Laufbahn als Bankangestellter begann. Er wagte sich an immer größere und kühnere Unternehmungen, und da sich sein Leben auf diese Weise aufgebaut hat, so findet man, wenn man sich in die im vorliegenden Ka- pitel zu behandelnde Zeit — den Bürgerkrieg und kurz nachher — zurückversetzt, zwar eine zielbewußte und recht einflußreiche Persönlichkeit, aber nichts von dem späteren Morgan. Wenigstens nicht äußerlich. Bei all seinem unbewußten Egoismus ordnete er sich zuerst seinem Vater und dann den Drexels unter, und erst in mittleren Lebensjahren wurde er vollkommen sein eigener Herr und gänzlich frei. Als junger Mann hatte er die Ruhe eines Athleten, der seine Kräfte und Fähigkeiten noch nicht auspro- biert hat. Er zeigte große körperliche und geistige Energie, eine hartnäckige und sichere Verfolgung sei- nes Zieles, ob es sich nun um eine solche Kleinigkeit handelte wie ein Petits-Chevaux-Spiel mit einem Ein- satz von einem Franken im Kursaal von Vevey, wo er die Schule von Feligh besuchte, oder um irgendeine komplizierte Bankoperation, die im Anfang seiner Laufbahn, als er bei Duncan, Sherman & Co. angestellt war, unter seine Hände kam. Das Jahr, in dem er nach New York kam, war für die Wall Street sehr reich an Krisen. Sie fingen mit dem Zusammenbruch der Ohio Life & Trust Company im Sommer 1857 an, und neunhundert Zahlungsein- stellungen folgten. Eine Zeitlang befand sich auch die große Londoner Firma Peabody & Co., wie bekannt war, in sehr bedrängter Lage. In ihr war das Ver- mögen von Morgans Vater angelegt. Sie war voll- kommen zahlungsfähig, aber, wie andere Firmen auch, mußte sie zeitweise ihr gesamtes Bargeld ausgeben und konnte so ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkom- men. Man sagte voraus, daß der Fall von Peabody & CO