to II. Der Markt von Lübeck für Schuster bestimmt. Die Zahl der Arbeitsstellen wurde damit von 9 auf 24 erhöht. Damit war die Fürsorge der Stadt für Erhöhung der Arbeits- und Verkaufsstellen auf dem Markte auch an dieser Stelle zu ihrem natür- ichen Abschluß gekommen. Noch jüngeren Datums ist die Anlage der Bäckerbuden an der Nordseite des Marktes, wahrscheinlich so jungen Datums, daß sie eigentlich nicht mehr in den Rahmen der Karte, für die das Jahr 1325 als untere Zeitgrenze ange- nommen wurde, hineingehört. Ihre Zahl, 64, ist einer 1378 angefertigten amtlichen Aufzeichnung der sortes pannificum entnommen?); immerhin ist die Anlage älter. Bis zum Jahre 1315 — soweit habe ich sämtliche Ober- stadtbucheintragungen durchgesehen — werden die Grundstücke Meng- straße 1—11 nur als am Marienkirchhof liegend bezeichnet. In der Auswahl von Oberstadtbucheintragungen, die Schröders topographische Register öringen, ist zum Jahre 1341 zum ersten Male die Lage des heutigen Grund- stückes Mengstraße 8 mit den Worten: ex opposito cimiterii beate virginis, ubi venduntur panes, bestimmt, späterhin werden auch bei anderen Grundstücken — 3, 10 — die macella panum als Gegenüber erwähnt?). Zwischen 1315 und 1341 sind also die Verkaufsstellen der Bäcker an der Nordseite des Marktes errichtet worden. Für das ausgehende 13. Jahrhundert jietet sich überdies ein bestimmter Anhaltspunkt dafür, wo die Verkaufs- stellen der Bäcker damals zu suchen waren. Das bereits bei Besprechung des Blocks XV behandelte Blatt der Kämmereiakten führt auf der Rückseite mehrere Budeninhaber auf, die z. T. mit Angabe ihres Handwerks versehen sind. Auf einen cirotecarius (Handschuhmacher) folgen ein rasor (Tuch- scherer), dann Goldschmiede und Nädler, Die Handschuhmacher sind aber in den kemmerbodae (Block XVI) vertreten; die Goldschmiede in Block XVIJT, die Nädler in Block XVI. Also wird man den Tuchscherer auch wohl auf dieser Fläche zu suchen haben. Neben dem durchgestrichenen Namen des Tuchscherers steht aber der von gleichzeitiger Hand hinzugefügte Vermerk: ubi modo stant pistores. Demnach werden wir. um 1300 im Block XV(IT, in seinem nördlichen Teil, wo damals noch vor der Erweiterung der beiden Langhäuser nach Norden zu ausreichender Platz vorhanden war, die Bäcker zu suchen haben. Über die Zahl der Verkaufsstellen der Bäcker zu Ende des 13. Jahrhunderts sind wir überraschend gut unterrichtet: 1288 waren es 44, 1290: 45, 1291: 54 und 1292: 52 Bäcker, die ihre „sortes‘“ über die Verkaufsstellen warfen?®), also 50 im Durchschnitt. Eine wesentliche Erhöhung der Zahl der Bäcker war also durch die Verlegung ihrer Verkaufs- stellen nicht bedingt (1378: 64). An der Nordseite der Marienkirche aber, wohin in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts die Verkaufsstellen der Bäcker verlegt wurden, werden noch um das Jahr 1300 die bodae ortulano- tum, Verkaufsbuden der Gärtner, gestanden haben. Ein weiteres, dem Kämmereiheft der Jahre 1283 bis 1287 eingelegtes Blatt trägt die Über-