Jahr verdienen können. Sie war eine riesige, dauernd laufende Maschine zum Profitmachen — aber es war etwas faul in ihrer Geschäftsführung, sie brachte nicht einmal ihre Betriebskosten herein, Wenn ein kleines Geschäft in Schwierigkeiten ge- rät, so ist das zwar peinlich, aber aufregend nur für die unmittelbar Beteiligten, Die schließlich kommende Katastrophe sucht ein oder zwei Menschen heim, und gewöhnlich hätte sie abgewendet werden können durch ein wenig mehr Geld. Wenn aber ein großes Unternehmen zusammenzubrechen beginnt, so ist es fürchterlich, dabeizustehen und zu beobachten, be- sonders wenn es sich um eine Eisenbahn handelt, Denn zine Eisenbahngesellschaft kann nicht den Laden zu- machen und unter Mitnahme der Strecke verschwinden, Man kann sie niemals für tot erklären und aufgeben, ihre Krankheit muß geheilt werden, ganz gleich, wie lange es dauert und was es kostet. Eine bankrotte Eisenbahngesellschaft liegt wie ein Alp auf der Brust der unglücklichen Aktionäre, und die, die sie nicht sofort arm macht, erschreckt sie zu Tode mit ihren riesenhaften und immer wachsenden Ausgaben. Man muß ihr aus den Schwierigkeiten helfen, aber wie? Das ist keine Grünkramladenangelegenheit, das ist der Todeskampf eines Zyklopen. Eine solche Lage bietet ein Problem mit so tausendfältigen Kompli- kationen, daß man nicht hoffen kann, es mit bloßer Schlauheit, mit gesundem Menschenverstand oder Er- fahrung allein zu lösen. Die Berichte über die Ver- sammlungen der verschiedenen Aktionärausschüsse beweisen das klar, Die Lage, in der sich die Reading befand, war folgende. Ihre jährlichen Ausgaben für den Zinsen- dienst festverzinslicher Papiere beliefen sich auf etwa 6 300 000 Dollar. Von ihren 2538 Kilometern Strecken- 34