ein dickleibiges Buch mit Erklärungen und Berichten über jede einzelne seiner Taten füllt, nur kann. In den folgenden Zeilen werden mehr als einmal Lagen ge- schildert werden müssen, die aus einer unentwirrbaren Mischung von Motiven bestehen, bei denen manchmal das Zünglein der Wage sich der einen oder anderen der beiden oben falsch genannten Beurteilungen Mor- gans zuneigen mag. Das schadet nichts. Wir suchen den Mann selbst, keine Karikatur von ihm, und so werden wir diese Verwicklungen doppelt interessant finden. Im Jahre 1885 fühlte Morgan sich durch ver- schiedene Vorkommnisse dazu getrieben, im Eisen- bahnwesen etwas zu unternehmen. Nun tat Morgan stets entweder gar nichts, oder alles; entweder war er der unbeteiligte Zuschauer, oder er spielte eine führende Rolle. Es ist im vorangegangenen Kapitel bereits erzählt worden, wie er die Verwicklungen zwischen der West Shore und der New York Central, zwischen der South Pennsylvania und der Pennsyl- vania entwirrte. Er nahm nicht Partei, er nahm die Leitung in die Hand. Mit der Logik des gesunden Ge- schäftsgeistes zwang er die Unversöhnlichen, sich seinen Plänen zu unterwerfen, als niemand etwas der- artiges für möglich hielt. Er hatte diese Angelegenheit kaum geordnet, als er sich einer anderen, noch viel verwickelteren, dro- henderen gegenüber sah, dem Zusammenbruch der großen Philadelphia & Reading Railroad. Die Reading war eine der größten bestehenden Eisenbahngesellschaften. Ihr Kapital belief sich auf Hunderte von Millionen, sie hätte 40 Millionen pro 17