Und da war Morgan, der künftige Geldfürst, bisher aber ein einfacher Bankier, der seine Ideen und Me- thoden 30 Jahre lang in seinem eigenen Geschäfts- zweig erfolgreich angewendet hatte. Wir sind jetzt an dem Punkt angelangt, von wo der Morgan, den wir bisher kennengelernt haben, sich anschickte, den Weg zu begehen, der ihn auf den Gipfel führen sollte, von wo er den ersten Schritt von dem vielbegangenen Pfad der gewöhnlichen Geschäftsroutine fort machte und in seiner privaten Eigenschaft Arbeit für die Öffentlichkeit leistete, Es ist der Zeitpunkt, als er, um mit einigen zu reden, anfing, den Reichtum des Landes zu. schlucken, oder, wie andere es ansehen, die Ge- schäfte der amerikanischen. Allgemeinheit in dem Sinne zu führen, in dem sie seiner Meinung nach ge- führt werden mußten, oder, wie wieder andere be- haupten, sich entschied, ein öffentlicher Wohltäter zu werden und dem Lande für den Rest seiner Tage un- schätzbare Dienste auf finanziellem Gebiet zu leisten. Mit anderen Worten, die Frage nach Morgans Mo- tiven: oder seiner Moral kann am besten durch die Schilderung der Ereignisse in seiner weiteren Lauf- bahn vom Jahre 1885 ab beantwortet werden. Die Darlegung der wirklichen Ereignisse in Morgans Leben wird uns zu dem Schluß führen, daß die erste und die dritte oben angegebene Ansicht von den Beweg- gründen des Finanzmannes etwas romantisch und falsch sind, und daß die zweite, die annimmt, daß sein tiefstes Interesse an den Geschäften, die moralische Achse, um die sich sein ganzes Leben drehte, eine natürliche Vorliebe für gesunde, wohlbegründete Ge- schäfte ohne logische Fehler oder verderbliche Schwachheiten war, der Wahrheit sehr nahekommt. Sie kommt der Wahrheit jedenfalls so nahe, wie es eine Analyse eines menschlichen Wesens. die nicht 32