38 die Durchschnittszahl der Todesfälle von 1755—1757 in 21 Altersklassen an und vergleicht diese Zahl mit der Einwohnerzahl im Jahre 1757, indem er die Frage stellt, wie groß die Zahl von Personen sei, von denen jährlich eine sterbe. Die Volkszahl stammte vermutlich vom Schlusse des Jahres, und wenn die Bevölkerung in ler Zunahme gewesen ist, ist die Sterblichkeit etwas unterschätzt worden. Wargentin setzte seine Untersuchungen auf diesem Gebiete nicht weiter fort; er berechnete somit keine Dekrementtafel oder mittlere Lebensdauer und scheint sich nicht für statistische Fragen theoretischer Natur interessiert zu haben. Er hat jedoch mit seinen Sterbetafeln die Statistik entschieden bereichert. Beispielsweise sei angeführt, daß man einen Überblick über den Unterschied in der Sterblichkeit beider Geschlechter gewann. Man hat Wargentin vorgeworfen, nicht ganz die Halleysche Methode verstanden zu haben; jazu berechtigt die erwähnte Abhandlung jedoch kaum, und solcher Mangel wiegt nur wenig im Vergleich mit seinen Verdiensten um die Statistik. 31. Ungefähr gleichzeitig mit diesen‘ Fortschritten in Schweden yeschahen bedeutungsvolle Versuche in Holland. Hier florierten Leibrenten und Tontinen, ein sehr interessantes Studienmaterial. Struyck (1687—1769) veröffentlichte im Jahre 1740 selbständige Sterbetafeln für Männer und Frauen, in denen er ganz rationell ainigen Jahrgängen von Leibrentenkäufern von Jahrfünft zu Jahrfünft folgte. Er untersuchte auch die Sterblichkeit während längerer Seereisen, beleuchtete die Theorie der klimakterischen Jahre, berechnete die Sterblichkeit für Wöchnerinnen und zeigte die große Sterblichkeit bei Zwillingen auf. Er war sich klar über die Halleysche Methode und betrachtete selbst eine Gruppe von Kindertodesfällen a1ach Geburtsjahren. Die Studien Kerssebooms (1691—1771) über Leibrentenmaterial (1737—1748) sind ebenfalls von Bedeutung. Wenn er freilich den Unterschied in den Lebensaussichten für Männer und Frauen untersuchen will und dabei die mittlere Lebensdauer ohne Beachtung der Sterblichkeit der einzelnen Altersklassen berechnet, oder wenn er zur Feststellung der Einwohnerzahl Londons eine Verteilung der Todesfälle nach Alter vornimmt, so sind zwar seine Methoden nicht immer unanfechtbar; sein Verdienst ist aber trotzdem sehr erheblich. Seine Schlüsse sind im allgemeinen vollkommen korrekt, und seine Verwendung des. Leibrentenmaterials zur Aufstellung von Überlebenstafeln zeugt von Klarheit und Schärfe.