worden sind, sich geltend gemacht haben, falls die tatsächliche Verhältniszahl der im Laufe eines Jahres geborenen Knaben im Vergleiche mit der Gesamtzahl, die in Dänemark etwa 70 000 ausmacht, beispielsweise auch nur um mehr als 1 oder 2 Proz. von der berechneten Verhältniszahl abweichen sollte. Wie mit diesen einfachen Beispielen, so ist es auch mit komplizierteren. Die Mannigfaltigkeit der Ursachen legt jeder Vorausberechnung, die sämtliche Ursachen berücksichtigen will, unüberwindliche Schwierigkeiten in den Weg. Verzichtet man jedoch darauf, jedem einzelnen Individuum einer größeren Masse zu folgen — seien es Menschen, Regentropfen oder Luftmoleküle —, um statt dessen seine Aufmerksamkeit auf die Gesamtwirkung der Ursachen, von denen die Einheiten beeinflußt werden, zu lenken, dann liegt es im Bereich des Möglichen, allgemeine Ergebnisse festzustellen, wenn auch nur mit einer gewissen Genauigkeit, die jedoch oft mehr als hinlänglich sein wird. 6. Bei statistischen Untersuchungen wird also auf die Gesamtwirkung Gewicht gelegt; man interessiert sich nicht für das Schicksal des einzelnen Menschen, stellt vielmehr Massenbeobachtungen an. Wo es sich nicht um eine bloße nüchterne Darstellung numerischer Tatsachen handelt, da gilt es, solche Massenbeobachtungen zu machen und sie so zu verarbeiten, daß die Wirkung der Mehrzahl von Ursachen verschwindend klein wird und nur ainzelne Ursachen bleiben, so daß die Gesetzmäßigkeit im Hauptresultate hervortritt. Welche Ursachen wir auf diese Weise untersuchen können und welche sich eliminieren lassen, das muß uns die Erfahrung lehren. Zu guter Letzt gibt es, wie wir gesehen haben, Ursachen, deren Wirkungen sich nicht ausscheiden lassen. Dies schließt jedoch nicht aus, auf statistischem Wege wichtige Schlüsse zu ziehen. So hat es sich erwiesen, daß die Sterblichkeit im Schankwirtsgewerbe für größer als in den meisten übrigen Berufsklassen angesprochen werden muß; ja der Unterschied ist so erheblich, daß, unterm Bewußtsein der Unsicherheit statistischer Betrachtungsweise, angenommen werden muß, daß bei Gastwirten Ursachen zur Geltung kommen, die nicht mit entsprechender Stärke bei anderen Gewerbetreibenden wirken. Welches nun diese Ursachen sind, das bleibt eine ganz andere Frage; wieviel dem Alkohol, wieviel einer ungesunden Lebensweise (Aufenthalt in schlechtgelüfteten Räumen, Mangel an Schlaf usw.) zuzuschreiben ist, läßt sich nur äußerst selten feststellen. Es ist mög-