Eisenbahngesellschaften zu ruinieren, um auf diese Weise sich Vermögen zu erwerben, war der sen- sationelle Kampf der Albany & Susquehanna Railroad. Es war ein rücksichtsloser Krieg und erforderte eine unmittelbare Kampfansage an zwei der fähigsten und skrupellosesten Männer, die sich in Wall Street mit der Absicht, vor nichts zurückzuschrecken, fest- gesetzt hatten. Morgan war ungefähr im gleichen Alter mit Jay Gould und etwas jünger als „Admiral‘ Jim Fisk, der den Spitznamen „Fürst von Erie” trug. Zehn Jahre lang hatte sich Morgan ausschließlich mit den gewöhn- lichen Geschäften eines Privatbankiers befaßt. In dieser Zeit hatte er sich den Ruf eines sehr be- dächtigen und kreditwürdigen Geschäftsmannes er- worben. Es wurde damals gesagt, daß es unnötig sei, irgendwelche Versprechungen oder Feststellungen von ihm schriftlich zu fixieren. Andererseits waren Gould und Fisk durch ihre ge- wagten Unternehmungen, durch ihre skrupellosen Me- thoden und durch die Schnelligkeit und Geschicklich- keit, mit der sie Eisenbahngesellschaften ruinierten, bekanntgeworden, Außerdem war Gould der best- gehaßte und meistgefürchtete Mann in Wall Street. „Schwarzer Freitag‘ und „Gold Corner” wurden als Synonyme für seinen Namen gebraucht, Man wußte, daß er zwei oder drei Richter gewonnen und verläß- liche Freunde in den Gerichtshöfen von New York und New Jersey hatte. In der informellen Partner- schaft der beiden kämpfte Fisk immer im Angesicht der Öffentlichkeit, während Gould als Drahtzieher hinter den Kulissen arbeitete. Fisk hatte ein außer- ordentliches Talent für das Auftreten in der Öffent- lichkeit: mit seiner großen, stattlichen Figur, seiner blühenden Gesichtsfarbe, sorgfältigen Kleidung, seinen io