die Seefrachten zu billigeren Preisen übernehmen konnten als die großen Gesellschaften, die ja ihre lau- fenden und festen Ausgaben zu zahlen hatten und auch gute Dividenden ausschütten wollten. Diese schwierige Lage hielt solange vor, bis die Be- teiligten einsahen, daß irgend etwas unternommen werden mußte, wenn nicht einige weniger kräftige Dampfschiffahrtsgesellschaften in Bankrott geraten sollten. Die Leiter der großen amerikanischen Eisen- bahnsysteme hatten lange Zeit die Hoffnung gehegt, daß einmal eine amerikanische Schiffahrtslinie den Verkehr zwischen New York oder Philadelphia und Großbritannien versehen werde, Diese Hoffnung wirkte sich in der Organisation der American Steamship Com- pany aus, die teilweise mit Kapital und unter der Führerschaft der Pennsylvania-Eisenbahn ins Leben ge- rufen wurde, Sie hatte aber keine besonderen Erfolge aufzuweisen, und es schien schon so, als ob sie bald wieder auffliegen würde. Kurz nach der erfolgreichen Organisierung der United States Steel Corporation wurde Morgan auf der Reise nach Europa von einem Schiffahrtskapitali- sten gefragt, ob es nicht möglich wäre, die verschiede- nen nordatlantischen Schiffahrtsgesellschaften unter einheitlicher Leitung zusammenzufassen und praktisch in die Hand eines einzelnen Eigentümers zu bringen. Morgan antwortete in seiner bekannten lakonischen Art: „Es müßte eigentlich.‘ Jedenfalls faßte der Ge- danke festen Fuß bei ihm, falls er sich nicht bereits lrüher mit derartigen Überlegungen beschäftigt haben sollte. Er sah aber sofort ein, daß sich ein Schiffahrts- trust in verschiedenen wichtigen Zügen von dem Auf- bau des Stahltrusts grundlegend unterscheiden müßte. Alle Gesellschaften, die in der United States Steel 174