jährliche Gebühr von 25 Dollar hatte jedermann das Recht, hier Geschäfte abzuschließen. Das Büro war den ganzen Tag geöffnet, während die Börse ihre vor- mittägliche Geschäftszeit um zwölf Uhr beendigte und nachmittags nur kurze Zeit offenhielt. Es herrschte damals die Sitte, daß der Börsenvorstand einfach eine Liste verlas, und die Makler, die in einer Art Ring standen, kauften und verkauften, wenn das betreffende Objekt ausgerufen wurde. Gold stand an letzter Stelle auf der Liste, und dieses langsame, plumpe Verfahren hinkte weit hinter den fieberhaften Kursschwankungen her. Den Leuten, die täglich im Gold Room verkehrten, war es klar, daß den Importeuren mit überfälligen Ver- pflichtungen eine Krisis drohte. Die Aufwärtsbewegung wurde durch kleine Goldverschiffungen noch verschärft, und es lag auf der Hand, sobald eine größere Gold- sendung ins Ausland ging, würde unter den Impor- teuren eine Panik ausbrechen und sie würden Gold um jeden Preis kaufen müssen, um sich zu retten, Unter den Geschäftsleuten war ein junger Mann, dessen scharfe Einsicht diese Lage durchschaut hatte. Es war E. B. Ketcham von dem Bankhaus Ketcham, Nachf, & Co.. ein Freund von John Pierpont Morgan. Er suchte diesen auf und es entspann sich folgendes Gespräch: „Wie ist die Marktlage?‘ fragte Ketcham. ‚Sehr gespannt‘, antwortete Morgan. „Wie hoch ist Ihr Kredit? Wieviel Effekten könn- ten Sie auf den Markt werfen?” „Zwei oder drei Millionen‘, sagte Morgan. „Ich habe einen Gedanken, den ich für sehr er- wägenswert halte‘, fuhr der andere fort. „Wir sollten für ein paar Millionen Gold kaufen und es auf dem am nächsten Sonnabend abgehenden Dampfer ver- J4