Man stelle sich vor, der Gilt-Edge-Flyer-Expreß der C. & O0. W. rase mit unglaublicher Geschwindig- keit ostwärts, und der Silver-Plate-Limited-Expreß der bekannten K. & J. eile wie eine Kanonenkugel nach Westen — auf demselben Bahndamm, auf dem- selben Gleis! Die Präsidenten der beiden konkurrierenden Ge- sellschaften sitzen in ihren bequemen Sesseln und empfangen die telegraphischen Berichte. In einer Stunde, in einer halben Stunde, in ein paar Minuten, in ein oder zwei Sekunden — die Zeit vergeht schnell — erwarten sie die Nachricht von einem fürchter- lichen Zusammenstoß. Der Augenblick kommt, Die beiden Züge werden bei dem Zusammenstoß völlig zer- stört. Die Folge ist eine ungeheure Schadenrechnung — und Ankündigungen neuer Schuldverschreibungs- ausgaben, denn diese Rechnung muß ja bezahlt wer- den. Von dem Standpunkt der beiden Eisenbahn- sesellschaften aus war dieser Zusammenstoß ein voll- kommen vernünftiges und unvermeidliches Vorkomm- nis. „Der andere war auf meinem Gleis, ich habe ihn rechtzeitig gewarnt‘, entschuldigte sich der Präsident der (imaginären) C. & O0. W, Ebenso ohne Zögern der Präsident der unternehmungslustigen K, & J, Dies ist eine Illustration, kein wirkliches Vor- kommnis. Es ist die vereinfachte bildliche Darstellung der Lage. In Wirklichkeit kam folgendes vor. Fahr- karten wurden nach Tausenden zum halben Preis an Makler wie der brühmte Frank abgegeben, oder die Frachttarife wurden eine Woche lang an einem Baum in irgendeinem Wald ausgehängt, um dem Gesetz Ge- nüge zu tun, das den öffentlichen Aushang der Tarife forderte, und wenn das gestohlene Frachtgeschäft durchgeführt war, wurden sie wieder abgenommen. Alle Bahnen litten durch diese gegenseitigen Schikanen 38