377 lich für seine Pfarre eine Zusammenstellung der Trauungen, Ge- burten und Todesfälle sowie die Feststellung der Gesamtbevölkerung vornehmen. Die Ausarbeitung einer Generaltabelle ward einem Komitee anvertraut, zu dessen Mitgliedern namentlich der Astronom Per Wargentin (1717—1783) zählte; einige Jahre später ward eine permanente Tabellenkommission gebildet. Deren Berichte wurden geheim gehalten, die Bearbeitungsergebnisse jedoch in den Schriften der Akademie abgedruckt‘). Es war ein recht kompliziertes System von Fragebogen, die von den Pastoren auszufüllen waren. Für jeden Kalendermonat sollten Aufzeichnungen erfolgen über Taufen ehelicher wie unehe- licher Kinder, nach Geschlecht getrennt, über Trauungen und Zahl der durch den Tod eines der Gatten aufgelösten Ehen, über Todes- fälle unter Teilung nach Geschlecht für Kinder unter 10 Jahren, im übrigen mit Sonderung zwischen Verheirateten und Unver- heirateten; ferner wurden Mitteilungen über Totgeburten und Viel- geburten verlangt. Ein Schema gab die Verteilung der Verstorbenen nach Alter, Geschlecht und Todesursache. Von einem modernen Standpunkte aus war die Nomenklatur freilich mangelhaft, aber die gewonnenen Ergebnisse haben natürlich bedeutendes historisches Interesse. Nach dem ersten Bericht (1749) entfallen 12 Proz. sämt- licher Todesfälle auf Pocken und Masern, 6 auf Scharlach, 5 auf Keuchhusten; das sind Zahlen, die unsere heutigen vielfach übersteigen. Außer der Beschaffung des Materials sollte die Einwohnerzahl (hierbei Sonderung nach Alter, Geschlecht, Zivilstand, Rang und Erwerb) und die Anzahl von Haushaltungen usw. festgestellt werden. In den Städten fiel ein Teil der mit der Führung der Bevöl- kerungslisten verbundenen Arbeit dem Magistrat zu, in der Haupt- sache aber trugen die Pastoren die Bürde. Sie beklagten sich denn auch bitterlich über die große Arbeit, erhielten jedoch als einzige Erleichterung nur die, daß die Bevölkerungslisten nur alle 3 Jahre ‘später alle 5 Jahre) abzuschließen seien. Nach Elvius’ frühem Tode im Jahre 1749 ward Wargentin Sekretär der Akademie der Wissenschaften und nahm einige Jahre rege an der Bearbeitung des statistischen Materials teil. Von seinen Arbeiten möge eine Abhandlung aus dem Jahre 1766 mit Sterbe- tafeln für die 9 Jahre 1755—1763 erwähnt werden. Er gibt z. B. ?) August Hjelt, De första officiela relationerna om svenska tabellverket ären 1749—1757, Helsingfors 1899.