Vorwort zur zweiten Auflage. Die neue Auflage legt hoffentlich davon Zeugnis ab, daß die ein- schlägigen Probleme und Gedanken sich in der Zwischenzeit ein Stück weiter entwickelt haben. Sie hat die Hauptgedanken der ersten Auflage vertieft und folgerichtig weitergeführt, Unklarheiten und Widersprüche der ersten nach Möglichkeit getilgt. Abgesehen vom legten Kapitel ist die neue Auflage ein Neubau, bei dem nur ein Teil der Bausteine aus der alten übernommen wurde. Über ihren Inhalt, ihre Grundgedanken und Methoden unterrichtet ausführlich der dritte Paragraph der Einleitung. Hier sei daraus nur kurz Folgendes angeführt. Das erste Kapitel unter- sucht das Wesen der menschlichen Gesellschaft und findet es in einem Zustand spezifischer innerer Verbundenheit. Das gesellschaftliche Leben wird dabei nacheinander von einer Reihe verschiedener Gesichtspunkte aus betrachtet, indem die wichtigsten sozialen Anlagen des Menschen zer- gliedert und auf ihre gesellschaftliche Bedeutung hin untersucht werden. Das zweite Kapitel erörtert zunächst Wesen und Arten der Gemeinschaft, wobei als deren Kennzeichen die Tatsache der Ausweitung des Ich über die eigene Person hinaus verwendet wird. Aus der Fülle der außer- zemeinschaftlichen Verhältnisse werden sodann einige, die zugleich für das tatsächliche gesellschaftlich-geschichtliche Leben der Menschheit von besonderer Bedeutung sind, herausgegriffen und näher untersucht; in ihrer Gesamtheit entsprechen diese etwa der von Tönnies als Gesellschaft zekennzeichneten Sozialform. Das dritte Kapitel entwickelt sodann die wichtigsten Eigenschaften der idealtypisch rein gedachten Gruppe. Zum Schluß gedenke ich mit geziemendem Dank dreier Männer, von denen ich für die neue Auflage in besonderem Maße Anregung und Be- lehrung empfangen habe und denen ich auf dem einen oder anderen Pfade begegnet bin: Dr. Theodor Geiger, Prof. Theodor Litt und Prof. Takata. Von Herrn Dr. Geiger kommen namentlich die Ausführungen in seinem Buche „Die Masse und ihre Aktion“ (Ferd. Enke, Stuttgart 1926) über die engen Beziehungen des Gemeinschaftsverhältnisses zum Gruppenleben, über die Beschränkung der Gemeinschaft auf einen ge-