gewissen Grade auch die Baltimore & Ohio an, ihre Fühler nach dem mittleren Westen auszustrecken, um ihn zu erschließen. Aber die Bahnen waren erst zu- sammenhangs- und ziellose schüchterne Versuche, und die Verschiedenheiten in der Spurweite sowie die gro- tesken Unterschiede in den Wagensystemen machten es unmöglich, von Chicago, das damals eine junge, aufstrebende Stadt war, oder von Cincinnati Durch- gangsfrachten nach dem Osten zu senden, ohne daß sie unterwegs mit beträchtlichem Geld- und Zeitver- lust ein dutzendmal umgeladen werden mußten. Die Harlem-Eisenbahn stand vor dem Bankrott, und das System der New Haven war erst in Andeutungen vor- handen: es bestand allein aus einer Linie, die sich von Bronx bis New Haven, eine Entfernung von 100 Kilo- meter, erstreckte. Morgans Vetter E. D. Morgan, der kurz vor dem Bürgerkrieg Gouverneur von New York und später Senator wurde, leitete die Hudson-River-Eisenbahn, wie es früher Sam Sloan getan hatte. Viele hielten damals diese Eisenbahn für einen Unsinn, für eine hoff- nungslose Kapitalanlage, denn sie konnten sich nicht vorstellen, daß eine Eisenbahnlinie, die den Ufern des Hudson entlang lief, jemals mit der Flußschiffahrt kon- kurrieren könnte. Morgan selbst hatte mit diesen Entwicklungen da- mals noch sehr wenig zu schaffen. Sein Gesicht war Europa zugewendet und dem Effektenmarkt in den finanziellen Zentren jenseits des Ozeans. Ein Bankier wie er war für den Auslandshandel genau so notwendig wie die Schiffe, die ihn trugen. Ausländische Effekten sind gewissermaßen Schuldscheine als marktfähige Papiere, ihr Zweck ist, die Umständlichkeit der Ver- schiffung von Bargeld zu umgehen. Wenn Amerika Baumwolle exportiert, wird dem englischen Käufer ein 8%