schiffen. Sie haben nicht das nötige Bargeld, aber un- sere Firma hat es. Wir wollen mit Peabody und Ihnen auf gemeinsame Rechnung handeln. Das Ergebnis wird sein, daß der Goldpreis um mehrere Punkte in die Höhe geht, und der Effektenmarkt, den Sie bei der Verschiffung allein versehen können, wird uns in einer Woche das für den Goldkauf angelegte Geld mit gro- Bßem Nutzen zurückzahlen.” Der Vorschlag gefiel Morgan, und so fuhren die beiden am selben Nachmittag noch nach Westport, Connecticut, um die Sache mit dem älteren Teilhaber des Hauses Ketcham zu besprechen. Das war Morris Ketcham, mit dem zusammen Junius S. Morgan seine geschäftliche Laufbahn begonnen hatte. Der alte Herr stimmte bald zu, indem er sagte: „Wenn ihr jungen Leute meint, ihr habt recht, dann los!” Es war jedoch notwendig, vorsichtig vorzugehen, damit der Plan nicht vorzeitig bekannt würde. Zur Verschiffung wurden Doppeladler (Double Eagles, Goldstücke von 20 Dollar) benutzt, man mußte diese Münzen bei einem Edelmetallhändler nach dem gewöhnlichen Goldkurs mit einem Aufgeld kaufen. So mußte entweder Morgan oder Ketcham als Käufer von Doppeladlern auftreten, die man allein zum Verschiffen brauchen konnte. Die Edelmetallhändler merkten wohl etwas, aber die Käufe wurden, soweit als möglich, ge- tätigt, wenn gleichzeitig andere Verschiffungen aus- geführt wurden, und am folgenden Sonnabend wurde das Gold, 2 Millionen, zu Schiff gebracht. Fast sofort gingen die Preise in die Höhe. Und doch, als man sich am Montag im Gold Room traf, war alles unerklärlich ruhig. Morgan wurde ungeduldig, sogar nervös, „Was halten Sie davon? Was halten Sie davon?” flüsterte er seinem Partner zu. Sie war- teten. Auf der Börse war ein Angestellter von Ketcham