— 30 fFaßten die „Augsburgschen Konfessionsverwandten“ der Stadt und enthielten 5869 Todesfälle und 6193 Geburten. Durchschnittlich wurden jährlich 1238 geboren; weiter starben 348 im 1. Lebensjahre. Wenn diese Zahlen normal sind, müssen demnach jährlich 890 Kinder den 1. Geburtstag erreichen. Aber wieviele Kinder unter einem Lebensjahr werden dann an einem gegebenen Tage eines Jahres, z. B. am 31. Dezember, vorhanden sein? Die zu suchende Zahl ist offenbar zrößer als 890, indem ein Teil der 0—1jährigen Kinder im folgenden Kalenderjahr sterben wird. Feststellungen hierüber hat Halley auf jeden Fall fürs Jahr 1691 gehabt. Von den 1218 in diesem Jahre geborenen starben 226 im Laufe des Geburtsjahres, so daß bei Jahres- schluß 992 am Leben waren. Diese Zahl hat er dann auf 1000 ab- yerundet; und er geht also davon aus, daß Breslau 1000 Kinder unter einem Jahre zählte. Danach berechnet er — wie erwähnt, mit etwas freier Ausnutzung der Zahlen — wieviele 1—2jährige, 2—3jährige usw. existieren, um so die Zusammensetzung der Bres- lauer Bevölkerung nach Altersklassen zu konstruieren. Alles in allem fand er, daß die Einwohnerzahl 34 000 sein müsse, und dies stimmt ganz gut mit Resultaten nach anderen be- völkerungsstatistischen Quellen Breslaus überein. Die Idee der Sonderung in solche, die im Laufe des Geburts- jahres und solche, die überhaupt vor Erreichung des 1. Geburtstages sterben, ist trotz des anscheinend einfachen Gedankenganges von Jen älteren Statistikern nicht immer verstanden worden. Die Nachfolger Halleys faßten in der Regel das Verhältnis so auf, als ob die 1000 Einjährigen entweder neu geboren oder gerade den 1. Geburtstag erreicht hätten. Für die rein praktische Aufgabe der Bestimmung einer Einwohnerzahl würde ein solcher Fehler übrigens ohne wesentliche Bedeutung sein, vielleicht nur 1 Proz. der Zahl ausmachen. Daß Halley aber in diese Frage hat eindringen können, ist ein Beweis für seine große Geistesschärfe. 25. Er zeigt uns ferner, daß die gefundene Altersgruppierung auch die Sterblichkeit angibt, indem man aus den Zahlen ersieht, wie 1000 Personen zwischen 0 und 1 Jahr allmählich hinsterben» Und wiederum folgen weitreichende Schlüsse hinsichtlich der Ver- wendbarkeit der Zahlen. So will er z. B. das wahrscheinliche Lebensalter (das Alter, in dem die Hälfte der Geborenen verstorben sind), die Zahl wehrhafter Männer (indem er davon ausgeht, daß as wenigstens ebensoviele Männer wie Frauen gebe) oder die Zahl yzebärfähiger Frauen und zuguterletzt Lebensversicherungs- prämien für ein, zwei oder mehrere Leben berechnen. In diesem