— 454 letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts als möglich erwies, die Sterblichkeit in einem Grade, den die verflossenen Zeiten nicht hatten voraussehen können, zu senken, mußte die Vorstellung, daß alle Generationen nach demselben Gesetze stürben, verschwinden; aber dies geschah natürlich nur gradweise. Solche Vorstellung macht sich z. B. noch offenkundig in der Weise geltend, in der Laplace in seinem im $ 34 erwähnten Essai philosophique etc. (1814) erklärt, wie man sich eine Überlebenstafel beschaffen kann; nach Laplace soll man eine gewisse, hinlänglich große Anzahl von mög- lichst gleichzeitig Geborenen von der Wiege an beobachten und nur darauf achten, wieviele von diesen das 1., 2., 3., usw. Jahr vollenden. Es ist klar, daß man so die Fehler umgeht, welche die Schwankungen der Geburtszahlen in der Zeiteinheit und die Wanderungen mit sich führen, wenn man — wie Halley — die Überlebenstafel durch die Altersgliederung der Lebenden oder der Toten, aber nicht die Fehler, welche von der sich verändernden Sterblichkeit stammen, bestimmt; mittels einer solchen Reihe von Beobachtungen erhält man dagegen darüber Bescheid, in welcher Weise die betrachtete Generation faktisch ausstirbt. Eine Tafel dieser Art könnte man als Überlebenstafel für yleichzeitig Geborene (Generationstafel) bezeichnen. Aufgabe 99. In welcher Weise und mit Hilfe welcher zugänglichen Beobach- tungen könnte man wohl berechnen, wie lange die in Dänemark im Jahre 1840 Ge- porenen durchschnittlich gelebt haben ? 302. In Verbindung mit der oben behandelten Aufgabe, in der Jie Altersgliederung, welche eine Bevölkerung als Resultat einer zu einem gewissen Zeitpunkt herrschenden Sterblichkeit aufweisen würde, zu bestimmen war, kann die Laplacesche Generationstafel indes keine Bedeutung erhalten; denn der Ausdruck, den eine solche Tafel für die Schnelligkeit, mit der z. B. 80-jährige jetzt aussterben, gäbe, würde ein ganz anderer sein als derjenige, welcher der Sterblichkeit 80-jähriger vor z. B. 80 Jahren entspricht; und die damals für Neugeborene festgestellte Sterblichkeit war grundverschieden von der jetzigen. Nichtsdestoweniger ist der für die Konstruktion einer Generationstafel zugrunde liegende Gedanke von entscheidender Be- deutung für die Sterblichkeitsmessung in einer nicht stationären Bevölkerung; will man nämlich Beobachtungen über die Größe der Sterblichkeit auf den verschiedenen Altersstufen anstellen, so muß man in allen Fällen eine solche Periode verstreichen lassen, daß in ihrem Verlaufe eine hinlänglich große Anzahl von Sterbefällen in