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        <title>Die Angestellten in der Wirtschaft</title>
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        <pb n="2" />
        Eine wertvolle Ergänzung
zu dieser Broschüre bildet
Der Geschäftsbericht des
Vorstandes 4. Allgemeinen
freien Angestelltenbundes

Die
ngestelltenbewegung
1925-1928

Geschichts- u. Handbuch der Wirt-
schafts-, Sozial- und der Gewerk:
schaftspolitik

300 Seiten in Großoktav mit vielen
Skizzen und statistischen Belegen

LADENPREIS: broschlert 14.— RM, gebunden 16.-RM
FÜR MITGLIEDER: broschiert 8.- RM, gebunden 9.20 RK

Freier Volksverlag GmbH., Berlin NW 40, Werftstr. 7
        <pb n="3" />
        DIE
ANGESTELLTEN
IN DER
WIRTSCHAFT

LINE AUSWERTUNG
DER AMTLICHEN
BERUFSZÄHLUNG
VON 1925

HERAUSGEGEBEN
VOM ALLGEMEINEN
FREIEN ;
ANGESTELLTENBUND

EI

BERLIN 1928 : FREIER VOLKSVERLAG G.M.B.H.
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        Z9XANE
© 03
        <pb n="5" />
        INHALTSVERZEICHNIS
Seite
Vorwort . ..
1. Wachstum der Angestelltenschaft in den letzten Jahrzehnten
‚Das Bevölkerungswachstum . . .
Die Industrialisierung der Wirtschafi
Die sozialen Auswirkungen . .
H. Größe und Bedeutung der Angestelltenschaft
Wer gilt als Angestellter? ..
Zahl der Angestellten. . .
Anteil der Angestellten an der erweibstätigen Bevölkerung .
Die Veränderungen gegenüber dem Vorkriegsstand .
Veränderungen seit 1925 ......
WM. Gliederung der Angestelltenschaft nach Berufen und Wirtschafts-
Zweigen . . 2.0.0.0...
* Die Angestelltenschaft nach Berufsgruppen
Die Angestellten nach Wirtschaftszweigen
Die technischen Angestellten . ..
Die Werkmeister ......
” Die kaufmännischen Angestellten
Die Bureauangestellten . . .
Die sonstigen Angestellten. . . ..
Die Angestellten in den freien Berufen
IV. Arbeiter, Angestellte, Selbständige
Die Angestellten in der Land- und
Die Angestellten in der Industrie
Die technischen Angestellten .
Die Werkmeister, ....
Die kaufmännischen Angestellten
Angestellte und motorische Kräfte . .
X Die Angestellten im Handel und Verkehr
V. Angestellte und Nebenberuf . . .
Angestellte im Nebenberuf , .......
Hauptberufliche Angestellte mit einem Nebenberuf
Doppelverdiener unter den Angestellten. . .
, Mithelfende Familienangehörige als Angestellte
VI. Die weiblichen Angestellten . . . ;
Anhang: Die Angestellten in den einzelnen Industriezweigen. . .
(zu Kapitel IV: Arbeiter, Angestellte, Selbständige.)
a) Bergbau 2. 0.0.0000.
b) Industrie der Steine und Erden
c) Metallindustrie . . .
d) Chemische Industrie
e) Textilindustrie . . . »
f) Papierindustrie und Vervielfältigungsgewerbe . . ..
g) Leder- und Linoleumindustrie, Kautschuk« und Asbest“
industrie . . .. H X wo „104
h) Holz. und Schnittstofigewerbe . . . .. 105
i) Musikinstrumenten- und Spielwarenindustrie 105
k) Nahrungs- und Genußmittelgewerbe 106
1) Bekleidungsgewerbe . . . ... 108
m) Baugewerbe und Baunebengewerbe. . . .. . „109
n) Wasser, Gas- und Eektrizitätsgewinnung und «versorgung 110

x

%
24
27

30
30
        <pb n="6" />
        <pb n="7" />
        VORWORT

Die wirtschaftlichen Veränderungen in den beiden Jahr-
zehnten haben tiefgehende soziale Auswirkungen zur Folge
gehabt, von denen keine Schicht der Erwerbstätigen mehr er-
faßt worden ist als die Angestellten. Diesen Hintergrund
wichtiger sozialpolitischer Auseinandersetzungen der Nach-
kriegszeit zahlenmäßig zu erforschen, schien uns als eine not-
wendige Aufgabe, Wir haben daher zunächst an Hand eigener
statistischer Erhebungen versucht, die Veränderungen in der
Zusammensetzung der Arbeitnehmerschaft einzelner Unter-
nehmen und damit in der sozialen Gliederung der erwerbs-
tätigen Bevölkerung festzustellen. Die Ergebnisse unserer
Belegschaftsstatistik, die in unserer AfA-Bundes-
zeitung 1926/27 veröffentlicht worden sind, fanden durch die
amtlicheBerufszählung ihre Bestätigung. Leider faßt
jedoch die amtliche Statistik Angestellte und Beamte zu-
sammen, so daß die Zahlen kein klares Bild von den tatsäch-
lichen Verhältnissen — vor allem von der Entwicklung von
1907 bis 1925 — geben. Trotz der Bedenken, die zunächst
von amtlicher Seite gegen eine Aussonderung der An-
gestelltenziffern bestanden, schien es uns unter allen Um-
ständen notwendig, wenigstens diesen Versuch zu unter-
nehmen, weil das Ergebnis einer solchen Untersuchung für
die Beurteilung wirtschaftlicher und sozialpolitischer Entwick-
lungstendenzen von größerer Bedeutung ist. Wir fanden dabei
in jeder Weise die Unterstützung des Statistischen
Reichsamtes. Die Herren Direktor Dr. Platzer und
Oberregierungsrat Dr. Burgdörfer erwiesen unserer Ar-
beit weitgehendes Entgegenkommen, den Herren Sachbe-
arbeitern Dr. Fürst und Kruse schulden wir unseren
besonderen. Dank für ihre Hilfe.
        <pb n="8" />
        Die Schriftleitung lag in‘ den Händen von Dr. Otto
Suhr, dem Leiter unserer wirtschaftspolitischen Abteilung.
Die graphischen Darstellungen besorgte unser ständiger Mit-
arbeiter Kollege Horchert.

Das Ergebnis unserer Untersuchungen, das wir hiermit
vorlegen, bietet zugleich das statistische Material für das
Thema, das im Mittelpunkt unseres 3. AfA-Gew erk-
schaftskongresses steht: „Die Bedeutung der
Angestellten innerhalb der Wirtschaft und
der Arbeiterklasse“. Es wird Aufgabe der Referenten
sein, die hier nur durch Zahlen ausgedrückten Tatsachen
soziologisch zu begründen, die ökonomische Funktion der
Angestellten und ihre soziale Stellung in der Gesellschaft
darzustellen. Diese Referate werden noch im Laufe dieses
Jahres im „Freien Volksverlag“, Berlin NW 40, in Druck
erscheinen.

1. Oktober 1928,
Der AfA-Bundesvorstand.
        <pb n="9" />
        Druckfehlerberichtigung.

In der Tabelle auf Seite 38 sind infolge der Verschiebung
der Zeilen die Prozentziffern falsch angegeben. Die Tabelle
muß richtig folgendermaßen. lauten:
Die Werkmeister nach Wirtschaftszweigen:

Metallindustrie . . .
Davon:
Maschinen-, Apparate- und Fahrzeugbau . .
Herstellung von Eisen-, Stahl- und Metallwaren
Eisen= und Metallgewinnung . .... 1.
Elektrotechnische und feinmechanische Industrie
Textilindustrie ..... .\
Baugewerbe 1. .......
Nahrungs- und Genußmittelgewerbe
Industrie der Steine und Erden . .
Holz- und Schnitzstoffgewerbe
Chemische Industrie . . .
Papierindustrie . . ..
Bergbau ......
Bekleidungsgewerbe . .
Sonstige Wirtschaftszweige
Werkmeister insgesamt

Zahl
BO 000

Proz,
36

35 000
17 000
16 000
12 000
25 000
20 000
20 000
15 000
15 000
10 000
10 000

7 000

6 000
12 000

220 000 | 100

Gleichzeitig berichtigen wir folgende kleine Druckfehler:

Auf Seite 11 muß in der Tabelle die Zahl der mithelfenden
Familienangehörigen nicht 318 sondern 313 heißen. Auf
Seite 20 muß in der Tabelle die Zahl der weiblichen Beamten
in leitender Stellung statt 2000 gleich 3000 heißen, und auf
Seite 23 in der Tabelle beträgt die Zahl der Angestellten nicht
3450 000 sondern 3500 000 und die Prozentzahl der Beamten
nicht 6,3, sondern 6,8,

Auf Seite 84 muß es in der Tabelle heißen: Auf 1000 Männer
in den Altersjahren zwischen 25 und 30 kamen 1910 1002
(nicht 1902) Frauen,
        <pb n="10" />
        P
        <pb n="11" />
        I. Das Wachstum der Angestelltenschaft
in den letzten Jahrzehnten

Das Vordringen der Angestelltenschaft ist einer der mar-
kantesten Züge des sozialen Lebens der letzten Jahrzehnte.
Da alle sozialen Umwälzungen die Frucht der wirtschaftlichen
Entwicklung sind, wird man das Wachstum und die Be-
deutung der Angestelltenschaft für die Wirtschaft und in
der Wirtschaft nur dann verstehen und würdigen können, wenn
man sich über die wirtschaftlichen Grundbedin-
gungen dieser Entwicklung Rechenschaft gibt. Die ökono-
mischen Verhältnisse bilden den Boden, aus dem heraus die
Anvestelltenschaft wachsen konnte und wachsen mußte.

Das Bevölkerungswachstum.,

Die Entwicklung der deutschen Wirtschaft ist grundlegend
durch das Wachstum der deutschen Bevölkerung bestimmt
worden. Die Bevölkerungszahl, die im Jahre der Reichs-
gründung 1871 erst 41 Millionen betrug, überschritt um die
Jahrhundertwende bereits 56 Millionen und erreichte zehn
Jahre später die Höhe von 65 Millionen. Auf dem heutigen
kleineren Reichsgebiet lebten im Jahre 1910 etwa 57,8 Mil-
lionen Menschen, trotz des Krieges und seiner schwerwiegen-
den Folgen für die Bevölkerungsentwicklung wurde bei der
letzten Volkszählung im Jahre 1925 eine Volkszahl von
62% Millionen Menschen festgestellt, Der große Geburten -
ausfall der Kriegsjahre und der bereits vor dem
Kriege einsetzende Geburtenrückgang, der sich in den
Nachkriegsjahren verstärkt hat, haben dabei das innere Gefüge
der Bevölkerung verändert: wir haben heute mehr
Erwachsene und weniger Kinder als früher.
Die große Zahl der erwachsenen Personen stammt aus den
Geburtsjahrgängen des ersten Jahrzehnts dieses Jahrhunderts,
diese Menschenmassen sind in das erwerbsfähige Alter hin-
eingewachsen und müssen Arbeits- und Verdienstmöglich-
keiten suchen. Während die gesamte Bevölkerung in der Zeit-
spanne zwischen den Berufszählungen von 1907 und 1925 nur
um 13,5 Proz. zunahm, wuchs die Masse der im erwerbs-
fähigen Alter stehenden Personen prozentual nahezu
        <pb n="12" />
        doppelt so schnell. Fast 7 Millionen Menschen mehr als im
Jahre 1907 und schätzungsweise 4 Millionen mehr als im Jahre
1914 stehen heute im Erwerbsleben, und alle wollen und
müssen eine Beschäftigung finden. An diesem Zuwachs von
4 Millionen sind die Frauen etwa zur Hälfte beteiligt, Die
Kriegsverluste an Männern haben hier zu einer gerade für den
Arbeitsmarkt der Angestellten wichtigen Folge-
erscheinung geführt. Der Kriegstod der Männer hat eine große
Zahl von Frauen zur Ehelosigkeit und damit vielfach zur
eigenen Erwerbsarbeit gezwungen. In den verschlechterten
Eheaussichten, in den wirtschaftlichen Folgen der Inflation
und nicht zuletzt in dem Drängen der modernen Frau nach
Selbständigkeit sind die Gründe dafür zu suchen, daß heute
eine weit größere Zahl von Frauen einen Platz im Erwerbs-
leben beansprucht. Die Angst vor dem Hinabsinken in ver-
meintlich „tiefere“ soziale Schichten treibt diesen Zustrom
neue Beschäftigung suchender Kräfte vornehmlich den An-«
gestelltenberufen zu.
DieIndustrialisierung der Wirtschaft.

Das Bevölkerungswachstum der letzten Jahrzehnte mußte
zwangsläufig dazu führen, daß aus dem Ägrarstaat , den
das Deutschland Anfang der 80er Jahre noch darstellte, ein
Industriestaat wurde. Die Landwirtschaft, von der im Jahre
1882 noch 40 Proz. der Bevölkerung unmittelbar lebten, konnte
die zunehmende Bevölkerung nicht aufnehmen, der Bevölke-
rungsüberschuß mußte sein wirtschaftliches Unterkommen in
anderen Erwerbszweigen suchen. Die landwirtschaft-
liche Bevölkerung hat sich seit jener Zeit in ihrer
absoluten Größe kaum verändert, ihr Anteil an der ge-
wachsenen Gesamtbevölkerung betrug im Jahre 1925 aber
nur noch 23 Proz. In dem gleichen Zeitraum stieg der Anteil
der Industrie von 35 Proz, auf über 41 Proz. der gesamten
Reichsbevölkerung, Der Handel und das Verkehrs-
wesen hat in schneller Entwicklung diese Zunahme noch
überboten. Der Anteil der unmittelbar vom Handel und vom
Verkehrswesen lebenden Bevölkerung ist in dem Zeitraum
1882 bis 1925 von knapp 10 Proz. auf nahezu 17 Proz. der
Gesamtbevölkerung angewächsen. Die neuen Arbeitskräfte
haben also in wachsender Zahl nicht mehr in der eigentlichen
Warenproduktion, sondern in dem Verteilungsap parat
der Wirtschaft ein Betätigungsfeld gefunden. Hier aber
hat der Angestellte immer eine ausschlaggebende Rolle
gespielt.

Die Entwicklung zum Industriestaat ist durch das Wachs-
tum der Großbetriebe und die fortschreitende
        <pb n="13" />
        Konzentrationsbewegung gekennzeichnet. In dem
Zeitraum von 1907 bis 1925 nahm die Zahl der industriellen
Kleinbetriebe (einschließlich der Handwerksbetriebe), in denen
Die erwerbsfähige Bevölkerung 1871—1925.

BO im Alter:
ynter 151 von 15—65lüber 65 Jahre

Früheres
Reichsgebiet

87”

88

RIC

Erwerbsfähige
Bevölkerung
‚|Nicht. erwerbsfähige
7 Bevölkerung

|
I90C
14910

Jetziges
Reichsgebiet fıo20
ohne
Saargebiet (192:

m m Millionen
10 20 30 40 50 60 70 Einwohner

bis zu 5 Personen tätig waren, um 0,3 Proz. ab, die Zahl der
Betriebe mit 6 bis 50 Personen dagegen um 28,6 Proz., die
„Großbetriebe“ mit mehr als 50 Personen sogar um 31,1 Proz.
zu, die Zahl der in diesen Betrieben beschäftigten Personen
ist sogar um mehr als 46 Proz. gestiegen. Durch diese Entwick-
lung ist die in der amtlichen Statistik übliche Einteilung in
Klein-, Mittel- und Großbetriebe völlig veraltet. Die Einteilung
steht in keiner Beziehung zu den tatsächlichen Verhältnissen.
Niemand wird in jedem Betrieb mit mehr als 50 Beschäftigten
einen Großbetrieb erblicken. Trotzdem müssen wir, um das
amtliche Zahlenmaterial verwenden zu können, uns an diese
Einteilung halten.

Betrachtet man die „Riesenbetriebe“ mit über 1000
Personen für sich allein, so ist die Zahl der in diesen Be-
trieben tätigen Personen um nahezu 1 Million oder um fast
80 Proz. gewachsen, Ueber die Hälfte der in der Industrie
überhaupt beschäftigten Personen, genau 54,8 Proz,, sind in
Großbetrieben (über 50 Personen) tätig, 16,6 Proz. in Betrieben
mit mehr als 1000 Erwerbstätigen.

Diese Großbetriebe steigerten aber ihre Produktionsleistung
durch immer weitergreifende Arbeitsteilung und Ar-
beitsverbindun g. Die Arbeitsteilung griff von der eigent-

la
        <pb n="14" />
        lichen Fabrikationstechnik, in der sie das Schicksal der Ar-
beiterschaft bestimmte, auf den kaufmännischen und organi-
satorischen Aufbau der Betriebe über und zog damit auch die
Angestelltenschaft in ihren Bann.

Diesozialen Auswirkungen.

Diese wirtschaftlichen Umwälzungen spiegeln sich in der
sozialen Struktur der Erwerbstätigen wider. Das nachstehende
Schaubild verdeutlicht die sozialen Umschichtungen in den
letzten Jahrzehnten.

Die Zahl der selbständigen Erwerbstätigen — das sind
die Unternehmer, Handwerker, Landwirte, aber auch die

Soziale Gliederung der Erwerbstätigen.
— 1882-1925. —
Dr-

ant
400

90
Selbständige

Mithelfende
Fam- Angehörige
Angestellte u. Ra- m}

und

Arbeiter

F
Ka

+—

80
70

GO

50
20
114

einschl.

Hausangestellte

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FELL.
MO

30
20

10

[;

selbständigen Aerzte, Rechtsanwälte usw. — hat nur durch
die Zunahme der selbständigen Existenzen im Handel eine
geringe Zunahme erfahren, Der prozentuale Anteil der Selb-
ständigen an der Gesamtzahl a 11er Erwerbstätigen geht trotz-
dem ständig zurück. Auch die größte soziale Schicht, die
Arbeiterschaft, hat trotz ihres nicht unmbeträchtlichen
absoluten Wachstums verhältnismäßig an Gewicht verloren,
besonders, wenn man ihr die Hausangestellten (das sind die
Hausgehilfinnen, wie Köchinnen, Stubenmädchen, aber nicht
die Angestellten, wie Hauslehrer) noch zurechnet, die absolut
und prozentual an Boden verloren haben. Nur die Gruppe der
mithelfenden Familienangehörigen — in der Hauptsache Ehe-
        <pb n="15" />
        frauen und Töchter — hat sowohl absolut wie prozentual eine
Zunahme aufzuweisen, — trotzdem reicht auch diese Zunahme
nicht an das Wachstum der Angestelltenschaft heran.

Setzt man die im Jahre 1882 ermittelten Zahlen = 100, so
ergeben sich für die einzelnen Gruppen die folgenden Steige-
rungssätze:

Selbständige... .

Angestellte und Beamte

Arbeiter 2.0.0.0...

Mithelfende Familienangehörige

Hausangestellte ... 1...
Erwerbstätige zusammen:

12292

“99
A
0
zu
‚MN

A

z205 | 1907 | 10925
°n6 108 116
159 318 529
124 146 | 182
107 | 217 318
10° 102 94

Ar

1240
199
Diese Zahlen der amtlichen Statistik, die .sich. für alle
Zählungstermine auf das jetzige Reichsgebiet beziehen, zeigen
eindringlich das schnelle Wachstum der Gruppe der
Angestellten und Beamten, deren Zahl sich in dem
der Beobachtung zugrunde liegenden Zeitraum von fünf Jahr-
zehnten mehr als verfünffacht hat. Der Gruppe der Angestellten
sind bei den amtlichen Zählungen leider auch Beamte, Sol-
daten, Mönche und eine Reihe von anderen Personengruppen
zugezählt worden, so daß die vorliegenden amtlichen Zahlen
kein klares Bild von der Stellung der Angestellten in der
Wirtschaft geben. Die amtliche Statistik hat darauf verzichtet,
eine Ausgliederung der Angestellten vorzunehmen, obwohl sie
u. E. in großem Umfange möglich und im Hinblick auf die
besondere Stellung der Angestellten in der Entwicklung der
erwerbstätigen Bevölkerung auch unbedingt erforderlich ge-
wesen wäre. Die nachfolgenden. Ausführungen sind ein Ver-
such, die Größe und Bedeutung der Angestelltenschaft in-
direkt zu bestimmen. Dazu ist zunächst eine Klärung des
Begriffs „Angestellten“ um so notwendiger, weil die
zur Verfügung stehenden Zahlenunterlagen sich zum Teil auf
verschiedene begriffliche Abgrenzungen der Angestellten-
schicht von den übrigen erwerbstätigen Personen aufbauen.
Doch kann es nicht unsere Aufgabe sein, einen neuen, letzten
Endes doch wieder theoretischen Angestelltenbegriff zu ent-
wickeln, sondern unser Ziel ist vielmehr die Angestellten-
gruppe als einen Teil der Arbeiterklasse in statistisch brauch-
barer Weise von der übrigen erwerbstätigen Bevölkerung ab-
zugrenzen — ohne den tatsächlichen Verhältnissen Zwang
anzutun, wenngleich gewisse Grenzfälle ‚eine sicherlich in
mancher Beziehung strittige Entscheidung erfordern.
        <pb n="16" />
        Il. Größe und Bedeutung der
Angestelltenschaft
Wergiltals Angestellter?
Obwohl die Praxis ständig und ohne größere Schwierig-
keiten mit dem Begriffdes Angestellten arbeitet, liegt
doch eine allgemein brauchbare und befriedigende Definition
nicht vor"). Die arbeitsrechtliche und sozialpolitische Gesetz-
gebung hat darauf verzichtet, den Kreis der Angestellten, der
von ihr berührt wird, näher zu umreißen. und legt ihn meist
nur durch den Hinweis auf das Angestelltenver-
sicherungsgesetz (AVG.) fest. Aber auch das An-
gestelltenversicherungsgesetz bringt keine Begriffsbestim-
mung, sondern beschränkt sich darauf, die wichtigsten
Gruppen der versicherungspflichtigen. Angestellten im 8 1
aufzuzählen?). Darüber hinaus wurde der Reichsarbeitsminister
1) Einen guten Ueberblick über die vorliegenden juristischen
Definitionen gibt Lautner, Angestelltenvertragsrecht I, Graz 1927,

?) „Für den Fall der Berufsunfähigkeit ($ 30) und des Alters sowie
zugunsten der ‘Hinterbliebenen werden Angestellte .nach den . Vor»
schriften dieses Gesetzes versichert, insbesondere

1. Angestellte in leitender Stellung; .

2. Betriebsbeamte, Werkmeister und -andere Angestellte in einer

ähnlich gehobenen oder höheren Stellung;

Bureauangestellte, soweit sie nicht ausschließlich mit Boten-
gängen, Reinigung, Aufräumung: und ähnlichen Arbeiten be«
schäftigt werden, einschließlich der Bureaulehrlinge und Werk-
stattschreiber;

Handlungsgehilfen und Handlungslehrlinge, andere Angestellte
für kaufmännische Dienste, auch wenn der Gegenstand des Unter-
nehmens kein Handelsgewerbe ist, Gehilfen und Lehrlinge in
Apotheken;

Bühnenmitglieder und Musiker ohne Rücksicht auf den Kunstwert
ihrer Leistungen;

Angestellte in Berufen der Erziehung, des Unterrichts, der Für-
sorge, der Kranken- und Wohlfahrtspflege;

aus der Schiffsbesatzung: deutscher Seefahrzeuge und aus der
Besatzung‘ von Fahrzeugen der Binnenschiffahrt, Schiffsführer,
Offiziere des Deck- und Maschinendienstes, Verwalter und Ver-
waltungsassistenten sowie die in einer ähnlich gehobenen oder
höheren Stellung befindlichen Angestellten ohne Rücksicht auf
ihre Vorbildung, Als deutsches Seefahrzeug gilt jedes Fahrzeug,
das ımter deutscher Flagge fährt und ausschließlich oder vor-
zugsweise zur Seefahrt benutzt wird.“

A)
        <pb n="17" />
        ermächtigt durch Ausführungsbestimmungen diejenigen Be-
rufe zu bezeichnen, die in den Kreis der im 8 1 genannten
Gruppen fallen. Das geschah durch die Aufstellung des
sogenannten Berufskatalogs vom 8. März 1924, in dem
alle die Tätigkeiten und Berufe dem Namen, ihrer Be-
zeichnung nach aufgezählt sind, die als Angestelltenberufe
im Sinne des AVG. gelten. Bei der überragenden Bedeutung,
die diese Umgrenzung der Angestelltenschaft durch das
AVG. in der Praxis erhalten hat und mangels einer exakten
Begriffsbestimmung haben wir uns auch bei der Aus-
wertung der Berufszählung im allgemeinen an die durch das
AVG. gegebenen Richtlinien gehalten. Dabei ist nicht zu
verkennen, daß auch der Berufskatalog seine Mängel hat und
— wie jede Aufzählung — immer haben wird. Wenn auch
allgemein Uebereinstimmung darüber besteht, daß weder die
Berufsbezeichnung (die im Berufskatalog aufge-
nommen wurde), noch die Gestaltung des Arbeits-
vertrages, noch die Vorbildung eines Arbeitnehmers
entscheidend für seine Stellung als Angestellter sind, sondern
alle diese Momente nur wertvolle Anhaltspunkte bieten
können, so kann nur allein die Funktion, die der
Arbeitnehmer in der Wirtschaft maßgeblich
ausübt, ihn zum Angestellten machen.

Welche Funktionen aber nun als Angestelltentätigkeit
angesehen werden, läßt sich im Grunde genommen nur
historisch erklären und aus der Tradition ab-
leiten, die von den sozialpolitischen Macht-
verhältnissen entschieden wird.

In diesem Sinne spricht auch die amtliche Statistik von
einer „sozialen Schichtung der erwerbstätigen Bevölkerung“
und bringt in der Gliederung: Arbeiter, Angestellte, Selb-
ständige die „betriebstechnische Ueber. und Unterordnung
zum Ausdruck, da andere wesentliche Merkmale der sozialen
Schichtung, wie das Einkommen, der Bildungsgrad, die gesell.
schaftliche Wertschätzung, nicht berücksichtigt werden
können“),

Der Berufskatalog der Angestelltenversicherung ist un-
vollständig einmal aus den technischen Schwierigkeiten
heraus, alle Berufe und Beschäftigungsmöglichkeiten zu er-
fassen und begrifflich festzulegen, er ist aber auch unvoll-
ständig, weil er noch nicht in allen Punkten der herrschenden
Verkehrssitte — wie sie vor allem durch die Tarifver-
tragspraxis herausgebildet wird — Rechnung trägt. Ganz
abgesehen davon, daß sich die Berufe ständig wandeln und

1) Statistik des Deutschen Reichs Bd. 402/01 S. 218.
        <pb n="18" />
        mit der Zeit neue Berufe entstehen. Aus diesem Grunde haben
beispielsweise die freien Angestelltenverbändedie
Erweiterung des Berufskatalogs gefordert und
ihren Bestrebungen ist es zu verdanken, wenn im letzten Jahr
die Textilmeister mit in den Berufskatalog aufgenommen
wurden, darüber hinaus fordert der AfA-Bund die Ein-
beziehung der Laboratoriumstechniker, Poliere, Richtmeister,
Artisten usw. Diese Berufe sind auch von uns bereits bei der
Auswertung der Berufszählung — mit einigen Ein-
schränkungen, über die an anderer Stelle noch gesprochen
wird — zu den Angestellten gezählt. Im allgemeinen hält sich
unsere Auswertung der Berufszählung an den Kreis der ver-
sicherungspflichtigen Angestellten, jedoch erscheint uns eine
Ausnahme wegen ihrer theoretisch wichtigen Bedeutung für
besonders erwähnenswert, wenngleich sie zahlenmäßig prak-
tisch nicht sehr ins Gewicht fällt. Nach dem Angestellten-
versicherungsgesetz sind auch die Angestellten in
leitender Stellung versicherungspflichtig, wenn ihr
Jahresarbeitsverdienst die gesetzlich festgelegte versicherungs-»
pflichtige Grenze nicht erreicht. Der Begriff. „leitende An-
gestellte“ ist nun wieder sehr umstritten. Die Berufszählung
hat die Direktoren und Geschäftsführer der Unternehmungen
mit Recht zu den „Selbständigen“ gezählt... Sie befinden sich
zwar nach ihrem Vertragsverhältnis in einer abhängigen
Stellung, üben jedoch nicht nur Arbeitgeberfunktionen aus,
sondem sind als Organe der Handelsgesellschaften und dem-
zufolge als Unternehmer tätig. Bei der überragenden Stellung
der Aktiengesellschaften und G. m. b. H. in der modernen
kapitalistischen Wirtschaft kann man in den Vorständen der
Aktiengesellschaften und den Geschäftsführern der G. m. b. H.
geradezu den modernen Unternehmertypus sehen. Wir haben
diese Gruppe der leitenden Angestellten daher nicht zu den
Angestellten, sondern zu. den Selbständigen gerechnet.
Es ist aber auch in anderen Fällen nicht immer so leicht,
die Angestellten von den Selbständigen zu sondern, wie es auf
den ersten Blick erscheinen mag. Die Schwierigkeiten häufen
sich besonders dort, wo. die Berufsbezeichnung sowohl eine
selbständige als unselbständige Tätigkeit möglich erscheinen
läßt. Seit alters her ist z. B. die Stellung des Agenten um-
stritten. Hier zeigen sich aber auch die Grenzen einer mög“
lichen Auswertung der Berufszählung, die bekanntlich auf
Selbsteintragung in den Haushaltungslisten beruht. Hier würde
im einzelnen nur von Fall zu Fall zu entscheiden sein, ob der
Betreffende nun als Angestellter oder Selbständiger an-
zusehen ist. Dabei darf bei der Bewertung der Eintragung in
        <pb n="19" />
        die Haushaltungslisten auch ein wichtiges psycho-
logisches Moment nicht außer acht gelassen werden,
das auch an anderer Stelle sich störend für die Auswertung
der Berufszählung bemerkbar macht. Ebenso wie Arbeiter
sich häufig aus einem verkannten sozialen Geltungstrieb als
Angestellte bezeichnet haben, so haben sich Angestellte in
den Haushaltungslisten als Beamte oder Selbständige ein-
getragen.

In allen Fällen, in denen die Berufsbezeichnung klar die
Funktion ‚des Betreffenden erkennen ließ, wie z. B. beim
Chauffeur, war die Entscheidung einfach. Auch die Chauffeure,
die sich auf Grund ihres Arbeitsvertrages als Angestellte be-
zeichnen zu können glaubten, sind als Arbeiter gezählt
worden. Schwieriger und letzten Endes unmöglich waren die
Fälle zu entscheiden, in denen der Beruf in verschiedenen
sozialen Positionen ausgeübt wird. Die meisten Kellner
rechnen z. B. nach der Angestelltenversicherung und nach der
Gewerkschaftspraxis zu den Arbeitern, nur eine kleine Gruppe
von Oberkellnern zählt zu den Angestellten. In der Berufs-
zählung haben sich nun 26000 Kellner als Angestellte be-
zeichnet, obwohl nach sachverständiger Schätzung kaum
mehr als ein Drittel tatsächlich als Angestellte anzusehen
sind. Diese Schwierigkeiten müssen in Kauf genommen
werden und bilden eine unausrottbare Fehlerquelle, die
aber nicht zu sehr ins Gewicht fällt, weil sich die Fehler
gegenseitig ausgleichen. Es ist kaum anzunehmen, daß sich
mehr Angestellte unkontrollierbar als Beamte und Selb-
ständige bezeichnet haben, als Arbeiter unentdeckt als An-
gestellte sich in die Berufszählung eingeschlichen haben.

Größere Schwierigkeiten ergeben sichbei der Trennung
der Angestellten und Beamten, die in der Berufs-
zählung in einer Zahl zusammengefaßt wurden. Die amtliche
Auffassung hielt eine Aussonderung der Angestellten deshalb
für unmöglich, weil der Begriff „Beamter“ zu wenig fest um-
rissen erschien, und die Bezeichnung „Beamter“ häufig von
Angestellten als Berufsbezeichnung verwandt wird. Zu solchen
Verwechslungen gab nicht nur der Sprachgebrauch des täg-
lichen Lebens, der vom Gewerkschaftsbeamten, Bank-
beamten, Sozialbeamten redet, wo es sich zweifellos um An-
gestellte handelt, sondern die Gesetzessprache Anlaß, die
z. B. in der Gewerbeordnung die Techniker als Betriebsbeamte
bezeichnet, Hinzu kommt, daß die Entwicklungstendenzen
der modernen Staatsverwaltung und die Auffassung von Be-
amten dazu in der Gegenwart beigetragen haben, die Grenze
zwischen Beamten undAngestellten zu verwischen. DerBeamte

| mr
        <pb n="20" />
        war seiner ursprünglichen Stellung nach Funktionär der staat-
lichen Hoheitsverwaltung. Heute unterscheidet sich der Be-
amte von den übrigen Arbeitnehmern, besonders von den An-
gestellten, kaum noch durch seine Funktion, sondern nur noch
durch seine Rechtsstellung und durch seine Arbeitgeber, wo-
bei auch das letztere Moment mit dem Eindringen der An-
gestellten in die Behörden nicht mehr von entscheidender Be-
deutung ist. Andererseits haben das Vordringen von Staat und
Kommunen in der Wirtschaft dazu geführt, daß Beamte in
Betriebsverwaltungen tätig wurden, wo sie ihrer Funktion
nach zweifellos der Beschäftigung von Angestellten nach-
gingen. Um überhaupt die Möglichkeit einer Abgrenzung
zwischen Beamten und Angestellten zu haben, muß man sich
daher an die allgemeinen staats. und verwaltungsrechtlichen
Grundsätze halten, wie sie in den Dienstvorschriften für die Be-
amten zum Ausdruck kommen, und wie sie auch für die Ver-
sicherungspflicht der Beamten der AVG, maßgebend sind.
Wir zählen also zu den Beamten nicht nur die Beamten der
Hoheitsverwaltungen (einschließlich Lehrer und Geistliche)
von Reich, Länder und Gemeinden, sondern auch die Be-
amten der Betriebsverwaltungen, dazu kommen in be-
schränktem Umfange auch noch die Beamten der sonstigen
Körperschaften öffentlichen Rechts, natürlich nicht soweit sie
sich als Beamte bezeichnen, sondern nach den verwaltungs-
rechtlichen Vorschriften Beamte sind. Es handelt sich hier um
eine verhältnismäßig kleine Gruppe der Beamten, der Träger
der Sozialversicherung, der Handels und  Handwerks-
kammern usw. Auf die Abgrenzung wird im folgenden Ab-
schnitt näher eingegangen.
Die Berufszählung hat folgende Gruppierung der
Angestellten und Beamten vorgenommen:
Technische Angestellte und Beamte (ausschließlich Werkmeister)
und Fachpersonal;
Werkmeister und Aufsichtspersonal;
Kaufmännische und Bureauangestellte sowie Verwaltungsbeamte.
Abgesehen davon, daß hier Beamte und Angestellte nicht
getrennt wurden, läßt diese Einteilung sehr viel zu wünschen
übrig. Unter den technischen Angestellten und dem
Fachpersonal sind z. B. auch alle Angestellten in den be-
sonderen Berufen — ‚angestellte Aerzte, angestellte Schrift-
steller, Krankenschwestern — als sogenanntes Fachpersonal
gezählt worden. In denselben Topf sind nicht nur die berufs-
mäßigen Jäger, sondern z. B. auch die Couleurdiener der
studentischen Korporationen geworfen. Bei dem mit den
Werkmeistern vereinigten Aufsichtspersonal handelt es
sich um Angestellte oder Beamte, die irgendwie Arbeitskräfte
        <pb n="21" />
        zu beaufsichtigen haben. Darunter befinden sich sowohl Vieh-
meister als Arbeitsaufseher, Packmeister wie Wirtschafts-
vögte, Kuhmeister wie Poliere. Mit den kaufmännischen
Angestellten sind die Verwaltungsbeamten und das
Bureaupersonal zusammengezählt. Allein in diesen Gruppen
handelt es sich um nicht weniger als 1170 Berufe, unter denen
sowohl der Hausvater irgendwelcher Anstalten wie der Ge-
werbeassessor, der Lotteriekollekteur wie der Expedient, der
Thoravorleser wie der Geldwechsler, der Handlungsgehilfe
wie der Schutzmann gezählt werden. Da diese Einteilung für
unsere praktischen Zwecke nicht brauchbar war, haben wir
versucht, die Gruppe der Angestellten (nach Aussonderung
der Beamten) entsprechend der Tarifpraxis folgendermaßen
zu gruppieren:

Technische Angestellte,

Werkmeister,

kaufmännische Angestellte (einschließlich Bankangestellte),

Bureauangestellte,

sonstige Angestellte.
Die Grenzen zwischen den einzelnen Gruppen sind natür-
lich fließend. Die Einteilung wird weder allen Wünschen
gerecht, noch läßt sie sich statistisch vollkommen durchführen.
Zu den technischen Angestellten gehören alle Techniker und
Betriebsbeamte, soweit sie unter $ 133a GO. fallen (mit Aus-
nahme der Werkmeister), sei es, daß sie sich Ingenieure,
Architekten, Chemiker nennen, oder als Konstrukteure,
Zeichner, Betriebsführer in die Haushaltungslisten ein-
gezeichnet haben. Die Grenze zwischen Techniker und Werk-
meister ist sicherlich auch nicht immer leicht zu ziehen, hier
konnten wir uns aber an die amtliche Berufszählung im all-
gemeinen halten, nur die Steiger, die dort dem Werkmeister
zugerechnet waren, sind von uns den technischen An-
gestellten zugezählt worden.

Zu den kaufmännischen Angestellten rechnen
wir entsprechend der Tarifpraxis alle nicht technischen An-
gestellten, die in einem handelsrechtlichen Unternehmen
tätig sind, mithin auch die in den Bureaus der Unternehmen
beschäftigten Stenotypistinnen, Registratoren usw., also alle
Handlungsgehilfen im Sinne des 8 59 HGB. Zu den
Bureauangestellten im engeren Sinne zählen wir nur
die Angestellten, auf die weder die Vorschrift des Handels-
gesetzbuches noch der Gewerbeordnung Anwendung finden,
deren Arbeitsvertrag sich also allein nach den Vorschriften
des Bürgerlichen Gesetzbuches regelt. Doch erwies es sich als
zweckmäßig, hiervon wieder alle Angestellten in den be-
sonderen Berufen, wie Redakteure, Aerzte usw., auszuscheiden.

17
        <pb n="22" />
        Bureauangestellte sind also im wesentlichen die bei den Be-
hörden, Selbstverwaltungskörpern, Interessenvertretungen,
Rechtsanwälten. usw. tätigen Angestellten.

Die letzte Gruppe der sonstigen Angestellten
ist nur negativ bestimmt. Zu ihr gehören alle nicht in die drei
vorgenannten Gruppen fallenden Angestellten. Sie umfaßt
daher Angestellte der verschiedensten Funktionen: die An-
gestellten im Gesundheitswesen, in der Wohlfahrtspflege —
die man kurz, aber nicht ganz richtig als Sozialbeamte be-
zeichnet —, die Angestellten in der Landwirtschaft, die
Bühnenangestellten, die Angestellten aus den sogenannten
freien‘ Berufen. Diese Zusammenfassung so verschiedener
Berufe in einer nur negativ bestimmten Gruppe ist gewiß nicht
nur Notbehelf, doch sind die einzelnen Gruppen zahlenmäßig
im Verhältnis zu den früheren Gruppen. so klein, daß ihre
Aussonderung keinen statistischen Wert hat. Hinzu kommt,
daß die meisten dieser Berufe zwar eine bedeutsame Stellung
im sozialen Leben einnehmen, ohne aber für die Entwicklung
des Wirtschaftslebens im engeren Sinne maßgeblich zu sein,
daraus ergeben sich auch für die Betrachtung dieser Gruppen
andere Gesichtspunkte (vgl. Seite 44). ;
Zahlder Angestellten,

Die Berufsstatistik faßt die Angestellten mit den Beamten
in einer Zahl zusammen, weil man (u. E. zu Unrecht) be“
fürchtete, die beiden Gruppen doch nicht richtig scheiden zu
können. Trotzdem hätten sich u. a. die wichtigsten An-
gestelltenberufe aus dem Urmaterial auszählen lassen. Da die
amtliche Berufszählung diesen Weg nicht gegangen ist, läßt
sich die Größe der Angestelltenschaft nur indirekt dadurch er“
mitteln, daß man aus den Zahlen der Berufszählung die An-
gestellte, Beamte und außerdem noch einige andere kleinere
Personengruppen umfassen, die‘ Zahl der Nichtangestellten
absetzt. Wie die Berechnung durchgeführt wurde, geht aus
nachstehender Aufstellung hervor:
Insgesamt * Männl. } Weibl.
Angestellte und Beamte (ausschl. der
leitenden) sowie sonstige Personen-
gruppen nach der Berufszählung . ..

Hiervon ab:

Beamte (ausschließlich der leitenden)

Soldaten (ausschl. der Olfen) ..

Mönche, Nonnen, geistl. ranken«
schwestern, Diakonissinnen u, dgl. .

Mithin Angestellte (ausschließlich der
leitenden, jedoch einschließlich Lehr-

| länge) . . .. .

5 274 000

3 836 000
1. 450 000
110 000

1 310 000
110 000
77 000

6 000

3 637 000 *2 410 000

1 438 000
140 000

'

71 000

12927 000

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        Ye-
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N
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‚Bt
AT
a
are
en
us

JO
10

Diese Zahl ist sicherlich etwas zu hoch, weil sie auch die
Arbeiter mit umfaßt, die sich aus irgend einem Grunde (vgl.
weiter unten!) als Angestellte bezeichnet haben. Deshalb er-
folgt eine Abrundung der Zahlen nach unten. Die Berechnung
stützt sich im einzelnen auf folgende Erwägungen:

Von den 5274000 von der Berufszählung ermittelten An-
gestellten, Beamten und sonstigen Personen werden zunächst
die Beamten abgesetzt. Die Zahl der öffentlichen Beamten
der Reichs-, Landes- und Kommunalverwaltung (ohne die
Betriebsverwaltungen und Heer und Marine), aber einschließ-
lich der Lehrer, ist auf rd. 800 000 zu beziffern”), dazu kommen
noch die Beamten in den Betriebsverwaltungen des Reichs:
330000 bei der Reichsbahngesellschaft, 250000 bei der Reichs-
post, in den übrigen Betrieben des Reichs, sowie den Betriebs-
verwaltungen der Länder und Kommunen sind schätzungs-
weise 100000 Beamte, insgesamt also 680000 Beamte be-
schäftigt. Die Zahl aller Beamten der Hoheits- und Betriebs-
verwaltungen im Reich, in den Ländern und Gemeinden
beläuft sich auf 1480000. Setzt man hierzu weitere
70000 Beamte einschließlich 41000 Geistliche für die
sonstigen öffentlich-rechtlichen Körperschaften ‚hinzu, so
ergibt sich eine Gesamtzahl von rund 1,55 Millionen
Beamten, wovon wohl ungefähr 100000 auf die zu-
sammen mit den leitenden Angestellten nachgewiesenen
höheren Beamten entfallen dürften. Mithin müssen
1,45 Millionen Beamte abgesetzt werden. Die Zahl der Sol-
daten ausschließlich der Offiziere (110 000) ist bekannt. Die
Zahl der Mönche, Nonnen und Diakonissen beträgt nach der
Berufszählung 77000, sie müssen also gleichfalls abgesetzt
werden. Die restliche Zahl von über 3,6 Millionen ist aber
auch noch etwas zu hoch, weil sich mitunter Personen, die ihrer
sozialen Stellung nach zur Arbeiterschaft gehören, in der Haus-
haltungsliste bei der Berufszählung als Angestellte bezeichnen.
Soweit diese Eintragungen als falsch erkannt wurden, wurden
sie berichtigt. Sie sind zum Teil darauf zurückzuführen, daß
Personen aus Geltungsbedürfnis als Angestellte gezählt wer-
den wollten. Zum anderen Teil handelt es sich um Arbeiter,
wie Privatchauffeure u. dgl., die hinsichtlich ihrer Arbeitsver-
hältnisse (monatliche Entlohnung, Kündigungsfristen usw.) den
Angestellten gleichgestellt sind, und schließlich um die Ange-
hörigen solcher Berufe, die je nach der Art ihrer Tätigkeit zu
den Angestellten oder zu den Arbeitern gezählt werden (z. B.
Poliere, Meister u. a.). Wie groß .die Zahl aller dieser
Personen ist, ist nicht bekannt, man wird sie auf über 130 000
— 1) Statistik des Deutschen Reichs, Band 402, Teil II, Seite 224

U
        <pb n="24" />
        schätzen können. Um auch sie zu berücksichtigen, wird die
Zahl von 3637000 nach unten auf 3500000 abgerundet. Mithin
betrug die Zahl der Mitte 1925 im Deutschen
Reich vorhandenen Angestellten (ausschließ-
lich der Direktoren, Geschäftsführer und
sonstigen Leiter, jedoch einschließlich der
Lehrlinge) rd. 3,5 Millionen, davon waren
2,3 Millionen männlichen und 1,2 Millionen
weiblichen Geschlechts.
In gleicher Weise läßt sich die Zahl der Angestellten
inleitender Stellung (vgl. oben S. 14) berechnen.

Angestellte und Beamte in leitender
Stellung sowie Offiziere... ..
Hiervon ab:
Beamte in leitender Stellung . . ..
Offiziere der Wehrmacht . . -
Mithin Angestellte in leitender Stellung

Insgesamt

Männl.

VWeibl

12 000
97000 2,2000
5.000 —
“ 145000 | 186000 * 9000

250 000
100 000
5.000

238 000

Die leitenden Angestellten gehören ihrer sozialen Position nach zu
den Selbständigen, sie üben als Direktoren usw. dieselbe ökonomische
Funktion wie die Selbständigen aus und sind häufig genug durch Um-
wandlung eines Einzelunternehmers in ein Gesellschaftsunternehmen erst
formell zu Angestellten geworden. Wir zählen daher auch die leitenden
Angestellten nicht mit den übrigen Ancestellten zusammen
Ein gewisser Anhaltspunkt für die Größe der An-
gestelltenschaft läßt sich auch aus der Zahl der nach dem
Angestelltenversicherungsgesetz versicherten
Personen gewinnen, doch sind die Schwierigkeiten noch
größer als bei der Berufszählung.: Die Zahl der Versicherten,
die nach den Berechnungen der Reichsversicherungsanstalt
für Angestellte Mitte 1925 — z. Zt. der Berufszählung —
2,44 Millionen betragen haben soll, umfaßt längst nicht alle
Angestellten. Zunächst scheiden alle diejenigen aus, deren
Jahresarbeitsverdienst die versicherungspflichtige Höchst-
grenze überschreitet, die bis zum 30. April 1925 4000 Mk., von
da ab 6000 Mk. betrug. Zu den nicht versicherungspflichtigen
Personen gehören aber nicht nur die oben erwähnten 145 000
Angestellten in leitender Stellung (Direktoren, Geschäfts-
führer), sondern auch ein Teil der übrigen 3,5 Millionen
Angestellten mit höherem Einkommen. Weiter sind die
den Ersatzkassen der Angestelltenversicherung angehörenden
Angestellten (ungefähr 80000 Personen) hinzuzuzählen.
Ferner fehlen die nicht versicherungspflichtigen Lehrlinge und
Volontäre, die keinen Entgelt oder ein Taschengeld bis zu
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10 Mk, erhalten, die es in kleinen Städten und auf dem flachen
Lande noch ziemlich häufig gibt. Schließlich ist zu berück-
sichtigen, daß 1925 ein großer Teil der arbeitslosen Ange-
stellten nicht von der Angestelltenversicherung mitgezählt
worden ist. Alles.in allem genommen kann man in den An-
gaben der Reichsanstalt nur eine sehr unvollkommene
Minimalzahl erblicken.

Eine weitere Schätzung der Angestelltenschaft unternahm
das Reichsarbeitsministerium in seiner Denkschrift über die
Lage der älteren Angestellten vom 20. Dezem-
ber 1927, und hat ohne Mitteilung von Einzelheiten die Zahl
von 3% Millionen Angestellten angegeben. Der Angabe kann
ohne nähere Begründung keine Bedeutung beigemessen
werden, um so weniger da auch das Reichsarbeitsministerium
neuerdings im 41. Sonderheft des Reichsarbeitsblatts auch die
Zahl 35 Millionen annimmt. Die dort auf S. 7* gegebene

Die Angestellten in der Wirtschaft.

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Selbständige
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Beamte u. Soldaten
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205 Millionen Männliche

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Arbeiter

Hs
HEHE
EA,
Weibliche 41,5 Millionen
- ge 7
Erwerbstätine Bevölkerung 32 Millionen.

3

einschl

Hausangestellte

)

Begründung ist freilich abwegig. Die ursprünglich geringe
Schätzung dürfte darauf zurückzuführen sein, daß das Reichs-
arbeitsministerium die Zahl der zur Arbeiterschaft zählenden
Personen, die sich aus sozialem Geltungsbedürfnis als Ange-
stellte in die Fragebogen der Berufszählung eingetragen
haben, viel zu hoch geschätzt hat.

A
        <pb n="26" />
        Der Anteil der Angestellten an der erwerbs-
tätigenBevölkerung.

Nachdem für 1925 die Größe der Angestelltenschaft er-
mittelt worden ist, kann nunmehr gezeigt werden, welche
zahlenmäßige Bedeutung ihr innerhalb der gesamten erwerbs-
tätigen Bevölkerung zukommt.

Die Erwerbstätigen nach der sozialen
Stellung
Insgesamt | Männlich | Weiblich
Zahl !Proz.} Zahl | Proz. Zahl [|Proz, |
5013 000) 15,61 4123 000| 20,1 890 000/ 7,8
5437 000 17,0| 1304 000 6,3) 4133 000| 36.0
145000 0,4! 136000| 0,7 90001 .0,1
3500000! 10,91 2300000] 11,21 1200 000| 10,41
1550000] 48! 1407 000! 6,8‘ 143 % 1,2}
192 000| 0.6] 121000! 0.61 71000! 0,6!

Selbständige... . .
Mithelfende PFamilien«-
angehörige . , . .
Leitende Angestellte , .
Angestellte (ohne die
leitenden) . .. .
Beamte einschl. der
leitenden. . . . A}
Soldaten, Mönche,
Nonnen und dergl, .
Arbeiter einschl. Haus-
gewerbetreibende und | .
Hausangestelite . . 16172 000| 50,511 140000! 54.3: 5032 000) 43,9
Erwerbstätige insges. {32 009 000/100,0J20 531 000|100,0J11 478 000| 100,0
In dieser Tabelle sind die Hausgewerbetreibenden und Heim-
arbeiter, die die Berufsstatistik als besondere Gruppen den
Selbständigen zugezählt hat, von diesen abgesetzt und den
Arbeitern zugerechnet worden, denen sie hinsichtlich ihrer
sozialen Stellung näher stehen. Ferner wurden den Arbeitern
die Hausangestellten zugerechnet. Die leitenden Angestellten
und Beamten, die die Berufszählung gleichfalls den Selbst-
ständigen zuzählt, sind in dieser Uebersicht besonders aufge-
führt worden.
Wie die Aufstellung zeigt, liegt das Schwergewicht bei
der Arbeiterschaft, sie überragt alle anderen sozialen Schich-
ten, auf sie entfällt mehr als die Hälfte aller Erwerbstätigen.
Die Zahl der sogenannten „mithelfenden Familienangehöri-
gen“ — das sind Frauen, Kinder und andere Verwandte von
Selbständigen, die hauptberuflich in deren Betrieben mitar-
beiten — und die der Selbständigen ist annähernd gleich. An
vierter Stelle folgen die Angestellten mit einem Anteil von
11 Proz. an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen, der auch bei
den beiden Geschlechtern im einzelnen annähernd der gleiche
ist. Die Zahl der Angestellten ist über 2% mal so groß wie
die der Beamten.

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        <pb n="27" />
        m

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&gt;

a

Will man den Anteil der Angestellten an.der
Gesamtzahl aller Arbeitnehmer betrachten,
so scheidet man zweckmäßig aus der Zahl aller Erwerbstätigen
außer den selbständigen auch die mithelfenden Familienange-
hörigen und die leitenden Angestellten und Beamten aus, des-

Die drei Arbeitnehmerschichten.
1925

Beamte
(ausschl.d. Leitender)
Angestellte
ausschl.d.Leitender)

1009

1070,

%

00%.
"On

Arbeiter
einschl.Haus-
Gewerbetreibende
Hausangesellte

Männlich” Weiblich

Zusammen

=

gleichen die Gruppe der Soldaten und der Mönche und
Nonnen usw. Die nicht leitenden Beamten sind hier also als
Arbeitnehmer angesehen worden.
Die Gesamtzahl der Arbeitnehmer.
Insgesamt | Männlich | Weiblich
Zahl ! Proz. Zahl 1 Proz. Zahl !Proz,
Angestellte ausschl. der '
leitenden. . . ..

Beamte ausschl. der
leitenden. . ...

Arbeiter einschl. Haus-
gewerbetreibende und
Hausangestellte . .
Arbeitnehmer insres.

Seo ;

3 A 16,61 2300 m 15,61 200.000] 18,8
1450000! 6,31 1310 000 8,9l 140 000| z
'6172 000| 76,611 140 000] 75.515.032 000] 79,0.
21 122 0001100,0 14 750 0001100,016 8372 000! 100,0

— Tr
Danach sind über % der Arbeitnehmer Deutschlands Ar-
beiter, rd. % Angestellte und !ıs. Beamte. Infolge des geringen
32
        <pb n="28" />
        Vorkommens von weiblichen Beamten sind für die weiblichen

Arbeiter und Angestellten diese Anteilsziffern noch etwas

höher.

Die Veränderungen gegenüberdem Vorkriegs-
stand.
Wenn es auch nicht möglich ist, für alle Vorkriegszählun-
gen die Angestellten von den Beamten zu sondern und damit
ein Bild von der Entwicklung der Angestellten-
schaft zu erhalten, so haben wir doch versucht, in gleicher
Weise die Zahl der Angestellten im jetzigen Reichsgebiet für
1907 zu ermitteln. Da die Größe der Beamtenschaft, der Sol-
daten und der übrigen abzusetzenden Personengruppen für
1907 nach dem jetzigen Gebietsstand nur annähernd ermittelt
werden kann, erreicht die für 1907 gegebene Zahl der Ange-
stellten nicht das gleiche Maß von Genauigkeit, Aus diesen
Berechnungen ergibt sich, daß 1907 im Reich heutigen Um-
fangs rd. 1500000 Angestellte vorhanden waren, und zwar
1130000 männlichen und 370000 weiblichen Geschlechts.
Das Wachstum der Angestellten von 1907 bis 1925 zeigt fol-
gende Gegenüberstellung:

Zunahme der Angestellten 1907—1025.
ohne leitende Angestellte.
(Deutsches Reich jetzigen Umfangs).

300r-

200

100

EN

1007

Männlich

1925

Fan“

Weiblich

19007

Zusammen

19265

4
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        an
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Mn
T
it

Q
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©
©
m

Zunahme der Ange-
stellten im Vergleich
mit den anderen
Berufen.
1907—1925.

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I
        <pb n="30" />
        Die Zunahme der Angestellten von 1907 bis
1925 im deutschenReich heutigen Umfangs

Zahl der Angestellten (mit Aus-
nahme der leitenden) 1925 , ,
1907 . .

Zunahme 1907/1925 (Zahl) . . .
(vH)...

Insgesamt

3 500 000
1 500 000
+ 2.000 006
+ ass

Männlich

2.300 000
1 130 000
1 170.000
105

Weiblich

1.200 000
370 000

—- 830 000
= 224
Die Zahl der Angestellten hat in dem zwischen den beiden
Erhebungen liegenden Zeitraum von 18 Jahren um 2 Millio-
nen zugenommen und ist damit auf das 2%fache des Standes
von 1907 gestiegen. Während die Zahl der männlichen An-
gestellten sich verdoppelt hat, ist die der weiblichen Ange-
stellten sogar auf das 3%fache angewachsen. Die Zunahme
der Angestellten allein ist also viel gewaltiger als die ange-
gebene Ziffer der Berufszählung, die Beamte, Soldaten usw.
mit einschließt, erkennen läßt. Während die Zahl der Ange-
stellten und Beamten zusammen nur um 66 Proz. zugenommen
hat, weisen die Angestellten allein eine Steigerung von
133 Proz. auf. Keine der übrigen Bevölkerungsgruppen hat —
wie nachstehende Tabelle zeigt — auch nur entfernt das
Wachstum der Angestelltenschaft erreicht.

Die Entwicklung der einzelnen Bevölkerungs-
zruppen 1907—1925 (in Proz. von 1907)
Bevölkerungsgruppe nn '
Selbständige (einschl. der Hausgewerbe
treibenden und der leitenden Ange
stellten und Beamten. . .. 2...

Mithelfende Familienangehörige . ..

Angestellte (ausschließlich der leitenden)

Beamte (ausschließlich der leitenden) . .

Arbeiter (ausschließlich Heimarbeiter und
Hausangestellte) . . ... 0...

Erwerbstätige überhaupt . ;

Gesamtbevölkerung .

7
4
+ 133
+ etwa4dr

- 24
_—_- 27
+ 14

+ 6
+ M
+4 104

a‘

+ MM
+ 4
+ 224

+ 24
“ SS
. 16

Die Angestellten haben damit ihren Anteil an der Gesamt-
zahl der Erwerbstätigen stark vergrößert.

Es waren Angestellte (ausschließlich der leitenden) von je
1000 Erwerbstätigen:

‚907
1925

männlichen weiblichen
überhaupt Geschlechts
10000. 0 68 4
„109 12 105
)6
        <pb n="31" />
        Die Gliederung der Angestellten. nach Geschlecht.
Männlich

19

07

15 Millionen
Angestellte
©

3
66% \

1925

3,5 Millionen
Angestellte

/

2)
n

“

x

Weiblich

Innerhalb der Angestelltenschaft ist das Schwergewicht
der männlichen Angestellten zurückgegangen (vgl. die Aus-
Führungen darüber auf S. 84 u. ff).
Veränderungen seit 1925,

Da seit Durchführung der. Berufszählung drei Jahre ver-
strichen sind, ergibt sich die Frage: WiegroßistdieZahl
der ÄAngestelltenheute — 1928 — ? Einen Anhalts-
punkt für die Berechnung bieten die Angaben des Statisti-
schen Reichsamtes über die Entwicklung der er-
werbstätigen Bevölkerung seit 1925. Wenn man
annimmt, daß der Anteil der männlichen Angestellten an der
Gesamtzahl der männlichen Erwerbsfähigen und entsprechend
der Anteil der weiblichen Angestellten an der Gesamtzahl der
weiblichen Erwerbsfähigen in den drei Jahren 1925 bis 1928
sich nicht geändert hat — eine Voraussetzung, die allerdings
die Auswirkung der Rationalisierung nicht berücksichtigt —
dann würde Mitte 1928 die Zahl der Angestellten 3 640 000 be-
tragen, davon wären 2400 000 Männer und 1240000 Frauen.
Diese Zahl setzt also voraus, daß sich die Funktion der An-
gestellten in der Wirtschaft von 1925 bis 1928 trotz der Rati o-
nalisierung nicht geändert hat, eine Annahme, die sicher-
lich zu falschen Schlußfolgerungen verführt. Man wird daher
in dieser Zahl nur einen Anhaltspunkt erblicken können und
nach anderen Methoden suchen müssen, die eine genauere
Bestimmung der Entwicklungstendenzen gestatten”).

Eine solche Möglichkeit bieten die Angaben der
Reichsversicherungsanstalt über die Zahl "der
Versicherten, die 1925 mit 2.44 angegeben wurde, im nächsten
*) Der AfA-Bund hat 1928 versucht, durch eine neue Belegschaftsstatistik diese
Entwicklungstendenzen seit 1925 festzustellen. Ueber das Ergebnis dieser Erhebungen
wird anf dem 3. AfA-Konzreß berichtet werden.

PP

7
        <pb n="32" />
        Jahr aber bereits 2,80 Millionen und 1927 sogar 3,12 Millionen
betragen haben soll. Mithin hatten allein: die versicherten
Angestellten von 1925 bis 1927 um 680000 oder 26 Proz.
zugenommen. Während die Zahl für 1925 aus den oben dar-
gelegten Gründen durchaus als zu niedrig erscheint, ist zwar

Die versicherten Angestellten
(nach Angaben des R. f. A.)
Millionen
35r
3,42
3,0}
2,5

2

2.80

f

2.0
150
1,5,
1.01
Fr
D,:
D
‚13
Altes
Reichsgebiet

‚925

‚926
Neues Reichsgebiet

1927

die Zahl für 1927 nicht sehr hoch, doch überrascht das Tempo
der Zunahme in den drei Jahren außerordentlich. Es kann
kaum ein Zweifel darüber bestehen, daß das rasche An-
schwellen der Versicherten nur zum Teil auf dem Wachstum
der Angestelltenschaft beruht, zum anderen aber auf be-
sondere Umstände zurückzuführen ist.

Wenn auch der Berufskatalog in dieser Zeit keine wesent-
liche Erweiterung erfahren hat, so sind offenbar erst in diesen
Jahren die bei der Reform der Angestelltenversicherung 1924
neu versicherungspflichtig gewordenen Personenkreise wirk-
lich erfaßt worden. Man muß jedenfalls annehmen, daß von
1925 bis 1927 eine wesentlich schärfere Erfassung der Versiche-
rumgspflichtigen erfolgt ist, als es unter den Inflationsnach-
wirkungen bis 1925 der Fall.sein konnte. So erklärt sich auch
wohl die große Differenz zwischen den Angaben der Reichs-
versicherungsanstalt für 1925 und der von uns errechneten
Zahl der Angestellten. Doch alle diese Momente reichen nicht
aus, um die Zunahme der Angestelltenschaft um 680000 in

wa
        <pb n="33" />
        drei Jahren zu erklären. Vielmehr wird man aus diesem Zu-
wachs schließen müssen, daß sich die Zahl der Angestellten
selbst um mindestens eine Viertelmillion vermehrt hat, so daß
man nach dieser allerdings sehr rohen Annäherungsmethode
auf 3,75 Millionen Angestellte für das Jahr 1928 käme. Die
große Arbeitslosigkeit der Angestellten in den letzten
Jahren scheint kein Hinderungsgrund gewesen zu sein, dieses
Anwachsen der Angestelltenschaft aufzuhalten. Offenbar war
der Zudrang zu den Angestelltenberufen noch größer als die
gewachsenen Anstellungsmöglichkeiten.

70
        <pb n="34" />
        ar—
1

III. Die Gliederung
der Angestelltenschaft nach Berufen
und Wirtschaftszweigen

Die Angestellten nach Berufsgruppen.

Die amtliche Berufszählung faßt Angestellte und Beamte
zusammen, unterscheidet aber dabei drei Gruppen: Sie bringt
einmal die kaufmännischen und Bureauangestellten sowie die
Verwaltungsbeamten in einer Zahl, ferner die Werkmeister
zusammen. mit dem sonstigen Aufsichtspersonal und schließ.
lich die technischen Angestellten und Beamten zusammen
mit dem Fachpersonal im Gesundheitswesen einschl.
Ingenieure, Chemiker, Aerzte, Krankenschwestern usw.

Um die Größe der Angestelltenschaft in jeder Gruppe
kennen zu lernen, mußten die Beamten und sonstigen Nicht-
angestellten in jeder Gruppe abgesetzt werden. Da aber An-
gaben über die Gliederung der Beamtenschaft
nach technischen Beamten, Werkmeistern und Verwaltungs«
beamten nicht vorliegen, mußte, falls die gestellte Aufgabe
nicht von vornherein als unlösbar aufgegeben werden sollte,
in erheblichem Umfange zu Schätzun gen gegriffen wer-
den. Die gewonnenen Zahlen können daher Anspruch auf
volle Genauigkeit nicht erheben. Nachdem die Ergebnisse
der Berufszählung so von den Nichtangestellten bereinigt wur-

den, mußten aus den drei Gruppen der Berufszählung die
fünf hier unterschiedenen Gruppen: kaufmännische und
technische Angestellte, Werkmeister und Bureauangestellte,
sowie sonstige Angestellte gebildet werden. Von den Tech-
nikern waren die als Fachpersonal gezählten Angestellten zu
trennen, von den Werkmeistern das Aufsichtspersonal,
schließlich waren die in den einzelnen Wirtschaftszweigen in
einer Summe genannten kaufmännischen und Bureauange-
stellten voneinander zu scheiden. Erschwerend fiel ins Ge-
wicht, daß die Ergebnisse der gewerblichen Betriebszählung,
0
        <pb n="35" />
        die weiter untergliedert sind als die der Berufszählung und die
daher mehr Anhaltspunkte für diese Arbeit bieten, erst zu
einem kleinen Teil vorliegen. Es besteht daher die Möglich-
keit, daß einzelne der gewonnenen Ziffern auf Grund der noch
zur Veröffentlichung gelangenden Resultate der gewerblichen
Betriebszählung eine Berichtigung erfahren.
Das Ergebnis der Berechnungen über die Zahl der auf die
einzelnen Gruppen entfallenden Angestellten zeigt die nach-
stehende Uebersicht:

Die einzelnen Angestelltengruppen
Insgesamt | Männlich | Weiblich
Zahl . !Proz. Zahl | Proz. Zahl | Proz.
Technische Angestellte .
Werkmeister. . . ..
Kaufm. Angestellte . ..2
Bureauangestellte . . |
Sonstige Angestellte . .
Zusammen |

270 000
220 000 |
290 000
280 000
440 000

5
6
65
re

260
220
an

“0
a

„1
“m
a

Zi vu =
35000001100 *'23000901100

10 000
920 000| 77
104000} *
166 0001| 14
1 200 000 | 100
Die weitaus stärkste Gruppe — 2% Millionen — sind die
kaufmännischen Angestellten, sie bilden‘ fast %
aller Angestellten. Erst in weitem Abstande folgen die
übrigen fast gleich großen Gruppen — die Bureauangestellten,
die Techniker, die Werkmeister — von denen jede für sich
kaum % so groß ist als das Heer der kaufmännischen An-
gestellten. Dabei bleibt allerdings die noch näher zu analy-
sierende Sammelgruppe der. sonstigen Angestellten außer
Betracht.
Das Bild verschiebt sich, wenn man die Angestellten-
gruppen nach Geschlechtern teilt. Von den männlichen An-
gestellten sind % Techniker und Werkmeister und % kauf-
männische Angestellte, während bei den Frauen sogar über
34 kaufmännische Angestellte sind. Wie unterschiedlich sich
die Geschlechter auf die einzelnen Berufsgruppen verteilen,
geht aus folgenden Zahlen hervor.

Von je 100 Angestellten der einzelnen Gruppen sind

TO männlich | weiblich
96 4
100 | —)
60 40
63 | 37
RS aQ

Technische Angestellte . ... 0...
Werkmeister . oo. .0.00.00.00.000040040040 4
Kaufmännische Angestellte „0
Bureauangestellte .

Sonstige Angestellte
Angestellte überhaupt |
1) Fallen zahlenmäßisy nicht ins Gewicht.

66 | 34

31
        <pb n="36" />
        Die Gliederung der Angestellten nach Berufen.

In Prozenten.
100r —

1925 —

Sonstige

Werkmeister

75

Technische
Angestellte

3Uro-Angestellte

50

“

Kaufmännische
Angestellte
25

Männlich Weiblich Zusammen

39
        <pb n="37" />
        Leider hat das Reichsstatistische Amt die einzelnen Ange-
stelltenberufe in den genannten Gruppen nicht ausgezählt.
Nur in wenigen Fällen, die durchaus nicht immer die wich-
tigsten sind, wurden in der Berufszählung die Angehörigen
eines Berufs nachgewiesen, so sind von den 270000 tech-
nischen Angestellten 105000 Ingenieure und Archi-
tekten und 8500 Chemiker, In der Zahl der Ingenieure sind
rund 6000 Schiffsingenieure und Schiffsmaschinisten ent-
halten. Weiter hat die Erhebung noch 7200 Landmesser in
nicht leitender Stellung und 13800 Telegraphisten und Funker
ermittelt, die aber bei der Errechnung der obigen Zahlen nur
zu einem geringen Teil berücksichtigt werden konnten, da die
Angehörigen dieser Berufe zum weitaus größten Teil wohl Be-
amte sein dürften (so entfallen von den 13800 Telegraphisten
und Funkern allein- 13000 auf die Reichspost, darunter sind
12300 Frauen).

Unter den kaufmännischen Angestellten sind
besondere Berufe unverständlicherweise überhaupt nicht aus-
gezählt worden, so’ daß leider aus den Ergebnissen der Er-
hebung nicht ersehen werden kann, wie groß die Zahl des
Bin- und Verkaufspersonals ist,

Dagegen hat man sehr viel Mühe darauf verwandt, die
zahlenmäßig weit unbedeutendere, allerdings sehr verschieden
artige Gruppe der sonstigen Angestellten näher nach Berufen
zu zergliedern. Auf die Ergebnisse dieser Auswertung gehen
wir weiter unten ausführlich ein.

Da die Berufszählung die feinere Gliederung der großen
Angestelltengruppen nach den einzelnen Berufen, die
erst die spezielle Tätigkeit der einzelnen Angestellten in Be
trieb und Wirtschaft erkennen läßt, nicht möglich macht,
gehen wir einen anderen Weg, um ein genaues Bild über die
Zusammensetzung der Angestelltenschaft zu
geben: Wir untersuchen die Verteilung der ver-
schiedenen Angestelltengruppen auf die ein-
zelnen Wirtschaftszweige. Bevor wir jedoch den
Anteil der technischen Angestellten, der Werkmeister, der
kaufmännischen Angestellten in’ Industrie und Handel und
Verkehr darstellen, geben wir zunächst an Hand einiger
Tabellen und Skizzen einen Ueberblick über die Gruppie-
rung der gesamten Ängestelltenschaft nach
Wirtschaftszweigen.

3
        <pb n="38" />
        Gliederung der Angestellten nach Wirtschaftszweigen.
100% 100% 100%
16%

21%

18%

Sonstige

Industrie
und
Handwerk

Handel
und
Verkehr

Männlich Weiblich
Zusammen

Die Angestellten nach Wirtschafts.
zweigen,
Die 3,5 Millionen Angestellten verteilen sich auf die wich-
tigsten der von der Berufszählung unterschiedenen Wirt-
schaftszweige folgendermaßen:

Die Angestellten nach Wirtschafts.
zweigen
Insgesamt ‚| Männlich 7 Weiblich
Zahl !Proz Zahl | Proz. Zahl |! Proz
Land- u. Forstwirtschaft 130000 118.090
Industrie und Handwerk | 350 0 415 009
Honda und el „153000 918 09
erwaltung, Gesundheits»
wesen usW.. ; . . . 490000 &amp; 249000| 11
Zusammen !3 5000001100 12300 000! 100

ae

12000; A
335 000| 28
612000| 51
241 000 | 20
1200 0001100
Ueber %Yıo der Angestelltenschaft sind wirtschaftlich an
Handel, Verkehr und Industrie gebunden. Während von den
männlichen Angestellten mehr in der Industrie tätig sind als
im Handel und Verkehr, sind von den weiblichen Angestellten
fast doppelt so viel im Handel tätig wie in der Industrie,

Vergleichszahlen für 1907 können nur für die beiden wich-
üigsten Wirtschaftszweige gegeben werden,
        <pb n="39" />
        DieAngestellten in Industrie und Handwerk
undim Handelundim Verkehr 1907 und 1925:

38

»ie

ark

IC

Industrie und Handwerk Handel und Verkehr
Zunahme | | | Zunahme
1907 1925 Zahl ]Proz. 1907 1925 Zahl | Proz,
Insgesamt . 548 00011 350 000/+802 000|+146I822 000/1 530 000|+708 0004 86
avon
männlich .|488 0001 015 MOL 000|+1081598 000) 918 000/+325 0004 55
weiblich . .} 60000 335 000-+275 000/+458229 000l 612 000|+383 0004-167
Die stärkste Zunahme weisen die Angestellten in In-
dustrie und Handwerk auf, ihre Zahl ist auf das 2%fache ge
stiegen, während sich für Handel und Verkehr nicht ganz
eine Verdoppelung ergibt. Auf die Gründe des Anwachsens
wird später (siehe S. 49) noch näher eingegangen. Beson-
ders fällt die starke Zunahme der weiblichen AÄngestellten-
schaft auf, sie beträgt im Handel und Verkehr das 2%fache,
in der Industrie sogar mehr als das 5%fache des Bestandes
von 1907. Nach diesem allgemeinen Ueberblick über die Glie=
derung der Angestellten einmal nach Berufsgruppen und zum
anderen nach Wirtschaftszweigen, versuchen wir nun die
Ergebnisse beider Darstellungen zur Beantwortung der Frage
zu kombinieren: Wie verteilen sich die Techniker, die Werk-
meister, die kaufmännischen Angestellten auf die einzelnen
Wirtschaftszweige?
tu
Gliederung der einzelnen Berufe nach Industriezweigen.
— 1925. —

1

nn
N
Is
Mn

'00%

Übrige

Übrige
Industrien
Industrien

Dy-

28%
Metallindustrie

} 14%
Versicherung u.Banken
10%

15%
Chem. Industrie 6%
Bergbau
g 98
Baugewerbe
12%.

Verkehr

Handel vu.
Verkehr
Metallindustrie

aa.
Kaufmänn. Angest. Techniker

1000-

Übrige
Industrien

35%
Nahrungsmittel Ind.
— NL 9
] Baugewerbe
— LO oa
Textilindustrie
14%

Metallindustrie

26%!
Werkmeister

If
        <pb n="40" />
        5007

335 000
Ye
Industrie v.: Handwerk

Handel und Verkehr

*
N
X |
=
1 4004
x

=
DD
7

300%

£
200}
ka
EM
m

=

1004907
SS

015 000

Männlich

350 990

Alb
50000

Weiblich Zusammen

5312 000

318 900

-4 000

Männlich Weiblich

1'530 000

Zusammen

4907
        <pb n="41" />
        Die technischen Angestellten nach Wirt-
schaftszweigen.

Ueber die Verteilung der technischen Angestellten auf die
wichtigsten Wirtschaftszweige gibt nachstehende Tabelle Auf-
schluß:

Dietechnischen Angestellten nach Wirt-

schaftszweigen

fa]
+
3
—

Wirtschafts-
zweige

Technische
Angestellte

Von den technischen
\ngest. insgesamt sind
S_, &amp; Son-
ES Che-'
BO x stige
zur ml- | .
Er Techni-
180% ker x
5 er

insgesamt | dav. weibl,
Zahl [Proz Zahl [Proz
Metallindustrie. . . . .
und zwar:
Maschinen-, Apparate» u.
Fahrzeugbau . . u
Elektrotechn. Ind., Fein»
mechanik und Optik. .
Eisen- u. Metallgewinnung
Herstellung von Eisen-,
Stahl- und Metallwaren
Baugewerbe und Bauneben-
gewerbe . . 2.0.0. 44
Bergbau, Salinenwesen. .
Chemische Industrie . . .
Textilindustrie ..... . .
Nahrungs. und Genußmittel-
gewerbe . . 0... +4
Wasser-, Gas. u, Elektrizi-
tätsgewinnung u, -versor-
gung 4 &amp;% © x * « wi 2
Industrie der Steine u. Erden
Papierindustrie und Verviel-,
fältigungsgewerbe. . . .
Holz. und Schnitzstoffgew., .
Uebrige Industriezweige . .
Industrie zusammen Pe 000) 80! 8600| 86 92 0008 000/115 000
Handel . 2.2.0... .10 !' 2800 100 1100|
Verkehrswesen . . . . .| 40° 410 7800‘ 100| 32 100
Sonstige Wirtschaftszweige| 11 0üuur 900 2400! 300] 8300
Insgesamt 1270 000| 100 {10 000 100 |105 000|8 500/156 500|
Den weitaus stärksten Anteil weist die Industrie auf. Die
Zahl der auf das Verkehrswesen entfallenden Techniker
konnte nur annähernd geschätzt werden, denn von den von
der Berufszählung ermittelten technischen Angestellten und
Beamten, zum weitaus größten Teil auf die Reichsbahn und
Reichspost entfallend, dürfte die Mehrzahl Beamte sein. Die
Zahl der weiblichen Techniker ist wahrscheinlich etwas zu
hoch. Es war nicht möglich, die Kunstgewerbler und Kunst-
vewerblerinnen, die die Berufszählung in der Gruppe „tech-

‚108 400] 40} 1980 20

59 60011 200] 47 600

37
        <pb n="42" />
        nische Angestellte und Fachpersonal“ nachgewiesen hat, aus-
zuscheiden, daraus erklärt sich auch die große Zahl weiblicher
Techniker in der Textilindustrie. Die Stei ger sind von der
Berufszählung in die Gruppe „Werkmeister und Aufsichts-
personal” eingereiht worden, hier wurden sie den technischen
Angestellten zugezählt.
Die Werkmeister nach Wirtschafts zweigen.
Wie sich die 220000 Werkmeister auf die einzelnen

Wirtschaftszweige verteilen, geht aus der nachstehenden

Uebersicht hervor:

Die Werkmeister nach Wirtschaf tszweigen:

Metallindustrie . . .
Davon:

Maschinen-, Apparate und Fahrzeugbau . .
Herstellung von Eisen-, Stahl» und Metallwaren
Eisen» un Metallgewinnung .......
BElektrotechnische und feinmechanische Industrie
Textilindustrie ......

Baugewerbe .... 2

Nahrungs- und Genußmittelgewerbe

Industrie der Steine ımd Erden .

Holz- und Schnitzstoffgewerbe

Chemische Industrie...

Papierindustrie , . . ..

Bergbau 2.0...

Bekleidungsgewerbe . ..

Sonstige Wirtschaftszweige . . ..

Werkmeister insgesamt |

Zahl » Proz,
90 000 16

36 000
17 000
16 000
12 000
25 000
20 000
20 000
15.000
15.000
10 000 ;
10.000 3°
7000 3.
6.000 3
12 000 5
220000 | 100
Von einer Gliederung nach dem Geschlecht ist abgesehen,
da die Berufszählung im ganzen nur 8000 weibliche Werk.
meister und Aufsichtspersonal erfaßt hat, wobei es sich zum
großen Teil um Aufsichtspersonal handelt. Der Rest ist zu
klein, als daß eine Verteilung auf die einzelnen Wirtschafts
zweige prozentual ins Gewicht fallen würde, Ueber % aller
Werkmeister entfällt auf die Metallindustrie. Im Verkehrs-
gewerbe konnten wie bei den technischen Angestellten nur
wenige tausend Personen als Werkmeister im Angestellten-
verhältnis angesehen werden, die große Mehrzahl gehört zur
Beamtenschaft.
Im Baugewerbe hat die Berufszählung 42000 Werk-
meister festgestellt. Es darf angenommen werden, daß hierin
sämtliche P oliere enthalten sind. Nun ist aber gerade dieser
Beruf ‚ein Musterbeispiel für die Schwierigkeiten der Abgren-
zung zwischen Angestellten und Arbeitern. Nach dem An-
gestelltenversicherungsgesetz sind Poliere angestelltenver-
sicherungspflichtig, sofern sie a) nicht lediglich vorüber-
Ba,
        <pb n="43" />
        23T
ar

a.
an

I Ar

n
N

gehend mit der Leitung oder Beaufsichtigung eines Betriebes
oder eines Betriebsteiles oder mit der Entscheidung über die
Arbeitsabnahme beschäftigt und nicht überwiegend in der
Arbeit an der Maschine oder sonst körperlich tätig sind oder
b) sonst in einer für die Zwecke des Betriebes wesentlichen,
nicht überwiegend. körperlichen Arbeit unter eigener Verant-
wortung tätig sind. Diesen Bestimmungen wird aber nur ein
Teil der Poliere genügen. Folgt man also hinsichtlich der Zu-
teilung der Poliere zur Angestellten- bzw. zur Arbeiterschaft
dem Angestelltenversicherungsgesetz, so dürfen unmöglich
sämtliche 42000 Personen als „Werkmeister“ gezählt werden.
Es wurde nun hier angenommen, daß nur rund die Hälfte, also
20 000 Personen, der von der Berufszählung ermittelten Zahl
als „Werkmeister““ angesehen werden dürfen. Auch in der
Textilindustrie und im Bekleidungsgewerbe wurden von den
von der Erhebung: gewonnenen Zahlen größere Abschläge
gemacht, weil in diesen Industriezweigen Aufsichtspersonal
und sonstige nicht zu den Werkmeistern gehörende Personen
in erheblicher Zahl vorhanden sind.

Diekaufmännischen Angestellten nach
Wirtschaftszweigen:

Wie die folgende Uebersicht zeigt, entfallen fast %w der
kaufmännischen Angestellten auf den Handel und fast */10 auf
die Industrie. Bei den weiblichen Angestellten ist der Anteil
des Handels auf Kosten des der Industrie sogar noch größer.
Als kaufmännische Angestellte wurden auch die nicht-
technischen Angestellten in den kommunalen Wasser-, Gas-
und Elektrizitätswerken gezählt, desgleichen die nichttechni-
schen Angestellten in den öffentlichen Banken und Spar-
kassen. Von den Versicherungsangestellten wurden die in
der Privatversicherung Beschäftigten als kaufmännische An-
gestellte, die in der Sozialversicherung Tätigen als Bureau-
angestellte angesehen. Die nichttechnischen Angestellten der
öffentlichen Verkehrsanstalten (Reichspost, Reichsbahn,
Straßenbahnen usw.) wurden nicht den kaufmännischen An-
gestellten, sondern den Bureauangestellten zugezählt, da eine
reinliche Trennung der Angestellten nach der Rechtsform der
Unternehmen nicht möglich war.
Auf Grund der bisher veröffentlichten Resultate der ge-
werblichen Betriebszählung, aus denen allerdings nur die Zahl
der beschäftigten Personen im ganzen, aber nicht die der An-
gestellten im besonderen ersichtlich ist, wurde versucht,
die im Bank- und Börsenwesen tätigen Angestellten

5
        <pb n="44" />
        Die kaufmännischen Angestellten nach
Wirtschaftszweigen

Handel und Verkehr .
darunter:
Waren- und Produktenhandel
Handelsvermittlg., Spedition u. dgl.
Bank- und Börsenwesen (einschl.
Sparkassen) ..... .
Privatversicherung . . 2. 2...
Versicherungsvermittlung*) . . .
Gast- u. Schankwirtschaftsgewerbe
ndustrie. : . . .
darunter:
Metallindustrie
und zwar:
Maschinen”, Apparate- u, Fahr-
zeugbau . 2. 0.0.0....
Elektrotechn. Ind., Feinmechanik
und Optik 2.0.0.0...
Herstellung von Eisen-, Stahl- u.
Metallwaren. .. 2.0.0...
Eisen u. Metallgewinnung . . .
Nahrungs- u. Genußmittelgewerbe
Textilindustrie . 2.0.0.0...
Zekleidungsgewerbe . . ....
Chemische Industrie... ...
Papierind, u, Vervielfältigungsgew.
Baugewerbe u. Baunebengewerbe .
Holz. u. Schnitzstofigewerbe . . .
Industrie der Steine u. Erden. . .
Bergbau, Salinenwesen . . . .
Uebrige WVirtschaftszweipge

Insgesamt ı davon weiblich
Zahl | Proz.

Zahl | Proz
1350000! 59 | 580000| 63

1 080 000 |

48 |

510.000 |

56

160 000
32 000
32 000
25 000

900 000

7 |
1,5 |
L5
1
39

40 000
9 000 |

7 000
10 000 |
320 000’
100 000 |

8x
320 000 -

14

136 000!

6

38 000 |
74 000

3

30 000 |

63 000
47000.
30 000
80 000
70.000.
57 000
48 000-
40 000 /
39 000
30.000
24.000
40 000

3
a
|

23 000
9.000
52 000
25 000
38 000
21 000|
20.000
15 000 |
13.000
8 000
2.000
20 000

8

„7

»

Zusammen | 2 290 0001 100 ! 920000 100
*) In der Hauptsache Agenten, die zum Teil selbständig sein dürften.
noch weiter zu untergliedern. Nach dieser Schätzung entfallen
auf die

Sparkassen .......0.... 2. . 17000— 18 000 Angestellte
Hypotheken-, Kredit. und Depositenbanken 110 000—115 000 vi
Notenbanken . . ..0.0.00.0.0.40 1 +. 10000— 11 000 »”
Kreditgenossenschaften “4 % © 14 000— 15 000 „
Den geringen Rest bilden die Angestellten, die im Börsen-
wesen, im Wett- und Lotteriewesen und in Leihhäusern be-
schäftigt sind.

Leider ist es zurzeit noch nicht möglich, in ähnlicher
Weise wie für das Bankwesen auch die Angestellten im
Handel nach, Groß-, Einzelhandel usw. zu gliedern. Man wird
daher abwarten müssen, bis die gewerbliche Betriebszählung
Material über die Zahl der Angestellten in den einzelnen
Zweigen des Handels bringt.

Ar]
        <pb n="45" />
        Die Bureauangestellten nach Wirtschafts-
zweigen.

Die Bureauangestellten sind im wesentlichen die nicht-
technischen Angestellten bei den Reichs-, Landes- und Ge-
meindebehörden sowie den sonstigen Körperschaften öffent-
lichen Rechts, bei den Interessenverbänden, bei den öffent-
lichen Verkehrsanstalten (Reichspost, Reichsbahn, Straßen-
bahnen usw.). Dazu kommt auch das land- und forstwirtschaft-
liche Rechnungspersonal (Gutssekretäre usw.). Ueber die
Gliederung der Bureauangestellten gibt folgende Tabelle Auf-
schluß:
Die Bureauangestellten nach Wirtschafts-
zweigen
Insgesamt ) davon weiblich
Zahl 1! Proz, Zahl | Proz.

Reichs-, Landes- u. Gemeindebehörden
Rechtsberatung und Interessenver-
tretung (Berufsverbände, Rechts-)
anwälte u. dgl.) . . . - + +. +]
Oeffentl. Verkehrsanstalten (Reichs-'
post, Reichsbahn, Straßenbahnen ı
USW.) +0
Sozialversicherung (einschl. Arbeits-
nachweise) . . 0.0.0004
Land- und forstwirtschaftliches Rech“
nungspersonal . . . .. 2

120000 | 43

45000 |

43

75 000 | 27

35 000 |

34

40000 |! 15
35.000
10.000

15.000 |
5000 |

14
5
4000 | 4

104.000 | 100

Mehr als */w entfallen auf die Angestellten bei den Reichs-,
Landes- und Gemeindebehörden. Ueber %, von den weib-
lichen sogar 1%, ist bei Berufsverbänden (Gewerkschaften, Ar-
beitgeberverbänden usw.) und anderen Vereinen (z. B. Par-
teien), bei Handels-, Handwerks- und Landwirtschaftskammern
und in Rechtsanwaltsbureaus tätig. Schwer zu schätzen ist
die Zahl der Angestellten der öffentlichen Verkehrs-
anstalten, da die vorhandenen Angaben zum Teil erheb-
jich voneinander abweichen. Im Rahmen der gewerblichen
Betriebszählung wurden Reichspost und Reichsbahn beson-
ders erfaßt. Für die Reichspost wurden Beamte und Ange-
stellte getrennt voneinander gezählt, und zwar wurden 16 300
Angestellte (technische und nichttechnische) ermittelt, Hin-
gegen waren nach der dem Reichstag vom Reichsfinanz-
Ministerium vorgelegten Uebersicht über den Personalstand
der Reichsverwaltung und der Reichspost (Reichtagsdruck-
sache Nr. 1147) am 1. April 1925; also zweieinhalb Monate
vor dem Stichtag der Erhebung, nur 2800 Angestellte bei der
Post vorhanden. Es erweckt den Anschein, als ob Erwerbs-

€

41
        <pb n="46" />
        tätige in. der einen Statistik als Angestellte, in der anderen als
Arbeiter oder Beamte gezählt worden seien. Die Reichs-
bahn gibt in ihren Ausweisen sogar weniger als 1000 An-
yestellte an. Doch kann kein Zweifel darüber bestehen, daß
die Reichsbahngesellschaft sehr viel mehr Angestellte be-
schäftigt, sie aber aus irgendwelchen sozialpolitischen Grün-
den als Arbeiter zählt. Wir schätzen die Zahlder Reichs-
bahnangestellten auf 15000. Unter diesen Umständen
kann die mitgeteilte Zahl von 40000 nichttechnischen An-
gestellten bei den öffentlichen Verkehrsanstalten nur mit Vor-
behalt gegeben werden.
Büro- Angestellte
A

Landwirtschaft

Öffentiiche
 Verkehrsanstalten

Sozialversicherung

Wieviel von den 120000 Bureauangestellten bei den Be-
hörden auf die Reichs-, Landes- und Gemeinde-
behörden im einzelnen entfallen, konnte nicht festgestellt
werden. Dagegen war es möglich, diese Gliederung vorzu-
nehmen, wenn auch die technischen Angestellten einbezogen
wurden. Insgesamt gab es 1925:

Reichsangestellte 4 20 000
Landesangestellte , 40 000
Gemeindeangestellte 80 000
Behördenangestellte . 140 000

Infolge des Abbaus war die Zahl der Behördenangestellten
im Laufe der letzten Jahre großen Schwankungen unter-
worfen. So betrug die Zahl der Reichsangestellten

am 1. Oktober 1923 ... . . 51600
am 1. April 1925 .. 0.0... 21100
am 1. Oktober 1927 . , . . . 25000

Es sind also infolge des 1923 einsetzenden Personalabbaus
bis 1925 fast zwei Drittel der Angestellten der Hoheitsver-
waltungen des Reichs entlassen worden. Aehnlich, wenn auch
nicht ganz so arg, waren die Folgen des Abbaus für die
Landes- und Gemeindeangestellten. So betrug die Verminde-

iD
        <pb n="47" />
        rung der Angestellten bei den preußischen Landesbehörden
23 Proz., bei den Dauerangestellten der preußischen Ge-
meinden und Gemeindeverbände 25 Proz. und bei den
sonstigen Angestellten sogar 56 Proz. Von der Schwere des
Personalabbaus wurden also in erster Linie die Angestellten
betroffen. Offenbar ist aber der Abbau zu rigoros vorgenom-
men, denn wie die Zahlen für die Reichsangestellten zeigen,
mußte der Angestelltenkörper nach Beendigung des Abbaus
wieder etwas vergrößert werden. Für die Jetztzeit gürfte
daher die Zahl der Angestellten bei den Reichs-, Landes- und
Gemeindebehörden (ausschließlich  Betriebsverwaltungen)
gegen 150 000 betragen.

Die Zahl der 35000 Bureauangestellten der So-
zialversicherung wurde folgendermaßen gewonnen:
An Angestellten und Beamten zusammen sind 45000 vor-
handen. Es wurde angenommen, daß 10000 hiervon Beamte
sind. Die Verteilung auf die einzelnen Zweige der Sozialver-
sicherung kann nur für Beamte und Angestellte insgesamt
gegeben werden:

In der Sozialversicherung
Beamte

Krankenkassen . . . + -
Arbeitsnachweise . . . +
Berufsgenossenschaften . . . +. + - „0
Landesversicherungsanstalten, Reichsbahn-, Arbeiter«
pensionskassen, Invaliden-, Witwen- und Waisen»
Versorgungskasse der See-Berufsgenossenschaft
und Reichsknappschaft . . . . .
Reichsversicherungsanstalt für Angestellte

22 4001)
12.850
45002)

4 000°)

860%)
Insgesamt rund |] 45000
1) Statistik des Deutschen Reichs, Band 338, Seite 23. — ?) Amtliche
Nachrichten des Reichsversicherungsamts, Nr. 2/1927, Seite 48. — 3) Des-
gleichen Seite 109. — *) Geschäftsbericht des Direktoriums der Reichs»
versicherungsanstalt für Angestellte über das Geschäftsiahr 1925, Seite 18,
Die Angestellten der Krankenkassen gliedern
sich wie folgt:
Hauptamtliches Bureaupersonal . . . 18 074
Krankenkontrolleure . . - „0. 345
Beitragskontrolleure % a © 901
Zusammen: 22410
Kassenarten machen die nach-

Den Anteil der einzelnen

stehenden Zahlen ersichtlich:
Ortskrankenkassen .
Betriebskrankenkassen
Landkrankenkassen .
Innungskrankenkassen

15 672 Angestellte

4084 „

1957

. 4 697 ”
Zusammen: 22410 Angestellte

44
        <pb n="48" />
        In der Zahl der Angestellten der Berufsgenossenschaften
sind die 478 technischen Aufsichtsbeamten nicht enthalten.
Hingegen war es nicht möglich, die mit den Geschäftsführern,
Bureau-, Kassen- und Kanzleiangestellten zusammen in einer
Zahl aufgeführten „Unterbeamten“, die als gewerbliche Ar-
beiter gelten, auszuscheiden. Doch dürfte ihre Zahl nur gering
sein, und daher nicht störend ins Gewicht fallen. 3474 Per-
sonen gehören den gewerblichen Berufsgenossenschaften und
1067 den landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften an.

Von den 4043 Angestellten der Landesversiche-
rungsanstalten einschließlich der Sonderanstalten sind
3483 im Kassen-, Bureau- und Kanzleidienst beschäftigt,
551 sind Ueberwachungsbeamte, Außerdem sind noch 3589
Personen in Heilstätten, in Genesungsheimen, Zahnkliniken
usw., sowie in Invaliden- und Waisenhäusern beschäftigt, sie
wurden in der Gesamtzahl nicht berücksichtigt.

Diesonstigen Angestellten.

Infolge der verschiedenartigen Zusammensetzung der
Sammelgruppe „Sonstige Angestellte“ interessiert die Auf-
teilung der sonstigen Angestellten auf die einzelnen Zweige
des Wirtschaftslebens weniger als die Aussonderung der
einzelnenBerufe. Wir geben dagegen zunächst an Hand
der Tabelle einen Ueberblick über die sonstigen
Angestelltennach Berufen.

Wie bereits ausgeführt, wird die Gruppe der „sonstigen
Angestellten“ rein negativ dadurch bestimmt, daß zu
ihnen alle Angestellten gezählt werden, die weder technische
Angestellte und Werkmeister noch kaufmännische und
Bureauangestellte sind. Sie zeigen daher eine recht bunte Zu-
sammensetzung. Um wenigstens eine Uebersicht zu gewin-
nen, haben wir in der nachfolgenden Tabelle die sonstigen
Angestellten in fünf Gruppen zusammengefaßt: Gesundheits-
und Wohlfahrtspflege, land- und forstwirtschaftliches Personal,
künstlerische Berufe, „geistige Berufe“ (womit nicht gesagt
sein soll, daß die anderen Berufe keinen Geist erfordern\).
Allerdings blieb auch dann noch eine Restgruppe der übrigen
Angestellten.

Der Zahl nach am stärksten sind die Angestellten in Be-
rufen der Gesundheits- und Wohlfahrtspflege mit insgesamt
120 000 Personen. Davon sind schätzungsweise ”ıo Kran-
kenpfleger und -schwestern. Die Berufszählung
hat insgesamt 133 600 Krankenpfleger und -schwestern erfaßt,
davon bezeichneten sich 7600 als selbständig, 126 000 waren
in abhängiger Stellung, neben 1400 „leitenden“ sind darin
aber auch 35000 Diakonissinnen, weiter die als Kranken-
        <pb n="49" />
        Die sonstigen Angestellten nach Berufen

1. Gesundheits- und Wohlfahrtspflege
darunter: Krankenpfleger
Sozialbeamte
Zahntechniker
Apotheker
Aerzte . .
Hebammen .
Zahnärzte . m m U@
2. Land- und forstwirtschaftliches Personal
darunter: utsinspektoren . . +
Drivatförster ... . 0.04 7
Garten, Jagd-, Waldaufseher usw.
3. Künstlerische Berufe. . ... + +
darunter: Musiker und Musiklehrer .
Schauspieler . . ++
Sänger und Gesanglehrer
Artisten . .
Tänzer .
Zegisseure
Berufe“ . .
Lehrer . -.
Redakteure
Schriftsteller
5, Uebrige Angestellte . .
darunter: Aufsichtspersonal . .
Kapitäne, Steuerleute .
Berufssportleute

Insgesamt
120 000
70 000
15—20 000
9 400
9 000
3—6 000
2 500
1 500
92 000
80 000
7—10 000
5 000
66 000
40 000
8 400
7 000
6 700
2300
900
60 000
50—60 000
5 000
1 000
101 000
60 000
10 000
1 200

‚davon weibl. _
90 000

60 000

15 000

1 800

2 400

1 000

2 500

400

16 2
3 900
3 900
3 700
2 400
2 000
30
25 000
20—25 0001
290°
90:
38 000’
8 000
_ 100 |
440000 | 166 000}
schwestern gezählten Angehörigen von geistlichen Orden ent-
halten. Ein kleiner Teil der in den öffentlichen Kranken-
anstalten tätigen Krankenpfleger und Krankenschwestern
steht im Beamtenverhältnis. Nach Abzug all dieser Personen-
gruppen ergab sich schätzungsweise die in der Tabelle auf-
geführte Zahl von 70 000. Aehnliche Schwierigkeiten bereitet
auch die Ermittlung der Zahl der im Angestelltenverhältnis
befindlichen Aerzte. Neben 34200 Aerzten mit eigener
Praxis üben 13700 ihren Beruf in abhängiger Stellung aus.
Davon sind 5400 leitende Aerzte, von den restlichen 8 300
sind noch die auszuscheiden, die Beamte sind. Von der ge-
schätzten Zahl von 5000—6 000 nicht leitenden Aerzten im
Angestelltenverhältnis entfällt wohl ein erheblicher Teil auf
die Assistenz- und Hilfsärzte in Krankenhäusern, Ambula-
torien usw. Desgleichen ist auch die Zahl der Sozialbeamten
und Kindergärtnerinnen unsicher, von den 31000 gezählten
Personen steht ein sehr erheblicher Teil im Beamtenverhältnis.
Immerhin wird man annehmen müssen, daß fast die Hälfte der
sich selbst „Sozialbeam te“ nennenden Personen tatsächlich
Angestellte sind.
        <pb n="50" />
        Die zweitgrößte Gruppe bildet das land- und fo rst-
wirtschaftliche Perso nal, zu dem man mit gewissem
Recht auch das landwirtschaftliche Rechnungspersonal zählen
könnte, das wir unter den Bureauangestellten (vgl. S. 41) nach.
weisen. An Förstern in nicht leitender Stellung sind nach
der Berufszählung 20500 vorhanden. Da die Zahl der im Staats-
und Gemeindedienst stehenden beamteten Förster auf 13000
geschätzt wird, müßten mithin 7500 Privatförster vorhanden
sein. Ihre Zahl dürfte in Wirklichkeit höher liegen,

Die Zahl der Lehrer — in der Gruppe „geistige Berufe“
— die weder Beamte noch selbständig sind, konnte nur an»
nähernd ermittelt werden. Insgesamt wurden. 309 000 Lehrer
gezählt, darunter 295 000 nicht leitende. Nach Abzug der Be
amten verbleibt ein Rest von 50000 bis 60000 Privatlehrem
in nicht selbständiger Stellung, darin sind die Gesang. und

Musiklehrer nicht enthalten, sie werden mit den Sängern und
Musikern zusammen nachgewiesen; von den. 50 000 his 60 000
Privatlehrern sind 6500 Hauslehrer (darunter 5300 Frauen).
Die Angestellten in den freien Berufen.

Der größte Teil der „geistigen“ und künstlerischen Berufe
wird gewöhnlich zu den „freien Berufen“ gezählt, wozu
man dann auch noch die Rechtsanwälte, Aerzte u. a. rechnet.
Es ist nım von besonderem Interesse festzustellen, wie die
kapitalistische Wirtschaftsentwicklung dazu geführt hat, daß
freie Berufe im Angestelltenverhältnis ausge
übt werden. In der nachstehenden Tabelle sind für die wich»
figsten freien Berufe die Zahl der ‚Noch” Selbständigen den
in abhängiger Stellung arbeitenden „Unselbständigen“ gegen-
übergestellt. Allerdings konnten dabei weder die leitenden An-
gestellten besonders ausgeschieden, noch die Angestellten
von den Beamten getrennt werden.

Die Prozentzahlen lassen erkennen, in welchem Maße
die freien Berufe „Verangestelltet“ sind. Am
stärksten zeigt sich diese Entwicklung bei den Apothe-
kern, von denen % in abhängiger Stellung sind, was sich
vielleicht daraus erklärt, daß neue Apotheken nur in be-
schränktem Umfange eröffnet werden dürfen. Auch bei den
Zahntechnikern ist der Anteil der Angestellten sehr
groß. .

Viel häufiger als der Mann befindet sich die F rau, die
einen sogenannten „freien Beruf“ ausübt, in abhängiger Stel-
Img — mit Ausnahme der Schriftsteller. Das mag einmal
daran liegen, daß es für die weiblichen Angehörigen. dieser
Berufe schwerer ist, selbständig zu werden; andererseits wird
un
        <pb n="51" />
        Die soziale Gliederung der freien Berufe:
m
m
in
h
0
M

T

Aerzte.

Zahnärzte

Zahntechniker .

Tierärzte. .

Apotheker

Rechtsanwälte .

Bildende Künstler

Schriftsteller .

Ueberhaupt . . .
davon Selbständige
Unselbständige . .
Ueberhaupt . . .
davon Selbständige .
Unselbständige . .
Yeberhaupt . .
davon Selbständige
Unselbständige . .
Ueberhaupt . . .
davon Selbständige
Unselbständige . .
Ueberhaupt . . .
davon Selbständige
Unselbständige . .
Jeberhaupt . . .
davon Selbständige
Unselbständige . .
Ueberhaupt . . .
davon Selbständige
Unselbständige . .
Ueberhaupt . . ..
davon Selbständige .
Unselbständiee . .

Insgesamt [ davon weibl.
Zahl | Proz. '‘ Zahl | Proz.
47900 | 100
34200 | 71
13700 ' 29
9200 100
7600 88
1600 17
22600 100
13200, 58
9400 42
6300 100
4400 70
1900 30
15.900 100
5000 38
9900 62
14100 100
[3400 95
700 5
14200 100
[2500 88
1700 12
5700 | 100
4500 | 79
1200 | 21

2500| 100
1300| 52
12001 48
8001 100
400| 50
400° 50
3300
1500|
1800
10
3
7

100
30
70

100

7
93

2700

200
2 500

51

40

11
2800’ 100
2400| . 86
400° 14
910| 100
800| , 88
110 12
auch ein Teil von ihnen frühzeitig infolge Verheiratung den
Beruf wieder aufgeben, so daß dadurch die Zahl der Selbst-
ständigkeit im Beruf erstrebenden Frauen von vornherein ge-
ringer ist als bei den Männern.

Die Zahl der angestellten Rechtsanwälte ist auf-
fallend gering — sie entspricht aber keineswegs der Zahl der
angestellten Juristen, kaum der Zahl der. jetzt angestellten
Juristen, die früher selbständige Anwälte waren, Eigentlich
kann der Anwaltsberuf nur in selbständiger Stellung ausgeübt
werden. In den aufgeführten Fällen wird es sich wahrschein-
lich in der Hauptsache um Syndizi handeln.

IM
        <pb n="52" />
        [V. Arbeiter, Angestellte, Selbständige

Die bisherige Untersuchung beschränkte sich darauf, die
Verteilung der Angestellten auf die einzelnen
Zweige des Wirtschaftslebens darzulegen; daraus können
noch nicht ohne weiteres Rückschlüsse auf die Bedeutung der
Angestellten für die einzelnen Wirtschaftszweige gezogen
werden. Ein Bild von der Bedeutung der Angestellten in der
Wirtschaft gewinnt man erst, wenn man ihre zahlenmäßige
Stärke und ihre Zusammensetzung innerhalb der einzelnen
Wirtschaftszweige einer näheren Betrachtung unterzieht. Erst
so kann gefunden werden, in welchen Zweigen der Anteil
der Angestellten im Verhältnis zur Zahl der Selbständigen
oder zur Zahl der Arbeiter besonders groß ist, die Angestellten
also eine ausschlaggebende Rolle spielen, oder mit anderen
Worten, welche Wirtschaftszweige besonders „an gestell-
tenintensiv“ arbeiten. Erst ein Vergleich der Verhältnisse
in den einzelnen Wirtschaftszweigen wird die Möglichkeit
bieten, die umstrittene Frage nach den Gründen des
starken zahlenmäßigen Anwachsens der An-
gestelltenschaft. näher zu beleuchten. Entsprechend
der verschiedenartigen Zusammensetzung der Angestellten-
schaft und ihren wirtschaftlichen Aufgaben betrachten wir die
drei großen Gruppen: Landwirtschaft, Industrie und schließlich
als dritte Gruppe den Handel, das Verkehrswesen und die
sonstigen Wirtschaftszweige getrennt voneinander.
Die Angestellten in der Land. und Forst-
wirtschaft.

Im Rahmen der Gesamtzahl aller in der Land- und Forst-
wirtschaft beschäftigten Personen spielt gewiß die Zahl von
146377 hauptberuflich tätigen Angestellten nur eine unter-
geordnete Bedeutung, sie erklärt sich aus der Vorherrschaft
kleiner und mittlerer Betriebe in weiten Teilen Deutschlands,
deren Bewirtschaftung in den Händen der Familienmitglieder
        <pb n="53" />
        liegt, aber man darf nicht übersehen, daß sich die Landwirt-
schaft gegenwärtig in einem großen Umstellungspro-
zeß befindet: kaufmännische Buchführung auf der einen
Seite, Elektrifizierung und Maschinisierung des landwirtschaft-
lichen Betriebes auf der anderen Seite, werden zweifellos in
Zukunft immer mehr Angestellte erforderlich machen, Es
sind als hauptberuflich erwerbstätig gezählt worden:
Selbständige . . ..... . . 2202861 oder 22,6 Proz.
Beamte... 0.000100 15400 „ 01 „
Angestellte . . 186377. 15
Arbeiter . . .. „0.0.0. 267282 „ 267 „
Mithelfende Familienangehörige , _. 4790506 zz DAL
Zusammen: 9762426 oder 100 Proz.
©
n
A
AL
a
:T

z
S

Der Anteil der Angestelltenschaft beträgt nur 1,5 Proz,,
rechnet man noch die große Zahl der in der Landwirtschaft
nebenberuflich tätigen Personen hinzu — bei den Angestellten
sind es nur 5311 —, so sinkt der Anteil der Angestellten sogar
auf 1,2 Proz, aller haupt- und nebenberuflich tätigen Personen.

Zum Fach- und Aufsichtspersonal gehören ins-
gesamt etwa 143 800 Personen, hierunter sind die Gutsinspek-
toren, Verwalter, Vögte, aber auch Eleven usw. zu ver-
stehen, ebenso sind rund 20 500 Förster in der Zahl enthalten.
Davon sind 14 400 Beamte. Das kaufmännische Perso-
nal — Gutssekretäre usw. — umfaßt 17965 Personen, dar-
unter zirka 1000 Beamte und 5038 weibliche Angestellte.

Infolge der Art der von den landwirtschaftlichen An-
gestellten zu leistenden Arbeiten konzentrieren sich die An
gestellten naturgemäß in den größeren Betrieben, so
entfallen nach den Ergebnissen der letzten landwirtschaft-
lichen Betriebszählung von der Gesamtzahl der vorhandenen
Angestellten auf die Betriebe mit einer landwirtschaftlich ge-
nutzten Fläche
von unter 5 Hektar. . . . 94 Proz,

von 5 bis 20 Hektar, ... 133 Ä

von 20 bis 100 Hektar . DS

von über 100 Hektar. .. . 520 Ä„ ;
Zusammen: 100 Proz.

Im Vergleich mit der Vorkriegszählung (1907) hat sich die
Beschäftigung von Angestellten in der Landwirtschaft zwar
stark ausgebreitet, doch bleibt die Zunahme mit 90 Proz.
hinter dem gesamten Wachstum der Angestelltenschaft zu-
rück.
Die Angestellten in der Industrie.
In einem besonderen Kapitel (vgl. den Anhang S. 93) sind
die einzelnen Industriezweige auf ihre Zusammensetzung
näher untersucht, um die Stellung der Angestellten im Rahmen

{
        <pb n="54" />
        der Belegschaften zu klären. Aus der bunten Fülle des dort
gegebenen Materials versuchen wir hier die Resultate in we-
nigen Tabellen zusammenzufassen, um die Entwicklung und
Bedeutung der Angestelltenbeschäftigung in der Industrie
herauszuarbeiten.

In der nachstehenden Uebersicht sind die einzelnen In-
dustriezweige nach der Größe des Anteils geordnet, den die
ÄAngestelltenschaft im Rahmen der Gesamt-
belegschaft einnimmt. Zum Vergleich sind auch (in der
zweiten Spalte) die Zahlen für das Jahr 1907 angegeben. Ein
Bild der betrieblichen Struktur der einzelnen Ge-
werbezweige in den Jahren 1907 und 1925 geben die dritte
ınd vierte Spalte.
Diese Gegenüberstellung stößt auf einige Schwierigkeiten, weil die
gewerbliche Betriebs zählung bei der systematischen Gliederung so-
zenannte „Kombinationsgruppen“ gebildet hat, so sind alle mit
dem Bergbau kombinierten Werke, also alle Zechen, die mit Hoch-
ofenwerken, Stahlwerken, Walzwerken usw. (soweit sie räumlich beiein-
anderliegen) verbunden sind, in einer besonderen Gewerbegruppe nach-
gewiesen. In ähnlicher Weise wurden die mit der Eisen. und Metall-
gewinnung kombinierten Werke, insbesondere mit Stahl- und Walzwerken
verbundene Maschinenbauanstalten einer besonderen Kombinations-
gruppe zugewiesen. Bei den Berufszählungsergebnissen sind derartige
Kombinationen nicht vorgenommen worden, die mit Bergbau kom-
binierten Werke sind in der Tabelle über die Größengliederung daher
lem Bergbau, die mit‘ der Eisen“ und Metallgewinnung kombinierten
Werke der Eisen» und Metallgewinnung zugerechnet worden.

In den letzten Spalten ist schließlich für das Jahr 1925 die
Verteilung der Betriebe und der beschäftigten Personen auf
Kleinbetriebe (mit bis zu 5 Personen), Mittelbetriebe (mit über
5 bis 50 Personen) und Großbetriebe (mit mehr als 50 Per-
sonen) angegeben.

Die Tabelle zeigt, daß der Anteilder Angestellten
in den einzelnen Indus triezweigen sehr verschie-
den ist, der Prozentanteil liegt zwischen 26,5 Proz. in der

chemischen Industrie und 5,6 Proz. im Bekleidungsgewerbe.
Den höchsten Anteil weisen diejenigen Industriezweige auf,
in dem der Großbetrieb vorhemschend ist, aus Gründen
des Vergleichs mit dem Jahre 1907 mußten hierbei die Groß.
und Mittelbetriebe zusammengefaßt werden. Den gering-
sten Anteil von Angestellten haben die noch in größerem
Umfang handwerklich organisierten Gewerbezweige, eine
Ausnahme bilden lediglich der Bergbau und die Industrie der
Steine und Erden mit einem verhältnismäßig geringen und
das Nahrungsmittelgewerbe mit einem verhältnismäßig hohen
Prozentsatz von Angestellten. Auf die Ursachen dieser Er-
scheinung wird noch zurückzukommen sein.

u)
        <pb n="55" />
        { nz 7 . man 5 Rz
4 BETREFF LSE Far 55
‚4 20 BROT TFESS 8595875? 5a?

©
=
zn)

Die Bedeutung der Angestellten innerhalb der einzelnen Industriegruppen

z
nl

Gruppen

Chemische Industrie . . 0
Wasser-, Gas. und Elektrizitätsversorgung
Elektrotechnische Industrie... 2.
Kautschukindustrie . . . 2
Maschinen-, Apparate. und Fahrzeugbau .
Eisen- und Metallgewinnung
'Papierindustrie .. . .
Nahrungsmittelgewerbe
Textilindustrie... . ;
Musikinstrumenten. und Spielwarenindustrie
Lederindustrie . .... .
Herstellung von Eisen-, Stahl. und Metallwaren
‘Baugewerbe... .....

‘Industrie der Steine und Erden

Bergbau . ...

Holzgewerbe . .

Bekleidungsgewerbe

Von je 100 Erwerbs-
tätigen waren
Angestellte

1925 1! 1907

26,5
25,8
19,6
19,5
18,0
13,4
12,4
12,2
10,4
10,2
9,6
3,9
8,0
7,6
7,0
6,5
5,6

16,1
24,2
9,1
15,0
11,2
4,6
7,9
6,1
7,3
6.1
4,7
6,8
6,3
4,7
4,9 |
3,4
3,2

‚Von je 100 überhaupt
beschäftigten
Personen waren ‘tätig
in Mittel-
und Großbetrieben
1925 | 1907

96,7
94,6
88,4
97,4
95,6
99,6
91,9
55,9
88,5
75,5
66,5
69,9
77,6
94,1
99,7
64,3
41,7

89,7
82,0
83,5
98,5
90,2
99,9
88,3
52,0
84,5
74,3
51,4
69,9
80,2
92,6
99,3
57,0
287

Prozentuale
Zunahme
der beschäf-
tigten
Personen
1907—1925

Von’je 100 beschäftigten
Personen sind tätig in
Klein- | Mittel- | Groß:
betrieben
1925

+ 599 33
41131 ; 54
231,8 | 116
136,2 26
74,9 4A
60,0 0,4
38,7 8,1
15,2 441
17,7 115
428 24,5
26,3 38,5
226 30,1
11 224
44 5,9
574 023
+ 23,6 35,7
+ 58 583

16,8 79,9
26,3 68,3
18,9 69,5

5,9 91,5
15,3 80,3

46 95,0
25,6 66,3
26,4 29,5
13,1 75,4
26,3 49,2
24,6 41,9
29,3 40,6
39,1 38,5
32,1 62,0

1,5 98,2
36,3 | 28,0
21,0 ! 20,7
        <pb n="56" />
        Arbeiter, Angestellte und Selbständige (einschl. mithelfender
Familienangehöriger) in den einzelnen Industriezweigen.

De ITEeT
Angestellte Seibständige
3 Jchemische Industrie
Wasser-, Gas-u. Elektri-
zitäts-Versorgung
Elektrotechnische
Industrie
]
) Kautschukindustrie
3 Maschinen-, Apparate-
7 ju.Fahrzeugbau
1

zisen-und Metall-
Gewinnung
]
Pepierindustrie
INahrungsmittel»
] Gewerbe
|

Musikinstrumente- u
Spielwarenindustrie
|Lederingusirie

Herstellung von
Eisen-v.Stahlwaren
— ]Baugewerbe

A Industrie der
—z Steine und Erden
3 Bergbau
————
_JHolzgewerbe
—
Bekleidungsgewerbe

J 40

A HT A — WA 0
»”3 30 40 50) G6G0 70 80 90 4100 Prazent

59
        <pb n="57" />
        Im Vergleich zur Vorkriegszeit hat sich in allen
Industriezweigen der Anteil der Angestelltenschaft erhöht,
und zwar zum Teil in recht erheblichem Maße, z. B. in der
elektrotechnischen Industrie; auch im Nahrungsmittelgewerbe
zeigt sich eine starke Erhöhung des Anteils, hier ist jedoch
der Vergleich besonders unsicher. Für die gesamte In-
dustrie und das Handwerk insgesamt ergibt
sich, daß im Jahre 1925 von 100 beschäftigten
Personen 11 zu den Angestellten gehörten,
gegenetwaÖ6im Jahre 1907. Die erhöhte Verwendung
von Angestellten, also eine Zunahme des prozentualen An-
teils der Angestellten an der Gesamtbelegschaft, ist in den»
jenigen Industriezweigen am größten, in denen auch die Ent-
wicklung zum Großbetriebe die stärksten Fortschritte gemacht
hat, d. h. in der elektrotechnischen Industrie, im Maschinen-
bau, in der chemischen Industrie.

In der Zusammensetzung der Angestelltenschaft in den
einzelnen Industriezweigen nach. Technikern, Werkmeistern
and kaufmännischem Personal sind seit dem Jahre 1907 eben-
falls beträchtliche Veränderungen eingetreten.

Von ie 100 Angestellten waren

A505

;Aruppen

Chemische Industrie . . + -
Wasser-, Gas- u. Elektrizitäts-
versorgung . +++ 4 0
Elektrotechnische Industrie. .
Kautschukindustrie. . -_.
Maschinen-, Apparate- u. Fahr-
zeugbau +. 0.000: + 4
Eisen- und Metallgewinnung .
Papierindustrie . . . + +
Nahrungsmittelgewerbe . . -
Textilindustrie . . . +.
Musikinstrumenten-Industrie .
"eder= und Linoleumindustrie .
Herstellung von Eisen-, Stahl-
und Metallwaren. . . +
Baugewerbe . . . +... +
‘ndustrie der Steine und Erden
3Zergbau. . + + 040004 4
Holzgewerbe . . +. +. + +
Bekleidungsgewerbe . . -
{ndustrie und Handwerk

109925
Techn. | Werk- Kaufm.,
Ang —|meister| Ang.

15,9 | 11,9

72,2

20,3
22,6
6,3

14,4
11,1
11.2

65,8
66,3
82,5

27,0
17,2
6,7
4,0
8,8
1,7
45

15,7
21,7
20,3
14.8
26,4
18,8
20,6

37,9
61,1
73,0
81,2
56,8
74,0
75,1

7,0
38,2
2

22,0
4

71,0
30,4
2,3

li...“

Er:

63,7

1907
Techn |! Werk- |Kaufm.
Ang. ımeister| Ang.
17,6 | 18,6 | 63,8
26,9
27,9
36

25,8
20,1
19,7

47,8
52,0
76,7

36,9
16,3
3,9
3,7

20,2
35,2
34,6
33,1
36,8
26,2
33.0

42,9
48,5
61,5
63,2
60,6
67,0
64,1

Oa
50
7,6
18,2
5

38,8
38,8
KR

53,6
15,0
37,0
8.0

45
il
' 18.0

35,3

46,7
Im Jahre 1907 gehörte noch nichtdie Hälfte
der Gesamtangestelltenschaft zum kaufmän-
3
        <pb n="58" />
        nischen Personal, heute sind es nahezu zwei
Drittel. An dieser Steigerung des Anteils der kaufmänni-
schen Angestellten von 46,7 Proz. auf 63,7 Proz. sind alle In-
dustriezweige beteiligt, Die Zunahme erfolgte auf Kosten des
Anteils der Werkmeister und des Aufsichtspersonals, deren
Anteil bei allen Industriezweigen zurückging und insgesamt
von 35,3 auf 20,5 Proz, gesunken ist. In einer Reihe von In-
dustriezweigen ist auch der Anteil der Techniker an der Ge-
samtzahl der Angestellten zurückgegangen, in anderen ist er
jedoch gewachsen. Im einzelnen verweisen wir auf den An-
hang (S. 93), in dem jeder Industriezweig besonders unter-
sucht ist.

Von 100 Angestellten waren

m
rer

1925 ;
Techhiker
1 gehpier x 18

1907

2

Werkmeister .
ALLEN PETER RERTEELELNDET

ic
Kaufmänni sat Angestellte
EC NENNEN

47

Im Hinblick auf die sehr verschiedenartigen Funktionen
der einzelnen Angestelltengruppen geben wir im folgenden
einen Ueberblick über die Stellung, die von den Technikern,
Werkmeistern und kaufmännischen Angestellten in den ein-
zelnen Industriezweigven eingenommen wird.
Dietechnischen Angestellten in der Industrie.

In welchen Industriezweigen werden besonders viele tech-
nische Angestellte beschäftigt? Um diese Frage beantworten
zu können, ist in der nachstehenden Aufstellung die Zahl der
beschäftigten Techniker in Beziehung gesetzt 1. zur Zahl der
überhaupt erwerbstätigen Personen, 2. zur Zahl der Arbeiter,
3. zur Zahl der Selbständigen. Ordnet man die Industriezweige
nach der Größe des Anteils, den die Techniker an der Ge-
samtzahl der Erwerbstätigen einnehmen, so ergibt sich die
folgende Uebersicht:
        <pb n="59" />
        }1

1

15

A
it

I

Die Stellung derTechnikerin derBelegschaft
einzelner Industriezweige

Von je T00
Erwerbs-
tätigen
sind
Techniker

ndustriegruppen

Auf 1
Techniker
entfallen
Arbeiter

Auf 100
Selb-
ständige

entfallen
Techniker
1095 | 1007!

Von je 100
beschäft,
Personen

sind in

Kleinbetr.
tätig
1925

1925 | 1007

7995 | 1007

Wasser-, Gas-, BElektrizitäts-
gewinnung und »versorgung
Maschinen-, Apparate- u. Fahr-
zeugbau . . 2.0.0...
Blektrotechnik, Feinmechanik u.
Optik 2 0.0000000000000
Chemische Industrie . . ..
Baugewerbe u.Baunebengewerbe
Eisen- und Metallgewinnung .
Bergbau . . 2. 0.0.0. 0.0 0.
Kautschuk und Asbestindustrie
Papierindustrie und Verviel-
fältigung . . 0.0.0.0...
Musikinstrumenten- und Spiel-
warenindustrie , . . . ..
[ndustrie der Steine und Erden
Textilindustrie... . . ..
Eisen-, Stahl- und Metallwaren-
herstellung . .... “4
Nahrungs“ und Genußmittel-
gewerbe . .......
Leder- und Linoleumindustrie .
Yolz- und Schnitzstoffgewerbe
Bekleidungsrewerbe. .

5,3| 6,5}
4,9} 4.) 16!

‚317 | 1601
ol474 4701

54
44
4,4
4,2
3,0
2,8
1,3
1,21

2,6] 16| 30| 51
2,8| 16| 28112
2,9| 26| 28} 22
0,81 37! 126,228
0,5' 7 183 [505
0.5: 64' 1541| 52

201 11,6
50 3,3
20| 22,4
120 0,7
120 0,3
28 26
081 0,3) 961 2681 12
0,71 0,4'
0,7' 0,3}
07' 02

4

8.1
94| 173| 4
123 | 348] 15
112! 348] 7
124 | 149)

2 24,5
5 5,9
2° 11,5

30.1

061 0,5
0,5 2)

112! 9288 3|

178 5508| 92
260) 921 4
2094

44,1
33,5
35,7
38,3

ze

J.U2
Die Beschäftigung technischer Angestellter ist relativ am
stärksten in der Wasser-, Gas- und Elektrizitätsgewinnung und
versorgung, im Maschinen-, Apparate. und Fahrzeugbau, in
der elektrotechnischen und feinmechanischen Industrie und
in der chemischen Industrie. Hier herrscht überall der Groß»
betrieb vor, mehr als zwei Drittel der beschäftigten Personen
sind in Betrieben mit mehr als 50 Personen tätig. Eine Aus-
nahme macht das Baugewerbe mit einem verhältnismäßig
hohen Anteil Technikern von 3 Proz. der Belegschaft, obwohl
der Kleinbetrieb noch eine bedeutsame Rolle spielt. In den
nachfolgenden Zweigen, der Eisen- und Metallgewinnung und
im Bergbau, handelt es sich wieder um ausgesprochene groß-
vetrieblich organisierte Industriezweige. In den übrigen Ge-
werbezweigen stellen ıdie technischen Angestellten weniger
als 1 Proz. der Gesamtzahl aller Erwerbstätigen, hier sinkt
auch der Anteil der in den Großbetrieben beschäftigten Per-
sonen erheblich ab. Die Beschäftigungsmöglichkeit für tech-
nische Angestellte ist entsprechend ihren Aufgaben: den Pro-
Jduktionsprozeß im Konstruktionsbureau und Zeichenatelier

A
        <pb n="60" />
        Die verschiedenen Angestelltengruppen in den einzelnen
Industriezweigen.

Techniker
Kaufmännische Angestellte N ‚Werkmeister
Bekleidungsgevwerbe

Kautschukindustrie

Nahrungsmittei- Ind

Leder-u.Lingleum-Ind

Musikinstrumente-3Ind

Papier-Industrie

‚Chemische Industrie

YEisen-, Stahi-und
‚Metalilwaren-Herstela

Teytilhndustirie

£lektrotechn. Ind.

Wasser, Gas-u. Elektri-
Zitäts- Versorgung

Industrme u. Handwerk

Holzgewerbe

Eisen-und Metalt-
Gewinnung
jMaschinen- Apparate-
u Fahrzeugbao
nm
YIndustrie der
{Steine und Erden

Berabau

a

Baugewerbe

— =— 2 la and
) 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Prozent

{A
        <pb n="61" />
        ne.

3

technisch vorzubereiten und die Dienstführung zu leiten. —
vorwiegend an die Großbetriebe gebunden. Je größer der
Betrieb, um so weniger kann der Betriebsleiter diese Aufgabe
in eigener Person. ausführen. Die Betriebsgröße wächst im
allgemeinen aber auch mit der Kompliziertheit der zu be-
wältigenden Produktionsaufgaben, Je komplizierter das Pro-
dukt ist, desto größer die Beschäftigung technischer Ange-
stellter. So erklärt es sich, daß im Maschinenbau, in der
Elektrotechnik und im Baugewerbe, also in den konstruktiven
Gewerbezweigen, technische Angestellte sowohl im Verhält-
nis zur Gesamtzahl der überhaupt erwerbstätigen Personen
als auch im Verhältnis zu den beschäftigten Angestellten in
besonders großer Zahl vorhanden sind.

Im Vergleich zum Jahre 1907 haben sich die tech-
nischen Angestellten im Verhältnis zur Gesamtbelegschaft
in allen Industriezweigen ausgedehnt, eine Ausnahme bildet
nur die Wasser-, Gas- und Elektrizitätsversorgung, die bereits
im Jahre 1907 einen sehr hohen Anteil technischer Ange-
stellter aufwies. Von den Industriezweigen, in denen mehr
als 1 Proz. der Erwerbstätigen auf die Techniker entfällt, haben
die Großeisenindustrie und der Bergbau nahezu eine Verdrei-
fachung des Anteils aufzuweisen, in der elektrotechnischen
Industrie und in der chemischen Industrie hat sich der Anteil
nicht ganz verdoppelt, im Maschinenbau und im Baugewerbe
ist die Veränderung noch geringer. In den übrigen Gewerbe-
zweigen ist die Beschäftigung technischer Angestellter auch
heute noch gering, doch zeigt sich auch hier die Tendenz
einer wachsenden Beschäftigung von Technikern.

Die Werkmeister in der Industrie.

Wenn wir den Umfang und die Entwicklung der Be-
schäftigung von Werkmeistern in der Industrie in ähnlicher
Weise untersuchen wie bei den Technikern und die einzelnen
Industriezweige nach dem Anteil der Werkmeister an der Ge-
samtzahl der Erwerbstätigen ordnen, so ergibt sich die auf
Seite 58 wiedergegebene Uebersicht, ;

Die Tabelle zeigt, daß der prozentuale Anteil der Werk-
meister an der Gesamtbelegschaft wesentlich einheit-
licher ist als der Anteil der Techniker. Auch hier haben
diejenigen Industriezweige, in denen die Groß- und Mittel-
betriebe vorherrschen, den größten Prozentsatz zu ver-
zeichnen. Die Beschäftigung von Werkmeistern ist also eben-
falls eine KonsequenzderEntwicklung zum Groß-
betrieb. Je größer der Betrieb, desto weniger ist der Be-
triebsinhaber in der Lage, die Organisation und Aufsicht per-
57
        <pb n="62" />
        Die Werkmeister im Verhältnis zu den
übrigen Erwerbstätigen in den einzelnen
Industriezweigen:

industrie-
zweige

Wasser-, Gas-, Elektrizitäts-

gewinnung und „versorgung .
Chemische Industrie ;‚ ..
Eisen- und Metallgewinnung . .
Maschinen-, Apparate und Fahr-

zeugbau . . 0.0.0.0...
Bergbau. ....... .
Textilindustrie ............
Industrie der Steine und Erden .
Papierindustrie und Vervielfälti-

gungsgewerbe ......
Baugewerbe u. Baunebengewerbe
Kautschuk- und Asbestindustrie .
Elektrotechnische Industrie, Fein-

mechanik und Optik...
Holz- und Schnitzstoffgewerbe .
Leder- und Linoleumindustrie . .
Herstellung von Eisen-, Stahl- und

Metallwaren .......
Musikinstrumenten- und Spiel-

warenindustrie ,‚ . ....
Nahrungs- u, Genußmittelrewerbe

Von je 100] Auf 1
haupt- Werk-
beruflich meister "
Erwerbst. entfallen |
sind Werk- Arbeiter ı

meister
1925 | 1907 192510907

Auf 100 von je 100
Selb- beschäft,
ständige Personen
entfallen sind in
Werk- Kleinbetr.
meister | tätig
1925 |1907" 1995

3,7! 6,1
0 8,0
20! 16

20
22
99

12) 223 150| 5,4
26| 84| 60| 33
581 2891270 07
2,8
2,8
2,7
»&gt;6

2,3
3,0
97
27

28
33
29
324

38 102 90
3111095 | 710
30| 27| 20
13! 55' 50

4,4
0,3
11,5
5,9
2,5
2,5
2,2

27

22
a7
36

30
33
28

a5
©

30
20
150

8,1
22,4
26

08
2,2

20

20

2,01 2,61 39
19 167
181 20

33
9C

41
49

x

9

11,6
35,7
33.5

45
14]
38! 45) 11
SS 1] Z] dr

30,1

sönlich durchzuführen. (Vgl. die letzte Spalte der Uebersicht:
alle Gewerbezweige, in denen ‚der Kleinbetrieb noch einen
oreiten Raum einnimmt — Bekleidungs-, Nahrungs- und Ge-
nußmittel-, Holzgewerbe, Lederindustrie einschl. Sattlereien,
ECisen-, Stahl- und Metallwarenherstellung einschl. Schlosserei,
Schmiederei und Klempnerei — haben nur eine verhältnis-.
mäßig geringe Zahl von Werkmeistern aufzuweisen.)

Der Vergleich mit den Vorkriegsverhält.
aissen zeigt, daß die Beschäftigung von Werkmeistemn in
den einzelnen Industriezweigen bei weitem nicht so starken
Veränderungen ausgesetzt war wie die der technischen An-
gestellten. Im Verhältnis zur Gesamtzahl der beschäftigten
Personen ist der Anteil der Werkmeister in einer Reihe von
Industriezweigen fast genau gleich geblieben wie im Jahre
1907, so z.B. im Bergbau, in der Textilindustrie, im Bau-
gewerbe, im Nahrungsmittelgewerbe und im Bekleidungs-
gewerbe. Hier hat sich auch die Anzahl der durchschnittlich
auf einen Werkmeister entfallenden Arbeiter nur wenig ver-
ändert.

18
        <pb n="63" />
        Ein stärkeres Vordringen der Werkmeister in
der Gesamtbelegschaft findet sich in der chemischen In
dustrie, in der Großeisenindustrie, im Maschinen- und Fahr-
zeugbau, in der elektrotechnischen Industrie, im Holzgewerbe
und in der Musikinstrumentenindustrie: hier ist auch die
durchschnittlich auf einen Werkmeister entfallende Arbeiter-
zahl beträchtlich gesunken. Aber auch im Verhältnis zu den
Selbständigen ist hier die Zahl der Werkmeister gestiegen,
diese Steigerung ist in der elektrotechnischen Industrie be-
sonders stark. Hier kamen auf 100 Selbständige im Jahre
1907 nur 10 Werkmeister, im Jahre 1925 dagegen 25. Eine
beträchtliche Zunahme dieser Meßziffern findet sich auch
in der: Gas-, Wasser- und Elektrizitätsversorgung, in der
chemischen Industrie, im Maschinenbau, im Bergbau, in der
Textilindustrie usw. Äuch hier kommt in der Zunahme dieser
Meßziffern die Entwicklung zum Großbetrieb zum Ausdruck.

Die kaufmännischen Angestellten in der
Industrie.

In der nachstehenden Tabelle sind in entsprechender Weise
wie für die Techniker und die Werkmeister die einzelnen
Industriezweige nach der Größe des Anteils der kaufmänni-
schen Angestellten am Gesamtpersonal geordnet.

Der Anteil der kaufmännischen Angestellten weist sehr
starke Schwankungen auf; an der Spitze steht die
chemische Industrie mit einem Prozentsatz von 19,2 Proz., am
Schluß das Baugewerbe mit nur 2,4 Proz. Die Ursachen
dieses sehr unterschiedlichen Anteils der kaufmännischen An-
gestellten liegen in der verschiedenen wirtschaftlichen
Funktion der kaufmännischen Angestellten, in deren Händen
nicht nur der Verkehr nach außen — der Einkauf des Materials
und der Verkauf der Produkte — liegt, sondern auch die innere
Verwaltung der Betriebe. Die Tabelle zeigt, daß auch hier die
zunehmende Beschäftigung kaufmännischer Angestellter —
von wenigen Ausnahmen abgesehen — eine Folge der Be-
triebskonzentration ist. In den Großbetrieben der chemischen
Industrie, in den Wasser-, Gas- und Elektrizitätswerken, in der
Kautschukindustrie, in der elektrotechnischen Industrie und
im Maschinenbau wächst mit der Größe der Betriebe auch
die innere Organisation: Buchführung, Lohnberechnung,
Steuerbuchungen, Kalkulation usw. führen zur wachsenden
Einstellung von kaufmännischen und Bureauangestellten,
Schreibmaschine und Telephon haben insbesondere den
Frauen die Bureaus und Kontore der Industriebetriebe ge-
öffnet. Aus dem Rahmen fallen der Bergbau und die

4
        <pb n="64" />
        Diekaufmännischen Angestellten im Ver-
hältnis zu den übrigen Erwerbstätigen
in den einzelnen Industriezweigen:

industrie-
gruppen

Chemische Industrie . . .
Wasser-, Gas» und Elektrizi-
tätsversorgung. . ...
Kautschuk-u. Asbestindustrie
‚Elektrotechnische Industrie,
Feinmechanik und Optik .
Maschinen-, Apparate und
Fahrzeugbau . . ...
Nahrungs- und Genußmittel-
gewerbe . ......
Papierindustrie und Verviel-
 eltieungspewerbe * % @
Eisen- und Metallgewinnung
Musikinstrumenten- u. Spiel-
warenindustrie . . . ..
Leder- und Linoleumindustrie
Textilindustrie. .. ...
Herstellung von Eisen-, Stahl
und Metallwaren. . ..
Bekleidungsgewerbe . . .
Industrie der Steine vu. Erden
Holz- u. Schnitzstoffgewerbe
Eergbau . . 2.2.0...
Baugewerbe- und Bauneben-
gewerbe . .

Von je 100
hauptberufl.
Erwerbs-
tätigen sind
kaufm, An-
gestellte
1925 | 1907

19,2

10,3
16,9 | 11,6
16,1! 11,5
13,0! 48
10.3! 48
99] 3,8
9,1
82

4,9
291
7,5 |
72
6,91

4,1
20}
44

6,3
4,7
‘9

Ak

Auf einen
kaufm,
Sf
stellten
entfallen
Arbeiter

1925 | 1907

Auf 100
Selbständige
entfallen
kaufm.
Angestellte
1925 | 1907

Ä

R

508 | 190 |
280 ı
590

4
5.

6
7
16

1018
682

|

150

! 40
3701 190 |
53] 20

N

18

ß

17

9
10

| 17!
19 1

127
819

60
370
9
10 |
11

25)
18

44
38
46 |

20
10
40
37] 12 |
22] 11
17 20

20| 44, 20
21 | 12) 5
sa] 93| 30
-5 21 6 |
69 1148! 339
a 4a! ©

392

Vonje 100
beschäft.
Personen
sind in
Kleinbetr.,
tätig
1925
3,3
5,4
2,6
11,6
4,4
44,1
8,1
0,7
24,5
33,0
11,5
30,1
58.3
5,9
35.7
0,3
224

Industrie der Steine und Erden, beides Gewerbe
mit vorwiegendem Großbetrieb und trotzdem mit einer ver-
hältnismäßig geringen Zahl kaufmännischer Angestellten, In
beiden Fällen spielt bei der Förderung der Produkte die
Handarbeit — wenigstens 1925 — noch eine große Rolle, die
Zahl der beschäftigten Arbeiter ist entsprechend groß. Die
Absatzorganisation ist dagegen — weil es sich um große
Mengen gleichwertiger Produkte handelt — verhältnismäßig
einfach und durch die weit vorgeschrittene Konzentrations-
bewegung weiter vereinfacht, so daß kaufmännische Ange-
stellte verhältnismäßig unter den Erwerbstätigen zurücktreten.
Eine große Arbeiterzahl ist beschäftigt, um große Mengen
gleichartiger Produkte zu gewinnen.

Von den Gewerbezweigen mit vorherrschendem Klein-
betrieb fällt das Nahrungs- und Genußmittel-
gewerbe durch einen hohen Prozentsatz kaufmännischer

1.)
        <pb n="65" />
        100
ft,
‚en
in
AUF:

ıe
{=
N
ee

Te

|

‚op
a

P
&gt;
Yo
113

Angestellter auf, was sich daraus erklärt, daß vielfach Pro-
duktion und Verkauf an den Verbraucher noch in einem Be-
triebe vereinigt sind. Die in den Bäckereien und Schlächte-
reien angestellten Verkäufer und Verkäuferinnen entsprechen
in der Art ihrer Tätigkeit durchaus dem kaufmännischen
Personal der Handelsbetriebe, sind’ aber im Nahrungs- und
Genußmittelgewerbe gezählt worden, so daß der Anteil der
kaufmännischen Angestellten trotz des Kleinbetriebes und
trotz der weitgehenden Mithilfe der Ehefrauen verhältnis-
mäßig groß ist. ;

Im Vergleich zu 1907 hat sich der Anteil der kauf»
männischen Angestellten in allen Industriezweigen wesentlich
erhöht, in den meisten Fällen sogar nahezu verdoppelt,
eine besonders starke Erhöhung des Anteils findet sich in der
elektrotechnischen Industrie und in der Großeisenindustrie.
Die Gründe dieser zunehmenden Beschäftigung von kauf-
männischen Angestellten dürften wieder in der fortschreiten-
den Entwicklung zum Großbetrieb und den sich daraus er-
gebenden Folgerungen liegen. Daneben hat in der Nach-
kriegszeit auch die Umstellung in der Steuertechnik zu
einer Ausgestaltung der Buchhaltung und damit zu einer ver-
mehrten Beschäftigung von kaufmännischen Angestellten ge-
führt. Es ist hier nicht der Ort, auf diese Gründe im einzelnen
einzugehen, die sich aus dem gegebenen Zahlenmaterial nicht
ableiten lassen. Dazu wäre eine weitere Untersuchung not-
wendig, die wir an anderer Stelle versuchen werden.

Man würde aber der Bedeutung der Angestellten in der
Wirtschaft nicht gerecht, wenn man immer nur ihren Anteil
an der Zahl der Erwerbstätigen betrachten würde, ohne ihr
Verhältnis zu den motorischen Kräften in Betracht zu
ziehen. Es ist daher notwendig, die bisherige Darstellung
durch einen Ueberblick über die Verwendung von Ange-
stellten und motorischen Kräften in den einzelnen Industrie-
zweigen zu ergänzen.
Angestellte und motorische Kräfte.

Die nachstehende Tabelle zeigt, wieviel Erwerbstätige ins-
gesamt, wieviel Angestellte in den einzelnen Industriezweigen
tätig und welche motorischen Kräfte jeweils installiert sind.
Aus diesen Zahlen läßt sich berechnen, wieviel installierte
motorische Pferdestärken auf einen Angestellten in den ein-
zelnen Industriezweigen entfallen (vgl. letzte Svalte der
Tabelle). a

Absichtlich ist bei dieser Aufstellung von dem üblichen
Schema der Berufs- und Betriebszählung abgewichen und
61
        <pb n="66" />
        eine Gliederung nach Produktionsmittel- und
Verbrauchsgüterindustrien vorgenommen worden,
so wie sie vom Konjunkturforschungsinstitut aufgestellt
worden ist. Diese Gliederung gewährt schon an sich inter-
essante Einblicke in den Aufbau des Industrie-
körpers. 53 Proz. aller in der Industrie beschäftigten Per-
sonen — aber 60 Proz. der Angestellten — sind in den
Produktionsmittelindustrien, 47 Proz. der Erwerbstätigen und
40 Proz. der Angestellten in den Verbrauchsgüterindustrien
beschäftigt.
Angestellte und motorische Kräfte

Güter-
gruppen

Erwerbstätige j
| davon
überhaupt Angestellte

Auf 1 Ange-
stellten
1000 entfallen
PS. durch-
schnittlich
DS.
A. Produktionsmittelindustrien
(. Kraftstoffe
I. Kohle. . . .
2. Torf, Erdöl .
X Elektrizität .
1 Gas. 2.

679 000
16 000
85 000
47 000

827 000

47000} 3498
1 200} 24
10700* 222
620N 80
85 9200:

74
20
21
42
Kraftstoffe zusammen

=Q

Zrundstoffe
. Eisen und Metalle . . .
Chemische Produkte . .
Papier- und Papierwaren .
Leder . . .... 4
Holz. und Schnitzstoffe .
Baustoffe. . : . .
Grundstoffe zusammen
”onstruktionen
Baugewerbe. . . . .- 120 000
Masch., Fahrz. u. Apparate 234 500
Elektrische Erzeugnisse . 68 500
Werkzeuge . . .. “4 42 500 ı
Stellmacherei . . . .- 4 0900|
Verpackungsmittel . . . 1 600!
Bereifungsindustrie . . . 7 RAnD
Konstruktionen zusammen | 3914 000) 477500! 3541 7
A. Produktionsmittelindustr. zus. | 667700° 804907 13638 17

il.

II.

B. Verbrauchsrzütei. ı [SiLıeN
I. Nahrungs- u. Genußmittelzus. | 1356 0°°' " *°%7001 1848| 11
IL Bekleidung zusammen . . 2590C0 1200 1322 7
Il, Wohnung, Kultur, Luxus zus. 1 975.000 188800 4 983 7
B. Verbrauchsgüterindustr. zus. | 5921000! 545100} 4453] 8
A. und B. insgesamt
A. Produktionsmittelindustrien .' *6770%| 804 9001|13 638 17
B. Verbrauchsgüterindustrien . 5921 000|_545100| 4453| _ 8
. Insgesamt 12598 000|1350 000|18 091] 13
9
        <pb n="67" />
        r
t

A

Nicht weniger als drei Viertel der gesamten motorischen
Kraftleistung der Industrie entfällt auf die Produktionsmittel-
industrien, so daß hier auf einen Angestellten durchschnittlich
17 PS entfallen. In der Verbrauchsgüterindustrie, die rund
eine halbe Million Angestellte. beschäftigt, sind 4,5 Mil-
lionen PS installiert, auf einen Angestellten entfallen durch-
schnittlich 8 PS.
3
Die Angestellten im Handel und Verkehr.
Im Handel und Verkehr nimmt die Beschäftigung von
Angestellten einen wesentlich größeren Raum ein als in der
Industrie. Im Handelsgewerbe ist der Angestellte die eigent-
liche Hilfskraft, die Arbeiterschaft tritt an Bedeutung zurück.
In der Industrie gehörten 13 Proz. der Arbeitnehmer zu den
Angestellten und Beamten und 87 Proz. zur Arbeiterschaft,
im Handel ist das Verhältnis umgekehrt: 62 Proz, aller Arbeit-
nehmer sind Angestellte und Beamte und nur 38 Proz.
Arbeiter.
Die Gliederung der Erwerbstätigen der einzelnen Zweige
des Handels und des Verkehrswesens ergibt sich aus der
nachstehenden Uebersicht, in der jedoch die großen Ver-
kehrsanstalten des Reichs, die Reichsbahn und die Reichs-
post, und auch die übrigen Eisenbahnen und Straßenbahnen
fehlen. Für die Gliederung des Handelsgewerbes nach ein-
zelnen Zweigen mußte die bei der Berufsstatistik verwendete
Systematik übernommen werden. Eine Trennung der Ange-
stellten nach Großhandels- und Einzelhandelsbetrieben ist auf
Grund der Berufszählungsergebnisse nicht möglich.

Die Zusammensetzung der Erwerbstätigen in der größten
Gruppe, dem Waren- und Produktenhandel, der,mit
Ausnahme des besonders ausgewiesenen Buch“ und Tabak-
handels den gesamten Warenhandel umfaßt, ist durch die
zroße Zahl der Selbständigen und ihrer mithelfenden Familien-
angehörigen gekennzeichnet, die 42 Proz. der Erwerbstätigen
ausmachen. Die Zahl der Erwerbstätigen und ihrer mithelfen-
den Familienangehörigen ist damit ebenso groß wie die An-
gestelltenschaft, die mit insgesamt 948 600 Personen 42,8 Proz.
der im Handel tätigen Personen stellt, während auf die Ar-
beiterschaft nur 15,2 Proz. entfallen. Bei den Angestellten
des Warenhandels handelt es sich fast ausschließlich um Ver-
kaufs- und Bureaupersonal; die Zahl der Techniker, der
Werkmeister und des sonstigen Aufsichtspersonals ist mit zu-
sammen 17700 Personen nur gering (hierunter finden sich
5.3
        <pb n="68" />
        X

Wirtschafts-
zweige

Waren- und Produktenhandel .
Verlagsgewerbe . . . .. .
Buch- und Kunsthandel, Leihbibliotheken
Handel mit Tabak und Tabakwaren .
Immobilienhandel . . $

Bank. und Börsenwesen. ....
Vermittlung, Verwaltung und Beratung
Markt. und Messewesen. . .
Verleihung und Versteigerung .. ..
Aufbewahrung, Spedition und Bewachung
Hausier- und Straßenhandel
Versicherungswesen ...

See- und Küstenschiffahrt .
Binnenschiffahrt und Flößerei

"Sonstige Landbeförderung

Luftverkehr ......
Reiseauskunft und vermittlung . .
Gast. und Schankwirtschaftszewerbe

Angestellte in Handel und Verkehr
Erwerbs-
tätige
insgesamt

Davon
Selb- | Ange-
ständige stellte

| Arbeiter

Mithelf,
| Familien-
Angeh.
Absolute Zahlen
9218 414 | 697 754 | 948 600 / 338 494
76976 | 6658| 43118| 26920
42842 10850 23587 | 6400
65708 37627 16495 3368
11415 | 5182 3848 2255
228596 | 16992 195149 16145
152600 ) 92911 50019 7301
4149 527 1460 2026
10855 4428 2742 3191
94355 8376 34119 50892
64782 54881 450 1090
112050 11221 95960 4725
49881 3063 18180 28539
57189 9390 9850 36989
117570 36179 6869 69344
1940 98 985 862
25801 275 1961 341
670697 194881 7828 46 BRA
„1191268 1531706 | 845455 | 414400

233 566 *
280
2.046
8218
130
310
2369
136
494
968
8 361
144
99
‚960 |
5178 *
3
150 838
3 982 529

Von der Gesamtzahl der Ange-
stellten sind kaufmännische
Angestellte N
Ange- |
stellte | männlich | weiblich
insgesamt

930 905
36 610
23 399
16 368

3511

194 205

47 974
1136
2 615

31 554

450

94 342
7651
4 269
5149

565
1869
94 ABA

485 078
20133
12 721
11460

1779

151 754

27 729
642
1402
24 489
283
72 768
6395
3374
3754 |
352 |
1180
12102

| 445 827
16 477
10 678
4 908
1 7832
42 451
20 245
494

| 1213

7 065
167

21 574
1 256
895
1395
213
689
12 561
1427236 | 837396 | 589 840
41.30.
        <pb n="69" />
        Angestellte in Handel und Verkehr

X
#11

Wirtschafts-
zweige

Waren- und Produktenhandel
Verlagsgewerbe . .

Buch- und Kunsthandel, Leihbibliotheken
‚Handel mit Tabak und Tabakwaren .
‚Immobilienhandel . . .

!Bank. und Börsenwesen. . ..
Vermittlung, Verwaltung und Beratung
Markt. und Messewesen .

Verleihung und Versteigerung . . .
‚Aufbewahrung, Spedition und Bewachung
Hausier- und Straßenhandel
|Versicherungswesen . .

[See und Küstenschiffahrt .
Binnenschiffahrt und Flößerei

Sonstige Landbeförderung

Luftverkehr . ....

Reiseauskunft und vermittlung . .
Gast. und Schankwirtschaftsgewerbe .

Erwerbs-
tätige
insgesamt

Davon

Seib- | Ange- ner |
N Un: | | Arbeiter * F»milien-
ständige stellte Anseh.

Verh

„a
-ahle

%
100 31,5
100 | 8,6
100 | 25,3
100 | 573
100 45,4
100 7,4
100 60,9
100 12,7
‘00 40,8
100 8,9
100 84,7
100 10,0
100 6,1
100 | 164
100 30,8
100 4,8
100 10,7 |
100 29.1

42,8
56,0
54,9
25,1
33,7
85,4
32,8
35,2
25,3
36,2

0,7
85,7
36,5
17,2

5,8
50,8 |
76,0 |
11.7

15,2

35,0

15,0

5,1

19,8

7,1

4,8

48,8

29,4

538,9

1,7

4,2

57,2

64,7

59,0

44,4 —
132 | 01 ı
36.7 295

Von der Gesamtzahl der Änge-
stellten sind kaufmännische
Angestellte

A | |
stellte ! männlich | weiblich
insgesamt

100
100
100
100
100
100
100
100
100
100
100
100
100
100
100
100
100
100

52,1
55,0
54,4
70,0
50,7
78,1
57,8
56,5
53,6
77,6
62,9
77,1
83,6
79,0
72,9
62,3
63,1
49.1

47,9
45,0
45,6
30,0
49,3
21,9
42,2
43,5
46,4
22,4
37,1
22,9
16,4
21,0
27,1
37,7
36,9
50.9

|
        <pb n="70" />
        1623 Ingenieure und Architekten, 96 Apotheker und 138 Che-
miker). Das kaufmännische Personal besteht etwa zur Hälfte
aus männlichen und zur Hälfte aus weiblichen Angestellten
(genau 52,1 Proz. zu 47,9 Proz.).

In den übrigen Zweigen des Handelsgewerbes und in den
Hilfsgewerben des Handels zeigt die Zusammensetzung der
Erwerbstätigen zum Teil ein wesentlich anderes Bild.
Einen besonders hohen Prozentsatz von Angestellten im
Rahmen der Gesamtzahl der beschäftigten Personen hat das
Bankwesen mit 85,4 Proz., demgegenüber treten sowohl die
Selbständigen mit 7,4 Proz. als auch die Arbeiter mit nur
7,2) Proz. sehr zurück. Unter den Bankan gestellten
überwiegt das männliche Element noch bei weitem; der Anteil
der weiblichen Angestellten beträgt 22 Proz., im Jahre 1907
waren es allerdings nur 5,5 Proz. Der Anteil der weiblichen
Angestellten hat sich also vervierfacht. Dabei ist allerdings
zu bedenken, daß sich diese Zahlen auf das Jahr 1925 be-
ziehen, die Auswirkungen der Rationalisierungsmaßnahmen
durch die Einführung von Buchungsmaschinen sind darin
nicht erfaßt.
Im Verlagsgewerbe, zu dem auch die Zeitungs-
expedition gehört, liegt der Anteil der Selbständigen ebenfalls
niedrig, hier sind jedoch in großem Maße Arbeiter beschäftigt,
trotzdem machen die Angestellten 56 Proz. der Erwerbstätigen
aus, Unter dem Fachpersonal sind hier etwa 6500 Angestellte
gezählt worden, davon rund 5500 Redakteure und Schrift-
steller, und zwar 1300 in leitender Stellung. Der Anteil der
weiblichen Angestellten stellt sich auf 45 Proz. der Ge
samtzahl.
Im Buch- und Kunsthandel ist der Prozentsatz der
Angestellten mit 55 Proz, fast genau so groß, doch treten die
Selbständigen und ihre Familienangehörigen wieder stärker in
Erscheinung; sie stellen zusammen 30,1 Proz. der beschäftigten
Personen, der Anteil der Arbeiter erreicht nur 15 Proz. Das
Verhältnis der männlichen zu den weiblichen Angestellten ist
fast genau das gleiche wie im Verlagsgewerbe, nämlich
54,4 zu 45.6 Proz.
Der Handel mit Tabak und Tabakwaren mit
insgesamt rund 16500 Angestellten oder 25,1 Proz. aller Er-
werbstätigen beschäftigt in verhältnismäßig starkem Maße
männliches Personal, der Anteil der weiblichen Angestellten
erreicht nur 30 Proz. der Gesamtzahl.

Einen auffallend geringen Prozentsatz von Angestellten —
noch nicht 1 Proz. — hat der Hausier- und Straßen-
        <pb n="71" />
        e=
te

Angestellte in Handel und Verkehr.

an

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Arbeiter
Angestellip

Selbständige
einschl.mithelf.} Fam-Angehörig. *)
Versicherungswesen

|Bank-u. Börsen-Wesen

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Buch-u. Kunsthandel

Waren-u.Produkten-
Handel
nn
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]see-u. Küsten-
Schiffahrt
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‚ Aufbewahrung,
]Spedition,Bewachung
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“Vermittiun 9,
Verwaltung, Beratung

m

Aandel mit Tabak und
Tabakwaren

Binnenschiffahrt und
Flösserei

Gast-u.Schank-
Nirtschafis- Gewerbe

Sonstige
Landbeförderung

Aausier und
Strassenhande!
ld
pi
2)

‘3 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Prozent
mithelfende Fami!ienangehörige

7
        <pb n="72" />
        handel, dem, an der Gesamtzahl der erwerbstätigen Per-
sonen gemessen, etwa die gleiche zahlenmäßige Bedeutung
zukommt wie dem Tabakhandel.

Das Versicherungswesen beschäftigt insgesamt
112050 Personen, von denen nahezu 86 Proz. oder 96 000 zur
Gruppe der Angestellten gehören. Von den überhaupt be-
schäftigten Personen ist etwa ‚ein Drittel in den privaten Ver-
sicherungsunternehmungen, das zweite Drittel in der Ver-
sicherungsvermittlung (Agenten usw.), das letzte Drittel in der
Sozialversicherung und in den sonstigen öffentlich-rechtlichen
Versicherungsanstalten tätig. Von den 95960 Angestellten
gehören 1618 zur Gruppe der Techniker und zum Fach-
personal, es sind hierin 308 bei Versicherungsunternehmen
angestellte Ingenieure, 117 angestellte Aerzte, 169 Kranken-
schwestern gezählt worden; hierzu treten noch 52 Ingenieure
und 48 Aerzte in leitender Stellung. Unter den Angestellten
und Beamten des Versicherungswesens sind die Männer weit-
aus in der Mehrzahl, ihr Anteil beträgt 77,6 Proz., der der
weiblichen Angestellten nur 22,4 Proz.

Die Beschäftigung von Angestellten im Verkehrs-
gewerbe — allerdings unter Ausschluß der Post, der Bisen-
bahn und der Straßenbahn — nimmt nur in der See- und
Küstenschiffahrt größeren Umfang an. Die 18 180 An-
gestellten sind überwiegend Techniker; es wurden unter
anderem gezählt rund 3800 Steuerleute, rund 4950 Schiffs-
ingenieure und Schiffsmaschinisten, 165 Telegraphisten und
Funker, Von den 7651 kaufmännischen Angestellten sind nur
rund 16 Proz, weiblichen Geschlechts. Die Angestelltenschaft
in der Binnenschiffahrt ist nur etwa halb so groß, von
9850 Angestellten sind 4673. Kapitäne und Schiffsführer,
97 Ingenieure und 4269 kaufmännische Angestellte; der Anteil
des weiblichen Personals stellt sich hier auf 21 Proz. Der
jüngste Zweig des Verkehrswesens, der Luftverkehr, be-
schäftigte im Soramer 1925 noch keine 2000 Personen, davon
waren etwa die Hälfte Angestellte. Die Zahl der im An-
yestelltenverhältnis befindlichen Flugzeugführer betrug da-
mals 208.

Im Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe
waren nach der Berufszählung rund 78000 Angestellte tätig.
Der Anteil der Angestellten ist verhältnismäßig niedrig, er
beträgt knapp 12 Proz. der Gesamtzahl der erwerbstätigen
Personen, die sich auf 670 627 beläuft, wobei 150 000 Personen,
die nur nebenberuflich in der Gastwirtschaft tätig sind, außer
Betracht geblieben sind. Wesentlich größer ist die Zahl der
Arbeiter, die nahezu eine Viertelmillion erreicht. Allerdings
        <pb n="73" />
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ist die begriffliche Trennung der Angestellten von den Ar-
beitern bei der Eigenart der rechtlichen Stellung der Arbeit-
nehmer des Gastwirtsgewerbes besonders schwierig: so führt
die amtliche Statistik 24000 Kellner und Kellnerinnen, 9100
Köche und Köchinnen, 12763 Musiker als Angestellte. Außer-
dem sind aber auch in der Gruppe der „Arbeiter‘“ noch rund
67000 Kellner und 28 900 Köche nachgewiesen! Die Zahl der
kaufmännischen Angestellten beträgt 22664, davon sind
12561, also mehr als die Hälfte, weiblichen Geschlechts.

Aehnlich wie in der Industrie ist auch im Handel und im
Verkehrsgewerbe im Vergleich zur Vorkriegszeit
die Angestelltenzahl stärker gewachsen als die übrigen
Gruppen der Erwerbstätigen.

Die Zunahme der Angestellten
im Handel und Verkehr

(Ohne Post und
Eisenbahn)

Von je 100 Er-
werbstätigen
entfallen auf
die einzelnen

Gruppen
1907 | 1925
in Prozent

| Zunahme
| gegenüber
19067 1925 1007 in Proz.

Erwirbsi igeins ısamt
Selbständige . . .| 914447 '1192807 ' + 30,4
Angestellte . . . .r 827866 1563084 = 888
Arbeiter . . .. .| 633817 959629 - 51,4
Mithelfende Familien- .
angehörige . . .* 231864 | 414106 . -i 78,6 * 8,9 | 10,0
Erwerbstätige zus. | 2607994 | 4129626 | -+- 58,3 | 100 | 100
Weibliche Erwerbstätire
Selbständige . . .} 224184 | 2658839 + 18,6
Angestellte. . . . 226 566 615 220 „1475
Arbeiter . ... .' 168306 250183 + 48,6
Mithelfende Familien- |
angehörige . 361584 | +7 75,2 | 25,0 | 24,2
Erwerbstätige zus. 1492826 ' + 80,9 * 100 | 100
Die Gesamtzahl der beschäftigten Personen hat um 58 Proz.
zugenommen, die der Angestellten dagegen beinahe um
30 Proz. Noch stärker ist die Zunahme, wenn man die der
weiblichen Angestellten für sich betrachtet, ihre Zahl ist
nahezu auf das Dreifache des früheren Bestandes gestiegen.
Das schnellere Wachstum der Angestelltenschaft hat zu einer
Erhöhung ihres prozentualen Anteils an der Gesamtzahl der
Erwerbstätigen von 31,7 auf 38 Proz. geführt. Diese Steige-
cung des Anteils der Angestellten geht fast aus-
schließlich zu Lasten des Anteils der Selbständigen, der von
35,1 Proz. auf 28,9 Proz. zurückging. Auch diese Entwicklung
AO
        <pb n="74" />
        dürfte im wesentlichen auf die Zunahme der Groß-
betriebeim Hand elsgewerbe und auf den Ausbau
des Filialsystems zurückzuführen sein. Ein statistischer
Vergleich der Größengliederung der Handelsbetriebe heute
und früher ist leider nicht möglich, da die Gewerbezählung
des Jahres 1907 z, B. ein Warenhaus nicht in seiner Ge-
samtheit als Großbetrieb gezählt hat. Ein Warenhaus wurde
vielmehr nach den einzelnen Abteilungen zerschlagen und die
Teile getrennt dem Nahrungsmittelhandel, dem Handel mit
Kleidung, mit Haushaltungsgegenständen usw. zugewiesen,
so daß die wirkliche Zahl der Großbetriebe nicht festgestellt
worden ist.

Im Jahre 1925 ergibt sich für das eigentliche Handels-
gewerbe, also ohne das Versicherungswesen, das Verkehrs-
wesen und das Gast“ und Schankwirtschaftsgewerbe die
folgende Größengliederung auf Grund der gewerblichen Be-
triebszählung:

Betriebsgliederung des Handels 1925,

Zahl der Betriebe
Alleinbetriebe . . 2.0... 531 000
Betriebe mit 2 und 3 Personen . 452 000
Betriebe mit 4 und 5 Personen. . 73 603
Betriebe mit 5 bis 50 Personen 83 483
Betriebe mit 50 bis 1000 Personen 7325
Betriebe mit über 1000 Personen 220
Betriebe überhaupt: 1143 631

Das Schwergewicht der Betriebszahl liegt also bei den
kleinen und kleinsten Betrieben. Der Unterschied zur Zahl
der Selbständigen nach der Berufszählung erklärt sich aus
dem großen Anteil der nebenberuflichen Handeltreibenden.
Rechnet man zu den 936 186 Selbständigen im Hauptberuf
noch die 195 785 nebenberuflich Selbständigen, so ergibt sich
fast genau die obengenannte Betriebszahl. Es entfallen
von den
auf Betrieben Beschäftigte Personen
Kleinbetriebe (bis 5 Personen). . 92,4 Proz. 53,6 Proz.
Mittelbetriebe (6 bis 50 Personen) 73 „ 8319
Großbetriebe (über 50 fr 03 145
ELLI
Zusammen 100 Proz. 100 Proz.
An der Zahl der beschäftigten Personen gemessen, kommt
auch im Handel den Großbetrieben ein größeres Gewicht zu
als nach der Zahl der Betriebe. Die Betriebskonzentration voll-
zieht sich im Handel allerdings weniger in der örtlichen Zu-
sammenballung großer Personalmassen in einem Betriebe,
sondern mehr in der Ausdehnung und Ausgestaltung des
Filialnetzes, Die verschiedenen Filialen einer Schuhfirma,
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eines Kaffeegeschäfts usw. erscheinen in der Statistik aber
als eigene Betriebe. Wenn man diese einer zentralen Leitung
unterstehenden Betriebe zusammenfassen würde — die bis-
herigen Veröffentlichungen der Betriebszählungsergebnisse
geben diese geplante Zusammenstellung noch nicht —, so
würde der Anteil der Großunternehmungen steigen. Die
Pilialen sind aber durchweg Angestelltenbetriebe, die Aus-
dehnung des Filialsystems muß also den Anteil der Ange-
stellten an der gesamten Beschäftigtenzahl heben.
        <pb n="76" />
        V. Angestellte und Nebenberuf
Die Berufsstatistik ermittelt 'auch die nebenberuflich Er-
werbstätigen. Als solche werden alle Personen gezählt, die
nur nebenher einem Erwerb nachgehen, wobei es gleichgültig
ist, ob sie einen Hauptberuf haben oder nicht. Die Berufs-
zählung zeigt also einmal, wieviel Personen nebenberuf-
lich als Angestellte tätig sind und zweitens wie
viele der hauptberuflichen Angestellten noch
außerdem einen Nebenberuf ausüben. Mit diesem
Material läßt sich der zahlenmäßige Umfang der sogenannten
Doppelverdiener feststellen.
Die Nebenbeschäftigung in den einzelnen Berufen.

Selbständige
Binschl.der
mithelfenden
"am- Angehörigen
14,0 Millionen
Angestellte u. Beamte
5,4 Millionen

Arbeiter

. ) N |
HE HEHE
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7 HEIL HN uNSENN
LET EEE EEE ELLE
SHARE LDSANDENNENAUDUNENAND! TAT LTE
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HH HALTET HH LELEO
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T CT + a aa A
ohne mi
"— Nebenberuf —

einschl.

Hausangestellte
15,9 Millionen

Angestellte im Nebenberuf.

Neben den 5274 000 hauptberuflichen Angestellten und
Beamten einschließlich der übrigen Personengruppen (Sol-
daten usw.) hat die Berufszählung 107000 Personen fest-
gestellt, die Angestellte oder Beamte im Nebenberuf sind.
Da in diesen Zahlen auch 15000 Mönche und Nonnen ent-
halten sind, die von der Berufsstatistik in dieser Eigenschaft
als nebenberuflich Erwerbstätige gezählt wurden, weil sie im
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Hauptberuf Krankenpfleger u. dgl. sind, vermindert sich die
Zahl der nebenberuflichen Angestellten und Beamten um
diese 15000 auf 92 000, davon sind 82000 Männer und 10 000
Frauen. Wieviel hiervon auf die Angestellten allein entfallen,
läßt sich nicht errechnen. Die Zahl der erfaßten nebenberuf-
lichen Beamten wird aber kaum sehr groß sein, da die Berufs-
zählung die ehrenamtliche Tätigkeit (z. B. als unbesoldeter
Stadtrat, Abgeordneter, Gemeindevorsteher u. a.) weder als
Haupt- noch als Nebenberuf gezählt hat. Schätzungs-
weise dürften nach diesen Ergebnissen außer
den 3,5 Millionen hauptberuflichen Ange-
stelltennoch ungefähr 70000 bis 80000 neben-
berufliche Angestellte vorhanden sein. 0
Wirklichkeit wird die Zahl wohl höher liegen, weil die An-
gaben über Nebenerwerb in den Haushaltungslisten begreif-
licherweise nicht immer sehr vollständig sind, eine Nach-
prüfung der Angaben über einen Nebenerwerb aber nur
schwer möglich ist. Die Nachweisungen über den Nebenberuf
können nicht den gleichen Anspruch auf Vollständigkeit und
Genauigkeit erheben wie die Angaben über den Hauptberuf,
Die Bevölkerung ist leicht geneigt, aus Furcht vor Besteue-
rung oder im Hinblick auf den Kampf gegen die Doppelver-
diener, Nebenbeschäftigung zu verschweigen.

Wie sich die 92000 von der Berufszählung ermittelten
‚„nebenberuflichen“ Angestellten und Beamten auf die von
ihr unterschiedenen Wirtschaftsabteilungen und Gruppen ver-
teilen, geht aus der nachstehenden Uebersicht hervor:
Die nebenberuflichen Angestellten und Be-
amten nach Wirtschaftszweigen

Davon

Wirtschafts-
zweire

Neben-
berufliche
Ange-
stellte und
Beamte

technische!
Ange-
stellte und .
Beamte |
sowie
Fach-
personal

Werk-
meister
und Auf-
Sichts-
personal

(kaufm, und
Bureau-
angestellte
sowie Ver-
waltungs-
beamte

Land- und Forstwirtschaft . .
Industrie und Handwerk ...
Handel und Verkehr .....
Verwaltung, Kirche, Schul. |
wesen USW... 0.01.0441
Gesundheitswesen, Wohl»!
fahrtspflege .........
Persönliche Dienstleistungen '
YA,

3 420
2 394
2.293
29517 |
5244 56 561
348 43 | 1262
Insgesamt ! 92244 | 43216 | 2878 | 46650
72
        <pb n="78" />
        47000, also etwas mehr als die Hälfte, sind kaufmännische
und Bureauangestellte sowie Verwaltungsbeamte; 43 000, nicht
ganz die Hälfte, entfallen auf das Fachpersonal und auf die
technischen Angestellten, der geringe Rest von 2000 sind
Werkmeister und Aufsichtspersonal. Ungefähr die Hälfte der
17000 nebenberuflichen kaufmännischen und Bureauange-
stellten und Verwaltungsbeamten, nämlich fast 24 000, sind
im Handel und Verkehr beschäftigt. Von den 16000 in der
Verwaltung, im Kirchen- und Schulwesen gezählten sind
11000 in der eigentlichen Reichs-, Landes- und Gemeinde-
verwaltung beschäftigt. Der größte Teil der 43 000 technischen
Angestellten nebst Fachpersonal entfällt auf die „beson-
deren” Berufe; es wurden 21 000 nebenberufliche Musiker und
über 7000 Lehrer gezählt.

Von den 20000 hauptberuflichen Land wirten, die
nebenberufliche Angestellte oder Beamte sind, üben fast 9000
ihre nebenberufliche Tätigkeit in der Reichs-, Landes- und
Gemeindeverwaltung, im Kirchen- und Schulwesen und im
Musikgewerbe aus, über 4000 im Handel und Verkehr und bei
der Reichpost.
Die folgende Uebersicht macht ersichtlich, wie viele
nebenberufliche Angestellte und Beamte, technische An-
gestellte usw. in den einzelnen Wirtschaftszweigen auf je
1000 hauptberufliche Personen in gleicher Stellung
kommen:

Das Zahlenverhältnis zwischen den haupt-
beruflichen und den nebenberuflichen An-
gestellten und Beamten:

Wirtschafts-
zweige

Land- und Forstwirtschaft . .

Industrie und Handwerk ...

Handel und Verkehr .....

Verwaltung, Kirche, Schul-
WeSeN USW, 0.0.0.0...

Gesundheitswesen, Wohl-
fahrtspflege ‚........

Persönliche Dienstleistungen
We BA ee
Insgesamt

Auf je 1080 in der nebenstehenden Wirtschafts-
abteilung hauptberuflich tätige
| technische Werk» kavdm, und;
nge- x ureau-
Sn und Malater [nee
eamte | und Auf- Sowie
SD sichts- | wa
ptsonmal | personal ! Beamte
kommen nebenberuflich Tätira

33
5
12

30
4
2

72
4
14
40

F

39

26
26

2

20

21
27
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47
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97

6

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Es ergibt sich, daß die Zahl der nebenberuflichen An-
gestellten und Beamten im Verhältnis zu den hauptberuf-
lichen von untergeordneter Bedeutung ist, kommen doch auf
1000 Personen im Hauptberuf nur 17 im Nebenberuf. Selbst
bei Berücksichtigung des Vorbehalts, daß die nebenberuf-
liche Tätigkeit nicht vollständig erfaßt ist, wird aus den Zahlen
kein anderer Schluß gezogen werden können. Auch bei diesen
Anteilziffern zeigt sich, daß der Werkmeisterberuf am
seltensten nebenberuflich ausgeübt wird. Bei dem verhältnis-
mäßig häufigen Vorkommen von Werkmeistern und Auf-
sichtspersonal in der Land- und Forstwirtschaft, in der Ver-
waltung usw. und im Gesundheitswesen dürfte es sich wohl
zum weitaus größten Teil um Aufsichtspersonen
handeln. Absolut und prozentual sind die nebenberuf-
lichen Angestellten am stärksten in der Verwaltung,
im Kirchen- und Schulwesen usw. Der Grund hierfür ist das
starke Vorkommen von Musikern in dieser Wirtschafts-
abteilung, je 1000 im Angestelltenverhältnis befindlichen
hauptberuflichen Musikern stehen 430 nebenberufliche gegen-
über. In Wirklichkeit mag die Zahl und damit auch die Anteil-
ziffer noch größer sein, da sicherlich ein nicht unerheblicher
Teil gerade diese Tätigkeit in der Haushaltungsliste, dem
Fragebogen der Berufszählung, nicht angegeben haben wird.
Weiter fällt der verhältnismäßig große Anteil der neben-
beruflichen Angestellten in der Landwirt-
schaft, besonders der kaufmännischen und Bureauange-
stellten, auf. Die Ursache hierfür dürfte in der zunehmenden
Bedeutung des landwirtschaftlichen Rechnungswesens für
Steuerzwecke usw. liegen, die Arbeiten hierfür erfordern —
abgesehen von den landwirtschaftlichen Großbetrieben —
jedoch oft nicht eine volle Arbeitskraft und werden daher
vielfach nebenberuflich ausgeübt.

Hauptberufliche Angestellte mit einem
Nebenberuf.
Wie viele von den durch die Berufszählung erfaßten
hauptberuflichen Angestellten, Beamten usw. außerdem noch
einen Nebenberuf, also einen zweiten Beruf, ausüben, machen
folgende Zahlen ersichtlich:

Von insgesamt 5274232 Angestellten, Beamten usw. sind
344 271 = 65 pro mille nebenberuflich tätig, und zwar

von insgesamt 3 836 577 männlichen Angestellten, Beamten
usw. sind 328007 = 85 pro mille nebenberuflich tätig,

von insgesamt 1437 655 weiblichen Angestellten, Beamten
usw. sind 16264 = 11 pro mille nebenberuflich tätig.

pr
A
        <pb n="80" />
        Diese Zahlen sind bereinigt. Um nicht Anlaß zu falschen
Schlüssen zu geben, wurden die Mönche und Nonnen, die
von der Berufszählung miterfaßt wurden, nicht berücksich-
tigt. Werden sie nicht abgesetzt, so erscheint fälschlicher-
weise die Zahl der weiblichen Angestellten mit Nebenberuf
zu hoch.
Leider läßt sich aus dem Material der Berufszählung nich!
feststellen, wieviel von den 344 000 Angestellten und Beamten
mit Nebenerwerb auf die Angestellten allein entfallen und in
welchem Wirtschaftszweig und in welcher Stellung der Neben-
beruf ausgeübt wird. Die Statistik läßt lediglich erkennen,
ob die nebenberufliche Tätigkeit in der Landwirtschaft oder
nicht in ihr erfolgt. Dabei ergibt sich, daß der weitaus
überwiegende Teil dieser 344000 Angestell-
ten und Beamten nebenberuflich in der Land
wirtschaft beschäftigt ist, nämlich

288 125 Personen, das sind 54 pro mille aller Angestellten.
Beamten usw., und zwar

278962 Männer, das sind 72 pro mille aller männlichen
Angestellten, Beamten usw. und

9163 Frauen, das sind 6 pro mille aller weiblichen An-
gestellten, Beamten usw.

Mithin verbleiben an Angestellten und Beamten, die einen
nich tlandwirtschaftlichen Nebenerwerb ausüben, nur

56146, das sind 11 pro mille aller Angestellten, Beamten
USW., und zwar

49045 Männer, das sind 13 pro mille aller männlichen
Angestellten, Beamten usw. und .

7101 Frauen, das sind 5 pro mille aller weiblichen An-
yestellten, Beamten usw.
Im Verhältnis zu den beiden anderen großen sozialen
Schichten, den Selbständigen und den Arbeitern, sind die
Angestellten und Beamten in geringerem
Maße nebenberuflich tätig, wie folgende Ueber-
sicht zeigt:

Von je 1000 hauptberuflichen

Selbständigen... ..
Angestellten und Beamten
Arbeitern. ....
Erwerbstätigen überhaupt.

haben einen Nebenberuf
W | in der Land- | nicht in der
überhaupt wirtschaft | Landwirtschaft

191 107 84

65 | 54 11
118 112 6
103 81 29

A
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die
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de

1,

an

[Ya

AM

Nur hinsichtlich des nichtlandwirtschaftlichen Nebenberufs
ist der Anteil der Arbeiterschaft geringer als der der An-
gestellten und Beamten.

Wie sich die 344 000 zweifach erwerbstätigen Angestellten
und Beamten nach ihrem Hauptberuf auf die einzelnen Wirt-
schaftsabteilungen und Angestelltengruppen verteilen, macht
die folgende Tabelle ersichtlich:

Die Zahl der hauptberuflichen Angestellten
und Beamten im Nebenberuf:
Zahl der Personen, die im Hauptberuf in dem
nebenstehend genannten Wirtschaftszweig als
technische| werk- ! kaufm, und
Ange- . Bureau-
stellte und! meister angestellte
SeHmin und Auf- SONS als
sowie als 3 ne er-
Fach- sichts- waltungs-
‚ personal | Personal peamte
:ätig sind und außerdem einenNebenberuf ausüben

Wirtschafts
zweig

Land- und Forstwirtschaft , .
Industrie und Handwerk ...
Handel und Verkehr .....
Verwaltung, Kirche, Schul-
Wesen USW. . 0.10.01...
Gesundheitswesen, Wohl-
fahrtspflege .........
Persönliche Dienstleistungen
EN

38 830
84 953
123 465
86 952
8367
1704

24 414
15197
69227
52 663
6 794
950

12 001
41 856
9 485

2415
27 900
44 753
644 33 645
221 1352
101 653
Insgesamt

344271 | 169245 |! 64308 | 110718
an

7

I

ın
e
Mn

Von den Angestellten in Industrie und Hand -
werk haben 71251 einen landwirtschaftlichen
Nebenberuf, und zwar 37914 Werkmeister, 12896
Techniker und 20441 Bureau- und kaufmännische Angestellte.

Scheiden wir nun aus den Nebenberufen die auf die
Landwirtschaft entfallenden aus und betrachten, wie sich die
hauptberuflichen Angestellten und Beamten mit nicht-
landwirtschaftlichen Nebenberufen auf die einzelnen Wirt-
Schaftszweige und Angestelltengruppen verteilen, so ergibt
sich die Uebersicht auf. Seite 78 oben. Aufschlußreicher ist
die nächste Uebersicht auf Seite 78 unten, sie zeigt, wie
viele von je 1000 hauptberuflichen Angestellten und Be-
amten bzw. technischen Angestellten usw. der einzelnen
Wirtschaftszweige außerdem noch einen landwirtschaft-
lichen bzw. nicht landwirtschaftlichen Nebenberuf haben.

Es ergibt sich, daß der Nebenberuf hauptsäch-
lich ein landwirtschaftlicher ist: Von den
65 pro mille hauptberuflichen Angestellten

7
        <pb n="82" />
        Die Zahl der hauptberuflichenAÄngestellten
und Beamten mit nichtlandwirtschaftlichem
Nebenberuf:

Wirtschafts-
zweig

Land- und Forstwirtschaft . .
Industrie und Handwerk ...
Handel und Verkehr .....
Verwaltung, Kirche, Schul.
Wesen USW. ,.........
Gesundheitswesen, Wohl
fahrtspflege .........
Persönliche Dienstleistungen
Ur Ber

Zahl der Personen, die im Haupıberuf in dem

nebenstehend genannten Wirtschaftszweig als
en che/ Werk- kaufm. und

Ange- . Bureau-
stellte und! meister angestellte

Beamte und Auf- | sowie als

Sowie als sichts- Ver-

Fach- waltungs:

personal | Personal | Beamte

tätig sind und außerdem einen nichtlandwirt

schaftlichen Nebenberuf ausüben

&gt; 610

2301

2847

23 513 17323
2662 ] 2247
363 | 156

90
3 942
350

221
7 459
9788
6.076

114
39

376
‘4

197
Insgesamt! 56146 | 27484 | 4545 | 24117

undBeamten,dieüberhaupteinen Nebenberuf
haben, üben 54 pro mille ihn in-der Landwirt-
schaft aus. Wenn auch nicht ersichtlich ist, in welcher
sozialen Stellung die Angestellten und Beamten in ihrem
Nebenberuf tätig sind, so wird man doch annehmen können.

Angestellte undBeamte mitlandwirtschaft-
lichem und mit nichtlandwirtschaftlichem
Nebenberuf::

Wirtschafts-
zweieg

Land und Forstwirtschaft
Industrie und Handwerk .
Handel und Verkehr...
Verwaltung, Kirche,
Schulwesen usw. ....
Gesundheitswesen, Wohl.
DI RR a
Persönliche Dienstleistun-
EN Ur ek EEG

Von je 1000 hauptberuflichen
N
Angestellten] Techn Anne ;
und Beamten
Beamten einschl.
m Fach-
überhaupt personal
haben einen
. nicht- nicht- nicht- nicht
landw. [Richt Jan dw. one handw rdw fanden
Nebenbernuf Nebenberuf‘ Nebenberuf! Nebenberuf

kaufm. und
Bureauange-
stellten sowie
‚Verwaltungs-
] beamten

222 | 18
491 9
50 6

20
5 2
99 6

177
56
138

21
10
6

581
127
157

‚4 122
| 131 22
61 21

22
8
6
383 1 90
M 11] 92
93 | 5 194

67

201 44
20 | 36
43) 48

10

14

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        il
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daß sie im landwirtschaftlichen Nebenberuf „S elbstän-
dige“ sind, als Eigentümer oder Pächter oder auf Grund
ihres Arbeitsvertrages „Deputatland“ ein kleines Feld selb-
ständig bestellen, doch sind in den gesamten Zahlen die-
jenigen Angestellten und Beamten nicht enthalten, die In-
haber von Kleingärten (Laubenkolonien, Schrebergärten) sind.
Verhältnismäßig häufig ist der landwirtschaftliche Neben-
beruf bei den Werkmeistern und dem Aufsichts-
personal. Von dem in der Landwirtschaft'h a u pt beruflich
tätigen Aufsichtspersonal arbeitet mehr als die Hälfte noch in
einem landwirtschaftlichen Nebenberuf, wenn man hier über-
haupt noch von einem Nebenberuf sprechen kann. Es handelt
sich hier um eine typische Berufskombination, eine ständig
wiederkehrende Verbindung von zwei Berufen, bei denen
schwer zu bestimmen ist, welches der Haupt- und welches
der Nebenberuf ist. Die Verbindung zweier landwirtschaft-«
licher Berufe ist hier sehr verständlich, es handelt sich um
Gutsaufseher, Hofmeister usw., die im „Nebenberuf“ „Land-
wirte” sind, weil sie ihren Eigenbedarf an landwirtschaft-
lichen Erzeugnissen durch Anbau einer kleinen Fläche decken.

Von den Werkmeistern und dem Aufsichts-
personal in Industrie und Handwerk sowie im
Handel und Verkehr sind ein Achtel bzw. fast ein Sechstel
nebenberuflich landwirtschaftlich ‚tätig. Bei den zum Handel
und Verkehr Zählenden handelt es sich in der Hauptsache um
Werkmeister bei der Reichsbahn (Betriebswerk-
meister, Bahnmeister, Lademeister u. dgl.), die wohl meist ein
von der Reichsbahngesellschaft zur Verfügung gestelltes Stück
Land bewirtschaften. Da von ‚den Werkmeistern in
der Industrie häufig behauptet wird, sie seien in beson-
ders starkem Maße in der Landwirtschaft tätig, sollen sie noch
etwas eingehender betrachtet werden.

An erster Stelle stehen die Meister und das Aufsichtsper-
sonal in der Industrie der Steine und Erden, über ein Viertel
von ihnen hat einen Nebenberuf in der Landwirtschaft. Es
handelt sich hier hauptsächlich um Spreng- und Steinbruch»
meister, Ziegelmeister und Personen in ähnlicher Stellung.
Von den im Baugewerbe tätigen Polieren hat fast ein
Fünftel einen landwirtschaftlichen Nebenberuf. Bei den im
Bergbau aufgeführten Personen dürfte es sich in der Haupt-
Sache um Steiger handeln, die die Berufszählung als Werk-
meister und nicht als technische Angestellte gezählt hat. Der
hohe Anteil im Nahrungs- und Genußmittel
gewerbe wird durch die Meister in der Zigarrenindu-
Strie hervorgerufen, von ihnen ist mehr als ein Drittel im

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        DieWerkmeisterund dasAufsichtspersonalin
Industrie undHandwerk mit landwirtschaft-
lichem Nebenberuf:

Industrie der Steine und Erden .
Baugewerbe ........
Bergbatt ee
Nahrungs- und Genußmittel ...
Chemische Industrie ........
Holz- und Schnitzstoffgewerbe .
Textilindustrie ‚.........-
Metallindustrie ........
Zapierindustrie ..........
Bekleidungsgewerbe .

Sonstige ...........
Zusammen

Hauptberufl.
Werkmeister
and Aufsichts-
personal
überhaupt

Davon haben Nebenberu:
in der Landwirtschaft
Zahl | pro mille

17577 4802 273
42 743 8150 191
23 663 4354 184
24 348 3 908 161
11130 1531 138
19 672 2548 :30
33 034 3.103 94
86 286 6558 7i
13 511 936 69
12 515 626 ] 50
13 669 1398 102
298 148

37914 | 127
Nebenberuf landwirtschaftlich tätig. Hingegen weist die
Metallindustrie nur einen sehr geringen Anteil auf,
erst jeder vierzehnte der in ihr tätigen Werkmeister ist neben-
beruflich Landwirt.
Von den technischen Angestellten und Beamten
einschließlich Fachpersonal hat ein Elftel einen landwirt-
schaftlichen Nebenberuf. Auf die eigentlichen technischen
Angestellten kommt aber ein viel geringerer Anteil, wie
die Zahl für Industrie und Handwerk zeigt. Der Durchschnitt
wird gehoben durch die zusammen mit den technischen An-
gestellten nachgewiesenen, als Fachpersonal gezählten haupt-
beruflich in der Land- und Forstwirtschaft tätigen Gutsinspek-
toren, Förster u. dgl., die naturgemäß in besonders starkem
Maße nebenberuflich Landwirte sind, und durch die im Handel
und Verkehr erscheinenden technischen Eisenbahnbeamten,
die gleichfalls recht häufig nebenbei Landwirtschaft treiben.

Hinsichtlich des nich tlandwirtschaftlichen Nebenberufs
sind die Unterschiede zwischen den drei von der Berufs-
zählung unterschiedenen AÄngestellten- und Beamtengruppen
weniger stark. .

In dem Umstand,- daß in dem überwiegend Beamte
enthaltenden Wirtschaftszweig „Verwaltung, Kirche, Schul-
wesen usw.“ die Anteilziffern über dem Durchschnitt liegen,
zeigt sich die Tatsache, daß die Beamten verhältnismäßig
häufiger nebenberuflich tätig sind als die Angestellten. Be-
sonders unter den. Lehrern ist der Anteil derjenigen, die
noch einen Nebenberuf haben, sehr groß, von den 87000
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        Personen mit Nebenberuf, die auf die Verwaltung, Kirche und
Schulwesen. entfallen, sind nahezu 45 000, also über die
Hälfte, Lehrer und fast 30000 Verwaltungsbeamte.

Verhältnismäßig am seltensten zeigt sich die Verbin-
dung von Haupt- und Nebenberuf bei den kaufmänni-
Schen Bureauangestellten.

Bei der Betrachtung der letzten Uebersicht fällt besonders
der hohe Anteil in der Landwirtschaft auf.

ut}

a X

Doppelverdiener unter den Angestellten.

Zusammenfassend ist zu sagen: Zwei Umstände beein-
trächtigen den Wert des Zahlenmaterials für diese Unter-
Suchung, einmal ist die Zahl der von der Berufsstatistik er-
faßten Nebenberufsfälle zu niedrig, zum anderen gelten die
Zahlen für Beamte und Angestellte, eine einwandfreie Schei-
dung für jede dieser beiden Gruppen ist nicht möglich. Wenn
mithin auch die Ergebnisse der Berufszählung nicht ersehen
lassen, wieviel Angestellte Doppelverdiener sind, so bieten sie
doch die Möglichkeit, mit Hilfe von Schätzungen zu einer
Vorstellung von der Größe ihrer Zahl zu kommen. Unter
Doppelverdienern werden dabei nicht nur solche Er-
werbstätigen verstanden, die neben ihrem Hauptberuf einen
zweiten Beruf gegen Entgelt ausüben, sondern auch die-
jenigen, die ohne nennenswerte Tätigkeit noch aus anderen
Quellen Einkommen beziehen (z. B. Pensionen, Renten, Ein-
nahmen aus Häusern usw.). Hierbei soll die nebenberufliche
Betätigung in der Landwirtschaft wegen ihrer besonderen
Eigenart von vornherein ausscheiden. Von den Angestellten
in Industrie und Handel haben 9 pro mille einen nichtland-
wirtschaftlichen Nebenberuf. Nehmen wir nun. an, daß von
den 3,5 Millionen hauptberuflichen Angestellten der
gleiche Anteil einen nichtlandwirtschaftlichen Nebenberuf
hat, so kommen wir zu einer Zahl von 31500. Diese Zahl
ist sicher zu gering, weil die Berufszählung die Nebenberufe
nicht vollständig erfaßt hat. Die wirkliche Anzahl wird un-
gefähr 42000 bis 47000 betragen. Hierzu wären noch die
Angestellten zu ‚rechnen, die Einkommen. ohne Arbeit oder
Ohne nennenswerte Arbeit beziehen, wie z. B. ehemalige
aktive Offiziere als Pensionsempfänger, Angestellte als Haus-
besitzer usw. (jedoch nicht etwa auch Angestellte, die Kriegs»
beschädigtenrente erhalten). Die Zahl dieser Doppelverdiener
Zu schätzen, ist nicht möglich, aller. Wahrscheinlichkeit nach
aber wird sie erheblich. kleiner sein als die der ‚Angestellten,.
die Nebeneinnahmen auf Grund einer Berufstätigkeit be-
Ziehen. Es dürften mithin höchstens gegen

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        70000 = 2 Proz. der 3,5 Millionen hauptberuf-
lichen Angestellten Doppelverdiener sein. Zu
ihnen auch die verheirateten weiblichen Angestellten zu
rechnen, wie es mitunter geschieht, hieße den Umfang des
Begriffs zu weit ziehen. In diesem Fall kämen allerdines
weitere 90000 Angestellte = 2,6 Proz. der gesamten An-
gestelltenschaft hinzu. Schließlich sind doppelverdienende
Angestellte auch noch unter den anfangs erwähnten 70000
bis 80000 Personen enthalten, die Angestellte im Nebenberuf
sind. Ein Teil dieser Personen dürfte wohl auch noch im
Hauptberuf Angestellte sein. Schätzungsweise dürfte die Zahl
dieser Doppelverdiener, die Angestellte im Nebenberuf sind
und einen Hauptberuf haben, zwischen 20000 bis 40000
liegen.
Mithelfende Familienangehörige als An-
gestellte.
Die Berufszählung hat die mithelfenden Familienange-
hörigen mit Recht besonders gezählt. Ihrer sozialen Stellung
nach stehen diese mithelfenden Familienangehörigen,
worunter sich in der Hauptsache Ehefrauen und Töchter be-
finden, den Selbständigen, in deren Haushalt sie leben und in
deren Betrieb sie tätig sind, so nahe, daß wir bei unseren
graphischen Darstellungen und Tabellen die mithelfenden
Familienangehörigen immer in die Nähe der Selbständigen
gerückt haben. Auf der anderen Seite darf jedoch nicht ver-
kannt werden, daß trotz dieser sozialen Position eine Reihe
der mithelfenden Familienangehörigen, ökonomisch gesehen,
die Funktion von Angestellten ausübt. Wenn sie nicht da
wären, würde in vielen Fällen an ihrer Stelle ein Angestellter
stehen. Deshalb muß in einer "zusammenfassenden Be-
trachtung über „Die Angestellten in der Wirtschaft“ auch
auf die ökonomische Bedeutung dieser gewissermaßen
„Familien-Angestellten“ hingewiesen werden.

Die Zahl der mithelfenden Familienangehörigen war 1925
etwas größer als die Zahl der Angestellten und Beamten. Aber
von den 5,5 Millionen mithelfenden Familienangehörigen
waren nicht weniger als 4 Millionen Frauen und der weitaus
größte Teil — 88 Proz. — entfällt auf die Land- und Forst-
wirtschaft. Hier sind es neben den Ehefrauen und Töchtern
auch die Söhne und sonstigen im Haushalt lebenden Familien-
angehörigen, die in der Wirtschaft mithelfen. Diese 4,8 Mil-
lionen Mithelfende in der Landwirtschaft sind entsprechend
ihrer Tätigkeit aber eher den Arbeitern als den Angestellten
zuzurechnen.
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In Industrie und Handwerk sind insgesamt 220000 mit-
helfende Familienangehörige gezählt. Es handelt sich hierbei
offenbar um zwei verschiedene Gruppen. Auf der einen Seite
stehen etwa 110000 Frauen, die in den Bäckereien und
Schlächtereien mithelfen und deren Tätigkeit vermutlich im
Verkauf besteht, so daß man sie ihrer Funktion nach als An-
gestellte ansehen kann. Auf der anderen Seite stehen die mit-
helfenden Familienangehörigen im Bekleidungs-, Textil. und
Holzgewerbe, deren Tätigkeit zweifellos mehr der eines
Arbeiters entspricht. Von den 257 000 mithelfenden Familien-
angehörigen im Handelsgewerbe waren nicht weniger als
202 000 Frauen, die im Waren- und Produktionshandel be-
schäftigt sind. Auch hier ist zu vermuten, daß die Tätigkeit
dieser mithelfenden Familienangehörigen in den Rahmen des
Verkaufspersonals fiel, so daß man auch diese mithelfenden
Pamilienangehörigen ihrer Funktion nach als Angestellte be-
zeichnen muß, Dagegen werden die 137000 weiblichen mit-
helfenden Familienangehörigen im Gastwirtsgewerbe ihrer
Tätigkeit nach nicht als Angestellte, sondern als Arbeiter an-
gesehen werden müssen. Alles in allem wird man die Zahl
jener mithelfenden Familienangehörigen, die ihrer Tätigkeit
nach als Angestellte angesehen werden müssen, auf 300 000
bis 350 000 schätzen müssen, ihren sozialen Positionen nach
stehen sie den selbständigen Handwerkern und Händlern: so
nahe, daß wir sie in der Gruppe der Angestellten bei den
übrigen statistischen Darlegungen nicht mitgezählt haben.

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        VI. Die weiblichen Angestellten.
Ein charakteristisches Merkmal des heutigen Wirtschafts:
lebens ist die zunehmende Bedeutung der Frauen-
arbeit. In diesem Abschnitt sollen daher alle wesentlichen
Ergebnisse über das Vordringen der Frau in den Angestellten-
berufen noch einmal zusammenfassend dargestellt werden.

Von ausschlaggebender Bedeutung sind hierbei die Ver-
änderungen in der Bevölkerungsstruktur gewesen, vor allem
die starke Erhöhung des Frauenüberschusses,
der vor dem Kriege in viel geringerem Maße vorhanden war.
Durch den Kriegstod von 2 Millionen Männern schwoll der
Frauenüberschuß gewaltig an: Während 1910 auf 1000 Männer
im allgemeinen Durchschnitt 1026 Frauen kamen, waren es
1919 1099 Frauen und 1925 noch 1068 Frauen. Vor allem
sind aber durch den Kriegstod gerade die im „besten“
Mannesalter stehenden Altersgruppen betroffen
worden, so daß sich für diese Altersgruppen ein bedeutend
höherer Frauenüberschuß ergibt, als ihn uns die Gesamt-
zahlen zeigen.

Auf 1000 Männer
in den Altersjahren
28—30 0000000000
30—3 Be
35— 40 _

kamen Frauen
1925 19710
1151 1,902
1260 1001
1108 10038

Während also vor dem Kriege in diesen Altersgruppen
nahezu kein Frauenüberschuß herrschte, sind jetzt z. B. in der
Altersgruppe 30 bis 35 Jahre über ein Viertel mehr Frauen
vorhanden als Männer. Das bedeutet, daß für jede vierte bis
fünfte Frau dieser Altersgruppe kein Ehepartner vorhanden
und sie von vornherein zum Eheverzicht und damit zur
eigenen Erwerbstätigkeit verurteilt ist. Dazu zwingen die
wirtschaftlichen Folgen des Krieges und der Inflation auch
die früher „bessergestellten“ jungen Mädchen, vor der — un-
sicher erscheinenden — Ehe erwerbstätig zu sein. So ist die
Haustochter, die im Hause der Eltern untätig saß und auf
das Geheiratetwerden wartete, zumindest in den Groß- und
Mittelstädten, fast verschwunden, und gerade sie drang in die
Angestelltenberufe ein.
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. Neben die Strukturveränderungen der Bevölkerung und
Wirtschaft tritt noch die Selbständigkeitsbewegung
der Frau, die mehr und mehr dazu geführt hat, daß die
Frau beruflich dem Mann auf den meisten Gebieten als
gleichwertig und gleichberechtigt anerkannt wurde. Die
Wandlung der geistigen Anschauung ließ auch auf wirt-
schaftlichem Gebiet die Frau nach Unabhängigkeit streben.
Wirtschaftliche Selbständigkeit konnte ihr aber nur der Ertrag
eigener Berufstätigkeit bringen.

Während von 1907 bis 1925 die weibliche Gesamt-
bevölkerung um 16 Proz. zugenommen hat, ist die
Zahl der weiblichen Beruüfstätigen um 35 Proz., also
mehr als doppelt: so stark angewachsen.‘ Diese Zahlen lassen
die Zunahme aber zu hoch erscheinen. Es muß nämlich
berücksichtigt werden, daß der Altersaufbau der Bevölkerung
heute anormal ist. (Vgl. oben 5. 7.) Die weibliche erwerbs-
fähige Bevölkerung (das sind die im Alter von 15 bis 65
Jahren stehenden Personen) ist um 31 Proz., also nur etwas
weniger als die weiblichen Erwerbstätigen, gestiegen... Von je
100 erwerbs fähigen Frauen waren 1907 genau die Hälfte
erwerbstätig und 1925 wären es nicht viel mehr (52 Proz.)
Doch ist die Zahl der weiblichen Erwerbstätigen von 1907
bis 1925 prozentual stärker angewachsen (um 35 Proz.) als
die der männlichen (um 23 Proz.), daher ist jetzt der Anteil
der weiblichen Erwerbstätigen an der Gesamtzahl der Er-
werbstätigen größer als 1907:

Von je 100 Erwerbstätigen waren:

männlich weiblich
66 34
64 26

1907
1925
Welche sozialen Schichten den Zustrom der weiblichen
Erwerbstätigen hauptsächlich aufgenommen haben, zeigt die
folgende Aufstellung:
Die Zunahme der weiblichen Erwerbstätigen
1907 bis 1925

Weibliche Erwerbstätige überhaupt . .

Zahl |
+4-2.977 000

Prozent
35

oo

darunter
Angestellte ......00.0.00000004 4
Arbeiterinnen (ausschl. Heimarbeite-
rinnen und Hausangestellte) ,....
mithelfende Familienangehörige ....

-- 830 000

+ 2924

- 685 000
+1341 000

+ 24
A 48
Die übrigen sozialen Schichten sind gegenüber den Ar-
beitern, Angestellten und mithelfenden Familienangehörigen
RE
        <pb n="90" />
        von geringerer Bedeutung. Die weiblichen Selbständigen, :in
denen auch die Heimarbeiterinnen und Haus-
gewerbetreibenden enthalten sind, haben zwar noch
eine. absolute Zunahme von rund 100000 Personen, aber nur
noch eine prozentuale von ungefähr 10 zu verzeichnen, wäh-
rend die weiblichen Hausan gestellten sogar um fast
90000 = 6 Proz. abgenommen haben. Die weiblichen Be-
amten fallen prozentual nicht ins Gewicht.

Die Frau im Wirtschaftsleben.
Angestellte
Hausan- | Beam- . Selb-
gestellte | tinnen Mithelfende ständige

Arbeiterinnen

OWL ——.
m

Tram. Fe" vl
0 10 20 30 40 50 0 70 80 90 100%

Betrachten wir die drei in der Uebersicht genannten so-
zialen Schichten, so fallen zunächst die mithelfenden
Familienangeh örigen auf. Von der rund 3 Millionen
betragenden Zunahme weiblicher Erwerbstätiger entfallen mehr
als 1'/s Millionen auf sie, und zwar kommt eine Million davon
auf die Landwirtschaft. Hier haben die billiger arbeitenden
Familienangehörigen fremde Arbeitskräfte ersetzt. Doch ist
gerade in diesem Falle ‚die statistische Erfassung 1925 wahr-
scheinlich genauer als in den früheren Jahren, so daß die
Zunahme hier zum Teil nur eine scheinbare ist.

Viel bedeutsamer ist die Tatsache, daß die weiblichen
Angestellten eine um 145000 Personen stärkere Zu-
nahme aufweisen als die Arbeiterinnen. Während die weib-
lichen Erwerbstätigen insgesamt um ein Drittel, die Arbeite-
rinnen. nur um ein Viertel, die mithelfenden Familienange-
hörigen um die Hälfte angewachsen sind, sind die weiblichen
Angestellten auf das 3%fache des Standes von 1907 gestiegen.
Nunmehr schieden wir infolge der besonderen Verhältnisse,
die für die Landwirtschaft gelten, die von ihr aufgenommenen
6
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st

dh
A

weiblichen Erwerbstätigen aus und betrachten, wie sich die
übrigen auf die genannten drei sozialen Schichten verteilen:

Die Zunahme dernichtlandwirtschaftlichen
weiblichen Erwerbstätigen 1907 bis 1925
Nichtlandwirtschaftliche weibliche
Erwerbstätige überhaupt .......

Zahl | Prozent
-+ 2.005 000

darunter
Angestellte ......0.00.00.00004
Arbeiterinnen (ausschließlich Heim-
arbeiterinnen und Hausangestellte)
mithelfende Familienangehörige

+4. 832 000

+ 234
+ 843 000
+ 253 000

| +
+ 84

Die Uebersicht zeigt, daß von der rund 2 Millionen be-
tragenden Zunahme der nicht in der Landwirtschaft er-
werbstätigen Frauen 1% Millionen Arbeiterinnen und An-
gestellte sind. Während aber 1907 die Zahl der nichtland-
wirtschaftlichen Arbeiterinnen ungefähr 4%mal so groß war
wie die der nichtlandwirtschaftlichen Angestellten, dürfte 1925
die Zahl der weiblichen Angestellten (nun man
die Landwirtschaft ausschließt) fast genau sogroßsein
wiedieder Arbeiterinnen.

Die Zahl der weiblichen Angestellten ist in solch starkem
Maße gestiegen; daß die Zunahme der weiblichen Berufs-
tätigen der übrigen sozialen Schichten weit dahinter zurück-
bleibt. Dadurch hat sich der Anteil der weiblichen An-
gestellten an der Gesamtzahl der weiblichen Erwerbstätigen
gegenüber 1907 stark erhöht:

Von je 1000 weiblichen Erwerbstätigen waren 1907 nur
44 Angestellte, 1925 aber 105! Die Steigerung beträgt also
224 Proz., während die Zahl der männlichen Angestellten in
der gleichen Zeit nur um 104 Proz. zunahm. Daher hat sich
auch innerhalb der Angestelltenschaft das Gewicht
der weiblichen Angestellten erhöht:

Von je 100 Angestellten überhaupt waren

1907
1925

. . .

männlich weiblich
75 25
66 Ci

1907 war mithin jeder vierte Angestellte
weiblichen Geschlechts, 1925 bereits jeder
dritte,
Leider gestattet die amtliche Statistik keine vergleichsweise
Gegenüberstellung der Zahlen für 1907 und 1925. Immerhin
37
        <pb n="92" />
        lassen sich mittelbar aus den nachstehenden Zahlen Schlüsse
ziehen, welche Gruppen der weiblichen Angestellten das
stärkste Wachstum aufzuweisen haben: . .
Die Zunahme der weiblichen Angestellten in
den wichtigsten Wirtschaftszweigen
1907 bis 1925

Weibl. Angestellte überhaupt , .
und zwar in

Industrie und Handwerk .....

Handel und Verkehr ,......

den übrigen Wirtschaftszweigen

1907

1925

Zunahme
Zahl | Prozent
370 000

1200 000; + 830 000 | + 224
60000 } 335000;
229.000 | 612 000,
81000 ' 253 000

+ 275000 ı + 458
+383 000 | + 167
+172 000 | + 212
Fast vier Fünftel der gesamten Zunahme entfallen auf
Industrie und Handwerk sowie auf Handel und Verkehr.‘ Da
aber in diesen beiden Wirtschaftszweigen fast ausschließ-
lich weibliche kaufmännische Angestellte vorkommen,
wird man daraus schließen können, daß in erster Linie die

Die weiblichen Angestellten 1925,
Nach Wirtschafts-Zweigen:
nach Berufen:

Techn. Anges},

X 40000

Sonstige ı BD
&lt; Angestellte Angest
\ 166 000 //104000
/

Industrie u. / Übrige N
Handwerk /Wirtsch. Zweig
335 000 253000

j
,„£
\

Handel vu. Verkehr
612000
DD
-

Kaufmännische Angestellte
920000 -

FF

Zahl der weiblichen kaufmännischen Angestellten zu-
genommen hat, Prozentual sind die weiblichen Angestellten
in der Industrie am stärksten gestiegen (auf mehr als das
5Yefache des Standes von 1907), die im Handel hingegen nur
auf das 2%fache. Wenn man auch hieraus die Steigerung
der wichtigsten Angestelltengruppen nicht zahlenmäßig genau

7 A
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das

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7 |
2

uf
Da
Be
N,
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angeben kann, so wird man doch sagen dürfen, daß das
weibliche kaufmännische Bureaupersonal die
stärkste. Zunahme. aufzuweisen hat, während die des weib -
lichen Verkaufspersonals weit geringer ist.

+ Für 1925 ergibt sich folgendes Bild von den verschiedenen
Angestelltengruppen: ;
Die verschiedenen Gruppen von weiblichen
Angestellten 1925

Zahl

Proz.

von je 100 Ange-
stellten überhaupt
der in der T. Spalte
genannten Gruppe
sind weiblich

Weibliche
kaufmännische Angestellte .....
Bureauangestellte ...... De
technische Angestellte ... 2
sonstige Angestellte ,

920 000
104 000

10 000
166 000

7
28 '
„1 ;

40
37

4
38
Angestellte zusammen] 1200 000 } 100 |

34
Ueber drei Viertel der weiblichen Angestellten entfallen
auf die kaufmännischen, ihnen gegenüber sind alle anderen
Gruppen zahlenmäßig von geringerer Bedeutung. Noch nicht
ein Siebentel kommt auf die hauptsächlich in Berufen des
Gesundheitswesens und in künstlerischen Berufen als Lehre-
rinnen, Sozialbeamte und Kindergärtnerinnen tätigen sonstigen
Angestellten, rund ein Zwölftel auf die Bureauangestellten und
weniger als ein Hundertstel auf die technischen Angestellten.
Wenn weibliche Werkmeister überhaupt nicht auf-
geführt sind, so ist das an sich nicht ganz zutreffend, aber
sie fallen zahlenmäßig nicht ins Gewicht, und die Ergebnisse
der Berufszählung ließen nicht einmal eine schätzungsweise
Aussonderung zu.

Eine Gliederung der kaufmännischen Angestell-
ten nach‘ Ein- und Verkaufspersonal und nach kauf-
männischem Bureaupersonal ist nicht möglich, so daß nicht
gesagt werden kann, wieviel von den 920 000 weiblichen kauf-
männischen Angestellten Verkäuferinnen, Stenotypistinnen,
Kontoristinnen, Buchhalterinnen usw. sind. Die Verteilung der
kaufmännischen Angestellten auf die einzelnen Zweige des
Wirtschaftslebens macht die Uebersicht auf Seite 40 ersicht-
lich. Danach sind zwei Drittel aller kaufmännischen Angestell-
ten im Handel tätig und etwas über ein Drittel in der Industrie.
Von ıden 580000 auf den Handel entfallenden weiblichen
Angestellten dürfte der überwiegende Teil aus Verkäuferinnen
bestehen, während die Mehrzahl der 320 000 in der Industrie

RO
        <pb n="94" />
        beschäftigten sich aus kaufmännischem Bureaupersonal aller
Art zusammensetzen wird. Was das Zahlenverhältnis zwischen
männlichen und weiblichen kaufmännischen Angestellten in
den einzelnen Wirtschaftszweigen betrifft, so überwiegt nur im
Bekleidungsgewerbe das weibliche Personal, sehr hoch ist
auch der Anteil der Frauen im eigentlichen Waren- und
Produktenhandel, überhaupt in allen den Wirtschaftszweigen,
in denen die Verkäuferinnen zahlenmäßig von Bedeutung sind.

Die Gliederung der 104000 weiblichen Bure auange-
stellten nach Behördenangestellten usw. zeigt die Ueber-
sicht auf Seite 41. Ueber vier Zehntel sind danach bei Be-
hörden tätig und rund ein Drittel bei Berufsverbänden, Rechts-
anwälten u. dgl. Hier entfällt auf die Frauen fast die Hälfte
aller überhaupt vorhandenen Bureauangestellten.
Wie sich die 10000 weiblichen technischen An ge-
stellten auf die einzelnen Zweige des Wirtschaftslebens
verteilen, macht die Tabelle auf Seite 37 ersichtlich. Wie
bereits bemerkt wurde, ist die Zahl der weiblichen Techniker
wahrscheinlich etwas zu hoch, da es nicht möglich war, die
Kunstgewerblerinnen, die die Berufszählung in. der Gruppe
„technische Angestellte und Fachpersonal“ nachgewiesen
hat, auszuscheiden, Dieser Umstand wird besonders die Zahl
der weiblichen Techniker in der Textilindustrie beeinflußt
haben. Unter den 10000 Frauen sind rund 900 Chemikerinnen
und 150 weibliche Ingenieure und Architekten. Die Zahl der
Chemikerinnen dürfte wohl zu hoch sein, wahrscheinlich sind
eine Anzahl von Laborantinnen als Chemikerinnen gezählt
worden.
Unter den sonstigen Angestellten sind die Frauen
wieder von größerer Bedeutung, wie aus der Uebersicht auf
Seite 45 hervorgeht. Hier sind eine Reihe von Berufen vor-
handen, deren Ausübung hauptsächlich Frauen vorbehalten
ist, wie z, B. die Krankenpflege, Sozialbeamtinnen, Kinder-
gärtnerinnen, Hebammen. Aber auch in den anderen Berufen
stellen die Frauen einen recht erheblichen Anteil der Erwerbs-
tätigen, so sind mehr als ein Viertel der als Angestellte tätigen
Apotheker und Zahnärzte und fast ein Fünftel der Zahn-
techniker weiblichen Geschlechts.
Unter den künstlerischen Berufen fallen durch
besonders hohen Anteil der weiblichen Angestellten die Tän-
zerinnen auf. Fast neun Zehntel der Tänzer sind Frauen,
auch von den Sängernund Gesanglehrern sind mehr
als die Hälfte weiblichen Geschlechts, während bei. den
Schauspielern die Zahl der Männer etwas überwiegt.

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&gt;

A

Fassen wir die wichtigsten Ergebnisse kurz zusammen:
Die Zahl der weiblichen Erwerbstätigen hat verhältnismäßig
stärker zugenommen als die der männlichen. Die Gründe hier-
für sind der wirtschaftliche Druck, unter dem die Bevölkerung
steht und der auch die Frauen zur Erwerbsarbeit zwingt, der
Frauenüberschuß und die Wandlung der sozialen Stellung der
Frau. Unter den erwerbstätigen Frauen weisen die AÄAnge-
stellten ein Wachstum auf, welches verhältnismäßig das der
weiblichen Berufstätigen aller übrigen sozialen Schichten weit
überragt. Das liegt einmal daran, daß die wirtschaftliche Ent-
wicklung gerade zu einem besonders starken Bedarf an weib-
lichen Angestellten führte, und zum anderen, daß den Frauen,
die berufstätig werden mußten, unter allen in Betracht kom-
menden Erwerbsmöglichkeiten die Angestelltenberufe als die
anziehendsten erschienen. Unter den weiblichen Angestellten
dominieren die kaufmännischen und Bureauangestellten, das
dürften der Mehrzahl nach Verkäuferinnen, Stenotypistinnen,
Kontoristinnen usw. sein. Wenn auch infolge ungenügender
Vergleichsmöglichkeiten genauere Angaben über die Ent-
wicklung von 1907 bis 1925 nicht gemacht werden können,
so gewinnt man aus den vorliegenden Zahlen doch
den Eindruck, daß die große Masse der neuhinzukom-
menden weiblichen Angestellten sich den Berufen zu-
gewendet hat, die auch schon früher in größerem Umfange
oder. überwiegend vom weiblichen Geschlecht ausgeübt
wurden, eben den Berufen der Verkäuferinnen, Steno-
typistinnen usw. Daß Frauen in andere Angestelltenberufe,
die bisher überwiegend von Männern ausgeübt wurden, in
größerem Maße eingedrungen sind, kann man aus den vor-
liegenden Resultaten kaum ableiten. Gewiß sind auch Frauen
in Angestelltenberufe eingedrungen, die ihnen früher ver-
schlossen waren, doch handelt es sich dabei nur um kleine
Trupps weiblicher Pioniere.

21
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        <pb n="97" />
        ——&gt;——P—

ANHANG

Die Angestellten in den einzelnen
Industriezweigen

Für die Beurteilung der Probleme der Angestelltenbeschäftigung
in der Industrie standen nur die Ergebnisse der Berufszählung zur
Verfügung, die auf Grund der gewerblichen Betriebszählung des
Jahres 1925 zu erwartenden Nachweisungen über die Verteilung der
Angestelltenschaft auf Klein-, Mittel. und Großbetriebe, lagen beim
Abschluß dieser Arbeit leider noch nicht vor. Die folgenden Zusam-
menstellungen müssen sich daher im wesentlichen an die von der
amtlichen Berufsstatistik verwendete Abgrenzung der einzelnen Indu-
striezweige und Angestelltengruppen halten, da eine nachträgliche Um-
rechnung der amtlichen Angaben sich nicht durchführen läßt. Das
Ergebnis unserer Untersuchung wird aber gerade für die Industrie
kaum durch diesen Mangel beeinträchtigt werden. So ist die amtliche
Zusammenfassung von Angestellten und Beamten in einer Zahl für die
Industrie praktisch bedeutungslos, da öffentlich-rechtliche Beamte nur
in sehr geringer Zahl in der Industrie tätig sind, das gleiche gilt für
die Zusammenfassung der technischen Angestellten mit dem soge-
nannten „Fachpersonal“ und für die Zusammenfassung‘ der kaufmänni-
schen und Bureauangestellten, da es sich hierbei in der Industrie fast
ausschließlich um technische bzw. kaufmännische Angestellte handelt.
Die dem amilichen Quellenwerk entnommenen Zahlen sind stets ohne
Abrundungen aufseführt.
a) Der Bergbau.
In den verschiedenen Zweigen des Bergbaus sind im ganzen
nahezu 850000 Personen tätig, das sind 6,4 Proz. der in der Industrie
überhaupt beschäftigten Personen. Der Bergbau ist infolge seiner
natürlichen Arbeitsbedingungen und seiner wirtschaftlichen Entwicklung
die Domäne der großen Betriebe, die Zahl der Unternehmer
und Betriebsleiter ist daher nur gering, sie beträgt nur wenig mehr als
2000 (= 0,3 Proz. aller im Bergbau Erwerbstätigen). Die Leitung
der Betriebe liegt, da es sich vorwiegend um Gesellschaften handelt,
in den Händen von Direktoren. Von den insgesamt 2160 Selb-
ständigen sind nur 17 Proz. Eigentümer und nur 2 Proz. Pächter,
aber 81 Proz. Direktoren und Geschäftsführer. Um so größer ist das
Heer der im Bergbau tätigen Arbeiter. Mit 785605 Personen stellt
die Arbeiterschaft nahezu 93 Proz. aller überhaupt im Bergbau tätigen
Personen.

yl
        <pb n="98" />
        . Avf die Angestelltenschaft von 59391 Köpfen entfällt nun
der verhältnismäßig geringe Satz von 7 Proz. der Gesamtbelegschaft
d. h. im Bergbau entfallen auf 1 Angestellten 13 Arbeiter,
während im Durchschnitt für die gesamte Industrie
auf 1 Angestellten nur 7 Arbeiter kommen. Das Be-
tätigungsfeld der Angestellten ist in den einzelnen Zweigen des Berg-
baus verschieden: so findet sich im Salzbergbau mit 12,2 Proz. der
Gesamtbelegschaft die intensivste Angestelltenbeschäftigung, im Braun-
kohlenbergbau sinkt der Anteil der Angestellten auf 10 Proz., im
Erzbergbau auf 8,1 Proz. und im Steinkohl enbergbau sogaı
auf 6 Proz., hier kommen also auf 1 Angestellten 16 Arbeiter.

Die Verteilung der Angestellten auf die einzelnen Gruppen zeig!
die folgende Aufgliederung:
Die Angestellten in den einzelnen Zweigen
des Berrbaus

Betriehbhszweieg

Ange-
stellte
über-
haupt

Davon sind
i !
Tech- | Steiger, kaufm
iker | Meister Ange-
n usw. stellte

Von den kautm.

ı Angesteliten
sind

männl. | weibl.
alen

Steinkohlenbergbau. . .|38104°6573 16667
Braunkohlenbergbau . . | 11899, 2 421 3.925
Salzbergbau .. . ; ; 1 3951| &amp;%% 1081!
Erzbergbau ..... 3603 72 ı 408
Salinen, Asphalt, Torfgr. | 1824 313 579
Bergbau zusammen . ‚| 59301

Verb
Steinkohlenbergbau . |
Braunkohlenbergbau .. .
Salzbergbau . ....
Erzbergbau . .. ..
Salinen, Asphalt, Torfgr.
Berobau zusammen . &gt;

s
14864 13 738 . 1126
5540, 4956) 584
2015| 1839 | 176
1454 19282. 172

949 725 317
‘0913| 23663 24 815|22 540 | 2 275

39,0
456
51.5

| 22 1,708
89,5 | 105
91,3 | 87
882 | 118
77,0 | 23.0
18,5 | 202 | 41,7 * 90,8 | 9,2
Von der Gesamtangestelltenschaft des Bergbaus
entfällt also % auf die Techniker — es sind allein 2382 Ingenieure,
267 Chemiker und 894 Landmesser und Markscheider im Jahre 1925
gezählt worden. Etwa zwei Fünftel der Gesamtzahl entfällt im Stein-
kohlenbergbau auf die Gruppe der Meister, zu denen von der amtlichen
Statistik auch alle Steiger, Obersteiger und Hilfssteiger gerechnet
werden. Dabei sei bemerkt, daß auch alle zu den Kokereien und
zu den Brikettherstellungsanlagen gehörende Angestellte
dem Steinkohlenbergbau zugerechnet worden sind. Im Braun-
kohlenbergbau amd im Salzbergbau ist in Anbetracht der
anders gearteten Arbeitsmethoden der Anteil der Werkmeister und
Steiger niedriger als im Steinkohlenbergbau, und zwar auch im Ver-
hältnis zur Arbeiterschaft, denn im Steinkohlenbergbau kommen auf
einen Steiger, Meister usw. durchschnittlich 34 Arbeiter, im Braun-
kohlenbergbau und im Salzbergbau dagegen nur rund 27.

Der Anteil der kaufmännischen Angestellten schwankt in den ein-
zelnen Zweigen zwischen zwei Fünfteln und der Hälfte der Gesamtzahl.
Die weiblichen Angestellten, die sich in der Gruppe der

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Techniker nur ganz vereinzelt finden, sind auch bei den kaufmännischen
Angestellten und dem Kontorpersonal nur in geringer Zahl vertreten.
Trotzdem ist auch hier eine „Verweiblichung“ der Änge-
stelltenschaft zu verzeichnen, denn bei der letzten Berufszählung
vor dem Kriege gehörten nur 1,2 Proz., heute dagegen über 9 Proz.
der kaufmännischen Angestellten des Bergbaus zum weiblichen Ge-
schlecht,
b) Die Industrie der Steine und Erden.
Die wichtigsten Zweige der Industrie der Steine
Ziegelindustrie mit etwa. . .........
Gewinnung und Bearbeitung natürl. Steine mit etwa
Feinkeramische Industrie mit etwa. ......,
Glasindustrie mit etwa‘. ....
sonstige Zweige mit etwa. ..

und Erden sind:
163 000 Personen
162000
127000.
113000
122000
Insgesamt 687000 Personen
In der Industrie der Steine und Erden verteilt sich die Zahl der
Erwerbstätigen auf die einzelnen sozialen Positionen folgendermaßen:
Selbständige . 31881 oder 46 Proz.
Angestellte ‚ 5213 „ .
Arbeiter .. 0.0.0100... . 600393 „
Mithelfende Familienangehörige . . 2385 „ „
Zusammen 686 782 oder 100,0 Proz.
Die Angestelltenschaft verteilt sich auf die einzelnen Zweige
folgendermaßen:
Die Angestellten in den einzelnen Zweigen der
Industrie der Steine und Erden

N

a
“y
5

n

Betriebszweig

Ange-
stellte
über-
haupt

Tech-
niker

Davon sind

Werk- kaufm,

meister Ange»
etallta

Von den kaufm.
Angestellten
sind
| männl. | weibl.

Glasindustrie A
Feinkeramische Industrie
Steinbrüche, Steinbear-

beitung . .....
Ziegelindustrie . . ..
Kalk-, Gips-, Traß- und
Zementindustrie . . .
Sonstige Zweige. ... .

Industrie der Steine und | | ]
Erden zusammen . .{[ 52 123 | 4876 17577‘ 29 670 [21 780 | 7890
Verhält- chlen

100 | 59 | 38,0 | 56,1 | 70,5 |
100 74 17,7 74,9 1 73,5
1090 117 348 53,5 | 74,0
100 ı 73 551 37,6 | 74,2
, | ;
109 1138 30,9 | 55,8 | 78,5 | 21,5
19 * 16.0 25,1 | 58.9 73,9_ 26,1
04| 33,7 | 56,9 | 73,4 | 26,6

Ahsoliu‘
13017"
10 908

/=»hlen
773 4944
806 1931
9227 1075! 3213
8137: 598| 4483
677
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Glasindustrie SUR
Feinkeramische Industrie
Steinbrüche, Steinbear-
Dein * &amp; 8 * = a
Ziegelindustrie . . ..
Kalk-, Gips-, Traß- und
Zementindustrie . . .
Sonstige Zweige. ... .
Zusammen: 1! 100

O5
        <pb n="100" />
        Das Nebeneinander der ‚Verschiedenartigsten Betriebsformen
in den einzelnen Zweigen der Industrie der Steine und Erden spiegelt
sich in der Zusammensetzung der Angestelltenschaft
wider. Mit Ausnahme der Ziegelindustrie, in der mehr als die Hälfte
aller Angestellten zur Gruppe der Meister gehören, überwiegt der Zahl
nach das kaufmännische Personal, das in allen Zweigen ziemlich gleich-
mäßig zu etwa % der Gesamtzahl aus männlichen und zu etwa % aus
weiblichen kaufmännischen Angestellten besteht, -

c) Die Metallindustrie.
Die Metallindustrie nimmt in der deutschen Wirtschaft eine über-
ragende Stellung ein, denn die sich auf dem Eisen und den übrigen
Metallen aufbauenden Industriezweige beschäftigen zusammen nahezu
3% Millionen Personen, das ist mehr als der vierte Teil aller überhaupt
in der Industrie und im Handwerk tätigen Menschen. Es entfallen auf:
Eisen“ und Metallgewinnung . 2. 0.0.0.0. 580538 Erwerbstätige
Herstellung: von Eisen-, Stahl- und Metallwaren 1000833 7
Maschinen-, Apparate. und Fahrzeugbau . . . 1315535 „
Elektrotechnische und feinmechanische Industrie 571 49292

Bei der Verschiedenartigkeit der ‚Betriebsorganisation in den ein-
zelnen. Zweigen der Metallindustrie empfiehlt es sich, die genannten
Gruppen getrennt zu betrachten.

I. Die Eisen- und Metallgewinnune.,
Zu dieser Gruppe zählt die gesamte Groß eisenindustrie mit
genau % Million Erwerbstätigen, die zu einem erheblichen Teil im
rheinisch-westfälischen Industriebezirk ihren Sitz hat. Es gehören hierzu
die Hochofenwerke, die Stahlwerke, die verschiedenen Walzwerke,
Hammer. und Preßwerke, Schrottwerke, Eisen. und Stahlgießereien.
Dazu kommen die entsprechenden Werke der Metallgewinnung, also
die Blei-, Silber-, Kupfer-, Zinkhütten, Aluminiumfabriken usw. mit
rund 80000 Erwerbstätigen. Da es sich vorwiegend um große Betriebe
handelt, ist besonders in der Großeisenindustrie der Anteil der Selb-
ständigen sehr gering. Es wurden festgestellt in der:
Großeisenindustrie Metallgewinnung
Selbständige . . . 3952 oder 0,8 Proz, 195 oder 24 Proz
Angestellte... . 66517 „133 „. 1145 „ 142 „
Arbeiter . . . . 4209505 „ 859 „= 67192 ; 834 7
Mithelf. Pamilien- ;
angehörige . . . 4, 00 11. „00
SD A N
Zusammen 500015 oder 100,0 Proz. 80523 oder 100.0 Proz.

Bei den insgesamt 5857 Selbständigen handelt ‚es sich zum großen
Teil um Direktoren und Geschäftsführer (insgesamt 2565), Der Anteil
der Angestellten an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen stellt
sich auf 133 Proz.
Die Verteilung der Angestelltenschaft auf die ein-
zelnen Betriebszweige und Angestelltengruppen zeigt die folgende
Aufstellung:

*
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Die Angestellten in der Eisen- und Metall-
vrewinnungs

Javon sind
Betriebszweir

Ange-
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haupt |

Tech-
niker

Werk-
meister

aufm.

Von den kaufm,
Angestellten
sind
männl, | weibl.

Ange-
atallte

Abso'r e Zahlen
Großeisenindustrie . .' %® “1731 14 486| 40 300° 33 489 | 6811
Metallhütten . . .. 1653) 2464‘ 7298 533311 965
Fisen- vu. Metallgewinr | | ]
nung zusammen . . .| 77932 | 13 384 | 16 950| 47 598] 38822 | 8 776
Verh"‘ 7-Ahlen
Großeisenindustrie . “1,8 | 60,6 | 83,1 ] 160
Metallhütten . . .. 21,6_ 63,9 * 73,1 | 26,9
Eisen- u. Metallgewin-

nun” zusammen . . | 100 | 17,2 | l 61,1 | 81,6 |184

Auch in der eisenschaffenden Industrie stellt das kaufmännische
Personal mit 47598 Personen das Hauptkontingent der Angestellten-
schaft, es handelt sich hier vorwiegend um Männer, nur % der kauf-
männischen Angestellten entfällt auf das weibliche Geschlecht. Bei: der
ausgedehnten Verwendung von Maschinen und der Bedeutung‘ der
Betriebsanlagen treten naturgemäß auch die mit der technischen Vor-
bereitung und Beobachtung des Produktionsprozesses betrauten An-
gestellten zahlenmäßig stärker hervor.

Die Gruppe der Werkmeister umfaßt nahezu 17000 Personen
oder etwas mehr als % der gesamten Angestelltenschaft, von den
13384 technischen Angestellten sind 5863 als Ingenieure und 480 als
Chemiker tätig.

2. DieHerstellungvonEisen., Stahl. und Metallwaren.

Zu dieser Gruppe der Eisen- und Metallverarbeitung gehören die
gesamte Kleineisenindustrie und alle Betriebe, die sich der Herstellung
von Handwerkzeug, Blech- und Emaillewaren, Drahtstiften, Drahtwaren,
Stahlwaren usw. widmen, aber auch die Schmuckwaren-, Kupfer. und
Alıminiumindustrie. Diese Betriebe beschäftigen insgesamt 600 000 Per.
sonen.

Unter den Selbständigen, zu denen die Berufszählung auch 11263
Hausgewerbetreibende rechnet, ist die Zahl der Direktoren sehr gering.

Außerdem sind hier die vorwiegend handwerklich organi«-
sierten Zweige gezählt: Schlosser, Schmiede, Klempner, das Gas-
und Wasserinstallationsgewerbe, die insgesamt rund 402000 Erwerbs-
tätige umfassen, von denen genau der vierte Teil selbständig ist. Die
Beschäftigung von Angestellten ist in den kleinen Betrieben naturgemäß
gering, ihr Anteil an der Gesamtzahl stellt sich auf nur 2,1 Proz. Im
einzelnen ergibt sich die folgende Verteilung:

Herstellung von Eisen-, Schlosser-, Schmelzer-
) Stahl- und Metallwaren und Klempnereigewerbe
Selbständige‘ . . 410926 oder 7,0 Proz. 100376 oder 25,0 Proz.
Angestellte . . 80328 „ 134 , 8489 „ 21,
Arbeiter ; .:. . 474698 793 288421 „ 18
Mithelf. Familien- .
angehörire . 19122 „ 03 „ 4683 1,
Zusammen 598 864 oder 100,0 Proz. 401969 oder 100.0 Proz.

aa)

07
        <pb n="102" />
        Die Gliederung der Angestelltenschaft zeigt die fol-
gende Uebersicht:

Pe—

Betriebszweig

Aheo

Ange-
stellte
über-
haupt

Tech- | Werk-
niker ' meister

Davon sinr
aufm.
Ange-
stellte *
shlen

Von den kaufm.
Angestellten
sind
männl, | weibl,

Herstellung von Eisen-, , |
Stahl- u. Metallwaren . 803828 [5 300 | 15865. 591681 38 458 | 20 705
Schlosserei, Schmiederei,
Klempnerei ., . , . . 8489 | 865| 3693| 3931 2 063 | 1 868
Zusammen: | 88 817 16 165 | 19558 | 63 094 | 40521 | 22 572
Verhältniszahlen
Herstellung von BEisen-,
Stahl- u. Metallwaren .

Schlosserei, Schmiederei,
Klempnerei , , .

73,6 | 65,0 | 85,0
100 4n0&gt;' 435 2463 525 | 47,5
Zusammen: ] 109 ' 70| 22,0 | 71,0 1 64,2 | 35,8
Von den 80328 Angestellten, die in den Betrieben der Eisen-, Stahl-
und Metallwarenindustrie beschäftigt sind, entfällt nur der geringe
Prozentsatz von 6,6 Proz. auf das technische Personal, auch
hier sind es zum großen Teil Ingenieure (1866 von 5300 Technikern).
Die Arbeitsleistung der Maschinen tritt hier nicht so beherrschend in
den Vordergrund wie in der eisenschaffenden Industrie, in der auf
einen Arbeiter eine zum Antrieb von Arbeitsmaschinen installierte
motorische Kraft von mehr als 6 PS entfällt, während sich bei der
Herstellung von Eisen-, Stahl- und Metallwaren das Verhältnis auf etwa
1:1 stellt. Die Zahl der Werkmeister ist‘ — vielleicht infolge-
dessen? — hier mit 15865 Personen etwa dreimal so groß wie die der
Techniker. Das kaufmännische Personal erreicht fast drei Viertel der
Gesamtzahl der Angestellten in der Herstellung von Eisen, Stahl und
Metallwaren, aber noch nicht 50 Proz. in dem Schlosserei,
Schmiederei- und Klempnereigewerbe, in dem überhaupt nur sehr
wenige Angestellte tätig sind.
3. Der Maschinen-, Apparate. und Fahrzeugbau,

Die Maschinenindustrie mit den ihr verwandten Zweigen des
Apparate. und Fahrzeugbaus, die einen wichtigen und wertvollen Teil
der deutschen Ausfuhr liefert, beschäftigt über 1,3 Millionen Personen.
Die Verteilung dieser Erwerbstätigen auf die verschiedenen Zweige, die
sich aus der folgenden Uebersicht ergibt, zeigt in ihrer sozialen Zu-
sammensetzung alle Züge, die für einen vorwiegend aus größeren Be-
trieben bestehenden Industriezweig typisch sind.

Der Anteil der Selbständigen ist in allen Zweigen der Maschinen-
industrie verhältnismäßig gering, die Zahl der Angestellten, ins-
besondere der Techniker, dagegen verhältnismäßig hoch. Eine größere
Zahl selbständiger Unternehmer findet sich im Fahrzeugbau mit seinen
zahlreichen kleinen und kleinsten Reparaturwerkstätten für Automobile
und Fahrräder, Die Angestelltenschaft der Maschinenindustrie umfaßt
237 000 Personen, von denen über 162000 im eigentlichen Maschinenbau
und nahezu 32000 im Fahrzeugbau tätig sind, dessen wichtigsten Zweig
heute die Automobilindustrie darstellt.
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Eisen-
bau |

Schiff-
bau

Bau von
Land- u.
Luft-
fahr-
zeusen

Eisen-
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wagen-
bau
A
Selbständige . . ..

Angestellte...

Arbeiter. .. 0...

Mithelfende Familienan-
gehörige .

bsalır)
.) 1955 29832‘ 479° 747' 12735‘ 354
. 162468,17547] 5013,12477 31 wol 8290
656 468163 240117 186 | 76 027 177 569} 49 710
.. 45ıl 63] al 20l 46 —
Zusammen: | 839 005 | 83 582 [22 682 | 89 280 | 222 632 | 58 354
Verhale 0-47
Selbständige . . .
Angestellte . ;
Arbeiter. .. 0.0...
Mithelfende Familienan-

gehörige . . ]

1 3
19,4
78,c

. 35
24,8
7:

‚£
22,1
TES

1,8 5,7 |
140 14,3
85,2 79,8

0,6
14,2
85,2
0.2
Zusammen:

100 * 100

1900 * 109

100 * 100

Die nachstehende Uebersicht gibt ein Aufgliederung nach den ein»
zeinen Angestelltengruppen und Jäßt den verhältnismäßig großen
Prozentsatz der Techniker, vor allem im Eisenbau und im Schiffbau
erkennen.

Die Angestellten in den einzelnen Zweigen des
Maschinen-., Apparate“, und Fahrzeugbaus.

Betriebszweig

Ange-
stellte
über-
haupt

Davon sind
kaufm.
Tech- | Werk- A
iker 'meister| “86
ni stellte

Von den kaufm.

| Angestellten
sind

männl ! weibl.
‚Di 0oluie Zahlen

Maschinenbau. . . ..
Kessel u. Apparatebau .
Sisenbau . . 0...
Schiffbau .. 2.2...
Bau von Land- und Luft-
fahrzeugen . . . ..
Eisenbahnwarenbau . .
Zusammen:

Ve

Maschinenbau. . . ..
Kessel. u. Apparatebau .
Sisenbau . 0.0.0...
Schiffbau .. . 2...
Bau von Land“ und Luft-
fahrzeugen . . . ..
Eisenbahnwayenbau . .

162 468 44 584 23 787 26 763
173471 5601| 2358 3.079
5013 2201| 768 572
12477 4002 2776 786
318921 5 602 6039 20251 14 138| 6113
8290 2114' 1672: 4504‘ 3569! 935
287 487 |63 994 | 37 395 | 136 098 | 97 850 | 38 248
8) srzahlen
100 "27,5 | 1465
* u) 292 N n
2) AT
10) 2° ;

{m
KR

“AN

69,8 | 30,2
79,2 20.8

fo

Zusammen:

on

572.01 15.7

ı 5723

71.9

i 98.1
1
Von den rund 64000 technischen Angestellten sind 35 889 Ingenieure.
Auf die Gruppe der Werkmeister entfallen rund 37400 Personen oder

0
        <pb n="104" />
        15,7 Proz., auf das kaufmännische Personal rund 136 100 oder 57,3 Pro’
der vesamten Anwestelltenschaft.
4. Die elektrotechnische und feinmechanische
Industrie,

Die elektrotechnische Industrie hat seit der letzten Vorkriegs
zählung des Jahres 1907 ein rasches und mächtiges Wachstum erlebt
sie beschäftigt zusammen mit. der feinmechanischen und optischen In
dustrie rund 571000 Personen. also etwa dreimal soviel wie irn
Jahre 1907.

Die soziale Gliederung dieser Personen zeigt die folgende Gegenr-
überstellung:

Elektrotechnische
Industrie

Feinmechanische und
optische Industrie

Selbständige
Angestellte .

Arbeiter , . . 0...
Mithelfende Familien-
angehörige . .

23621 — 5,6 Proz.
2263 =— 21 ,Ä,
2302476 = 120

25670 = 17,0 Pro
19138 = 126
104892 — 69,2

‚p}

1113 — 03 1819 = 12 „
Zusammen! 419 903 = 100,0 Proz. I 151519 = 100,0 Proz
Von den Selbständigen der elektrotechnischen Industrie entfaller
etwa 17 000 auf die kleineren Betriebe der elektrotechnischen Installation,
in der feinmechanischen Industrie ist es besonders die Uhrenindustrie,
zu der auch die kleinen Uhrmachergeschäfte gehören, die mit rund
15000 Uhrmachern den größten Prozentsatz der Selbständigen stellt. Die
übrigen Zweige der elektrotechnischen und feinmechanischen Industrie
zeigen ausgesprochen großindustrielles Gepräge, etwa 70 Proz, aller 3
diesen Gewerbezweigen tätigen Personen, also rund 420000, entfallen
auf die Großbetriebe, d. h. auf Betriebe mit mehr als 50 Personen. Be-
deutungsvoll ist auch der Anteil der Riesenbetriebe, in acht Betriebe?
mit mehr als 5000 Personen sind allein über 100000 Personen tätig, 9
23 Betrieben der Größenklasse 2000 bis 5000 etwa 75000 Personen. De!
Anteil der Angestelltenschaft, insbesondere der der technischen Ar
vestellten, ist beträchtlich. Näheres zeigt die folgende Aufstellung:

Betriebszweig

Ange-
stellte
über- |
haupt

Tech- |Werk-
niker | meist.

Davon sind
kaufm.
Ange-
steilte

Von den kaufm
| Angestellten
sind
männl. | weibl
Absolu*e Zahlen
Elektrotechnische Industr.‘ 92693] 23 184| 8 579 60 930] 36 463| 24 467
Feinmechanische und op-
tische Industrie . .. 1918381 2100 3804 132341 7319| 5915
—————————&gt;— _—- ——— — n v——————
Zusammen: ‚ 111831" 25 284 |12 383! 74164] 43 782 | 30 382
Verhältniszahlen
Elektrotechnische Industr,' ‘%0 | 25,0 | 9,2 | 65,8 | 598 | 40,2
Feinmechanische und op- ;
__tische Industrie... 100 | 110 |19,9 | 69,1 | 55,3 | 447
Zusammen: | 100 | 22,6 | 11,1 | 66,3 | 590 | 410
19 .
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        Droz. |

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BL

467

315
382

„2
„7
701

Zur Gruppe der Techniker, die in der elektrotechnischen Industrie
genau den vierten Teil der Angestelltenschaft bildet, gehören ins»
gesamt 15 289 Ingenieure, davon sind 656: in der feinmechanischen und
optischen Industrie tätig. Der Anteil der Werkmeister ist in den letzt-
genannten Industriezweigen mit etwa 20 Proz. der Angestellten wesent-
lich höher als in der Elektrotechnik. Das kaufmännische Personal stellt
mit 74 164 Köpfen zwei Drittel der Angestelltenschaft, die Zahl der weib-
ichen Angestellten dieser Gruppe beträgt 30 382,

d) Die chemische Industrie,

Die chemische Industrie, zu der auch die Seifen-, Farben-, Spreng-
stoff- und Zelluloidindustrie, sowie die photochemische und pharma-
zeutische Industrie zu rechnen sind, beschäftigt rd. 350000 Personen,
die sich folgendermaßen zusammensetzen:

Selbständige ...'. . . 13274 = 3,8 Proz.
Angestellte... . . 93547 265
Arbeiter. . . ‚0404, 244657 605
Mithelfende Familienangehörige . 601 02
Zusammen. . . . . ‚352059 = 100 Proz.

Die menschliche Arbeitskraft, die in der Größe der Arbeiterschaft
zum Ausdruck kommt, tritt an Bedeutung zurück, so daß die chemische
Industrie in besonders starkem Maße Angestellte beschäftigt, in deren
Händen vornehmlich die Vorbereitung und Ueberwachung der aus«
gedehnten Apparatur liegt. Mehr als ‚ein Viertel aller Erwerbstätigen
gehört zur Angestelltenschaft, und zwar wurden durch die Berufs-
zählung festgestellt:

Techniker . .... „ . 14916 = 15,9 Proz.

Werkmeister . ....... 11130=:119 Ä

Kaufmännische Angestellte . . . 67501 = 722
Zusammen . . . . . 93547 = 100 Proz.

Von den rund 15000 Technikern entfallen 5212 auf die Chemiker
und 259% auf die Ingenieure, die Laboranten usw. sind von der amt-
lichen Statistik nicht besonders herausgehoben worden. Die Zahl der
weiblichen kaufmännischen Angestellten beträgt 21 309, das sind 31,6 Proz.
des gesamten kaufmännischen Personals,

e) Die Textilindustrie.

Die Textilindustrie beschäftigt insgesamt 1,2 Millionen Personen,
davon sind mehr als die Hälfte (673 000) Frauen. Die wichtigsten
Zweige sind die Baumwollindustrie mit rund 286000, die Wollindustrie
und die Wirk- und Strickwarenindustrie mit je rund 225 000, die Leinen»
und Bastfaserindustrie mit rund 113000, die Seiden- und Kunstseiden-
industrie mit rund 78 000 beschäftigten Personen. Von der Gesamtzahl
entfallen auf:

Selbständige . . . . 123215 oder 19,2 Proz.
Angestellte ; 125028 „ W141
Arbeiter ... ‚1.0. 947641 „ 78
Mithelf. Familienangehörige . 10847 „09 „
Zusammen 1206 731 oder 100 Proz.

Die hohe Zahl der Selbständigen in der Textilindustrie erklärt sich
daraus, daß die amtliche Statistik die zahlreichen Hausgewerbe-
treibenden den Selbständigen zugerechnet hat, setzt man diese
Gruppe mit 85976 Personen ab, so sinkt die Zahl der Selbständigen
101
        <pb n="106" />
        von 10,2 auf 3,1 Proz. aller Erwerbstätigen. Die soziale Schichtung
der Erwerbstätigen ist in allen Zweigen der Textilindustrie verhältnis-
mäßig einheitlich, der Anteil der Angestellten beträgt durchschnittlich
10,4 Proz. Die Verteilung der Angestellten auf die einzelnen Betriebs-
zweige und auf die verschiedenen Ängestelltenkategorien ergibt sich aus
der folgenden Tabelle.
Die Angestellten in der Textilindustrie
Ange- Davon sind Von den kaufm.
11 Werkm.|
ste te ech kaufm. | Angestellten
über- | x Ange- sind
niker | Sichts- | Änge- |
haupt nersona!‘ stellte‘ männl. | weibl.
in AA
Ä X T
Seiden- und Kunstseiden»
industrie... 2...
Wollindustrie , . ...
Baumwollindustrie ... .
Leinen. und Bastfaser-
industrie... ...
Wirkerei und Strickerei . |
Sonstige Zweige der Tex«
tilindustrie . . . ..
Zusammen:
Ve
Seiden- und Kunstseiden-
industrie... 2...
Wollindustrie . . .
Baumwollindustrie . . .
Leinen. und Bastfaser-
industrie , . 2.2...
Wirkerei und Strickerei _
Sonstige Zweige der Tex-
tülindustrie , . ..
Zusammen:

'-hlen

9.063
23 362
27 233

741
1261
1216

2 304
7312
9 686

6018”
14789
16 331

3896| 2122
10739] 4050
12313! 4018
10846| 579|

192841 755!

3524013918! 7508, 23814 14558| 9256
[125 028 |8 470 | 33 034 | 83 524 | 56 929 | 26 595
rhält-iz-ahlen
100
100
100

8,2
5,4
4,5

25,4
31,3
35,6

66,4
63,3
59,9

64,7
72,6
75,4

35,3
27,4
24,6
100 1 53
100 3,9

5. x
ar
Lı

“9

69,1
78,2

71,6 |
66,7

28,4
33,3
100_ 111 | 213 | 67,6 * 61,1 | 38,9
100 | 68 | 26,4 | 66.8 I 681 | 31,9
Der Anteil der Techniker stellt sich auf 6,8 Proz, der Anrye-
Stelltenschaft, in der Zahl von 8470 technischen Angestellten sind
(15 Ingenieure und 276 Chemiker enthalten, die besonders in den Ver-
edelungs- und Ausrüstungsbetrieben und in dem jüngsten Zweige der
Textilindustrie, der Kunstseidenindustrie, tätig sind. Die Zahl der
Werkmeister und der übrigen Aufsichtsführenden — es sind auch
1669 Frauen darunter gezählt — beträgt rund 33000 Personen, ihre
zahlenmäßige Bedeutung im Rahmen der, Angestelltenschaft ist in der
Baumwollindustrie mit 35,6 Proz. und in der Wollindustrie mit 31,3 Proz.
besonders groß, im Durchschnitt für alle Betriebszweige der Textil-
industrie stellt sich der Anteil der Werkmeister auf 26,4 Proz. aller
Angestellten. Das kaufmännische Personal umfaßt 83524
Personen — das sind % der Gesamtangestelltenschaft —, davon gehören
rund. 26600 zum weiblichen Geschlecht.
f) Die Papierindustrie und das Vervielfältigungsgewerbe,

Die amtliche Statistik hat die Papiererzeugung und die Papierver-
arbeitung, und zwar nicht nur die Kartonnagenindustrie und die Buch-
bindereien, sondern auch das gesamte Druckgewerbe und das photo-
graphische Gewerbe, in einer Gruppe zusammengefaßt. Da diese
102
        <pb n="107" />
        tung
ENIS-
ttlich
jebs-
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‚ulm. |
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bl. |

122
I50
8
124|
1951

256
&gt;95

Zweige sowohl in technischer als auch in betriebsorganisatorischer
Hinsicht große Verschiedenheiten aufweisen, empfiehlt sich eine ge-
trennte Betrachtung. Die Zahl und die soziale Gliederung‘ der Erwerbs-
tätigen in den gesamten Wirtschaftszweigen zeigt die nachstehende
Gewenüberstellung.

Papier-
erzeugung

Papierver
edelung
und -ver-
arbeitung

Schrift-?
gießerei

Druck-
gewerbe

Photo-
graphi-
sches
Gewerbe

Absolute Zahlen
Selbständige
Angestellte
Arbeiter
Mithelfende
gehörige

1830 514 14215 | 8682

12 626 1456 ' 32147 2034

200. . 112685 5694 1957838 1 5401
Familienan« '

Les ut _ 82% 147° 381 1086] 941

Zusammen: | 127223 | 141168 | 7667 | 243186 | 17058

rhä!'tniszahlen

a1 6,7 5,8 50,9

13,60 | 19,0 13,2 11,9

76,8 ! 74,3 80,5 31,7

lt 00 0,5 5,5

* 100 1 100 | 100 | 100

Selbständige

Angestellte .

Arbeiter WU

Mithelfende FPamilienan-
gehörige . . - .

Die Aufgliederung der in den einzelnen Betriebszweigen tätigen
Angestellten nach den drei Kategorien: Techniker, Werkmeister, kauf-
männische Angestellte, verdeutlicht die folgende Tabelle,
Die Angestellten in der Papierindustrie und im
Vervielfältigungsgewerbe

‚ct
g |

Te
ind
Age
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x ; x Ange-
niker ' meister
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‚ Von den kaufm.
Angestellten
sind
männl. | weibl.

Absolu’- Zahlen
Papiererzeugung . . .112626'1013 3464 8149' 5897: 2252
Papierverarbeitung . . . 18355 554 3310 14491 8404. 6087
Schriftgießerei .... . ., 1456 777° 159 119 648| 472
Druckgewerbe . . . .18% " 6549 9837 13251, 10 452
Photograph. Gewerbe .| 2004 _8%6|_ 29! 117_ __553| _ 626
Zusammen: | 66 618 | 4465| 13511| 48 642 | 28 753 | 19 889

64,6 72,4 27,6
79,0 58,0 42,0
759 57,8 42,2
73,7 55,9 44,1
58.0 46,9 | 58,1
! 20.3 | 78,0 | 59,1 | 40,9 E
Bei den Papiererzeugungsanlagen handelt, es sich fast
durchwer um größere Betriebe, die Zahl der Selbständigen ist daher

Verhl‘- Ühl'en
Papiererzeugung . .‚} 190 ROT 2
Papierverarbeitung . „207179 a) 1°
Schriftgießerei . . . | 17
Druckgewerbe . . .- '
Photograph. Gewerbe __. 40
Zusammen: | 107

“nz
        <pb n="108" />
        mit 14 Proz. der Gesamtzahl der Erwerbstätigen nur gering. Der
Anteil der Angestellten erreicht nicht ganz 10 Proz. Von den 12626
Angestellten gehören mehr als der vierte Teil zur :Werkmeistergruppe
und nur 8 Proz. zu den technischen Angestellten. Von den rund 1000
Technikern sind 344 Ingenieure und 93 Chemiker,

In den Papierverarbeitungssbetrieben ist der Anteil der
technischen Angestellten mit nur 3 Proz. der Angestelltenschaft noch
niedriger, auch die Werkmeister treten hier zahlenmäßig etwas zurück.
Die kaufmännischen Angestellten bilden allein nahezu vier Fünftel aller
Angestellten. Aehnlich liegen die Verhältnisse im Druckgewerbe
(Buchdruckereien, Steindruckereien usw.). Die Zahl der technischen An-
gestellten. ist nur gering; Faktoren und Werkmeister zählt man 65446
(= 204 Proz. aller Angestellten), der weitaus größte Anteil entfälli
auch hier auf das kaufmännische Personal mit knapp 74 Proz.

Zum photographischen Gewerbe sind in der Hauptsache
die sogenannten „Atelierphotographen“ gezählt (ohne Filmaufnahme).
Hieraus erklärt sich der hohe Anteil der Selbständigen von 51 Proz. der
Gesamterwerbstätigenzahl. Auf die Angestelltenschaft entfällt ein Satz von
knapp 12 Proz. oder 2034 Personen, davon sind 826 Techniker, größtenteils
Photographen. Die amtliche Statistik weist allerdings außer 724 Photo-
graphen im Angestelltenverhältnis noch 4542 Photographen im
Arbeiterverhältnis nach. Diese Trennung nach Angestellten und
Arbeitern stützt sich auf die Selbsteintragung der Bevölkerung ‘bei der

Berufszählung und dürfte etwas problematisch sein. Unter den Photo»
graphen finden wir auch in großer Zahl weibliche Personen, bei den
Angestellten sind es 250, bei den Arbeitern 1542.
g) Leder. und Linoleumindustrie, Kautschuk. und Asbestindustrie,

Die Lederindustrie und die ihr verwandten Gewerbezweige der
Kunstleder und Linoleumindustrie beschäftigen zusammen rund 174 000
Personen, von denen ‚etwa 99000 auf die Herstellung von Leder- und
Sattlerwaren entfallen. Es handelt sich hier vielfach um kleinere
Betriebe, die Zahl der Selbständigen mit mehr als 25 Proz. aller be-
schäftigten Personen spielt eine unverhältnismäßig große Rolle. Unter
den Angestellten der Sattlereien überwiegt das kaufmännische Personal
mit 5776 Köpfen oder 79,6 Proz. der Gesamtzahl von 7259 Angestellten.

In der eigentlichen Lederherstellung, in der die Gerbereien
und die Lederzurichtungsbetriebe mit insgesamt 64247 Personen gezählt
worden. sind, ist der Anteil der Selbständigen. mit rund 5 Proz. geringer,
der Anteil der Angestellten mit 11,3 Proz. der Gesamtzahl wesentlich
höher als in den Sattlereien. Von den 7269 Angestellten in der Leder.
herstellung sind 461 Techniker, 1706 Werkmeister und 5102 kaufmänni-
sche Angestellte.

In den übrigen kleineren Zweigen der Lederindustrie sind
die Angestellten mit einem verhältnismäßig hohen Prozentsatz an der
Gesamtbelegschaft vertreten, so entfallen bei der Herstellung von Leder-
treibriemen und technischen Lederartikeln von 4263 Erwerbstätigen 1106
oder 25,9 Proz. auf die Angestellten, bei der Herstellung von. Kunstleder,
Linoleum und Linkrusta sind es 1040 Angestellte bei insgesamt 6202
beschäftigten Personen.

Auch in der Kautschukindustrie, deren wichtigster Zweig
die Herstellung von Automobil- und Fahrradbereifungen ist, zu der aber
auch die Fabrikation von Weichgummi- und Hartgummiwaren gehört,
ist der Anteil der Angestellten mit 19,5: Proz, der Gesamtzahl von
65891 Personen ziemlich «hoch. Die Zahl der kaufmännischen Ange-
104
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stellten überwiegt bei weitem, von den 12831 Angestellten entfallen
10620 auf das kaufmännische Personal, 1395 auf die Werkmeister und
516 auf die Techniker.

Die Asbestindustrie beschäftigt insgesamt nur knapp 3000
Personen, darunter 623 Angestellte.
h) Das Holz. und Schnitzstoffgewerbe.

In den verschiedenen Zweigen des Holz. und Schnitzstoffgewerbes
sind insgesamt rund 966000 Personen beschäftigt, von denen nahezu
die Hälfte auf die Tischlereien entfällt, In den zum großen Teil
noch handwerklich organisierten Betrieben ist der An-
teil der. Selbständigen an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen verhält-
nismäßig groß. So sind, gezählt worden:

Selbständige . . . . .. 190231 oder 19.7 Proz.
Angestellte ..'. . . 62525 „ 65
Arbeiter . 2.0.0.0... . 700300 „ " ”
Mithelfende Familienangeh. . 13040 = 13
Erwerbstätige überhaupt . . 966 105 oder 100.0 Proz.
Die Angestelltenschaft umfaßt nur 6,5 Proz. aller Erwerbs-
tätigen, ihre Gliederung nach den einzelnen Gruppen zeigt die folgende
Uebersicht:

Betriebszweig

Ange-
stellte
über-
haupt

Davon sind
Tech-! Werk- | Kann
. . Ange-
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Angestellten
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männl. ! weibl,
2017
4357
1676

Säge und Furnierwerke 698 14060
Tischlereien ... . . 1728 8829
Herstellung v, Holzwaren » 268 17762
Herstellung von Ver-
packungsmitteln . .. 58 726 1355 920 435
Stellmachereien . . . . AFQ9 1825 2422 1655 767
Sonstige Zweige. . .. 347' 2470, 10505 6149| 4356
Zusammen: | 62 525 |3 553 | 19 672 | 39 300 | 25 692 | 13 608
Verhäl‘-7--ahlen
Säge- und Furnierwerke} 100
Tischlereien ..... . 100
Herstellung v. Holzwaren 100 ı
Herstellung von Ver- | )
packungsmitteln . . . 109 |2&gt; | 34,0 | 635 679 | 32,1
Stellmachereien . . .. in) 388 51° 68,3 | 31,7
Sonstige Zweige. . . . 100 18,5 78 58,5 * 41,5
Zusammen: | 100 5,7 | 381,5 | 62,8 » 65,4 | 34,6
Der Anteil der Techniker ist in allen Betriebszweigen gering,
um so größer ist verhältnismäßig die Zahl und der Anteil der Werk
meister, besonders in den Tischlereien, fast 40 Proz. der Angestellten
gehören hier in diese Gruppe. Das kaufmännische Personal umfaßt
39300 Köpfe, und zwar etwa % männliche und % weibliche Angestellte.

i) Die Musikinstrumenten- und Spielwarenindustrie.

Die Zahl der in der Musikinstrumenten- und Spielwanenindustrie be»
Schäftigten Angestellten beträgt 11168, das sind 10,2 Proz. der: 109 939
Erwerbstätigen dieser Industriezweige. Es gehören zu den:

10”
        <pb n="110" />
        Technikern ... 800 oder 7,2 Proz.

Werkmeistern . . .. .. . . 2105 oder 18,8 Proz.

Kaufmännischen Angestellten . . 8263 oder 74,0 Proz.

A Fam ZI

Angestellten überhaupt . . . . 11168 oder 100 Proz.
k) Das Nahrungs- und Genußmittelgewerbe.

Das Nahrungs. und Genußmittelgewerbe ist mit mehr als 1% Milli-
onen beschäftigten Personen der viertgrößte deutsche Industriezweig
der allein 10,2 Proz. aller überhaupt in industriellen und handwerk
lichen Betrieben tätigen Personen umfaßt. Die Zahl und die soziale
Gliederung der erwerbstätigen Personen in den wichtigsten Zweigen
des Nahrungs und Genußmittelgewerbes zeigt die folgende Aufstellung:
Müh-
len-
In-
dustrie

Bäcke-
rei und
Kon-
ditorei

Zucker-
In-
dustrie

Kakao-
u Scho-
koladen-
Industrie

Flei-
scherei

Braue-
rei

Tabak-
ge-
werbe

Absolute Z°hle-
Selbständige . .|17174] 97981 625| 3250 79955
Angestellte. . .| 9232| 21013| 5 458 16306 18161
Arbeiter. . . .149304]178 129|32 916] 55494 120 254
Mithelfende
Familienangeh.| 40061 66 417| 32| 509 | 486841 1432| 4190
Zusammen: | 79 716 | 363 490 | 39031 | 75 559 | 267 054 | 98 5501218 066
-=hlan

24 697
26 785
162 394

Selbständige . .
Angestellte. ..
Arbeiter. . . .J
Mithelfende
Familienangeh.! 5.0
Zusammen:! 100

ae 3
7
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300 | 42
216 #2? "170
73,4 45, 1784
0.7 * 182 ' 04
100 ı 100 100

3
11,3
12,3
74,5
18,3 ı 0
100 | 100

39
100
Die schon in der sozialen Schichtung zutage tretende Verschieden-
artigkeit der einzelnen Betriebszweige zeigt sich auch in der nachstehend
wiedergegebenen Verteilung der Angestelltenschaft auf die einzelnen
Angestelltengruppen.

In der Mühlenindustrie handelt es sich vielfach um kleine
Betriebe, über % der beschäftigten Personen sind Selbständige.
Durch die enge Verbindung mit der Landwirtschaft kom-
men hier wie auch in einer Reihe anderer Zweige des Nahrungsmittel-
gewerbes die tatsächlichen Verhältnisse in der genannten Zahl nicht
voll zum Ausdruck. Auf dem Lande ist der Müller, der Bäcker, der
Schlächter meist zugleich auch Landwirt oder auch Gastwirt, so daß
man die Zahl der nebenberuflichen Müller mitberücksichtigen
muß, Sie ist mit 17490 Personen sogar größer als die der hauptberuf-
lichen Müller und Mühlenbesitzer. Die Beschäfti gung von An-
gestellten ist wenig ausgedehnt. Von den 9232 Angestellten ge
hören nur 300 zu den Technikern und etwa 19 Proz. zu den Werk-
meistern, der Hauptteil entfällt auf die kaufmännischen Angestellten.

Eine ähnliche Struktur zeigt das Bäckerei-und Konditorei-

gewerbe, allerdings ist hier die Zahl der nebenberuflichen Bäcker
mit rund 9000 Personen nicht so ausschlaggebend wie in der Mühlen-
industrie, Technische Angestellte finden sich nur in geringer Zahl,
die Werkmeister stellen nahezu 20 Proz. der Angestelltenschaft, während

Jury
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        Die Angestelltenim Nahrungs- und Genußmittel-
rewerbe.

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Betriebszweig

Mühlenindustrie . . . .
Bäckerei u, Konditorei .
Zuckerindustrie . ,..
Kakao- und Schokoladen-

industrie €. @ wa
Fleischerei. .....
Molkerei usw... ...
Margarineindustrie . . .
Brauerei... 0.0.0...
Wein« u. Branntweinrew.
Zigarrenindustrie . . .
Zigarrenindustrie . . .
Herst, v. Rauch-, Kau-,

Schnupftabak . . ..
Sonstige Zweige. . ..
Nahrungs-u. Genußmittel-

gewerbe zusammen . .
Ve

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Mühlenindustrie . . . .
Bäckerei u. Konditorei .
Zuckerindustrie .'. ..
Kakao- und Schokoladen.

industrie... . ..
Fleischerei... ...
Molkerei usw... ...
Margarineindustrie .... .
Brauerei. ......
Wein“ u, Branntweingew.
Zigarrenindustrie . . .
Zigarettenindustrie ... .
Herst. v. Rauch-, Kau-,

Schnupftabak . ...
Sonstige Zweige. . ..
Nahrungs-u.Genußmittel-

gewerbe zusammen . .

Ange-
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229| 4159
807! 1667

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2 084

5588! 1608
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2441! 543
16306 540
18161 1 53F
6143" 731
10814 1442
16757: 797
16519 552
13705
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14 154
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9 495
12 459
14184
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8 447
4633
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10 29°.
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4 880

5707
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2.094
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3 609
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24
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3.247
15 055

2347, 900
9824| 5231
164 379|6 633 | 24 348
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{5 18,8
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74.1
54,7

77,7
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9.9

86,8
77,7
84,0
87,8
74,3
85,9
73,1
91,8

59,7
32,8
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72,6
76,0
56,1

40,3
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40,6
27,9
17,5
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24,0
43,9
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109

mn

89,9
87.6

72,8 | 27,7
65,3 | 347
100 ! 4,0] 14,8 | 81,2 | 58,8 41,2
37
ß
n
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{

auf die kaufmännischen Angestellten ein Anteil von 79 Proz, entfällt.
Von dem gesamten kaufmännischen Personal von 16625 Köpfen sind
beinahe *®%0 weibliche Angestellte, vor allem Verkäufeninnen in den
Bäckerläden, denn die amtliche Statistik hat den gesamten sogenannten
„Produzentenhandel“ zur Industrie und zum Handwerk gezählt.
Der Anteil der Angestelltenschaft an der Gesamtzahl der
Erwerbstätigen liegt mit 5,8 Proz. sehr niedrig, die Angestelltenfunk-
tionen, vor allem der Verkauf, werden im Bäckereigewerbe vielfach von
den Familienangehörigen, besonders von den Ehefrauen des Geschäfts-
inhabers übernommen, der Anteil dieser Gruppe stellt sich auf 18,3 Proz.
aller Erwerbstätigen.

16,

7
        <pb n="112" />
        im Fleischereigewerbe ist ebenso die Zahl der Selbstän-
digen und die der mithelfenden Familienangehörigen verhältnismäßig
groß, der Anteil der Angestellten dagegen niedrig, Die größere
Zahltechnischer Angestellten erklärt sich daraus, daß auch
die Schlachthäuser und die Fleischkonservenindustrie mit ihrem tech-
nischen Personal in der Zahl enthalten sind. Von den 1536 technischen
Angestellten, zu denen die amtliche Statistik auch das sogenannte „Fach»
personal” zählt, sind 856 Fleischbeschauer und 159 Tierärzte. Das
kaufmännische Personal des Fleischereigewerbes, das insgesamt 14116
Personen umfaßt, zeigt eine ähnliche Zusammensetzung wie im Bäckerei»
gewerbe, auch hier entfallen etwa % auf weibliche Angestellte, die
vorwiegend als Verkäuferinnen tätig sind.

Die soziale Schichtung ‘der Erwerbstätigen in der Zuckerindustrie,
der Kakao und Schokoladenindustrie und auch in den Brauereien zeigt
die anders geartete Betriebsorganisation dieser Zweige des Nahrungs»
mittelgewerbes. In der Zuckerindustrie, die sich als Saison-
gewerbe, allerdings zur Zeit der Zählung (Sommer) nicht in der Kam-
pagne befand und infolgedessen, vor allem mit zu geringen Arbeiter-
zahlen erscheint, entfallen nur 1,6 Proz. der Erwerbstätigen auf die
Selbständigen, von den 625 Personen dieser Gruppe sind 466 Direk-
toren usw. Unter der Angestelltenschaft von 5458 Köpfen sind die
Techniker mit 14,8 Proz, vertreten, von den 807 technischen Angestellten
sind 225 Chemiker und 85 Ingenieure. Auch der Anteil der Werk.
meister liegt mit 30,5 Proz. wesentlich höher als in den übrigen Zweigen
des Nahrungsmittelgewerbes,

In der Kakao-, Schokoladen- und Konfitürenindu-
strie, in der 21,6 Proz. aller Erwerbstätigen zur Angestelltenschaft
zehören, überwiegt das kaufmännische Personal bei weitem, von den
16306 Angestellten entfallen fast 87 Proz. auf diese Kategorie. Es
handelt sich hier aber nur zum geringen Teil um weibliches Verkaufs»
personal, etwa 60 Proz. der kaufmännischen Angestellten sind Männer.

Im Brauereigewerbe liegt der Anteil der Selbständigen mit
42 Proz. aller Erwerbstätigen hauptsächlich infolge der zahlreichen
kleinen Brauereien in Bayern auf dieser Höhe: von den 2568 Brauerei«
eigentümern wohnen über 1000 in Bayern. Von den 797 technischen
Angestellten sind 146 Ingenieure und 79 Chemiker. Der Anteil der
Werkmeister stellt sich bei 3500 Personen auf 20.9 Proz. der Ange-
stelltenschaft.

In allen Zweigen des Tabakgewerbes ist die Beschäftigung
;echnischer Angestellten zahlenmäßig von untergeordneter Bedeutung,
auch der Anteil der Meister ist, abgesehen von der Zigarrenindustrie,
n der 26.2 Proz. aller Angestellten auf diese Gruppe entfallen, nur gering.

]) Das Bekleidungsgewerbe,

Das Bekleidungsgewerbe, als dessen wichtigste Zweige die Schneiderei
und Kleiderherstellung (Konfektion), die Näherei und Wäscheherstellung
ınd die Schuhindustrie zu nennen sind, ist die Domäne der klei«-
nen Betriebe, nahezu % Proz. aller Betriebe mit etwa 60 Proz. der
im Bekleidungsgewerbe überhaupt tätigen Personen beschäftigen nur bis
zu 5 Personen. Für die Beschäftigung von Angestellten bietet sich
unter diesen Umständen nur ein verhältnismäßig geringes Feld, es
gehören auch daher nur 5,6 Proz. der Erwerbstätigen des Bekleidungs-
zewerbes zu den Angestellten. Die soziale Gliederung innerhalb dieses
Gewerbezweiges verdeutlicht die folgende Tabelle.

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Zekleidungs-
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insgesamt

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herstellung | Und, Schuh-
industrie

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Selbständige 34875 149831
Angestellte . 12 948 19831
Arbeiter. ... 0... 74611 221 054
Väthelfende Familien- |
angehörive . . . . 34 522 | 1617 | 5711
Erwerbstätige zusammen: | 1590278 | 738635 | 124 051 | 396 427
Davon weibliche. . . 870 229 | 422 998 108 949 71 869
Verhältniszahlen

3827 1 438

56 4,1

53,5 49,6

2,2 2,5

Selbständige |
Angestellte . .
Arbeiter. . 0.0...
Mithelfende Familien=
angehörige . . . ..
Erwerbstätige zusammen:
Davon weibliche . ,

28,1 37,8

10,4 5,0

502 | 55,8

13 | 14

x | 109 100
87,8 18,1

+59

Dead

Die Zahl und der Prozentsatz der Selbständigen wird auch hier durch
die Einrechnung der 130437 Hausgewerbetreibenden erhöht,
diese Gruppe, zu der auch die Heimarbeiterinnen gezählt werden, steht
sozial den Arbeitern weit näher als den Selbständigen, allerdings wird
durch diese Zuteilung der Anteil der Anvcvestelltenschaft‘ nicht berührt.

Die Angestellten im Bekleidungsgewerbe.

Betriebszweig

Ange-
stellte
über-

haupt

Davon sind
kaufm.
Ange-
stailta

Tech- ] Werk-
niker | meister

| Von den kaufm,
Angestellten
sind
männl. | weibl.
Absol‘ ı Zahlen
Schneiderei und Kleider-
herstellung . .. .. 26 4201
Wäscheherstellung . . . 11528!
Hut. und Putzmacherei . 7 989!
Schuhmacherei u, Schuh-
industrie... ... 5116| 14465) 8196! 6269
Sonstire Zweige. . .. 2199| 183693 5193| 8500
Bekleidungsgewerbe zus. | 89102 [2 492 | 12 515| 74 095 | 38 877| 40218
Verhältniszahlen
Schneiderei und Kleider» !
herstellung . . . ..
Wäscheherstellung . . .
Hut. und Putzmacherei .
Schuhmacherei u, Schuh- ,
industrie... ...) 100 | 12 258 | 72,9
Sonstige Zweige. . . . 100 * 25 185 | 84,0
Bekleidungsgewerbe zus. ' 100 1728| 14.0 | 88329

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        Die Art der im Bekleidungsgewerbe auszuführenden Arbeiten er-
möglicht in weitem Umfange die Beschäftigung weiblicher Personen,
so sind 54,7 Proz, aller Erwerbstätigen weiblichen Geschlechts.

Die Verteilung der Angestellten auf die einzelnen Gruppen ergibt
sich aus der vorstehenden Uebersicht. .

Auffallend gering ist der Anteil der technischen Angestellten mit
nur 2,8 Proz, der Gesamtangestelltenschaft, auch die Gruppe der Werk-
meister und des Aufsichtspersonals, zu der 3358 Frauen gehören, ist
mit 140 Proz. verhältnismäßig schwach vertreten. Um so größer ist
der Anteil des kaufmännischen Personals. Da in einer großen Zahl
von Fällen die hergestellten Bekleidungsgegenstände von dem Betriebe
selbst unmittelbar im Kleinverkauf weitervertrieben werden, dürfte die
amtlich vorgenommene Einrechnung des Verkaufspersonals dieser Ben
triebe den hohen Anteil der kaufmännischen Angestellten hervorrufen.
Mehr als die Hälfte des kaufmännischen Personals gehört zum weib-
ichen Geschlecht, in der Hut“ und Putzmacherei sind es sogar nahezu
% der Gesamtzahl.
m) Baugewerbe und Baunebengewerbe.
Das Baugewerbe mit seinen Nebengewerben ist mit 1,7 Millionen
Erwerbstätigen nach der Metallindustrie der größte deutsche Gewerbe
zweig, Zum Baugewerbe zählt der gesamte Hoch. und Tiefbau, der
Betonbau und die Zimmerei; unter Baunebengewerbe sind das Maler-,
Glaser-, Stukkateur-, Tapezierer-, Dachdecker-, Steinsetzer-, Brunnen-
bauer-, Ofensetzergewerbe und einige andere Hilfszweige des Bau-
gewerbes zu verstehen. Die große Zahl der Handwerkerbetriebe in
diesen Gewerbezweigien spiegelt sich in der sozialen Gliederung der
Erwerbstätigen wider. Es sind vorhanden:
Selbständige... 2... 230 224 oder 13,5 Proz.
Angestellte ...... . 136112 # 89
Arbeiter . 2.0.0.0 335337 „787
Mithelf. Familienangeh, . . 6008 0
A — a = A A
Erwerbstätige überhaupt , . 1707681 oder 100 Proz.
Bei einer Aufteilung der Angestellten nach den drei Gruppen, Tech-
nikern, Werkmeistern, kaufmännischen Angestellten, fällt der hohe Anteil
der Techniker und der Werkmeister auf, wobei zu bemerken ist, daß die
Poliere der Gruppe .der Werkmeister zugerechnet worden sind. Es
wurden festgestellt:
Techniker 1.0.1000... 9% oder 38,2 Proz.
Werkmeister und Aufsichtspersonal . . . 42743 „814
Kaufmännische‘ Angestellte . . . .. . 413097 „304 „
Angestellte zusammen 136112 oder 100 Proz.
Unter den technischen Angestellten sind 21 215 Ingenieure und Bau-
meister sowie 2651 Landmesser gezählt worden, von den Landmessern
sind über 2200 in den Bauingenieur- und Vermessungsbureaus tätig.
Auch bei den Ingenieuren entfällt eine ziemlich große Zahl — über ein
Fünftel — auf die Bauingenieurbureaus.

Bei den kaufmännischen Angestellten ist der Anteil des weiblichen
Personals mit insgesamt 15327 Köpfen verhältnismäßig gering.

n) Wasser-, Gas. und Elektrizitätsgewinnung und -versorgung.

Die Versorgung der Bevölkerung‘ und der Industrie mit Wasser, Gas
und Elektrizität liegt zum größten Teil in der öffentlichen Hand, haupt»
sächlich bei den Kommunen, vielfach handelt es sich auch um gemischt“

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wirtschaftliche Unternehmungen. Aus dieser Eigentümlichkeit des Ge«
werbezweiges erklärt es sich, daß neben den Angestellten auch in
größerem Maßstabe öffentlich-rechtliche Beamte oder doch
Personen mit besonders gesicherter Stellung tätig sind. Die amtliche
Statistik bietet keine Möglichkeit, die beiden Gruppen, deren
sachliche Tätigkeit sich häufig decken wird, voneinander zu trennen,
sie müssen daher auch in den nachstehenden Angaben in einer Zahl
yebracht werden, ;

Die Wasser-, Gas. und Elektrizitätsgewinnung und »verteilung ist der
Natur der Sache nach die Aufgabe größerer Betriebe, bei der Elek-
trizitätsgewinnung finden sich allerdings auch eine Reihe kleinerer Be-
triebe, wie Sägemühlen und ähnliche die Wasserkräfte ausnutzende Bes
triebe, die nebenher auch Strom erzeugen und an Dritte abgeben. Von
den 2957 Selbständigen dieses Gewerbezweiges gehören mehr als
90 Proz. zur Gruppe der Direktoren. Die soziale Schichtung der Er-
werbstätigen ergibt sich aus der folgenden Aufstellung:
Selbständige . 0.0.0.0...
Angestellte und Beamte . . ..
Arbeiter . .

20957 oder 1,7 Proz.
46105 „ 258
1290341 „ 725
Zusammen 178403 oder 100,0 Proz.
Der Anteil der Angestellten und Beamten an der Ge
samtzahl der beschäftigten Personen ist mit 25,8 Proz. sehr er«
heblich, es entfallen auf die einzelnen Gruppen:

Techniker. . .... 9375 oder 203 Proz,
Werkmeister . ........ 66100 „ 144 „
Kaufmännische Angestellte . . . 30120 „ 63
Angestellte und Beamte. . . . . 46105 oder 100.0 Proz.

in der Zahl der technischen Angestellten sind 3920 Ingenieure ent-
halten, wovon 3446 in den Elektrizitätswerken, 299 in den Wasserwerken,
die restlichen. 175 in den Gaswerken tätig sind. Unter den kauf«
männischen Angestellten überwiegt bei weitem das männliche Ge
Schlecht, es sind nur 6504 weibliche Angestellte beschäftigt.
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        Die wirtschaftspolitischen Blätter des
Allgemeinen freien Angestelltenbundes
„Wegder Wirtschaft“
berichten an Hand fortlaufend geführter Tabellen

in. gedrängter Kürze über den Gang der Konjunktur,

Es erscheinen Ende jeden Monats folgende
acht einseitig bedruckte Blätter:

Zur Lage / Arbeitsmarkt / Geld-
und Kapitalmarkt / Warenmarkt
Preisbewegungen / Finanzen des
Staates / Internationale Wirtschaft
Konzentrationsbewegung

Die wirtschaftspolitischen Blätter sind unentbehrlich
für jeden Redner und wirtschaftspolitisch interessierten
Gewerkschaftsfunktionär. Praktische Sammelmappen
mit Register ermöglichen das Aufbewahren der Blätter.

Der „Weg der Wirtschaft“ ist nur durch die Hauptgeschäfts-
stelle des AfA-Bundes, Berlin NW 40, Werftstraße 7, zum Preise von
2.40 RM. pro Vierteljahr bei portofreier Zustellung zu beziehen.
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ut der Leitung oder Beaufsichtigung eines Betriebes
ıs Betriebsteiles oder mit der Entscheidung über die
nahme beschäftigt und nicht überwiegend in der
ı der Maschine oder sonst körperlich tätig sind oder
äin einer für die Zwecke des Betriebes wesentlichen,
rwiegend körperlichen Arbeit unter eigener Verant-
tätig sind. Diesen Bestimmungen wird aber nur ein
’oliere genügen. Folgt man also hinsichtlich der Zu-
er Poliere zur Angestellten- bzw. zur Arbeiterschaft
zestelltenversicherungsgesetz, so dürfen unmöglich
ı 42000 Personen als „Werkmeister“ gezählt werden.
. nun hier angenommen, daß nur rund die Hälfte, also
arsonen, der von der Berufszählung ermittelten Zahl
‘kmeister” angesehen werden dürfen. Auch in der
ustrie und im Bekleidungsgewerbe wurden von den
Erhebung gewonnenen Zahlen größere Abschläge

weil in diesen Industriezweigen Aufsichtspersonal
tige nicht zu den Werkmeistern gehörende Personen
icher Zahl vorhanden sind.
kaufmännischen Angestelltennach
VWirtschaftszweigen:
lie folgende Uebersicht zeigt, entfallen fast %ı0 der
nischen Angestellten auf den Handel und fast */ı auf
;trie. Bei den weiblichen Angestellten ist der Anteil
Jels auf Kosten des der Industrie sogar noch größer.

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‚aufmännische Angestellte wurden auch die nicht-
ıen Angestellten in den kommunalen Wasser-, Gas-
ıtrizitätswerken gezählt, desgleichen die nichttechni-
ngestellten in den öffentlichen Banken und Spar-
Von den Versicherungsangestellten wurden die in
ıtversicherung Beschäftigten als kaufmännische An-

die in der Sozialversicherung Tätigen als Bureau
te angesehen. Die nichttechnischen Angestellten der
hen Verkehrsanstalten (Reichspost, Reichsbahn,
‚ahnen usw.) wurden nicht den kaufmännischen An-
n, sondern den Bureauangestellten zugezählt, da eine
Trennung der Angestellten nach der Rechtsform der
imen nicht möglich war.

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Grund der bisher veröffentlichten Resultate der ge-
en Betriebszählung, aus denen allerdings nur die Zahl
häftigten Personen im ganzen, aber nicht die der An-
n im besonderen ersichtlich ist, wurde versucht,
Bank- und Börsenwesen tätigen Angestellten
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