37.84,
93.07

47.373

42.22;

62.70

25.23

83327

5

1

22

4 30
8
Die Kleidungsausgaben, die von 10,600 v. H. der Gesamt—
ausaaben auf 11.45 v. H. und 12,08 v. H. steigen, verteilen sich wie folgt:
Kleidungsausgaben

Einkommen

für den Mann.. ....
die Frau ....
Knaben ... —R
Mädchen .. —E
Schuhwerk ...........
Wäsche u. Bettzeug
Verschiedenes .
2
Kleidung zusammen.......

bis z000 3000
MAM —— — — —

—2*
5.
7

95

—*

gi

io

56

VVV .18

273. a1 lio. so l 404. 11 11 2 G ISF

67. 10
58. 35
20. 60
12.77
63. 79
9.72
41 00

2. 60
2. 26
9. 80
—X
2. 47
. 38
1 40

17. *7
7.86
26. 10
22.31
78. 06
2.14
44 17

⁊
        <pb n="36" />
        — 32 —
Die Kleidung des Mannes beansprucht danach in allen drei Ausgabegruppen
etwas mehr Einkommensteile als die der Frau. Abgesehen von der Not⸗
wendigkeit, daß der Mann im Beruf gut gekleidet sein muß, dürfte die
Schneiderarbeit der Frau hier in sehr vielen Haushaltungen eine Er—⸗
leichterung bringen. Die geringen Kleidungsausgaben für die Kleidung des
Maͤnnes, in der ersten Gruppe — 67,10 N jährlich, 58,35 AM für die
Kleidung der Frau, 9,72 AN zur Instandhaltung der Wäösche und des Bett⸗
zeuges — offenbaren recht deutlich die Notlage der Familien in dieser
Gruͤppe. Dabei ist zu berücksichtigen, daß 3,29 Personen auf einen Haushalt
entfallen.

Der sonstige Bedarf, dessen Gestaltung bei steigendem Ein—
kommen bereits angedeutet wurde, zeigt in Reichsmark für die einzelnen
Güter folgende Entwicklung in den verschiedenen Einkommensstufen:

—
Einkommensstufe

Reinigung ...... .2264
Ges. Pflege: Arzt ..........
„Erholung .......
Geist. u. ges. Bedürfnisse ....
Schulgeld u. Lernmittel ....
Verkehrsmittel ...........
Steuern ....... —
Versicherungen ... ......
Dienstboten .... —E
Unterstützungen . ..664
Schulden ......
Ersparnisse ......*
Sonstiges (Taschengeld usw.).

bis Zoo00 ⸗ —XV—

2* 0*
1647
*
2
J
2

6.
38. 10
4. 54
9. 63
53

52

—*
*

102. 08
100. 41
144. 77
356. 83
108. 59
96. 92
264. 76
428. 88
76.21
110. 32
50. 67
75. 76
91.21

5363
29160

01.225
Die stärksten Steigerungen liegen demnach bei
den Ausgaben für Dienstboten, Erholung, Arzt,
Unterstützungen an notleidende Verwandte, Schul⸗
geld und Lernmittel, Ersparnisse und Verkehrs—
mittel. Diese Dinge muß der minderbemittelte Kaufmannsgehilfe sich
in erster Linie versagen. Die Ausgaben steigen in der dritten Gruppe gegen—
uͤber der ersten für Dienstboten 17 fach, für Erholungzehn—
fach, für Arzt sechsfach, für Unterstützungen, Schul—
geld und Sparkasse dreifach und für Verkehrsmittel
zweieinhalbfach. Damit ist die Dringlichkeit genügend gekennzeichnet.
Eine dreifache Steigerung zeigen ferner die Steueraus—
gaben, während die Ausgaben für geistige und gesellige
Bedürfnisse sich nur verdoppeln. Das größere Einkommen
der dritien Gruppe wird also keineswegs überwiegend in Vergnügen, Ge—
selligkeit oder überhaupt in unwirtschaftlicher Weise angelegt. Die Ein—
tragungen in den Wirtschaftsbüchern zeigen, daß Theater, Konzerte oder
sonstige Veranstaltungen in vielen Haushaltungen unbekannte Genüsse sind.
Die bisher genannten sonstigen Bedürfnisse steigen auch mehr oder
weniger im v. H. der Gesamtausgaben. Ihnen kommt also die Steigerung
des Gesamtpostens für sonstige Bedürfnisse im wesentlichen zugute.
        <pb n="37" />
        33

Einkommensstufe

Reinigung ...............
Gesundh.Pflege: Arzt ......
5 „Erholung .....
geist. u ges. Bedürfnifse ...
Schulgeld u. Lernmittel ...
Verkehrsmittel ...
Steuern .....
Versicherungen
Dienstboten ...
Unterstũtzungen
Schulden ....
Ersparnisse ............
Sonstiges (Taschengeld usw.).

bis 3000 3/ 4000 AJC über 4000

2 oc
o. 6.
34*

v.
der Gesamtausceben:
E
1.91
2.19
5. 80
. 07
85
05
18
45
10
97

4 44
1.74

241
Bei Reinigung, Versicherung und Schulden—
tilgung fällt der Vomhundertsatz.“ Immerhin liegt in der
dritten Einkommensstufe eine Verdoppelung der Markbeträge vor.

Die oben mitgeteilten Tendenzen kann man auch bei einer gründlichen
Durchsicht der im Anhang abgedruckten Tabelle Ia mit zehn Einkommens—
stufen entnehmen. Sie zeigt die Verschiebungen von der untersten bis zur
höchsten Einkommensstufe bedeutend krasser. Z. B. beansprucht in der Ein—
kommensstufe bis 2400, - ANM die Versicherung 10 v. H. und in der
höchsten Einkommensstufe mit mehr als 8400, - M Jahreseinkommen
nur noch 5,99 v. H. der Ausgaben. Die Steuern steigen aber von 00,01 ůä
(von 3,11 v. H. der Ausgaben) bis auf 536,77 RNM (5,52 v. H. der Aus—
gaben) von der ersten bis zur lehhten Stufe. Dadurch, daß den einzelnen Ein—
kommensstufen eine verschiedene Zahl von Haushaltungsrechnungen unterlegt
werden mußte, treten jedoch bisweilen Zufallserscheinungen auf. 3. B. liegt
ein solcher Zufall vor, wenn die 5 Familien der Einkommensstufe 7200 bis
8400 ANM nur 10, 40 N im Durchschnitt jährlich ersparten, während die

vorhergehende Stufe 193,39 )ä zurücklegte. Bei Benutzung dieser Tabelle
ist also stets die Zahl der Haushaltsrechnungen dieser Einkommensstufe in
Betracht zu ziehen.

Es ergibt sich noch die Aufgabe, zwei Bedürfnisgruppen näher zu be—⸗
handeln, über deren Gestaltung durch besondere Fragebogen nähere
Ausgaben ermittelt wurden, Janioe das Wobnunas- und das Erbolungs.
bedürfnis.

Die Wohnungsausgaben: Weiter oben (Seite 28) war be⸗
reits darauf hingewiesen worden, daß die ärmeren Familien prozentual zum
Einkommen die größten Wohnungsausgaben haben (Schwabes Gesetz). Recht
deutlich zeigt das auch die Tabelle mit 10 Einkommensstufen. Bis 24100 2)
Einkommen muß 12,25 v. H. der Ausgaben, von 2400 bis 3000 2) Eiu—.
kommen 10,03 v. H., von 3000 bis 3000 AM Eintommen 12,44 v. H., in
den folgenden Gruppen aber nur noch jeweils ein Betrag, der etwas unter
10 v. H. der Ausgaͤben liegt oder 10 v. H. wenig übersteigt, für Wohnung
aufgewendet werden. Die höchste Gruppe zahlt 8,78 v. H. der Ausgaben
für Wohnungsmiete. Die ärmeren Familien, die in B55
        <pb n="38" />
        — 34 —
hältnis mehr Miete zahlen müssen, wohnen auch be—
Leutendschlechter. Um das nachzuweisen, sei auf die Mietausgaben
in drei Einkommensstufen zurückgegriffen:

Einkommen
Miete..

bis 3000 AM — 3/1000 AA] über 4000 Aα

B. . 2. AL..

283.58 10. oo] 388. 87 In. o sio. o.

Zunächst zeigt die nachfolgende Zusammenstellung, daß die meisten

Familien mit einem Einkommen von bis 3000 M in

Ein-und Zwei-Zimmerwmohnungen (ausschließlich der Küche)

wohnen. Unter diesen Familien zählt weitaus die Mehrzahl mehr als zwei

Personen. Die sechs Einzimmerwohnungen beherbergen insgesamt
19 Personen.

Zahl der
Zimmer

Einkommen bis 3000 A
Personen
3 45

Zahl der Familien Zahl der
Familien v. H. Versonen

9

ohne Ang.
Zusammenl

7
7

59

*
9*

X
20
9
9

16
5
*

8

19
— ⸗
30

8

3
100 128
Inder Einkommensstufevon 3000 b i s 4000 M verschiebt
sich die Wohnweise zu den Wohnungen mit zweibisdrei Zim—
mern. Zwei Drittel der Kaufmannsgehilfen dieser Stufe bewohnen solche
Wohnungen. Elf Familien, darunter fünf mit mehr als zwei Personen,
hatten jedoch auch in dieser Einkommensstufe nur ein Zimmer inne.

Zahl der
Zimmer

Einkommen von 3000 bis 0 A
NMNoarsonn

9

1 33
KZimmer
insdesß.

Zahl der Familien— Zahl der
Tamilien v. H. Mersonen

1
ohne Ang.
Zusammenl — 1—

29

8

*

—*

2

—

260 J 07 loo 310
Ein Zeichen der allgemeinen Wohnungsnot dürfte die Tatsache sein, daß
von den antannegehufen meet e in em Einnkom me a über 400 2)
noch fünf Familien mit mehr als zwei Personen nur
ein Zimmer bewohnen. Im übrigen bewohnt die Mehrzah!l
        <pb n="39" />
        35

dieser Familien dreibisvier Zimmer. Bedenklich ist, daß 30 Haus—
haltungen, von denen zehn mehr als drei Personen umfassen, nur zwei
Zimmer innebaben.

Zahl der
Zimmer

Einkommen über 4000
·EOonen
Zimmer
insdess.

Zahl der! Familienl Zabl der
Familien“ v. H. Personen

16
o
25
—*
10
ohne
zusamm
585
Die mitgeteilten Tabellen zeigen, daß das Wohnunasbedürfnis durchaus
nicht ausreichend befriedigt wird.

Die Ausgaben für Erholung: Es war schon oben gesagt
worden, daß unter den Erholungsausgaben des Kaufmannsgehilfen alle die
Ausgaben, die nicht den Arzt betreffen, verstanden worden sind. Neben den
sportlichen Ausgaben und den Ausgaben für Ausflüge bildetden größten
Teil dieser Ausgaben die Aufwendung für die Ur—
laubsreise. In den drei Einkommensstufen war eine erhebliche Steige⸗
rung der Urlaubsausgaben zu bemerken:

Erholung...

Einnahmen

bis z3000 AA 3/4000 α uber 2000 2
—— v. H. Avp. S. v. BH.
i1.S3 o. aßs] 4.54 1.26 114. 27 2.10
Während die Kaufmannsgehilfen mit 3000 Mä Einkommen noch kein
halbes Hundertteil für diesen Zweck frei machen konnten, wandten die besser—
gestellten 1,26 und 2, 19 v. H. der Ausgaben dafür auf. Durch eine besondere
Umfrage sind die Urlaubsverhältnisse im einzelnen festgestellt worden. Von
den 290 erfaßten Kaufmannsgehilfen hatten drei keinen Anspruch auf Ur—
laub; auf die übrigen, von denen noch drei, die den Fragebogen nicht beant⸗
worteten, abzuziehen sind, entfielen 4084 Urlaubstage. Im Durch—
schnitt hatte jeder Kaufmannsgehilfe auf 16,49 Werktage Ur—
laub Anspruch. Da das Durchschnittsalter fast 37 Jahre betrug,
durchschnittlich also jeder Kaufmannsgehilfe zwei Jahrzehnte beruflicher Ar—
beit geleistet hatte, erscheint dieser Urlaub mehr als gerechtfertigt, wenn nicht
gar als zu gering. Neun Kaufmannsgehilfen konnten aus verschiedenen
Gründen von ihrem Urlaub keinen Gebrauch machen. Von ganz besonderem
Interesse ist nun die Frage, wo verlebten diese Kürufmannse,
gehilfen ihren Urlaub? Wieviele konnten eine Erholungsreise
machen? 80 Familien konnten gar nicht verreisen, 104 Familien konnten
nur ein paar Tage verreisen und 91 Familien brachten ihren Urlaub aus—
schließlich auswärts zu. Von den 195 ganz oder teilweise verreisten Fa—
        <pb n="40" />
        36 —

milien hatten 107 ihre Reise nur deshalb bewerkstelligen können, weil sie
Eltern oder Verwandte hatten, die sie gastweise aufnehmen konnten. An—⸗
gehörige konnten nur 130 der 195 teilweise oder ganz verreisten Kauf⸗
mannsgehilfen mitnehmen, und zwar 2460 Personen. Die übrigen mußten
ihre Familie zu Hause lassen. Während also im Durchschnitt von 284 Fa⸗
milien ein Anspruch von 16,49 Werktagen Urlaub bestand, konnten durch⸗
schnittlich auswärts nur 8,57 Werktage verbracht werden.
Als Ergebnis der statistischen Untersuchung des Verbrauches verschiede⸗
ner Einkommensstufen kann zusammenfassend gesagt werden, daß die Le⸗
benshaltung minderbemittelter Kaufmannsgehil—
fen in wesentlichen Punkten Mängel aufweist. Eine
außerordentliche Einschränkung liegt bei Kleidung,
Hausrat, Erholung, Schhulgeld und Lernmitteln,
Verkehrsmitteln, Jnanspruchnahme von Dienstlei—
stungen und Ersparnissen vor. Die zu beobachtende Steuer⸗
erleichterung der Minderbemittelten kann keineswegs als befriedigender
Ausgleich angesehen werden. Auch die Ernährung ist in vielen
Fällen nicht aus reichen d. Desgleichen sind die Urlaubsverhältnisse
recht ungenügend. Diese Feststellungen gewinnen um so mehr Beachtung,
da die vom Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verband geführte Tarif—
statistik für das Jahr 1926 zeigt, daß die ersten beiden Einkommensstufen
der Zusammenstellungen mit einer durchschnittlichen Ausgabe von 2500 und
3500 7M Gehältern entsprechen, die von einer großen Anzahl von Kauf⸗
mannsgehilfen noch nicht einmal erreicht werden. Die Tarifstatistik zeigt auf
Grund von über 200 vergleichbaren Tarifverträgen mit 4 Tätigkeitsgruppen,
daß das erstgenannte Gehalt ungefähr dem Tudgehalt der Tätigkeits⸗
gruppe II — Kaufmannsgehilfen für einfache kaufmännische Tätigkeit —
und das Gehalt der zweiten Einkommensstufe ungefähr dem Endgehalt der
Tätigkeitsgruppe IV. — Kaufmannsgehilfen in leitender Stellung — ent⸗
spricht. Die Lebenshaltung der Kaufmannsgehilfen in der Tätigkeits—
gruppe III — Kaufmannsgehilfen für selbständige schwierigere Arbeiten —
(das sind qualifizierte Kräfte, wie z. B. Korrespondenten, Buchhalter, Lager⸗
verwalter, Einkäufer, Kassierer usw.) liegt dazwischen!). Somit ist die
Lebenshaltung weitaus der Mehrzahl der deutschen
Kaufmannsgehilfen sehr verbesserungsbedürftig.
i) Eine Gehaltsstatistik, die ausweist, wieviel deutsche Kaufmannsgehilfen 200 NM
und wieviel 300 NM monatlich verdienen, gibt es leider nicht. Von den in einer deutschen
Großstadt Mitte 1926 gemelbeten arbeitslosen Kaufmannsgehilfen hatten bei dem letzten
Arbeitgeber in v. H. der Gesamtzahl an Monatsgehalt bezogen:
bis 200 N 50,23 v. H.
200, 250 M 22.17 v. H.
250 300 M 13,58 v. H.
uber 300 NM — 1402 v. H.
Diese Zahlen würden also vollauf bestätigen, daß die Lebenshaltung der ersten zwei Ein—
kommenssiufen der vorhergehenden Unteriuchungen die aroße Mebrzabl der Kaufmanns⸗
gehilfen umfaßt.
Eine andere Bestätigung ergibt sich aus der Verteilung der 2,68 Millionen An—
gestellten, die von der Angestelltenversicherung erfaßt sind, auf die Gehaltsklassen. Die
Rrffentlibten Zahlen berieben sich zwar auf das erste Viertelijabr 19027, sie können aber
        <pb n="41" />
        37
6. Die verschiedene Lebenshaltung in der Klein⸗, Mittel—
und Großstadt.
Will man die Abhängigkeitder Lebenshaltungvonder
Ortsgröße untersuchen, so ist es notwendig, die zu verglei—
chenden statistischen Massen vollkommen vergleichbar zu
machen, d. h. alle Einflüsse anderer Art, die die zu erforschenden Ursachen
verdecken könnten, auszuschalten. Im Jahre 1907 unternahm die Abteilung
für Arbeiterstatistik in dem damaligen Kaiserlichen Statistischen Amt des
Versuch, „die Einnahmen und Ausgaben minderbemittelter Familien nach
Orten und Ortsgrößenklassen“ zu vergleichen. Es gelang jedoch damals nicht,
die Wirkung der Ortsgrößen rein zu ermitteln, weil die abweichenden Ein—
kommens⸗ und Berufsverhältnisse den vermuteten kausalen Zusammenhang
von Ortsgröße und Lebenshaltung verdeckten. Das Amt betonte damals
ausdrücklich die Schwierigkeiten solcher Untersuchungen).

Im folgenden soll versucht werden, die Lücke, die bei Untersuchungen
durch Haushaltungsrechnungen bisher bestand, auszufüllen. Das Matetial
— die 290 Haushaltungsrechnungen von Kaufmannsgehilfen — ist zu diesem
Zweck nach bestimmten Gesichtspunkten geordnet worden, damit der Einfluß
der Ortsgröße tatsächlich erkennbar ist. Der hinderlichste andersartige Ein⸗
fluß — verschiedenartige soziale Zusammensetzung —, der die große Reichs—⸗
statistik von 1907 durchkreuzte, ist schon dadurch ausgeschaltet, daß nur
in Anbetracht des kurzen Zeitabstandes trotzdem vergleichsweise herangezogen werden. Nach
dieser Statistik bezogen:
bis 200 N Gehalt — 70,1 v. H. Versicherte
200 300 21ů
über 300 —1248 H. *

Berücksichtigt man, daß für 10,8 v. H. der Versicherten nur ein Monatsgehalt bis 50 M
ausgewiesen wird, da in dieser Gehaltsklasse A der Angestelltenversicherung die Stellen—
losen und die Ehefrauen sich weiter versichern, sowie die Lehrlinge zumeist enthalten sind, so
ergibt sich, daß auch nach dieser Aufstellung mindestens rund 50 v. H. der Angestellten
ein Monatsgehalt von nur 200 2 bezieht. Damit ist bewiesen, daß die
von uns geschilderte dürftige Lebensweise für die Mehr⸗
zahl der Angestellten und Kaufmannsgehilfen zutrifft.

) Im 2. Sonderheft zum Reichs⸗Arbeitsblatt 1900 — Erhebung von Wirtschafts—
rechnungen minderbemittelter Familien im Deutschen Reiche — steht auf Seite 42

„Was die Prozentualverteilung der Ausgaben betrifft, so gilt
hier wiederum und noch mehr als bei den Einnahmen, daß sich mit dem Einflusse der
Ortsgröße ein anderer Einfluß kreuzt, der die zu erwartenden Wirkungen des ersteren zum
Teil gerade in ihr Gegenteil verkehrt. Diesen anderen Einfluß übt die verschiedene soziale
Zusammensetzung der großstädtischen Familien einerseits, der übrigen Familien anderer⸗
seits. Ueberwiegen nämlich unter den ersteren Familien die der Arbeiter, so sind die
letzteren hauptsächlich Beamten, und Lehrerfamilien. So erklärt sich beispielsweise, daß
die Ausgabe fir Wohnun g und Haushalt in den Klein⸗, Land- und Mittel.
städten nur einen wenig geringeren Teil der Ausgaben beansprucht als in den Großstädten
und nur auf dem Lande wesentlich dahinter zurückbleibt, ferner daß die Ausgaben für
Heizung und Beleuchtung, für Gesundheits- und Körper⸗
pflege, für Unterricht usw. (abgesehen vom Lande), für geistige und ge—
sellige Bedürfnisse, für Staat, Gemeinde, Kirche, für Vor⸗
und Fürsorge (abgesehen vom Lande), und für persönliche Bedienung in
den Großstädten geringere Anteile an deag Gesamtausgaben beanspruchen als in allen
anderen Größenklassen!“
        <pb n="42" />
        — 38 —
Kaufmannsgehilfenhaushalte untersucht wurden. Um auch den Einfluß des
verschieden hohen Einkommens unwirksam zu machen, mußte das Material
noch weiter auf den verruteten kausalen Faktor isoliert werden. Das war
num insofern schwierig, weil die zufällige Zusammensetzung der Buchführer
aus kleinen, mittleren und großen Städten keine gleichmäßige Verteilung
nach Einkommen in den einzelnen Ortsgrößen aufwies. Inbene daher
nicht für jede Ortsgröße ein gleichmäßiges Mischungsverhältnis aus Haus⸗
haltungen mit verschiedenem Einkommen vorgenommen werden, sondern das
Material mußte in drei verschiedene Einkommensstufen — bis 3000 PM,
3000 bis 4000 M, über 4000 M — und diese jeweils in verschiedene
Ortsgrößen — Landorte, Landstädte, Kleinstädte, Mittelstädte und Groß—
städte — aufgeteilt werden. Somit ergaben sich drei versch iedene
Tabellen, die jede die gleichen Einwirkungen der
Ortsgröße in drei verschiedenen Einkommensstufen
zeigen (vgl. tabellarischen Anhang Tabelle IIIa — c). Die Landorte.
(bis 2000 Einwohner), Landstädte (2000 bis 5000 Einwohner) und Klein—
städte (5000 bis 20 000 Einwohner) wurden aus Zweckmäßigkeitsgründen zu
einer Gruppe, die also alle Orte mit einer Einwohnerzahl bis 20 000 ent—
hält, zusammengezogen. Unter Mittelstädten werden die Orte mit einer
Einwohnerzahl von 20 000 bis 100 000 Einwohnern und unter Großstädten
alle Orte mit mehr als 100 000 Einwohnern verstanden.

Die Besetzung der einzelnen Einkommensstufen und Ortsgrößen durch
Haushaltungsrechnungen ist die folaende:

Einwohnerzahl

Landort, Land.e Mi
i Mittelstadt
tadt Feinstadt 20 /100od

Großstadt
———

Einkommen
Tabelle a) bis 3000 AM...
by 3 bis 4000 ꝰ
co ũber A000 AM.

Haushaltungen Haushaltungen Hausbaltungen
22 —11
39 36
46 66

5
22
73
2
Haushaltungen zusammen ..

113

Da in der ersten Gruppe die erste Ortsgröße (bis 20 000 Einwohner)
nur durch 5 Jahresrechnungen vertreten ist, also die Gesetzmäßigkeit nicht so
deutlich zeigen kann, wird die nachfolgende Darstellung im wesentlichen an
die Tabellen b und c anknüpfen müssen.

Eine weitere Isolierung auf Personenzahl braucht nicht vorgenommen
zu werden, da hier, wie ein Vergleich der Personenzahl zur Zahl der Haus—
haltungsrechnungen zeigt, ein ungefähr gleiches Mischungsverhältnis besteht.

Wie wirken nun die verschiedenen Ortsgrößen und somit die verschiede—
nen Preisverhältnisse, Lebensbedingungen und Gewohnheiten auf die Ein⸗
nahmen und Ausgaben des Kaufmannsgehilfen?

Zunächst die Einnahmen. Aus den im Anhang abgedruckten Ta—
bellen ist zu entnehmen, daß in der kleinen Stadt der Neben—
perdieust des Mannes steigt. Er beträgt bis 3000 M Einkom-
men in der ersten Ortsklasse 2,43 v. H., bei 3000 bis 4000 PNM Einkommen
86 S. untd uͤber 4000 M Einkommen 2.32 v. H. der Einnabmen
        <pb n="43" />
        32

während für die Großstadt die entsprechenden Hundertsätze 1,00, 1,18 und
1,32 betragen.

In Reichsmark stellt sich der Nebenverdienst des Mannes folgender—
maßen:

bis 3000
3 bis 40
über A40«

Einkommen

Landort, Land-
istadt. Hleinstadt

Mittelstadt — Großstadt

05

ͥ

52. 88
1. 98
71.70

V32

5
Eine weitere, sehr naheliegende Steigerungstendenz weisen
die Bezüge aus der Naturalwirtschaft auf. Wenn auch die
auf den einzelnen Haushalt durchschnittlich entfallenden Einnahmen hieraus
gering sind, so ist doch aus allen Tabellen der Anstieg der Nebeneinnahmen
aus Acker, Garten und Nutzvieh in v. H. der Einnahmen und in Reichsmark
deutlich zu entnehmen. Im Hinblick auf die noch zu erörternde Bedeutung
der Wohnungsausgaben in der Großstadt dürfte von Interesse sein, daß die
Einnahmen aus Wohnung, die an sich geringfügig im Budget des
Kaufmannsgehilfen sind, in der Kleinstadt Junehmen;

bis 3000
3 bis 40
über 4000

Einkomme

Landort, Land—
tadt. Kleinstadt

Mittelstadt Großstadt

—-
1331o α
67141 4. 39 V
Die, wie noch gezeigt wird, billiger wohnenden Kaufmannsgehilfen in

kleinen Städten wohnen geräumiger und können daher vermieten.

In der Großstadt überwiegen die Nebeneinnah—
men der Frau, die Darlehnsnahme, die Sparent—
nahme und der Beitrag der Kinder. Die größere Bedeutung
der Nebenarbeit der Frau mit wachsender Ortsgröße dürfte auf der größeren
Möglichkeit solcher Arbeit in der großen Stadt beruhen Mäharbeiten,
Unterricht). Im einzelnen gestalten sich die Nebeneinnahmen der Frau
wie folgt:

bis 3000
3 bis 40
ber Aos—-,

Einkommen

Landort, Land-
stadt. Kleinstadt

5*
——
84 9

Mittelstadt Großstadt

43. ss
is:ss 2
577 7

21. 20 24
59. 43
131156 7è
Merkwürdig ist die größere Neigung, in der Großstadt Darle hein zu
nehmen. Es dürfte ein unmittelbarer Zusammenhang mit den noch zu
schildernden ungleich schwierigeren Lebensbedingungen in der Großstadt vor—
liegen. Nachstehende Zusammenstellung zeigt die Größe der Darlehns—
nahme in verschiedenen Ortsarößen:
        <pb n="44" />
        — 40 —

Einkommen

det eande wiitteltadt ¶Gröoßhtadt
7.0 71. M—,
—A 37. 1 AN
72.70 AM 70. 21 AA

Die erwähnte Tendenz ist bezeichnenderweise besonders bei dem gering⸗
sten Einkommen gut zu beobachten. Aehnlich verhält es sich bei den Ent⸗
nahmen von Ersparnissen, wie andererseits auch in Groß⸗
stadt die Spareinlagen etwas größer zu sein scheinen.

Die Untersuchung der Abhängigkeit der Bedürfnisbefriedigung des Kauf—⸗
mannsgehilfen von der Größe des Wohnortes hat von der Großstadt, d. h.
der Ortsgröße die vorherrschend die Lebensbedingungen der Mehrzahl der
Kaufmannsgehilfen beeinflußt, auszugehen.

Welche Ausgaben sind in der Großstadt am größ—
ten? An der Spitze steht di Wohnungsmiete, die weitaus die
größte Steigerung der Ausgaben aufweist. Es folgen Heizung und
Beleuchtung, Steuern und Unterstützungen an not⸗
leidende Verwandte. Diese Ausgabengruppen verhalten sich in
allen drei Tabellen gleich. Nur in zwei Tabellen zeigen eine steigende Ten—
denz die Erholungsausgaben, Schulgeld und Lern—
mittel und Schuldentilgung. Auch die Ausgaben für
Arzt und Medizin gehören hierher, die aber wegen der starken Ver—
sicherunggausgabe im Haushalt der Kaufmannsgehilfen unbedeutend sind.
Schon ein erster flüchtiger Ueberblick über diese Bedürfnisse, die in der
Großstadt mehr Einkommensteile beanspruchen, zeigt, daß es sich haupt⸗
sächlich um Existenzbedürfnisse — Wohnung, Heizung und Be—
—X— festzustellen,
auf Kosten welcher anderer Bedürfnisse für diese mehr aufgewendet werden
muß, oder mit anderen Worten, welche Bedürfnisse der Kaufmannsgehilfe
in der Großstadt schlechter befriedigen kann, da die größere Ausgabe für die
genannten Bedürfnisse, wie auch die größere Steuerabgabe, sein Ein—
kommen schmälern.

Die gewaltige Steigerung der Wohnungsausgabe
wird durch folgende Tabelle veranschaulicht:

bis zooo ⸗
—28
re oo

2—

*
Einkommen

damdort. Landelmittelstadt Sroßtadt
bis 3000 7
3 bis 4000
ber 4000 *

2220
—2— 243

232. 73 α — 28.1. 080 α 300. 18
22i7 10i 76 460. 20
37767 54. 35 ͥν 565 123
Mit seltener Deutlichkeit offenbart sich die Wirksamkeit der
st dtischen Grundrente, d. h. die Uebersteigerung der Miet⸗
preise infoige der hohen Bodenpreise in der Großstadt. Die Mietausgaben
beanspruchen bei einem Einkommen bis 3000 RM in der Großstadt rund
70 M oder 30 v. H. mehr als in den kleineren Orten. Noch stärker ist
die Verteuerung des Wohnens in der Großstadt bei einem Einkommen von
3000 bis 4000 M. Hier beträgt die entsprechende Zahl 218 M oder
        <pb n="45" />
        fast 100 v. H. Bei einem Einkommen von über 4000 AM beträgt die
Verteuerung rund 187 M. Diese Zahlen zeigen eindeutig, wie schwer
im Vergleich zu den kleinen Städten die hohen Mietpreise in der Groß—
stadt die Kaufmannsgehilfen belasten. In einem Jahresbudget von rund
3500 N spielt die Mehrausgabe von 218 ANM für Miete eine sehr be—
trächtliche Rolle. Es bedarf wohl keiner Erläuterung, daß infolgedessen viele
andere, wichtige Lebensbedürfnisse eingeschränkt werden müssen. Eine
weitere in der Großstadt verteuerte Ausgabe ist Heizung und Be—
leuchtung?:

Einkommen

Landort, Land-
tadt. HKleinstadt

Mittelstadt

Großstadt

cä—m ä
bis 3000
3 bis
über?

. bo
121
181.361

*
⸗
VVä

26.96s
208184 7

131. 48 4
144. 48
203.87
Die Mehrausgabe ist allerdings nicht erheblich. Eine Begründung für
diese Tatsache dürste schwer zu finden sein, da mannigfache Gründe (ver—
schiedene Preisverhältnisse, verschiedene Lebensgewohnheiten, Gas- oder Elek—⸗
trizitätsverbrauch, Ofenheizung usw.) möglicherweise eine Rolle spielen können.

Die Vermehrung der Ausgaben für Erholung (vogl. Anhang
Tabelle IIIa — c) in der größeren Stadt dürfte auf das dort gesteigerte Be—
dürfnis nach Erholung zurückzuführen sein. Die Abweichung, die die Er—
holungsausgaben der Einkommen bis zu 3000 AN aufweisen (vgl. Tabelle
IIIa) ist darauf zurückzuführen, daß der minderbemittelte Kaufmannsgehilfe
das Erholungsbedürfnis überhaupt nicht ausreichend befriedigen kann. Das
zeigen die außerordentlich kleinen Ausgaben für Erholung in dieser Ein—
kommensstufe und vor allem der dort für die Großstadt verzeichnete Minimal⸗
betrag von 5,514) jährlich. Im übrigen steigen die Erholungas—
ausgaben, wie die Aufstellung zeigt, mit der Ortsgröße:

bis 3000
3 bis 400
Aher 4000

Einkommoen

9

Landort, Land-
stadt. Kleinstadt

8. 88 4
26. 14
—XXVI

Mittelstadt

Großstadt

14. 74 α 5.51 24
43. 78 Aè 55. 00
00 78 141. M
Nicht ganz einheitlich verhalten sich Schul geld und Lernmit—
tel. In der Einkommensstufe bis 3000 2N ist in der größten Stadt die
geringste Schulgeld- und Lernmittelausgabe verzeichnet. Vielleicht ist das
auf die Schulgeldermäßigung und die kostenlose Lehrmittelbelieferung an
ärmere Familien in größeren Städten zu erklären. Im übriagen erferder—

Einkommen

Landort, Land-
stadt. Kleinstadt

Mittelstadt — Großzstadt

— —
bis 3000 ⸗
3 bis 4000
über 40005

48. 55 A 37. 66 4 12. 27 4
—W 4.01 43. 50 4
73.534 24 132. 32 20 98.13 20
        <pb n="46" />
        2
der größere Wohnort, wie die vorstehende Zusammenstellung zeigt, größere
Aufwendungen an Schulgeld und Lernmitteln (Tab. S. 41, unten).

Bei Besprechung der Einnahmen war bereits darauf hingewiesen, daß die
Darlehnsnahme in der Großstadt am stärksten ist. Dementsprechend sind auch
die Ausgaben für die Schuldentilgung stärker. Das zeigt sich
besonders deutlich in der Einkommensstufe bis 2000 M und 3000 bis
4000 AM, während die Einkommensstufe über 4000 30N für die Mittelstadt
die größten Ausgaben für Schuldenrückzahlung aufweist.

Bisher war noch keine Rodde von den Ausgaben für Ernäh—
rung. Ein Blick auf die Tabelle des Anhanges zeigt, daß die Nahrungs⸗
aufwendungen in allen Ortsgrößen gleich sind. Lediglich bei der
Einkommensstufe über 4000 90 'ist eine kleine Steigerung zu erkennen,
die aber durch eine kleine Verschiebung des Einkommens zwischen den Klein⸗
und Großstädten zu erklären ist. Auf die Ernährungsausgaben hat demnach
die Ortsgröße keinen Einfluß. Es wird aber noch zu zeigen sein, daß ein
gewisser Einfluß auf die Art der verbrauchten Nahrungsmittel besteht.
Die Lebenshaltung der Haushaltungen in der Großstadt wird also durch
die hohen Mietpreise sowie durch die größeren Aufwendungen für Steuern,
Erholung, Schuldentilgung und Unterstützungen erheblich beengt. Demgegen⸗
über kann der Kaufmannsgehilfe der kleinen Stadt und auf dem
Lande, wie die vorliegende Haushaltungsstatistik nachweist, vornehmlich
für diejenigen Bedürfnisse mehr aufwenden, deren Steigerung auch bei
steigendem Einkommen beobachtet wird. Wie besonders die Tabelle mit
einem Einkommen von 3000 bis 4000 M zeigt, steigen die Aus—
gaben für Hauseinrichtung, geistige und gesellige
Bedürfnisse, Kleidung, Verkehrsmittel und, allerdings
nicht so deutlich erkennbar, fir Versicher ungen, Dienstboten,
Garten und Vieh. Der Großstädter kann demnach
diese Bedürfnisse in geringerem Maße als der Be—
wohner kleinerer Orte befriedigen. Das trifft auch zu,
wenn man berücksichtigt, daß ein Teil dieser Mehrausgaben — Verkehrs—
mittel, Garten und Vieh — durch rein örtliche Verhältnisse bedingt ist.
Gerade die Zusammensetzung der mehr verbrauchten Güter und Leistungen
in der kleinen Stadt zeigt deutlich, daß dort die Lebenshaltung bei aleichem
Einkommen eine bessere ist.

Am eindringlichsten wird das durch den Mehrverbrauch von
Hausrat veranschaulicht, der bekanntlich bei steigendem Einkommen in
der Einkommensstufe über 4000 M eine starke Steigerung aufweist:

Einkommen

Landort, Land⸗
stadt Kleinstatt Mittelstadt Großstadt

bis 3000 Q
3 bis 4000
ũber 4000 74

73. 70 4 83. 10 A 61. 43 α
201.62 α 127. 77 129. 99 AA
451. 12 α 286. 07 4 208. 60 AA
In der Einkommensstufe von mehr als 4000 ANM wird für Hausein—
richtung von den Kaufmannsgehilfen der kleinen Orte weit mehr als doppelt
soviel wie in der Großstadt ausgegeben.
        <pb n="47" />
        Die Ausgaben für Kleidung zeigen nur in den Einkommensstufen
von 3000 bis 4000 M und über 4000 AM die besprochene Tendenz. Bei
den Verkehrsmitteln, die sonst in den kleinen Orten größere Auf—
wendungen erfordern, überwiegt in der höchsten Einkommensstufe mit
117,05 AN die Großstadt.

Diegrößere Ausgabefür Versicherungen, Garten,
Vieh und Dienstleistungen ist besonders aus der Einkommens—
stufe 3000 bis 4000 M zu entnehmen:

Einkommen
3/ 4000

Versicherungen
Garten und Bies
Dienitboten

Landort, Land—
stadt. Kleinstadt

365 45 Mæ
.5
—VII

Mittelstadt Großstadt

317. oo AA 308. 20 α—
—— —**
—
Die hier mitgeteilten Zahlen beweisen, daß die Kaufmannsgehilfen in den
kleinen Städten und in den Landorten, die über eine gleiche Kaufkraft wie
ihre Berufskollegen in den Großstädten verfügen, zahlreiche Bedürfnisse
besser befriedigen können.

Die bisherigen Ausführungen bedürfen noch einer Ergänzung hinsichtlich
der Nährweise. In der Großstadt wird mehr für pflanzliche
Nahrungsmittel — insbesondere mehr für Kartoffeln, Gemüse
und Obst — ausgegeben. Es beruht wohl auch, angesichts der beengten
Lage in der Großstadt, nicht auf Zufall, daß der Margarinekonsum
zunimmt, während die Ausgaben für Butter zurückgehen (vgl. Tabelle IIIb
— Einkommensstufe 3000 bis 4000 M). Die nachstehenden drei Auf—
stellungen lassen daz ganz deutlich erkennen:

Einkommen
bis Z3000 7VW
Ausgaben für

Kartoffeln..

Gemüse ...

Obst ........

Margarine .....

Brot und Nährmittel

Pflanzliche Nahrunasmittel
zusammoen

—
·
·22

Einkommen
3/4000 5
Ausgaben für

Kartoffeln.

Gemüse

Obst ......

Margarine .P...

Brot und Nährmittel ....

Pflanzliche Nahrungsmittel
zusammen .............

Landort, Land—
stadt. Kleinstadt

Mittelstadt

Großstadt

31. 04
36. 21
27. M 7
7.20
224584

26. 21

36. 31 ͥ.

*23.837
—

38. 57 è
45. 78
30. 83
36. 63
296 55

367 03
—

357. 57 ..è 378. 36

Landort, Land—
tadt. Kleinstadt

Mittelstadt Großstadt

26. 18 4
40. 56 ãͥ
22. 88 7
5

253. 07

32. 38
43. 66 ͥ
40 63
9. 57

258 85 5

38. 80 A
48. 668 4
54. 33 AAM
——
248. 73 è
*
388. 13 2414. 11 α— 433.83
        <pb n="48" />
        44

Einkommen
über 4000 *4

Landort, Land⸗
stadt, Kleinstadt

Mittelstadt Großstadt
Ausgaben für
Kartoffeln............
Semüse ..... ..........
Obst ............ — R
Margarine ...... F
Brot und Nährmittol
Pflanzliche Nahrungsmitte l
zusammen ....

32. 30 4
52. 57 æ
74. 70 α
os 52
73 80

42. 00 A
67. 28 AM
67. 59 A
ↄ2. 94
295 64 5

44. 78
74. 50 α
76. 49 4
23

. 7 AM
458. 88 AM — 528. 36 558. 0o7 AM

Wenn die Verschiebungen im einzelnen auch nur gering sein können, geht
doch die angedeutete Tendenz, besonders aus der zweiten Tabelle gut hervor.
Abgesehen von der Margarine, deren Mehrverbrauch auf eine gedrückte
Lebenshaltung schließen läßt, dürften die gesteigerten Ausgaben für die
pflanzlichen Nahrungsmittel im wesentlichen durch die Preisverhältnisse
(vielleicht auch durch Qualitätsunterschiede) bedingt sein.

Für die kleinen Orte ist die Zunahmedes Verbrauchs
an Genußmitteln und des Verzehrs in Gasthäusern
charakteristisch:

—442—

Einkommen

Landort, Land⸗
stadt. Kleinstadt

Mittelstadt — Großstadt

168. 33 4 142. 08 4 104. 55 4
211. 903 M —171.77 A4 164. 00 AA
273. 54 A24. 831 Mα 288. 54 AM

Lediglich die höchste Einkommensstufe macht eine Ausnahme, die darauf
zurückzuführen ist, daß der Verbrauch der Genußmittel hier an sich schon ge⸗
steigert ist, also ein Mehrverbrauch weniger in Frage kommt.

Es soll davon abgesehen werden, an dieser Stelle auf weitere Einzel⸗
heiten der Konsumunterschiede in Klein- und Großstädten einzugehen. Wer sich
noch über weitere Einzelheiten unterrichten will, möge die Tabellen IIIa -c
des Anhanges einer näheren Durchsicht unterziehen. Hier sollten nur die
hauptsächlichsten Unterschiede des Verbrauchs in der Groß- und Kleinstadt
dargelegt werden. Als solche fassen wir zusammen: Die Lebenshal⸗—
tung der Kaufmannsgehilfen, und wahrscheinlich der
Mehrzahl der deutschen Arbeitnehmer überhaupt,
ist in der Großstadt in erster Linie durch die hohen
Mietpreisebeengtundbeeinträchtigt. Die Haushaltungs—⸗
statistik bestätigt zum ersten Male durch einwandfreies Material, was theore⸗
tisch längst erkannt und beschrieben war'), daß nämlich die Mieten der Groß—

1) Auf diese Tatsache ist vom D. H. V. schon oft hingewiesen worden. So schrieb im
— in Wirtschaft und Recht“ (Juli 1924, Heft 7, Seite 297 u. 298) Oskar

ohme:

„Es ist wichtig, die Ursachen der hohen Mieten zu untersuchen ... Eine Hauptursache
bildete der Wucher mit dem Bauland, also Wucher mit dem Boden. Von
solchem Wucher wurden wachsende Groß⸗ und Industriestädte in gröäßerem Ausmaße als das
flache Land betroffen. Deshalb war in der Vorkriegszeit in den kleinen Städten und auf
        <pb n="49" />
        4

*
4

stadt die Lebensweise stark beeinflussen. Verursacht wird diese Tatsache durch
die hohe städtische Grundrente, die im Mietpreis bezahlt werden muß. Zu
dieser starken Belastung des großstädtischen Kaufmannsgehilfenhaushaltes
durch den Mietzins, treten ferne Mehraufwendungen für Hei—
zung und Beleuchtung, Steuern und unumgängliche
Aufwendungen für Erholung, die der Städter nun einmal
nicht entbehren kann. Demgegenüber kann der Kaufmannsgehilfe in der
Kleinstadt mit gleichem Einkommen mehr Hausrat, mehr Kleidung anschaffen,
außerdem für die geselligen und geistigen Bedürfnisse, für Versicherungen und
für Dienstboten mehr ausgeben. Die Mehrausgaben zur Benutzung der Ver—
kehrsmittel zur Erreichung der Arbeitsstätte oder nächsten größeren Stadt
belasten seinen Haushalt nicht übermäßig. Die unterschiedliche Lebensweise
äußert sich schließlich auch in der Wahl der Nahrungsmittel. Auch hier kann
der Bewohner der kleinen Orte mehr für Milch, Butter, Gasthausverzehr
und Genußmittel aufwenden, da er geringere Ausgaben für die pflanzlichen
Nahrunasmittel als der Kaufmannsgehilfe in der Großstadt zu machen hat.

7. Die Lebenshaltung des Kaufmannsgehilfen bei

wachsender Kopfzahl der Familie.

Wie bereits berichtet, entfallen auf einen Haushalt dieser Statistik 3,55
Personen (darunter 1,40 Kinder und 0, 10 „sonstige Personen“, zumeist
mittellose Verwandte, die in den Haushalt aufgenommen worden waren).
Die durchschnittlice Kinderzahlist außerordentlichgering,
wenn man in Vergleich zieht, daß die 852 Arbeitnehmerhaushaltungen,
welche das Statistische Reichsamt 1907 untersuchte, durchschnittlich 249
Kinder, und auch die 80 Haushaltungen, die in Hamburg im Jahre 1925
befragt wurden, 1,74 Kinder zählten. Die geringe Kinderzahl der Kauf—
manrnsgehilfen dürfte mit den schwierigen Lebensbedingungen in ursächlichem
Zusammenhang stehen. Es ist daher notwendig, das vorliegende Material
im Hinblick auf den Einfluß der verschiedenen Kopfzahl der Familien zu
ordnen und zuuntersuchen, wie die Vermehrungder Kopf—
zahlaufdie Lebenshaltungder Kaufmannsgebilfen—
haushalte einwirkt.

dem flachen Lande das Verhältnis des Einkommens zu den Mieten zumeist günstiger als
in den Groß- und Industriestädten . .. Wenn Bauland und Hausgrundstücke mehrfach und
öfter die Besitzer wechseln und jeder Besitzer verdient dabei Geld, so ist es eben nicht ver⸗
wunderlich, wenn die schon dadurch immer teurer werdenden Baustellen Anlaß zu hohen
Mieten geben. Die früheren Verhältnisse scheinen jetzt bei Wiederbeginn der Bautätigkeit
A—— erhöhender
Faktor in der Vorkriegszeit noch der Bauschwindel durch sogenannte
Baustrohmänner.“ Es wurde gezeigt, daß die meisten Haushaltbuchführer Besitzer
von Altwohnungen sind. Die verschiedenen Mietaufwendungen in Stadt und Land sind
nicht zuletzt ein Ergebnis dieser für die Vorkriegszeit geschilderten Verhältnisse. Die
Arbeitnehmer sind beute, wie die mitaeteilten Zablen zeigen. die Leidtragenden dieser
Entwickluna.
        <pb n="50" />
        — 46 —

Damit die hier vermuteten Einflüsse sichtbar gemacht werden können,
müssen die Haushaltungsrechnungen innerhalb verschiedener Einkommens—
stufen nach der Größe der Kopfzahl verglichen werden. Eine weitere Tren⸗
nung nach Ortsgröße ist wegen des beschränkt vorhandenen Materials leider
nicht möglich. Bei Unterlegung von drei Einkommensstufen (bis 3000 AM,
3000 bis 4000 M und über 4000 N) ergeben sich drei Tabellen, die im
Anhang dieser Schrift wiedergegeben werden (Tabellen IVa — c). Schon
die verschieden starke Besetzung der Einkommensstufen mit Haushaltungen
zeigt, daß die Bemittelteren (über 4000 M Einkommen) haupt⸗-
sächlich die Familien mit größerer Kopfzahl sind. Es
liegt also eine ähnliche Beobachtung vor, wie sie das Statistische Reichsamt
im Jahre 1907 gemacht hat, daß die große Kopfzahl mit größerem Ein—
kommen zusammenfällt.

Einkommen
—V—

Tab. IVa) bis 32000
Tab. IVD) 3/4000
Tab. IVc) ũb.4000
Zusammen .....

2 3 — 4 5
Personen Personen Personen Personen

6 u. mehr
Personen

S
Summa

7 16011 4 — 38
27 5 25 7 5 97
381 7 5 26 11 155
52 4 1040814

37161200
Die 81 Familien mit 4 Personen, die 37 Familien mit 5 Personen und
die 16 Familien mit 6 und mehr Personen entfallen charakteristischerweise
zum größten Teil auf die Einkommensstufen von 3000 bis 4000 M und
über 4000 M.

Es sei noch ausdrücklich darauf hingewiesen, daß durch die sehr ungleiche
Verteilung der Haushaltungsrechnungen auf die verschiedenen Gruppen die
Wirkungen verschiedener Kopfzahl nicht in allen drei Einkommensstufen gleich
klar in Erscheinung treten können. Man wird daher stets zu berücksichtigen
haben, wieviel Rechnungen der zu beobachtenden Gruppe unterlegt worden
sind, da bei den kleineren Gruppen unter zehn Wirtschaftsrechnungen leicht
Zufallserscheinungen eine Rolle spielen.

Wie verhalten sich zunächst die Einnahmen? Aus den Tabellen ist
mit ziemlicher Deutlichkeit zu ersehen, daß die Einnahmen aus
Nebenverdienstder Fraumitsteigender Kopfzahlder
Familie zurückgehen, und daß die Nebeneinnahmen
ausAcker, Gartenund Viehzuchtsteigen. Gewisse Tendenzen
scheinen auch darauf hinzudeuten, daß der Nebenverdienst des
Mannes und die Zuwendungen der Eltern sowie die
Vermietungseinnahmen zunehmen. Diese Beobachtungen
stehen übrigens mit denen des Statistischen Reichsamtes von 1907 voll⸗
kommen im Einklang. Sie entsprechen auch der Ueberlegung, daß die Frau
bei steigender Kinderzahl weniger Nebenarbeit verrichten kann, und andere
Erwerbsquellen vom Manne oder Unterstützungen seitens der Eltern und
Verwandten stärker in Anspruch genommen werden müssen. Die Ab⸗
nahmeder Nebenarbeitder Friau zeigt sich z. B. bei einem Ein—
kommen von 3000 bis 4000 M (Tab. S. 47):
        <pb n="51" />
        Nebenverdienst der
Frau...

—

47

Srenger
Versonen Versonen Personen Perfsonen

6 u. mehr
Personen
——717
71. 60 27. 96 21.63 2. 86 2.00)1
In der Einkommensstufe von mehr als 4000 AMNM ist das Wachsen
der Beiträge der Kinder gut erkennbar, wenngleich diese Tendenz
an sich keine große Rolle spielen kann, da aus statistischen Gründen, wie schon
einmal gesagt wurde, die Haushalte mit erwachsenen mitverdienenden Kin—
dern, die nicht ihr Einkommen restlos an die Haushaltskasse abführen, aus—
gesondert werden mußten.

Einkommen

über 4000 FA..

2 — 5 4 0
Personen Versonen NPersonen Verfonen

6 u. mehr
Personen
Aͥ — As A —2 —F
22.70 28158 63. 42 5462
In der Einkommensstufe mit mehr als 4000 NM Einkommen sind vor⸗
nehmlich die Kaufmannsgehilfen, die bereits in gehobenere Stellungen ein—
gerückt sind und auf ein größeres Alter zurückblicken, sie haben daher vielfach
Kinder, die schon halb oder ganz erwachsen sind und mitverdienen. Daß mit
wachsender Kopfzahl die Eltern und Verwandten der Haushaltungsvorstände
etwas beisteuern, oder daß die im Haushalt aufgenommenen Personen, die
von ihnen bezogene bescheidene Rente abliefern, geht aus vielen Wirtschafts—
büchern hervor. Es ist vielleicht kein Zufall, daß gerade in der Einkommens—
stufe bis 3000 AN sich diese Tatsache auch statistisch in dem Wachsen
der Beiträge der Eltern uͤnd' Verwandten widerspiegelt.

Weniger regelmäßig sind gewisse Steigerungsmerkmale des Haupt⸗ und
Nebenverdienstes des Mannes, sowie die Einnahmen aus Vermietungen den
Tabellen des Anhanges zu entnehmen. Gerade bei dem letzteren Posten mag
der Notwendigkeit zu vermieten, die Beengtheit des Raumes bei wachsender
Kinderzahl entgegenwirken. So kommt es, daß bei einer Kopfzahl
vondreibisfünfPersonen diegrößten Vermietungs—
einnahmen vorliegen, während keine der Familien mit sechs und mebr
Personen solche Einnahmen hat.

Aus diesen Betrachtungen der Einnahmeseite ergibt sich, daß bei
wachsender Familiengröße die Nebeneinnahmen aus Arbeitsleistungen und
Zuwendungen — abgesehen von der Nebenarbeit der Fraun erheblich
angespannt werden.

Auf der Ausgabenseite der Wirtschaftsrechnung des
Kaufmannsgehilfen sind folgende Verschiebungen bei wachsender Familien⸗
größe erkennbar: Bei steigender Kopfzahl der Familie
wachsen die Nahrungsausgaben. Es steigen ferner die Aus⸗
gaben für Heizung und Beleuchtung, für Schulgeld und
Lernmittel und für Dienstboten. All⸗ anderen Bedürfnisse
müssen mehr oder weniger eingeschränkt werden. Die genannten vier Be—
        <pb n="52" />
        48 —
dürfnisgruppen sind aber derart elementar, daß eine Einschränkung nicht
möglich ist.

Die Steigerung de Nahrungsaufwendungen ist in Reichs—
mark und vom Hundert folgende:

Personenzahl
Einkommen
b. 2000 AM..
3/A000 AM..
sib. A000 Ac

Vollperson ..

2 0
Av. S. AnAV.O.
930.45136.8 903. 6540. 4.
—F—
—— —

80 83 20.04 301.1631.83

4
Ap.S.l AD.s

6 u. mehr
AAvV.S.
170. 93 43. 041143. 0341. 20 — . -
364. 31 39. 01 1378. 90 —A— 43. 62

673. 3s 31. 4711810. 68 34. 002332. 80 35. 81
465. 00 I 427. 02 35. 200 3. 4037. 38
Die v.H.⸗Zahlen zeigen recht eindringlich, wieviel Einkommen auf—
gewandt werden muß. Aber die Umrechnung auf eine Vollperson — d. h.
jede Person über 14 Jahre, oder 2 Personen unter 14 Jahren, als eine staͤ⸗
tistische Einheit betrachtet — ergibt, daß trotzdem im Durchschnitt aller 290
Haushaltungsrechnungen der Anteil für eine solche Vollperson recht erheblich
— von 589,83 M auf 433, 48 Mä — fällt. Die Veränderung der Per—
sonenzahl hat trotz der absoluten Steigerung der Nahrungsausgaben auch
eine starke Veränderungder Nährweise zur Folge. Das soll
durch einige Beispiele erläutert werden; näheres kann den Tabellen des An—
hanges entnommen werden.

Mit steigender Kopfzahl steigen die unentbehrlichen Nahrungsmittel
— pflanzliche Nahrungsmittel wie Brot, Kartoffeln, Marga⸗
rine, Nährmittel — am meisten, während die tierischen Nah⸗—
rungsmittel, insbesondere Fleischwaren, n icht in dem Maße
steigeen und die Genußmittel ungefähr auf ihrer Ausgabensumme
beharren, ja teil weise sogar zurückgehen. Am deutlichsten wird
diese Verschiebung, wenn man die Hundertteile der Ausgabenquote dieser
Güter auf die Nahrungs⸗ und Genußmittel bezieht. Die folgenden, den Ta—
bellen des Anhanges entnommenen kleinen Zusammenstellungen sind daher
zum Teil in vom Hundert der Nahrungund Genußmittel
dargestellt.

Das starke Ansteigen der pflanzlichen Nahrungs-
mit tel verläuft, in vom Hundert der Nahrungs⸗- und Genußmittel aus—
gedrückt, wie folat:

Einkommen

bis 3000
3 bis 40
über 4000 5

* —2—
Parsonen Per' onen
— 6e&amp; —7

32.01

3164

4 5
PersonenPersonen
·6 6

6 u. mehr
Personen
p·. H.

—
30 73

36. 63 —
42. 03 34. 74
3385 36. 10
Besonders in der zweiten Einkommensstufe wird die Bevorzugung der
pflanzlichen Nahrungsmittel erkennbar. Unter pflanzlichen Nahrungs—
mitteln werden hier Kartoffeln, Gemüse, Obst, Brot, Nährmittel und
        <pb n="53" />
        410 —

Margarine verstanden. Brot und Kartoffeln weisen — wie leicht erklärbar
ist — den stärksten Mehrverbrauch auf. Die Aus gabe für Brot
steigt in Reichsmarksteilweise über 100 vom Hundert
von dem zweiköpfigen Haushalt bis zum sechsköpfigen Haushalt.

Einkommen

bis 3000b4
bis 4000
über 4000 7

—R—
Personen Personen Personen Personen Personen
* 7 — .7 MAbJ
2.12
5.52
45, 00

132.02
.
163. 4

84. 17
96. 80
198.97

187. 59 —
241. 11 253. 85
238. 20 353.63
Die Kartoffelaus gabe überschreitet ebenfalls teilweise eine
Verdoppelung:

bis 3000
3 bis 4000
über 4000

Einkommen

Versonen
7

22
*
255378

—*
Personen
M 4

91
28 22
3383

Personen
V

7* 6*
40. 50
41.18

Personen
—7—

40. 97
4.83
61766

6 u. mehr
Personen
— —

41.80
65183
Weniger stark nehmen die Ausgaben für Nähr—
mittelundleider ganz wenignur für GemüseundObst
zu. Gerade bei den beiden letzteren Ausgaben steht die Zunahme in gar
keinem Verhältnis zur Vermehrung der Kopfzahl. Auch die Maraarine.
und Fettausgabe steigt nicht wesentlich.

Die tierischen Nahrungsmittel (Fleisch, Fisch, Milch,
Butter, Käse, Eier) verhalten sich nicht einheitlich. Die
Fleischausgaben fallen mit steigender Kopfzahl in vom Hun—
dert der Nahrungsausgaben, ja, wenn man die Tabellen des
Anhanges aufmerksam durchsieht, wird man sogar finden, daß in einigen
Gruppen der absole?. Betrag der Fleischausgaben in Familien mit fünf
Köpfen unter dem der Familien mit zwei Köpfen liegt. Der prozentuale
Rückgang der Fleischwarenausgabe — nur Schmal zsteigt etwas —
stellt sich wie folat dar“

Einkommoen

bis 3000
3 bis 4000
ũber 4000 7

2 0 — 6 u. mehr
Rersonen Personen Personen Personen Personen
zĩn vpom Sundoer gor Nahrungaa⸗ Gonit·iftel J

2
D.
25 03

26. 77
20.86
24 54

24. 80 23. 03 —
231 — 28.83
26127 24 39 22 38
Diesem Rückgang der Fleischwaren steht ein bemerkenswerter Mehr⸗
konsum von Milch, Butter, Eiern und Käse entgegen. Da⸗
durch wird die ganze Gruppe der tierischen Nahrungsmittel als Gesamtheit
in ihrer Tendenz weniger übersichtlich. Die überaus starke Zu⸗
nahme des Milchverbrauchs, die auch für eine Vollperson er—
        <pb n="54" />
        50 —
kennbar ist'), sei nachfolgend in vom Hundert der Nahrungs⸗ und Genuß—
mittelausgaben dargestellt:

Einkommen

⸗ 0 4 — 0 — 6 u. mehr
Personen Personen PersonenPersonenPersonen
v. H. v. H. v. H. v. H. v. H.

bis 3000 A....
3 bis 4000 ..
ũber 4000 AA*C...

5.790 10. 96 10. 25 11. 88 —
— 38.5311675 106123 10. o7
—* 825 9 30 s88 6130
AM α As A AMn
1Vollperion . ...3 4 55 4 50 53
Die Vollperson der kopfreichsten Familie verbraucht also 12 AM mehr
jährlich für Milch als die Vollperson der kleinen Familie. Es sei auch noch
kurz auf die Ausgaben für Butter, Käse und Eier hingewiesen.
Der geringe Rückgang des auf eine Vollperson ent—
fallenden Betrages zeigt, daß auch bei wachsender
Kopfzahl diese Nahrungsmittel stärker verbraucht
werden?:?

Butter ..... ....
Seäse
Eier .. . . . . . . . . ...

2 ä
Personen Personen Personen Personen
—7 * —— ——

6u. mehr
Personen
A4

40.322 47. 37 45.73 36 32 31. 13
— s o 8.88 sois
2321 21.51 21.5 2010 10. o
Somit ergibt sich, daß Milch, Brot und Kartoffeln die dringlichsten
Nahrungsbedürfnisse der kopfreichen Familien überhaupt sind: nur sie wurden
bei wachsender Kopfzahl ebensogut, oder bei Milch sogar besser befriedigt.
Alle anderen Nahrungsmittel zeigen eine fallende Tendenz, und zwar Fleisch
mehr als Butter, Käse, Eier, Gemüse und Obst. Amstärksten wer—
denaber die'entbehriichsten Nahrungsmittel, die Ge—
nußmittel — wie folgende Tabelle in vom Hundert der Nahrungs- und
Genußmittelausgaben zeigt — bei Vergrößerung der Familie
eingeschränkt:

Einkommen

bis Zo000 ...
— ———
über 4000 AC...

2 3 4 5 6 u. mehr
Personen Personen Personen Personen Personen
n pom Simdert dor Nobrunes- und Genußmittel

18. 11 2.35 0.27 10. o7 —
17. 36 12. 69 12.66 13.73 11.14
18 16 1581 13153 13.16 12.28
Der Uebergang der Ernährungsweise von den teuren — gehaltvollen —
Nahrungsmitteln, z. B. Fleisch, Gemüse, Obst, zu den billigeren: Brot,
m) Während schon die Erhebung des Statistischen Reichsamtes vom Jahre 19007 auf
manchẽ der hier gezeigten Tendenzen hinwies, wurde z. B. der Mehrverbrauch von Milch
nicht festgestellt.
        <pb n="55" />
        23 5

Kartoffeln, Nährmitteln, wird durch vorstehende Ausführungen deutlich.
Trotzdem also für Ernährung bei steigender Kopfzahl unter Zurücksetzung
vieler anderer hier noch ausführlich zu erörternder Bedürfnisse mehr auf⸗
gewandt wird, dürfte die Ernährung der kopfreichen Familien zum Teil hart
an der Grenze der Unterernährung liegen.

Es wurde schon darauf hingewiesen, daß außer den Ausgaben für Nah⸗
rungsmittel die Ausgaben für Heizung und Beleuchtung, für
Schulgeldund Lernmittel und für Dienstboten mit Ver—
größerung der Familie bei gleichem Einkommen steigen. Diese
Bedürfnisse sind also ähnlich wie der Verbrauch von Brot, Milch und Kar—
toffeln für die größeren Familien am unentbehrlichsten. Auch die v.⸗H.Zahlen
lassen ein Steigen dieser Ausgaben erkennen. Die einzelnen Zahlen mögen
bei den Tabellen IVa-e des Anhangs eingesehen werden. Ap den v.⸗H.
Zahlen der Ausgabe einer Vollperson (Tabelle IVd) ist die
Verschiebung dieser Ausgabegruppen am klarsten erkennbar:
Personenzahl

Heizung und Be—
leuchtung ......

Schulgeld und
Lernmittel .....

Dienstboten . ....

2
Nersonen

0
Personen

4 2
Personene! Personen

6 u. mehr
Personen
3383

7 J—
.4

3.82
0.15 1.12 — 2.21 2.95 4. o6
0.79 0.73 1.17 1.79 25177

4.24

4.115

Während die obengenannten Bedürfnisse eine Steigerung mit wachsen—
der Kopfzahl aufweisen, verhalten sich die Miet— und Kleidungs—
ausgabenungefähr auf gleichem Niveau. Diese zwei Be—
dürfnisse werden demnach bei wachsender Familiengröße insoweit ein—
geschränkt, als die Ausgaben nicht mehr, oder bei dem Einkommen von mehr
als 4000 NM nur wenig, zunehmen. Auch hier haben wir es mit Existenz⸗
bedürfnissen zu tun, die nicht weiter herabgedrückt werden können. Anders
stelt es bei dem Ha us rat und den, sonstigen Bedarf, auf deren
Kosten die Steigerung der Nahrungsausgaben und einiger anderer dringlicher
Bedürfnisse überhaupt nur möglich ist. Es ist im folgenden zu
untersuchen, wie weit diese Bedürfnifse herabqe⸗
drückt werden mußten und konnten.

Das Kleidun gsbedürfnis kann bei wachsender Personenzahl
nur schwer ausreichend befriedigt werden. Abgesehen von der Einkommens—⸗
stufe mit mehr als 4000 NM, wo das Kleidungsbedürfnis ja an und für sich
besser befriedigt werden kann, wird bei steigender Familienaröße soaar der
absolute Ausgabenbetrag gesenkt

bis 2000

ʒ bis öα!:
über 4000 ..
Vollperson 5

Einkommen

Personen
—

351. 54
380. 56
610. 114
253036

2
Versonen Personen Personen
2 DML D 2

6 u. mehr
Personen
2
238. 20
45. 57
587. 46
18678

274. 58 269. 10 —

410. 09 290. 78 337. 96
677. 71 624. 57 749. 43
166. 43 134. 79 128. 36
        <pb n="56" />
        — 52

Auf eine Vollperson bezogen, fällt der Ausgabenbetrag rapide, von
230,39 PN bei zwei Personen auf 128,36 AN bei sechs und mehr Per⸗
sonen. Die am wenigsten einer Einschränkung fähigen
Kleidungsbedürfnisse sind Schuh werk, Bettzeug und Wäsche.
Die Ausgaben hierfür steigen, während die andere Kleidungsausgabe er—
heblich reduziert wird. Das sei an der Einkommensstufe von 3000 bis
4000 M gezeigt. Die übrigen Einkommensstufen, die auf den Tabellen des
Anhanges eingefehen werden können, zeigen aber dieselbe Tendenz.
Personenzahl 2 . 3 4 5 G u. mehr
Eintom. 3 bis Nooo. A . 2. α. O. α. S. . O. α . S.
Kleidungsausgab.
für den Mann ... 1.160 47. 43 1.31
„ die Frau .... 119 58.700 1.62
„Knaben ..... 123 54. 300 1. 50
Madchen ..1 o.ñẽ J —
„Schuhwerk .. 2.12100. M 2.78
Waäsche und

Zehzeug.. 33 33 oRsl
Verschiedenes 1.4. 10 J o.82 42. 00 1. 16
Imn .. hao. 56lio. Salaus. 5a2 A. dolIi. ,2Bο. I8. 8.37837. 06/ o.33

Während also im kinderlosen Haushalt für den Mann 146,21 M
und 116,26 AM für die Kleidung der Frau erübrigt werden konnten, mußte
im Haushalt mit sechs Personen und mehr der Mann seinen Kleidungs⸗
bedauf mit ganzen 47,43 M und die Frau mit 58,70 NM ein Jahr lang
bestreiten, denn die Kinder verursachten eine Ausgabe von 54,36 NM für
Knaben und 160,33 NM für Mädchen, und die Ausgaben für Schuhwerk
stiegen von 63,56 NM auf 100,44 M. Diese Zahlen zeigen die Herab⸗
minderung der Lebenshaltung bei wachsender Familiengröße besonders gut.

Die Mietausgaben verhalten sich unregelmäßig.
Das mag auf den erschwerten Wohnungswechsel der Nachkriegszeit zurück⸗
zuführen sein. In einigen Gruppen steigen die Ausgaben für Miete, während
sie in anderen Gruppen fallen. 1907 wurde festgestellt, daß die Mietausgabe
so elastisch war, daß sie mit zunehmender Kopfzahl sank. Eine solche Fest⸗
stellung kann an diesem Material nicht gemacht werden. Im Gegenteil
zeigt die Tabelle mit der Einkommensstufe von mehr als 4000, - 3N, daß
die Wohnungsausgabe etwas steigt. Bei den vielen Einflüssen, denen die
Miete unterliegt — der Unterschied von Klein⸗ und Großstadt, Neubau
oder Altwohnung usw. —, läßt sich für die Mietausgabe bei wachsender
Kopfzahl keine besondere Tendenz feststellen.

Die starke Einschränkung liegt dagegen bei dem HaAusrat
und dem sonstigen Bedarf. Dieser Bedarf, so sehr der Kaufmanns⸗
gehilfe, wie die Ausführungen in dem Abschnitt über die Lebenshaltung in
verschiedenen Einkommensstufen zeigten, auf seine Deckung Wert legen
muß, wird empfindlich zurückgeschraubt. Der prozentuale Anteil der Aus⸗
gaben für die Hauseinrichtung an den Ausgaben einer Voll⸗
person sinkt wie folgt (Tab. S. 53):
        <pb n="57" />
        7

Personon
Hausrat ..

6u. mehr
5.so 5.24.27 3.2131
—A— onstige Personen belasteten Haushaltungen
sind also hinsichtlich dieser Bedürfnisgruppe ganz erheblich schlechter gestellt
als die Familien mit zwei Personen.

Eine ähnlich starke Einschränkung ist bei Erholung,
geistigen und geselligen Bedürfnissen, Unter—
st ützungen an notleidende Verwandte und Erspar—
nisssen zu beobachten. Die Erholungsausgaben verhalten sich wie folgt:

bis 3000
3 bis 40
über 40

Einkommen

4

6 u. mehr
Versonen PersonenPersonen Personen — Personen
— ã — ——0 34

6.11
.34
178 24

13.22
51175
59

10. 35
40. 41
118. 86

jo 88
104 8382218
Schon in einem der vorhergehenden Abschnitte wurde festgestellt, daß
von den Kaufmannsgehilfen, die ihren Urlaub auswärts verbrachten, nur
ein Teil Angehörige mitnehmen konnte. Die minimalen Beträge für Er—
holungs⸗ und Urlaubsausgaben, die unsere Aufstellung für die ersten beiden
Einkommensstufen ausweist, zeigen, daß für die Mehrzahl dieser Kauf⸗
mannsgehilfen Urlaubsreisen überhaupt nicht in Frage kommen. Auch die
besserbemittelten Kaufmannsgehilfen werden sich bei steigender Familien—
aröße die Urlaubsreise und Erholung weitgehend versagen müssen.

Der Rückgang der Ausgaben für geistige und ge—
sellige Bedürfnisse ist, wie die Tabellen des Anhanges zeigen,
nicht so stark. Die Unterstützungsbeträge an notlzidende
Verwandte und die Spareinlagen gehen mit größerer Kopfzahl
der Familie nicht ganz so regelmäßig zurück. Eine Durchsicht der Tabellen
des Anhanges zeigt, daß die Einkommensstufe bis 3000, - M gewisse Ab⸗
weichungen aufweist, die aber zweifellos aus der geringen Besetzung dieser
Einkommensstufe mit Haushaltungsrechnungen zu erklaͤren sind. Daß die
genannte Tendenz vorliegt, ergibt sich aus dem prozentualen Anteil dieser
Ausgaben an den Gesamtausgaben einer Vollperson (vgl. Tabelle IVd).

Aufungefähr gleicher Nominalhöhe verhalten sich die
Ausgaben für Reinigung, Arzt, Verkehrsmittel, Ver—
sicherungen und Schuldentilgung. Hier handelt es sich um
Ausgaben, die nicht herabgedrückt werden können, deren Mehrbefriedigung
aber andererseits hintangehalten werden muß. Bezeichnend für die vor—
sichtige Wirtschaftsführung der Kaufmannsgehilfen ist, daß, wie die
Schuldentilgung erkennen läßt, die Darlehensnahme, so sehr auch ein Be—
dürfnis gerade in den größeren Familien dazu vorliegen mag, nicht zunimmt.
        <pb n="58" />
        — 55 —
Die Steuerausgabesinkt mit wachsender Kopfzahl:
Einkommen

bis 3000 A....
3 bis 4000 AA..
üũüher 4000 AC...

2
Personen Personen Personen
5* 454 ——

107. 65 89. 80 0.47
188. 57 175. 46 148. 83
315. 63 253. 10 272. 04

6 u mehr
Personen Personen
—VV —

87.51 —
122.11 75. o5
245. 80 254.89
Eine Erleichterung kann allerdings die geringere direkte Steuerabgabe für
die kinderreichen Familien oder die durch sonstige Personen belasteten Haus—
haltungen nur in geringem Maße bringen. Bei der Einkommensstufe bis
3000, - MN beträgt die Spanne zwischen den kleinen Haushalten und denen
mit sechs und mehr Personen 20, — AM. Die Mehrausgaben für den
dringendsten Bedarf sind demgegenüber weit stärker und zwingen, wie diese
Ausführungen zeigten, zu einer Herabschraubung aller
kulturellen Ausgaben.

Die Darstellung der Wirkungen der Vergrößerung der Familie in
drei verschiedenen Einkommensstufen zeigt, daß in den beiden Einkommens—
stufen von 3000, - bis 4000, - M und unter 3000, — NM die Ver—
größerung der Haushaltungen zu fast unglaublich weitgehenden Ein—
schränkungen in der ganzen Lebenshaltung führt, während bei den Familien
mit einem Einkommen von mehr als 4000, — M die vermehrte Kopfzahl
zwar auch recht fühlbar wird, aber immerhin in den Familien mit fünf und
sechs Personen dem gesteigerten Bedarf in etwa Rechnung getragen werden
kann. Da, wie schon bewiesen wurde, die Mehrzahl der deutschen Kauf—⸗
mannsgehilfen mit einer Lebenshaltung der ersten beiden Stufen fürlieb
nehmen muß, dürfte die Kinderarmut gerade dieser Kreise unzweifelhaft auch
auf die unzureichende Lebenshaltung zurückzuführen sein. Die Bedeutung, die
das Verhältnis von unzulänglicher Lebenshaltung und eingeschränkter
Kindervermehrung einer so wichtigen sozialen Gruppe, wie sie der Berufs—
stand der Kaufmannsgehilfen darstellt, für das Wachsen und Gedeihen des
deutschen Volkes hat, braucht nicht weiter ausgeführt zu werden.

8. Die Haushaltungsführung der stellenlosen
Kaufmannsgehilfen.

Im Jahre 10926 stieg die Zahl der stellenlosen Angestellten in Deutsch—
land von rund 200 000 zu Beginn des Jahres auf über 250 000 am
Jahresende. Unter ihnen befanden sich am Anfang des Jahres 100 000 und
am Ende des Jahres mehr als 130 000 männliche kaufmännische Angestellte.
Wie haben diese Unglücklichen, die oft über eine große Familie verfügten,
die mitunter den alten Vater oder andere Verwandte zu versorgen hatten,
sich in ihr Schicksal gefunden, wie haben sie ihren Lebensunterhalt bestritten?
Wie hat sich die Stellenlosigkeit im Haushalt des
Kaufmannsgehilfen, der schon mit den im Jahre 1926
        <pb n="59" />
        53
gezahlten Gehälternseine kulturellen Bedürfnisse
nur unvollkommen decken konnte, ausgewirkt? Ueber
alle diese Dinge wären wir nicht unterrichtet, wenn nicht einige der Haus—
haltbuchführer von der Entlassung betroffen worden wären und trotzdem
die Buchführung fortgesetzt hätten. So kommt es, daß in 14 Haushaltungen
an Hand von täglichen Eintragungen verfolgt werden kann, wie sich diese
Kaufmannsgehilfen auf den traurigen Zustand der Stellenlosigkeit ein—
gestellt und versucht haben, das einmal erreicht⸗ Lebensniveau allen Wider—
ständen zum Trotze möglichst zu behaupten.

Die statistische Aufarbeitung des Materials bereitete erhebliche
Schwierigkeiten, da die Behandlung der Anschreibungen als Jahres-
rechnungen und die Verwertung der Durchschnitte über die verschiedene
Lebenshaltung vor, nach und während der Stellenlosigkeit nichts ausgesagt
haben würde. Es mußte daher, um zu zeigen, wie die 14 Haushaltungen in
der schweren Zeit gewirtschaftet haben, eine Umrechnung auf die einelnen
Monate vorgenommen werden.

Zunächst einige Worte über die Zusammensettzung dieser
Familien. Es waren 14 Haushaltungen, deren Haushaltungs⸗
vorstand von der Entlassung betroffen wurde. 14 Jahresrechnungen genügen
nach dem statistischen Gesetz der großen Zahl an sich nicht, um ein voll⸗
kommenes Bild von der Lage der Stellenlosen insgesamt geben zu können.
Und gerade im vorliegenden Falle besteht die Gefahr, daß das Bild zu
günstig wird, weil es sich um Mitglieder eines Berufsverbandes handelt, die
als ältere Mitglieder zum Teil eine größere Unterstützung von ihrem Ver—
bande bezogen. Auf diese Tatsache muß hingewiesen werden. bevor das
Material im einzelnen erläutert wird.

Die 14 Familien setzten sich aus 52 Personen, und zwar aus

23 Kindern und 29 erwachsenen Personen zusammen. Es handelte sich um
durchweg ältere Kaufmannsgehilfen, denn das geringste
Alter betrug 30 Jahre und das höchste 51. Hier dürfte durchaus kein Zufall
vorliegen, sondern die schon oft kritisierte traurige Tatsache, daß die deutschen
Arbeitgeber in den Jahren nach der Inflation verhältnismäßig mehr ältere
Angestellte — auch solche von 30 Jahren an aufwärts gehören leider hierzu
— entlassen haben. Beruflich befanden sich unter den Stellenlosen vier
Buchhalter, drei Lageristen, drei Erpedienten, ein Kalkulator, ein Reisender,
ein Behördenangestellter und ein Betriebsleiter. Die Stellenlosigkeit hat
die Genannten ungleich getroffen. Während in einem Fall die Stellenlosig⸗
keit das danze Jahr andauerte, trat sie in anderen Fällen erst gegen Ende
des Jahres ein, oder wurde noch vor Ende des Jahres wieder von einer
Hilfs⸗ oder festen Anstellung abgelöst.

Zur Darstellung der Einnahmen und Ausgaben wurde für jeden Haus—
halt und für den Gesamtdurchschnitt aller Haushaltungen eine Bere ch⸗
nung auf einen Monat vorgenommen, und zwar für einen Monat
während der Stellenlosigkeit und für einen Monat der Zeit vor bzw. nach
der Stellenlosigkeit. Nur so war es möglich festzustellen, wie sich die Ein—
nahmen und Ausgaben verschoben haben, d. h., wie groß der Rückgang in
den einzelnen Einnahme⸗- und Ausgabeqruppen war. Wenn auf der im
        <pb n="60" />
        5

tabellarischen Anhang abgedruckten Tabelle (Tabelle V) die gegenübergestellten
Ausgaben jedoch in zwei Fällen eine Zunahme — Nr. 8 und ꝰ — der Aus⸗
gaben aufweisen, so ist das dadurch zu erklären, daß in der Zeit, wo der
Abbau drohte, bereits die Lebenshaltung auf das äußerste eingeschränkt
worden war und nun aus den Ersparnissen heraus sogar etwas mehr veraus—
gabt werden konnte. Gerade die beiden angezogenen Fälle zeigen das sehr
deutlich, denn die Einnahmen der Zeit vor der Stellenlosigkeit übersteigen
die Ausgaben dieser Zeit beträchtlich.

Wir beginnen mit den Einnahmen. Die Erwerbslosen waren ins—
gesamt 63 Monate in und 105 Monate ohne Stellung. Auf en Monat
berechnet ergibt sich die folgende Verschiebung der Einnahmen:

Einnahmen

Gehalt ........... .....
Nebenverdienst ............
Nebenverdienst der Frau ....
—AV
Beitr. d. Eltern u. Berwandt.
Haus und Wohnung .......
Acker und Garten ..........
Nutzvieh ..................
Darlehen ....
Sparkasse ..............
Erwerbslosenunterstüstung u
s. w., Reft — EVEIE —
D.H. V. Rente, Rest .....
Krankengeld .............
WoHenhilfe ..
Renten .................
Verkaufte Gegenstände ....
Lotterie ........
Zusammen .. J

vor bzw. nach Wahrend Unnterschied in
— Stellenlosigkeit n 8
— s

233 76
2.
1.7
2. 38
3.01
317
o 18
J.77
59
5,351

Rest 4. 16
21.62
0.62

3.81

10. 66

3. 19

0. 58

0. 04

7. 25

4.09

— aos.22
7185
—407
650!os
—W—
4 016
22222
—
1108
637

5
63

.
98
74

7

75. 36
24. 08
8. 13
o 19
c 16

2016. 85
1730
3618
86
158:38

451

1do. do
2390.67

0.43
288 34

173.95
Der Unterschied der Einnahmen der Zeit vor und nach
und der Zeit während der Stellenlosigkeit beträgeit 39,67 v. H. (oder in
Reichsmark 288,34 N monatliche Einnahme zu 173,05 M). Der lestere
Betrag mag immerhin noch hoch erscheinen, wenn man berücksichtigt, daß
die darin enthaltene Erwerbslosenfürsorge und die anderen Unterstützungen
durch die Städte monatlich nur 75,36 M betrugen. Es wurde schon oben
betont, daß das vorliegende Material in dieser Hinsicht wahrscheinlich ein
zu günstiges Bild gibt, weil der Verband diese Stellenlosen durchschnittlich
mit 24,08 ANM monatlicher Stellenlosenrente unterstützte. (Um jeden Irrtum
auszuschalten, sei ausdrücklich betont, daß hier Durchschnittszahlen von
105 stellenlosen Monaten der 14 Familien angegeben sind und daß die
Renten und Sätze der verschiedenen Unterstützungen natürlich im Einzelfalle
ganz andere Beträge zeigen.) Die Haushaltungen bezogen also rund
100, — AM aus den Stellenlosenunterstützungen. Woher ent stammte
nun der Mehrbetrag von rund 70,- 3M Der Neben—
        <pb n="61" />
        verdienst des Mannes und der Kinder, der nach Einsetzen
der Stellenlosigkeit ansteigt, widerlegt Auslassungen der „Deutschen Berg—⸗
werkszeitung“ (vom 4. August 1926), in denen diese zu schreiben wagte, daß
die Arbeitslosen vom Nichtstun demoralisiert seien und sich wohl dabei
fühlten. Demgegenüber beweisen die Eintragungen der Bücher, daß jede
Arbeit willig und gern getan wird, wenn sie einen Lohn findet. Sogar der
kleine Ack err eines Stellenlosen wird jetzt intensiver abgeerntet. Die Dar⸗
lehnsnahme steigt um 179 v. H., was bei der effektiven Unmöglichkeit
der Rückzahlung von größter Not spricht. Z. B. wurden von einem Stellen⸗
losen 350, — M Schulden und von zwei anderen je 100 NM aufgenommen.
Dabei ist die Mietsstundung noch nicht einmal berücksichtigt. Natürlich helfen
auch die Verwandten und Eltern aus. Die Steigerung des
Krankengeldes nach Eintritt der Stellenlosigkeit ist auf die Er—
krankungen einiger Stellenloser nach der Entlassung zurückzuführen. Die
Entnahmen von der Sparkasse wurden von zwei Haushaltungen gemacht, und
zwar einmal 1360, — M und das andere Mal 291,—2 NM jährlich. Der
Ueberblick über die Einnahmen in der Zeit der Stellenlosigkeit zeigt deutlich,
daß alle Einnahmequellen, die nur irgendwie anzu—
greifen sind, benutzt wurden. Die eigentliche Erwerbslosen—
unterstützung ist nur ein Teilbetrag der Einnahmen, und ohne die Unter⸗
stützung des Verbandes wäre die Lebenshaltung der Familien erheblich weiter
herabgedrückt worden. Zufällig beziehen drei der Haushaltungen eine son⸗—
stige Rente (R.f. A.Rente, Kriegsrente, Unfallrente), die ihnen eine
nicht unbeträchtliche Unterstützung war. Auch dadurch ist unsere Darstellung
sicher günstiger als der Durchschnitt. Erschütternd und vielleicht charakte—
ristischer für die Lebenshaltung der Stellenlosen als der Durchschnitt aller
14 Haushaltungsrechnungen sind die beiden Expedientenhaushaltungen der
großen Tabelle, deren einer 317,02 AM vor und 92,53 M während der
Stellenlosigkeit Einnahmen hatte; der andere verfügte über 196, — NM in
der letzten Stellung und über O0, — N monatlich im Jahre 1926. Sie
waren beide nur auf die Stellenlosengelder der Erwerbslosenfürsorge und
des Verbandes angewiesen.

Aus den gesunkenen Einnahmen erklärt sich die allergrößte Einschränkung
auf der Ausgabenseite der Rechnungen. Die Hauptausgabe—
gruppen, auf einen Monat vor und während der Stellenlosigkeit berechnet,
gehen wie folat zurück

Vor bzw. nach / Waͤhrende —A—
Monatliche ——* Unterschied in
AMisaaben fur der Stellenlosigkeit —*5

7
8
Nahrungs- und Genußmittel
Wohnungsmiete, Hausrat,

Heiz. u. Beleuchtung .....
Kleidung, Wäsche, Schubwoer!
Sonstiges

—
59

27 090

17.53

7*

34 76
29. 28
44 03

27. 20
23.33
47. 34
220.28

2361*
Gesamtausgaben ...

264. 50 18706
Die Ernährungsausgaben sinken naturgemäß, da das Nahrungsbedürfnis
weitaus das dringendste ist, am wenigsten (— 17,53 v. H.s. Während im
        <pb n="62" />
        58 —
Durchschnitt monatlich ein Ernährungssatz von 87,00 M ausgegeben wird,
befinden sich unter den 14 Haushaltungen einige, in denen monatlich für die
Ernährung mit Beträgen gerechnet wurde, die das Existenzminimum erheb—
lich unterschreiten dürften. Z. B. gab die Familie eines 33jährigen Kauf—
mannsgehilfen, die aus der Ehefrau und 2 Kindern im Alter von 6 und
2 Jahren bestand, nur 58, — AM durchschnittlich im Monat für die Er—
nährung aus. Es handelt sich um die Haushaltung Nr. 10 der Zusammen⸗
stellung (Tabelle V), deren Ernährer das ganze Jahr über stellenlos war.
Die geringste Ausgabe für Ernährung wurde von dieser Haushaltung im
März verzeichnet, wo nur 40,12 EM für diesen Zweck — also gerade
10, — AM pro Kopf — verausgabt wurden. In einer der Haushaltungen,
wo die Ernährung schon vor der Stellenlosigkeit auf das Mindestmaß ein—
geschränkt war, ist eine ganz kleine Steigerung dieser Ausgaben zu bemerken.

Die Kleidungsausgabe ist während der Stellenlosigkeit von
26,45 M monatlich auf 20,28 M oder um 23,33 v. H. zurückgegangen.
Wie weit hier die Einschränkung gehen kann, zeigt die obenerwähnte Haus—
haltungsrechnung, die im ganzen Jahr nur 32,77 2M für
Kleidung, Wäsche und Schuhwerk anlegen konnte. Mehr
kann man sich wirklich nicht einschränken. Wie soll der Kaufmannsgehilfe,
der sich so beschränken muß, wieder in seinen Beruf hineinkommen, der doch
eine angemessene Kleidung verlangt? Der Kaufmannsgehilfe, der nicht
einmal mehr in der Lage ist, sich so zu kleiden, daß er sich bei Bewerbungen
vorstellen kann, ist der Verelendung rettungslos preisgegeben.

Die drittstärkste Beschränkung zeigen die Aus—
gaben für Wohnung, Hausrat, Heizung und Beleuch⸗
tung. Sie gehen von 47,75 M auf 34,760 M monatlich zurück. Da die
Wohnungsmiete ja fortlaufend gezahlt werden muß, so ist die Einschränkung
mit 27,20 v. H. wohl im wesentlichen bei den Ausgaben für Hausrat,
Heizung und Beleuchtung zu suchen. Auch Stundung der Miete kommt,
wie die Haushaltungsbücher zeigen, vor. Die Ausgaben sind im einzelnen,
wie die Tabelle im Anhang zeigt, sehr unterschiedlich. Der schon zweimal
erwähnte Stellenlosenhaushalt bewohnte mit der ganzen Familie ein Zimmer
mit Küchenbenutzung und zahlte für dieses Zimmer einen Betrag, der
zwischen 16 bis 22 M schwankte. Für Heizung und Beleuchtung mußte er,
je nach der Jahreszeit, 3, — bis 8,— AM monatlich aufwenden. Für die
Instandhaltung seiner Möbel konnte er im ganzen Jahre nur 5,.10 M er⸗-
übrigen.
Am stärksten wurde der sonstige Bedarf, der die kul—
turellen Ausgaben umfaßt, iingeschränkt. Fast um 50 v. H.! Wie
die Aufstellung im Anhang zeigt, sind aber auch Haushaltungen darunter, die
diese Ausgaben um 90, 80 und 60 v. H. herabgedrückt haben. Da die Ein—
schränkung gerade dieser Ausgabengruppe bei den Mitgliedern eines Berufs—
standes, für den die Befriedigung kultureller Bedürfnisse sehr wichtig ist,
besondere Beachtung verdient, sei nachstehend mitgeteilt, was hauptsächlich
entbehrtwerden mußte:
        <pb n="63" />
        Monatliche
Ausdaben für

Bor bzw ach,./ Wahrend Anterschied in
der Stellenlosigkeit
7 vu V

v. .
Reinigung ....
Gesundheitspflege .........
Geist. u. ges. Bedürfnisse ...
Schulgeld u. Lernmittel ....
Verkehrsmittel...
Steuern ......
Versicherungen.
Dienstboten ....
Geschenke ..
Schulden .....
Ersparnisse .P.....
Bewerbungskosten.
Taschengeld .....
Gerichtskosten .....
Begräbniskosten ...

6. 16
2. 54
4. 69
3. 18
3. 40
2.,96
. 39
59
83

80
e
70

20. 62
124. 80
32. 68
46. 54
5.29
93. 08
57. 18
77. 22
62. 68
92. 22
65. 19
100. 00
69. 74
70. 320
18—

530
1223
2

9

*2

J— 47. 34

Die seelische Zermürbung durch den Abbau und die vergeblichen Be—
mühungen, wieder eine Stellung zu finden, verursachen sehr häufig Er—
krankungen unter den Stellenlosen. Wenn die Kosten für Arzt und Medizin
auch überwiegend durch die Versicherung bestritten werden, so ist es doch nicht
zufällig, daß bei diesen 14 Kaufmannsgehilfen die Ausgaben für
Gesundheitspflege sich während der Stellenlosigkeit
mehr als verdoppelt haben. Außer den zufälligen Begräbniskosten
und den Bewerbungskosten gehen alle sonstigen Ausgaben stark zurück.
Vor allem die Ausgaben fuͤr geistige und gesellige Bedürf—
nissse, fir Schulgeldund Lernmittel und für Reinigung.
2,89 N monatlich für geistige und gesellige Bedürfnisse dürften, außer dem
Stellenlosenbeitrag zur Aufrechterhaltung der Mitgliedschaft bei der Ge—
werkschaft, dem Bezuge einer Tageszeitung, Schreibpapier und Porto für
Bewerbungsbriefe, soweit diese Ausgaben nicht unter der dafür vorgesehenen
Ausgabengruppe erscheinen, kaum noch irgendwelche Beträge für andere
Ausgaben dieser Art übrigiassen. Die „Deutsche Bergwerkszeitung“ fühlte
sich zwar im Jahre 19260 bemüßigt, darauf hinzuweisen, daß in Gegenden
die monatelang notorisch arbeitslos sind, die Gastwirtschaften und Tabakläden
besonders florierten. Wir glauben, daß das Gegenteil wahr ist, hier be—
wiesen zu haben. Man könnte im Gegenteil an Hand dieser Zahlen einmal
feststellen, wie stark der Unterkonsum an allen diesen Dingen im Jahre 1926
war, als mehr als eine viertel Million Angestellte ohne Beschäftigung waren.
Am wenigsten ist die Ausgabe für Verkehrsmitte l, die wohl
gerade für den sich bewerbenden Stellenlosen unumgänglich ist, herunter—
gegangen. Die Rückzahlung der Schulden stockt fast ganz nach Eintritt der
Stellenlosigkeit, dagegen ist eine weitere starke Verschuldung, wie schon ge⸗
zeigt wurde, durch die Zunahme der Darlehen erwiesen. Ein scheinbarer
Widerspruch liegt vielleicht darin, daß während der Stellenlosigkeit die Er—
sparnisse nicht ganz verschwinden. Das Sparen erscheint. wie schon in

Zusammen ...

8361
        <pb n="64" />
        60 —

früheren Darlegungen betont werden konnte, dem rechnerisch veranlagten
Kaufmannsgehilfen auch in der schlechtesten Lage erstrebenswert. So haben
einige der 14 Kaufmannsgehilfen, in weiser Voraussicht, daß noch weitere
Unglücksfälle ihre Familie betreffen könnten, einige Mark monatlich beiseite
gelegt. Auch das Mißverhältnis zwischen den Einnahmen und Ausgaben
vor der Stellenlosigkeit zeigt, daß bereits vorsorglich Beträge zurückgelegt
wurden, die aber nicht immer als Sparrücklagen besonders notiert wor—⸗
den sind.

Mit dieser kleinen Schilderung glauben wir die Haushaltungsführung
der stellenlosen Kaufmannsgehilfen klar genug dargelegt zu haben. Zwar hat
der Generaldirektor Dr. Piatscheck im Jahre 1926 gelegentlich den Satz
geprägt: „Die sehr hohen Sätze der Erwerbslosenunterstützung sind natürlich
ein direkter Anreiz zum Müßiggang, wie ja Tausende von Beispielen schon
lehren“, so konnten wir doch unter unseren Stellenlosen kein solches Beispiel
finden. Es spielte sich im Gegenteil ein harter Kampf um die Existenz, um
das tägliche Brot und um die Zugehörigkeit zu einem Berufsstande vor
unseren Augen ab.

9. Vergleich mit Erhebungen der Vor- und Nachkriegszeit.

Die einzige Erhebung der Vorkriegszeit, mit der die vorliegende in Be—
ziehung gesetzt werden könnte, ist die schon mehrfach erwähnte „Erhebung
von Wirtschaftsrechnungen minderbemittelter Familien im Deutschen
Reiche“, die im Jahre 1907 von der Abteilung für Arbeiterstatistik im
Kaiserlichen Statistischen Amte durchgeführt wurde. Unter den damals
befragten 852 Haushaltungen befanden sich die Haushaltungen von 19
„Handlungsgehilfen“. Diese verfügten im Durchschnitt über eine Jahres—
ausgabe von 2260, — A. Wenn wir den Versuch unternehmen wollen,
die Lebenshaltungder Vorkriegszeit mit der Lebens—
haltungder Gegenwartzuvergleichen, so müssen wir diesen
Haushaltungen eine Gruppe von Kaufmannsgehilfen gegenüberstellen, die im
Durchschnitt ein gleiches Einkommen beziehen. Zu diesem Zweck wählen wir
die 51 Kaufmannsgehilfenfamilien der Tabelle Ja des Anhanges, die unter
Berücksichtigung der Geldentwertung ungefähr ein gleiches Einkommen
hatten. Gleichzeitig setzen wir die Jahresrechnungen von 80 Arbeitnehmern
der Stadt Hamburg — zumeist Arbeitern — gegenüber, die vom Statisti—
schen Landesamt Hamburg im Jahre 1925 untersucht worden sind. Diese
Haushaltungsrechnungen sind die ersten, die in Deutschland in der Nach—
kriegszeit überhaupt angefertigt worden sind. Da die Gesamteinnahmen
dieser Haushaltungsrechnungen gleichfalls mit den 51 Wirtschaftsrechnungen
von Kaufmannsgehilfen übereinstimmen, kann sehr wohl auch ein Ver—
gleich der Lebenshaltung der Arbeiter und Angestell—
teen vorgenommen werden. Die Gegenüberstellung erfolgt in vom Hundert
der Ausgaben (Tab. S. 61).

Die Veränderung der Bedürfnisverteilung der
Kaufmannsgehilfen in den letzen 20 Jahren ist mit
wenigen Worten folgende: Die AUusgabequotefür Ernährung
sank von 40,2 v. H. auf 35,57 v. H. der Gesamtausgaben. Desgleichen
        <pb n="65" />
        61

Ausgaben für

Nahrungs- u. Genußmittel ..
Kleidung, Wäsche, Schuhwerk
Wohnung und Hausrat ....
Heizung u. Beleuchtung ....
Sonstiges
Der sonstige Bedarf setzt sich
zusammen aus:
Gesundheitspflege .......
Unterricht ..............
geist. u. gesell. Bedürfn...
Steuern ..............
Versicherungen .. —
Verkehrsmittel
Dienstboten ...
Unterstützungen
Schuldentilgung
Ersparnisse ...
Verschiedenes
Zusammen

19 „Handlungs-
gehilfen“ 1907
jahreenosoo —2
v. H.

0.2
12.1
19. 3

28
X
1.3

24 5

51 Kaufmannsgehilf. 80 Hamburger „min⸗
1926 derbemittelte“ Arbeit⸗

Jahreseint. 3356 nehmer 1923

Jabresausg. 33542 α abvehernt. 3355
v. H. v. H.

2 —
*
—
·—

04
91
95
96

0

—9

—
o 80
70
54
42
26
74
.57
86
7

I. 69
0. 59
4. 61
1. 23
5.13
2. 60
. 47
1. 35
0.75
O 58
⁊ 84

4

33.85

ß 25.84
gingen die Ausgaben für Wohnung und Hausrat zurück. Bei Kleidun g
zeigt sich ebenfalls ein Rückgang, der allerdings in Wirklichkeit nicht so
groß ist, da 1907 die Ausgaben für Reinigung der Kleidung und Wäsche in
die Ausgabengruppe für Kleidung miteingeschlossen wurden, während in der
vorliegenden Erhebung die Reinigung unter dem sonstigen Bedarf verbucht
worden ist. Der Kaufmannsgehilfemußalso gegenwär—
tig die Ernährungs- und Kleidungsbedürfnisseein—
schränken, damit er den in der Nachkriegszeit so verteuerten „sonstigen
Bedarf“ — die amtliche Teuerungszahl nennt stets eine Verteuerung von
180 gegen 100 in der Vorkriegszeit — einigermaßen decken kann. So sehen
wir, daß die Ausgaben für Lernmittel, geistige und
gesellige Bedürfnisse, Verkehrsmittel, Dienst—
leistungen, Unterstützungen an notleidende Ver—
wandte, Steuern und Versicherungen erheblich
stieeg en. Die Steuern stiegen, was um so beachtlicher ist, da die Kauf—⸗
kraft der verglichenen Haushaltungen im Durchschnitt gleich war, von
36,03 M auf 151,76 AM, während die Ersparnisse von 83,02 M
auf 39,17 M sanken, also nicht nur in der Ausgabenquote — von 3,7
v. H. der Ausgaben auf 1,17 v. H. — sondern auch in dem nominalen
Betrag. Die Zunahme des Versicherungsbedürfnisses dürfte die kleine Ab⸗
nahme der Ausgaben für Gesundheitspflege verursacht haben. Auch die
Ausgaben für Heizung und Beleuchtung sind erheblich gestiegen. Es besteht
demnach kein Zweifel, daß in der Haushaltungsrechnung des Kaufmanns⸗
gehilfen erhebliche Veränderungen — ja, man kann direkt von Verschlechte⸗
rungen sprechen — in den letzten zwei Jahrzehnten vor sich gegangen sind.
        <pb n="66" />
        Die Gegenüberstellung der Einkommensverwendung der Kaufmanns—
gehilfen mit den 80 Haushaltungsrechnungen der Hamburger Erhebung
kann, wenn auch einige wenige Angestelltenbudgets sich darunter befinden,
sehr wohl als eine solche zwischen den Arbeitern und Kaufmannsgehilfen
angesehen werden. Wieder zeigt sich die besondere Bedürfnisverteilung dieses
Berufsstandes. Die 51 Kaufmannsgehilfenhaushaltungen, die über eine
gleiche jährliche Kaufkraft verfügen, schränken ihre Ernährungsausgaben
zugunsten der übrigen Bedürfnisse ein, sie wenden rund 10 Hundertteile
weniger für die Ernährung auf als die Hamburger Arbeiter, denn sie
müssen mehr Einkommensteile für die Wohnungs—
miete, für Steuern, für Versicherungen, für kultu—
relle und berufliche Ausgaben, für Schuldentilgung
und für Unterstützungen frei machen. Bedenklich ist, daß
die Kaufmannsgehilfen weniger Ausgaben als die Arbeiter für Hausrat
und für Kleidung machen konnten. Da Miete und Hausrat in der
obigen Tabelle zusammengefaßt worden sind, geben wir die betreffenden Be—
träge noch einmal gesondert wieder:

Hambura 19251 O. 8. V. 1926
Miete ........... 8.33 v. 8. 12. 4M v. 8.
Hausrat —V 3.622, 3.00,
Zusammen .. 11.05. 5918.50 . 8.
Der Unterschied der Kleidungsausgabe ist allerdings auch hier nicht ganz
so groß, wie aus der Tabelle ersichtlich ist, da unter den verschiedenen Aus⸗
gaben bei den Kaufmannsgehilfen die Reinigung von Kleidung und Wäsche
mitenthalten ist, die in Hamburg direkt unter der Position Kleidung mit⸗
gezählt wurde. Die geringfügige Steigerung der Position Ersparnisse bei
den Kaufmannsgehilfen kann keineswegs als Anzeichen einer besseren Lebens—
haltung gedeutet werden, denn wie der Vergleich mit 1907 lehrt, wurde in
der Vorkriegszeit viel mehr gespart. Man kann dieser Zusammenstellung
entnehmen, daß die Kaufmannsgehilfen sich den kulturellen Aufwand —
Wohnung, sonstige Ausgaben —, zu den sie aus Berufserfordernissen ge⸗
zwungen sind, sozusagen am Munde absparen. Die Arbeiter hatten dagegen
größere Unkosten für Verkehrsmittel.

Während in Deutschland in der Zeit nach dem Kriege lange Jahre
durch den Währungsverfall und auch wegen der Kostspieligkeit Haushaltungs⸗
statistiken nicht unternommen werden konnten, war das Ausland auf diesem
Gebiet recht rührig. Es würde zu weit führen, auf die Erhebungen von
Japan, Irland, Argentinien, Finnland, Italien, Estland, Britisch-⸗Indien,
der Tschechoslowakei, Holland, Rußland, Schweden und der Vereinigten
Staaten von Nordamerika näher einzugehen. Es soll aber eine der vielen
Erhebungen erwähnt werden, da sie unter kaufmännischen An—
gestellten in der Schweiz unternommen worden ist. Wir setzen die
Hauptausgabegruppen der vom Schweizer Kaufmännischen Verein 1925
        <pb n="67" />
        — 63 —

vorgenommenen Erhebung in Bezug zu dem Durchschnittsbudget unserer
Erhebung. Bei diesem Vergleich ist aber darauf zu achten, daß die Kauf—
kraft beider Durchschnittsrechnungen sehr verschieden war — das Gesamt—
einkommen betrug in der Schweiz 1925 — 7008,67 Fr. und bei unserer
Erhebung von 19260 — 4322,07 Mä —, daß also weitere Folgerungen
nicht angestellt werden können.

Ausgabegruppen

Ernährung .......

Kleidung und Wäsche ....
Wohnung und Hausrat .........
Heizung und Beleuchtung
Sonstiges

—
24

Schweizer Deutsche
Kaufmannsgehilfen Kaufmannsgehilfen
1925 1926
22 Familiom 200 Familiem

4—
10 v. S.
2
—F
323

90

3022

“
Die Aehnlichkeit der Ausgabequoten für Ernährung, Kleidung und
Wäsche ist überraschend. Beid— Durchschnittsrechnungen zeigen die für den
Berufsstand der Kaufmannsgehilfen typische Einkommensverwendung.
Zusammenfassung.

Wenn wir die mannigfachen Ergebnisse dieser Arbeit noch einmal in
ganz großen Zügen zusammenfassen, müssen wir von dem allgemeinen
Budget des Kaufmannsgehilfen ausgehen. Die Eigenart
seiner Bedürfnisverteilung beruht darin, daß er nur ein Drittel seiner Aus—
gaben für die Ernährung, den weit größeren Teil seines Einkommens da—
gegen für die übrigen Lebensbedürfnisse aufwendet. Unter diesen Bedürf⸗
nissen beanspruchen die Kleidungsausgabe 11,81, die Wohnungsmiete 10,19,
der Hausrat 4,70 und Heizung und Beleuchtung 3,92 Hundertteile der
Gesamtausgaben. Für den als „sonstige Bedürfnisse“ zusammengefaßten
Kulturbedarf muß der Kaufmannsgehilfe mehr als ein Drittel der Aus—⸗
gaben — 30,22 v. H. — bereitstellen. Damit ist die überra gende
Bedeutung des Kulturbedarfs für den Kaufmanns—⸗—
gehilfen erwiesen. Diese Feststellung ist von außerordentlicher Wichtig⸗
keit, denn sie zeigt, wie sehr gerade die sozial gehobenen Schichten durch die
Verteuerung diefer Güter und Leistungen betroffen werden. Sie läßt aber
auch erkennen, daß die amtliche Teuerungszahl (Reichsindexziffer für Lebens—
haltungskosten), durch die man gewöhnlich die Verteuerung der Lebens—
haltung in der Nachkriegszeit mißt, für die Messung der Verteuerung der
Lebenshaltung dieser Schichten keine Handhabe bietet. Sie mißt die Preise
auf Grund des Verbrauchsverhältnisses einer Arbeiterfamilie, in dem die
Ernährung 54,77 v. H., die Wohnung 20, 35 v. H., Heizung und Be—
leuchtung 5,55 v. H., Bekleidung 10,05 v. H. und der sonstige Bedarf nur
9,28 v. H. einnehmen. Da gerade für die letzgenannte Ausgabe die Ver—
teuerung amtlich mit 180 gegen 100 in der Vorkriegszeit errechnet wird,
empfinden die höheren Sozialschichten — also vor allem die Kaufmanns—
        <pb n="68" />
        — 64 —
gehilfen, in deren Haushalt dieser Posten 36,22 v. H. der Ausgaben beträgt,
die Teuerung bedeutend stärker als die Teuerungsziffer ausweisen kann!).

Von den weiteren Ergebnissen ist hervorzuheben, daß die Lebens—
haltung der minderbemittelten Kaufmannsgehilfen — unter minderbemittelt
sollen die Kaufmannsgehilfen verstanden werden, deren Einkommen weniger
als 4000, — AM beträgt, — außerordentliche Mängel aufweist. Sie
schränken ihren Bedarf an Kleidung, Hausrat, Erholung, Schul⸗ und Lern⸗
mitteln, Verkehrsmitteln, Dienstleistungen und vor allem die Sparrücklagen
über Gebühr ein. Auch die Ernährung zeigt starke Mängel, insofern als
für die nahrhaften Nahrungsmittel nicht genügend Einkommensteile auf⸗
gewandt werden können. Verschärft wird die Lage dieser Haushaltungen,
soweit sie in Großstädten wohnen, denn die hohen Mietpreise und auch be—
trächtliche Aufwendungen für Heizung, Beleuchtung, Schulgeld, Lernmittel,
Erholung und Steuern beengen die Lebenshaltung dieser Familen noch
mehr. Eine ähnlich gedrückte Lage ergibt sich für die Haushaltuͤngen, die
über eine größere Kopfzahl verfügen. Die Einschränkungen in der
ganzen Lebenshaltung — vor allem die Herabdrückung der Aus⸗
gaben für Hausrat, Kulturbedürfnisse und Erspar—
nisse auf ein Minimum sowie die Veränderung der
Nährweise zu den billigen pflanzlichen Nahrungs—
mitteln, wie Brot, Margarine, Kartoffeln zeigen, daß die Kinder—
einschränkung in den Kreisen des Kaufmannsgehilfenstandes nicht zuletzt auf
die gedrückte Lebenshaltung zurückzuführen ist.

Wie die Tarifstatistik des Deutschnationalen Handlungsgehilfen⸗Ver⸗
bandes und die Statistik der Angestelltenversicherung ausweisen, bezieht die
große Mehrzahl der deutschen Kaufmannsgehilfen Gehälter, die mit den Ein⸗
kommen dieser von uns als minderbemittelt bezeichneten Kaufmannsgehilfen
übereinstimmen, ja, zu einem großen Teil noch unter den von uns unter—
suchten Einkommensstufen liegen. Ohne lohnpolitische Fragen aufwerfen
zu wollen, wird man fordern müssen, daß das Gehalt, das sich letztlich nach
Leistungen und nicht nach Teuerungszahlen zu richten hat, mindestens eine
standeswürdige Lebenshaltung gestattet. Dieses Mindestmaß wird gegen⸗
wärtig von einem sehr großen Teil der deutschen Kaufmannsgebilfen nicht
erreicht.
1) Der Kaufmannsgehilfe, der in der Vorkriegszeit 250 Mark Gehalt bezog (z. B.
ein Bilanzbuchhalter), hätte im Mai 1927 393,45 N verdienen müssen, um über eine
gleiche Kaufkraft wie in der Vorkriegszeit zu verfügen. Zu diesem Ergebnis kommt man,
Denn man eine Umrechnung mit Hilfe des hier festgestellten Verbrauchsverhältnisses der
Kaufmannsgehilfen und den Reichsindexziffern für Ernährung, Wohnung, Bekleidung,
Heizung und Beleuchtung und Sonstiges vornimmt. Die heute notwendige Kaufkraft
wird aber noch etwas höher liegen, da die stark gestiegenen Steuerabgaben und die höheren
Versicherungsbeiträge von der Indexziffer für Sonstiges nicht gemessen werden. Der
Lebenshaltungsindex des Kaufmannsgehilfen, der sich aus der Beziehung zwischen Vor⸗
kriegsgehalt und dem heute notwendigen Gehalt ergibt, würde für Mai 1927 157,4 be⸗
tragen, während die amtliche Teurungszahl mit nur 1460,5 errechnet wird. Das wirklich
bezogene Gehalt lag damals weit unter dem für notwendig errechneten. Die Tarifstatistik
des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes wies Ende 1026 als entsprechendes
Gehalt 318 0 aus. Dazu käme freilich eine kleine Erhöhung durch die infolae der
Mietvpreissteigerung stattgefundenen Gehaltsbewegungen.
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        Tabelle Ja

A
Zahl der Haushaltungen .....
Zahl der Personen .. 3

Einnahmen:
Gehalt ......................
Nebenverdienst des Mannes ....
F der Frau........
Beitrag der Kinder ............
F „Eltern u. Verwandt..
Haus und Wohnung .P..........
Acker und Garten ............
Vutzvleh....
Darlehen ....................
Spartasssee
Zinsen ...... ..
Sonstiges —V ———
Zufsammen.....
Im Laufe des Jahres genommene
u. zurückgezahlte Vorschüsse ...
Ausgaben:
Nahrungs- und Genußmittel ....
Kleidung, Wäsche, Schuhwerk
Miete ....
Heizung und Beleuchtung ......
Hauseinrichtung ..............
Garten und Vieh .............
Reinigung ...................
Gesundheitspflege: Arzt ........
Erholung ...
Seist. u. ges. Bedürfnisse
Schulgeld und Lernmittel ......
Verkehrsmittel ................
Steuern......................
Versicherungen ...............
Dienstboten ..................
Unterstützungen ....... ......
Schulden ........ —
Ersparnisse ...................
Sonstiges (Taschengeld usw...

Zusammen .....
Ges amtausgaben:
Ernährung ...................
Wohnung usw................
Kleidung ..................
Sonstiges ... ........
Zusammen .....

— — —

Die Einnahmen und Ausgaben des

Kaufmannsgehilfen in 10 Einkommensstufen
b 20 S leu Vb aalbe M xy Wo, Mo aalsio No⸗ α Vdo añ muer g
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ide .10 43301 118 78 14
20.601 1.33 3310 1211 i006 018
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38.12 1.71 238.71 L05)] 3011 157
o.50 2.02 i208 o 26. 41
7.333 335 6.101 0225 65 351
2051 — 3.17 05. Leco
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o.o7 2064 2.7α
20.48 1331 18.381 0.66

2223. 28. 100, ειεσ dο εε ο

512.68
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1. 8 J

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32.92
14. 74
6.32

O. 3⸗
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545. 65
15886
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39. o0
105.05
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6.00
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160.85 2.50

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40.37 0.67

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3. 04

3586.14 86.27
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82.11 0183
200.151 210
11.33 042
82.97 284
80.03 0.00
76.781 0.77
9053. 191 100
246. oo — 2.7

— —
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45

2
1143501 5.15

70.32 2.58

128 101 3.83

143.18 371

152781 3.42

162.65 — 3.19

335.301 6.00

245.371 374 105.401 2.68

24. 64
223. 88
271.58
09.54
59. 38
0.70
11. 37
12.56
23. 65
z9.83
17.84
4. 70
69.01
21. 70
230
05
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2.54
16.89

40. 70
10. 10
2.28
4.9.
3. J.
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100.74
291. 11
287. 86
134.21

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10. 67
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188. 76
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115 88
4
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323.
179. 30
571.54
138. 09
1955*

2613.351 26.87

ii5.00 11.46

853.601 8.78

229

308. 588 370

6.11 806

186120 1.02

208.53211

384. 10 3.04

so2iool 681

bod.so 6.80

151.1851 1.356

36.77 82

2.31 8100

3538.04 3.48

388.03 3.08

655 0107

243.00 250

i204 IL.os

——

572 ö.. 866. 20 28. 68 2020. 78 26. ob 2613. 35 26. 81
6633 ιιο eαα iεοο 26εσ 451.10 14
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2.
X
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64
2.55
35

526.
38
125 89
22 55
2
*

32

294
14.
154 14
2217003 100 2700. 37 100 13342. 41 100
3810.88 100

431.41 100

04. 64 40.79
3127 20351
2388 10.10
38
ꝛziz ioo laroos loo 3342.41) 1oo l3810.851 10o0o
—

— —
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        Tabelle 1b

Nahrungs⸗ und Genußmittel-⸗ sowie

Kleidungsausgaben in 10 Einkommensstufen

Linkommensftufe ....................
Zahl der Haushaltungen ..............
Zahl der Personen ..... ———

1

bis 2400 α
10
29

11
2400 bis 3000 A
28
96
A v. O.p 8*

III
ooo bis 3600
51
165
4 D. Sa p. S*

Iv
3600 bis 4200 400 bis 4800 2.40
62 *
an 187
4 v. S. v.

vi

00 bis 5400 æ —
35
134

Av. Si v. H.

VII
5400 bis 6000
25
92
v. S v. 9

Vimi —

6ooo bis 7200 A⸗ 7200 bis S400 x
15 s
55 23

Au v. ↄSav. äAα sv. Sav. ge

x
über saoo A
37
p. Sv. 9.

lusgaben für Nahrraes- und Genuß-
mittel:
Brbh Meht.
Nährmittel .......................
darloffein....
semüse ............................
leisch:
Zchweinee⸗e⸗e
dammel- .........................
Vurst ............. .. .............
Schmalz .........................
Verschiedenes

v. S.i v. S at
A Iv. 8.i v. H2

16.460 5.25 12. 87
37.361 3. 04 7. 44
—D —
51.901 1.44 3. 54
22.,552 1.02 2.49

61. 151 5.95 14. 64
31.9001 3. 02 7.44
30.751 1.151 2.82
11.62 1. 54 3.78
5.301 30 3.21

167. 11
86.04
32.27
39.43
16. 95

5.00 14. oos 160.52 4. 44 120 —
257 a.24 8 2.2 9 * 8 us
o.o7) 2.72] 36.00 0.94 2 c7 bb 8 *
1.i81 3.320 60.181 1.311 30 —557—
u4o 3.0s1 55.171 150 403 130 3.3
Al .as A.22

200.41) 4. 14 12. 78
1576 220 7.07
o8 0. So 2.47
ↄ5.02 1.300 3.02
7.521 1335 4.412

185.851 3.37) 11.820 221. 381 3. 22 11. 03
111. 28 5 7.071 140.50 2.17 7.57
42. 36 0.77) 2.601) 34. 78 0. 544 1. 87
66.851 1.21 4.251 87. 715.1 4. 73
72.53 1.2321 4.,611 83. 00 1. 281 4. 48

2655. sa 3.37) 12. 81)
42. Asß 3.22 11. o5
86.os) 1.14 4.23
66.38) 0.88 3.27
87.30 1. 16 4. 30

301. 135 3. 10 11. 52
167.58 1.72 6. 41
690.54) 0.711 2.66
41.72 1.46 5. 42
62. 381 1.671 6.21
z38. 441 2.84 6. 46
0. ol 2.26 5.53
4.5641 2. 21) 0. 50
5.07) 0.681 1.67
1. 52 4. 12 10. 12
7.19 0.781 1.90

1.381 3.75

4.62 2.751 6. 78
15.800 1.69 4. 16
7.02 ).26 0. 64
8.401 0. 681 1. 68
6. 041 3. 18 7. 82
6.68 0.61) 1.5
4. 35) o. 227

177.841 2.33 6.56
55.301 1.660 4. 66
4.30 0.131 0. 36
16.10 0. 48 1. 36
24. 722 2.83 7.97
9.181 0.57) 1.61
20 1. 5 02

94. 66. 2.48
67.301 1.76

7.98 0.21
16.95 0. 44
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o.ss 2.36 60.x47 1. on 3.74
386 o2dz 24. 60 454. oo 3
24.100 0.16. 1.0 22.5601 0.411 1.481 20.511 0.321 1.
54.600 3. 00. 0. 44. 162.50 2.05 10.331 140. 100 2301 8.00
—E —
30.o2. o.so 1.8631 32.27 0.50 2.061 35.711 0.58 1.03
20.44 0.58 1.801 . o 0.511 1.7081 24.54 036 1.32
82.31) 1.63. 5. 041 77. 1.401 4.901 74.001 1. 160 M.o40
— —
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638.21 32.30 100 11579. 08 ↄß οο 53 . e Ioo

228.xx2.36 8. 75
100.oo1 1. 04 3.86
11.80 0.12 0. 46
13.800 0.14 0.53
164.70 1. 601 6. 31
33. 111 0.324 1.27
s6.oꝛ o.ss 3.20
638.oof 6. 80 24. 46
34.03 0. 416s 1.0 34.541 0.361 1. 32
⁊8.o2 2.87) 8.72. 226. 64) 2.32) 8. 63
25.67 1.267) 6. 10* 212.510 2.181 8. 13
46.ob o.611 2.271 46. os o. a7) 1. 76
58.17 o.r 2.82] 12.54 o. i18 0. as
85.80 1.141 4.231 130.37 1.34 4. 00
248.82 3. 30 12. 201 287. 3241 4. 80) 16. 74
27.o2 1.601 6.201 33. oo 0.381 1. 27
ꝰo. 7si 26. os 100 12618. 35 26. 87. 100

Fleischwaren zu men ....

152 02

Butter .............................
däse ...............................
Margarine .......................
kier......................
senußmittel ............... .....
Jerzehr im Gasthaus

2032 o. bi 1.10. 24.70. 0.665. 21.87 02.401 1. /
los.2i 3.180 832881 182.71 3.48 10⸗ ac 53 5
114.58 3. 415. 0. 64) 120.561 3. 16 —8 del 319 32
26.s0 o.20 2.24 ↄι o. 3 33
3454 1. 04 2.0051 30.101 0.70 223 —
47.s2 1.42 4. 0o1 68. 100 1. 82 44 578 5
63.20 4380 18.235. 70.22 400 13 3 3433
210 0.7 7.37) o.i0 5 3
uss ae σσ, ioo isæs.ær guαα 3 5

c.s4 Oo.871 2.)
39. o8 7.74
38.52 3.001 7.58
a o.os 2.36
5.90 1.621 3.98
* 1.32 3.24
25.831 5.58 13.68

19.601 0. 731 1.79
— ——
— — ——
25.611 87 2.14
35.80 131 3120
45.83 62 tZios
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1428 43 uo
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Zusammen .......
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Lebensmittelgruppen
fleisch und Fisch ..................
Milch, Butter, Käse, Eier..............
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artoffeln, Gemüse, Obst.. ......
Brot, Nährmittel ....................
Fette...............................
gflanzliche Nahrungsmittel zusammen
sonstiges .......... rlagere a
Lebensmittel zusammen.......
— —
Ausgaben für Kleidung: — o. Amn v. 91
ür den Mann ..................... 48.26 2.10 75. 83 2.
die Frau ........................ 51.46 2.771 57.20 2.11
Knaben .P......................... 18. 45 o.83 21.37 o.79
Mädchen ........................ 5.99 o.27 15.20 y. ca
Schuhwerk ..................... 0. o0 2.26 38. 68 2.*
Wäsche und Bettzeug ............. 8. 24 97 95.24 *
Verschiedenes .................... *1308 1.4 14. 55 1
— —— — — —— — —
Zusammen22ůö —iouo. 7α
Eee — ———— — — — 7
v. O. der Gesamtausgaben v. . der Nahrungs- und Genußmittelausgaben

Oie Ausgabenf! 4
¶23.00 9.66 27.1. “ñ 4 * iqgche und pflanzliche Nahrungsmittel

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—3 77 e — 8 . Oů 6. 6õ 19. 38. 325. 17 6.48 10. 8s 207. 13 5.30 18. 80
— —35 4.27 o.ss 1.501 20.44 0. 581 1. 8o1 27. 07 0. 51 1.78
* ——— 41 10.o3 31. 701 528. 48 10. 40 32. 26 * o.20 32.2e
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F 5.63 — —— 6. o2 25.76
135.601 5.70 21. 461 614. 80 6. 31 23. 851
—
230. 58 3. 18 11. So1 378. 6as 3. Sa 130. 20
06. 20 6.80 28 168.711 4282 17. 03
58.17) o.77 2.87) 12.54 0. 181 0. A8
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86.52 250
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361.4410.8

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113. 14 7

33. o0 J
26. os o.“*
86.17

2s. 36

50.o4
—E —

4 v.
38.37 3.1
16.92 2.64
7. 48 —*
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n. s2 —
8. oo
30.40
95 40 J

α v.
0. os 2.0
131.20 2.s0
47.23 dQ. 3
65.13 1.25
10.53 2.10
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50. 47 1.1
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4.4 v.
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37.15 o.⸗
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275111 2283
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—E— —
1115.00 n. ae
        <pb n="72" />
        Tabelle II
kZinkommensstufe ............

Zahl der Haushaltungen .......

Zahl der Vollpersonen .........
Einkommen:
Sehaltltt ene aweve
Nebenverdienst des Mannes ....

d der Frau........
Beitrag der Kinder ............

* „Eltern u. Verwandt..
Haus und Wohnung ...........
Acker und Garten .............
Vutzojseßß
Darlehen ....................
Sparkasse
Zinsen ...... —E—E———⏑—
Zonstiges ....
Zusammen .....

—
Ausgaben:
Nahrungs- und Genußmittel ....
Kleidung, Wäsche, Schuhwerk ...
Miete
deizung und Beleuchtung .P.....
d)auseinrichtung ..............
Garten und Vieh .............
Veinigung
Sesundheitspflege: Arzt ........

F Erholung ...
SGeist. und ges. Bedürfnisse .....
Schulgeld und Lernmittel ......
VBerkehrsmittel ...............
Steuern......................
Versicherungen ...............
Dienstboten...................
Unterstützungen ...............
Schuldenn..
Ersparnisse ..................
Zonstiges (Taschengeld usw.) .
Zusammen .....

Gesamtausgaben:
Fengheunngg
Wohnung usw. ..............
Kleidung ....................
F

Zusammen .....

Einnahmen und Ausgaben einer
bis 3000 A3 bis 4000 α uber 4000 AM
38 97 158
105.71 31. 68 350. 67
Zosperson vosperssnvBeaeswperson
—* . 4. pm,. 8. v. 8. 4
354. 00 91.57
12.49 1.34
153 17
7.21 —X
11.22 1.20

3.9 3. 37
255277
1.03 AX
16. 45 1.76
5. 47 —R
osoα
933. 15 100

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——
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1675.92 890.51
3735 2606
2121 I.i
—2 —
28.89
5.21
5.54
156
22.51

1
261
54 42

1096. 29 100

1872.30 oc

37.
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40. 67

10.60

10. 90
4.9.
2.86
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383.48
124. 57
119.87
42.56
45. 44
2.22
0. 56
1.74
3473
79
187

2. 88
0.31
66
8.—
c. 61
20
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280

53. 2
1.45
1.92
3.91
4.1428
o.21
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os
2

578. 42
223. 47
180. 12
69. 96
96.31
2.91
5. 99
35. 40
40. 46
25.79
228
4. 17
23. 34
51.19
26. 87
2.89
7.86
26. 71
32 16 *

31.
12.0
—*

2
5
x

41
o 6sr
927. 43 100

1087. 71 100

1849. 30 100

—

4

82

76.49

odgoo losloo

40. 67
8. 92
0. 60
3087

683. a8 56685. 20
210.00 1932
124.57 11.46
369.57 25308

78. 42
350. 30
223. 47
697.11

31.

18. 94
12.98
30
1849.30 100

—

—

Vollperson in 3 Einkommensstufen
kinkommensstufe .............
Zahl der Haushaltungen ......
Zahl der Vollpersonen .........
Ausgaben fur Rahrungs- und
Genußmittel:
Brot, Mehl .P.................
Nährmittel ...................
Lartoffeln ....................
Semüse .....................
Fleisch:
Vind..
Schweine-⸗ .................
Hammel- ..................
Speck .....................
Wurst....................
Schmalz ..................
Norschiedenes .............
Tleischwaren zusammen ....

bis zoo0 AxB3 bis 4000 A uber 4000 20
38 97 155
105.71 314. 68 439. 67
Vollperson Rollperson Vollperson
8. 28. 2.
370 79 89. 63 12.04
o. o6 G. 49 091 3. 06 7.44
1. 02 0. 24 67 15.19 2. 63
. 96 13. 88 3. 62 23. 85 4.12
1. 48 539 3.01 2656. 46 4. 40
22 41. 47 —7. 17
—2.72 26. 24 4. 54
O.45 2.56 0 44
1.29 5.75 Oo.99
221 23. 60 7.54
1289 7.53 1. 30
— *80 2.99

2
.73
05
25. 30 6.70 26. 13
16. 86 *47 —18. 10
2. 30 9.61 —1.74
6.32 2 68 4. 93
1.45 34 ẽl. 4
5. 04 . 60 5.84
* 47 * A 5 —
97. 74

Ooo 3 18

—98

404 94040
tisch..... ...
Rilch ....... .. .....3
Fütfer.
däse .....................3
Margarine................5
dler...
enußzmittel ...............
Jerzehr im Gasthaus.

00 6.84
7. 68 F 36. 23
32. 37 8.58 35.22 1
8.27 2.19 8. 25 2.15
12,. 776 7.30 O.27 J
4. 39 7.87 57 70
15. 42 12.0 04 o
212 — 722

38..4
5338 95727
288371
7 Soi

32813
——
sis 11381
—8 8

578.21oo

Lebensmittel zusammen.

377.14100

383.18 100

in

usgaben für Kleidung:

en Mann ...............
die Frau .................
Nnaben ..................
Nädchen .................
chuhwerk ................
Jäsche und Bettzeug .......
Norschiedenes .............
Hloibung aufammen. ....

24.12
20. 98
7.41
4.59
2. 93
3. 49
44. 77
98. 20

24. 54

21. 34
7.54
2. 67

—
48
100

36.21
30. 17
2.0⸗
A88
—
39
13.62
124.587100

20. o7
—*8*
2
I7
17
Ro⸗

32.31 27.88
5I202428
10.dã 8.52
—8 751
8.70 17136
6.4 Lsd
Asd 076
223. 7100
Lebensmittelgruppen:
fleisch und Fisch . . . .
Nilch, Butter, Käse, Eier ....
ierische Nahrungsmittel
dartoffeln, Gemuse, Obst ......
ßrot, Nährmittel ............
ette
bflangliche Rahrungsmittel
Zenstiges

Lebensmittel zusammen ...

Oa4. 80 27.78
92.71 24. 58
A
81.76 21.68
—12.77 3. 39
oo 31
377. 14 100

105.7 M.a 152.2 26.35
o5. 709 241l0 Ae 2034.05
201.o0 652.43 2606. 66 351.30
35855 10. 30 J——
78.28 20.322 11260 160.48
10.27 —* —** —
128.00 33.0 186.6132.26
17 0osñ. 5.164
383.4 1001 578.42 100
        <pb n="73" />
        Tabelle III
a) Einkommensstufe
bis 3000 —

Die Lebenshaltung in

Landort, Landstadt,
dleinftadt bis 20000
Einwohner

Mittelstadt Großstadt
20 bis 100000 über 100000
Einwohner Einwohner
Zahl der Haushaltungen .......
Zahl der Personen .. 2

2 3
19 68
. y. Ab. 3.

A.
Einkommen:
Sehalt
Nebenverdienst des Mannes ....
— der Frau........
Beitrag der Kinder ...........
* „Eltern u. Verwandt..
Haus und Wohnung ...........
Acker und Garten .............
Rußvieh
Darlehen ....................
Sparkafse...
Zinsen ......................
Sonstiges ..

2539.0o8 3.40
o3 2143
iõ d.17
2023081
6260
858 032
5616
———
336028
4.18510.17
2502.688100

2365.37
17.95
4155
34.66
37.02
11.30

ddẽ

37.20

—R
32.224

91.30 2432. 69
O.69 52. 88
1. 68 21. 80
1.34 —

1. 43 25.95
d.44 —

.35 O. 36
— 1.41
1.45 71.64
— 49. 10
1.25 ! 6.85

al. g36
1. 99
—*
o.97
oou
5
2. 69
—*
o 6
Zusammen .....

2588.57 100

2662. 68

100

Ausgaben:

Nahrungs- und Genußmittel ....
Kleidung, Wäsche, Schuhwerk ...
Miede
Heizung, Beleuchtung .P.......
Hauseinrichtung ..............
Garten und Vieh .P...........
Reinigung .P.................
Gesundheitspflege: Arzt ........

v Erholung ...
Geist. und ges. Bedürfnisse .....
Schulgeld und Lernmittel ......
Verkehrsmittel ................
Stenernnnn 4
Versicherungen ........
Dienstboten ..................
Unterstützungen ............
Schulden ........... ..
Ersparnifse .................
Zonstiges (Taschengeld usw.) ...

—E
ong
213
8Wiog

370
—
—*
8
—*
68*
85
254
—*
—8*
28
175

43. 22
10. 30
9.2
5.93
2.93
—V—

1028. 93
276.87
284. 98
126. 95

83. 19
1 750
3
18.
14..4
81. 96
37. 66
18
92. 83
8. 83
—

59. 98
10.72
11. 7
4.93
2
* Of

1075. 67
280. 57
300. 18
131. 48

61. 43
4. 60
53. 68
14.33
5.51
143. 84
12.27
55.27
108.14
241. 13
6. 83
20 50
5. ⸗
7. 26
22.76

40. 91

10. 67

11.42
5.90
24
0.17
2.0
O.
3

3

2*
*
X
—*
9—
V
7

24

O.
2
4.
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7—

30. 77

1506

—9

Zusammen .....

2516.388100

2573. 87

100

2629.a5 100
Gesamtausgaben:
Senahrung
Wohnung usw. .P..............
dleidung
Sonstiges .... — VDVD — —

0o87. 50
434. 64
259.19
735.05

43. 22
17.27
d.ↄ3.
29.21

1028. 93
406. 64
25.87
77243

9. 90
9. 20
9.7

0. 0.

075. 67 40.91
107.60 18. 93
280.57 10.65
775.5290.40

Zufammen .....“ 2816.388 100 28673.87 100 2620.46100

* ⸗
verschiedenen Ortsgrößen
—
3 Landort, Landstadt, Mittelstadt Großstadt
M Eintogggenzufe gileimeadt die — ———— uab er Woodo
Einwohner Einwohner Einwohner
Zahl der Haushaltungen 4 5
Zahl der Personen ....

19
74

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v. 8.

220
68
AM v. H.

7
38
— D——
Ausgaben für Nahrungs- und
Genußwmittel:
Brot, Mehl ................
Nährmittel ... aes
Kartoffeln ... .....
Gemüse ...... — E
Obst ...... ä
Fleisch:
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Schweine⸗ .................
Hammel⸗................
Speck .....................
Wurst α.
Schmalz ........... .......
Rorschiedenes .........
loischwaren zusammen ..

162. 90
73. 14
31. 04
36.21
27. 44

14. 99
6.73
2.85
3. 33
259

150. 58
76.27
26.21
36. 31
33.3287

14.6
7.4
5

142. 48 13. 24
8303 7882
38. 57 3. 59
1578 126
30. 83 2.87
77.54 7.20
53.91 5.01
sioo 102
20.553 270

109. 92 10.22
—16.12 1. 50
3755 —*
6.77 2.49
a8.ss 2.17
81. 57 7.58
23. 82 2.21
36.16833441
351831333

104. 03 9.67

— —
—D00

C 2

86.75 2.98
5721326
255 522
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78183 Jie⸗
i821ilõs

64. 14 o. 2⸗.
41. 4M4. 00

4.87 O.47
33313
77.93 5
16. 32

54

Butfer.
Näse ..................4
Margarine.
Lier ............ ........ ...
Genußmittel ............ ...
Berzehr im Gasthaus
Lebensmittel zusammen ..
Ausgaben für Kleidung:
für den Mann.................
„die Frau ................
den Knaben .P..............
Mädchen —................
Schuhwerk ....... ........
Wäsche und Bettzeug .......
Vorschiedenes ....

0
o7.60. 4..07
80.111 237
2018. 1102
33203
.

— —
A8 44

10. 54
109. 94 10.60
97. 33 9.4
23. 08 2.2
34. 33 3. 3.
40. 94 —78
141. 43 I..7
124 —8
—

2

—

*

43. 70 1. 70
47. 68 1.89
21. 50 0.86
22. 44 o.89
67. 18 2.67
15. 63 O.60
41. 06 165.
510

69.38 2.6 74. 65 2.84
58.21 226 64.61 2.46
20.91 —E 18. 00 0.72
13.56 0.57 733 —*
61.00 —* 68.91 2.63
7.06 5* 12.71 d.a8
45.66 33.46 127
Vc 87 0.67
257. 00 28.04 382.8032. 80
271.20 26.34 230.22 22.29
828.88 861.88 02.78 858. ⸗
ob. 39 o 36 sis. is 10.72
226285 22.03 — 226.255 21.06
34.33 3.341 36. 63 3.41
37.4 38.3636.19
1380 103 972
AIda oIooo o

uri. —3
Lebensmittelgruppen:
Fleisch und Fifch .. . .. 305.66 28.10
Milch, Butter, Kaͤse, Eier ..... 245.54 22.58
Tierische Nohrungsmittel ..... 581.1060.08
Kartoffeln, Gemüse, Obst ....... 94. 69 8.70
Brot, Nährmittel ............. 236. 04 21.72
Fette νννν.. 172034
hlanglche Kahrungemittet 783 868
Zonstiges 168. 38 15. 48
Oebensmittel zusammen ... 1os7.50100
        <pb n="74" />
        Tabelle III

Die Lebenshaltung in

b) Einkommensstufe
3 bis 4000

Landort, Landstadt, Mittelstadt Großstadt
dleinstadt bis 200000 20 bis 100000 über 1oo ooo
Einwohner Einwohner Einwohner
Zahl der Haushaltungen —RX 7
Zahl der Personen ............

2
80
Avp. 9.

30 6
13 1d⸗
A p. 5. o. 9.
Einkommen:
Sehalt ......................
Nebenverdienst des Mannes ....
* der Frau. .......
Beitrag der Kinder ...........
F „Eltern und Verwandt.
Haus und Wohnung ...........
Acker und Garten ............
Nutzvieh......................
datlebe...
Sparkasse ..............
zinsen .... a2ä
Zonstiges ..

3207. 74
doñä
—
A.s
gᷣ⸗
88
31
—**
**
16. 18
36

o. 11
3.06
—
2.66
9.52
. 28
9.99
).57
60
5
1.11

3286. 53
50.89
18.83

3. 90
33. 43
36.84

6.31

2.24
21.21
2. 16

2.01
34. 33

2.60

—
—
1ñ
3
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81

qo.64
1. 18
1.67
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2
9.29
2. 14
0.01
1.04
1.69
9.99
1. 98
3560.058100

3227. 02
41. 98
59.43

o.72
4. 50
3. 90

5.01

0.42
37. 12
56. 49

3. 05
70.41

Zusammen .....

3559.8s7 100

3549. 38

l10011
Ausgaben:

Nahrungs- und Genußmittel ....
dleidung, Wäsche, Schuhwerk ...
Miete ....................
heizung, Beleuchtung .........
hauseinrichtung ..............
Sarten und Vieh .............
Reinigung ...................
Sesundheitspflege: Arzt ........

* Erholung ...
veist. und ges. Bedürfnisse ....
Schulgeld, Lernmittel ........
Berkehrsmittel ................
Zteuern......................
VBersicherungen ...............
Hienstboten ..................
Anterstützungen ...............
Schulden....................
Erfparnisse ...................
Zonstiges (Taschengeld usw.) ...

261. 40
328
/
13.62
oiloẽ
1555
6121
I. ĩo
26.11
B.20
353
27
46.18
65.45
1829
35
80
6137 F
404154

6. 10
2.39
6.93
3. 20
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465
7

261. 25
—
01.76
144.
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57.80
55.52
3.75
109
di
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68.80
17.00
7.74
154
36.80
7.11
556373
3517.250 100

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56
1. 40

222.61
387. 50
160. 26
44. 48
129. 99

6.09
56. 25
40. 84
55.00
26. 34
45. 50
—79.46

69. 96
308. 26
13. 04
8.79
25.01
.46
7.—564

34. 28
0.86
2.90
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88
33
9
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—
—

6
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7
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8
1. 66
O. 98
1. 16
2.18
Zusammen .....

3480.23 100

3566.57 100
Gesamtausgaben:
krnährung.................... 261. 40 56. 15
Vohnung usw. .P.............. 572. 87 16.42
dleidung .................. 12. 28
Sonstiges .................... 222.98 35.04

Zufammen .....3480.23 loo

261.25 35 860 222.01 34.28
I 32 6828
ibe i 1666
iross 8 2183 io
nει ο 366687loo

verschiedenen Ortsgrößen
J J Landort, Landstadt,
d te höregete actten dcdi

Mittelstadt Großstadt
20 bis 100000 über Ioo ooo
Einwohner Einwohner
39 36
135 104
Av. 2. A v. H.

Zahl der Haushaltungen .......
Zahl der Personen ............
Ausgaben fur Nahrungs- und
Genußmittel:
Brot, Mehl —P..........
Nährmittel ..................
Kartoffeln ...... ...........*4
Semüse ...................
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Fleisch:
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Schweine⸗ .................
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Speck .P............ .....
Wurst ..................
Schmalz ......... 2*4
Berschiedenes 8
Eloaischwaren zusammen ....

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80
Ap.H.

167. 00
36. 90
26. 18
0.56
12. 88

13.25
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3.70
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171. 92
86.93
32.38
45.68 —
10.63

3. 63
8. 89
2.57
3. 46
.93

163. 80 13. 40
84. 93 6.95
38. 80 3.17
8. 65 3. 98
74. 35 4. 45

39. 66
—*
3. 58
15.14
109. 18
—18. 49
59. 68
738

88.87 os
57.774 6868
LA0.35
14.31 113
95.85 760
18.01 43
27. 73 —

—

—18. 76 6.44
õ0. 90 4. 98
8. 32 O. 68
18.48 1.51
ob.o9 8. 68
20.45 1.67
23.16 3. 10
I

26

— — — — —R
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Margarine...................
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Berzehr im Gasthaus
vbonsmittel zusammen·*
Ausgaben für Kleidung:
ür den Mann.................
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Mädchen —................
Schuhwerk ...........
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1331
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— —*
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—
——
09

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138.78 1 00
24.46 287
25.93 2.96
29.57 2.34
57.95 7
167. 98 3
3.79 30

1261.25

. 02 1.8
94. 49 7.70
94. 89 7.76
29.34 2.40
153.30 354
51.79 4.24
161.04 13.17

088

—** i0oo

18.84 341

oi.ß2602
25.01d168
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30 sd 2.00
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750 10.86
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Zebensmittelgruppen:
Fleisch und Fisch .......... 348.81 1.64 328.28 26. 2 384. 18 38. o0
in uite Kaje, Eier. d ⏑ 90ö 213
erische Sahtungeimnittet-.. 66133 62.411 67838368388 621. 60 31. 00
zartoffel, Gemuse, Obst .... iooer 118
Zrote Nahrmittel . ........ 5307 20.111 25885 20 248.723 20.36
0 2 ⏑ 20 234 534
gIflanzliche KRahrungsmittel · ... 88.13 8. ee⏑— Bo3 38340
ʒenstizgeecnc Ao16 —»öMee , 2
—ια] ioo 1261.2 IAoo α oo
        <pb n="75" />
        Tabelle III

Die Lebenshaltung in

verschiedenen Ortsgrößen
ee
Landort, Landstadt, Mittelstadt Großstadt
o) dee enenufe — uber Modoo
Einwohner Einwohner Einwohner

Zahl der Haushaltungen .......
Zahl der Personen ............

—2
161
—— v. H.

180
Anvp. H.

66
244
— v. H.
Einkommen:

Gehalt ......................
Nebenverdienst des Mannes .
der Frau........
Beitrag der Kinder .
5 „Eltern u. Verwandt..
Haus und Wohnung ...........
Acker und Garlen .........
Nutzvieh....................3
Darlehen ...................
Sparkasse ..............3
Zinsen .............. ..
Zonstiges ........

4326. 13
113. 47
18. 34
21.03
12. 75
20. 52
19.29
11.08
27. 68
30. 80
32. 28
94 64

88.50
23
57
dae
i⸗

4947. 55
110.54
0.71
15. 52
67.78
6. 75
526
79
*557
4
566

.3—
2.9
9.01
O.20
1.20
—
3. 10
O. 07
17
.
——

4851. 9228. ꝗ8
1383 738
1345822
300962
—
138 8o
173 638
5337
2ꝛ
—

527

89 21

0

—
Zufammen .....

4888.0o1 100

5359.25 100

5452. a0 100
Ausgaben:

Vahrungs- und Genußmittel ....
Kleidung, Wäsche, Schuhwerke
Miete .....................
Heizung, Beleuchtung .........
Hauseinrichtung ..............
Garten und Bieh .............
Reinigung ...................
Sesundheitspflege: Arzt ........

Erholung ...
Seist. und ges. Bedürfnisse ....
Schulgeld, Lernmittei .. ......
Verkehrsmittel ...............
Steternnn
Versicherungen ...............
Dienstboten. .................
Unterstützungen ...............
Schulden ...................
Ersparnisse ..................
Sonstige (Taschengeld usw.) ..

4. 75
07.
7
diloi
51.12

—
—*
836
4
—
3
30
3126
——
—

zo. 67
25
780
378
—
—B

1627. 78
696. 23
524. 35
208. 84
286. 07
15. 93
97.5
72.5
—

30.70
—13. 15
9.91
3.95
4

695. 46
605. 77
565.43
203. 87
208. 69

5.77
·18. 13
94.07
41. 44
49. 68
98. 13

117.05

267.77

462. 14
89. 08
32 22
* 2 84
8. 96
o8 04

31.51
1.26
0.51
3. 7.
3.
q.11
I.
i.
2
i.

—

. O3
63. 47

*

*
2

J.
*

Zufammen .....

1843.6001 100

5292,.756 100

5381.04 100
SGefamiansgaben
Ernährung ...................
Wohnung usw. ..............
Kleidung ..................55
Sonstiges .

Zusammen .....

48876.30.67 3078 1860. 46. 31.8
— —— IAss 8338 88
3336 81
726. 84 35.66 36 54 2096.os 30 0*
as0 loo — —

—⸗ —
3 Landort, Landstadt, Mittelstadt Großstadt
c) Cintomggengzgufe Zileintadt bie Wöhol ꝛ odbo uber ddodo
Einwohner Einwohner Einwohner
Zahl der Haushaltungen ..... 7
Zahl der Personen

7
161
QAv. H.

4 66
180 244
AM v. 8. ——— v. H.
Ausgaben für Nahrungs- und
Genußmittel:
VBrot, Mehl
Nährmittel ...................
Vartoffeln
Gemüse .....................
—— — — — — — — — — — —
Fleisch:
dind.. αα
Schweine⸗ .................
dammell
Speck .................
Murftf. ..
Schmalz .......... *
Norschiedenes
saifchwaren zusammen ....

157. 13
116. 43
32. 39
52.57
74.76

10.58
7.84
2.18
3. 54
5.03

12.15

7.261

2.64

T.30

50

28.59 7.41

66.56 3.93

9.28 0.55

16.30 —8*

133.64 7288

21.33 127

17.12 278

04.79

21. 04 — 1.44
167.5410.31 152.52 9
15.4. 58 9.50 —W 8.34
34.58 2.12 33.48 107
24.04 1.53 2733 161
88.32 573 76.93 1.54
204.28112.55 261.410 183.42
30.5 7 55.14 —
1677. 78 oxloo

104. 95 7.06
84.57 5. 69

5.99 .40
14.44 0.97
111.01 7. 7
13. 39 501
56. 48 700

Rilch ............
Julter ra
Käse ........................
Margarine
Fier
Senußmittel .................
herzehr im Gasthaus
Lebensmittel zusammen ...
Ausgaben für Kleidung:
rür den Mann ........... .... 181.64 9.43 181.6103.37
„ die Frau .P............... 166. 10 3. 14 149.34 2.78
Knaben .................. 69.06 1231 49. 08 o.91
Mädchen .P................ 51. 36 0.97 41.61 0.77
—A 13. 90 v.e 106. 60 1. 98
Wasche und Bettzeug ....... 39. 35 s 24. 48 O.46
Nor biedenes 48 83.000.00
leidung zusammen 606. ui
VLebensmittelgruppen:
Fleisch und Fisch ........... 414. 07 27. 86 419.30 285.76 4. a7 26.23
Zuh Suter.ase, ciernnnnnn 3820 281 6 öν
Tierische Nahrungsmittel .... 353. 36 50.70 864. 62 53. II 248. 8850. o8
dartoffeln, Gemüse, Obst ....... 159. 74 10. 75 177.77 10.92 195.77 11.53
Zrot und Nährmittel .......... 273. 59 18.42 325.64 20.01 334. 97 19.76
fette ................ 22885.582 172 24.94 1.53 27.331.61
Bflanzliche Nahrungsmittel .... 458.8530.80 828.35 70.46 558.0732.90
Zonstiges ................ 273. 54 18.411 234.381 14.433 288. 54 17.02
—5ι) Iο, erö⏑ loo 1605. 16 100

„218
2193 64
—A
262815
2553 1435
34326
251130 18.291
37*
40 —2*
        <pb n="76" />
        Tabelle IV

Die Lebenshaltung bei
Einkommensstufe bis Z000 AA
Familienstärke: Personen......
Zahl der Haushaltungen ......
Zahl der Personen ..... ....

o 6

u. mehr 2 3 * 5 u. mehr
7 16111 4 —

— 14 48 44 20 —
AM . H. v. S.v. H. w. H.v. 9

* —2
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Einkommen:

Gehalt .....................
Nebenverdienst des Mannes ...
p der Frau ......
Beitrag der Kinder .........
F „Eltern u. Verwandt.
Haus und Wohnung .........
Acker und Garten ............
dußviehßßßßß
Darlehen ...................
Zpartasseee
Zzinsen......................
Zonstiges ........ ........

477
52. 442448. α8ο.x
20. 622 20. 34 69. 60 21. 08.
32.260 49. 700 0.071 25.50
— 10.44 54. 101 —
23. 490 24. 285, 27. 83 81. 860
2 14.78 1. 00 30. -
1.28 19.111 9.06
— 8.51 3.87
56. 43 40. 37 42. 911 55. 86
o.I0 33. 75, 3. a8 —
l. 68 3170 18.22 10.50

4. 7890. 7800. 6101. a8 —
.80 o.82 2. .
125 2.00 0.30 0.91 —
—————

o.oi d.o7 1.03 2.041 —
odo6o o.oa sT. os —
—A——
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2.19 1.63 1.50 200 —
136 0.12
o.o7 1.40. 0.67 0.38
ioo ioo ioo ioo —

ßZusammen ..

78. o0 2482. 052702. 832788. 18 —

Ausgaben:

Nahrungs- und Genußmittel ..
Lleidung, Wäsche, Schuhwerk
Miefe .
Zeizung, Beleuchtung.........
auseinrichtung .............
Sarten und Vieh ............
Veinigung
vesundheitspflege: Arzt ......

F Erholung...
Seist. und ges. Bedürfnisse ...
Schulgeld, Lernmittel. ........
Berkehrsmittel ..............
Steuern ....................
Bersicherungen ..............
Dienstboten .................
Unterstützungen .............
Schulden ......... ...
Ersparnissee
Sonstiges (Taschengeld usw.)...

30. 45. 903. 66 170. 031 143. 93
51. 54 238. 20 274. 88 260. 10
—— ————
io Ies.α iGαα
2.76 05.60 853.45609.22
d.6 1.93 107 —
3262 51.71 5780 56. 23
155 20.56 971
16.11 1322 10335 -
ol εσ α 2α
270 13.90 71.54 6.6
38.11 23.071) 68.07 9.1⸗
—O——
3.71 224.70 ενσ 0.3
8.68 2.90 315 18
3.85 B. 10*8*06
3. 317.54 32..
c 38 533.117. o
51.11 18.77 531.70 10.ĩ1

.81l 40.4043. 0441. 36
3.91 a60 10.00 9.73
4611. 76 0. 1012. 48
47 522 4.356.30
48 389 1. 90 2.50
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os 2.10 2. 13 39
).46 0.84 0.50 0.71
A64 5438

57 50 3.41

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—
208 333316
64 0.12 8.03:0.46
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71 907 1.340
2412
— 53 122 z3
230.77 1.90 0.37
ZzZusammen ...

27. 502458. 712720. 300765. 51

oo 1I0o 100 100 —
Gesamtausgaben:
Ernährung .................
Vohnung .P.................
Aeidung....................
Sonstigess

Zusammen ...

230. 45 903. 651170. 9311143. 93
166.27 514. 00. 6. oo 501.
351.54 238. 200 273. 388 260. 10
779.24 711. 96 848. 718 761. 40
— ———

s.81 40.40 43. o441. 30
äαιιιιαεανe —
ↄ αεαεισ —
— ————
loo 0o 100) 100 —

verschiedener Familiengröße

Familienstärke: —S .....
Zahl der Haushaltungen ......
zahl der Personen ...........

Einkommensstufe bis 3000 A
24 6
2 46 — 2 3 4 5 undehn
7 Ie F 4 — 7 16 11 47—
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s AA. 9. v. 9. v. 9. v. 9. v. 9
lusgabe für Nahrungs- und
Genußmittel:
Brot, Mehl — EE—
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bst ..... as
eisch:
Rind- ....................
Schweine⸗ ................
sammel⸗- .................
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Fechrnalß
Aore hiodenes..

12.12 132.22 184.17 187.59
535. 43 71. 84 89. 57 93. 50
19.39 28. 91 36. 63) 40. 97
29. 71 32. 74 53. 10 42. 42
23.241 28.80 39. 081 37. 25

2.0513.31 15.7316.40 —
3733 633
——
8 320 5 5 —
7 75——7
57. 311 65.55 73. 97) 85. 03
53. 208 42. 45 46. 11 38. 32
5.660 7.01 3.95 2.70
20. 135 15. 781 16.61 23. 10
.785 92.08 960.80 56.87
7.50. 14. 62 23. 60 23. 00
55 33.55 5826 3 31
—V — ——

23 662 743

3.80 1.27 3.00 3.35

Göi o.so os5i o.2 —
—E———
8 287 823
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ʒil 237 2.311 3.00
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dargarine ..................
jer .......................
nußmittel ........... ..
abr im Gosthaus .........

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3. 91 108.91 120. 01) 13 5.
18.79 89.81 101.73 78. 59
2. 52 24. 61 26. 29 8. 47
35.43 37. 40. 080 17.27

32.951 35.22 51. 68 39. 45
68.51) 122.86 108. 63 115.2
1. 31 1.88 — 72. 6
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2 —3.
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381 343 332 151 —
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Ausgaben für Kleidung:
ir den Mann ..............
die Fruuu
Knaben .................
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125. 49 53. 66 58. 753) 1. 63
15.07 50.00 47. 80 21.18
* 14.82 20.95 48.78
— 12.76 18.87 18.45
50.79 56.611 66.900 00.91
q.151 8.609 13. 70 2.14
11.04 41.571) 38. 63 45.97
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bensmittelgruppen:
leisch und Fisch ...........
Nilch Butter, Käse, Cier ..
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artoffeln, Gemüse, Obst .....
rot und Nährmittel .........
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ααν. 43.53 19.5
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        <pb n="77" />
        Tabelle IV

Familienstärke: Personen......
Zahl der Haushaltungen ......
Zahl der Personen ...........

Einkommen:
SFehalt
Nebenverdienst des Mannes ...

der Frau ......
Beitrag der Kinder .P.........
— „Eltern u. Verwandt.
Haus und Wohnung .P........
Acker und Garten ............
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Zonstiges ....

Zusammen ...

Ausgaben:

Nahrungs- und Genußmittel ..
Kleidung, Wäsche, Schuhwerk.
Mietee
Heizung, Beleuchtung. ........
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Garten und Vieh ............
RFehnigung
Gesundheitspflege: Arzt ......

Erholung...
Geisft. und ges. Bedürfnifse ....
Schulgeld und Lernmittel ....
Verkehrsmittel ... .......
Steuern ....................
Versicherungen .P.............
Dienstboten .................
Unterstützungen .............
Schulden
Ersparnifse ................
Sonstiges (Taschengeld usw.)..

Zusammen ..

—Z
Gesamtausgaben:
Ernährung .................
Wohnung usw. ..............
Deidunge.
Sonstiges ..................

Zusammen ...

Die Lebenshaltung bei
n inkommen stufe 3A4000 J

6 614—
* 5 u. mehr 2 3 4 * ne
7 33 25 7 5 277 33 25 7 5
— 99 100 35 31 54 90 100 35 31
a M 5. v. 9. o v

272.20 3210. 57.5 7901. 1701. 6091.20 00.0
338 — 101.20 50. 141 40. 40 — 2.00 2.850 1.45 1.168
71.60 27. 96 38 206 2. 1. 90 0.70 0.61 o. os 0. ob
8* 6.080 5. —. — 0.7O. I -
— 11. 65 60.24 28. 05 22.2 63. 40 — 1.71 0.80 0. 66. 1.7.5
20. 16 31. 03), 33.65 6.65 — .56 ogßä, O.94 0. id —
2.62 4. 0819 7.801 22.4 10. 00) 0.07 0.12 — o.63 0.28
.56 2.051 2.92 0.653 — o0.02 0. o6 o.os o.02 —
—11.59 13.17 37 63.58 27. 4 1. 18 0.37 0.55 1. 81 0.76
13.29 53. 249 5728 20. 46 20. — 0. 37 1.52 00 0. 84 0o.55
5.37 2.17 53 36.43 10. 26 2. 18 0. 06 0. 02 1.04 0.73
31.68 43. 37) 37.85 67. 97 187. 90 2.260 1.23 1.07 1383 5.10

—

604. o8 3521. 333552. 153510. 0(23618. 60

100 1oo loo soo loo

114.86 1179.5 1364. 378.50 77.
580.560 445.57 410. o0 200.78. 337. or
154. 65 358. 73 363.81 153.30 267. 60
30. 460 141.63 130.53 137.80 131.01)
79.91 165.68 08.74 145. 17 97.73
8.051 3.61 261 371 15.11
1358 68. 00 60.13 5136 785.18
38.32 38. 48 37.74 38.38 5. 68
5.24 51.73 10.41 6.220 13.60
257.79 261.00 211.45 230.37 153.57
57236. 76 58.55 00.60 11.9
82.211 50.13 17.17 78. 80 62.3
88.57 175.460 863 122. 11 75.05
34. 13 316.94 24.57 202.63 105.01
28.23 20.46 6.226 17.81 785.90
38. 85851 30.5 4.197 45. 535 34.75
18.01 2. 62 19355 8.
B. . 24.0 —5.041 2.97 16.30
/o.ia 58. 971 57. 19 28. 13 905.0

10183.72 30. o1 30. 77 43. 8
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— ———
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5 1167 283 11

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26 352 2.

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313388

1.601 1.554 0382 2

504 60 2498. 6

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467. 283615 6
oo 100 100 100 100
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— —
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80.50357 410. o0 200.78 33.8οειινι
s.ĩ n2o eʒn idõ. ðõ 1ä.551IS ñ õ 34.3. äαOιä is 32.
v04. oos aos. os 3406. os3467.25361. oas roo loo soo) slool loo

verschiedener Familiengröße
J Einkommen oftufe 3 4000 αν

6
2 3 4 5 u. meht
27 33 25 7 5
54 99 100 35 31
v. H. v. H. v. H.v. H. V. 9.

amilienjtärke: Personen......
ahl der Haushaltungen .....
ahl der Personen ..........

2 34
27 33 285
3365
A

u. mehr

77
51
—
usgaben für Nahrungs- und
Genußzmittel:

rot, Mehl .... *2*4
ührmittel ...........264
artoffelnnn4
emuse ..............
—BDD oo —— — ——
risch:

Zchweine ..... .........4
ammel⸗ P. ..............
Ipehdd e e
Wurst ....................
Schmalz ..........
Verschiedenes*64
Fleischwaren zusamme;.

25.52 152.51
70.63 76. 63
28.20 28.22
4.55 42. 36
50.181 409.22

436. 80 241. 11
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WBig 13
33138.19

28

105. 57
41.80
48. 83
52. 86

. 612. 9514.16. 10
3.34 6. 50 7.41 8. 73 6. 60
2.53 2.39 2.95 3.25 2.65
3.73 3.59 3.53 4. 14 3. 10
4.50 4. 171 3.91 2.77 3. 35

6. 98 6.90 5.

Asi 533 76

0.N6 54 055 0. i0 0.38

153 1. ia 1.i0 0. os 2.30

383 8.81 6.971 7.02 9.70

1.3B30 1.70 1.500 1.31

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7oc 120.553 120. 760 81.42 114. 00 . 78 10. 08 8. 88 5.91 7.7.
2.o3 2528 27.220 25.885 34.011 2.42 2112580 187 2.10
23.162 23.06 1. 15 77.80 .0ο 2.12 2.04 3. 02 8. 65 2.8
MBzo 30.05 65. 22 27.40 40. 301 3.97 4.25 4. 80 3. 43. 10
33 140.71 17283 180.30 178.70117. 30 12. 60 12. 6613. 73 11. 14
—
—VV soo loo soo

77.80 81.76 80. 06 95. 70 105. 80
53.59 63. 18 654. 01 47. 97 90.8
5.000 65.260 7.46 2.68 5. 97
17.011 13.7 15.03 13. 13 36.23
qↄ8.ao 103.91 905. 04 906. 80 182. 92
15. 16.44 24.27 21.93 —
36.70 32.80 32. 05 17. 9651 42. 66
———— —*

ailch .......................
zutter ............ .........
ase e”nae erreee
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————— — — — ——,— —
enußmittel ................
erzehr im Gasthaußs
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Ausgaben für Kleidung:
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schuhwerk .............
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ich Suiter gase Sier
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artoffeln, Gemuͤse, Obst .....
Zrot und Nährmittel .........
ette ..
flanzliche VNahrungsmittel
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Lebensmittel zusammen ..

146.21 140.07 01. 08 40.30 47.
i626 110.84 735. 30.04 58..
24.90 1280 42. 63 54. 30
— 28.15 40.70 22.92 16.33
53.560 78.60 80.70 73. 60 100.44
10.335 18.78 18.70 42. 82 18.61
53. i80. 37.223 5.c. 111 28. a8. 42. oc
AßIS AIO. o 290. 78 337. 0

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323 5. 200 1.15 1.62
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2 6 866 948
1.71 225 2.257 2.12 2.78
9 0.53 1.23 0.51
i.48 1. o6 1.58 0.82 1. le
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32383.0 333313809 23 α ν23 g
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mehr
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5. 16
3. 34
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        Tabelle IV

Die Lebenshaltung bei
csinkommensstufe vber ——
Familienstärke: Personen......
Zahl der Haushaltungen .....
Zahl der Personen .... ......

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6
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SOS.n. H.v. H.
Einkommen:

Gehalt .....................
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Beitrag der Kinder ........
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Haus und Wohnung .........
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——Bo,,—— ——
Darlehen . . . . . . . . . . . . . . . ....
Zpartasssee
Zinsen ..... . . . . . . . . . . . . . . ...
Sonstiges ................

— ——
121.224 83.81 13171 118.80 13.265
u22 70.07 118.66. 270 —
2270 28.58 63.48 54. 67
ol.os 59.10 75.23 86.90 170.13
760 10175 35.08 —
q.5511 3240 *.4.35
986 52e8 —-
coi 2 553.31031.21
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24.72 53 cued 7.50
93.65 61.90 55.77 805

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AZ8 1o sls 2. 19 0.6
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— * 0.53 1. 17 086
2.01 1.i7 1.ad ilso 28
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19 1iB361.14 1211

Zusammen ...
S4. AMSOBG. 320 5375. 20.430. 7359500. 57

loo l00 100 100 10
Ausgaben:

Nahrungs- und Genußmittel ...
Kleidung, Wäsche, Schuhwerk..
Miete ....... ..............
heizung und Beleuchtung .....
dauseinrichtung ......P......
Garten und Vieh ............
Reinigung .................
Sesundheitspflege: Arzt .....

— Erholung...
Geist. und ges. Bedürfnisse ...
Schulgeld und Lernmittel .....
Verkehrsmittel ..............
Steuern ....................
Versicherungen ..............
Dienstboten ................
Unterstützungen .............
Schulden....
Ersparnisse .................
Sonstiges (Taschengeld usw.)...

373. 84 1482. 63 1673. 3. 1810. 6e 2332. 2
0. 14 587. 460 677. 71 624. 57 740. 43
6.48 487. 67 4907. 09 580.22 604. 11
182.46 176.84 201. 37 216. 10 278. 73
365. 20 302. 60 270.50 165. 05 241. 56
8.05 15.64 5.02 13. 33 12.94
13. 82 91. 50 106.88 00.91 142.52
00.45 116.72 85. 13 85. 84 108. 26
78.24 99.87 118.80 101.58 92. 68
368. 18 365. 00 350. 37 208. 03 460. 36
7.338 61.71 125.13 162.90 312.45
108.62 103. 71 91.55 8101 96.27
515. 63 253. 10 272. 04 245. 80 254. 25
107.25 432. 03 430. 63 426. 4 i.?
48. 23 43. 48 76. 201 114.3 72.3
24. 900 113. 18 111.80 104. 83 78.70
z0.65 1232 65.81 30. 10 le
—
34.57 86. 21 100. 68 101. 2ac 467

29. 7031.470 7
2.1911.8112 7411. 73 11.
—XX—
2.65 3.35 3. 70 A.0607
730 6.08 5.00 3. 107
3416 0.31 0.00 025 0.
28 1.84 2.01 1.71 2.1
3219 2365 1. 60 1.0i11.
56 3.01 2.20 1015

67.48.30 5.2 7.
v15 1.235 3.06
17 508 1. 70 1.588

I. Acd9 3. 12 A6

ciös 8.27 8.00

6 087 1.15 2.11517

d 227 2.i0 1.071

79 80.2885 1.20 0.04 0
8 231 0289 0.60 0.
89 1373 139 15160

—FI
Zusammen ...
ooʒ.574076.205317.235323. 04 6515. 3

100 100 100 1001 100
Gesamtausgaben:
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— —

Zusammen — —— lool sol ioo loo loo
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verschiedener Familiengröße
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36 165 180 130 73 36 105 180 130 73
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Familienstärke: Personen......
Zahl der Haushaltungen ......
Zahl der Personen ...........
Ausgaben für Nahrungs- und
Genußwmittel:
Brot, Mehl.
Nährmittel .. .............
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Fleischwaren zusammen ..

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8.50 8. 18 6. 40 6. 66) 8. 34

2.02 2.28 2.46 3. 70 2.82

4.81 3.92 4.28 4. 08 3. 74

1.33 4.51) 4. 451 4.20 4. 38

—
50.334 71.00 70.351 73.79 80. 041 5. 00 4. 80 4. 74 4.08 3.47
135 8.711 6.77 7.05 0.68 0.32 0.50 0.37 0.390 0.41

T.is 12600 18.22 20.15 16. 661 1.25 0.80 1. 00 1.118 0.71
j283 113.70 120.03 130. 28 10. 6o 8.21 7. 74 7. 21 7.21 6. 38
17.30 14.88 25.50 26. 322 41. 11) 0.82 —*— 1.53 1.45 1.7.
39.61 46 40)1 2811 S— 1076 V oc

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Zuͤtter .....cccc c!!!! 13033 175.27 166.50 1606.74
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Maͤrgarine ............. 24.60 25.91 19.34 37. 39 38.81
ier .:. . . !! n!n!nn 56020 66.13 76. 011 04.20 04. 63
denußmitiel .......!!!. äαν 2öα 243. 27 238. 388 200. 4
herzehr im Gasthaus ... 00 43. 24 19. 600 11.79 18505
ö— — — — — — — —
Lebensmittel zusammen . — o⸗
Ausgaben für Kleidung:
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nd Betizeuge... 46073 26359 3425 25850 136ᷣ 28 .84 .00.8 0.27
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effein senmnse sost 63 Iαe αe α——SαιJνα οαα
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        Tabelle 1Vd

Vollpersonen —V — ——
Zahl der Haushaltungen ......
Zahl der Personen ...........

Einkommen:

Gehalt .....................
Nebenverdienst des Mannes ...
der Frau ......
Beitrag der Kinder ..........
„Eltern u. Berwandt
Haus und Wohnung .........
Acker und Garten . ..........
Vutzvieh ....................
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Zinsen.......... ....... ..
Sonstiges ..................

BX

Zusammen ...

Ausgaben:

Vahrungs- u. Genußmittel ....
Kleidung, Wäsche, Schuhwerk
Miete......
heizung und Beleuchtung .....
dauseinrichtung ....... .....
Garten und Bieh ............
Reinigung .................
Besundheitspflege: Arzt .....

— Erholung...
Geist. und ges. Bedürfnisse ....
Schulgeld und Lernmittel .....
Verkehrsmittel .............
Steuern ....................
Versicherungen ..............
Dienstboten .................
Unterstützungen .............
Schulden ...................
krsparnisse ................
Sonstiges (Taschengeld usw.)...
Zusammen ....

αÜÔαααÄαινιααÄαιααÛYιαOONOM
Gesamtausgaben:
Ernährung .................
Wohnung usw. .P.............
dleidung...................
Sonstiges..... ..........

Zusammen ...

Einnahmen und Ausgaben für eine

104 272.11 262.990 143. 57 77. 39 104 272.11262. oo 148. sꝛ7N. æc
52 104 81 37 161 52 104 81 37 16
104 312 324 188 104 104 312 324 185 104
A A AAM. H. v. H. v. H.v. H. v. 9

811.31 1437 -.23.

28.422 27.035 35. 600 24. 8
20.97 20.66 22.741 1.32 011
* 5.20 7.73 11.683 7
37.83 20.68 16.75 10.1. 20.8
525 6.47 o li.ic. &amp;
8 24026 4 I
—
26.86 15.74 11.20 13.02 6. 15
23.90 20.28 26.00 19.02 12.
J.941 324 5307 8 J.
31176 2623 14.95 13355231

——
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589. 83 501. 16
230.39 186.78
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75. 20 60.46
8
3353 3283
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20.7 353
6.27 37.54
—
8
201
—
3.63
35
5

465. 0
66.43
30.o6
51.82
37.91
1. 32
26.33
18.72
21.61
37.38
—R
28. 3300
775 54.75
300 115.51
11.4 1555 27
zies 23.220 25.
15507 17N308 s0o.c
cq7.0s5 14.72 5
25.68 24.83 20.10

27. (20 .3531. 3334. 225. .037. 48

34.79 1868.36011 1. 70 1ĩ. ss i2 2711. 1411.0

38.42 103. 10110. 91 10. 10 9. 320 11. 48.90

51.28 18.081 3.830 3.81 3.82 4.24 4.15

38.90 40 65 5.80 5.52 3.27 3.21 31

269 41.750 0.18 021 0.10 0.20 0.5
20.65 28.131 2.18 1.37 1.05 1.71 2.
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77 . .00 0.60 0. 70

sb lob e e i

25
36. 68
12.7
obo.ʒi 1574.70 1356. o6 1210. 10 1150.641 100 100 100 100soo
——— —

80. 83 501. 16 465. oo 427. o2 433. &amp; 20. 04 31. 8334.2035. 20 37. 48
o7. o 310.26 241.11 231.29 106.61 20. 7219. 70171819.1116.97
30. 39 186. 78 166. 43 134. 79 128. 36 —
Al. is 5736.50 483.32 7. Iναιιααι αιRISXα
960.311574. 70 1356. o0 1210. 101150. 41 100 100 100 100..400

—————————————————[—7—7

20

Vollperson nach Familienstärke
Vollperfonen —⏑Â⏑ ———— —
Zahl der Haushaltungen .....
Zahl der Personen .P.........

151272. 11 262. 00 147
52 040 81 7
104 312 324 185
2 3

—
16
104
———— —

—*
104 272.112602. oo 143. 82 77. ʒ0
3104 d 37fjo
101 312 324 18501014
H.v. H.v. H.v. H.v. *
Ausgaben für Nahrungs- und
Genußmittel:

Brot, Mehl .P................
Nährmittel .... ..
dartoffeln ..................
semüse ....................
fleisch:

Rind- ....................
Schweine⸗ ................
Hammel- .................
Speck ...................
Wurst ....................
Schmalz .................
Verschiedenes. .....

66. 25
4. 95
13. 43
2422
24.88

50.22
38.04
11. 96
—18.82
21.18

60.46
3104
—8
15.04
—3145

60. 10
30. 2
15.46
—17. 34
16. 66

66.6..1. 05811. 8217. o0. .0815.37
43 383
i2ι α ö αι αα σ
1535 ã.71 358 Loo do 3.0
17387 Aꝛꝛ 3323 113883

42. 32 33. 060 34. 24 20. 78 31. 68
.13 2154 3033 ic 37
—
871 3151 324 403 4171
50 aißę 38.10 280.03 3087
soͤi 8 —— 618 1e
—

A; 1)7.7
5.i2 4.00 4.40 3. 03 320
* —SE———
148 Lo2 I. is I. is Loe
8.55 828 7.56 7.01 7.1⸗
—F—
3ioĩ 24 2.61 2on 2
Fleischwaren zusammen ..

40 ocal 107700 117.171 101. 20* 102

—D ⏑—⏑ —

eπαααα
Butter .....................
ise
Margarine ..................
Fier a
Senußmittel ................
Verzehr im Gasthaus . ....

10.45 — N 8

z⸗.83 419 os 43320 64.4
49.30 13 45.75 36.32 31.13
13.59 10.84 8.63 8605 10.18
1279 10.35 8.90 11.05 8.4
23.41 21.251 21.54 20.40 16.64
01.70 72.75 62.60 35.61 52
6.1668 0.120 3.200 L1is 200
589. 83 501. 160 465. — 427. o2 433. as

8 3
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——
251 216 126 130 238
2 2023
— ———
eιιαααν—-αα
—
10o 10o oo loo loo

Lebensmittel ausammen .
Ausgaben für Kleidung:
für den Mann ...............
die Frau.
„Knaben .................
Madcheeenn
Schuhwerk .................
Wäsche und Bettzeug .P.......
für Berschiedenes

Kleidung zusammen ......

Lebensmittelgruppen:
Fleisch und Fisch ............
i Buiter Kase, Eier
Tierische Nahrungsmittel
dartoffeln, Gemüse, Obst
Brot und Nährmittel .........
fette ——
flanzliche Nahrungsmittel
Zonstiges ———

Lebensmittel zusammen ..

8789 462 3228 2152 2 44667 280 227 1.90
zilée 131 365 325.18 339 3.64 8.0 331 2.8 218
izaꝙ0h 1450 1333 2134 26660 1.08 1233 1.87
T. u αι ι , αα α äα α
43 3023 315 3033 α
ios 820 821 68 3105 08 d. öα d
ι ν 3—7—

— ————
230o.30 186.78 166.45 134.70 128361. 2ol l. So 22ιιιαιN
68. o2 328 123.281 108. 10 11.028.682. 1126.6225.8328.62
233 — ios is iie ei ᷣ. ñäαεα
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—— —— — — ———
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        <pb n="80" />
        Tabelle V

Die Einnahmen und Ausgaben
im Durchschnitt für einen Monat der Stellenlosigkeit

Personen⸗ 9

* ahl ————
efd. deb —
Berufsstellung 83438 3288
ar. 5513533535138

8333 514

55135 315385

3518 —18 5

Einnahmen:

vor Verande ·
bzw. während rung in
nach v. s.
der Stellenlosigkeit

Ernãhrung
vor Verãnde⸗
bzw. waͤhrend rung in
nach v. H.
der Stellenlosigkeit
— —9 —
Kalkulator ..
Expedient ....
Reisender ....
Buchhalter ...
Behörden⸗
angestellter.
Lagerist ......
Lagerist .....
Expedient ....
Betriebsleiter
Expedient ....
Buchhalter ...
Buchhalter ...
Lohnbuchhalter
Lagerist ....

36
*
ʒ
ʒð

19213
21318
37 —713
211613

336.43 126. 602 62. 87
336
24 — 35
37 38 23

11.561 70.87 - 28.41
5588 3713887
4250 150.98 8.08
—6
45
35
o
1
51

2

1

8
2

⸗
109

7
tẽ

236.451 163. 53 30. 84
2.18 ls ncꝛ
2537333.6028

As.o sos os Nio

— ———

letzt. Ge·

de oo os — 3.00
30 260.82- 26. 88.21
357 i80 36180
3022 8 12311804
. s ιο

91.63 87. 00 4.99
13. 781 108. 725 - 4.40
o1.660 84. 39 - 16. 99
88. 67 9. 404 0. 88
68.88 79.82 4 15. 88
58.51) —
89.114 1.02
140. 01- 12.79
85. 7- 14.65
82,58 — 5.71

*
9*
101

33

2

19
11
12
13
14

112 216 6
—A 6
2312 317 — 5*
3312 213 9

stellenloser Kaufmannsgehilfen
ind der Zeit vor bzw. nach der Stellenlosigkeit

Aus Len für:
Kleidung Sonstiges
vor Verände⸗ vor —X
bzw. während rung in bzw. während rung in
nach v. S. nach v. H.
der Stellenlosigkeit der Stellenlosigkeit
—A—— 2 —

BSesamt-Ausgaben
vor Verande
bzw. während rung in
nach v. H.
der Stellenlosigkeit

“ 74 F
— 30.12 207.78 161. 05 45. o2
BHo0οM ν οοο — 66.7
——
— ⏑———
22.02 - 6.- 237.87 165. 80 - 30. 30
*35 3825 65 1o36
—
54.41 - 21.iol 203. o7. 205. 100.70
71.is 4. 26.781 160i.522 107.20 22.15
15.32 —B
38.59 300.21 267.63 13.46
B82.ιοα εε— 30.63
— —
— 33881 216.50 196 31 -936

Wohnun
vorr Verände⸗
bzw. — 2 rung in
nach v. H.
den Stellenlosigkeit
— —E—

51.- 36. 20 - 2786 75.64
312 30
331280 22.05 — 32.1013.6
36.07 27287 20i i7.6

8.12 — 89.260 6958
6.15 —- 46. 61 161. 32
14.0 4 54 39.66
43. 07 4 144. 464. 36
7.81 - 4.4561. 16

1842388184

ziss 2630 8.1

—e—

A.o 36.oo 56. 13

— 2758 — —
—— —— is.iz 2u.1 2.7 465 i37.28 8428
zis 24 3004 3 183 63
—* 2 8 58 ö »ααι iοαα
33 33 3 3
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        —

55

2
VB

2
0
gezahlten Gehälternseine kulturellen Bedürfnisse
nur unvollkommen decken konnte, ausgewirkt? Ueber
alle diese Dinge wären wir nicht unterrichtet, wenn nicht einige der Haus⸗
haltbuchführer von der Entlassung betroffen worden wären und trotzdem
die Buchführung fortgesetzt hätten. So kommt es, daß in 14 Haushaltungen
an Hand von täglichen Eintragungen verfolgt werden kann, wie sich diese
Kaufmannsgehilfen auf den traurigen Zustand der Stellenlosigkeit ein—
gestellt und versucht haben, das einmal erreichte Lebensniveau allen Wider—
ständen zum Trotze möglichst zu behaupten.

Die statistische Aufarbeitung des Materials bereitete erhebliche
Schwierigkeiten, da die Behandlung der Anschreibungen als Jahres—
rechnungen und die Verwertung der Durchschnitte über die verschiedene
debenshaltung vor, nach und während der Stellenlosigkeit nichts ausgesagt
haben würde. Es mußte daher, um zu zeigen, wie die 14 Haushaltungen in
der schweren Zeit gewirtschaftet haben, eine Umrechnung auf die einzelnen
Monate vorgenommen werden.

Zunächst einige Worte über die Zusammensetzung dieser
Familien. Es waren 14 Haushaltungen, deren Haushaltungs—⸗
vorstand von der Entlassung betroffen wurde. 14 Jahresrechnungen genügen
nach dem statistischen Gesetz der großen Zahl an sich nicht, um ein voll⸗
kommenes Bild von der Lage der Stellenlosen insgesamt geben zu können.
Und gerade im vorliegenden Falle besteht die Gefahr, daß das Bild zu
günstig wird, weil es sich um Mitglieder eines Berufsverbandes handelt, die
als ältere Mitglieder zum Teil eine größere Unterstützung von ihrem Ver—
bande bezogen. Auf diese Tatsache muß hingewiesen werden, bevor das
Material im einzelnen erläutert wird.

Die 14 Familien setzten sich aus 52 Personen, und zwar aus
23 Kindern und 29 erwachsenen Personen zusammen. Es handelte sich um
durchweg ältere Kaufmannsgehilfen, denn das geringste
Alter betrug 30 Jahre und das höchste 51. Hier dürfte durchaus kein Zufall
vorliegen, sondern die schon oft kritisierte traurige Tatsache, daß die deutschen
Arbeitgeber in den Jahren nach der Inflation verhältnismäßig mehr ältere
Angestellte — auch solche von 30 Jahren an aufwärts gehören leider hierzu
— entlassen haben. Beruflich befanden sich unter den Stellenlosen vier
Buchhalter, drei Lageristen, drei Erpedienten, ein Kalkulator, ein Reisender,

ein Behördenangestellter und ein Betriebsleiter. Die Stellenlosigkeit hat
die Genannten ungleich getroffen. Während in einem Fall die Stellenlosig⸗
keit das ganze Jahr andauerte, trat sie in anderen Fällen erst gegen Ende
des Jahres ein, oder wurde noch vor Ende des Jahres wieder von einer
Hilfs⸗ oder festen Anstellung abgelöst.

Zur Darstellung der Einnahmen und Ausgaben wurde für jeden Haus⸗
halt und für den Gesamtdurchschnitt aller Haushaltungen eine A
nung auf einen Monat vorgenommen, und zwar für einen Monat
während der Stellenlosigkeit und für einen Monat der Zeit vor bzw. nach
der Stellenlosigkeit. Nuͤr so war es möglich festzustellen, wie sich die Ein—
nahmen und Ausgaben verschoben haben, d. h., wie groß der Rückgang in
den einzelnen Einnahme⸗ und Ausgabegruppen war. Wenn auf der im

Eä

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—

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