von 140 Prozent arbeitete. Das bedeutete natürlich nicht nur den Bankrott, sondern die völlige Vernich- tung. Die Central andererseits konnte ihr Kapital mit knapp 1 Prozent verzinsen. Sie war schon sehr her- untergekommen und steuerte geradeswegs auf die Zahlungsunfähigkeit los. Ihr Schicksal hing an dem Seidenfaden, wieviel Geld sich die West Shore noch leihen konnte. Natürlich blickte alles gespannt auf Vanderbilt; man erwartete, daß er die West Shore aufkaufen werde. Aber er erinnerte sich an seine Erfahrung mit der Nickel Plate und zögerte noch. Er hatte es durch- aus nicht eilig. Außerdem war er Eigentümer der South Pennsylvania, und diese stand zu der Pennsyl- vania in genau derselben Beziehung wie die West Shore zur Central. Präsident der Pennsylvania war damals George HK. Roberts, ein willensstarker, hartnäckiger Mann, der seine Laufbahn im Eisenbahnwesen als Strecken- vorarbeiter begonnen und für Finanzleute herzlich wenig übrig hatte, Er stammte aus Wales. Roberts nahm sich kein Blatt vor den Mund, wenn er über den Bau von Konkurrenzlinien sprach, er nannte ihn Er- pressung und sagte, der einzige Weg, derartige Machen- schaften aus der Welt zu schaffen, sei Kampf, Kampf bis zur Vernichtung solcher Unternehmungen. Er er- klärte, daß er dieser Politik folgen werde und daß niemand ihn davon abbringen könne. Das letztere zielte auf Morgan, der Verhandlungen begonnen hatte, um zu irgendeinem Kompromiß zu gelangen. Andrew Carnegie, der weitgehend an der South Pennsylvania beteiligt war, suchte Roberts auf und deutete an, daß diese neue Linie am besten als Teil des Systems der Pennsylvania betrieben werden könnte. Roberts er- widerte, Vanderbilt und andere reiche Leute hätten br br 1‘