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        <title>Die Angestellten in der Wirtschaft</title>
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        <pb n="2" />
        Eine wertvolle Ergänzung
zu dieser Broschüre bildet
Der Geschäftsbericht des
Vorstandes 4. Allgemeinen
freien Angestelltenbundes

Die

ngestelltenbewegung
1925-1928

Geschichts- u. Handbuch der Wirtschafts-,
 Sozial- und der Gewerk:
schaftspolitik
300 Seiten in Großoktav mit vielen
Skizzen und statistischen Belegen

LADENPREIS: broschlert 14.— RM, gebunden 16.-RM
FÜR MITGLIEDER: broschiert 8.- RM, gebunden 9.20 RK

Freier Volksverlag GmbH., Berlin NW 40, Werftstr. 7
        <pb n="3" />
        DIE

ANGESTELLTEN
IN DER
WIRTSCHAFT

LINE AUSWERTUNG
DER AMTLICHEN
BERUFSZÄHLUNG
VON 1925

HERAUSGEGEBEN
VOM ALLGEMEINEN
FREIEN ;
ANGESTELLTENBUND

EI

BERLIN 1928 : FREIER VOLKSVERLAG G.M.B.H.
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        Z9XANE
© 03
        <pb n="5" />
        INHALTSVERZEICHNIS

Seite

Vorwort . ..
1. Wachstum der Angestelltenschaft in den letzten Jahrzehnten
‚Das Bevölkerungswachstum . . .
Die Industrialisierung der Wirtschafi
Die sozialen Auswirkungen . .
H. Größe und Bedeutung der Angestelltenschaft
Wer gilt als Angestellter? ..
Zahl der Angestellten. . .
Anteil der Angestellten an der erweibstätigen Bevölkerung .
Die Veränderungen gegenüber dem Vorkriegsstand .
Veränderungen seit 1925 ......
WM. Gliederung der Angestelltenschaft nach Berufen und Wirtschafts-Zweigen
 . . 2.0.0.0...
* Die Angestelltenschaft nach Berufsgruppen
Die Angestellten nach Wirtschaftszweigen
Die technischen Angestellten . ..
Die Werkmeister ......
” Die kaufmännischen Angestellten
Die Bureauangestellten . . .
Die sonstigen Angestellten. . . ..
Die Angestellten in den freien Berufen
IV. Arbeiter, Angestellte, Selbständige
Die Angestellten in der Land- und
Die Angestellten in der Industrie
Die technischen Angestellten .
Die Werkmeister, ....
Die kaufmännischen Angestellten
Angestellte und motorische Kräfte . .
X Die Angestellten im Handel und Verkehr
V. Angestellte und Nebenberuf . . .
Angestellte im Nebenberuf , .......
Hauptberufliche Angestellte mit einem Nebenberuf
Doppelverdiener unter den Angestellten. . .
, Mithelfende Familienangehörige als Angestellte
VI. Die weiblichen Angestellten . . . ;
Anhang: Die Angestellten in den einzelnen Industriezweigen. . .
(zu Kapitel IV: Arbeiter, Angestellte, Selbständige.)
a) Bergbau 2. 0.0.0000.
b) Industrie der Steine und Erden
c) Metallindustrie . . .
d) Chemische Industrie
e) Textilindustrie . . . »
f) Papierindustrie und Vervielfältigungsgewerbe . . ..
g) Leder- und Linoleumindustrie, Kautschuk« und Asbest“
industrie . . .. H X wo „104
h) Holz. und Schnittstofigewerbe . . . .. 105
i) Musikinstrumenten- und Spielwarenindustrie 105
k) Nahrungs- und Genußmittelgewerbe 106
1) Bekleidungsgewerbe . . . ... 108
m) Baugewerbe und Baunebengewerbe. . . .. . „109
n) Wasser, Gas- und Eektrizitätsgewinnung und «versorgung 110

x

%
24
27

30
30
        <pb n="6" />
        VORWORT

Die wirtschaftlichen Veränderungen in den beiden Jahrzehnten
 haben tiefgehende soziale Auswirkungen zur Folge
gehabt, von denen keine Schicht der Erwerbstätigen mehr erfaßt
 worden ist als die Angestellten. Diesen Hintergrund
wichtiger sozialpolitischer Auseinandersetzungen der Nachkriegszeit
 zahlenmäßig zu erforschen, schien uns als eine notwendige
 Aufgabe, Wir haben daher zunächst an Hand eigener
statistischer Erhebungen versucht, die Veränderungen in der
Zusammensetzung der Arbeitnehmerschaft einzelner Unternehmen
 und damit in der sozialen Gliederung der erwerbstätigen
 Bevölkerung festzustellen. Die Ergebnisse unserer
Belegschaftsstatistik, die in unserer AfA-Bundeszeitung
 1926/27 veröffentlicht worden sind, fanden durch die
amtlicheBerufszählung ihre Bestätigung. Leider faßt
jedoch die amtliche Statistik Angestellte und Beamte zusammen,
 so daß die Zahlen kein klares Bild von den tatsächlichen
 Verhältnissen — vor allem von der Entwicklung von
1907 bis 1925 — geben. Trotz der Bedenken, die zunächst
von amtlicher Seite gegen eine Aussonderung der Angestelltenziffern
 bestanden, schien es uns unter allen Umständen
 notwendig, wenigstens diesen Versuch zu unternehmen,
 weil das Ergebnis einer solchen Untersuchung für
die Beurteilung wirtschaftlicher und sozialpolitischer Entwicklungstendenzen
 von größerer Bedeutung ist. Wir fanden dabei
in jeder Weise die Unterstützung des Statistischen
Reichsamtes. Die Herren Direktor Dr. Platzer und
Oberregierungsrat Dr. Burgdörfer erwiesen unserer Arbeit
 weitgehendes Entgegenkommen, den Herren Sachbearbeitern
 Dr. Fürst und Kruse schulden wir unseren
besonderen. Dank für ihre Hilfe.
        <pb n="7" />
        Die Schriftleitung lag in‘ den Händen von Dr. Otto
Suhr, dem Leiter unserer wirtschaftspolitischen Abteilung.
Die graphischen Darstellungen besorgte unser ständiger Mitarbeiter
 Kollege Horchert.
Das Ergebnis unserer Untersuchungen, das wir hiermit
vorlegen, bietet zugleich das statistische Material für das
Thema, das im Mittelpunkt unseres 3. AfA-Gew erkschaftskongresses
 steht: „Die Bedeutung der
Angestellten innerhalb der Wirtschaft und
der Arbeiterklasse“. Es wird Aufgabe der Referenten
sein, die hier nur durch Zahlen ausgedrückten Tatsachen
soziologisch zu begründen, die ökonomische Funktion der
Angestellten und ihre soziale Stellung in der Gesellschaft
darzustellen. Diese Referate werden noch im Laufe dieses
Jahres im „Freien Volksverlag“, Berlin NW 40, in Druck
erscheinen.
1. Oktober 1928,

Der AfA-Bundesvorstand.
        <pb n="8" />
        Druckfehlerberichtigung.

In der Tabelle auf Seite 38 sind infolge der Verschiebung
der Zeilen die Prozentziffern falsch angegeben. Die Tabelle
muß richtig folgendermaßen. lauten:

Die Werkmeister nach Wirtschaftszweigen:

Metallindustrie . . .
Davon:
Maschinen-, Apparate- und Fahrzeugbau . .
Herstellung von Eisen-, Stahl- und Metallwaren
Eisen= und Metallgewinnung . .... 1.
Elektrotechnische und feinmechanische Industrie
Textilindustrie ..... .\
Baugewerbe 1. .......
Nahrungs- und Genußmittelgewerbe
Industrie der Steine und Erden . .
Holz- und Schnitzstoffgewerbe
Chemische Industrie . . .
Papierindustrie . . ..
Bergbau ......
Bekleidungsgewerbe . .
Sonstige Wirtschaftszweige
Werkmeister insgesamt

Zahl
BO 000

Proz,
36

35 000
17 000
16 000
12 000
25 000
20 000
20 000
15 000
15 000
10 000
10 000
7 000
6 000
12 000
220 000 | 100

Gleichzeitig berichtigen wir folgende kleine Druckfehler:
Auf Seite 11 muß in der Tabelle die Zahl der mithelfenden
Familienangehörigen nicht 318 sondern 313 heißen. Auf
Seite 20 muß in der Tabelle die Zahl der weiblichen Beamten
in leitender Stellung statt 2000 gleich 3000 heißen, und auf
Seite 23 in der Tabelle beträgt die Zahl der Angestellten nicht
3450 000 sondern 3500 000 und die Prozentzahl der Beamten
nicht 6,3, sondern 6,8,
Auf Seite 84 muß es in der Tabelle heißen: Auf 1000 Männer
in den Altersjahren zwischen 25 und 30 kamen 1910 1002
(nicht 1902) Frauen,
        <pb n="9" />
        P
        <pb n="10" />
        I. Das Wachstum der Angestelltenschaft
in den letzten Jahrzehnten

Das Vordringen der Angestelltenschaft ist einer der markantesten
 Züge des sozialen Lebens der letzten Jahrzehnte.
Da alle sozialen Umwälzungen die Frucht der wirtschaftlichen
Entwicklung sind, wird man das Wachstum und die Bedeutung
 der Angestelltenschaft für die Wirtschaft und in
der Wirtschaft nur dann verstehen und würdigen können, wenn
man sich über die wirtschaftlichen Grundbedingungen
 dieser Entwicklung Rechenschaft gibt. Die ökonomischen
 Verhältnisse bilden den Boden, aus dem heraus die
Anvestelltenschaft wachsen konnte und wachsen mußte.

Das Bevölkerungswachstum.,
Die Entwicklung der deutschen Wirtschaft ist grundlegend
durch das Wachstum der deutschen Bevölkerung bestimmt
worden. Die Bevölkerungszahl, die im Jahre der Reichsgründung
 1871 erst 41 Millionen betrug, überschritt um die
Jahrhundertwende bereits 56 Millionen und erreichte zehn
Jahre später die Höhe von 65 Millionen. Auf dem heutigen
kleineren Reichsgebiet lebten im Jahre 1910 etwa 57,8 Millionen
 Menschen, trotz des Krieges und seiner schwerwiegenden
 Folgen für die Bevölkerungsentwicklung wurde bei der
letzten Volkszählung im Jahre 1925 eine Volkszahl von
62% Millionen Menschen festgestellt, Der große Geburten -
ausfall der Kriegsjahre und der bereits vor dem
Kriege einsetzende Geburtenrückgang, der sich in den
Nachkriegsjahren verstärkt hat, haben dabei das innere Gefüge
der Bevölkerung verändert: wir haben heute mehr
Erwachsene und weniger Kinder als früher.
Die große Zahl der erwachsenen Personen stammt aus den
Geburtsjahrgängen des ersten Jahrzehnts dieses Jahrhunderts,
diese Menschenmassen sind in das erwerbsfähige Alter hineingewachsen
 und müssen Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten
 suchen. Während die gesamte Bevölkerung in der Zeitspanne
 zwischen den Berufszählungen von 1907 und 1925 nur
um 13,5 Proz. zunahm, wuchs die Masse der im erwerbsfähigen
 Alter stehenden Personen prozentual nahezu
        <pb n="11" />
        doppelt so schnell. Fast 7 Millionen Menschen mehr als im
Jahre 1907 und schätzungsweise 4 Millionen mehr als im Jahre
1914 stehen heute im Erwerbsleben, und alle wollen und
müssen eine Beschäftigung finden. An diesem Zuwachs von
4 Millionen sind die Frauen etwa zur Hälfte beteiligt, Die
Kriegsverluste an Männern haben hier zu einer gerade für den
Arbeitsmarkt der Angestellten wichtigen Folgeerscheinung
 geführt. Der Kriegstod der Männer hat eine große
Zahl von Frauen zur Ehelosigkeit und damit vielfach zur
eigenen Erwerbsarbeit gezwungen. In den verschlechterten
Eheaussichten, in den wirtschaftlichen Folgen der Inflation
und nicht zuletzt in dem Drängen der modernen Frau nach
Selbständigkeit sind die Gründe dafür zu suchen, daß heute
eine weit größere Zahl von Frauen einen Platz im Erwerbsleben
 beansprucht. Die Angst vor dem Hinabsinken in vermeintlich
 „tiefere“ soziale Schichten treibt diesen Zustrom
neue Beschäftigung suchender Kräfte vornehmlich den An-«
gestelltenberufen zu.

DieIndustrialisierung der Wirtschaft.
Das Bevölkerungswachstum der letzten Jahrzehnte mußte
zwangsläufig dazu führen, daß aus dem Ägrarstaat , den
das Deutschland Anfang der 80er Jahre noch darstellte, ein
Industriestaat wurde. Die Landwirtschaft, von der im Jahre
1882 noch 40 Proz. der Bevölkerung unmittelbar lebten, konnte
die zunehmende Bevölkerung nicht aufnehmen, der Bevölkerungsüberschuß
 mußte sein wirtschaftliches Unterkommen in
anderen Erwerbszweigen suchen. Die landwirtschaftliche
 Bevölkerung hat sich seit jener Zeit in ihrer
absoluten Größe kaum verändert, ihr Anteil an der gewachsenen
 Gesamtbevölkerung betrug im Jahre 1925 aber
nur noch 23 Proz. In dem gleichen Zeitraum stieg der Anteil
der Industrie von 35 Proz, auf über 41 Proz. der gesamten
Reichsbevölkerung, Der Handel und das Verkehrswesen
 hat in schneller Entwicklung diese Zunahme noch
überboten. Der Anteil der unmittelbar vom Handel und vom
Verkehrswesen lebenden Bevölkerung ist in dem Zeitraum
1882 bis 1925 von knapp 10 Proz. auf nahezu 17 Proz. der
Gesamtbevölkerung angewächsen. Die neuen Arbeitskräfte
haben also in wachsender Zahl nicht mehr in der eigentlichen
Warenproduktion, sondern in dem Verteilungsap parat
der Wirtschaft ein Betätigungsfeld gefunden. Hier aber
hat der Angestellte immer eine ausschlaggebende Rolle
gespielt.
Die Entwicklung zum Industriestaat ist durch das Wachstum
 der Großbetriebe und die fortschreitende
        <pb n="12" />
        Konzentrationsbewegung gekennzeichnet. In dem
Zeitraum von 1907 bis 1925 nahm die Zahl der industriellen
Kleinbetriebe (einschließlich der Handwerksbetriebe), in denen

Die erwerbsfähige Bevölkerung 1871—1925.

BO im Alter:
ynter 151 von 15—65lüber 65 Jahre

Früheres
Reichsgebiet

87”

88

RIC

Erwerbsfähige
Bevölkerung
‚|Nicht. erwerbsfähige
7 Bevölkerung

|
I90C

14910

Jetziges
Reichsgebiet fıo20
ohne
Saargebiet (192:

m m Millionen
10 20 30 40 50 60 70 Einwohner

bis zu 5 Personen tätig waren, um 0,3 Proz. ab, die Zahl der
Betriebe mit 6 bis 50 Personen dagegen um 28,6 Proz., die
„Großbetriebe“ mit mehr als 50 Personen sogar um 31,1 Proz.
zu, die Zahl der in diesen Betrieben beschäftigten Personen
ist sogar um mehr als 46 Proz. gestiegen. Durch diese Entwicklung
 ist die in der amtlichen Statistik übliche Einteilung in
Klein-, Mittel- und Großbetriebe völlig veraltet. Die Einteilung
steht in keiner Beziehung zu den tatsächlichen Verhältnissen.
Niemand wird in jedem Betrieb mit mehr als 50 Beschäftigten
einen Großbetrieb erblicken. Trotzdem müssen wir, um das
amtliche Zahlenmaterial verwenden zu können, uns an diese
Einteilung halten.
Betrachtet man die „Riesenbetriebe“ mit über 1000
Personen für sich allein, so ist die Zahl der in diesen Betrieben
 tätigen Personen um nahezu 1 Million oder um fast
80 Proz. gewachsen, Ueber die Hälfte der in der Industrie
überhaupt beschäftigten Personen, genau 54,8 Proz,, sind in
Großbetrieben (über 50 Personen) tätig, 16,6 Proz. in Betrieben
mit mehr als 1000 Erwerbstätigen.
Diese Großbetriebe steigerten aber ihre Produktionsleistung
durch immer weitergreifende Arbeitsteilung und Arbeitsverbindun
 g. Die Arbeitsteilung griff von der eigentla
        <pb n="13" />
        lichen Fabrikationstechnik, in der sie das Schicksal der Arbeiterschaft
 bestimmte, auf den kaufmännischen und organisatorischen
 Aufbau der Betriebe über und zog damit auch die
Angestelltenschaft in ihren Bann.
Diesozialen Auswirkungen.
Diese wirtschaftlichen Umwälzungen spiegeln sich in der
sozialen Struktur der Erwerbstätigen wider. Das nachstehende
Schaubild verdeutlicht die sozialen Umschichtungen in den
letzten Jahrzehnten.
Die Zahl der selbständigen Erwerbstätigen — das sind
die Unternehmer, Handwerker, Landwirte, aber auch die

Soziale Gliederung der Erwerbstätigen.
— 1882-1925. —

Drant


400

90

Selbständige

Mithelfende
Fam- Angehörige
Angestellte u. Ra- m}

und

Arbeiter

F
Ka

+—

80

70

GO

50

20

114

einschl.

Hausangestellte

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MO

30

20

10

[;

selbständigen Aerzte, Rechtsanwälte usw. — hat nur durch
die Zunahme der selbständigen Existenzen im Handel eine
geringe Zunahme erfahren, Der prozentuale Anteil der Selbständigen
 an der Gesamtzahl a 11er Erwerbstätigen geht trotzdem
 ständig zurück. Auch die größte soziale Schicht, die
Arbeiterschaft, hat trotz ihres nicht unmbeträchtlichen
absoluten Wachstums verhältnismäßig an Gewicht verloren,
besonders, wenn man ihr die Hausangestellten (das sind die
Hausgehilfinnen, wie Köchinnen, Stubenmädchen, aber nicht
die Angestellten, wie Hauslehrer) noch zurechnet, die absolut
und prozentual an Boden verloren haben. Nur die Gruppe der
mithelfenden Familienangehörigen — in der Hauptsache Ehe-
        <pb n="14" />
        frauen und Töchter — hat sowohl absolut wie prozentual eine
Zunahme aufzuweisen, — trotzdem reicht auch diese Zunahme
nicht an das Wachstum der Angestelltenschaft heran.
Setzt man die im Jahre 1882 ermittelten Zahlen = 100, so
ergeben sich für die einzelnen Gruppen die folgenden Steigerungssätze:


Selbständige... .
Angestellte und Beamte
Arbeiter 2.0.0.0...
Mithelfende Familienangehörige
Hausangestellte ... 1...
Erwerbstätige zusammen:

12292

“99
A
0

zu
‚MN

A

z205 | 1907 | 10925

°n6 108 116
159 318 529
124 146 | 182
107 | 217 318
10° 102 94

Ar

1240

199

Diese Zahlen der amtlichen Statistik, die .sich. für alle
Zählungstermine auf das jetzige Reichsgebiet beziehen, zeigen
eindringlich das schnelle Wachstum der Gruppe der
Angestellten und Beamten, deren Zahl sich in dem
der Beobachtung zugrunde liegenden Zeitraum von fünf Jahrzehnten
 mehr als verfünffacht hat. Der Gruppe der Angestellten
sind bei den amtlichen Zählungen leider auch Beamte, Soldaten,
 Mönche und eine Reihe von anderen Personengruppen
zugezählt worden, so daß die vorliegenden amtlichen Zahlen
kein klares Bild von der Stellung der Angestellten in der
Wirtschaft geben. Die amtliche Statistik hat darauf verzichtet,
eine Ausgliederung der Angestellten vorzunehmen, obwohl sie
u. E. in großem Umfange möglich und im Hinblick auf die
besondere Stellung der Angestellten in der Entwicklung der
erwerbstätigen Bevölkerung auch unbedingt erforderlich gewesen
 wäre. Die nachfolgenden. Ausführungen sind ein Versuch,
 die Größe und Bedeutung der Angestelltenschaft indirekt
 zu bestimmen. Dazu ist zunächst eine Klärung des
Begriffs „Angestellten“ um so notwendiger, weil die
zur Verfügung stehenden Zahlenunterlagen sich zum Teil auf
verschiedene begriffliche Abgrenzungen der Angestelltenschicht
 von den übrigen erwerbstätigen Personen aufbauen.
Doch kann es nicht unsere Aufgabe sein, einen neuen, letzten
Endes doch wieder theoretischen Angestelltenbegriff zu entwickeln,
 sondern unser Ziel ist vielmehr die Angestelltengruppe
 als einen Teil der Arbeiterklasse in statistisch brauchbarer
 Weise von der übrigen erwerbstätigen Bevölkerung abzugrenzen
 — ohne den tatsächlichen Verhältnissen Zwang
anzutun, wenngleich gewisse Grenzfälle ‚eine sicherlich in
mancher Beziehung strittige Entscheidung erfordern.
        <pb n="15" />
        Il. Größe und Bedeutung der
Angestelltenschaft

Wergiltals Angestellter?

Obwohl die Praxis ständig und ohne größere Schwierigkeiten
 mit dem Begriffdes Angestellten arbeitet, liegt
doch eine allgemein brauchbare und befriedigende Definition
nicht vor"). Die arbeitsrechtliche und sozialpolitische Gesetzgebung
 hat darauf verzichtet, den Kreis der Angestellten, der
von ihr berührt wird, näher zu umreißen. und legt ihn meist
nur durch den Hinweis auf das Angestelltenversicherungsgesetz
 (AVG.) fest. Aber auch das Angestelltenversicherungsgesetz
 bringt keine Begriffsbestimmung,
 sondern beschränkt sich darauf, die wichtigsten
Gruppen der versicherungspflichtigen. Angestellten im 8 1
aufzuzählen?). Darüber hinaus wurde der Reichsarbeitsminister

1) Einen guten Ueberblick über die vorliegenden juristischen
Definitionen gibt Lautner, Angestelltenvertragsrecht I, Graz 1927,
?) „Für den Fall der Berufsunfähigkeit ($ 30) und des Alters sowie
zugunsten der ‘Hinterbliebenen werden Angestellte .nach den . Vor»
schriften dieses Gesetzes versichert, insbesondere
1. Angestellte in leitender Stellung; .
2. Betriebsbeamte, Werkmeister und -andere Angestellte in einer
ähnlich gehobenen oder höheren Stellung;
Bureauangestellte, soweit sie nicht ausschließlich mit Botengängen,
 Reinigung, Aufräumung: und ähnlichen Arbeiten be«
schäftigt werden, einschließlich der Bureaulehrlinge und Werkstattschreiber;

Handlungsgehilfen und Handlungslehrlinge, andere Angestellte
für kaufmännische Dienste, auch wenn der Gegenstand des Unternehmens
 kein Handelsgewerbe ist, Gehilfen und Lehrlinge in
Apotheken;
Bühnenmitglieder und Musiker ohne Rücksicht auf den Kunstwert
ihrer Leistungen;
Angestellte in Berufen der Erziehung, des Unterrichts, der Fürsorge,
 der Kranken- und Wohlfahrtspflege;
aus der Schiffsbesatzung: deutscher Seefahrzeuge und aus der
Besatzung‘ von Fahrzeugen der Binnenschiffahrt, Schiffsführer,
Offiziere des Deck- und Maschinendienstes, Verwalter und Verwaltungsassistenten
 sowie die in einer ähnlich gehobenen oder
höheren Stellung befindlichen Angestellten ohne Rücksicht auf
ihre Vorbildung, Als deutsches Seefahrzeug gilt jedes Fahrzeug,
das ımter deutscher Flagge fährt und ausschließlich oder vorzugsweise
 zur Seefahrt benutzt wird.“

A)
        <pb n="16" />
        ermächtigt durch Ausführungsbestimmungen diejenigen Berufe
 zu bezeichnen, die in den Kreis der im 8 1 genannten
Gruppen fallen. Das geschah durch die Aufstellung des
sogenannten Berufskatalogs vom 8. März 1924, in dem
alle die Tätigkeiten und Berufe dem Namen, ihrer Bezeichnung
 nach aufgezählt sind, die als Angestelltenberufe
im Sinne des AVG. gelten. Bei der überragenden Bedeutung,
die diese Umgrenzung der Angestelltenschaft durch das
AVG. in der Praxis erhalten hat und mangels einer exakten
Begriffsbestimmung haben wir uns auch bei der Auswertung
 der Berufszählung im allgemeinen an die durch das
AVG. gegebenen Richtlinien gehalten. Dabei ist nicht zu
verkennen, daß auch der Berufskatalog seine Mängel hat und
— wie jede Aufzählung — immer haben wird. Wenn auch
allgemein Uebereinstimmung darüber besteht, daß weder die
Berufsbezeichnung (die im Berufskatalog aufgenommen
 wurde), noch die Gestaltung des Arbeitsvertrages,
 noch die Vorbildung eines Arbeitnehmers
entscheidend für seine Stellung als Angestellter sind, sondern
alle diese Momente nur wertvolle Anhaltspunkte bieten
können, so kann nur allein die Funktion, die der
Arbeitnehmer in der Wirtschaft maßgeblich
ausübt, ihn zum Angestellten machen.
Welche Funktionen aber nun als Angestelltentätigkeit
angesehen werden, läßt sich im Grunde genommen nur
historisch erklären und aus der Tradition ableiten,
 die von den sozialpolitischen Machtverhältnissen
 entschieden wird.
In diesem Sinne spricht auch die amtliche Statistik von
einer „sozialen Schichtung der erwerbstätigen Bevölkerung“
und bringt in der Gliederung: Arbeiter, Angestellte, Selbständige
 die „betriebstechnische Ueber. und Unterordnung
zum Ausdruck, da andere wesentliche Merkmale der sozialen
Schichtung, wie das Einkommen, der Bildungsgrad, die gesell.
schaftliche Wertschätzung, nicht berücksichtigt werden
können“),
Der Berufskatalog der Angestelltenversicherung ist unvollständig
 einmal aus den technischen Schwierigkeiten
heraus, alle Berufe und Beschäftigungsmöglichkeiten zu erfassen
 und begrifflich festzulegen, er ist aber auch unvollständig,
 weil er noch nicht in allen Punkten der herrschenden
Verkehrssitte — wie sie vor allem durch die Tarifvertragspraxis
 herausgebildet wird — Rechnung trägt. Ganz
abgesehen davon, daß sich die Berufe ständig wandeln und
1) Statistik des Deutschen Reichs Bd. 402/01 S. 218.
        <pb n="17" />
        mit der Zeit neue Berufe entstehen. Aus diesem Grunde haben
beispielsweise die freien Angestelltenverbändedie
Erweiterung des Berufskatalogs gefordert und
ihren Bestrebungen ist es zu verdanken, wenn im letzten Jahr
die Textilmeister mit in den Berufskatalog aufgenommen
wurden, darüber hinaus fordert der AfA-Bund die Einbeziehung
 der Laboratoriumstechniker, Poliere, Richtmeister,
Artisten usw. Diese Berufe sind auch von uns bereits bei der
Auswertung der Berufszählung — mit einigen Einschränkungen,
 über die an anderer Stelle noch gesprochen
wird — zu den Angestellten gezählt. Im allgemeinen hält sich
unsere Auswertung der Berufszählung an den Kreis der versicherungspflichtigen
 Angestellten, jedoch erscheint uns eine
Ausnahme wegen ihrer theoretisch wichtigen Bedeutung für
besonders erwähnenswert, wenngleich sie zahlenmäßig praktisch
 nicht sehr ins Gewicht fällt. Nach dem Angestelltenversicherungsgesetz
 sind auch die Angestellten in
leitender Stellung versicherungspflichtig, wenn ihr
Jahresarbeitsverdienst die gesetzlich festgelegte versicherungs-»
pflichtige Grenze nicht erreicht. Der Begriff. „leitende Angestellte“
 ist nun wieder sehr umstritten. Die Berufszählung
hat die Direktoren und Geschäftsführer der Unternehmungen
mit Recht zu den „Selbständigen“ gezählt... Sie befinden sich
zwar nach ihrem Vertragsverhältnis in einer abhängigen
Stellung, üben jedoch nicht nur Arbeitgeberfunktionen aus,
sondem sind als Organe der Handelsgesellschaften und demzufolge
 als Unternehmer tätig. Bei der überragenden Stellung
der Aktiengesellschaften und G. m. b. H. in der modernen
kapitalistischen Wirtschaft kann man in den Vorständen der
Aktiengesellschaften und den Geschäftsführern der G. m. b. H.
geradezu den modernen Unternehmertypus sehen. Wir haben
diese Gruppe der leitenden Angestellten daher nicht zu den
Angestellten, sondern zu. den Selbständigen gerechnet.

Es ist aber auch in anderen Fällen nicht immer so leicht,
die Angestellten von den Selbständigen zu sondern, wie es auf
den ersten Blick erscheinen mag. Die Schwierigkeiten häufen
sich besonders dort, wo. die Berufsbezeichnung sowohl eine
selbständige als unselbständige Tätigkeit möglich erscheinen
läßt. Seit alters her ist z. B. die Stellung des Agenten umstritten.
 Hier zeigen sich aber auch die Grenzen einer mög“
lichen Auswertung der Berufszählung, die bekanntlich auf
Selbsteintragung in den Haushaltungslisten beruht. Hier würde
im einzelnen nur von Fall zu Fall zu entscheiden sein, ob der
Betreffende nun als Angestellter oder Selbständiger anzusehen
 ist. Dabei darf bei der Bewertung der Eintragung in
        <pb n="18" />
        die Haushaltungslisten auch ein wichtiges psychologisches
 Moment nicht außer acht gelassen werden,
das auch an anderer Stelle sich störend für die Auswertung
der Berufszählung bemerkbar macht. Ebenso wie Arbeiter
sich häufig aus einem verkannten sozialen Geltungstrieb als
Angestellte bezeichnet haben, so haben sich Angestellte in
den Haushaltungslisten als Beamte oder Selbständige eingetragen.

In allen Fällen, in denen die Berufsbezeichnung klar die
Funktion ‚des Betreffenden erkennen ließ, wie z. B. beim
Chauffeur, war die Entscheidung einfach. Auch die Chauffeure,
die sich auf Grund ihres Arbeitsvertrages als Angestellte bezeichnen
 zu können glaubten, sind als Arbeiter gezählt
worden. Schwieriger und letzten Endes unmöglich waren die
Fälle zu entscheiden, in denen der Beruf in verschiedenen
sozialen Positionen ausgeübt wird. Die meisten Kellner
rechnen z. B. nach der Angestelltenversicherung und nach der
Gewerkschaftspraxis zu den Arbeitern, nur eine kleine Gruppe
von Oberkellnern zählt zu den Angestellten. In der Berufszählung
 haben sich nun 26000 Kellner als Angestellte bezeichnet,
 obwohl nach sachverständiger Schätzung kaum
mehr als ein Drittel tatsächlich als Angestellte anzusehen
sind. Diese Schwierigkeiten müssen in Kauf genommen
werden und bilden eine unausrottbare Fehlerquelle, die
aber nicht zu sehr ins Gewicht fällt, weil sich die Fehler
gegenseitig ausgleichen. Es ist kaum anzunehmen, daß sich
mehr Angestellte unkontrollierbar als Beamte und Selbständige
 bezeichnet haben, als Arbeiter unentdeckt als Angestellte
 sich in die Berufszählung eingeschlichen haben.
Größere Schwierigkeiten ergeben sichbei der Trennung
der Angestellten und Beamten, die in der Berufszählung
 in einer Zahl zusammengefaßt wurden. Die amtliche
Auffassung hielt eine Aussonderung der Angestellten deshalb
für unmöglich, weil der Begriff „Beamter“ zu wenig fest umrissen
 erschien, und die Bezeichnung „Beamter“ häufig von
Angestellten als Berufsbezeichnung verwandt wird. Zu solchen
Verwechslungen gab nicht nur der Sprachgebrauch des täglichen
 Lebens, der vom Gewerkschaftsbeamten, Bankbeamten,
 Sozialbeamten redet, wo es sich zweifellos um Angestellte
 handelt, sondern die Gesetzessprache Anlaß, die
z. B. in der Gewerbeordnung die Techniker als Betriebsbeamte
bezeichnet, Hinzu kommt, daß die Entwicklungstendenzen
der modernen Staatsverwaltung und die Auffassung von Beamten
 dazu in der Gegenwart beigetragen haben, die Grenze
zwischen Beamten undAngestellten zu verwischen. DerBeamte

| mr
        <pb n="19" />
        war seiner ursprünglichen Stellung nach Funktionär der staatlichen
 Hoheitsverwaltung. Heute unterscheidet sich der Beamte
 von den übrigen Arbeitnehmern, besonders von den Angestellten,
 kaum noch durch seine Funktion, sondern nur noch
durch seine Rechtsstellung und durch seine Arbeitgeber, wobei
 auch das letztere Moment mit dem Eindringen der Angestellten
 in die Behörden nicht mehr von entscheidender Bedeutung
 ist. Andererseits haben das Vordringen von Staat und
Kommunen in der Wirtschaft dazu geführt, daß Beamte in
Betriebsverwaltungen tätig wurden, wo sie ihrer Funktion
nach zweifellos der Beschäftigung von Angestellten nachgingen.
 Um überhaupt die Möglichkeit einer Abgrenzung
zwischen Beamten und Angestellten zu haben, muß man sich
daher an die allgemeinen staats. und verwaltungsrechtlichen
Grundsätze halten, wie sie in den Dienstvorschriften für die Beamten
 zum Ausdruck kommen, und wie sie auch für die Versicherungspflicht
 der Beamten der AVG, maßgebend sind.
Wir zählen also zu den Beamten nicht nur die Beamten der
Hoheitsverwaltungen (einschließlich Lehrer und Geistliche)
von Reich, Länder und Gemeinden, sondern auch die Beamten
 der Betriebsverwaltungen, dazu kommen in beschränktem
 Umfange auch noch die Beamten der sonstigen
Körperschaften öffentlichen Rechts, natürlich nicht soweit sie
sich als Beamte bezeichnen, sondern nach den verwaltungsrechtlichen
 Vorschriften Beamte sind. Es handelt sich hier um
eine verhältnismäßig kleine Gruppe der Beamten, der Träger
der Sozialversicherung, der Handels und  Handwerkskammern
 usw. Auf die Abgrenzung wird im folgenden Abschnitt
 näher eingegangen.
Die Berufszählung hat folgende Gruppierung der
Angestellten und Beamten vorgenommen:
Technische Angestellte und Beamte (ausschließlich Werkmeister)
und Fachpersonal;
Werkmeister und Aufsichtspersonal;
Kaufmännische und Bureauangestellte sowie Verwaltungsbeamte.
Abgesehen davon, daß hier Beamte und Angestellte nicht
getrennt wurden, läßt diese Einteilung sehr viel zu wünschen
übrig. Unter den technischen Angestellten und dem
Fachpersonal sind z. B. auch alle Angestellten in den besonderen
 Berufen — ‚angestellte Aerzte, angestellte Schriftsteller,
 Krankenschwestern — als sogenanntes Fachpersonal
gezählt worden. In denselben Topf sind nicht nur die berufsmäßigen
 Jäger, sondern z. B. auch die Couleurdiener der
studentischen Korporationen geworfen. Bei dem mit den
Werkmeistern vereinigten Aufsichtspersonal handelt es
sich um Angestellte oder Beamte, die irgendwie Arbeitskräfte
        <pb n="20" />
        zu beaufsichtigen haben. Darunter befinden sich sowohl Viehmeister
 als Arbeitsaufseher, Packmeister wie Wirtschaftsvögte,
 Kuhmeister wie Poliere. Mit den kaufmännischen
Angestellten sind die Verwaltungsbeamten und das
Bureaupersonal zusammengezählt. Allein in diesen Gruppen
handelt es sich um nicht weniger als 1170 Berufe, unter denen
sowohl der Hausvater irgendwelcher Anstalten wie der Gewerbeassessor,
 der Lotteriekollekteur wie der Expedient, der
Thoravorleser wie der Geldwechsler, der Handlungsgehilfe
wie der Schutzmann gezählt werden. Da diese Einteilung für
unsere praktischen Zwecke nicht brauchbar war, haben wir
versucht, die Gruppe der Angestellten (nach Aussonderung
der Beamten) entsprechend der Tarifpraxis folgendermaßen
zu gruppieren:
Technische Angestellte,
Werkmeister,
kaufmännische Angestellte (einschließlich Bankangestellte),
Bureauangestellte,
sonstige Angestellte.

Die Grenzen zwischen den einzelnen Gruppen sind natürlich
 fließend. Die Einteilung wird weder allen Wünschen
gerecht, noch läßt sie sich statistisch vollkommen durchführen.
Zu den technischen Angestellten gehören alle Techniker und
Betriebsbeamte, soweit sie unter $ 133a GO. fallen (mit Ausnahme
 der Werkmeister), sei es, daß sie sich Ingenieure,
Architekten, Chemiker nennen, oder als Konstrukteure,
Zeichner, Betriebsführer in die Haushaltungslisten eingezeichnet
 haben. Die Grenze zwischen Techniker und Werkmeister
 ist sicherlich auch nicht immer leicht zu ziehen, hier
konnten wir uns aber an die amtliche Berufszählung im allgemeinen
 halten, nur die Steiger, die dort dem Werkmeister
zugerechnet waren, sind von uns den technischen Angestellten
 zugezählt worden.
Zu den kaufmännischen Angestellten rechnen
wir entsprechend der Tarifpraxis alle nicht technischen Angestellten,
 die in einem handelsrechtlichen Unternehmen
tätig sind, mithin auch die in den Bureaus der Unternehmen
beschäftigten Stenotypistinnen, Registratoren usw., also alle
Handlungsgehilfen im Sinne des 8 59 HGB. Zu den
Bureauangestellten im engeren Sinne zählen wir nur
die Angestellten, auf die weder die Vorschrift des Handelsgesetzbuches
 noch der Gewerbeordnung Anwendung finden,
deren Arbeitsvertrag sich also allein nach den Vorschriften
des Bürgerlichen Gesetzbuches regelt. Doch erwies es sich als
zweckmäßig, hiervon wieder alle Angestellten in den besonderen
 Berufen, wie Redakteure, Aerzte usw., auszuscheiden.

17
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        Bureauangestellte sind also im wesentlichen die bei den Behörden,
 Selbstverwaltungskörpern, Interessenvertretungen,
Rechtsanwälten. usw. tätigen Angestellten.
Die letzte Gruppe der sonstigen Angestellten
ist nur negativ bestimmt. Zu ihr gehören alle nicht in die drei
vorgenannten Gruppen fallenden Angestellten. Sie umfaßt
daher Angestellte der verschiedensten Funktionen: die Angestellten
 im Gesundheitswesen, in der Wohlfahrtspflege —
die man kurz, aber nicht ganz richtig als Sozialbeamte bezeichnet
 —, die Angestellten in der Landwirtschaft, die
Bühnenangestellten, die Angestellten aus den sogenannten
freien‘ Berufen. Diese Zusammenfassung so verschiedener
Berufe in einer nur negativ bestimmten Gruppe ist gewiß nicht
nur Notbehelf, doch sind die einzelnen Gruppen zahlenmäßig
im Verhältnis zu den früheren Gruppen. so klein, daß ihre
Aussonderung keinen statistischen Wert hat. Hinzu kommt,
daß die meisten dieser Berufe zwar eine bedeutsame Stellung
im sozialen Leben einnehmen, ohne aber für die Entwicklung
des Wirtschaftslebens im engeren Sinne maßgeblich zu sein,
daraus ergeben sich auch für die Betrachtung dieser Gruppen
andere Gesichtspunkte (vgl. Seite 44). ;

Zahlder Angestellten,
Die Berufsstatistik faßt die Angestellten mit den Beamten
in einer Zahl zusammen, weil man (u. E. zu Unrecht) be“
fürchtete, die beiden Gruppen doch nicht richtig scheiden zu
können. Trotzdem hätten sich u. a. die wichtigsten Angestelltenberufe
 aus dem Urmaterial auszählen lassen. Da die
amtliche Berufszählung diesen Weg nicht gegangen ist, läßt
sich die Größe der Angestelltenschaft nur indirekt dadurch er“
mitteln, daß man aus den Zahlen der Berufszählung die Angestellte,
 Beamte und außerdem noch einige andere kleinere
Personengruppen umfassen, die‘ Zahl der Nichtangestellten
absetzt. Wie die Berechnung durchgeführt wurde, geht aus
nachstehender Aufstellung hervor:

Insgesamt * Männl. } Weibl.

Angestellte und Beamte (ausschl. der
leitenden) sowie sonstige Personengruppen
 nach der Berufszählung . ..
Hiervon ab:
Beamte (ausschließlich der leitenden)
Soldaten (ausschl. der Olfen) ..
Mönche, Nonnen, geistl. ranken«
schwestern, Diakonissinnen u, dgl. .
Mithin Angestellte (ausschließlich der
leitenden, jedoch einschließlich Lehr-|
 länge) . . .. .

5 274 000

3 836 000

1. 450 000
110 000

1 310 000
110 000

77 000

6 000

3 637 000 *2 410 000

1 438 000
140 000

'

71 000

12927 000

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a
are
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us

JO
10

Diese Zahl ist sicherlich etwas zu hoch, weil sie auch die
Arbeiter mit umfaßt, die sich aus irgend einem Grunde (vgl.
weiter unten!) als Angestellte bezeichnet haben. Deshalb erfolgt
 eine Abrundung der Zahlen nach unten. Die Berechnung
stützt sich im einzelnen auf folgende Erwägungen:
Von den 5274000 von der Berufszählung ermittelten Angestellten,
 Beamten und sonstigen Personen werden zunächst
die Beamten abgesetzt. Die Zahl der öffentlichen Beamten
der Reichs-, Landes- und Kommunalverwaltung (ohne die
Betriebsverwaltungen und Heer und Marine), aber einschließlich
 der Lehrer, ist auf rd. 800 000 zu beziffern”), dazu kommen
noch die Beamten in den Betriebsverwaltungen des Reichs:
330000 bei der Reichsbahngesellschaft, 250000 bei der Reichspost,
 in den übrigen Betrieben des Reichs, sowie den Betriebsverwaltungen
 der Länder und Kommunen sind schätzungsweise
 100000 Beamte, insgesamt also 680000 Beamte beschäftigt.
 Die Zahl aller Beamten der Hoheits- und Betriebsverwaltungen
 im Reich, in den Ländern und Gemeinden
beläuft sich auf 1480000. Setzt man hierzu weitere
70000 Beamte einschließlich 41000 Geistliche für die
sonstigen öffentlich-rechtlichen Körperschaften ‚hinzu, so
ergibt sich eine Gesamtzahl von rund 1,55 Millionen
Beamten, wovon wohl ungefähr 100000 auf die zusammen
 mit den leitenden Angestellten nachgewiesenen
höheren Beamten entfallen dürften. Mithin müssen
1,45 Millionen Beamte abgesetzt werden. Die Zahl der Soldaten
 ausschließlich der Offiziere (110 000) ist bekannt. Die
Zahl der Mönche, Nonnen und Diakonissen beträgt nach der
Berufszählung 77000, sie müssen also gleichfalls abgesetzt
werden. Die restliche Zahl von über 3,6 Millionen ist aber
auch noch etwas zu hoch, weil sich mitunter Personen, die ihrer
sozialen Stellung nach zur Arbeiterschaft gehören, in der Haushaltungsliste
 bei der Berufszählung als Angestellte bezeichnen.
Soweit diese Eintragungen als falsch erkannt wurden, wurden
sie berichtigt. Sie sind zum Teil darauf zurückzuführen, daß
Personen aus Geltungsbedürfnis als Angestellte gezählt werden
 wollten. Zum anderen Teil handelt es sich um Arbeiter,
wie Privatchauffeure u. dgl., die hinsichtlich ihrer Arbeitsverhältnisse
 (monatliche Entlohnung, Kündigungsfristen usw.) den
Angestellten gleichgestellt sind, und schließlich um die Angehörigen
 solcher Berufe, die je nach der Art ihrer Tätigkeit zu
den Angestellten oder zu den Arbeitern gezählt werden (z. B.
Poliere, Meister u. a.). Wie groß .die Zahl aller dieser
Personen ist, ist nicht bekannt, man wird sie auf über 130 000
— 1) Statistik des Deutschen Reichs, Band 402, Teil II, Seite 224

U
        <pb n="23" />
        schätzen können. Um auch sie zu berücksichtigen, wird die
Zahl von 3637000 nach unten auf 3500000 abgerundet. Mithin
betrug die Zahl der Mitte 1925 im Deutschen
Reich vorhandenen Angestellten (ausschließlich
 der Direktoren, Geschäftsführer und
sonstigen Leiter, jedoch einschließlich der
Lehrlinge) rd. 3,5 Millionen, davon waren
2,3 Millionen männlichen und 1,2 Millionen
weiblichen Geschlechts.

In gleicher Weise läßt sich die Zahl der Angestellten
inleitender Stellung (vgl. oben S. 14) berechnen.

Angestellte und Beamte in leitender
Stellung sowie Offiziere... ..
Hiervon ab:
Beamte in leitender Stellung . . ..
Offiziere der Wehrmacht . . -
Mithin Angestellte in leitender Stellung

Insgesamt

Männl.

VWeibl

12 000
97000 2,2000
5.000 —
“ 145000 | 186000 * 9000

250 000
100 000
5.000

238 000

Die leitenden Angestellten gehören ihrer sozialen Position nach zu
den Selbständigen, sie üben als Direktoren usw. dieselbe ökonomische
Funktion wie die Selbständigen aus und sind häufig genug durch Umwandlung
 eines Einzelunternehmers in ein Gesellschaftsunternehmen erst
formell zu Angestellten geworden. Wir zählen daher auch die leitenden
Angestellten nicht mit den übrigen Ancestellten zusammen

Ein gewisser Anhaltspunkt für die Größe der Angestelltenschaft
 läßt sich auch aus der Zahl der nach dem
Angestelltenversicherungsgesetz versicherten
Personen gewinnen, doch sind die Schwierigkeiten noch
größer als bei der Berufszählung.: Die Zahl der Versicherten,
die nach den Berechnungen der Reichsversicherungsanstalt
für Angestellte Mitte 1925 — z. Zt. der Berufszählung —
2,44 Millionen betragen haben soll, umfaßt längst nicht alle
Angestellten. Zunächst scheiden alle diejenigen aus, deren
Jahresarbeitsverdienst die versicherungspflichtige Höchstgrenze
 überschreitet, die bis zum 30. April 1925 4000 Mk., von
da ab 6000 Mk. betrug. Zu den nicht versicherungspflichtigen
Personen gehören aber nicht nur die oben erwähnten 145 000
Angestellten in leitender Stellung (Direktoren, Geschäftsführer),
 sondern auch ein Teil der übrigen 3,5 Millionen
Angestellten mit höherem Einkommen. Weiter sind die
den Ersatzkassen der Angestelltenversicherung angehörenden
Angestellten (ungefähr 80000 Personen) hinzuzuzählen.
Ferner fehlen die nicht versicherungspflichtigen Lehrlinge und
Volontäre, die keinen Entgelt oder ein Taschengeld bis zu

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10 Mk, erhalten, die es in kleinen Städten und auf dem flachen
Lande noch ziemlich häufig gibt. Schließlich ist zu berücksichtigen,
 daß 1925 ein großer Teil der arbeitslosen Angestellten
 nicht von der Angestelltenversicherung mitgezählt
worden ist. Alles.in allem genommen kann man in den Angaben
 der Reichsanstalt nur eine sehr unvollkommene
Minimalzahl erblicken.
Eine weitere Schätzung der Angestelltenschaft unternahm
das Reichsarbeitsministerium in seiner Denkschrift über die
Lage der älteren Angestellten vom 20. Dezember
 1927, und hat ohne Mitteilung von Einzelheiten die Zahl
von 3% Millionen Angestellten angegeben. Der Angabe kann
ohne nähere Begründung keine Bedeutung beigemessen
werden, um so weniger da auch das Reichsarbeitsministerium
neuerdings im 41. Sonderheft des Reichsarbeitsblatts auch die
Zahl 35 Millionen annimmt. Die dort auf S. 7* gegebene

Die Angestellten in der Wirtschaft.

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Selbständige

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205 Millionen Männliche

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Arbeiter

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Weibliche 41,5 Millionen
- ge 7
Erwerbstätine Bevölkerung 32 Millionen.

3

einschl

Hausangestellte

)

Begründung ist freilich abwegig. Die ursprünglich geringe
Schätzung dürfte darauf zurückzuführen sein, daß das Reichsarbeitsministerium
 die Zahl der zur Arbeiterschaft zählenden
Personen, die sich aus sozialem Geltungsbedürfnis als Angestellte
 in die Fragebogen der Berufszählung eingetragen
haben, viel zu hoch geschätzt hat.

A
        <pb n="25" />
        Der Anteil der Angestellten an der erwerbstätigenBevölkerung.

Nachdem für 1925 die Größe der Angestelltenschaft ermittelt
 worden ist, kann nunmehr gezeigt werden, welche
zahlenmäßige Bedeutung ihr innerhalb der gesamten erwerbstätigen
 Bevölkerung zukommt.

Die Erwerbstätigen nach der sozialen
Stellung

Insgesamt | Männlich | Weiblich
Zahl !Proz.} Zahl | Proz. Zahl [|Proz, |
5013 000) 15,61 4123 000| 20,1 890 000/ 7,8
5437 000 17,0| 1304 000 6,3) 4133 000| 36.0
145000 0,4! 136000| 0,7 90001 .0,1
3500000! 10,91 2300000] 11,21 1200 000| 10,41
1550000] 48! 1407 000! 6,8‘ 143 % 1,2}
192 000| 0.6] 121000! 0.61 71000! 0,6!

Selbständige... . .
Mithelfende PFamilien«-angehörige
 . , . .
Leitende Angestellte , .
Angestellte (ohne die
leitenden) . .. .
Beamte einschl. der
leitenden. . . . A}
Soldaten, Mönche,
Nonnen und dergl, .
Arbeiter einschl. Hausgewerbetreibende
 und | .
Hausangestelite . . 16172 000| 50,511 140000! 54.3: 5032 000) 43,9
Erwerbstätige insges. {32 009 000/100,0J20 531 000|100,0J11 478 000| 100,0

In dieser Tabelle sind die Hausgewerbetreibenden und Heimarbeiter,
 die die Berufsstatistik als besondere Gruppen den
Selbständigen zugezählt hat, von diesen abgesetzt und den
Arbeitern zugerechnet worden, denen sie hinsichtlich ihrer
sozialen Stellung näher stehen. Ferner wurden den Arbeitern
die Hausangestellten zugerechnet. Die leitenden Angestellten
und Beamten, die die Berufszählung gleichfalls den Selbstständigen
 zuzählt, sind in dieser Uebersicht besonders aufgeführt
 worden.

Wie die Aufstellung zeigt, liegt das Schwergewicht bei
der Arbeiterschaft, sie überragt alle anderen sozialen Schichten,
 auf sie entfällt mehr als die Hälfte aller Erwerbstätigen.
Die Zahl der sogenannten „mithelfenden Familienangehörigen“
 — das sind Frauen, Kinder und andere Verwandte von
Selbständigen, die hauptberuflich in deren Betrieben mitarbeiten
 — und die der Selbständigen ist annähernd gleich. An
vierter Stelle folgen die Angestellten mit einem Anteil von
11 Proz. an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen, der auch bei
den beiden Geschlechtern im einzelnen annähernd der gleiche
ist. Die Zahl der Angestellten ist über 2% mal so groß wie
die der Beamten.

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Will man den Anteil der Angestellten an.der
Gesamtzahl aller Arbeitnehmer betrachten,
so scheidet man zweckmäßig aus der Zahl aller Erwerbstätigen
außer den selbständigen auch die mithelfenden Familienangehörigen
 und die leitenden Angestellten und Beamten aus, des-Die

 drei Arbeitnehmerschichten.
1925

Beamte
(ausschl.d. Leitender)
Angestellte
ausschl.d.Leitender)

1009

1070,

%

00%.
"On

Arbeiter
einschl.Haus-Gewerbetreibende

Hausangesellte

Männlich” Weiblich

Zusammen

=

gleichen die Gruppe der Soldaten und der Mönche und
Nonnen usw. Die nicht leitenden Beamten sind hier also als
Arbeitnehmer angesehen worden.

Die Gesamtzahl der Arbeitnehmer.

Insgesamt | Männlich | Weiblich
Zahl ! Proz. Zahl 1 Proz. Zahl !Proz,

Angestellte ausschl. der '
leitenden. . . ..
Beamte ausschl. der
leitenden. . ...
Arbeiter einschl. Hausgewerbetreibende
 und
Hausangestellte . .

Arbeitnehmer insres.

Seo ;
3 A 16,61 2300 m 15,61 200.000] 18,8
1450000! 6,31 1310 000 8,9l 140 000| z
'6172 000| 76,611 140 000] 75.515.032 000] 79,0.
21 122 0001100,0 14 750 0001100,016 8372 000! 100,0

— Tr

Danach sind über % der Arbeitnehmer Deutschlands Arbeiter,
 rd. % Angestellte und !ıs. Beamte. Infolge des geringen

32
        <pb n="27" />
        Vorkommens von weiblichen Beamten sind für die weiblichen
Arbeiter und Angestellten diese Anteilsziffern noch etwas
höher.
Die Veränderungen gegenüberdem Vorkriegsstand.


Wenn es auch nicht möglich ist, für alle Vorkriegszählungen
 die Angestellten von den Beamten zu sondern und damit
ein Bild von der Entwicklung der Angestelltenschaft
 zu erhalten, so haben wir doch versucht, in gleicher
Weise die Zahl der Angestellten im jetzigen Reichsgebiet für
1907 zu ermitteln. Da die Größe der Beamtenschaft, der Soldaten
 und der übrigen abzusetzenden Personengruppen für
1907 nach dem jetzigen Gebietsstand nur annähernd ermittelt
werden kann, erreicht die für 1907 gegebene Zahl der Angestellten
 nicht das gleiche Maß von Genauigkeit, Aus diesen
Berechnungen ergibt sich, daß 1907 im Reich heutigen Umfangs
 rd. 1500000 Angestellte vorhanden waren, und zwar
1130000 männlichen und 370000 weiblichen Geschlechts.
Das Wachstum der Angestellten von 1907 bis 1925 zeigt folgende
 Gegenüberstellung:

Zunahme der Angestellten 1907—1025.
ohne leitende Angestellte.
(Deutsches Reich jetzigen Umfangs).

300r-200



100

EN

1007

Männlich

1925

Fan“

Weiblich

19007

Zusammen

19265

4
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        an

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Mn

T
it

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©
©
m

Zunahme der Angestellten
 im Vergleich
mit den anderen
Berufen.
1907—1925.

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I
        <pb n="29" />
        Die Zunahme der Angestellten von 1907 bis
1925 im deutschenReich heutigen Umfangs

Zahl der Angestellten (mit Ausnahme
 der leitenden) 1925 , ,
1907 . .
Zunahme 1907/1925 (Zahl) . . .
(vH)...

Insgesamt

3 500 000
1 500 000

+ 2.000 006
+ ass

Männlich

2.300 000
1 130 000

1 170.000
105

Weiblich

1.200 000
370 000
—- 830 000
= 224

Die Zahl der Angestellten hat in dem zwischen den beiden
Erhebungen liegenden Zeitraum von 18 Jahren um 2 Millionen
 zugenommen und ist damit auf das 2%fache des Standes
von 1907 gestiegen. Während die Zahl der männlichen Angestellten
 sich verdoppelt hat, ist die der weiblichen Angestellten
 sogar auf das 3%fache angewachsen. Die Zunahme
der Angestellten allein ist also viel gewaltiger als die angegebene
 Ziffer der Berufszählung, die Beamte, Soldaten usw.
mit einschließt, erkennen läßt. Während die Zahl der Angestellten
 und Beamten zusammen nur um 66 Proz. zugenommen
hat, weisen die Angestellten allein eine Steigerung von
133 Proz. auf. Keine der übrigen Bevölkerungsgruppen hat —
wie nachstehende Tabelle zeigt — auch nur entfernt das
Wachstum der Angestelltenschaft erreicht.

Die Entwicklung der einzelnen Bevölkerungszruppen
 1907—1925 (in Proz. von 1907)
Bevölkerungsgruppe nn '

Selbständige (einschl. der Hausgewerbe
treibenden und der leitenden Ange
stellten und Beamten. . .. 2...
Mithelfende Familienangehörige . ..
Angestellte (ausschließlich der leitenden)
Beamte (ausschließlich der leitenden) . .
Arbeiter (ausschließlich Heimarbeiter und
Hausangestellte) . . ... 0...
Erwerbstätige überhaupt . ;
Gesamtbevölkerung .

7
4
+ 133
+ etwa4dr

- 24
_—_- 27
+ 14

+ 6
+ M
+4 104

a‘

+ MM
+ 4
+ 224

+ 24
“ SS
. 16

Die Angestellten haben damit ihren Anteil an der Gesamtzahl
 der Erwerbstätigen stark vergrößert.
Es waren Angestellte (ausschließlich der leitenden) von je
1000 Erwerbstätigen:

‚907
1925

männlichen weiblichen
überhaupt Geschlechts
10000. 0 68 4
„109 12 105

)6
        <pb n="30" />
        Die Gliederung der Angestellten. nach Geschlecht.
Männlich

19

07

15 Millionen
Angestellte

©

3

66% \

1925

3,5 Millionen
Angestellte

/

2)

n

“

x

Weiblich

Innerhalb der Angestelltenschaft ist das Schwergewicht
der männlichen Angestellten zurückgegangen (vgl. die Aus-Führungen
 darüber auf S. 84 u. ff).

Veränderungen seit 1925,
Da seit Durchführung der. Berufszählung drei Jahre verstrichen
 sind, ergibt sich die Frage: WiegroßistdieZahl
der ÄAngestelltenheute — 1928 — ? Einen Anhaltspunkt
 für die Berechnung bieten die Angaben des Statistischen
 Reichsamtes über die Entwicklung der erwerbstätigen
 Bevölkerung seit 1925. Wenn man
annimmt, daß der Anteil der männlichen Angestellten an der
Gesamtzahl der männlichen Erwerbsfähigen und entsprechend
der Anteil der weiblichen Angestellten an der Gesamtzahl der
weiblichen Erwerbsfähigen in den drei Jahren 1925 bis 1928
sich nicht geändert hat — eine Voraussetzung, die allerdings
die Auswirkung der Rationalisierung nicht berücksichtigt —
dann würde Mitte 1928 die Zahl der Angestellten 3 640 000 betragen,
 davon wären 2400 000 Männer und 1240000 Frauen.
Diese Zahl setzt also voraus, daß sich die Funktion der Angestellten
 in der Wirtschaft von 1925 bis 1928 trotz der Rati onalisierung
 nicht geändert hat, eine Annahme, die sicherlich
 zu falschen Schlußfolgerungen verführt. Man wird daher
in dieser Zahl nur einen Anhaltspunkt erblicken können und
nach anderen Methoden suchen müssen, die eine genauere
Bestimmung der Entwicklungstendenzen gestatten”).
Eine solche Möglichkeit bieten die Angaben der
Reichsversicherungsanstalt über die Zahl "der
Versicherten, die 1925 mit 2.44 angegeben wurde, im nächsten

*) Der AfA-Bund hat 1928 versucht, durch eine neue Belegschaftsstatistik diese
Entwicklungstendenzen seit 1925 festzustellen. Ueber das Ergebnis dieser Erhebungen
wird anf dem 3. AfA-Konzreß berichtet werden.

PP

7
        <pb n="31" />
        Jahr aber bereits 2,80 Millionen und 1927 sogar 3,12 Millionen
betragen haben soll. Mithin hatten allein: die versicherten
Angestellten von 1925 bis 1927 um 680000 oder 26 Proz.
zugenommen. Während die Zahl für 1925 aus den oben dargelegten
 Gründen durchaus als zu niedrig erscheint, ist zwar

Die versicherten Angestellten
(nach Angaben des R. f. A.)

Millionen
35r

3,42

3,0}

2,5

2

2.80

f

2.0

150

1,5,

1.01

Fr
D,:

D

‚13
Altes
Reichsgebiet

‚925

‚926

Neues Reichsgebiet

1927

die Zahl für 1927 nicht sehr hoch, doch überrascht das Tempo
der Zunahme in den drei Jahren außerordentlich. Es kann
kaum ein Zweifel darüber bestehen, daß das rasche Anschwellen
 der Versicherten nur zum Teil auf dem Wachstum
der Angestelltenschaft beruht, zum anderen aber auf besondere
 Umstände zurückzuführen ist.
Wenn auch der Berufskatalog in dieser Zeit keine wesentliche
 Erweiterung erfahren hat, so sind offenbar erst in diesen
Jahren die bei der Reform der Angestelltenversicherung 1924
neu versicherungspflichtig gewordenen Personenkreise wirklich
 erfaßt worden. Man muß jedenfalls annehmen, daß von
1925 bis 1927 eine wesentlich schärfere Erfassung der Versicherumgspflichtigen
 erfolgt ist, als es unter den Inflationsnachwirkungen
 bis 1925 der Fall.sein konnte. So erklärt sich auch
wohl die große Differenz zwischen den Angaben der Reichsversicherungsanstalt
 für 1925 und der von uns errechneten
Zahl der Angestellten. Doch alle diese Momente reichen nicht
aus, um die Zunahme der Angestelltenschaft um 680000 in

wa
        <pb n="32" />
        drei Jahren zu erklären. Vielmehr wird man aus diesem Zuwachs
 schließen müssen, daß sich die Zahl der Angestellten
selbst um mindestens eine Viertelmillion vermehrt hat, so daß
man nach dieser allerdings sehr rohen Annäherungsmethode
auf 3,75 Millionen Angestellte für das Jahr 1928 käme. Die
große Arbeitslosigkeit der Angestellten in den letzten
Jahren scheint kein Hinderungsgrund gewesen zu sein, dieses
Anwachsen der Angestelltenschaft aufzuhalten. Offenbar war
der Zudrang zu den Angestelltenberufen noch größer als die
gewachsenen Anstellungsmöglichkeiten.

70
        <pb n="33" />
        ar—
1

III. Die Gliederung
der Angestelltenschaft nach Berufen
und Wirtschaftszweigen

Die Angestellten nach Berufsgruppen.
Die amtliche Berufszählung faßt Angestellte und Beamte
zusammen, unterscheidet aber dabei drei Gruppen: Sie bringt
einmal die kaufmännischen und Bureauangestellten sowie die
Verwaltungsbeamten in einer Zahl, ferner die Werkmeister
zusammen. mit dem sonstigen Aufsichtspersonal und schließ.
lich die technischen Angestellten und Beamten zusammen
mit dem Fachpersonal im Gesundheitswesen einschl.
Ingenieure, Chemiker, Aerzte, Krankenschwestern usw.
Um die Größe der Angestelltenschaft in jeder Gruppe
kennen zu lernen, mußten die Beamten und sonstigen Nichtangestellten
 in jeder Gruppe abgesetzt werden. Da aber Angaben
 über die Gliederung der Beamtenschaft
nach technischen Beamten, Werkmeistern und Verwaltungs«
beamten nicht vorliegen, mußte, falls die gestellte Aufgabe
nicht von vornherein als unlösbar aufgegeben werden sollte,
in erheblichem Umfange zu Schätzun gen gegriffen werden.
 Die gewonnenen Zahlen können daher Anspruch auf
volle Genauigkeit nicht erheben. Nachdem die Ergebnisse
der Berufszählung so von den Nichtangestellten bereinigt wurden,
 mußten aus den drei Gruppen der Berufszählung die
fünf hier unterschiedenen Gruppen: kaufmännische und
technische Angestellte, Werkmeister und Bureauangestellte,
sowie sonstige Angestellte gebildet werden. Von den Technikern
 waren die als Fachpersonal gezählten Angestellten zu
trennen, von den Werkmeistern das Aufsichtspersonal,
schließlich waren die in den einzelnen Wirtschaftszweigen in
einer Summe genannten kaufmännischen und Bureauangestellten
 voneinander zu scheiden. Erschwerend fiel ins Gewicht,
 daß die Ergebnisse der gewerblichen Betriebszählung,

0
        <pb n="34" />
        die weiter untergliedert sind als die der Berufszählung und die
daher mehr Anhaltspunkte für diese Arbeit bieten, erst zu
einem kleinen Teil vorliegen. Es besteht daher die Möglichkeit,
 daß einzelne der gewonnenen Ziffern auf Grund der noch
zur Veröffentlichung gelangenden Resultate der gewerblichen
Betriebszählung eine Berichtigung erfahren.

Das Ergebnis der Berechnungen über die Zahl der auf die
einzelnen Gruppen entfallenden Angestellten zeigt die nachstehende
 Uebersicht:

Die einzelnen Angestelltengruppen
Insgesamt | Männlich | Weiblich
Zahl . !Proz. Zahl | Proz. Zahl | Proz.

Technische Angestellte .
Werkmeister. . . ..
Kaufm. Angestellte . ..2
Bureauangestellte . . |
Sonstige Angestellte . .
Zusammen |

270 000
220 000 |
290 000
280 000
440 000

5
6
65
re

260
220
an

“0
a

„1
“m
a

Zi vu =
35000001100 *'23000901100

10 000
920 000| 77
104000} *
166 0001| 14

1 200 000 | 100

Die weitaus stärkste Gruppe — 2% Millionen — sind die
kaufmännischen Angestellten, sie bilden‘ fast %
aller Angestellten. Erst in weitem Abstande folgen die
übrigen fast gleich großen Gruppen — die Bureauangestellten,
die Techniker, die Werkmeister — von denen jede für sich
kaum % so groß ist als das Heer der kaufmännischen Angestellten.
 Dabei bleibt allerdings die noch näher zu analysierende
 Sammelgruppe der. sonstigen Angestellten außer
Betracht.

Das Bild verschiebt sich, wenn man die Angestelltengruppen
 nach Geschlechtern teilt. Von den männlichen Angestellten
 sind % Techniker und Werkmeister und % kaufmännische
 Angestellte, während bei den Frauen sogar über
34 kaufmännische Angestellte sind. Wie unterschiedlich sich
die Geschlechter auf die einzelnen Berufsgruppen verteilen,
geht aus folgenden Zahlen hervor.
Von je 100 Angestellten der einzelnen Gruppen sind
TO männlich | weiblich
96 4
100 | —)
60 40
63 | 37
RS aQ

Technische Angestellte . ... 0...
Werkmeister . oo. .0.00.00.00.000040040040 4
Kaufmännische Angestellte „0
Bureauangestellte .
Sonstige Angestellte

Angestellte überhaupt |
1) Fallen zahlenmäßisy nicht ins Gewicht.

66 | 34

31
        <pb n="35" />
        Die Gliederung der Angestellten nach Berufen.

In Prozenten.
100r —

1925 —

Sonstige

Werkmeister

75

Technische
Angestellte

3Uro-Angestellte

50

“

Kaufmännische

Angestellte

25

Männlich Weiblich Zusammen

39
        <pb n="36" />
        Leider hat das Reichsstatistische Amt die einzelnen Angestelltenberufe
 in den genannten Gruppen nicht ausgezählt.
Nur in wenigen Fällen, die durchaus nicht immer die wichtigsten
 sind, wurden in der Berufszählung die Angehörigen
eines Berufs nachgewiesen, so sind von den 270000 technischen
 Angestellten 105000 Ingenieure und Architekten
 und 8500 Chemiker, In der Zahl der Ingenieure sind
rund 6000 Schiffsingenieure und Schiffsmaschinisten enthalten.
 Weiter hat die Erhebung noch 7200 Landmesser in
nicht leitender Stellung und 13800 Telegraphisten und Funker
ermittelt, die aber bei der Errechnung der obigen Zahlen nur
zu einem geringen Teil berücksichtigt werden konnten, da die
Angehörigen dieser Berufe zum weitaus größten Teil wohl Beamte
 sein dürften (so entfallen von den 13800 Telegraphisten
und Funkern allein- 13000 auf die Reichspost, darunter sind
12300 Frauen).

Unter den kaufmännischen Angestellten sind
besondere Berufe unverständlicherweise überhaupt nicht ausgezählt
 worden, so’ daß leider aus den Ergebnissen der Erhebung
 nicht ersehen werden kann, wie groß die Zahl des
Bin- und Verkaufspersonals ist,

Dagegen hat man sehr viel Mühe darauf verwandt, die
zahlenmäßig weit unbedeutendere, allerdings sehr verschieden
artige Gruppe der sonstigen Angestellten näher nach Berufen
zu zergliedern. Auf die Ergebnisse dieser Auswertung gehen
wir weiter unten ausführlich ein.

Da die Berufszählung die feinere Gliederung der großen
Angestelltengruppen nach den einzelnen Berufen, die
erst die spezielle Tätigkeit der einzelnen Angestellten in Be
trieb und Wirtschaft erkennen läßt, nicht möglich macht,
gehen wir einen anderen Weg, um ein genaues Bild über die
Zusammensetzung der Angestelltenschaft zu
geben: Wir untersuchen die Verteilung der verschiedenen
 Angestelltengruppen auf die einzelnen
 Wirtschaftszweige. Bevor wir jedoch den
Anteil der technischen Angestellten, der Werkmeister, der
kaufmännischen Angestellten in’ Industrie und Handel und
Verkehr darstellen, geben wir zunächst an Hand einiger
Tabellen und Skizzen einen Ueberblick über die Gruppierung
 der gesamten Ängestelltenschaft nach
Wirtschaftszweigen.

3
        <pb n="37" />
        Gliederung der Angestellten nach Wirtschaftszweigen.
100% 100% 100%

16%

21%

18%

Sonstige

Industrie
und
Handwerk

Handel
und
Verkehr

Männlich Weiblich

Zusammen

Die Angestellten nach Wirtschafts.
zweigen,
Die 3,5 Millionen Angestellten verteilen sich auf die wichtigsten
 der von der Berufszählung unterschiedenen Wirtschaftszweige
 folgendermaßen:

Die Angestellten nach Wirtschafts.
zweigen

Insgesamt ‚| Männlich 7 Weiblich
Zahl !Proz Zahl | Proz. Zahl |! Proz

Land- u. Forstwirtschaft 130000 118.090
Industrie und Handwerk | 350 0 415 009
Honda und el „153000 918 09
erwaltung, Gesundheits»
wesen usW.. ; . . . 490000 &amp;amp; 249000| 11
Zusammen !3 5000001100 12300 000! 100

ae

12000; A
335 000| 28
612000| 51

241 000 | 20
1200 0001100

Ueber %Yıo der Angestelltenschaft sind wirtschaftlich an
Handel, Verkehr und Industrie gebunden. Während von den
männlichen Angestellten mehr in der Industrie tätig sind als
im Handel und Verkehr, sind von den weiblichen Angestellten
fast doppelt so viel im Handel tätig wie in der Industrie,
Vergleichszahlen für 1907 können nur für die beiden wichüigsten
 Wirtschaftszweige gegeben werden,
        <pb n="38" />
        DieAngestellten in Industrie und Handwerk
undim Handelundim Verkehr 1907 und 1925:

38

»ie

ark

IC

Industrie und Handwerk Handel und Verkehr
Zunahme | | | Zunahme
1907 1925 Zahl ]Proz. 1907 1925 Zahl | Proz,
Insgesamt . 548 00011 350 000/+802 000|+146I822 000/1 530 000|+708 0004 86
avon
männlich .|488 0001 015 MOL 000|+1081598 000) 918 000/+325 0004 55
weiblich . .} 60000 335 000-+275 000/+458229 000l 612 000|+383 0004-167

Die stärkste Zunahme weisen die Angestellten in Industrie
 und Handwerk auf, ihre Zahl ist auf das 2%fache ge
stiegen, während sich für Handel und Verkehr nicht ganz
eine Verdoppelung ergibt. Auf die Gründe des Anwachsens
wird später (siehe S. 49) noch näher eingegangen. Besonders
 fällt die starke Zunahme der weiblichen AÄngestelltenschaft
 auf, sie beträgt im Handel und Verkehr das 2%fache,
in der Industrie sogar mehr als das 5%fache des Bestandes
von 1907. Nach diesem allgemeinen Ueberblick über die Gliederung
 der Angestellten einmal nach Berufsgruppen und zum
anderen nach Wirtschaftszweigen, versuchen wir nun die
Ergebnisse beider Darstellungen zur Beantwortung der Frage
zu kombinieren: Wie verteilen sich die Techniker, die Werkmeister,
 die kaufmännischen Angestellten auf die einzelnen
Wirtschaftszweige?

tu

Gliederung der einzelnen Berufe nach Industriezweigen.
— 1925. —

1

nn
N
Is
Mn

'00%

Übrige

Übrige
Industrien

Industrien

Dy-28%



Metallindustrie
} 14%
Versicherung u.Banken
10%

15%
Chem. Industrie 6%
Bergbau
g 98
Baugewerbe
12%.

Verkehr

Handel vu.

Verkehr

Metallindustrie

aa.

Kaufmänn. Angest. Techniker

1000-Übrige


Industrien

35%
Nahrungsmittel Ind.
— NL 9
] Baugewerbe
— LO oa
Textilindustrie
14%

Metallindustrie

26%!
Werkmeister

If
        <pb n="39" />
        5007

335 000
Ye
Industrie v.: Handwerk

Handel und Verkehr

*
N
X |
=

1 4004
x

=
DD

7

300%

£

200}

ka
EM
m

=

1004907

SS

015 000

Männlich

350 990

Alb
50000

Weiblich Zusammen

5312 000

318 900

-4 000

Männlich Weiblich

1'530 000

Zusammen

4907
        <pb n="40" />
        Die technischen Angestellten nach Wirtschaftszweigen.

Ueber die Verteilung der technischen Angestellten auf die
wichtigsten Wirtschaftszweige gibt nachstehende Tabelle Aufschluß:

Dietechnischen Angestellten nach Wirtschaftszweigen


fa]

+
3
—

Wirtschaftszweige


Technische
Angestellte

Von den technischen
\ngest. insgesamt sind
S_, &amp;amp; Son-ES
 Che-'
BO x stige
zur ml- | .
Er Techni-180%
 ker x
5 er

insgesamt | dav. weibl,
Zahl [Proz Zahl [Proz

Metallindustrie. . . . .
und zwar:
Maschinen-, Apparate» u.
Fahrzeugbau . . u
Elektrotechn. Ind., Fein»
mechanik und Optik. .
Eisen- u. Metallgewinnung
Herstellung von Eisen-,
Stahl- und Metallwaren
Baugewerbe und Baunebengewerbe
 . . 2.0.0. 44
Bergbau, Salinenwesen. .
Chemische Industrie . . .
Textilindustrie ..... . .
Nahrungs. und Genußmittelgewerbe
 . . 0... +4
Wasser-, Gas. u, Elektrizitätsgewinnung
 u, -versorgung
 4 &amp;amp;% © x * « wi 2
Industrie der Steine u. Erden
Papierindustrie und Verviel-,
fältigungsgewerbe. . . .
Holz. und Schnitzstoffgew., .
Uebrige Industriezweige . .
Industrie zusammen Pe 000) 80! 8600| 86 92 0008 000/115 000
Handel . 2.2.0... .10 !' 2800 100 1100|
Verkehrswesen . . . . .| 40° 410 7800‘ 100| 32 100
Sonstige Wirtschaftszweige| 11 0üuur 900 2400! 300] 8300
Insgesamt 1270 000| 100 {10 000 100 |105 000|8 500/156 500|
Den weitaus stärksten Anteil weist die Industrie auf. Die
Zahl der auf das Verkehrswesen entfallenden Techniker
konnte nur annähernd geschätzt werden, denn von den von
der Berufszählung ermittelten technischen Angestellten und
Beamten, zum weitaus größten Teil auf die Reichsbahn und
Reichspost entfallend, dürfte die Mehrzahl Beamte sein. Die
Zahl der weiblichen Techniker ist wahrscheinlich etwas zu
hoch. Es war nicht möglich, die Kunstgewerbler und Kunstvewerblerinnen,
 die die Berufszählung in der Gruppe „tech-‚108

 400] 40} 1980 20

59 60011 200] 47 600

37
        <pb n="41" />
        nische Angestellte und Fachpersonal“ nachgewiesen hat, auszuscheiden,
 daraus erklärt sich auch die große Zahl weiblicher
Techniker in der Textilindustrie. Die Stei ger sind von der
Berufszählung in die Gruppe „Werkmeister und Aufsichtspersonal”
 eingereiht worden, hier wurden sie den technischen
Angestellten zugezählt.

Die Werkmeister nach Wirtschafts zweigen.
Wie sich die 220000 Werkmeister auf die einzelnen
Wirtschaftszweige verteilen, geht aus der nachstehenden
Uebersicht hervor:
Die Werkmeister nach Wirtschaf tszweigen:

Metallindustrie . . .
Davon:
Maschinen-, Apparate und Fahrzeugbau . .
Herstellung von Eisen-, Stahl» und Metallwaren
Eisen» un Metallgewinnung .......
BElektrotechnische und feinmechanische Industrie
Textilindustrie ......
Baugewerbe .... 2
Nahrungs- und Genußmittelgewerbe
Industrie der Steine ımd Erden .
Holz- und Schnitzstoffgewerbe
Chemische Industrie...
Papierindustrie , . . ..
Bergbau 2.0...
Bekleidungsgewerbe . ..
Sonstige Wirtschaftszweige . . ..
Werkmeister insgesamt |

Zahl » Proz,
90 000 16

36 000
17 000
16 000
12 000
25 000
20 000
20 000
15.000
15.000
10 000 ;
10.000 3°
7000 3.
6.000 3
12 000 5
220000 | 100

Von einer Gliederung nach dem Geschlecht ist abgesehen,
da die Berufszählung im ganzen nur 8000 weibliche Werk.
meister und Aufsichtspersonal erfaßt hat, wobei es sich zum
großen Teil um Aufsichtspersonal handelt. Der Rest ist zu
klein, als daß eine Verteilung auf die einzelnen Wirtschafts
zweige prozentual ins Gewicht fallen würde, Ueber % aller
Werkmeister entfällt auf die Metallindustrie. Im Verkehrsgewerbe
 konnten wie bei den technischen Angestellten nur
wenige tausend Personen als Werkmeister im Angestelltenverhältnis
 angesehen werden, die große Mehrzahl gehört zur
Beamtenschaft.

Im Baugewerbe hat die Berufszählung 42000 Werkmeister
 festgestellt. Es darf angenommen werden, daß hierin
sämtliche P oliere enthalten sind. Nun ist aber gerade dieser
Beruf ‚ein Musterbeispiel für die Schwierigkeiten der Abgrenzung
 zwischen Angestellten und Arbeitern. Nach dem Angestelltenversicherungsgesetz
 sind Poliere angestelltenversicherungspflichtig,
 sofern sie a) nicht lediglich vorüber-Ba,
        <pb n="42" />
        23T
ar

a.

an

I Ar

n

N

gehend mit der Leitung oder Beaufsichtigung eines Betriebes
oder eines Betriebsteiles oder mit der Entscheidung über die
Arbeitsabnahme beschäftigt und nicht überwiegend in der
Arbeit an der Maschine oder sonst körperlich tätig sind oder
b) sonst in einer für die Zwecke des Betriebes wesentlichen,
nicht überwiegend. körperlichen Arbeit unter eigener Verantwortung
 tätig sind. Diesen Bestimmungen wird aber nur ein
Teil der Poliere genügen. Folgt man also hinsichtlich der Zuteilung
 der Poliere zur Angestellten- bzw. zur Arbeiterschaft
dem Angestelltenversicherungsgesetz, so dürfen unmöglich
sämtliche 42000 Personen als „Werkmeister“ gezählt werden.
Es wurde nun hier angenommen, daß nur rund die Hälfte, also
20 000 Personen, der von der Berufszählung ermittelten Zahl
als „Werkmeister““ angesehen werden dürfen. Auch in der
Textilindustrie und im Bekleidungsgewerbe wurden von den
von der Erhebung: gewonnenen Zahlen größere Abschläge
gemacht, weil in diesen Industriezweigen Aufsichtspersonal
und sonstige nicht zu den Werkmeistern gehörende Personen
in erheblicher Zahl vorhanden sind.

Diekaufmännischen Angestellten nach
Wirtschaftszweigen:
Wie die folgende Uebersicht zeigt, entfallen fast %w der
kaufmännischen Angestellten auf den Handel und fast */10 auf
die Industrie. Bei den weiblichen Angestellten ist der Anteil
des Handels auf Kosten des der Industrie sogar noch größer.

Als kaufmännische Angestellte wurden auch die nichttechnischen
 Angestellten in den kommunalen Wasser-, Gasund
 Elektrizitätswerken gezählt, desgleichen die nichttechnischen
 Angestellten in den öffentlichen Banken und Sparkassen.
 Von den Versicherungsangestellten wurden die in
der Privatversicherung Beschäftigten als kaufmännische Angestellte,
 die in der Sozialversicherung Tätigen als Bureauangestellte
 angesehen. Die nichttechnischen Angestellten der
öffentlichen Verkehrsanstalten (Reichspost, Reichsbahn,
Straßenbahnen usw.) wurden nicht den kaufmännischen Angestellten,
 sondern den Bureauangestellten zugezählt, da eine
reinliche Trennung der Angestellten nach der Rechtsform der
Unternehmen nicht möglich war.

Auf Grund der bisher veröffentlichten Resultate der gewerblichen
 Betriebszählung, aus denen allerdings nur die Zahl
der beschäftigten Personen im ganzen, aber nicht die der Angestellten
 im besonderen ersichtlich ist, wurde versucht,
die im Bank- und Börsenwesen tätigen Angestellten

5
        <pb n="43" />
        Die kaufmännischen Angestellten nach
Wirtschaftszweigen

Handel und Verkehr .
darunter:
Waren- und Produktenhandel
Handelsvermittlg., Spedition u. dgl.
Bank- und Börsenwesen (einschl.
Sparkassen) ..... .
Privatversicherung . . 2. 2...
Versicherungsvermittlung*) . . .
Gast- u. Schankwirtschaftsgewerbe
ndustrie. : . . .
darunter:
Metallindustrie
und zwar:
Maschinen”, Apparate- u, Fahrzeugbau
 . 2. 0.0.0....
Elektrotechn. Ind., Feinmechanik
und Optik 2.0.0.0...
Herstellung von Eisen-, Stahl- u.
Metallwaren. .. 2.0.0...
Eisen u. Metallgewinnung . . .
Nahrungs- u. Genußmittelgewerbe
Textilindustrie . 2.0.0.0...
Zekleidungsgewerbe . . ....
Chemische Industrie... ...
Papierind, u, Vervielfältigungsgew.
Baugewerbe u. Baunebengewerbe .
Holz. u. Schnitzstofigewerbe . . .
Industrie der Steine u. Erden. . .
Bergbau, Salinenwesen . . . .
Uebrige WVirtschaftszweipge

Insgesamt ı davon weiblich
Zahl | Proz.

Zahl | Proz

1350000! 59 | 580000| 63

1 080 000 |

48 |

510.000 |

56

160 000
32 000
32 000
25 000
900 000

7 |
1,5 |
L5
1
39

40 000
9 000 |
7 000
10 000 |
320 000’
100 000 |

8x

320 000 -

14

136 000!

6

38 000 |

74 000

3

30 000 |

63 000
47000.
30 000
80 000
70.000.
57 000
48 000-40
 000 /
39 000
30.000
24.000
40 000

3
a
|

23 000
9.000
52 000
25 000
38 000
21 000|
20.000
15 000 |
13.000
8 000
2.000
20 000

8

„7

»

Zusammen | 2 290 0001 100 ! 920000 100

*) In der Hauptsache Agenten, die zum Teil selbständig sein dürften.

noch weiter zu untergliedern. Nach dieser Schätzung entfallen
auf die
Sparkassen .......0.... 2. . 17000— 18 000 Angestellte
Hypotheken-, Kredit. und Depositenbanken 110 000—115 000 vi
Notenbanken . . ..0.0.00.0.0.40 1 +. 10000— 11 000 »”
Kreditgenossenschaften “4 % © 14 000— 15 000 „
Den geringen Rest bilden die Angestellten, die im Börsenwesen,
 im Wett- und Lotteriewesen und in Leihhäusern beschäftigt
 sind.
Leider ist es zurzeit noch nicht möglich, in ähnlicher
Weise wie für das Bankwesen auch die Angestellten im
Handel nach, Groß-, Einzelhandel usw. zu gliedern. Man wird
daher abwarten müssen, bis die gewerbliche Betriebszählung
Material über die Zahl der Angestellten in den einzelnen
Zweigen des Handels bringt.

Ar]
        <pb n="44" />
        Die Bureauangestellten nach Wirtschaftszweigen.

Die Bureauangestellten sind im wesentlichen die nichttechnischen
 Angestellten bei den Reichs-, Landes- und Gemeindebehörden
 sowie den sonstigen Körperschaften öffentlichen
 Rechts, bei den Interessenverbänden, bei den öffentlichen
 Verkehrsanstalten (Reichspost, Reichsbahn, Straßenbahnen
 usw.). Dazu kommt auch das land- und forstwirtschaftliche
 Rechnungspersonal (Gutssekretäre usw.). Ueber die
Gliederung der Bureauangestellten gibt folgende Tabelle Aufschluß:


Die Bureauangestellten nach Wirtschaftszweigen


Insgesamt ) davon weiblich
Zahl 1! Proz, Zahl | Proz.

Reichs-, Landes- u. Gemeindebehörden
Rechtsberatung und Interessenvertretung
 (Berufsverbände, Rechts-)
anwälte u. dgl.) . . . - + +. +]
Oeffentl. Verkehrsanstalten (Reichs-'
post, Reichsbahn, Straßenbahnen ı
USW.) +0
Sozialversicherung (einschl. Arbeitsnachweise)
 . . 0.0.0004
Land- und forstwirtschaftliches Rech“
nungspersonal . . . .. 2

120000 | 43

45000 |

43

75 000 | 27

35 000 |

34

40000 |! 15
35.000
10.000

15.000 |
5000 |

14

5

4000 | 4
104.000 | 100
Mehr als */w entfallen auf die Angestellten bei den Reichs-,
Landes- und Gemeindebehörden. Ueber %, von den weiblichen
 sogar 1%, ist bei Berufsverbänden (Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden
 usw.) und anderen Vereinen (z. B. Parteien),
 bei Handels-, Handwerks- und Landwirtschaftskammern
und in Rechtsanwaltsbureaus tätig. Schwer zu schätzen ist
die Zahl der Angestellten der öffentlichen Verkehrsanstalten,
 da die vorhandenen Angaben zum Teil erhebjich
 voneinander abweichen. Im Rahmen der gewerblichen
Betriebszählung wurden Reichspost und Reichsbahn besonders
 erfaßt. Für die Reichspost wurden Beamte und Angestellte
 getrennt voneinander gezählt, und zwar wurden 16 300
Angestellte (technische und nichttechnische) ermittelt, Hingegen
 waren nach der dem Reichstag vom Reichsfinanz-Ministerium
 vorgelegten Uebersicht über den Personalstand
der Reichsverwaltung und der Reichspost (Reichtagsdrucksache
 Nr. 1147) am 1. April 1925; also zweieinhalb Monate
vor dem Stichtag der Erhebung, nur 2800 Angestellte bei der
Post vorhanden. Es erweckt den Anschein, als ob Erwerbs-€



41
        <pb n="45" />
        tätige in. der einen Statistik als Angestellte, in der anderen als
Arbeiter oder Beamte gezählt worden seien. Die Reichsbahn
 gibt in ihren Ausweisen sogar weniger als 1000 Anyestellte
 an. Doch kann kein Zweifel darüber bestehen, daß
die Reichsbahngesellschaft sehr viel mehr Angestellte beschäftigt,
 sie aber aus irgendwelchen sozialpolitischen Gründen
 als Arbeiter zählt. Wir schätzen die Zahlder Reichsbahnangestellten
 auf 15000. Unter diesen Umständen
kann die mitgeteilte Zahl von 40000 nichttechnischen Angestellten
 bei den öffentlichen Verkehrsanstalten nur mit Vorbehalt
 gegeben werden.

Büro- Angestellte

A

Landwirtschaft

Öffentiiche
 Verkehrsanstalten

Sozialversicherung

Wieviel von den 120000 Bureauangestellten bei den Behörden
 auf die Reichs-, Landes- und Gemeindebehörden
 im einzelnen entfallen, konnte nicht festgestellt
werden. Dagegen war es möglich, diese Gliederung vorzunehmen,
 wenn auch die technischen Angestellten einbezogen
wurden. Insgesamt gab es 1925:
Reichsangestellte 4 20 000
Landesangestellte , 40 000
Gemeindeangestellte 80 000
Behördenangestellte . 140 000
Infolge des Abbaus war die Zahl der Behördenangestellten
im Laufe der letzten Jahre großen Schwankungen unterworfen.
 So betrug die Zahl der Reichsangestellten
am 1. Oktober 1923 ... . . 51600
am 1. April 1925 .. 0.0... 21100
am 1. Oktober 1927 . , . . . 25000
Es sind also infolge des 1923 einsetzenden Personalabbaus
bis 1925 fast zwei Drittel der Angestellten der Hoheitsverwaltungen
 des Reichs entlassen worden. Aehnlich, wenn auch
nicht ganz so arg, waren die Folgen des Abbaus für die
Landes- und Gemeindeangestellten. So betrug die VermindeiD
        <pb n="46" />
        rung der Angestellten bei den preußischen Landesbehörden
23 Proz., bei den Dauerangestellten der preußischen Gemeinden
 und Gemeindeverbände 25 Proz. und bei den
sonstigen Angestellten sogar 56 Proz. Von der Schwere des
Personalabbaus wurden also in erster Linie die Angestellten
betroffen. Offenbar ist aber der Abbau zu rigoros vorgenommen,
 denn wie die Zahlen für die Reichsangestellten zeigen,
mußte der Angestelltenkörper nach Beendigung des Abbaus
wieder etwas vergrößert werden. Für die Jetztzeit gürfte
daher die Zahl der Angestellten bei den Reichs-, Landes- und
Gemeindebehörden (ausschließlich  Betriebsverwaltungen)
gegen 150 000 betragen.
Die Zahl der 35000 Bureauangestellten der Sozialversicherung
 wurde folgendermaßen gewonnen:
An Angestellten und Beamten zusammen sind 45000 vorhanden.
 Es wurde angenommen, daß 10000 hiervon Beamte
sind. Die Verteilung auf die einzelnen Zweige der Sozialversicherung
 kann nur für Beamte und Angestellte insgesamt
gegeben werden:
In der Sozialversicherung
Beamte

Krankenkassen . . . + -
Arbeitsnachweise . . . +
Berufsgenossenschaften . . . +. + - „0
Landesversicherungsanstalten, Reichsbahn-, Arbeiter«
pensionskassen, Invaliden-, Witwen- und Waisen»
Versorgungskasse der See-Berufsgenossenschaft
und Reichsknappschaft . . . . .
Reichsversicherungsanstalt für Angestellte

22 4001)
12.850
45002)

4 000°)
860%)
Insgesamt rund |] 45000
1) Statistik des Deutschen Reichs, Band 338, Seite 23. — ?) Amtliche
Nachrichten des Reichsversicherungsamts, Nr. 2/1927, Seite 48. — 3) Desgleichen
 Seite 109. — *) Geschäftsbericht des Direktoriums der Reichs»
versicherungsanstalt für Angestellte über das Geschäftsiahr 1925, Seite 18,

Die Angestellten der Krankenkassen gliedern
sich wie folgt:
Hauptamtliches Bureaupersonal . . . 18 074
Krankenkontrolleure . . - „0. 345
Beitragskontrolleure % a © 901
Zusammen: 22410
Kassenarten machen die nach-Den

 Anteil der einzelnen
stehenden Zahlen ersichtlich:
Ortskrankenkassen .
Betriebskrankenkassen
Landkrankenkassen .
Innungskrankenkassen

15 672 Angestellte
4084 „
1957
. 4 697 ”
Zusammen: 22410 Angestellte

44
        <pb n="47" />
        In der Zahl der Angestellten der Berufsgenossenschaften
sind die 478 technischen Aufsichtsbeamten nicht enthalten.
Hingegen war es nicht möglich, die mit den Geschäftsführern,
Bureau-, Kassen- und Kanzleiangestellten zusammen in einer
Zahl aufgeführten „Unterbeamten“, die als gewerbliche Arbeiter
 gelten, auszuscheiden. Doch dürfte ihre Zahl nur gering
sein, und daher nicht störend ins Gewicht fallen. 3474 Personen
 gehören den gewerblichen Berufsgenossenschaften und
1067 den landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften an.
Von den 4043 Angestellten der Landesversicherungsanstalten
 einschließlich der Sonderanstalten sind
3483 im Kassen-, Bureau- und Kanzleidienst beschäftigt,
551 sind Ueberwachungsbeamte, Außerdem sind noch 3589
Personen in Heilstätten, in Genesungsheimen, Zahnkliniken
usw., sowie in Invaliden- und Waisenhäusern beschäftigt, sie
wurden in der Gesamtzahl nicht berücksichtigt.
Diesonstigen Angestellten.
Infolge der verschiedenartigen Zusammensetzung der
Sammelgruppe „Sonstige Angestellte“ interessiert die Aufteilung
 der sonstigen Angestellten auf die einzelnen Zweige
des Wirtschaftslebens weniger als die Aussonderung der
einzelnenBerufe. Wir geben dagegen zunächst an Hand
der Tabelle einen Ueberblick über die sonstigen
Angestelltennach Berufen.
Wie bereits ausgeführt, wird die Gruppe der „sonstigen
Angestellten“ rein negativ dadurch bestimmt, daß zu
ihnen alle Angestellten gezählt werden, die weder technische
Angestellte und Werkmeister noch kaufmännische und
Bureauangestellte sind. Sie zeigen daher eine recht bunte Zusammensetzung.
 Um wenigstens eine Uebersicht zu gewinnen,
 haben wir in der nachfolgenden Tabelle die sonstigen
Angestellten in fünf Gruppen zusammengefaßt: Gesundheitsund
 Wohlfahrtspflege, land- und forstwirtschaftliches Personal,
künstlerische Berufe, „geistige Berufe“ (womit nicht gesagt
sein soll, daß die anderen Berufe keinen Geist erfordern\).
Allerdings blieb auch dann noch eine Restgruppe der übrigen
Angestellten.
Der Zahl nach am stärksten sind die Angestellten in Berufen
 der Gesundheits- und Wohlfahrtspflege mit insgesamt
120 000 Personen. Davon sind schätzungsweise ”ıo Krankenpfleger
 und -schwestern. Die Berufszählung
hat insgesamt 133 600 Krankenpfleger und -schwestern erfaßt,
davon bezeichneten sich 7600 als selbständig, 126 000 waren
in abhängiger Stellung, neben 1400 „leitenden“ sind darin
aber auch 35000 Diakonissinnen, weiter die als Kranken-
        <pb n="48" />
        Die sonstigen Angestellten nach Berufen

1. Gesundheits- und Wohlfahrtspflege
darunter: Krankenpfleger
Sozialbeamte
Zahntechniker
Apotheker
Aerzte . .
Hebammen .
Zahnärzte . m m U@
2. Land- und forstwirtschaftliches Personal
darunter: utsinspektoren . . +
Drivatförster ... . 0.04 7
Garten, Jagd-, Waldaufseher usw.
3. Künstlerische Berufe. . ... + +
darunter: Musiker und Musiklehrer .
Schauspieler . . ++
Sänger und Gesanglehrer
Artisten . .
Tänzer .
Zegisseure
Berufe“ . .
Lehrer . -.
Redakteure
Schriftsteller
5, Uebrige Angestellte . .
darunter: Aufsichtspersonal . .
Kapitäne, Steuerleute .
Berufssportleute

Insgesamt
120 000
70 000
15—20 000
9 400
9 000
3—6 000
2 500
1 500
92 000
80 000
7—10 000
5 000
66 000
40 000
8 400
7 000
6 700
2300
900
60 000
50—60 000
5 000
1 000
101 000
60 000
10 000
1 200

‚davon weibl. _
90 000
60 000
15 000
1 800
2 400
1 000
2 500
400

16 2
3 900
3 900
3 700
2 400
2 000
30
25 000
20—25 0001
290°
90:
38 000’
8 000
_ 100 |
440000 | 166 000}
schwestern gezählten Angehörigen von geistlichen Orden enthalten.
 Ein kleiner Teil der in den öffentlichen Krankenanstalten
 tätigen Krankenpfleger und Krankenschwestern
steht im Beamtenverhältnis. Nach Abzug all dieser Personengruppen
 ergab sich schätzungsweise die in der Tabelle aufgeführte
 Zahl von 70 000. Aehnliche Schwierigkeiten bereitet
auch die Ermittlung der Zahl der im Angestelltenverhältnis
befindlichen Aerzte. Neben 34200 Aerzten mit eigener
Praxis üben 13700 ihren Beruf in abhängiger Stellung aus.
Davon sind 5400 leitende Aerzte, von den restlichen 8 300
sind noch die auszuscheiden, die Beamte sind. Von der geschätzten
 Zahl von 5000—6 000 nicht leitenden Aerzten im
Angestelltenverhältnis entfällt wohl ein erheblicher Teil auf
die Assistenz- und Hilfsärzte in Krankenhäusern, Ambulatorien
 usw. Desgleichen ist auch die Zahl der Sozialbeamten
und Kindergärtnerinnen unsicher, von den 31000 gezählten
Personen steht ein sehr erheblicher Teil im Beamtenverhältnis.
Immerhin wird man annehmen müssen, daß fast die Hälfte der
sich selbst „Sozialbeam te“ nennenden Personen tatsächlich
Angestellte sind.
        <pb n="49" />
        Die zweitgrößte Gruppe bildet das land- und fo rstwirtschaftliche
 Perso nal, zu dem man mit gewissem
Recht auch das landwirtschaftliche Rechnungspersonal zählen
könnte, das wir unter den Bureauangestellten (vgl. S. 41) nach.
weisen. An Förstern in nicht leitender Stellung sind nach
der Berufszählung 20500 vorhanden. Da die Zahl der im Staatsund
 Gemeindedienst stehenden beamteten Förster auf 13000
geschätzt wird, müßten mithin 7500 Privatförster vorhanden
sein. Ihre Zahl dürfte in Wirklichkeit höher liegen,
Die Zahl der Lehrer — in der Gruppe „geistige Berufe“
— die weder Beamte noch selbständig sind, konnte nur an»
nähernd ermittelt werden. Insgesamt wurden. 309 000 Lehrer
gezählt, darunter 295 000 nicht leitende. Nach Abzug der Be
amten verbleibt ein Rest von 50000 bis 60000 Privatlehrem
in nicht selbständiger Stellung, darin sind die Gesang. und
Musiklehrer nicht enthalten, sie werden mit den Sängern und
Musikern zusammen nachgewiesen; von den. 50 000 his 60 000
Privatlehrern sind 6500 Hauslehrer (darunter 5300 Frauen).

Die Angestellten in den freien Berufen.
Der größte Teil der „geistigen“ und künstlerischen Berufe
wird gewöhnlich zu den „freien Berufen“ gezählt, wozu
man dann auch noch die Rechtsanwälte, Aerzte u. a. rechnet.
Es ist nım von besonderem Interesse festzustellen, wie die
kapitalistische Wirtschaftsentwicklung dazu geführt hat, daß
freie Berufe im Angestelltenverhältnis ausge
übt werden. In der nachstehenden Tabelle sind für die wich»
figsten freien Berufe die Zahl der ‚Noch” Selbständigen den
in abhängiger Stellung arbeitenden „Unselbständigen“ gegenübergestellt.
 Allerdings konnten dabei weder die leitenden Angestellten
 besonders ausgeschieden, noch die Angestellten
von den Beamten getrennt werden.
Die Prozentzahlen lassen erkennen, in welchem Maße
die freien Berufe „Verangestelltet“ sind. Am
stärksten zeigt sich diese Entwicklung bei den Apothekern,
 von denen % in abhängiger Stellung sind, was sich
vielleicht daraus erklärt, daß neue Apotheken nur in beschränktem
 Umfange eröffnet werden dürfen. Auch bei den
Zahntechnikern ist der Anteil der Angestellten sehr
groß. .
Viel häufiger als der Mann befindet sich die F rau, die
einen sogenannten „freien Beruf“ ausübt, in abhängiger Stel-Img
 — mit Ausnahme der Schriftsteller. Das mag einmal
daran liegen, daß es für die weiblichen Angehörigen. dieser
Berufe schwerer ist, selbständig zu werden; andererseits wird

un
        <pb n="50" />
        Die soziale Gliederung der freien Berufe:

m
m
in
h

0

M

T

Aerzte.

Zahnärzte

Zahntechniker .

Tierärzte. .

Apotheker

Rechtsanwälte .

Bildende Künstler

Schriftsteller .

Ueberhaupt . . .
davon Selbständige
Unselbständige . .
Ueberhaupt . . .
davon Selbständige .
Unselbständige . .
Yeberhaupt . .
davon Selbständige
Unselbständige . .
Ueberhaupt . . .
davon Selbständige
Unselbständige . .
Ueberhaupt . . .
davon Selbständige
Unselbständige . .
Jeberhaupt . . .
davon Selbständige
Unselbständige . .
Ueberhaupt . . .
davon Selbständige
Unselbständige . .
Ueberhaupt . . ..
davon Selbständige .
Unselbständiee . .

Insgesamt [ davon weibl.
Zahl | Proz. '‘ Zahl | Proz.

47900 | 100
34200 | 71
13700 ' 29
9200 100
7600 88
1600 17
22600 100
13200, 58
9400 42
6300 100
4400 70
1900 30
15.900 100
5000 38
9900 62
14100 100
[3400 95
700 5
14200 100
[2500 88
1700 12
5700 | 100
4500 | 79
1200 | 21

2500| 100
1300| 52
12001 48
8001 100
400| 50
400° 50
3300
1500|
1800
10
3
7

100
30
70
100
7
93

2700
200
2 500
51
40
11
2800’ 100
2400| . 86
400° 14
910| 100
800| , 88
110 12

auch ein Teil von ihnen frühzeitig infolge Verheiratung den
Beruf wieder aufgeben, so daß dadurch die Zahl der Selbstständigkeit
 im Beruf erstrebenden Frauen von vornherein geringer
 ist als bei den Männern.
Die Zahl der angestellten Rechtsanwälte ist auffallend
 gering — sie entspricht aber keineswegs der Zahl der
angestellten Juristen, kaum der Zahl der. jetzt angestellten
Juristen, die früher selbständige Anwälte waren, Eigentlich
kann der Anwaltsberuf nur in selbständiger Stellung ausgeübt
werden. In den aufgeführten Fällen wird es sich wahrscheinlich
 in der Hauptsache um Syndizi handeln.

IM
        <pb n="51" />
        [V. Arbeiter, Angestellte, Selbständige

Die bisherige Untersuchung beschränkte sich darauf, die
Verteilung der Angestellten auf die einzelnen
Zweige des Wirtschaftslebens darzulegen; daraus können
noch nicht ohne weiteres Rückschlüsse auf die Bedeutung der
Angestellten für die einzelnen Wirtschaftszweige gezogen
werden. Ein Bild von der Bedeutung der Angestellten in der
Wirtschaft gewinnt man erst, wenn man ihre zahlenmäßige
Stärke und ihre Zusammensetzung innerhalb der einzelnen
Wirtschaftszweige einer näheren Betrachtung unterzieht. Erst
so kann gefunden werden, in welchen Zweigen der Anteil
der Angestellten im Verhältnis zur Zahl der Selbständigen
oder zur Zahl der Arbeiter besonders groß ist, die Angestellten
also eine ausschlaggebende Rolle spielen, oder mit anderen
Worten, welche Wirtschaftszweige besonders „an gestelltenintensiv“
 arbeiten. Erst ein Vergleich der Verhältnisse
in den einzelnen Wirtschaftszweigen wird die Möglichkeit
bieten, die umstrittene Frage nach den Gründen des
starken zahlenmäßigen Anwachsens der Angestelltenschaft.
 näher zu beleuchten. Entsprechend
der verschiedenartigen Zusammensetzung der Angestelltenschaft
 und ihren wirtschaftlichen Aufgaben betrachten wir die
drei großen Gruppen: Landwirtschaft, Industrie und schließlich
als dritte Gruppe den Handel, das Verkehrswesen und die
sonstigen Wirtschaftszweige getrennt voneinander.

Die Angestellten in der Land. und Forstwirtschaft.

Im Rahmen der Gesamtzahl aller in der Land- und Forstwirtschaft
 beschäftigten Personen spielt gewiß die Zahl von
146377 hauptberuflich tätigen Angestellten nur eine untergeordnete
 Bedeutung, sie erklärt sich aus der Vorherrschaft
kleiner und mittlerer Betriebe in weiten Teilen Deutschlands,
deren Bewirtschaftung in den Händen der Familienmitglieder
        <pb n="52" />
        liegt, aber man darf nicht übersehen, daß sich die Landwirtschaft
 gegenwärtig in einem großen Umstellungsprozeß
 befindet: kaufmännische Buchführung auf der einen
Seite, Elektrifizierung und Maschinisierung des landwirtschaftlichen
 Betriebes auf der anderen Seite, werden zweifellos in
Zukunft immer mehr Angestellte erforderlich machen, Es
sind als hauptberuflich erwerbstätig gezählt worden:
Selbständige . . ..... . . 2202861 oder 22,6 Proz.
Beamte... 0.000100 15400 „ 01 „
Angestellte . . 186377. 15
Arbeiter . . .. „0.0.0. 267282 „ 267 „
Mithelfende Familienangehörige , _. 4790506 zz DAL
Zusammen: 9762426 oder 100 Proz.

©
n
A

AL

a

:T

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S

Der Anteil der Angestelltenschaft beträgt nur 1,5 Proz,,
rechnet man noch die große Zahl der in der Landwirtschaft
nebenberuflich tätigen Personen hinzu — bei den Angestellten
sind es nur 5311 —, so sinkt der Anteil der Angestellten sogar
auf 1,2 Proz, aller haupt- und nebenberuflich tätigen Personen.
Zum Fach- und Aufsichtspersonal gehören insgesamt
 etwa 143 800 Personen, hierunter sind die Gutsinspektoren,
 Verwalter, Vögte, aber auch Eleven usw. zu verstehen,
 ebenso sind rund 20 500 Förster in der Zahl enthalten.
Davon sind 14 400 Beamte. Das kaufmännische Personal
 — Gutssekretäre usw. — umfaßt 17965 Personen, darunter
 zirka 1000 Beamte und 5038 weibliche Angestellte.
Infolge der Art der von den landwirtschaftlichen Angestellten
 zu leistenden Arbeiten konzentrieren sich die An
gestellten naturgemäß in den größeren Betrieben, so
entfallen nach den Ergebnissen der letzten landwirtschaftlichen
 Betriebszählung von der Gesamtzahl der vorhandenen
Angestellten auf die Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten
 Fläche

von unter 5 Hektar. . . . 94 Proz,
von 5 bis 20 Hektar, ... 133 Ä
von 20 bis 100 Hektar . DS
von über 100 Hektar. .. . 520 Ä„ ;
Zusammen: 100 Proz.
Im Vergleich mit der Vorkriegszählung (1907) hat sich die
Beschäftigung von Angestellten in der Landwirtschaft zwar
stark ausgebreitet, doch bleibt die Zunahme mit 90 Proz.
hinter dem gesamten Wachstum der Angestelltenschaft zurück.


Die Angestellten in der Industrie.

In einem besonderen Kapitel (vgl. den Anhang S. 93) sind
die einzelnen Industriezweige auf ihre Zusammensetzung
näher untersucht, um die Stellung der Angestellten im Rahmen

{
        <pb n="53" />
        der Belegschaften zu klären. Aus der bunten Fülle des dort
gegebenen Materials versuchen wir hier die Resultate in wenigen
 Tabellen zusammenzufassen, um die Entwicklung und
Bedeutung der Angestelltenbeschäftigung in der Industrie
herauszuarbeiten.
In der nachstehenden Uebersicht sind die einzelnen Industriezweige
 nach der Größe des Anteils geordnet, den die
ÄAngestelltenschaft im Rahmen der Gesamtbelegschaft
 einnimmt. Zum Vergleich sind auch (in der
zweiten Spalte) die Zahlen für das Jahr 1907 angegeben. Ein
Bild der betrieblichen Struktur der einzelnen Gewerbezweige
 in den Jahren 1907 und 1925 geben die dritte
ınd vierte Spalte.

Diese Gegenüberstellung stößt auf einige Schwierigkeiten, weil die
gewerbliche Betriebs zählung bei der systematischen Gliederung sozenannte
 „Kombinationsgruppen“ gebildet hat, so sind alle mit
dem Bergbau kombinierten Werke, also alle Zechen, die mit Hochofenwerken,
 Stahlwerken, Walzwerken usw. (soweit sie räumlich beieinanderliegen)
 verbunden sind, in einer besonderen Gewerbegruppe nachgewiesen.
 In ähnlicher Weise wurden die mit der Eisen. und Metallgewinnung
 kombinierten Werke, insbesondere mit Stahl- und Walzwerken
verbundene Maschinenbauanstalten einer besonderen Kombinationsgruppe
 zugewiesen. Bei den Berufszählungsergebnissen sind derartige
Kombinationen nicht vorgenommen worden, die mit Bergbau kombinierten
 Werke sind in der Tabelle über die Größengliederung daher
lem Bergbau, die mit‘ der Eisen“ und Metallgewinnung kombinierten
Werke der Eisen» und Metallgewinnung zugerechnet worden.
In den letzten Spalten ist schließlich für das Jahr 1925 die
Verteilung der Betriebe und der beschäftigten Personen auf
Kleinbetriebe (mit bis zu 5 Personen), Mittelbetriebe (mit über
5 bis 50 Personen) und Großbetriebe (mit mehr als 50 Personen)
 angegeben.
Die Tabelle zeigt, daß der Anteilder Angestellten
in den einzelnen Indus triezweigen sehr verschieden
 ist, der Prozentanteil liegt zwischen 26,5 Proz. in der
chemischen Industrie und 5,6 Proz. im Bekleidungsgewerbe.
Den höchsten Anteil weisen diejenigen Industriezweige auf,
in dem der Großbetrieb vorhemschend ist, aus Gründen
des Vergleichs mit dem Jahre 1907 mußten hierbei die Groß.
und Mittelbetriebe zusammengefaßt werden. Den geringsten
 Anteil von Angestellten haben die noch in größerem
Umfang handwerklich organisierten Gewerbezweige, eine
Ausnahme bilden lediglich der Bergbau und die Industrie der
Steine und Erden mit einem verhältnismäßig geringen und
das Nahrungsmittelgewerbe mit einem verhältnismäßig hohen
Prozentsatz von Angestellten. Auf die Ursachen dieser Erscheinung
 wird noch zurückzukommen sein.

u)
        <pb n="54" />
        { nz 7 . man 5 Rz
4 BETREFF LSE Far 55
‚4 20 BROT TFESS 8595875? 5a?

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Die Bedeutung der Angestellten innerhalb der einzelnen Industriegruppen

z
nl

Gruppen

Chemische Industrie . . 0
Wasser-, Gas. und Elektrizitätsversorgung
Elektrotechnische Industrie... 2.
Kautschukindustrie . . . 2
Maschinen-, Apparate. und Fahrzeugbau .
Eisen- und Metallgewinnung
'Papierindustrie .. . .
Nahrungsmittelgewerbe
Textilindustrie... . ;
Musikinstrumenten. und Spielwarenindustrie
Lederindustrie . .... .
Herstellung von Eisen-, Stahl. und Metallwaren
‘Baugewerbe... .....
‘Industrie der Steine und Erden
Bergbau . ...
Holzgewerbe . .
Bekleidungsgewerbe

Von je 100 Erwerbstätigen
 waren
Angestellte

1925 1! 1907

26,5
25,8
19,6
19,5
18,0
13,4
12,4
12,2
10,4
10,2
9,6
3,9
8,0
7,6
7,0
6,5
5,6

16,1
24,2
9,1
15,0
11,2
4,6
7,9
6,1
7,3
6.1
4,7
6,8
6,3
4,7
4,9 |
3,4
3,2

‚Von je 100 überhaupt
beschäftigten
Personen waren ‘tätig
in Mittelund
 Großbetrieben

1925 | 1907

96,7
94,6
88,4
97,4
95,6
99,6
91,9
55,9
88,5
75,5
66,5
69,9
77,6
94,1
99,7
64,3
41,7

89,7
82,0
83,5
98,5
90,2
99,9
88,3
52,0
84,5
74,3
51,4
69,9
80,2
92,6
99,3
57,0
287

Prozentuale
Zunahme
der beschäftigten

Personen
1907—1925

Von’je 100 beschäftigten
Personen sind tätig in
Klein- | Mittel- | Groß:
betrieben
1925

+ 599 33
41131 ; 54
231,8 | 116
136,2 26
74,9 4A
60,0 0,4
38,7 8,1
15,2 441
17,7 115
428 24,5
26,3 38,5
226 30,1
11 224
44 5,9
574 023
+ 23,6 35,7
+ 58 583

16,8 79,9
26,3 68,3
18,9 69,5
5,9 91,5
15,3 80,3
46 95,0
25,6 66,3
26,4 29,5
13,1 75,4
26,3 49,2
24,6 41,9
29,3 40,6
39,1 38,5
32,1 62,0
1,5 98,2
36,3 | 28,0
21,0 ! 20,7
        <pb n="55" />
        Arbeiter, Angestellte und Selbständige (einschl. mithelfender
Familienangehöriger) in den einzelnen Industriezweigen.

De ITEeT

Angestellte Seibständige
3 Jchemische Industrie

Wasser-, Gas-u. Elektrizitäts-Versorgung


Elektrotechnische
Industrie

]

) Kautschukindustrie

3 Maschinen-, Apparate-7
 ju.Fahrzeugbau

1

zisen-und Metall-Gewinnung


]

Pepierindustrie

INahrungsmittel»
] Gewerbe

|

Musikinstrumente- u
Spielwarenindustrie

|Lederingusirie

Herstellung von
Eisen-v.Stahlwaren

— ]Baugewerbe

A Industrie der
—z Steine und Erden

3 Bergbau

————
_JHolzgewerbe

—
Bekleidungsgewerbe

J 40

A HT A — WA 0
»”3 30 40 50) G6G0 70 80 90 4100 Prazent

59
        <pb n="56" />
        Im Vergleich zur Vorkriegszeit hat sich in allen
Industriezweigen der Anteil der Angestelltenschaft erhöht,
und zwar zum Teil in recht erheblichem Maße, z. B. in der
elektrotechnischen Industrie; auch im Nahrungsmittelgewerbe
zeigt sich eine starke Erhöhung des Anteils, hier ist jedoch
der Vergleich besonders unsicher. Für die gesamte Industrie
 und das Handwerk insgesamt ergibt
sich, daß im Jahre 1925 von 100 beschäftigten
Personen 11 zu den Angestellten gehörten,
gegenetwaÖ6im Jahre 1907. Die erhöhte Verwendung
von Angestellten, also eine Zunahme des prozentualen Anteils
 der Angestellten an der Gesamtbelegschaft, ist in den»
jenigen Industriezweigen am größten, in denen auch die Entwicklung
 zum Großbetriebe die stärksten Fortschritte gemacht
hat, d. h. in der elektrotechnischen Industrie, im Maschinenbau,
 in der chemischen Industrie.
In der Zusammensetzung der Angestelltenschaft in den
einzelnen Industriezweigen nach. Technikern, Werkmeistern
and kaufmännischem Personal sind seit dem Jahre 1907 ebenfalls
 beträchtliche Veränderungen eingetreten.
Von ie 100 Angestellten waren

A505

;Aruppen

Chemische Industrie . . + -
Wasser-, Gas- u. Elektrizitätsversorgung
 . +++ 4 0
Elektrotechnische Industrie. .
Kautschukindustrie. . -_.
Maschinen-, Apparate- u. Fahrzeugbau
 +. 0.000: + 4
Eisen- und Metallgewinnung .
Papierindustrie . . . + +
Nahrungsmittelgewerbe . . -
Textilindustrie . . . +.
Musikinstrumenten-Industrie .
"eder= und Linoleumindustrie .
Herstellung von Eisen-, Stahlund
 Metallwaren. . . +
Baugewerbe . . . +... +
‘ndustrie der Steine und Erden
3Zergbau. . + + 040004 4
Holzgewerbe . . +. +. + +
Bekleidungsgewerbe . . -

{ndustrie und Handwerk

109925

Techn. | Werk- Kaufm.,
Ang —|meister| Ang.

15,9 | 11,9

72,2

20,3
22,6
6,3

14,4
11,1
11.2

65,8
66,3
82,5

27,0
17,2
6,7
4,0
8,8
1,7
45

15,7
21,7
20,3
14.8
26,4
18,8
20,6

37,9
61,1
73,0
81,2
56,8
74,0
75,1

7,0
38,2
2

22,0
4

71,0
30,4
2,3

li...“

Er:

63,7

1907

Techn |! Werk- |Kaufm.
Ang. ımeister| Ang.

17,6 | 18,6 | 63,8

26,9
27,9
36

25,8
20,1
19,7

47,8
52,0
76,7

36,9
16,3
3,9
3,7

20,2
35,2
34,6
33,1
36,8
26,2
33.0

42,9
48,5
61,5
63,2
60,6
67,0
64,1

Oa
50

7,6
18,2
5

38,8
38,8
KR

53,6
15,0
37,0
8.0
45
il

' 18.0

35,3

46,7

Im Jahre 1907 gehörte noch nichtdie Hälfte
der Gesamtangestelltenschaft zum kaufmän-3
        <pb n="57" />
        nischen Personal, heute sind es nahezu zwei
Drittel. An dieser Steigerung des Anteils der kaufmännischen
 Angestellten von 46,7 Proz. auf 63,7 Proz. sind alle Industriezweige
 beteiligt, Die Zunahme erfolgte auf Kosten des
Anteils der Werkmeister und des Aufsichtspersonals, deren
Anteil bei allen Industriezweigen zurückging und insgesamt
von 35,3 auf 20,5 Proz, gesunken ist. In einer Reihe von Industriezweigen
 ist auch der Anteil der Techniker an der Gesamtzahl
 der Angestellten zurückgegangen, in anderen ist er
jedoch gewachsen. Im einzelnen verweisen wir auf den Anhang
 (S. 93), in dem jeder Industriezweig besonders untersucht
 ist.

Von 100 Angestellten waren

m
rer

1925 ;
Techhiker
1 gehpier x 18

1907

2

Werkmeister .
ALLEN PETER RERTEELELNDET

ic

Kaufmänni sat Angestellte
EC NENNEN

47

Im Hinblick auf die sehr verschiedenartigen Funktionen
der einzelnen Angestelltengruppen geben wir im folgenden
einen Ueberblick über die Stellung, die von den Technikern,
Werkmeistern und kaufmännischen Angestellten in den einzelnen
 Industriezweigven eingenommen wird.

Dietechnischen Angestellten in der Industrie.
In welchen Industriezweigen werden besonders viele technische
 Angestellte beschäftigt? Um diese Frage beantworten
zu können, ist in der nachstehenden Aufstellung die Zahl der
beschäftigten Techniker in Beziehung gesetzt 1. zur Zahl der
überhaupt erwerbstätigen Personen, 2. zur Zahl der Arbeiter,
3. zur Zahl der Selbständigen. Ordnet man die Industriezweige
nach der Größe des Anteils, den die Techniker an der Gesamtzahl
 der Erwerbstätigen einnehmen, so ergibt sich die
folgende Uebersicht:
        <pb n="58" />
        }1

1

15

A
it

I

Die Stellung derTechnikerin derBelegschaft
einzelner Industriezweige

Von je T00
Erwerbstätigen

sind
Techniker

ndustriegruppen

Auf 1
Techniker
entfallen
Arbeiter

Auf 100
Selbständige

entfallen
Techniker
1095 | 1007!

Von je 100
beschäft,
Personen
sind in
Kleinbetr.
tätig
1925

1925 | 1007

7995 | 1007

Wasser-, Gas-, BElektrizitätsgewinnung
 und »versorgung
Maschinen-, Apparate- u. Fahrzeugbau
 . . 2.0.0...
Blektrotechnik, Feinmechanik u.
Optik 2 0.0000000000000
Chemische Industrie . . ..
Baugewerbe u.Baunebengewerbe
Eisen- und Metallgewinnung .
Bergbau . . 2. 0.0.0. 0.0 0.
Kautschuk und Asbestindustrie
Papierindustrie und Vervielfältigung
 . . 0.0.0.0...
Musikinstrumenten- und Spielwarenindustrie
 , . . . ..
[ndustrie der Steine und Erden
Textilindustrie... . . ..
Eisen-, Stahl- und Metallwarenherstellung
 . .... “4
Nahrungs“ und Genußmittelgewerbe
 . .......
Leder- und Linoleumindustrie .
Yolz- und Schnitzstoffgewerbe
Bekleidungsrewerbe. .

5,3| 6,5}
4,9} 4.) 16!

‚317 | 1601
ol474 4701

54

44

4,4
4,2
3,0
2,8
1,3
1,21

2,6] 16| 30| 51
2,8| 16| 28112
2,9| 26| 28} 22
0,81 37! 126,228
0,5' 7 183 [505
0.5: 64' 1541| 52

201 11,6
50 3,3
20| 22,4
120 0,7
120 0,3
28 26

081 0,3) 961 2681 12
0,71 0,4'
0,7' 0,3}
07' 02

4

8.1

94| 173| 4
123 | 348] 15
112! 348] 7
124 | 149)

2 24,5
5 5,9
2° 11,5
30.1

061 0,5
0,5 2)

112! 9288 3|
178 5508| 92
260) 921 4
2094

44,1
33,5
35,7
38,3

ze

J.U2

Die Beschäftigung technischer Angestellter ist relativ am
stärksten in der Wasser-, Gas- und Elektrizitätsgewinnung und
versorgung, im Maschinen-, Apparate. und Fahrzeugbau, in
der elektrotechnischen und feinmechanischen Industrie und
in der chemischen Industrie. Hier herrscht überall der Groß»
betrieb vor, mehr als zwei Drittel der beschäftigten Personen
sind in Betrieben mit mehr als 50 Personen tätig. Eine Ausnahme
 macht das Baugewerbe mit einem verhältnismäßig
hohen Anteil Technikern von 3 Proz. der Belegschaft, obwohl
der Kleinbetrieb noch eine bedeutsame Rolle spielt. In den
nachfolgenden Zweigen, der Eisen- und Metallgewinnung und
im Bergbau, handelt es sich wieder um ausgesprochene großvetrieblich
 organisierte Industriezweige. In den übrigen Gewerbezweigen
 stellen ıdie technischen Angestellten weniger
als 1 Proz. der Gesamtzahl aller Erwerbstätigen, hier sinkt
auch der Anteil der in den Großbetrieben beschäftigten Personen
 erheblich ab. Die Beschäftigungsmöglichkeit für technische
 Angestellte ist entsprechend ihren Aufgaben: den Pro-Jduktionsprozeß
 im Konstruktionsbureau und Zeichenatelier

A
        <pb n="59" />
        Die verschiedenen Angestelltengruppen in den einzelnen
Industriezweigen.

Techniker
Kaufmännische Angestellte N ‚Werkmeister

Bekleidungsgevwerbe

Kautschukindustrie

Nahrungsmittei- Ind

Leder-u.Lingleum-Ind

Musikinstrumente-3Ind

Papier-Industrie

‚Chemische Industrie

YEisen-, Stahi-und
‚Metalilwaren-Herstela

Teytilhndustirie

£lektrotechn. Ind.

Wasser, Gas-u. Elektri-Zitäts-
 Versorgung

Industrme u. Handwerk

Holzgewerbe

Eisen-und Metalt-Gewinnung


jMaschinen- Apparateu
 Fahrzeugbao

nm

YIndustrie der
{Steine und Erden

Berabau

a

Baugewerbe

— =— 2 la and
) 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Prozent

{A
        <pb n="60" />
        ne.

3

technisch vorzubereiten und die Dienstführung zu leiten. —
vorwiegend an die Großbetriebe gebunden. Je größer der
Betrieb, um so weniger kann der Betriebsleiter diese Aufgabe
in eigener Person. ausführen. Die Betriebsgröße wächst im
allgemeinen aber auch mit der Kompliziertheit der zu bewältigenden
 Produktionsaufgaben, Je komplizierter das Produkt
 ist, desto größer die Beschäftigung technischer Angestellter.
 So erklärt es sich, daß im Maschinenbau, in der
Elektrotechnik und im Baugewerbe, also in den konstruktiven
Gewerbezweigen, technische Angestellte sowohl im Verhältnis
 zur Gesamtzahl der überhaupt erwerbstätigen Personen
als auch im Verhältnis zu den beschäftigten Angestellten in
besonders großer Zahl vorhanden sind.
Im Vergleich zum Jahre 1907 haben sich die technischen
 Angestellten im Verhältnis zur Gesamtbelegschaft
in allen Industriezweigen ausgedehnt, eine Ausnahme bildet
nur die Wasser-, Gas- und Elektrizitätsversorgung, die bereits
im Jahre 1907 einen sehr hohen Anteil technischer Angestellter
 aufwies. Von den Industriezweigen, in denen mehr
als 1 Proz. der Erwerbstätigen auf die Techniker entfällt, haben
die Großeisenindustrie und der Bergbau nahezu eine Verdreifachung
 des Anteils aufzuweisen, in der elektrotechnischen
Industrie und in der chemischen Industrie hat sich der Anteil
nicht ganz verdoppelt, im Maschinenbau und im Baugewerbe
ist die Veränderung noch geringer. In den übrigen Gewerbezweigen
 ist die Beschäftigung technischer Angestellter auch
heute noch gering, doch zeigt sich auch hier die Tendenz
einer wachsenden Beschäftigung von Technikern.

Die Werkmeister in der Industrie.
Wenn wir den Umfang und die Entwicklung der Beschäftigung
 von Werkmeistern in der Industrie in ähnlicher
Weise untersuchen wie bei den Technikern und die einzelnen
Industriezweige nach dem Anteil der Werkmeister an der Gesamtzahl
 der Erwerbstätigen ordnen, so ergibt sich die auf
Seite 58 wiedergegebene Uebersicht, ;
Die Tabelle zeigt, daß der prozentuale Anteil der Werkmeister
 an der Gesamtbelegschaft wesentlich einheitlicher
 ist als der Anteil der Techniker. Auch hier haben
diejenigen Industriezweige, in denen die Groß- und Mittelbetriebe
 vorherrschen, den größten Prozentsatz zu verzeichnen.
 Die Beschäftigung von Werkmeistern ist also ebenfalls
 eine KonsequenzderEntwicklung zum Großbetrieb.
 Je größer der Betrieb, desto weniger ist der Betriebsinhaber
 in der Lage, die Organisation und Aufsicht per-57
        <pb n="61" />
        Die Werkmeister im Verhältnis zu den
übrigen Erwerbstätigen in den einzelnen
Industriezweigen:

industriezweige


Wasser-, Gas-, Elektrizitätsgewinnung
 und „versorgung .
Chemische Industrie ;‚ ..
Eisen- und Metallgewinnung . .
Maschinen-, Apparate und Fahrzeugbau
 . . 0.0.0.0...
Bergbau. ....... .
Textilindustrie ............
Industrie der Steine und Erden .
Papierindustrie und Vervielfältigungsgewerbe
 ......
Baugewerbe u. Baunebengewerbe
Kautschuk- und Asbestindustrie .
Elektrotechnische Industrie, Feinmechanik
 und Optik...
Holz- und Schnitzstoffgewerbe .
Leder- und Linoleumindustrie . .
Herstellung von Eisen-, Stahl- und
Metallwaren .......
Musikinstrumenten- und Spielwarenindustrie
 ,‚ . ....
Nahrungs- u, Genußmittelrewerbe

Von je 100] Auf 1
haupt- Werkberuflich
 meister "
Erwerbst. entfallen |
sind Werk- Arbeiter ı
meister
1925 | 1907 192510907

Auf 100 von je 100
Selb- beschäft,
ständige Personen
entfallen sind in
Werk- Kleinbetr.
meister | tätig
1925 |1907" 1995

3,7! 6,1
0 8,0
20! 16

20
22
99

12) 223 150| 5,4
26| 84| 60| 33
581 2891270 07

2,8
2,8
2,7
»&amp;gt;6

2,3
3,0
97
27

28
33
29
324

38 102 90
3111095 | 710
30| 27| 20
13! 55' 50

4,4
0,3
11,5
5,9

2,5
2,5
2,2

27

22
a7
36

30
33
28

a5

©

30
20
150

8,1
22,4
26

08

2,2
20
20
2,01 2,61 39
19 167
181 20

33
9C

41
49

x

9

11,6
35,7
33.5

45

14]
38! 45) 11
SS 1] Z] dr

30,1

sönlich durchzuführen. (Vgl. die letzte Spalte der Uebersicht:
alle Gewerbezweige, in denen ‚der Kleinbetrieb noch einen
oreiten Raum einnimmt — Bekleidungs-, Nahrungs- und Genußmittel-,
 Holzgewerbe, Lederindustrie einschl. Sattlereien,
ECisen-, Stahl- und Metallwarenherstellung einschl. Schlosserei,
Schmiederei und Klempnerei — haben nur eine verhältnis-.
mäßig geringe Zahl von Werkmeistern aufzuweisen.)
Der Vergleich mit den Vorkriegsverhält.
aissen zeigt, daß die Beschäftigung von Werkmeistemn in
den einzelnen Industriezweigen bei weitem nicht so starken
Veränderungen ausgesetzt war wie die der technischen Angestellten.
 Im Verhältnis zur Gesamtzahl der beschäftigten
Personen ist der Anteil der Werkmeister in einer Reihe von
Industriezweigen fast genau gleich geblieben wie im Jahre
1907, so z.B. im Bergbau, in der Textilindustrie, im Baugewerbe,
 im Nahrungsmittelgewerbe und im Bekleidungsgewerbe.
 Hier hat sich auch die Anzahl der durchschnittlich
auf einen Werkmeister entfallenden Arbeiter nur wenig verändert.


18
        <pb n="62" />
        Ein stärkeres Vordringen der Werkmeister in
der Gesamtbelegschaft findet sich in der chemischen In
dustrie, in der Großeisenindustrie, im Maschinen- und Fahrzeugbau,
 in der elektrotechnischen Industrie, im Holzgewerbe
und in der Musikinstrumentenindustrie: hier ist auch die
durchschnittlich auf einen Werkmeister entfallende Arbeiterzahl
 beträchtlich gesunken. Aber auch im Verhältnis zu den
Selbständigen ist hier die Zahl der Werkmeister gestiegen,
diese Steigerung ist in der elektrotechnischen Industrie besonders
 stark. Hier kamen auf 100 Selbständige im Jahre
1907 nur 10 Werkmeister, im Jahre 1925 dagegen 25. Eine
beträchtliche Zunahme dieser Meßziffern findet sich auch
in der: Gas-, Wasser- und Elektrizitätsversorgung, in der
chemischen Industrie, im Maschinenbau, im Bergbau, in der
Textilindustrie usw. Äuch hier kommt in der Zunahme dieser
Meßziffern die Entwicklung zum Großbetrieb zum Ausdruck.

Die kaufmännischen Angestellten in der
Industrie.
In der nachstehenden Tabelle sind in entsprechender Weise
wie für die Techniker und die Werkmeister die einzelnen
Industriezweige nach der Größe des Anteils der kaufmännischen
 Angestellten am Gesamtpersonal geordnet.
Der Anteil der kaufmännischen Angestellten weist sehr
starke Schwankungen auf; an der Spitze steht die
chemische Industrie mit einem Prozentsatz von 19,2 Proz., am
Schluß das Baugewerbe mit nur 2,4 Proz. Die Ursachen
dieses sehr unterschiedlichen Anteils der kaufmännischen Angestellten
 liegen in der verschiedenen wirtschaftlichen
Funktion der kaufmännischen Angestellten, in deren Händen
nicht nur der Verkehr nach außen — der Einkauf des Materials
und der Verkauf der Produkte — liegt, sondern auch die innere
Verwaltung der Betriebe. Die Tabelle zeigt, daß auch hier die
zunehmende Beschäftigung kaufmännischer Angestellter —
von wenigen Ausnahmen abgesehen — eine Folge der Betriebskonzentration
 ist. In den Großbetrieben der chemischen
Industrie, in den Wasser-, Gas- und Elektrizitätswerken, in der
Kautschukindustrie, in der elektrotechnischen Industrie und
im Maschinenbau wächst mit der Größe der Betriebe auch
die innere Organisation: Buchführung, Lohnberechnung,
Steuerbuchungen, Kalkulation usw. führen zur wachsenden
Einstellung von kaufmännischen und Bureauangestellten,
Schreibmaschine und Telephon haben insbesondere den
Frauen die Bureaus und Kontore der Industriebetriebe geöffnet.
 Aus dem Rahmen fallen der Bergbau und die

4
        <pb n="63" />
        Diekaufmännischen Angestellten im Verhältnis
 zu den übrigen Erwerbstätigen
in den einzelnen Industriezweigen:

industriegruppen


Chemische Industrie . . .
Wasser-, Gas» und Elektrizitätsversorgung.
 . ...
Kautschuk-u. Asbestindustrie
‚Elektrotechnische Industrie,
Feinmechanik und Optik .
Maschinen-, Apparate und
Fahrzeugbau . . ...
Nahrungs- und Genußmittelgewerbe
 . ......
Papierindustrie und Verviel- eltieungspewerbe
 * % @
Eisen- und Metallgewinnung
Musikinstrumenten- u. Spielwarenindustrie
 . . . ..
Leder- und Linoleumindustrie
Textilindustrie. .. ...
Herstellung von Eisen-, Stahl
und Metallwaren. . ..
Bekleidungsgewerbe . . .
Industrie der Steine vu. Erden
Holz- u. Schnitzstoffgewerbe
Eergbau . . 2.2.0...
Baugewerbe- und Baunebengewerbe
 . .

Von je 100
hauptberufl.
Erwerbstätigen
 sind
kaufm, Angestellte

1925 | 1907

19,2

10,3

16,9 | 11,6
16,1! 11,5

13,0! 48

10.3! 48
99] 3,8

9,1
82

4,9
291

7,5 |
72
6,91

4,1
20}
44

6,3
4,7
‘9

Ak

Auf einen
kaufm,
Sf
stellten
entfallen
Arbeiter
1925 | 1907

Auf 100
Selbständige
entfallen
kaufm.
Angestellte
1925 | 1907

Ä

R

508 | 190 |
280 ı
590

4
5.

6
7
16

1018
682

|

150

! 40
3701 190 |
53] 20

N

18

ß

17

9
10

| 17!
19 1

127
819

60
370

9
10 |
11

25)
18

44
38
46 |

20
10
40

37] 12 |
22] 11
17 20

20| 44, 20
21 | 12) 5
sa] 93| 30
-5 21 6 |
69 1148! 339
a 4a! ©

392

Vonje 100
beschäft.
Personen
sind in
Kleinbetr.,
tätig
1925

3,3

5,4
2,6
11,6

4,4

44,1

8,1
0,7

24,5
33,0
11,5

30,1
58.3
5,9
35.7
0,3

224

Industrie der Steine und Erden, beides Gewerbe
mit vorwiegendem Großbetrieb und trotzdem mit einer verhältnismäßig
 geringen Zahl kaufmännischer Angestellten, In
beiden Fällen spielt bei der Förderung der Produkte die
Handarbeit — wenigstens 1925 — noch eine große Rolle, die
Zahl der beschäftigten Arbeiter ist entsprechend groß. Die
Absatzorganisation ist dagegen — weil es sich um große
Mengen gleichwertiger Produkte handelt — verhältnismäßig
einfach und durch die weit vorgeschrittene Konzentrationsbewegung
 weiter vereinfacht, so daß kaufmännische Angestellte
 verhältnismäßig unter den Erwerbstätigen zurücktreten.
Eine große Arbeiterzahl ist beschäftigt, um große Mengen
gleichartiger Produkte zu gewinnen.
Von den Gewerbezweigen mit vorherrschendem Kleinbetrieb
 fällt das Nahrungs- und Genußmittelgewerbe
 durch einen hohen Prozentsatz kaufmännischer

1.)
        <pb n="64" />
        100
ft,
‚en
in
AUF:

ıe
{=N

ee
Te

|

‚op

a

P
&amp;gt;

Yo
113

Angestellter auf, was sich daraus erklärt, daß vielfach Produktion
 und Verkauf an den Verbraucher noch in einem Betriebe
 vereinigt sind. Die in den Bäckereien und Schlächtereien
 angestellten Verkäufer und Verkäuferinnen entsprechen
in der Art ihrer Tätigkeit durchaus dem kaufmännischen
Personal der Handelsbetriebe, sind’ aber im Nahrungs- und
Genußmittelgewerbe gezählt worden, so daß der Anteil der
kaufmännischen Angestellten trotz des Kleinbetriebes und
trotz der weitgehenden Mithilfe der Ehefrauen verhältnismäßig
 groß ist. ;
Im Vergleich zu 1907 hat sich der Anteil der kauf»
männischen Angestellten in allen Industriezweigen wesentlich
erhöht, in den meisten Fällen sogar nahezu verdoppelt,
eine besonders starke Erhöhung des Anteils findet sich in der
elektrotechnischen Industrie und in der Großeisenindustrie.
Die Gründe dieser zunehmenden Beschäftigung von kaufmännischen
 Angestellten dürften wieder in der fortschreitenden
 Entwicklung zum Großbetrieb und den sich daraus ergebenden
 Folgerungen liegen. Daneben hat in der Nachkriegszeit
 auch die Umstellung in der Steuertechnik zu
einer Ausgestaltung der Buchhaltung und damit zu einer vermehrten
 Beschäftigung von kaufmännischen Angestellten geführt.
 Es ist hier nicht der Ort, auf diese Gründe im einzelnen
einzugehen, die sich aus dem gegebenen Zahlenmaterial nicht
ableiten lassen. Dazu wäre eine weitere Untersuchung notwendig,
 die wir an anderer Stelle versuchen werden.
Man würde aber der Bedeutung der Angestellten in der
Wirtschaft nicht gerecht, wenn man immer nur ihren Anteil
an der Zahl der Erwerbstätigen betrachten würde, ohne ihr
Verhältnis zu den motorischen Kräften in Betracht zu
ziehen. Es ist daher notwendig, die bisherige Darstellung
durch einen Ueberblick über die Verwendung von Angestellten
 und motorischen Kräften in den einzelnen Industriezweigen
 zu ergänzen.

Angestellte und motorische Kräfte.
Die nachstehende Tabelle zeigt, wieviel Erwerbstätige insgesamt,
 wieviel Angestellte in den einzelnen Industriezweigen
tätig und welche motorischen Kräfte jeweils installiert sind.
Aus diesen Zahlen läßt sich berechnen, wieviel installierte
motorische Pferdestärken auf einen Angestellten in den einzelnen
 Industriezweigen entfallen (vgl. letzte Svalte der
Tabelle). a
Absichtlich ist bei dieser Aufstellung von dem üblichen
Schema der Berufs- und Betriebszählung abgewichen und

61
        <pb n="65" />
        eine Gliederung nach Produktionsmittel- und
Verbrauchsgüterindustrien vorgenommen worden,
so wie sie vom Konjunkturforschungsinstitut aufgestellt
worden ist. Diese Gliederung gewährt schon an sich interessante
 Einblicke in den Aufbau des Industriekörpers.
 53 Proz. aller in der Industrie beschäftigten Personen
 — aber 60 Proz. der Angestellten — sind in den
Produktionsmittelindustrien, 47 Proz. der Erwerbstätigen und
40 Proz. der Angestellten in den Verbrauchsgüterindustrien
beschäftigt.

Angestellte und motorische Kräfte

Gütergruppen


Erwerbstätige j
| davon
überhaupt Angestellte

Auf 1 Angestellten

1000 entfallen
PS. durchschnittlich

DS.

A. Produktionsmittelindustrien
(. Kraftstoffe
I. Kohle. . . .
2. Torf, Erdöl .
X Elektrizität .
1 Gas. 2.

679 000
16 000
85 000
47 000
827 000

47000} 3498
1 200} 24
10700* 222
620N 80
85 9200:

74
20
21
42

Kraftstoffe zusammen

=Q

Zrundstoffe
. Eisen und Metalle . . .
Chemische Produkte . .
Papier- und Papierwaren .
Leder . . .... 4
Holz. und Schnitzstoffe .
Baustoffe. . : . .
Grundstoffe zusammen
”onstruktionen
Baugewerbe. . . . .- 120 000
Masch., Fahrz. u. Apparate 234 500
Elektrische Erzeugnisse . 68 500
Werkzeuge . . .. “4 42 500 ı
Stellmacherei . . . .- 4 0900|
Verpackungsmittel . . . 1 600!
Bereifungsindustrie . . . 7 RAnD
Konstruktionen zusammen | 3914 000) 477500! 3541 7
A. Produktionsmittelindustr. zus. | 667700° 804907 13638 17

il.

II.

B. Verbrauchsrzütei. ı [SiLıeN
I. Nahrungs- u. Genußmittelzus. | 1356 0°°' " *°%7001 1848| 11
IL Bekleidung zusammen . . 2590C0 1200 1322 7
Il, Wohnung, Kultur, Luxus zus. 1 975.000 188800 4 983 7
B. Verbrauchsgüterindustr. zus. | 5921000! 545100} 4453] 8
A. und B. insgesamt
A. Produktionsmittelindustrien .' *6770%| 804 9001|13 638 17
B. Verbrauchsgüterindustrien . 5921 000|_545100| 4453| _ 8
. Insgesamt 12598 000|1350 000|18 091] 13

9
        <pb n="66" />
        r
t

A

Nicht weniger als drei Viertel der gesamten motorischen
Kraftleistung der Industrie entfällt auf die Produktionsmittelindustrien,
 so daß hier auf einen Angestellten durchschnittlich
17 PS entfallen. In der Verbrauchsgüterindustrie, die rund
eine halbe Million Angestellte. beschäftigt, sind 4,5 Millionen
 PS installiert, auf einen Angestellten entfallen durchschnittlich
 8 PS.

3

Die Angestellten im Handel und Verkehr.

Im Handel und Verkehr nimmt die Beschäftigung von
Angestellten einen wesentlich größeren Raum ein als in der
Industrie. Im Handelsgewerbe ist der Angestellte die eigentliche
 Hilfskraft, die Arbeiterschaft tritt an Bedeutung zurück.
In der Industrie gehörten 13 Proz. der Arbeitnehmer zu den
Angestellten und Beamten und 87 Proz. zur Arbeiterschaft,
im Handel ist das Verhältnis umgekehrt: 62 Proz, aller Arbeitnehmer
 sind Angestellte und Beamte und nur 38 Proz.
Arbeiter.

Die Gliederung der Erwerbstätigen der einzelnen Zweige
des Handels und des Verkehrswesens ergibt sich aus der
nachstehenden Uebersicht, in der jedoch die großen Verkehrsanstalten
 des Reichs, die Reichsbahn und die Reichspost,
 und auch die übrigen Eisenbahnen und Straßenbahnen
fehlen. Für die Gliederung des Handelsgewerbes nach einzelnen
 Zweigen mußte die bei der Berufsstatistik verwendete
Systematik übernommen werden. Eine Trennung der Angestellten
 nach Großhandels- und Einzelhandelsbetrieben ist auf
Grund der Berufszählungsergebnisse nicht möglich.
Die Zusammensetzung der Erwerbstätigen in der größten
Gruppe, dem Waren- und Produktenhandel, der,mit
Ausnahme des besonders ausgewiesenen Buch“ und Tabakhandels
 den gesamten Warenhandel umfaßt, ist durch die
zroße Zahl der Selbständigen und ihrer mithelfenden Familienangehörigen
 gekennzeichnet, die 42 Proz. der Erwerbstätigen
ausmachen. Die Zahl der Erwerbstätigen und ihrer mithelfenden
 Familienangehörigen ist damit ebenso groß wie die Angestelltenschaft,
 die mit insgesamt 948 600 Personen 42,8 Proz.
der im Handel tätigen Personen stellt, während auf die Arbeiterschaft
 nur 15,2 Proz. entfallen. Bei den Angestellten
des Warenhandels handelt es sich fast ausschließlich um Verkaufs-
 und Bureaupersonal; die Zahl der Techniker, der
Werkmeister und des sonstigen Aufsichtspersonals ist mit zusammen
 17700 Personen nur gering (hierunter finden sich

5.3
        <pb n="67" />
        X

Wirtschaftszweige


Waren- und Produktenhandel .
Verlagsgewerbe . . . .. .
Buch- und Kunsthandel, Leihbibliotheken
Handel mit Tabak und Tabakwaren .
Immobilienhandel . . $
Bank. und Börsenwesen. ....
Vermittlung, Verwaltung und Beratung
Markt. und Messewesen. . .
Verleihung und Versteigerung .. ..
Aufbewahrung, Spedition und Bewachung
Hausier- und Straßenhandel
Versicherungswesen ...
See- und Küstenschiffahrt .
Binnenschiffahrt und Flößerei
"Sonstige Landbeförderung
Luftverkehr ......
Reiseauskunft und vermittlung . .
Gast. und Schankwirtschaftszewerbe

Angestellte in Handel und Verkehr

Erwerbstätige

insgesamt

Davon

Selb- | Angeständige
 stellte

| Arbeiter

Mithelf,
| Familien-Angeh.


Absolute Zahlen
9218 414 | 697 754 | 948 600 / 338 494
76976 | 6658| 43118| 26920
42842 10850 23587 | 6400
65708 37627 16495 3368
11415 | 5182 3848 2255
228596 | 16992 195149 16145
152600 ) 92911 50019 7301
4149 527 1460 2026
10855 4428 2742 3191
94355 8376 34119 50892
64782 54881 450 1090
112050 11221 95960 4725
49881 3063 18180 28539
57189 9390 9850 36989
117570 36179 6869 69344
1940 98 985 862
25801 275 1961 341
670697 194881 7828 46 BRA
„1191268 1531706 | 845455 | 414400

233 566 *
280
2.046
8218
130
310
2369
136
494
968
8 361
144
99
‚960 |
5178 *
3
150 838

3 982 529

Von der Gesamtzahl der Angestellten
 sind kaufmännische
Angestellte N

Ange- |
stellte | männlich | weiblich
insgesamt

930 905
36 610
23 399
16 368
3511
194 205
47 974
1136
2 615
31 554
450
94 342
7651
4 269
5149
565
1869
94 ABA

485 078
20133
12 721
11460
1779
151 754
27 729
642
1402
24 489
283
72 768
6395
3374
3754 |
352 |
1180
12102

| 445 827
16 477
10 678
4 908
1 7832
42 451
20 245
494
| 1213
7 065
167
21 574
1 256
895
1395
213
689
12 561

1427236 | 837396 | 589 840
41.30.
        <pb n="68" />
        Angestellte in Handel und Verkehr

X
#11

Wirtschaftszweige


Waren- und Produktenhandel
Verlagsgewerbe . .
Buch- und Kunsthandel, Leihbibliotheken
‚Handel mit Tabak und Tabakwaren .
‚Immobilienhandel . . .
!Bank. und Börsenwesen. . ..
Vermittlung, Verwaltung und Beratung
Markt. und Messewesen .
Verleihung und Versteigerung . . .
‚Aufbewahrung, Spedition und Bewachung
Hausier- und Straßenhandel
|Versicherungswesen . .
[See und Küstenschiffahrt .
Binnenschiffahrt und Flößerei
Sonstige Landbeförderung
Luftverkehr . ....
Reiseauskunft und vermittlung . .
Gast. und Schankwirtschaftsgewerbe .

Erwerbstätige

insgesamt

Davon

Seib- | Ange- ner |
N Un: | | Arbeiter * F»milienständige
 stellte Anseh.

Verh

„a

-ahle

%

100 31,5
100 | 8,6
100 | 25,3
100 | 573
100 45,4
100 7,4
100 60,9
100 12,7
‘00 40,8
100 8,9
100 84,7
100 10,0
100 6,1
100 | 164
100 30,8
100 4,8
100 10,7 |
100 29.1

42,8
56,0
54,9
25,1
33,7
85,4
32,8
35,2
25,3
36,2
0,7
85,7
36,5
17,2
5,8
50,8 |
76,0 |
11.7

15,2
35,0
15,0
5,1
19,8
7,1
4,8
48,8
29,4
538,9
1,7
4,2
57,2
64,7
59,0
44,4 —
132 | 01 ı
36.7 295

Von der Gesamtzahl der Ängestellten
 sind kaufmännische
Angestellte

A | |
stellte ! männlich | weiblich
insgesamt

100
100
100
100
100
100
100
100
100
100
100
100
100
100
100
100
100
100

52,1
55,0
54,4
70,0
50,7
78,1
57,8
56,5
53,6
77,6
62,9
77,1
83,6
79,0
72,9
62,3
63,1
49.1

47,9
45,0
45,6
30,0
49,3
21,9
42,2
43,5
46,4
22,4
37,1
22,9
16,4
21,0
27,1
37,7
36,9
50.9

|
        <pb n="69" />
        1623 Ingenieure und Architekten, 96 Apotheker und 138 Chemiker).
 Das kaufmännische Personal besteht etwa zur Hälfte
aus männlichen und zur Hälfte aus weiblichen Angestellten
(genau 52,1 Proz. zu 47,9 Proz.).
In den übrigen Zweigen des Handelsgewerbes und in den
Hilfsgewerben des Handels zeigt die Zusammensetzung der
Erwerbstätigen zum Teil ein wesentlich anderes Bild.
Einen besonders hohen Prozentsatz von Angestellten im
Rahmen der Gesamtzahl der beschäftigten Personen hat das
Bankwesen mit 85,4 Proz., demgegenüber treten sowohl die
Selbständigen mit 7,4 Proz. als auch die Arbeiter mit nur
7,2) Proz. sehr zurück. Unter den Bankan gestellten
überwiegt das männliche Element noch bei weitem; der Anteil
der weiblichen Angestellten beträgt 22 Proz., im Jahre 1907
waren es allerdings nur 5,5 Proz. Der Anteil der weiblichen
Angestellten hat sich also vervierfacht. Dabei ist allerdings
zu bedenken, daß sich diese Zahlen auf das Jahr 1925 beziehen,
 die Auswirkungen der Rationalisierungsmaßnahmen
durch die Einführung von Buchungsmaschinen sind darin
nicht erfaßt.

Im Verlagsgewerbe, zu dem auch die Zeitungsexpedition
 gehört, liegt der Anteil der Selbständigen ebenfalls
niedrig, hier sind jedoch in großem Maße Arbeiter beschäftigt,
trotzdem machen die Angestellten 56 Proz. der Erwerbstätigen
aus, Unter dem Fachpersonal sind hier etwa 6500 Angestellte
gezählt worden, davon rund 5500 Redakteure und Schriftsteller,
 und zwar 1300 in leitender Stellung. Der Anteil der
weiblichen Angestellten stellt sich auf 45 Proz. der Ge
samtzahl.

Im Buch- und Kunsthandel ist der Prozentsatz der
Angestellten mit 55 Proz, fast genau so groß, doch treten die
Selbständigen und ihre Familienangehörigen wieder stärker in
Erscheinung; sie stellen zusammen 30,1 Proz. der beschäftigten
Personen, der Anteil der Arbeiter erreicht nur 15 Proz. Das
Verhältnis der männlichen zu den weiblichen Angestellten ist
fast genau das gleiche wie im Verlagsgewerbe, nämlich
54,4 zu 45.6 Proz.

Der Handel mit Tabak und Tabakwaren mit
insgesamt rund 16500 Angestellten oder 25,1 Proz. aller Erwerbstätigen
 beschäftigt in verhältnismäßig starkem Maße
männliches Personal, der Anteil der weiblichen Angestellten
erreicht nur 30 Proz. der Gesamtzahl.
Einen auffallend geringen Prozentsatz von Angestellten —
noch nicht 1 Proz. — hat der Hausier- und Straßen-
        <pb n="70" />
        ete


Angestellte in Handel und Verkehr.

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Arbeiter

Angestellip

Selbständige
einschl.mithelf.} Fam-Angehörig. *)

Versicherungswesen

|Bank-u. Börsen-Wesen

Verlaagsgewerbe

Buch-u. Kunsthandel

Waren-u.Produkten-Handel


nn
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]see-u. Küsten-Schiffahrt


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‚ Aufbewahrung,
]Spedition,Bewachung

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Tr

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“Vermittiun 9,
Verwaltung, Beratung

m

Aandel mit Tabak und
Tabakwaren

Binnenschiffahrt und
Flösserei

Gast-u.Schank-Nirtschafis-
 Gewerbe

Sonstige
Landbeförderung

Aausier und
Strassenhande!

ld

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2)

‘3 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Prozent

mithelfende Fami!ienangehörige

7
        <pb n="71" />
        handel, dem, an der Gesamtzahl der erwerbstätigen Personen
 gemessen, etwa die gleiche zahlenmäßige Bedeutung
zukommt wie dem Tabakhandel.
Das Versicherungswesen beschäftigt insgesamt
112050 Personen, von denen nahezu 86 Proz. oder 96 000 zur
Gruppe der Angestellten gehören. Von den überhaupt beschäftigten
 Personen ist etwa ‚ein Drittel in den privaten Versicherungsunternehmungen,
 das zweite Drittel in der Versicherungsvermittlung
 (Agenten usw.), das letzte Drittel in der
Sozialversicherung und in den sonstigen öffentlich-rechtlichen
Versicherungsanstalten tätig. Von den 95960 Angestellten
gehören 1618 zur Gruppe der Techniker und zum Fachpersonal,
 es sind hierin 308 bei Versicherungsunternehmen
angestellte Ingenieure, 117 angestellte Aerzte, 169 Krankenschwestern
 gezählt worden; hierzu treten noch 52 Ingenieure
und 48 Aerzte in leitender Stellung. Unter den Angestellten
und Beamten des Versicherungswesens sind die Männer weitaus
 in der Mehrzahl, ihr Anteil beträgt 77,6 Proz., der der
weiblichen Angestellten nur 22,4 Proz.
Die Beschäftigung von Angestellten im Verkehrsgewerbe
 — allerdings unter Ausschluß der Post, der Bisenbahn
 und der Straßenbahn — nimmt nur in der See- und
Küstenschiffahrt größeren Umfang an. Die 18 180 Angestellten
 sind überwiegend Techniker; es wurden unter
anderem gezählt rund 3800 Steuerleute, rund 4950 Schiffsingenieure
 und Schiffsmaschinisten, 165 Telegraphisten und
Funker, Von den 7651 kaufmännischen Angestellten sind nur
rund 16 Proz, weiblichen Geschlechts. Die Angestelltenschaft
in der Binnenschiffahrt ist nur etwa halb so groß, von
9850 Angestellten sind 4673. Kapitäne und Schiffsführer,
97 Ingenieure und 4269 kaufmännische Angestellte; der Anteil
des weiblichen Personals stellt sich hier auf 21 Proz. Der
jüngste Zweig des Verkehrswesens, der Luftverkehr, beschäftigte
 im Soramer 1925 noch keine 2000 Personen, davon
waren etwa die Hälfte Angestellte. Die Zahl der im Anyestelltenverhältnis
 befindlichen Flugzeugführer betrug damals
 208.
Im Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe
waren nach der Berufszählung rund 78000 Angestellte tätig.
Der Anteil der Angestellten ist verhältnismäßig niedrig, er
beträgt knapp 12 Proz. der Gesamtzahl der erwerbstätigen
Personen, die sich auf 670 627 beläuft, wobei 150 000 Personen,
die nur nebenberuflich in der Gastwirtschaft tätig sind, außer
Betracht geblieben sind. Wesentlich größer ist die Zahl der
Arbeiter, die nahezu eine Viertelmillion erreicht. Allerdings
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        I

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1

ist die begriffliche Trennung der Angestellten von den Arbeitern
 bei der Eigenart der rechtlichen Stellung der Arbeitnehmer
 des Gastwirtsgewerbes besonders schwierig: so führt
die amtliche Statistik 24000 Kellner und Kellnerinnen, 9100
Köche und Köchinnen, 12763 Musiker als Angestellte. Außerdem
 sind aber auch in der Gruppe der „Arbeiter‘“ noch rund
67000 Kellner und 28 900 Köche nachgewiesen! Die Zahl der
kaufmännischen Angestellten beträgt 22664, davon sind
12561, also mehr als die Hälfte, weiblichen Geschlechts.
Aehnlich wie in der Industrie ist auch im Handel und im
Verkehrsgewerbe im Vergleich zur Vorkriegszeit
die Angestelltenzahl stärker gewachsen als die übrigen
Gruppen der Erwerbstätigen.

Die Zunahme der Angestellten
im Handel und Verkehr

(Ohne Post und
Eisenbahn)

Von je 100 Erwerbstätigen

entfallen auf
die einzelnen
Gruppen
1907 | 1925
in Prozent

| Zunahme
| gegenüber
19067 1925 1007 in Proz.

Erwirbsi igeins ısamt
Selbständige . . .| 914447 '1192807 ' + 30,4
Angestellte . . . .r 827866 1563084 = 888
Arbeiter . . .. .| 633817 959629 - 51,4
Mithelfende Familien- .
angehörige . . .* 231864 | 414106 . -i 78,6 * 8,9 | 10,0
Erwerbstätige zus. | 2607994 | 4129626 | -+- 58,3 | 100 | 100
Weibliche Erwerbstätire
Selbständige . . .} 224184 | 2658839 + 18,6
Angestellte. . . . 226 566 615 220 „1475
Arbeiter . ... .' 168306 250183 + 48,6
Mithelfende Familien- |
angehörige . 361584 | +7 75,2 | 25,0 | 24,2
Erwerbstätige zus. 1492826 ' + 80,9 * 100 | 100

Die Gesamtzahl der beschäftigten Personen hat um 58 Proz.
zugenommen, die der Angestellten dagegen beinahe um
30 Proz. Noch stärker ist die Zunahme, wenn man die der
weiblichen Angestellten für sich betrachtet, ihre Zahl ist
nahezu auf das Dreifache des früheren Bestandes gestiegen.
Das schnellere Wachstum der Angestelltenschaft hat zu einer
Erhöhung ihres prozentualen Anteils an der Gesamtzahl der
Erwerbstätigen von 31,7 auf 38 Proz. geführt. Diese Steigecung
 des Anteils der Angestellten geht fast ausschließlich
 zu Lasten des Anteils der Selbständigen, der von
35,1 Proz. auf 28,9 Proz. zurückging. Auch diese Entwicklung

AO
        <pb n="73" />
        dürfte im wesentlichen auf die Zunahme der Großbetriebeim
 Hand elsgewerbe und auf den Ausbau
des Filialsystems zurückzuführen sein. Ein statistischer
Vergleich der Größengliederung der Handelsbetriebe heute
und früher ist leider nicht möglich, da die Gewerbezählung
des Jahres 1907 z, B. ein Warenhaus nicht in seiner Gesamtheit
 als Großbetrieb gezählt hat. Ein Warenhaus wurde
vielmehr nach den einzelnen Abteilungen zerschlagen und die
Teile getrennt dem Nahrungsmittelhandel, dem Handel mit
Kleidung, mit Haushaltungsgegenständen usw. zugewiesen,
so daß die wirkliche Zahl der Großbetriebe nicht festgestellt
worden ist.
Im Jahre 1925 ergibt sich für das eigentliche Handelsgewerbe,
 also ohne das Versicherungswesen, das Verkehrswesen
 und das Gast“ und Schankwirtschaftsgewerbe die
folgende Größengliederung auf Grund der gewerblichen Betriebszählung:

Betriebsgliederung des Handels 1925,
Zahl der Betriebe
Alleinbetriebe . . 2.0... 531 000
Betriebe mit 2 und 3 Personen . 452 000
Betriebe mit 4 und 5 Personen. . 73 603
Betriebe mit 5 bis 50 Personen 83 483
Betriebe mit 50 bis 1000 Personen 7325
Betriebe mit über 1000 Personen 220
Betriebe überhaupt: 1143 631
Das Schwergewicht der Betriebszahl liegt also bei den
kleinen und kleinsten Betrieben. Der Unterschied zur Zahl
der Selbständigen nach der Berufszählung erklärt sich aus
dem großen Anteil der nebenberuflichen Handeltreibenden.
Rechnet man zu den 936 186 Selbständigen im Hauptberuf
noch die 195 785 nebenberuflich Selbständigen, so ergibt sich
fast genau die obengenannte Betriebszahl. Es entfallen
von den

auf Betrieben Beschäftigte Personen
Kleinbetriebe (bis 5 Personen). . 92,4 Proz. 53,6 Proz.
Mittelbetriebe (6 bis 50 Personen) 73 „ 8319
Großbetriebe (über 50 fr 03 145
ELLI
Zusammen 100 Proz. 100 Proz.

An der Zahl der beschäftigten Personen gemessen, kommt
auch im Handel den Großbetrieben ein größeres Gewicht zu
als nach der Zahl der Betriebe. Die Betriebskonzentration vollzieht
 sich im Handel allerdings weniger in der örtlichen Zusammenballung
 großer Personalmassen in einem Betriebe,
sondern mehr in der Ausdehnung und Ausgestaltung des
Filialnetzes, Die verschiedenen Filialen einer Schuhfirma,

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eines Kaffeegeschäfts usw. erscheinen in der Statistik aber
als eigene Betriebe. Wenn man diese einer zentralen Leitung
unterstehenden Betriebe zusammenfassen würde — die bisherigen
 Veröffentlichungen der Betriebszählungsergebnisse
geben diese geplante Zusammenstellung noch nicht —, so
würde der Anteil der Großunternehmungen steigen. Die
Pilialen sind aber durchweg Angestelltenbetriebe, die Ausdehnung
 des Filialsystems muß also den Anteil der Angestellten
 an der gesamten Beschäftigtenzahl heben.
        <pb n="75" />
        V. Angestellte und Nebenberuf

Die Berufsstatistik ermittelt 'auch die nebenberuflich Erwerbstätigen.
 Als solche werden alle Personen gezählt, die
nur nebenher einem Erwerb nachgehen, wobei es gleichgültig
ist, ob sie einen Hauptberuf haben oder nicht. Die Berufszählung
 zeigt also einmal, wieviel Personen nebenberuflich
 als Angestellte tätig sind und zweitens wie
viele der hauptberuflichen Angestellten noch
außerdem einen Nebenberuf ausüben. Mit diesem
Material läßt sich der zahlenmäßige Umfang der sogenannten
Doppelverdiener feststellen.

Die Nebenbeschäftigung in den einzelnen Berufen.

Selbständige
Binschl.der
mithelfenden
"am- Angehörigen
14,0 Millionen

Angestellte u. Beamte
5,4 Millionen

Arbeiter

. ) N |
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HH HALTET HH LELEO
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T CT + a aa A
ohne mi
"— Nebenberuf —

einschl.

Hausangestellte

15,9 Millionen

Angestellte im Nebenberuf.
Neben den 5274 000 hauptberuflichen Angestellten und
Beamten einschließlich der übrigen Personengruppen (Soldaten
 usw.) hat die Berufszählung 107000 Personen festgestellt,
 die Angestellte oder Beamte im Nebenberuf sind.
Da in diesen Zahlen auch 15000 Mönche und Nonnen enthalten
 sind, die von der Berufsstatistik in dieser Eigenschaft
als nebenberuflich Erwerbstätige gezählt wurden, weil sie im

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SS

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Hauptberuf Krankenpfleger u. dgl. sind, vermindert sich die
Zahl der nebenberuflichen Angestellten und Beamten um
diese 15000 auf 92 000, davon sind 82000 Männer und 10 000
Frauen. Wieviel hiervon auf die Angestellten allein entfallen,
läßt sich nicht errechnen. Die Zahl der erfaßten nebenberuflichen
 Beamten wird aber kaum sehr groß sein, da die Berufszählung
 die ehrenamtliche Tätigkeit (z. B. als unbesoldeter
Stadtrat, Abgeordneter, Gemeindevorsteher u. a.) weder als
Haupt- noch als Nebenberuf gezählt hat. Schätzungsweise
 dürften nach diesen Ergebnissen außer
den 3,5 Millionen hauptberuflichen Angestelltennoch
 ungefähr 70000 bis 80000 nebenberufliche
 Angestellte vorhanden sein. 0
Wirklichkeit wird die Zahl wohl höher liegen, weil die Angaben
 über Nebenerwerb in den Haushaltungslisten begreiflicherweise
 nicht immer sehr vollständig sind, eine Nachprüfung
 der Angaben über einen Nebenerwerb aber nur
schwer möglich ist. Die Nachweisungen über den Nebenberuf
können nicht den gleichen Anspruch auf Vollständigkeit und
Genauigkeit erheben wie die Angaben über den Hauptberuf,
Die Bevölkerung ist leicht geneigt, aus Furcht vor Besteuerung
 oder im Hinblick auf den Kampf gegen die Doppelverdiener,
 Nebenbeschäftigung zu verschweigen.
Wie sich die 92000 von der Berufszählung ermittelten
‚„nebenberuflichen“ Angestellten und Beamten auf die von
ihr unterschiedenen Wirtschaftsabteilungen und Gruppen verteilen,
 geht aus der nachstehenden Uebersicht hervor:

Die nebenberuflichen Angestellten und Beamten
 nach Wirtschaftszweigen

Davon

Wirtschaftszweire


Nebenberufliche

Angestellte
 und
Beamte

technische!
Angestellte
 und .
Beamte |
sowie
Fachpersonal


Werkmeister

und Auf-Sichts-



(kaufm, und
Bureauangestellte

sowie Verwaltungs-



Land- und Forstwirtschaft . .
Industrie und Handwerk ...
Handel und Verkehr .....
Verwaltung, Kirche, Schul. |
wesen USW... 0.01.0441
Gesundheitswesen, Wohl»!
fahrtspflege .........
Persönliche Dienstleistungen '
YA,

3 420
2 394
2.293
29517 |
5244 56 561
348 43 | 1262
Insgesamt ! 92244 | 43216 | 2878 | 46650

72
        <pb n="77" />
        47000, also etwas mehr als die Hälfte, sind kaufmännische
und Bureauangestellte sowie Verwaltungsbeamte; 43 000, nicht
ganz die Hälfte, entfallen auf das Fachpersonal und auf die
technischen Angestellten, der geringe Rest von 2000 sind
Werkmeister und Aufsichtspersonal. Ungefähr die Hälfte der
17000 nebenberuflichen kaufmännischen und Bureauangestellten
 und Verwaltungsbeamten, nämlich fast 24 000, sind
im Handel und Verkehr beschäftigt. Von den 16000 in der
Verwaltung, im Kirchen- und Schulwesen gezählten sind
11000 in der eigentlichen Reichs-, Landes- und Gemeindeverwaltung
 beschäftigt. Der größte Teil der 43 000 technischen
Angestellten nebst Fachpersonal entfällt auf die „besonderen”
 Berufe; es wurden 21 000 nebenberufliche Musiker und
über 7000 Lehrer gezählt.
Von den 20000 hauptberuflichen Land wirten, die
nebenberufliche Angestellte oder Beamte sind, üben fast 9000
ihre nebenberufliche Tätigkeit in der Reichs-, Landes- und
Gemeindeverwaltung, im Kirchen- und Schulwesen und im
Musikgewerbe aus, über 4000 im Handel und Verkehr und bei
der Reichpost.

Die folgende Uebersicht macht ersichtlich, wie viele
nebenberufliche Angestellte und Beamte, technische Angestellte
 usw. in den einzelnen Wirtschaftszweigen auf je
1000 hauptberufliche Personen in gleicher Stellung
kommen:

Das Zahlenverhältnis zwischen den hauptberuflichen
 und den nebenberuflichen Angestellten
 und Beamten:

Wirtschaftszweige


Land- und Forstwirtschaft . .
Industrie und Handwerk ...
Handel und Verkehr .....
Verwaltung, Kirche, Schul-WeSeN
 USW, 0.0.0.0...
Gesundheitswesen, Wohlfahrtspflege
 ‚........
Persönliche Dienstleistungen
We BA ee

Insgesamt

Auf je 1080 in der nebenstehenden Wirtschaftsabteilung
 hauptberuflich tätige
| technische Werk» kavdm, und;
nge- x ureau-Sn
 und Malater [nee
eamte | und Auf- Sowie
SD sichts- | wa
ptsonmal | personal ! Beamte
kommen nebenberuflich Tätira

33
5
12

30
4
2

72
4
14

40

F

39

26

26

2

20

21

27

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5

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Es ergibt sich, daß die Zahl der nebenberuflichen Angestellten
 und Beamten im Verhältnis zu den hauptberuflichen
 von untergeordneter Bedeutung ist, kommen doch auf
1000 Personen im Hauptberuf nur 17 im Nebenberuf. Selbst
bei Berücksichtigung des Vorbehalts, daß die nebenberufliche
 Tätigkeit nicht vollständig erfaßt ist, wird aus den Zahlen
kein anderer Schluß gezogen werden können. Auch bei diesen
Anteilziffern zeigt sich, daß der Werkmeisterberuf am
seltensten nebenberuflich ausgeübt wird. Bei dem verhältnismäßig
 häufigen Vorkommen von Werkmeistern und Aufsichtspersonal
 in der Land- und Forstwirtschaft, in der Verwaltung
 usw. und im Gesundheitswesen dürfte es sich wohl
zum weitaus größten Teil um Aufsichtspersonen
handeln. Absolut und prozentual sind die nebenberuflichen
 Angestellten am stärksten in der Verwaltung,
im Kirchen- und Schulwesen usw. Der Grund hierfür ist das
starke Vorkommen von Musikern in dieser Wirtschaftsabteilung,
 je 1000 im Angestelltenverhältnis befindlichen
hauptberuflichen Musikern stehen 430 nebenberufliche gegenüber.
 In Wirklichkeit mag die Zahl und damit auch die Anteilziffer
 noch größer sein, da sicherlich ein nicht unerheblicher
Teil gerade diese Tätigkeit in der Haushaltungsliste, dem
Fragebogen der Berufszählung, nicht angegeben haben wird.
Weiter fällt der verhältnismäßig große Anteil der nebenberuflichen
 Angestellten in der Landwirtschaft,
 besonders der kaufmännischen und Bureauangestellten,
 auf. Die Ursache hierfür dürfte in der zunehmenden
Bedeutung des landwirtschaftlichen Rechnungswesens für
Steuerzwecke usw. liegen, die Arbeiten hierfür erfordern —
abgesehen von den landwirtschaftlichen Großbetrieben —
jedoch oft nicht eine volle Arbeitskraft und werden daher
vielfach nebenberuflich ausgeübt.

Hauptberufliche Angestellte mit einem
Nebenberuf.

Wie viele von den durch die Berufszählung erfaßten
hauptberuflichen Angestellten, Beamten usw. außerdem noch
einen Nebenberuf, also einen zweiten Beruf, ausüben, machen
folgende Zahlen ersichtlich:
Von insgesamt 5274232 Angestellten, Beamten usw. sind
344 271 = 65 pro mille nebenberuflich tätig, und zwar
von insgesamt 3 836 577 männlichen Angestellten, Beamten
usw. sind 328007 = 85 pro mille nebenberuflich tätig,
von insgesamt 1437 655 weiblichen Angestellten, Beamten
usw. sind 16264 = 11 pro mille nebenberuflich tätig.

pr
A
        <pb n="79" />
        Diese Zahlen sind bereinigt. Um nicht Anlaß zu falschen
Schlüssen zu geben, wurden die Mönche und Nonnen, die
von der Berufszählung miterfaßt wurden, nicht berücksichtigt.
 Werden sie nicht abgesetzt, so erscheint fälschlicherweise
 die Zahl der weiblichen Angestellten mit Nebenberuf
zu hoch.

Leider läßt sich aus dem Material der Berufszählung nich!
feststellen, wieviel von den 344 000 Angestellten und Beamten
mit Nebenerwerb auf die Angestellten allein entfallen und in
welchem Wirtschaftszweig und in welcher Stellung der Nebenberuf
 ausgeübt wird. Die Statistik läßt lediglich erkennen,
ob die nebenberufliche Tätigkeit in der Landwirtschaft oder
nicht in ihr erfolgt. Dabei ergibt sich, daß der weitaus
überwiegende Teil dieser 344000 Angestellten
 und Beamten nebenberuflich in der Land
wirtschaft beschäftigt ist, nämlich
288 125 Personen, das sind 54 pro mille aller Angestellten.
Beamten usw., und zwar
278962 Männer, das sind 72 pro mille aller männlichen
Angestellten, Beamten usw. und
9163 Frauen, das sind 6 pro mille aller weiblichen Angestellten,
 Beamten usw.
Mithin verbleiben an Angestellten und Beamten, die einen
nich tlandwirtschaftlichen Nebenerwerb ausüben, nur
56146, das sind 11 pro mille aller Angestellten, Beamten
USW., und zwar
49045 Männer, das sind 13 pro mille aller männlichen
Angestellten, Beamten usw. und .
7101 Frauen, das sind 5 pro mille aller weiblichen Anyestellten,
 Beamten usw.

Im Verhältnis zu den beiden anderen großen sozialen
Schichten, den Selbständigen und den Arbeitern, sind die
Angestellten und Beamten in geringerem
Maße nebenberuflich tätig, wie folgende Uebersicht
 zeigt:

Von je 1000 hauptberuflichen

Selbständigen... ..
Angestellten und Beamten
Arbeitern. ....
Erwerbstätigen überhaupt.

haben einen Nebenberuf
W | in der Land- | nicht in der
überhaupt wirtschaft | Landwirtschaft

191 107 84
65 | 54 11
118 112 6
103 81 29

A
        <pb n="80" />
        ven
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[Ya

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Nur hinsichtlich des nichtlandwirtschaftlichen Nebenberufs
ist der Anteil der Arbeiterschaft geringer als der der Angestellten
 und Beamten.
Wie sich die 344 000 zweifach erwerbstätigen Angestellten
und Beamten nach ihrem Hauptberuf auf die einzelnen Wirtschaftsabteilungen
 und Angestelltengruppen verteilen, macht
die folgende Tabelle ersichtlich:

Die Zahl der hauptberuflichen Angestellten
und Beamten im Nebenberuf:

Zahl der Personen, die im Hauptberuf in dem
nebenstehend genannten Wirtschaftszweig als
technische| werk- ! kaufm, und
Ange- . Bureaustellte
 und! meister angestellte
SeHmin und Auf- SONS als
sowie als 3 ne er-Fach-
 sichts- waltungs-‚
 personal | Personal peamte
:ätig sind und außerdem einenNebenberuf ausüben

Wirtschafts
zweig

Land- und Forstwirtschaft , .
Industrie und Handwerk ...
Handel und Verkehr .....
Verwaltung, Kirche, Schul-Wesen
 USW. . 0.10.01...
Gesundheitswesen, Wohlfahrtspflege
 .........
Persönliche Dienstleistungen
EN

38 830
84 953
123 465
86 952
8367
1704

24 414
15197
69227
52 663
6 794
950

12 001
41 856
9 485

2415
27 900
44 753

644 33 645
221 1352
101 653

Insgesamt

344271 | 169245 |! 64308 | 110718

an

7

I

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Mn

Von den Angestellten in Industrie und Hand -
werk haben 71251 einen landwirtschaftlichen
Nebenberuf, und zwar 37914 Werkmeister, 12896
Techniker und 20441 Bureau- und kaufmännische Angestellte.
Scheiden wir nun aus den Nebenberufen die auf die
Landwirtschaft entfallenden aus und betrachten, wie sich die
hauptberuflichen Angestellten und Beamten mit nichtlandwirtschaftlichen
 Nebenberufen auf die einzelnen Wirt-Schaftszweige
 und Angestelltengruppen verteilen, so ergibt
sich die Uebersicht auf. Seite 78 oben. Aufschlußreicher ist
die nächste Uebersicht auf Seite 78 unten, sie zeigt, wie
viele von je 1000 hauptberuflichen Angestellten und Beamten
 bzw. technischen Angestellten usw. der einzelnen
Wirtschaftszweige außerdem noch einen landwirtschaftlichen
 bzw. nicht landwirtschaftlichen Nebenberuf haben.
Es ergibt sich, daß der Nebenberuf hauptsächlich
 ein landwirtschaftlicher ist: Von den
65 pro mille hauptberuflichen Angestellten

7
        <pb n="81" />
        Die Zahl der hauptberuflichenAÄngestellten
und Beamten mit nichtlandwirtschaftlichem
Nebenberuf:

Wirtschaftszweig


Land- und Forstwirtschaft . .
Industrie und Handwerk ...
Handel und Verkehr .....
Verwaltung, Kirche, Schul.
Wesen USW. ,.........
Gesundheitswesen, Wohl
fahrtspflege .........
Persönliche Dienstleistungen
Ur Ber

Zahl der Personen, die im Haupıberuf in dem
nebenstehend genannten Wirtschaftszweig als
en che/ Werk- kaufm. und
Ange- . Bureaustellte
 und! meister angestellte
Beamte und Auf- | sowie als
Sowie als sichts- Ver-Fach-
 waltungs:
personal | Personal | Beamte
tätig sind und außerdem einen nichtlandwirt
schaftlichen Nebenberuf ausüben

&amp;gt; 610
2301
2847
23 513 17323
2662 ] 2247
363 | 156

90
3 942
350

221
7 459
9788
6.076

114

39

376

‘4

197

Insgesamt! 56146 | 27484 | 4545 | 24117

undBeamten,dieüberhaupteinen Nebenberuf
haben, üben 54 pro mille ihn in-der Landwirtschaft
 aus. Wenn auch nicht ersichtlich ist, in welcher
sozialen Stellung die Angestellten und Beamten in ihrem
Nebenberuf tätig sind, so wird man doch annehmen können.

Angestellte undBeamte mitlandwirtschaftlichem
 und mit nichtlandwirtschaftlichem
Nebenberuf::

Wirtschaftszweieg


Land und Forstwirtschaft
Industrie und Handwerk .
Handel und Verkehr...
Verwaltung, Kirche,
Schulwesen usw. ....
Gesundheitswesen, Wohl.
DI RR a
Persönliche Dienstleistun-EN
 Ur ek EEG

Von je 1000 hauptberuflichen
N
Angestellten] Techn Anne ;
und Beamten
Beamten einschl.
m Fachüberhaupt
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. nicht- nicht- nicht- nicht
landw. [Richt Jan dw. one handw rdw fanden
Nebenbernuf Nebenberuf‘ Nebenberuf! Nebenberuf

kaufm. und
Bureauangestellten
 sowie
‚Verwaltungs-]
 beamten

222 | 18
491 9
50 6
20
5 2
99 6

177
56
138

21
10
6

581
127
157

‚4 122
| 131 22
61 21

22
8
6

383 1 90
M 11] 92
93 | 5 194

67

201 44
20 | 36
43) 48

10

14

7A
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daß sie im landwirtschaftlichen Nebenberuf „S elbständige“
 sind, als Eigentümer oder Pächter oder auf Grund
ihres Arbeitsvertrages „Deputatland“ ein kleines Feld selbständig
 bestellen, doch sind in den gesamten Zahlen diejenigen
 Angestellten und Beamten nicht enthalten, die Inhaber
 von Kleingärten (Laubenkolonien, Schrebergärten) sind.
Verhältnismäßig häufig ist der landwirtschaftliche Nebenberuf
 bei den Werkmeistern und dem Aufsichtspersonal.
 Von dem in der Landwirtschaft'h a u pt beruflich
tätigen Aufsichtspersonal arbeitet mehr als die Hälfte noch in
einem landwirtschaftlichen Nebenberuf, wenn man hier überhaupt
 noch von einem Nebenberuf sprechen kann. Es handelt
sich hier um eine typische Berufskombination, eine ständig
wiederkehrende Verbindung von zwei Berufen, bei denen
schwer zu bestimmen ist, welches der Haupt- und welches
der Nebenberuf ist. Die Verbindung zweier landwirtschaft-«
licher Berufe ist hier sehr verständlich, es handelt sich um
Gutsaufseher, Hofmeister usw., die im „Nebenberuf“ „Landwirte”
 sind, weil sie ihren Eigenbedarf an landwirtschaftlichen
 Erzeugnissen durch Anbau einer kleinen Fläche decken.
Von den Werkmeistern und dem Aufsichtspersonal
 in Industrie und Handwerk sowie im
Handel und Verkehr sind ein Achtel bzw. fast ein Sechstel
nebenberuflich landwirtschaftlich ‚tätig. Bei den zum Handel
und Verkehr Zählenden handelt es sich in der Hauptsache um
Werkmeister bei der Reichsbahn (Betriebswerkmeister,
 Bahnmeister, Lademeister u. dgl.), die wohl meist ein
von der Reichsbahngesellschaft zur Verfügung gestelltes Stück
Land bewirtschaften. Da von ‚den Werkmeistern in
der Industrie häufig behauptet wird, sie seien in besonders
 starkem Maße in der Landwirtschaft tätig, sollen sie noch
etwas eingehender betrachtet werden.
An erster Stelle stehen die Meister und das Aufsichtspersonal
 in der Industrie der Steine und Erden, über ein Viertel
von ihnen hat einen Nebenberuf in der Landwirtschaft. Es
handelt sich hier hauptsächlich um Spreng- und Steinbruch»
meister, Ziegelmeister und Personen in ähnlicher Stellung.
Von den im Baugewerbe tätigen Polieren hat fast ein
Fünftel einen landwirtschaftlichen Nebenberuf. Bei den im
Bergbau aufgeführten Personen dürfte es sich in der Haupt-Sache
 um Steiger handeln, die die Berufszählung als Werkmeister
 und nicht als technische Angestellte gezählt hat. Der
hohe Anteil im Nahrungs- und Genußmittel
gewerbe wird durch die Meister in der Zigarrenindu-Strie
 hervorgerufen, von ihnen ist mehr als ein Drittel im

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        DieWerkmeisterund dasAufsichtspersonalin
Industrie undHandwerk mit landwirtschaftlichem
 Nebenberuf:

Industrie der Steine und Erden .
Baugewerbe ........
Bergbatt ee
Nahrungs- und Genußmittel ...
Chemische Industrie ........
Holz- und Schnitzstoffgewerbe .
Textilindustrie ‚.........-Metallindustrie
 ........
Zapierindustrie ..........
Bekleidungsgewerbe .
Sonstige ...........

Zusammen

Hauptberufl.
Werkmeister
and Aufsichtspersonal

überhaupt

Davon haben Nebenberu:
in der Landwirtschaft

Zahl | pro mille

17577 4802 273
42 743 8150 191
23 663 4354 184
24 348 3 908 161
11130 1531 138
19 672 2548 :30
33 034 3.103 94
86 286 6558 7i
13 511 936 69
12 515 626 ] 50
13 669 1398 102

298 148

37914 | 127

Nebenberuf landwirtschaftlich tätig. Hingegen weist die
Metallindustrie nur einen sehr geringen Anteil auf,
erst jeder vierzehnte der in ihr tätigen Werkmeister ist nebenberuflich
 Landwirt.

Von den technischen Angestellten und Beamten
einschließlich Fachpersonal hat ein Elftel einen landwirtschaftlichen
 Nebenberuf. Auf die eigentlichen technischen
Angestellten kommt aber ein viel geringerer Anteil, wie
die Zahl für Industrie und Handwerk zeigt. Der Durchschnitt
wird gehoben durch die zusammen mit den technischen Angestellten
 nachgewiesenen, als Fachpersonal gezählten hauptberuflich
 in der Land- und Forstwirtschaft tätigen Gutsinspektoren,
 Förster u. dgl., die naturgemäß in besonders starkem
Maße nebenberuflich Landwirte sind, und durch die im Handel
und Verkehr erscheinenden technischen Eisenbahnbeamten,
die gleichfalls recht häufig nebenbei Landwirtschaft treiben.
Hinsichtlich des nich tlandwirtschaftlichen Nebenberufs
sind die Unterschiede zwischen den drei von der Berufszählung
 unterschiedenen AÄngestellten- und Beamtengruppen
weniger stark. .
In dem Umstand,- daß in dem überwiegend Beamte
enthaltenden Wirtschaftszweig „Verwaltung, Kirche, Schulwesen
 usw.“ die Anteilziffern über dem Durchschnitt liegen,
zeigt sich die Tatsache, daß die Beamten verhältnismäßig
häufiger nebenberuflich tätig sind als die Angestellten. Besonders
 unter den. Lehrern ist der Anteil derjenigen, die
noch einen Nebenberuf haben, sehr groß, von den 87000
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        Personen mit Nebenberuf, die auf die Verwaltung, Kirche und
Schulwesen. entfallen, sind nahezu 45 000, also über die
Hälfte, Lehrer und fast 30000 Verwaltungsbeamte.
Verhältnismäßig am seltensten zeigt sich die Verbindung
 von Haupt- und Nebenberuf bei den kaufmänni-Schen
 Bureauangestellten.
Bei der Betrachtung der letzten Uebersicht fällt besonders
der hohe Anteil in der Landwirtschaft auf.

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Doppelverdiener unter den Angestellten.
Zusammenfassend ist zu sagen: Zwei Umstände beeinträchtigen
 den Wert des Zahlenmaterials für diese Unter-Suchung,
 einmal ist die Zahl der von der Berufsstatistik erfaßten
 Nebenberufsfälle zu niedrig, zum anderen gelten die
Zahlen für Beamte und Angestellte, eine einwandfreie Scheidung
 für jede dieser beiden Gruppen ist nicht möglich. Wenn
mithin auch die Ergebnisse der Berufszählung nicht ersehen
lassen, wieviel Angestellte Doppelverdiener sind, so bieten sie
doch die Möglichkeit, mit Hilfe von Schätzungen zu einer
Vorstellung von der Größe ihrer Zahl zu kommen. Unter
Doppelverdienern werden dabei nicht nur solche Erwerbstätigen
 verstanden, die neben ihrem Hauptberuf einen
zweiten Beruf gegen Entgelt ausüben, sondern auch diejenigen,
 die ohne nennenswerte Tätigkeit noch aus anderen
Quellen Einkommen beziehen (z. B. Pensionen, Renten, Einnahmen
 aus Häusern usw.). Hierbei soll die nebenberufliche
Betätigung in der Landwirtschaft wegen ihrer besonderen
Eigenart von vornherein ausscheiden. Von den Angestellten
in Industrie und Handel haben 9 pro mille einen nichtlandwirtschaftlichen
 Nebenberuf. Nehmen wir nun. an, daß von
den 3,5 Millionen hauptberuflichen Angestellten der
gleiche Anteil einen nichtlandwirtschaftlichen Nebenberuf
hat, so kommen wir zu einer Zahl von 31500. Diese Zahl
ist sicher zu gering, weil die Berufszählung die Nebenberufe
nicht vollständig erfaßt hat. Die wirkliche Anzahl wird ungefähr
 42000 bis 47000 betragen. Hierzu wären noch die
Angestellten zu ‚rechnen, die Einkommen. ohne Arbeit oder
Ohne nennenswerte Arbeit beziehen, wie z. B. ehemalige
aktive Offiziere als Pensionsempfänger, Angestellte als Hausbesitzer
 usw. (jedoch nicht etwa auch Angestellte, die Kriegs»
beschädigtenrente erhalten). Die Zahl dieser Doppelverdiener
Zu schätzen, ist nicht möglich, aller. Wahrscheinlichkeit nach
aber wird sie erheblich. kleiner sein als die der ‚Angestellten,.
die Nebeneinnahmen auf Grund einer Berufstätigkeit be-Ziehen.
 Es dürften mithin höchstens gegen

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        70000 = 2 Proz. der 3,5 Millionen hauptberuflichen
 Angestellten Doppelverdiener sein. Zu
ihnen auch die verheirateten weiblichen Angestellten zu
rechnen, wie es mitunter geschieht, hieße den Umfang des
Begriffs zu weit ziehen. In diesem Fall kämen allerdines
weitere 90000 Angestellte = 2,6 Proz. der gesamten Angestelltenschaft
 hinzu. Schließlich sind doppelverdienende
Angestellte auch noch unter den anfangs erwähnten 70000
bis 80000 Personen enthalten, die Angestellte im Nebenberuf
sind. Ein Teil dieser Personen dürfte wohl auch noch im
Hauptberuf Angestellte sein. Schätzungsweise dürfte die Zahl
dieser Doppelverdiener, die Angestellte im Nebenberuf sind
und einen Hauptberuf haben, zwischen 20000 bis 40000
liegen.

Mithelfende Familienangehörige als Angestellte.


Die Berufszählung hat die mithelfenden Familienangehörigen
 mit Recht besonders gezählt. Ihrer sozialen Stellung
nach stehen diese mithelfenden Familienangehörigen,
worunter sich in der Hauptsache Ehefrauen und Töchter befinden,
 den Selbständigen, in deren Haushalt sie leben und in
deren Betrieb sie tätig sind, so nahe, daß wir bei unseren
graphischen Darstellungen und Tabellen die mithelfenden
Familienangehörigen immer in die Nähe der Selbständigen
gerückt haben. Auf der anderen Seite darf jedoch nicht verkannt
 werden, daß trotz dieser sozialen Position eine Reihe
der mithelfenden Familienangehörigen, ökonomisch gesehen,
die Funktion von Angestellten ausübt. Wenn sie nicht da
wären, würde in vielen Fällen an ihrer Stelle ein Angestellter
stehen. Deshalb muß in einer "zusammenfassenden Betrachtung
 über „Die Angestellten in der Wirtschaft“ auch
auf die ökonomische Bedeutung dieser gewissermaßen
„Familien-Angestellten“ hingewiesen werden.
Die Zahl der mithelfenden Familienangehörigen war 1925
etwas größer als die Zahl der Angestellten und Beamten. Aber
von den 5,5 Millionen mithelfenden Familienangehörigen
waren nicht weniger als 4 Millionen Frauen und der weitaus
größte Teil — 88 Proz. — entfällt auf die Land- und Forstwirtschaft.
 Hier sind es neben den Ehefrauen und Töchtern
auch die Söhne und sonstigen im Haushalt lebenden Familienangehörigen,
 die in der Wirtschaft mithelfen. Diese 4,8 Millionen
 Mithelfende in der Landwirtschaft sind entsprechend
ihrer Tätigkeit aber eher den Arbeitern als den Angestellten
zuzurechnen.

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In Industrie und Handwerk sind insgesamt 220000 mithelfende
 Familienangehörige gezählt. Es handelt sich hierbei
offenbar um zwei verschiedene Gruppen. Auf der einen Seite
stehen etwa 110000 Frauen, die in den Bäckereien und
Schlächtereien mithelfen und deren Tätigkeit vermutlich im
Verkauf besteht, so daß man sie ihrer Funktion nach als Angestellte
 ansehen kann. Auf der anderen Seite stehen die mithelfenden
 Familienangehörigen im Bekleidungs-, Textil. und
Holzgewerbe, deren Tätigkeit zweifellos mehr der eines
Arbeiters entspricht. Von den 257 000 mithelfenden Familienangehörigen
 im Handelsgewerbe waren nicht weniger als
202 000 Frauen, die im Waren- und Produktionshandel beschäftigt
 sind. Auch hier ist zu vermuten, daß die Tätigkeit
dieser mithelfenden Familienangehörigen in den Rahmen des
Verkaufspersonals fiel, so daß man auch diese mithelfenden
Pamilienangehörigen ihrer Funktion nach als Angestellte bezeichnen
 muß, Dagegen werden die 137000 weiblichen mithelfenden
 Familienangehörigen im Gastwirtsgewerbe ihrer
Tätigkeit nach nicht als Angestellte, sondern als Arbeiter angesehen
 werden müssen. Alles in allem wird man die Zahl
jener mithelfenden Familienangehörigen, die ihrer Tätigkeit
nach als Angestellte angesehen werden müssen, auf 300 000
bis 350 000 schätzen müssen, ihren sozialen Positionen nach
stehen sie den selbständigen Handwerkern und Händlern: so
nahe, daß wir sie in der Gruppe der Angestellten bei den
übrigen statistischen Darlegungen nicht mitgezählt haben.

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        VI. Die weiblichen Angestellten.

Ein charakteristisches Merkmal des heutigen Wirtschafts:
lebens ist die zunehmende Bedeutung der Frauenarbeit.
 In diesem Abschnitt sollen daher alle wesentlichen
Ergebnisse über das Vordringen der Frau in den Angestelltenberufen
 noch einmal zusammenfassend dargestellt werden.
Von ausschlaggebender Bedeutung sind hierbei die Veränderungen
 in der Bevölkerungsstruktur gewesen, vor allem
die starke Erhöhung des Frauenüberschusses,
der vor dem Kriege in viel geringerem Maße vorhanden war.
Durch den Kriegstod von 2 Millionen Männern schwoll der
Frauenüberschuß gewaltig an: Während 1910 auf 1000 Männer
im allgemeinen Durchschnitt 1026 Frauen kamen, waren es
1919 1099 Frauen und 1925 noch 1068 Frauen. Vor allem
sind aber durch den Kriegstod gerade die im „besten“
Mannesalter stehenden Altersgruppen betroffen
worden, so daß sich für diese Altersgruppen ein bedeutend
höherer Frauenüberschuß ergibt, als ihn uns die Gesamtzahlen
 zeigen.

Auf 1000 Männer
in den Altersjahren

28—30 0000000000
30—3 Be
35— 40 _

kamen Frauen
1925 19710

1151 1,902
1260 1001
1108 10038

Während also vor dem Kriege in diesen Altersgruppen
nahezu kein Frauenüberschuß herrschte, sind jetzt z. B. in der
Altersgruppe 30 bis 35 Jahre über ein Viertel mehr Frauen
vorhanden als Männer. Das bedeutet, daß für jede vierte bis
fünfte Frau dieser Altersgruppe kein Ehepartner vorhanden
und sie von vornherein zum Eheverzicht und damit zur
eigenen Erwerbstätigkeit verurteilt ist. Dazu zwingen die
wirtschaftlichen Folgen des Krieges und der Inflation auch
die früher „bessergestellten“ jungen Mädchen, vor der — unsicher
 erscheinenden — Ehe erwerbstätig zu sein. So ist die
Haustochter, die im Hause der Eltern untätig saß und auf
das Geheiratetwerden wartete, zumindest in den Groß- und
Mittelstädten, fast verschwunden, und gerade sie drang in die
Angestelltenberufe ein.
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. Neben die Strukturveränderungen der Bevölkerung und
Wirtschaft tritt noch die Selbständigkeitsbewegung
der Frau, die mehr und mehr dazu geführt hat, daß die
Frau beruflich dem Mann auf den meisten Gebieten als
gleichwertig und gleichberechtigt anerkannt wurde. Die
Wandlung der geistigen Anschauung ließ auch auf wirtschaftlichem
 Gebiet die Frau nach Unabhängigkeit streben.
Wirtschaftliche Selbständigkeit konnte ihr aber nur der Ertrag
eigener Berufstätigkeit bringen.
Während von 1907 bis 1925 die weibliche Gesamtbevölkerung
 um 16 Proz. zugenommen hat, ist die
Zahl der weiblichen Beruüfstätigen um 35 Proz., also
mehr als doppelt: so stark angewachsen.‘ Diese Zahlen lassen
die Zunahme aber zu hoch erscheinen. Es muß nämlich
berücksichtigt werden, daß der Altersaufbau der Bevölkerung
heute anormal ist. (Vgl. oben 5. 7.) Die weibliche erwerbsfähige
 Bevölkerung (das sind die im Alter von 15 bis 65
Jahren stehenden Personen) ist um 31 Proz., also nur etwas
weniger als die weiblichen Erwerbstätigen, gestiegen... Von je
100 erwerbs fähigen Frauen waren 1907 genau die Hälfte
erwerbstätig und 1925 wären es nicht viel mehr (52 Proz.)
Doch ist die Zahl der weiblichen Erwerbstätigen von 1907
bis 1925 prozentual stärker angewachsen (um 35 Proz.) als
die der männlichen (um 23 Proz.), daher ist jetzt der Anteil
der weiblichen Erwerbstätigen an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen
 größer als 1907:
Von je 100 Erwerbstätigen waren:
männlich weiblich
66 34
64 26

1907
1925
Welche sozialen Schichten den Zustrom der weiblichen
Erwerbstätigen hauptsächlich aufgenommen haben, zeigt die
folgende Aufstellung:
Die Zunahme der weiblichen Erwerbstätigen
1907 bis 1925

Weibliche Erwerbstätige überhaupt . .

Zahl |
+4-2.977 000

Prozent
35

oo

darunter
Angestellte ......00.0.00000004 4
Arbeiterinnen (ausschl. Heimarbeiterinnen
 und Hausangestellte) ,....
mithelfende Familienangehörige ....

-- 830 000

+ 2924

- 685 000
+1341 000

+ 24
A 48

Die übrigen sozialen Schichten sind gegenüber den Arbeitern,
 Angestellten und mithelfenden Familienangehörigen

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        von geringerer Bedeutung. Die weiblichen Selbständigen, :in
denen auch die Heimarbeiterinnen und Hausgewerbetreibenden
 enthalten sind, haben zwar noch
eine. absolute Zunahme von rund 100000 Personen, aber nur
noch eine prozentuale von ungefähr 10 zu verzeichnen, während
 die weiblichen Hausan gestellten sogar um fast
90000 = 6 Proz. abgenommen haben. Die weiblichen Beamten
 fallen prozentual nicht ins Gewicht.

Die Frau im Wirtschaftsleben.
Angestellte
Hausan- | Beam- . Selbgestellte
 | tinnen Mithelfende ständige

Arbeiterinnen

OWL ——.
m

Tram. Fe" vl
0 10 20 30 40 50 0 70 80 90 100%

Betrachten wir die drei in der Uebersicht genannten sozialen
 Schichten, so fallen zunächst die mithelfenden
Familienangeh örigen auf. Von der rund 3 Millionen
betragenden Zunahme weiblicher Erwerbstätiger entfallen mehr
als 1'/s Millionen auf sie, und zwar kommt eine Million davon
auf die Landwirtschaft. Hier haben die billiger arbeitenden
Familienangehörigen fremde Arbeitskräfte ersetzt. Doch ist
gerade in diesem Falle ‚die statistische Erfassung 1925 wahrscheinlich
 genauer als in den früheren Jahren, so daß die
Zunahme hier zum Teil nur eine scheinbare ist.
Viel bedeutsamer ist die Tatsache, daß die weiblichen
Angestellten eine um 145000 Personen stärkere Zunahme
 aufweisen als die Arbeiterinnen. Während die weiblichen
 Erwerbstätigen insgesamt um ein Drittel, die Arbeiterinnen.
 nur um ein Viertel, die mithelfenden Familienangehörigen
 um die Hälfte angewachsen sind, sind die weiblichen
Angestellten auf das 3%fache des Standes von 1907 gestiegen.

Nunmehr schieden wir infolge der besonderen Verhältnisse,
die für die Landwirtschaft gelten, die von ihr aufgenommenen

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A

weiblichen Erwerbstätigen aus und betrachten, wie sich die
übrigen auf die genannten drei sozialen Schichten verteilen:

Die Zunahme dernichtlandwirtschaftlichen
weiblichen Erwerbstätigen 1907 bis 1925

Nichtlandwirtschaftliche weibliche
Erwerbstätige überhaupt .......

Zahl | Prozent
-+ 2.005 000

darunter
Angestellte ......0.00.00.00004
Arbeiterinnen (ausschließlich Heimarbeiterinnen
 und Hausangestellte)
mithelfende Familienangehörige

+4. 832 000

+ 234

+ 843 000
+ 253 000

| +
+ 84

Die Uebersicht zeigt, daß von der rund 2 Millionen betragenden
 Zunahme der nicht in der Landwirtschaft erwerbstätigen
 Frauen 1% Millionen Arbeiterinnen und Angestellte
 sind. Während aber 1907 die Zahl der nichtlandwirtschaftlichen
 Arbeiterinnen ungefähr 4%mal so groß war
wie die der nichtlandwirtschaftlichen Angestellten, dürfte 1925
die Zahl der weiblichen Angestellten (nun man
die Landwirtschaft ausschließt) fast genau sogroßsein
wiedieder Arbeiterinnen.
Die Zahl der weiblichen Angestellten ist in solch starkem
Maße gestiegen; daß die Zunahme der weiblichen Berufstätigen
 der übrigen sozialen Schichten weit dahinter zurückbleibt.
 Dadurch hat sich der Anteil der weiblichen Angestellten
 an der Gesamtzahl der weiblichen Erwerbstätigen
gegenüber 1907 stark erhöht:
Von je 1000 weiblichen Erwerbstätigen waren 1907 nur
44 Angestellte, 1925 aber 105! Die Steigerung beträgt also
224 Proz., während die Zahl der männlichen Angestellten in
der gleichen Zeit nur um 104 Proz. zunahm. Daher hat sich
auch innerhalb der Angestelltenschaft das Gewicht
der weiblichen Angestellten erhöht:
Von je 100 Angestellten überhaupt waren

1907
1925

. . .

männlich weiblich
75 25
66 Ci

1907 war mithin jeder vierte Angestellte
weiblichen Geschlechts, 1925 bereits jeder
dritte,

Leider gestattet die amtliche Statistik keine vergleichsweise
Gegenüberstellung der Zahlen für 1907 und 1925. Immerhin

37
        <pb n="91" />
        lassen sich mittelbar aus den nachstehenden Zahlen Schlüsse
ziehen, welche Gruppen der weiblichen Angestellten das
stärkste Wachstum aufzuweisen haben: . .

Die Zunahme der weiblichen Angestellten in
den wichtigsten Wirtschaftszweigen
1907 bis 1925

Weibl. Angestellte überhaupt , .
und zwar in
Industrie und Handwerk .....
Handel und Verkehr ,......
den übrigen Wirtschaftszweigen

1907

1925

Zunahme
Zahl | Prozent

370 000

1200 000; + 830 000 | + 224
60000 } 335000;
229.000 | 612 000,
81000 ' 253 000

+ 275000 ı + 458
+383 000 | + 167
+172 000 | + 212

Fast vier Fünftel der gesamten Zunahme entfallen auf
Industrie und Handwerk sowie auf Handel und Verkehr.‘ Da
aber in diesen beiden Wirtschaftszweigen fast ausschließlich
 weibliche kaufmännische Angestellte vorkommen,
wird man daraus schließen können, daß in erster Linie die

Die weiblichen Angestellten 1925,

Nach Wirtschafts-Zweigen:

nach Berufen:

Techn. Anges},
X 40000
Sonstige ı BD
&amp;lt; Angestellte Angest
\ 166 000 //104000

/

Industrie u. / Übrige N
Handwerk /Wirtsch. Zweig
335 000 253000

j

,„£

\

Handel vu. Verkehr

612000

DD

-

Kaufmännische Angestellte
920000 -

FF

Zahl der weiblichen kaufmännischen Angestellten zugenommen
 hat, Prozentual sind die weiblichen Angestellten
in der Industrie am stärksten gestiegen (auf mehr als das
5Yefache des Standes von 1907), die im Handel hingegen nur
auf das 2%fache. Wenn man auch hieraus die Steigerung
der wichtigsten Angestelltengruppen nicht zahlenmäßig genau

7 A
        <pb n="92" />
        Sse
das

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ant ı
2

24 |

S
7 |
2

uf
Da
Be

N,
ie

angeben kann, so wird man doch sagen dürfen, daß das
weibliche kaufmännische Bureaupersonal die
stärkste. Zunahme. aufzuweisen hat, während die des weib -
lichen Verkaufspersonals weit geringer ist.
+ Für 1925 ergibt sich folgendes Bild von den verschiedenen
Angestelltengruppen: ;

Die verschiedenen Gruppen von weiblichen
Angestellten 1925

Zahl

Proz.

von je 100 Angestellten
 überhaupt
der in der T. Spalte
genannten Gruppe
sind weiblich

Weibliche
kaufmännische Angestellte .....
Bureauangestellte ...... De
technische Angestellte ... 2
sonstige Angestellte ,

920 000
104 000
10 000
166 000

7
28 '
„1 ;

40
37
4
38

Angestellte zusammen] 1200 000 } 100 |

34

Ueber drei Viertel der weiblichen Angestellten entfallen
auf die kaufmännischen, ihnen gegenüber sind alle anderen
Gruppen zahlenmäßig von geringerer Bedeutung. Noch nicht
ein Siebentel kommt auf die hauptsächlich in Berufen des
Gesundheitswesens und in künstlerischen Berufen als Lehrerinnen,
 Sozialbeamte und Kindergärtnerinnen tätigen sonstigen
Angestellten, rund ein Zwölftel auf die Bureauangestellten und
weniger als ein Hundertstel auf die technischen Angestellten.
Wenn weibliche Werkmeister überhaupt nicht aufgeführt
 sind, so ist das an sich nicht ganz zutreffend, aber
sie fallen zahlenmäßig nicht ins Gewicht, und die Ergebnisse
der Berufszählung ließen nicht einmal eine schätzungsweise
Aussonderung zu.
Eine Gliederung der kaufmännischen Angestellten
 nach‘ Ein- und Verkaufspersonal und nach kaufmännischem
 Bureaupersonal ist nicht möglich, so daß nicht
gesagt werden kann, wieviel von den 920 000 weiblichen kaufmännischen
 Angestellten Verkäuferinnen, Stenotypistinnen,
Kontoristinnen, Buchhalterinnen usw. sind. Die Verteilung der
kaufmännischen Angestellten auf die einzelnen Zweige des
Wirtschaftslebens macht die Uebersicht auf Seite 40 ersichtlich.
 Danach sind zwei Drittel aller kaufmännischen Angestellten
 im Handel tätig und etwas über ein Drittel in der Industrie.
Von ıden 580000 auf den Handel entfallenden weiblichen
Angestellten dürfte der überwiegende Teil aus Verkäuferinnen
bestehen, während die Mehrzahl der 320 000 in der Industrie

RO
        <pb n="93" />
        beschäftigten sich aus kaufmännischem Bureaupersonal aller
Art zusammensetzen wird. Was das Zahlenverhältnis zwischen
männlichen und weiblichen kaufmännischen Angestellten in
den einzelnen Wirtschaftszweigen betrifft, so überwiegt nur im
Bekleidungsgewerbe das weibliche Personal, sehr hoch ist
auch der Anteil der Frauen im eigentlichen Waren- und
Produktenhandel, überhaupt in allen den Wirtschaftszweigen,
in denen die Verkäuferinnen zahlenmäßig von Bedeutung sind.
Die Gliederung der 104000 weiblichen Bure auangestellten
 nach Behördenangestellten usw. zeigt die Uebersicht
 auf Seite 41. Ueber vier Zehntel sind danach bei Behörden
 tätig und rund ein Drittel bei Berufsverbänden, Rechtsanwälten
 u. dgl. Hier entfällt auf die Frauen fast die Hälfte
aller überhaupt vorhandenen Bureauangestellten.

Wie sich die 10000 weiblichen technischen An gestellten
 auf die einzelnen Zweige des Wirtschaftslebens
verteilen, macht die Tabelle auf Seite 37 ersichtlich. Wie
bereits bemerkt wurde, ist die Zahl der weiblichen Techniker
wahrscheinlich etwas zu hoch, da es nicht möglich war, die
Kunstgewerblerinnen, die die Berufszählung in. der Gruppe
„technische Angestellte und Fachpersonal“ nachgewiesen
hat, auszuscheiden, Dieser Umstand wird besonders die Zahl
der weiblichen Techniker in der Textilindustrie beeinflußt
haben. Unter den 10000 Frauen sind rund 900 Chemikerinnen
und 150 weibliche Ingenieure und Architekten. Die Zahl der
Chemikerinnen dürfte wohl zu hoch sein, wahrscheinlich sind
eine Anzahl von Laborantinnen als Chemikerinnen gezählt
worden.

Unter den sonstigen Angestellten sind die Frauen
wieder von größerer Bedeutung, wie aus der Uebersicht auf
Seite 45 hervorgeht. Hier sind eine Reihe von Berufen vorhanden,
 deren Ausübung hauptsächlich Frauen vorbehalten
ist, wie z, B. die Krankenpflege, Sozialbeamtinnen, Kindergärtnerinnen,
 Hebammen. Aber auch in den anderen Berufen
stellen die Frauen einen recht erheblichen Anteil der Erwerbstätigen,
 so sind mehr als ein Viertel der als Angestellte tätigen
Apotheker und Zahnärzte und fast ein Fünftel der Zahntechniker
 weiblichen Geschlechts.

Unter den künstlerischen Berufen fallen durch
besonders hohen Anteil der weiblichen Angestellten die Tänzerinnen
 auf. Fast neun Zehntel der Tänzer sind Frauen,
auch von den Sängernund Gesanglehrern sind mehr
als die Hälfte weiblichen Geschlechts, während bei. den
Schauspielern die Zahl der Männer etwas überwiegt.

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Lo

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&amp;gt;

A

Fassen wir die wichtigsten Ergebnisse kurz zusammen:
Die Zahl der weiblichen Erwerbstätigen hat verhältnismäßig
stärker zugenommen als die der männlichen. Die Gründe hierfür
 sind der wirtschaftliche Druck, unter dem die Bevölkerung
steht und der auch die Frauen zur Erwerbsarbeit zwingt, der
Frauenüberschuß und die Wandlung der sozialen Stellung der
Frau. Unter den erwerbstätigen Frauen weisen die AÄAngestellten
 ein Wachstum auf, welches verhältnismäßig das der
weiblichen Berufstätigen aller übrigen sozialen Schichten weit
überragt. Das liegt einmal daran, daß die wirtschaftliche Entwicklung
 gerade zu einem besonders starken Bedarf an weiblichen
 Angestellten führte, und zum anderen, daß den Frauen,
die berufstätig werden mußten, unter allen in Betracht kommenden
 Erwerbsmöglichkeiten die Angestelltenberufe als die
anziehendsten erschienen. Unter den weiblichen Angestellten
dominieren die kaufmännischen und Bureauangestellten, das
dürften der Mehrzahl nach Verkäuferinnen, Stenotypistinnen,
Kontoristinnen usw. sein. Wenn auch infolge ungenügender
Vergleichsmöglichkeiten genauere Angaben über die Entwicklung
 von 1907 bis 1925 nicht gemacht werden können,
so gewinnt man aus den vorliegenden Zahlen doch
den Eindruck, daß die große Masse der neuhinzukommenden
 weiblichen Angestellten sich den Berufen zugewendet
 hat, die auch schon früher in größerem Umfange
oder. überwiegend vom weiblichen Geschlecht ausgeübt
wurden, eben den Berufen der Verkäuferinnen, Stenotypistinnen
 usw. Daß Frauen in andere Angestelltenberufe,
die bisher überwiegend von Männern ausgeübt wurden, in
größerem Maße eingedrungen sind, kann man aus den vorliegenden
 Resultaten kaum ableiten. Gewiß sind auch Frauen
in Angestelltenberufe eingedrungen, die ihnen früher verschlossen
 waren, doch handelt es sich dabei nur um kleine
Trupps weiblicher Pioniere.

21
        <pb n="95" />
        ——&amp;gt;——P—

ANHANG

Die Angestellten in den einzelnen
Industriezweigen

Für die Beurteilung der Probleme der Angestelltenbeschäftigung
in der Industrie standen nur die Ergebnisse der Berufszählung zur
Verfügung, die auf Grund der gewerblichen Betriebszählung des
Jahres 1925 zu erwartenden Nachweisungen über die Verteilung der
Angestelltenschaft auf Klein-, Mittel. und Großbetriebe, lagen beim
Abschluß dieser Arbeit leider noch nicht vor. Die folgenden Zusammenstellungen
 müssen sich daher im wesentlichen an die von der
amtlichen Berufsstatistik verwendete Abgrenzung der einzelnen Industriezweige
 und Angestelltengruppen halten, da eine nachträgliche Umrechnung
 der amtlichen Angaben sich nicht durchführen läßt. Das
Ergebnis unserer Untersuchung wird aber gerade für die Industrie
kaum durch diesen Mangel beeinträchtigt werden. So ist die amtliche
Zusammenfassung von Angestellten und Beamten in einer Zahl für die
Industrie praktisch bedeutungslos, da öffentlich-rechtliche Beamte nur
in sehr geringer Zahl in der Industrie tätig sind, das gleiche gilt für
die Zusammenfassung der technischen Angestellten mit dem sogenannten
 „Fachpersonal“ und für die Zusammenfassung‘ der kaufmännischen
 und Bureauangestellten, da es sich hierbei in der Industrie fast
ausschließlich um technische bzw. kaufmännische Angestellte handelt.
Die dem amilichen Quellenwerk entnommenen Zahlen sind stets ohne
Abrundungen aufseführt.

a) Der Bergbau.

In den verschiedenen Zweigen des Bergbaus sind im ganzen
nahezu 850000 Personen tätig, das sind 6,4 Proz. der in der Industrie
überhaupt beschäftigten Personen. Der Bergbau ist infolge seiner
natürlichen Arbeitsbedingungen und seiner wirtschaftlichen Entwicklung
die Domäne der großen Betriebe, die Zahl der Unternehmer
und Betriebsleiter ist daher nur gering, sie beträgt nur wenig mehr als
2000 (= 0,3 Proz. aller im Bergbau Erwerbstätigen). Die Leitung
der Betriebe liegt, da es sich vorwiegend um Gesellschaften handelt,
in den Händen von Direktoren. Von den insgesamt 2160 Selbständigen
 sind nur 17 Proz. Eigentümer und nur 2 Proz. Pächter,
aber 81 Proz. Direktoren und Geschäftsführer. Um so größer ist das
Heer der im Bergbau tätigen Arbeiter. Mit 785605 Personen stellt
die Arbeiterschaft nahezu 93 Proz. aller überhaupt im Bergbau tätigen
Personen.

yl
        <pb n="96" />
        . Avf die Angestelltenschaft von 59391 Köpfen entfällt nun
der verhältnismäßig geringe Satz von 7 Proz. der Gesamtbelegschaft
d. h. im Bergbau entfallen auf 1 Angestellten 13 Arbeiter,
während im Durchschnitt für die gesamte Industrie
auf 1 Angestellten nur 7 Arbeiter kommen. Das Betätigungsfeld
 der Angestellten ist in den einzelnen Zweigen des Bergbaus
 verschieden: so findet sich im Salzbergbau mit 12,2 Proz. der
Gesamtbelegschaft die intensivste Angestelltenbeschäftigung, im Braunkohlenbergbau
 sinkt der Anteil der Angestellten auf 10 Proz., im
Erzbergbau auf 8,1 Proz. und im Steinkohl enbergbau sogaı
auf 6 Proz., hier kommen also auf 1 Angestellten 16 Arbeiter.
Die Verteilung der Angestellten auf die einzelnen Gruppen zeig!
die folgende Aufgliederung:

Die Angestellten in den einzelnen Zweigen
des Berrbaus

Betriehbhszweieg

Angestellte

überhaupt


Davon sind
i !
Tech- | Steiger, kaufm
iker | Meister Angen
 usw. stellte

Von den kautm.
ı Angesteliten
sind
männl. | weibl.

alen
Steinkohlenbergbau. . .|38104°6573 16667
Braunkohlenbergbau . . | 11899, 2 421 3.925
Salzbergbau .. . ; ; 1 3951| &amp;amp;%% 1081!
Erzbergbau ..... 3603 72 ı 408
Salinen, Asphalt, Torfgr. | 1824 313 579
Bergbau zusammen . ‚| 59301
Verb
Steinkohlenbergbau . |
Braunkohlenbergbau .. .
Salzbergbau . ....
Erzbergbau . .. ..
Salinen, Asphalt, Torfgr.
Berobau zusammen . &amp;gt;

s

14864 13 738 . 1126
5540, 4956) 584
2015| 1839 | 176
1454 19282. 172
949 725 317

‘0913| 23663 24 815|22 540 | 2 275

39,0
456
51.5

| 22 1,708
89,5 | 105
91,3 | 87
882 | 118
77,0 | 23.0

18,5 | 202 | 41,7 * 90,8 | 9,2

Von der Gesamtangestelltenschaft des Bergbaus
entfällt also % auf die Techniker — es sind allein 2382 Ingenieure,
267 Chemiker und 894 Landmesser und Markscheider im Jahre 1925
gezählt worden. Etwa zwei Fünftel der Gesamtzahl entfällt im Steinkohlenbergbau
 auf die Gruppe der Meister, zu denen von der amtlichen
Statistik auch alle Steiger, Obersteiger und Hilfssteiger gerechnet
werden. Dabei sei bemerkt, daß auch alle zu den Kokereien und
zu den Brikettherstellungsanlagen gehörende Angestellte
dem Steinkohlenbergbau zugerechnet worden sind. Im Braunkohlenbergbau
 amd im Salzbergbau ist in Anbetracht der
anders gearteten Arbeitsmethoden der Anteil der Werkmeister und
Steiger niedriger als im Steinkohlenbergbau, und zwar auch im Verhältnis
 zur Arbeiterschaft, denn im Steinkohlenbergbau kommen auf
einen Steiger, Meister usw. durchschnittlich 34 Arbeiter, im Braunkohlenbergbau
 und im Salzbergbau dagegen nur rund 27.
Der Anteil der kaufmännischen Angestellten schwankt in den einzelnen
 Zweigen zwischen zwei Fünfteln und der Hälfte der Gesamtzahl.
Die weiblichen Angestellten, die sich in der Gruppe der

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aft,

a
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pm

Dr
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N
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‚ar
1,
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Techniker nur ganz vereinzelt finden, sind auch bei den kaufmännischen
Angestellten und dem Kontorpersonal nur in geringer Zahl vertreten.
Trotzdem ist auch hier eine „Verweiblichung“ der Ängestelltenschaft
 zu verzeichnen, denn bei der letzten Berufszählung
vor dem Kriege gehörten nur 1,2 Proz., heute dagegen über 9 Proz.
der kaufmännischen Angestellten des Bergbaus zum weiblichen Geschlecht,


b) Die Industrie der Steine und Erden.
Die wichtigsten Zweige der Industrie der Steine
Ziegelindustrie mit etwa. . .........
Gewinnung und Bearbeitung natürl. Steine mit etwa
Feinkeramische Industrie mit etwa. ......,
Glasindustrie mit etwa‘. ....
sonstige Zweige mit etwa. ..

und Erden sind:
163 000 Personen
162000
127000.
113000
122000
Insgesamt 687000 Personen
In der Industrie der Steine und Erden verteilt sich die Zahl der
Erwerbstätigen auf die einzelnen sozialen Positionen folgendermaßen:
Selbständige . 31881 oder 46 Proz.
Angestellte ‚ 5213 „ .
Arbeiter .. 0.0.0100... . 600393 „
Mithelfende Familienangehörige . . 2385 „ „
Zusammen 686 782 oder 100,0 Proz.
Die Angestelltenschaft verteilt sich auf die einzelnen Zweige
folgendermaßen:

Die Angestellten in den einzelnen Zweigen der
Industrie der Steine und Erden

N

a
“y
5

n

Betriebszweig

Angestellte

überhaupt


Techniker


Davon sind
Werk- kaufm,
meister Ange»
etallta

Von den kaufm.
Angestellten
sind
| männl. | weibl.

Glasindustrie A
Feinkeramische Industrie
Steinbrüche, Steinbearbeitung
 . .....
Ziegelindustrie . . ..
Kalk-, Gips-, Traß- und
Zementindustrie . . .
Sonstige Zweige. ... .
Industrie der Steine und | | ]
Erden zusammen . .{[ 52 123 | 4876 17577‘ 29 670 [21 780 | 7890
Verhält- chlen
100 | 59 | 38,0 | 56,1 | 70,5 |
100 74 17,7 74,9 1 73,5
1090 117 348 53,5 | 74,0
100 ı 73 551 37,6 | 74,2
, | ;
109 1138 30,9 | 55,8 | 78,5 | 21,5
19 * 16.0 25,1 | 58.9 73,9_ 26,1
04| 33,7 | 56,9 | 73,4 | 26,6

Ahsoliu‘
13017"
10 908

/=»hlen
773 4944
806 1931
9227 1075! 3213
8137: 598| 4483
677
DAT

Glasindustrie SUR
Feinkeramische Industrie
Steinbrüche, Steinbear-Dein
 * &amp;amp; 8 * = a
Ziegelindustrie . . ..
Kalk-, Gips-, Traß- und
Zementindustrie . . .
Sonstige Zweige. ... .
Zusammen: 1! 100

O5
        <pb n="98" />
        Das Nebeneinander der ‚Verschiedenartigsten Betriebsformen
in den einzelnen Zweigen der Industrie der Steine und Erden spiegelt
sich in der Zusammensetzung der Angestelltenschaft
wider. Mit Ausnahme der Ziegelindustrie, in der mehr als die Hälfte
aller Angestellten zur Gruppe der Meister gehören, überwiegt der Zahl
nach das kaufmännische Personal, das in allen Zweigen ziemlich gleichmäßig
 zu etwa % der Gesamtzahl aus männlichen und zu etwa % aus
weiblichen kaufmännischen Angestellten besteht, -
c) Die Metallindustrie.

Die Metallindustrie nimmt in der deutschen Wirtschaft eine überragende
 Stellung ein, denn die sich auf dem Eisen und den übrigen
Metallen aufbauenden Industriezweige beschäftigen zusammen nahezu
3% Millionen Personen, das ist mehr als der vierte Teil aller überhaupt
in der Industrie und im Handwerk tätigen Menschen. Es entfallen auf:

Eisen“ und Metallgewinnung . 2. 0.0.0.0. 580538 Erwerbstätige
Herstellung: von Eisen-, Stahl- und Metallwaren 1000833 7
Maschinen-, Apparate. und Fahrzeugbau . . . 1315535 „
Elektrotechnische und feinmechanische Industrie 571 49292

Bei der Verschiedenartigkeit der ‚Betriebsorganisation in den einzelnen.
 Zweigen der Metallindustrie empfiehlt es sich, die genannten
Gruppen getrennt zu betrachten.

I. Die Eisen- und Metallgewinnune.,

Zu dieser Gruppe zählt die gesamte Groß eisenindustrie mit
genau % Million Erwerbstätigen, die zu einem erheblichen Teil im
rheinisch-westfälischen Industriebezirk ihren Sitz hat. Es gehören hierzu
die Hochofenwerke, die Stahlwerke, die verschiedenen Walzwerke,
Hammer. und Preßwerke, Schrottwerke, Eisen. und Stahlgießereien.
Dazu kommen die entsprechenden Werke der Metallgewinnung, also
die Blei-, Silber-, Kupfer-, Zinkhütten, Aluminiumfabriken usw. mit
rund 80000 Erwerbstätigen. Da es sich vorwiegend um große Betriebe
handelt, ist besonders in der Großeisenindustrie der Anteil der Selbständigen
 sehr gering. Es wurden festgestellt in der:

Großeisenindustrie Metallgewinnung
Selbständige . . . 3952 oder 0,8 Proz, 195 oder 24 Proz
Angestellte... . 66517 „133 „. 1145 „ 142 „
Arbeiter . . . . 4209505 „ 859 „= 67192 ; 834 7
Mithelf. Pamilien- ;
angehörige . . . 4, 00 11. „00
SD A N
Zusammen 500015 oder 100,0 Proz. 80523 oder 100.0 Proz.

Bei den insgesamt 5857 Selbständigen handelt ‚es sich zum großen
Teil um Direktoren und Geschäftsführer (insgesamt 2565), Der Anteil
der Angestellten an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen stellt
sich auf 133 Proz.

Die Verteilung der Angestelltenschaft auf die einzelnen
 Betriebszweige und Angestelltengruppen zeigt die folgende
Aufstellung:

*
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Die Angestellten in der Eisen- und Metallvrewinnungs


Javon sind

Betriebszweir

Angestellte

überhaupt
 |

Techniker


Werkmeister


aufm.

Von den kaufm,
Angestellten
sind
männl, | weibl.

Angeatallte


Abso'r e Zahlen
Großeisenindustrie . .' %® “1731 14 486| 40 300° 33 489 | 6811
Metallhütten . . .. 1653) 2464‘ 7298 533311 965
Fisen- vu. Metallgewinr | | ]
nung zusammen . . .| 77932 | 13 384 | 16 950| 47 598] 38822 | 8 776

Verh"‘ 7-Ahlen
Großeisenindustrie . “1,8 | 60,6 | 83,1 ] 160
Metallhütten . . .. 21,6_ 63,9 * 73,1 | 26,9
Eisen- u. Metallgewinnun”
 zusammen . . | 100 | 17,2 | l 61,1 | 81,6 |184
Auch in der eisenschaffenden Industrie stellt das kaufmännische
Personal mit 47598 Personen das Hauptkontingent der Angestelltenschaft,
 es handelt sich hier vorwiegend um Männer, nur % der kaufmännischen
 Angestellten entfällt auf das weibliche Geschlecht. Bei: der
ausgedehnten Verwendung von Maschinen und der Bedeutung‘ der
Betriebsanlagen treten naturgemäß auch die mit der technischen Vorbereitung
 und Beobachtung des Produktionsprozesses betrauten Angestellten
 zahlenmäßig stärker hervor.
Die Gruppe der Werkmeister umfaßt nahezu 17000 Personen
oder etwas mehr als % der gesamten Angestelltenschaft, von den
13384 technischen Angestellten sind 5863 als Ingenieure und 480 als
Chemiker tätig.
2. DieHerstellungvonEisen., Stahl. und Metallwaren.
Zu dieser Gruppe der Eisen- und Metallverarbeitung gehören die
gesamte Kleineisenindustrie und alle Betriebe, die sich der Herstellung
von Handwerkzeug, Blech- und Emaillewaren, Drahtstiften, Drahtwaren,
Stahlwaren usw. widmen, aber auch die Schmuckwaren-, Kupfer. und
Alıminiumindustrie. Diese Betriebe beschäftigen insgesamt 600 000 Per.
sonen.
Unter den Selbständigen, zu denen die Berufszählung auch 11263
Hausgewerbetreibende rechnet, ist die Zahl der Direktoren sehr gering.
Außerdem sind hier die vorwiegend handwerklich organi«-sierten
 Zweige gezählt: Schlosser, Schmiede, Klempner, das Gasund
 Wasserinstallationsgewerbe, die insgesamt rund 402000 Erwerbstätige
 umfassen, von denen genau der vierte Teil selbständig ist. Die
Beschäftigung von Angestellten ist in den kleinen Betrieben naturgemäß
gering, ihr Anteil an der Gesamtzahl stellt sich auf nur 2,1 Proz. Im
einzelnen ergibt sich die folgende Verteilung:
Herstellung von Eisen-, Schlosser-, Schmelzer-)
 Stahl- und Metallwaren und Klempnereigewerbe
Selbständige‘ . . 410926 oder 7,0 Proz. 100376 oder 25,0 Proz.
Angestellte . . 80328 „ 134 , 8489 „ 21,
Arbeiter ; .:. . 474698 793 288421 „ 18
Mithelf. Familien- .
angehörire . 19122 „ 03 „ 4683 1,
Zusammen 598 864 oder 100,0 Proz. 401969 oder 100.0 Proz.

aa)

07
        <pb n="100" />
        Die Gliederung der Angestelltenschaft zeigt die folgende
 Uebersicht:

Pe—

Betriebszweig

Aheo

Angestellte

überhaupt


Tech- | Werkniker
 ' meister

Davon sinr
aufm.
Angestellte
 *

shlen

Von den kaufm.
Angestellten
sind
männl, | weibl,

Herstellung von Eisen-, , |
Stahl- u. Metallwaren . 803828 [5 300 | 15865. 591681 38 458 | 20 705
Schlosserei, Schmiederei,
Klempnerei ., . , . . 8489 | 865| 3693| 3931 2 063 | 1 868
Zusammen: | 88 817 16 165 | 19558 | 63 094 | 40521 | 22 572
Verhältniszahlen

Herstellung von BEisen-,
Stahl- u. Metallwaren .
Schlosserei, Schmiederei,
Klempnerei , , .

73,6 | 65,0 | 85,0
100 4n0&amp;gt;' 435 2463 525 | 47,5
Zusammen: ] 109 ' 70| 22,0 | 71,0 1 64,2 | 35,8

Von den 80328 Angestellten, die in den Betrieben der Eisen-, Stahlund
 Metallwarenindustrie beschäftigt sind, entfällt nur der geringe
Prozentsatz von 6,6 Proz. auf das technische Personal, auch
hier sind es zum großen Teil Ingenieure (1866 von 5300 Technikern).
Die Arbeitsleistung der Maschinen tritt hier nicht so beherrschend in
den Vordergrund wie in der eisenschaffenden Industrie, in der auf
einen Arbeiter eine zum Antrieb von Arbeitsmaschinen installierte
motorische Kraft von mehr als 6 PS entfällt, während sich bei der
Herstellung von Eisen-, Stahl- und Metallwaren das Verhältnis auf etwa
1:1 stellt. Die Zahl der Werkmeister ist‘ — vielleicht infolgedessen?
 — hier mit 15865 Personen etwa dreimal so groß wie die der
Techniker. Das kaufmännische Personal erreicht fast drei Viertel der
Gesamtzahl der Angestellten in der Herstellung von Eisen, Stahl und
Metallwaren, aber noch nicht 50 Proz. in dem Schlosserei,
Schmiederei- und Klempnereigewerbe, in dem überhaupt nur sehr
wenige Angestellte tätig sind.

3. Der Maschinen-, Apparate. und Fahrzeugbau,
Die Maschinenindustrie mit den ihr verwandten Zweigen des
Apparate. und Fahrzeugbaus, die einen wichtigen und wertvollen Teil
der deutschen Ausfuhr liefert, beschäftigt über 1,3 Millionen Personen.
Die Verteilung dieser Erwerbstätigen auf die verschiedenen Zweige, die
sich aus der folgenden Uebersicht ergibt, zeigt in ihrer sozialen Zusammensetzung
 alle Züge, die für einen vorwiegend aus größeren Betrieben
 bestehenden Industriezweig typisch sind.
Der Anteil der Selbständigen ist in allen Zweigen der Maschinenindustrie
 verhältnismäßig gering, die Zahl der Angestellten, insbesondere
 der Techniker, dagegen verhältnismäßig hoch. Eine größere
Zahl selbständiger Unternehmer findet sich im Fahrzeugbau mit seinen
zahlreichen kleinen und kleinsten Reparaturwerkstätten für Automobile
und Fahrräder, Die Angestelltenschaft der Maschinenindustrie umfaßt
237 000 Personen, von denen über 162000 im eigentlichen Maschinenbau
und nahezu 32000 im Fahrzeugbau tätig sind, dessen wichtigsten Zweig
heute die Automobilindustrie darstellt.
        <pb n="101" />
        ‚olm.



151

AR!

75

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Maschinen-



esse.
und
Apparatehav


Eisenbau
 |

Schiffbau


Bau von
Land- u.
Luftfahr-



Eisenbahn-




A

Selbständige . . ..
Angestellte...
Arbeiter. .. 0...
Mithelfende Familienangehörige
 .

bsalır)
.) 1955 29832‘ 479° 747' 12735‘ 354
. 162468,17547] 5013,12477 31 wol 8290
656 468163 240117 186 | 76 027 177 569} 49 710
.. 45ıl 63] al 20l 46 —
Zusammen: | 839 005 | 83 582 [22 682 | 89 280 | 222 632 | 58 354
Verhale 0-47

Selbständige . . .
Angestellte . ;
Arbeiter. .. 0.0...
Mithelfende Familienangehörige
 . . ]

1 3
19,4
78,c

. 35
24,8
7:

‚£
22,1
TES

1,8 5,7 |
140 14,3
85,2 79,8

0,6
14,2
85,2

0.2

Zusammen:

100 * 100

1900 * 109

100 * 100

Die nachstehende Uebersicht gibt ein Aufgliederung nach den ein»
zeinen Angestelltengruppen und Jäßt den verhältnismäßig großen
Prozentsatz der Techniker, vor allem im Eisenbau und im Schiffbau
erkennen.

Die Angestellten in den einzelnen Zweigen des
Maschinen-., Apparate“, und Fahrzeugbaus.

Betriebszweig

Angestellte

überhaupt


Davon sind
kaufm.
Tech- | Werk- A
iker 'meister| “86
ni stellte

Von den kaufm.
| Angestellten
sind
männl ! weibl.

‚Di 0oluie Zahlen

Maschinenbau. . . ..
Kessel u. Apparatebau .
Sisenbau . . 0...
Schiffbau .. 2.2...
Bau von Land- und Luftfahrzeugen
 . . . ..
Eisenbahnwarenbau . .
Zusammen:
Ve
Maschinenbau. . . ..
Kessel. u. Apparatebau .
Sisenbau . 0.0.0...
Schiffbau .. . 2...
Bau von Land“ und Luftfahrzeugen
 . . . ..
Eisenbahnwayenbau . .

162 468 44 584 23 787 26 763
173471 5601| 2358 3.079
5013 2201| 768 572
12477 4002 2776 786
318921 5 602 6039 20251 14 138| 6113
8290 2114' 1672: 4504‘ 3569! 935
287 487 |63 994 | 37 395 | 136 098 | 97 850 | 38 248
8) srzahlen
100 "27,5 | 1465
* u) 292 N n
2) AT
10) 2° ;

{m

KR

“AN

69,8 | 30,2
79,2 20.8

fo

Zusammen:

on

572.01 15.7

ı 5723

71.9

i 98.1

1

Von den rund 64000 technischen Angestellten sind 35 889 Ingenieure.
Auf die Gruppe der Werkmeister entfallen rund 37400 Personen oder

0
        <pb n="102" />
        15,7 Proz., auf das kaufmännische Personal rund 136 100 oder 57,3 Pro’
der vesamten Anwestelltenschaft.

4. Die elektrotechnische und feinmechanische
Industrie,
Die elektrotechnische Industrie hat seit der letzten Vorkriegs
zählung des Jahres 1907 ein rasches und mächtiges Wachstum erlebt
sie beschäftigt zusammen mit. der feinmechanischen und optischen In
dustrie rund 571000 Personen. also etwa dreimal soviel wie irn
Jahre 1907.
Die soziale Gliederung dieser Personen zeigt die folgende Gegenrüberstellung:


Elektrotechnische
Industrie

Feinmechanische und
optische Industrie

Selbständige
Angestellte .
Arbeiter , . . 0...
Mithelfende Familienangehörige
 . .

23621 — 5,6 Proz.
2263 =— 21 ,Ä,
2302476 = 120

25670 = 17,0 Pro
19138 = 126
104892 — 69,2

‚p}

1113 — 03 1819 = 12 „
Zusammen! 419 903 = 100,0 Proz. I 151519 = 100,0 Proz

Von den Selbständigen der elektrotechnischen Industrie entfaller
etwa 17 000 auf die kleineren Betriebe der elektrotechnischen Installation,
in der feinmechanischen Industrie ist es besonders die Uhrenindustrie,
zu der auch die kleinen Uhrmachergeschäfte gehören, die mit rund
15000 Uhrmachern den größten Prozentsatz der Selbständigen stellt. Die
übrigen Zweige der elektrotechnischen und feinmechanischen Industrie
zeigen ausgesprochen großindustrielles Gepräge, etwa 70 Proz, aller 3
diesen Gewerbezweigen tätigen Personen, also rund 420000, entfallen
auf die Großbetriebe, d. h. auf Betriebe mit mehr als 50 Personen. Bedeutungsvoll
 ist auch der Anteil der Riesenbetriebe, in acht Betriebe?
mit mehr als 5000 Personen sind allein über 100000 Personen tätig, 9
23 Betrieben der Größenklasse 2000 bis 5000 etwa 75000 Personen. De!
Anteil der Angestelltenschaft, insbesondere der der technischen Ar
vestellten, ist beträchtlich. Näheres zeigt die folgende Aufstellung:

Betriebszweig

Angestellte

über- |
haupt

Tech- |Werkniker
 | meist.

Davon sind
kaufm.
Angesteilte


Von den kaufm
| Angestellten
sind

männl. | weibl

Absolu*e Zahlen

Elektrotechnische Industr.‘ 92693] 23 184| 8 579 60 930] 36 463| 24 467
Feinmechanische und optische
 Industrie . .. 1918381 2100 3804 132341 7319| 5915
—————————&amp;gt;— _—- ——— — n v——————
Zusammen: ‚ 111831" 25 284 |12 383! 74164] 43 782 | 30 382
Verhältniszahlen
Elektrotechnische Industr,' ‘%0 | 25,0 | 9,2 | 65,8 | 598 | 40,2
Feinmechanische und op- ;
__tische Industrie... 100 | 110 |19,9 | 69,1 | 55,3 | 447
Zusammen: | 100 | 22,6 | 11,1 | 66,3 | 590 | 410
19 .
        <pb n="103" />
        Droz. |

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Proz.

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af |

BL

467

315

382

„2
„7
701

Zur Gruppe der Techniker, die in der elektrotechnischen Industrie
genau den vierten Teil der Angestelltenschaft bildet, gehören ins»
gesamt 15 289 Ingenieure, davon sind 656: in der feinmechanischen und
optischen Industrie tätig. Der Anteil der Werkmeister ist in den letztgenannten
 Industriezweigen mit etwa 20 Proz. der Angestellten wesentlich
 höher als in der Elektrotechnik. Das kaufmännische Personal stellt
mit 74 164 Köpfen zwei Drittel der Angestelltenschaft, die Zahl der weibichen
 Angestellten dieser Gruppe beträgt 30 382,
d) Die chemische Industrie,
Die chemische Industrie, zu der auch die Seifen-, Farben-, Sprengstoff-
 und Zelluloidindustrie, sowie die photochemische und pharmazeutische
 Industrie zu rechnen sind, beschäftigt rd. 350000 Personen,
die sich folgendermaßen zusammensetzen:
Selbständige ...'. . . 13274 = 3,8 Proz.
Angestellte... . . 93547 265
Arbeiter. . . ‚0404, 244657 605
Mithelfende Familienangehörige . 601 02
Zusammen. . . . . ‚352059 = 100 Proz.
Die menschliche Arbeitskraft, die in der Größe der Arbeiterschaft
zum Ausdruck kommt, tritt an Bedeutung zurück, so daß die chemische
Industrie in besonders starkem Maße Angestellte beschäftigt, in deren
Händen vornehmlich die Vorbereitung und Ueberwachung der aus«
gedehnten Apparatur liegt. Mehr als ‚ein Viertel aller Erwerbstätigen
gehört zur Angestelltenschaft, und zwar wurden durch die Berufszählung
 festgestellt:
Techniker . .... „ . 14916 = 15,9 Proz.
Werkmeister . ....... 11130=:119 Ä
Kaufmännische Angestellte . . . 67501 = 722
Zusammen . . . . . 93547 = 100 Proz.
Von den rund 15000 Technikern entfallen 5212 auf die Chemiker
und 259% auf die Ingenieure, die Laboranten usw. sind von der amtlichen
 Statistik nicht besonders herausgehoben worden. Die Zahl der
weiblichen kaufmännischen Angestellten beträgt 21 309, das sind 31,6 Proz.
des gesamten kaufmännischen Personals,
e) Die Textilindustrie.
Die Textilindustrie beschäftigt insgesamt 1,2 Millionen Personen,
davon sind mehr als die Hälfte (673 000) Frauen. Die wichtigsten
Zweige sind die Baumwollindustrie mit rund 286000, die Wollindustrie
und die Wirk- und Strickwarenindustrie mit je rund 225 000, die Leinen»
und Bastfaserindustrie mit rund 113000, die Seiden- und Kunstseidenindustrie
 mit rund 78 000 beschäftigten Personen. Von der Gesamtzahl
entfallen auf:
Selbständige . . . . 123215 oder 19,2 Proz.
Angestellte ; 125028 „ W141
Arbeiter ... ‚1.0. 947641 „ 78
Mithelf. Familienangehörige . 10847 „09 „
Zusammen 1206 731 oder 100 Proz.
Die hohe Zahl der Selbständigen in der Textilindustrie erklärt sich
daraus, daß die amtliche Statistik die zahlreichen Hausgewerbetreibenden
 den Selbständigen zugerechnet hat, setzt man diese
Gruppe mit 85976 Personen ab, so sinkt die Zahl der Selbständigen

101
        <pb n="104" />
        von 10,2 auf 3,1 Proz. aller Erwerbstätigen. Die soziale Schichtung
der Erwerbstätigen ist in allen Zweigen der Textilindustrie verhältnismäßig
 einheitlich, der Anteil der Angestellten beträgt durchschnittlich
10,4 Proz. Die Verteilung der Angestellten auf die einzelnen Betriebszweige
 und auf die verschiedenen Ängestelltenkategorien ergibt sich aus
der folgenden Tabelle.
Die Angestellten in der Textilindustrie
Ange- Davon sind Von den kaufm.
11 Werkm.|
ste te ech kaufm. | Angestellten
über- | x Ange- sind
niker | Sichts- | Änge- |
haupt nersona!‘ stellte‘ männl. | weibl.

in AA

Ä X T
Seiden- und Kunstseiden»
industrie... 2...
Wollindustrie , . ...
Baumwollindustrie ... .
Leinen. und Bastfaserindustrie...
 ...
Wirkerei und Strickerei . |
Sonstige Zweige der Tex«
tilindustrie . . . ..
Zusammen:
Ve
Seiden- und Kunstseidenindustrie...
 2...
Wollindustrie . . .
Baumwollindustrie . . .
Leinen. und Bastfaserindustrie
 , . 2.2...
Wirkerei und Strickerei _
Sonstige Zweige der Textülindustrie
 , . ..
Zusammen:

'-hlen

9.063
23 362
27 233

741
1261
1216

2 304
7312
9 686

6018”
14789
16 331

3896| 2122
10739] 4050
12313! 4018

10846| 579|
192841 755!
3524013918! 7508, 23814 14558| 9256
[125 028 |8 470 | 33 034 | 83 524 | 56 929 | 26 595
rhält-iz-ahlen

100
100
100

8,2
5,4
4,5

25,4
31,3
35,6

66,4
63,3
59,9

64,7
72,6
75,4

35,3
27,4
24,6

100 1 53
100 3,9

5. x

ar
Lı

“9

69,1
78,2

71,6 |
66,7

28,4
33,3

100_ 111 | 213 | 67,6 * 61,1 | 38,9
100 | 68 | 26,4 | 66.8 I 681 | 31,9

Der Anteil der Techniker stellt sich auf 6,8 Proz, der Anrye-Stelltenschaft,
 in der Zahl von 8470 technischen Angestellten sind
(15 Ingenieure und 276 Chemiker enthalten, die besonders in den Veredelungs-
 und Ausrüstungsbetrieben und in dem jüngsten Zweige der
Textilindustrie, der Kunstseidenindustrie, tätig sind. Die Zahl der
Werkmeister und der übrigen Aufsichtsführenden — es sind auch
1669 Frauen darunter gezählt — beträgt rund 33000 Personen, ihre
zahlenmäßige Bedeutung im Rahmen der, Angestelltenschaft ist in der
Baumwollindustrie mit 35,6 Proz. und in der Wollindustrie mit 31,3 Proz.
besonders groß, im Durchschnitt für alle Betriebszweige der Textilindustrie
 stellt sich der Anteil der Werkmeister auf 26,4 Proz. aller
Angestellten. Das kaufmännische Personal umfaßt 83524
Personen — das sind % der Gesamtangestelltenschaft —, davon gehören
rund. 26600 zum weiblichen Geschlecht.

f) Die Papierindustrie und das Vervielfältigungsgewerbe,
Die amtliche Statistik hat die Papiererzeugung und die Papierverarbeitung,
 und zwar nicht nur die Kartonnagenindustrie und die Buchbindereien,
 sondern auch das gesamte Druckgewerbe und das photographische
 Gewerbe, in einer Gruppe zusammengefaßt. Da diese
102
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        tung
ENISttlich

jebsı
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‚ulm. |
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bl. |

122
I50
8

124|
1951

256

&amp;gt;95

Zweige sowohl in technischer als auch in betriebsorganisatorischer
Hinsicht große Verschiedenheiten aufweisen, empfiehlt sich eine getrennte
 Betrachtung. Die Zahl und die soziale Gliederung‘ der Erwerbstätigen
 in den gesamten Wirtschaftszweigen zeigt die nachstehende
Gewenüberstellung.

Papiererzeugung


Papierver
edelung
und -verarbeitung


Schrift-?
gießerei

Druckgewerbe


Photographi-


Gewerbe

Absolute Zahlen

Selbständige
Angestellte
Arbeiter
Mithelfende
gehörige

1830 514 14215 | 8682
12 626 1456 ' 32147 2034
200. . 112685 5694 1957838 1 5401
Familienan« '
Les ut _ 82% 147° 381 1086] 941
Zusammen: | 127223 | 141168 | 7667 | 243186 | 17058
rhä!'tniszahlen
a1 6,7 5,8 50,9
13,60 | 19,0 13,2 11,9
76,8 ! 74,3 80,5 31,7
lt 00 0,5 5,5
* 100 1 100 | 100 | 100

Selbständige
Angestellte .
Arbeiter WU
Mithelfende FPamilienangehörige
 . . - .

Die Aufgliederung der in den einzelnen Betriebszweigen tätigen
Angestellten nach den drei Kategorien: Techniker, Werkmeister, kaufmännische
 Angestellte, verdeutlicht die folgende Tabelle,

Die Angestellten in der Papierindustrie und im
Vervielfältigungsgewerbe

‚ct
g |

Te
ind
Age
ter
ler
‚ch
‚re
ler
NZ.
dl-„er

‚24
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I
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se

Betriebszweirg

Angestellte

überhaupt


Davon sind
Tech-| Werk- | kaufm.
x ; x Angeniker
 ' meister
stellte

‚ Von den kaufm.
Angestellten
sind
männl. | weibl.

Absolu’- Zahlen
Papiererzeugung . . .112626'1013 3464 8149' 5897: 2252
Papierverarbeitung . . . 18355 554 3310 14491 8404. 6087
Schriftgießerei .... . ., 1456 777° 159 119 648| 472
Druckgewerbe . . . .18% " 6549 9837 13251, 10 452
Photograph. Gewerbe .| 2004 _8%6|_ 29! 117_ __553| _ 626
Zusammen: | 66 618 | 4465| 13511| 48 642 | 28 753 | 19 889

64,6 72,4 27,6
79,0 58,0 42,0
759 57,8 42,2
73,7 55,9 44,1
58.0 46,9 | 58,1
! 20.3 | 78,0 | 59,1 | 40,9 E
Bei den Papiererzeugungsanlagen handelt, es sich fast
durchwer um größere Betriebe, die Zahl der Selbständigen ist daher

Verhl‘- Ühl'en
Papiererzeugung . .‚} 190 ROT 2
Papierverarbeitung . „207179 a) 1°
Schriftgießerei . . . | 17
Druckgewerbe . . .- '
Photograph. Gewerbe __. 40
Zusammen: | 107

“nz
        <pb n="106" />
        mit 14 Proz. der Gesamtzahl der Erwerbstätigen nur gering. Der
Anteil der Angestellten erreicht nicht ganz 10 Proz. Von den 12626
Angestellten gehören mehr als der vierte Teil zur :Werkmeistergruppe
und nur 8 Proz. zu den technischen Angestellten. Von den rund 1000
Technikern sind 344 Ingenieure und 93 Chemiker,
In den Papierverarbeitungssbetrieben ist der Anteil der
technischen Angestellten mit nur 3 Proz. der Angestelltenschaft noch
niedriger, auch die Werkmeister treten hier zahlenmäßig etwas zurück.
Die kaufmännischen Angestellten bilden allein nahezu vier Fünftel aller
Angestellten. Aehnlich liegen die Verhältnisse im Druckgewerbe
(Buchdruckereien, Steindruckereien usw.). Die Zahl der technischen Angestellten.
 ist nur gering; Faktoren und Werkmeister zählt man 65446
(= 204 Proz. aller Angestellten), der weitaus größte Anteil entfälli
auch hier auf das kaufmännische Personal mit knapp 74 Proz.
Zum photographischen Gewerbe sind in der Hauptsache
die sogenannten „Atelierphotographen“ gezählt (ohne Filmaufnahme).
Hieraus erklärt sich der hohe Anteil der Selbständigen von 51 Proz. der
Gesamterwerbstätigenzahl. Auf die Angestelltenschaft entfällt ein Satz von
knapp 12 Proz. oder 2034 Personen, davon sind 826 Techniker, größtenteils
Photographen. Die amtliche Statistik weist allerdings außer 724 Photographen
 im Angestelltenverhältnis noch 4542 Photographen im
Arbeiterverhältnis nach. Diese Trennung nach Angestellten und
Arbeitern stützt sich auf die Selbsteintragung der Bevölkerung ‘bei der
Berufszählung und dürfte etwas problematisch sein. Unter den Photo»
graphen finden wir auch in großer Zahl weibliche Personen, bei den
Angestellten sind es 250, bei den Arbeitern 1542.

g) Leder. und Linoleumindustrie, Kautschuk. und Asbestindustrie,
Die Lederindustrie und die ihr verwandten Gewerbezweige der
Kunstleder und Linoleumindustrie beschäftigen zusammen rund 174 000
Personen, von denen ‚etwa 99000 auf die Herstellung von Leder- und
Sattlerwaren entfallen. Es handelt sich hier vielfach um kleinere
Betriebe, die Zahl der Selbständigen mit mehr als 25 Proz. aller beschäftigten
 Personen spielt eine unverhältnismäßig große Rolle. Unter
den Angestellten der Sattlereien überwiegt das kaufmännische Personal
mit 5776 Köpfen oder 79,6 Proz. der Gesamtzahl von 7259 Angestellten.
In der eigentlichen Lederherstellung, in der die Gerbereien
und die Lederzurichtungsbetriebe mit insgesamt 64247 Personen gezählt
worden. sind, ist der Anteil der Selbständigen. mit rund 5 Proz. geringer,
der Anteil der Angestellten mit 11,3 Proz. der Gesamtzahl wesentlich
höher als in den Sattlereien. Von den 7269 Angestellten in der Leder.
herstellung sind 461 Techniker, 1706 Werkmeister und 5102 kaufmännische
 Angestellte.
In den übrigen kleineren Zweigen der Lederindustrie sind
die Angestellten mit einem verhältnismäßig hohen Prozentsatz an der
Gesamtbelegschaft vertreten, so entfallen bei der Herstellung von Ledertreibriemen
 und technischen Lederartikeln von 4263 Erwerbstätigen 1106
oder 25,9 Proz. auf die Angestellten, bei der Herstellung von. Kunstleder,
Linoleum und Linkrusta sind es 1040 Angestellte bei insgesamt 6202
beschäftigten Personen.
Auch in der Kautschukindustrie, deren wichtigster Zweig
die Herstellung von Automobil- und Fahrradbereifungen ist, zu der aber
auch die Fabrikation von Weichgummi- und Hartgummiwaren gehört,
ist der Anteil der Angestellten mit 19,5: Proz, der Gesamtzahl von
65891 Personen ziemlich «hoch. Die Zahl der kaufmännischen Ange-104
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stellten überwiegt bei weitem, von den 12831 Angestellten entfallen
10620 auf das kaufmännische Personal, 1395 auf die Werkmeister und
516 auf die Techniker.
Die Asbestindustrie beschäftigt insgesamt nur knapp 3000
Personen, darunter 623 Angestellte.

h) Das Holz. und Schnitzstoffgewerbe.
In den verschiedenen Zweigen des Holz. und Schnitzstoffgewerbes
sind insgesamt rund 966000 Personen beschäftigt, von denen nahezu
die Hälfte auf die Tischlereien entfällt, In den zum großen Teil
noch handwerklich organisierten Betrieben ist der Anteil
 der. Selbständigen an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen verhältnismäßig
 groß. So sind, gezählt worden:
Selbständige . . . . .. 190231 oder 19.7 Proz.
Angestellte ..'. . . 62525 „ 65
Arbeiter . 2.0.0.0... . 700300 „ " ”
Mithelfende Familienangeh. . 13040 = 13
Erwerbstätige überhaupt . . 966 105 oder 100.0 Proz.

Die Angestelltenschaft umfaßt nur 6,5 Proz. aller Erwerbstätigen,
 ihre Gliederung nach den einzelnen Gruppen zeigt die folgende
Uebersicht:

Betriebszweig

Angestellte

überhaupt


Davon sind
Tech-! Werk- | Kann
. . Angeniker
 meister
stellte

Von den kaufm,
Angestellten
sind
männl. ! weibl,
2017
4357
1676

Säge und Furnierwerke 698 14060
Tischlereien ... . . 1728 8829
Herstellung v, Holzwaren » 268 17762
Herstellung von Verpackungsmitteln
 . .. 58 726 1355 920 435
Stellmachereien . . . . AFQ9 1825 2422 1655 767
Sonstige Zweige. . .. 347' 2470, 10505 6149| 4356
Zusammen: | 62 525 |3 553 | 19 672 | 39 300 | 25 692 | 13 608
Verhäl‘-7--ahlen
Säge- und Furnierwerke} 100
Tischlereien ..... . 100
Herstellung v. Holzwaren 100 ı
Herstellung von Ver- | )
packungsmitteln . . . 109 |2&amp;gt; | 34,0 | 635 679 | 32,1
Stellmachereien . . .. in) 388 51° 68,3 | 31,7
Sonstige Zweige. . . . 100 18,5 78 58,5 * 41,5
Zusammen: | 100 5,7 | 381,5 | 62,8 » 65,4 | 34,6

Der Anteil der Techniker ist in allen Betriebszweigen gering,
um so größer ist verhältnismäßig die Zahl und der Anteil der Werk
meister, besonders in den Tischlereien, fast 40 Proz. der Angestellten
gehören hier in diese Gruppe. Das kaufmännische Personal umfaßt
39300 Köpfe, und zwar etwa % männliche und % weibliche Angestellte.
i) Die Musikinstrumenten- und Spielwarenindustrie.
Die Zahl der in der Musikinstrumenten- und Spielwanenindustrie be»
Schäftigten Angestellten beträgt 11168, das sind 10,2 Proz. der: 109 939
Erwerbstätigen dieser Industriezweige. Es gehören zu den:

10”
        <pb n="108" />
        Technikern ... 800 oder 7,2 Proz.
Werkmeistern . . .. .. . . 2105 oder 18,8 Proz.
Kaufmännischen Angestellten . . 8263 oder 74,0 Proz.
A Fam ZI
Angestellten überhaupt . . . . 11168 oder 100 Proz.
k) Das Nahrungs- und Genußmittelgewerbe.
Das Nahrungs. und Genußmittelgewerbe ist mit mehr als 1% Millionen
 beschäftigten Personen der viertgrößte deutsche Industriezweig
der allein 10,2 Proz. aller überhaupt in industriellen und handwerk
lichen Betrieben tätigen Personen umfaßt. Die Zahl und die soziale
Gliederung der erwerbstätigen Personen in den wichtigsten Zweigen
des Nahrungs und Genußmittelgewerbes zeigt die folgende Aufstellung:

Mühlen-




Bäckerei
 und
Konditorei


Zucker-In-



Kakaou
 Schokoladen-



Fleischerei


Brauerei


Tabakge-



Absolute Z°hle-Selbständige

 . .|17174] 97981 625| 3250 79955
Angestellte. . .| 9232| 21013| 5 458 16306 18161
Arbeiter. . . .149304]178 129|32 916] 55494 120 254
Mithelfende
Familienangeh.| 40061 66 417| 32| 509 | 486841 1432| 4190
Zusammen: | 79 716 | 363 490 | 39031 | 75 559 | 267 054 | 98 5501218 066
-=hlan

24 697
26 785
162 394

Selbständige . .
Angestellte. ..
Arbeiter. . . .J
Mithelfende
Familienangeh.! 5.0
Zusammen:! 100

ae 3

7
&amp;amp;

300 | 42
216 #2? "170
73,4 45, 1784
0.7 * 182 ' 04
100 ı 100 100

3

11,3
12,3
74,5

18,3 ı 0
100 | 100

39
100

Die schon in der sozialen Schichtung zutage tretende Verschiedenartigkeit
 der einzelnen Betriebszweige zeigt sich auch in der nachstehend
wiedergegebenen Verteilung der Angestelltenschaft auf die einzelnen
Angestelltengruppen.
In der Mühlenindustrie handelt es sich vielfach um kleine
Betriebe, über % der beschäftigten Personen sind Selbständige.
Durch die enge Verbindung mit der Landwirtschaft kommen
 hier wie auch in einer Reihe anderer Zweige des Nahrungsmittelgewerbes
 die tatsächlichen Verhältnisse in der genannten Zahl nicht
voll zum Ausdruck. Auf dem Lande ist der Müller, der Bäcker, der
Schlächter meist zugleich auch Landwirt oder auch Gastwirt, so daß
man die Zahl der nebenberuflichen Müller mitberücksichtigen
muß, Sie ist mit 17490 Personen sogar größer als die der hauptberuflichen
 Müller und Mühlenbesitzer. Die Beschäfti gung von Angestellten
 ist wenig ausgedehnt. Von den 9232 Angestellten ge
hören nur 300 zu den Technikern und etwa 19 Proz. zu den Werkmeistern,
 der Hauptteil entfällt auf die kaufmännischen Angestellten.
Eine ähnliche Struktur zeigt das Bäckerei-und Konditoreigewerbe,
 allerdings ist hier die Zahl der nebenberuflichen Bäcker
mit rund 9000 Personen nicht so ausschlaggebend wie in der Mühlenindustrie,
 Technische Angestellte finden sich nur in geringer Zahl,
die Werkmeister stellen nahezu 20 Proz. der Angestelltenschaft, während

Jury
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        Die Angestelltenim Nahrungs- und Genußmittelrewerbe.


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Betriebszweig

Mühlenindustrie . . . .
Bäckerei u, Konditorei .
Zuckerindustrie . ,..
Kakao- und Schokoladenindustrie
 €. @ wa
Fleischerei. .....
Molkerei usw... ...
Margarineindustrie . . .
Brauerei... 0.0.0...
Wein« u. Branntweinrew.
Zigarrenindustrie . . .
Zigarrenindustrie . . .
Herst, v. Rauch-, Kau-,
Schnupftabak . . ..
Sonstige Zweige. . ..
Nahrungs-u. Genußmittelgewerbe
 zusammen . .

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T

Mühlenindustrie . . . .
Bäckerei u. Konditorei .
Zuckerindustrie .'. ..
Kakao- und Schokoladen.
industrie... . ..
Fleischerei... ...
Molkerei usw... ...
Margarineindustrie .... .
Brauerei. ......
Wein“ u, Branntweingew.
Zigarrenindustrie . . .
Zigarettenindustrie ... .
Herst. v. Rauch-, Kau-,
Schnupftabak . ...
Sonstige Zweige. . ..
Nahrungs-u.Genußmittelgewerbe
 zusammen . .

Angestellte

überhaupt


Davon sind

‚Tech-! Werk- '
niker | meister

kaufm.
Angestellte


Von den kautm,
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sind

männl. | weibl,

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21 013
5 458 -

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300| 1736
229| 4159
807! 1667

-

7196
16 625
2 084

5588! 1608
2129114 496
2441! 543

16306 540
18161 1 53F
6143" 731
10814 1442
16757: 797
16519 552
13705
9471 )

1612
2 509
253
877
3 501
1783
3591
ö13

14 154
14116
5159
9 495
12 459
14184
10 024
8700

8 447
4633
3.065
6847
10 283
10 29°.
76:
4 880

5707
9483
2.094
2 648
2176
3892
2410
3890

EI

3 609
17 191

24
427

338
1 709

3.247
15 055

2347, 900
9824| 5231

164 379|6 633 | 24 348
h£&amp;amp;1+- „hlen
{5 18,8
100 19,8
100 30,5

183 3908| 78 390 | 55 008

78,0
74.1
54,7

77,7
12,8
81,8

22,3
87,2
18,2

100
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3,3
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9,9
13,8
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8,1
20,9
10,8
26,2
6,5
9,4
9.9

86,8
77,7
84,0
87,8
74,3
85,9
73,1
91,8

59,7
32,8
59,4
72,1
82,5
72,6
76,0
56,1

40,3
67,2
40,6
27,9
17,5
27,4
24,0
43,9

100
109

mn

89,9
87.6

72,8 | 27,7
65,3 | 347

100 ! 4,0] 14,8 | 81,2 | 58,8 41,2

37
ß

n
ku

&amp;gt;

{

auf die kaufmännischen Angestellten ein Anteil von 79 Proz, entfällt.
Von dem gesamten kaufmännischen Personal von 16625 Köpfen sind
beinahe *®%0 weibliche Angestellte, vor allem Verkäufeninnen in den
Bäckerläden, denn die amtliche Statistik hat den gesamten sogenannten
„Produzentenhandel“ zur Industrie und zum Handwerk gezählt.
Der Anteil der Angestelltenschaft an der Gesamtzahl der
Erwerbstätigen liegt mit 5,8 Proz. sehr niedrig, die Angestelltenfunktionen,
 vor allem der Verkauf, werden im Bäckereigewerbe vielfach von
den Familienangehörigen, besonders von den Ehefrauen des Geschäftsinhabers
 übernommen, der Anteil dieser Gruppe stellt sich auf 18,3 Proz.
aller Erwerbstätigen.

16,

7
        <pb n="110" />
        im Fleischereigewerbe ist ebenso die Zahl der Selbständigen
 und die der mithelfenden Familienangehörigen verhältnismäßig
groß, der Anteil der Angestellten dagegen niedrig, Die größere
Zahltechnischer Angestellten erklärt sich daraus, daß auch
die Schlachthäuser und die Fleischkonservenindustrie mit ihrem technischen
 Personal in der Zahl enthalten sind. Von den 1536 technischen
Angestellten, zu denen die amtliche Statistik auch das sogenannte „Fach»
personal” zählt, sind 856 Fleischbeschauer und 159 Tierärzte. Das
kaufmännische Personal des Fleischereigewerbes, das insgesamt 14116
Personen umfaßt, zeigt eine ähnliche Zusammensetzung wie im Bäckerei»
gewerbe, auch hier entfallen etwa % auf weibliche Angestellte, die
vorwiegend als Verkäuferinnen tätig sind.
Die soziale Schichtung ‘der Erwerbstätigen in der Zuckerindustrie,
der Kakao und Schokoladenindustrie und auch in den Brauereien zeigt
die anders geartete Betriebsorganisation dieser Zweige des Nahrungs»
mittelgewerbes. In der Zuckerindustrie, die sich als Saisongewerbe,
 allerdings zur Zeit der Zählung (Sommer) nicht in der Kampagne
 befand und infolgedessen, vor allem mit zu geringen Arbeiterzahlen
 erscheint, entfallen nur 1,6 Proz. der Erwerbstätigen auf die
Selbständigen, von den 625 Personen dieser Gruppe sind 466 Direktoren
 usw. Unter der Angestelltenschaft von 5458 Köpfen sind die
Techniker mit 14,8 Proz, vertreten, von den 807 technischen Angestellten
sind 225 Chemiker und 85 Ingenieure. Auch der Anteil der Werk.
meister liegt mit 30,5 Proz. wesentlich höher als in den übrigen Zweigen
des Nahrungsmittelgewerbes,
In der Kakao-, Schokoladen- und Konfitürenindustrie,
 in der 21,6 Proz. aller Erwerbstätigen zur Angestelltenschaft
zehören, überwiegt das kaufmännische Personal bei weitem, von den
16306 Angestellten entfallen fast 87 Proz. auf diese Kategorie. Es
handelt sich hier aber nur zum geringen Teil um weibliches Verkaufs»
personal, etwa 60 Proz. der kaufmännischen Angestellten sind Männer.
Im Brauereigewerbe liegt der Anteil der Selbständigen mit
42 Proz. aller Erwerbstätigen hauptsächlich infolge der zahlreichen
kleinen Brauereien in Bayern auf dieser Höhe: von den 2568 Brauerei«
eigentümern wohnen über 1000 in Bayern. Von den 797 technischen
Angestellten sind 146 Ingenieure und 79 Chemiker. Der Anteil der
Werkmeister stellt sich bei 3500 Personen auf 20.9 Proz. der Angestelltenschaft.

In allen Zweigen des Tabakgewerbes ist die Beschäftigung
;echnischer Angestellten zahlenmäßig von untergeordneter Bedeutung,
auch der Anteil der Meister ist, abgesehen von der Zigarrenindustrie,
n der 26.2 Proz. aller Angestellten auf diese Gruppe entfallen, nur gering.
]) Das Bekleidungsgewerbe,
Das Bekleidungsgewerbe, als dessen wichtigste Zweige die Schneiderei
und Kleiderherstellung (Konfektion), die Näherei und Wäscheherstellung
ınd die Schuhindustrie zu nennen sind, ist die Domäne der klei«-nen
 Betriebe, nahezu % Proz. aller Betriebe mit etwa 60 Proz. der
im Bekleidungsgewerbe überhaupt tätigen Personen beschäftigen nur bis
zu 5 Personen. Für die Beschäftigung von Angestellten bietet sich
unter diesen Umständen nur ein verhältnismäßig geringes Feld, es
gehören auch daher nur 5,6 Proz. der Erwerbstätigen des Bekleidungszewerbes
 zu den Angestellten. Die soziale Gliederung innerhalb dieses
Gewerbezweiges verdeutlicht die folgende Tabelle.

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        u.
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Pe

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Zekleidungsgewerbe

insgesamt

Absolute

Schneiderei
md Kleiderherstellung


Zahlen

Davon’

Schuh-Wäsche-
 | macherei
herstellung | Und, Schuhindustrie


er

-

Do

&amp;gt;

+

Selbständige 34875 149831
Angestellte . 12 948 19831
Arbeiter. ... 0... 74611 221 054
Väthelfende Familien- |
angehörive . . . . 34 522 | 1617 | 5711
Erwerbstätige zusammen: | 1590278 | 738635 | 124 051 | 396 427
Davon weibliche. . . 870 229 | 422 998 108 949 71 869
Verhältniszahlen
3827 1 438
56 4,1
53,5 49,6
2,2 2,5

Selbständige |
Angestellte . .
Arbeiter. . 0.0...
Mithelfende Familienangehörige
 . . . ..
Erwerbstätige zusammen:
Davon weibliche . ,

28,1 37,8
10,4 5,0
502 | 55,8
13 | 14
x | 109 100
87,8 18,1

+59

Dead

Die Zahl und der Prozentsatz der Selbständigen wird auch hier durch
die Einrechnung der 130437 Hausgewerbetreibenden erhöht,
diese Gruppe, zu der auch die Heimarbeiterinnen gezählt werden, steht
sozial den Arbeitern weit näher als den Selbständigen, allerdings wird
durch diese Zuteilung der Anteil der Anvcvestelltenschaft‘ nicht berührt.

Die Angestellten im Bekleidungsgewerbe.

Betriebszweig

Angestellte

überhaupt


Davon sind
kaufm.
Angestailta


Tech- ] Werkniker
 | meister

| Von den kaufm,
Angestellten
sind
männl. | weibl.

Absol‘ ı Zahlen
Schneiderei und Kleiderherstellung
 . .. .. 26 4201
Wäscheherstellung . . . 11528!
Hut. und Putzmacherei . 7 989!
Schuhmacherei u, Schuhindustrie...
 ... 5116| 14465) 8196! 6269
Sonstire Zweige. . .. 2199| 183693 5193| 8500
Bekleidungsgewerbe zus. | 89102 [2 492 | 12 515| 74 095 | 38 877| 40218
Verhältniszahlen
Schneiderei und Kleider» !
herstellung . . . ..
Wäscheherstellung . . .
Hut. und Putzmacherei .
Schuhmacherei u, Schuh- ,
industrie... ...) 100 | 12 258 | 72,9
Sonstige Zweige. . . . 100 * 25 185 | 84,0
Bekleidungsgewerbe zus. ' 100 1728| 14.0 | 88329

"An
        <pb n="112" />
        Die Art der im Bekleidungsgewerbe auszuführenden Arbeiten ermöglicht
 in weitem Umfange die Beschäftigung weiblicher Personen,
so sind 54,7 Proz, aller Erwerbstätigen weiblichen Geschlechts.
Die Verteilung der Angestellten auf die einzelnen Gruppen ergibt
sich aus der vorstehenden Uebersicht. .
Auffallend gering ist der Anteil der technischen Angestellten mit
nur 2,8 Proz, der Gesamtangestelltenschaft, auch die Gruppe der Werkmeister
 und des Aufsichtspersonals, zu der 3358 Frauen gehören, ist
mit 140 Proz. verhältnismäßig schwach vertreten. Um so größer ist
der Anteil des kaufmännischen Personals. Da in einer großen Zahl
von Fällen die hergestellten Bekleidungsgegenstände von dem Betriebe
selbst unmittelbar im Kleinverkauf weitervertrieben werden, dürfte die
amtlich vorgenommene Einrechnung des Verkaufspersonals dieser Ben
triebe den hohen Anteil der kaufmännischen Angestellten hervorrufen.
Mehr als die Hälfte des kaufmännischen Personals gehört zum weibichen
 Geschlecht, in der Hut“ und Putzmacherei sind es sogar nahezu
% der Gesamtzahl.

m) Baugewerbe und Baunebengewerbe.
Das Baugewerbe mit seinen Nebengewerben ist mit 1,7 Millionen
Erwerbstätigen nach der Metallindustrie der größte deutsche Gewerbe
zweig, Zum Baugewerbe zählt der gesamte Hoch. und Tiefbau, der
Betonbau und die Zimmerei; unter Baunebengewerbe sind das Maler-,
Glaser-, Stukkateur-, Tapezierer-, Dachdecker-, Steinsetzer-, Brunnenbauer-,
 Ofensetzergewerbe und einige andere Hilfszweige des Baugewerbes
 zu verstehen. Die große Zahl der Handwerkerbetriebe in
diesen Gewerbezweigien spiegelt sich in der sozialen Gliederung der
Erwerbstätigen wider. Es sind vorhanden:
Selbständige... 2... 230 224 oder 13,5 Proz.
Angestellte ...... . 136112 # 89
Arbeiter . 2.0.0.0 335337 „787
Mithelf. Familienangeh, . . 6008 0
A — a = A A
Erwerbstätige überhaupt , . 1707681 oder 100 Proz.
Bei einer Aufteilung der Angestellten nach den drei Gruppen, Technikern,
 Werkmeistern, kaufmännischen Angestellten, fällt der hohe Anteil
der Techniker und der Werkmeister auf, wobei zu bemerken ist, daß die
Poliere der Gruppe .der Werkmeister zugerechnet worden sind. Es
wurden festgestellt:
Techniker 1.0.1000... 9% oder 38,2 Proz.
Werkmeister und Aufsichtspersonal . . . 42743 „814
Kaufmännische‘ Angestellte . . . .. . 413097 „304 „
Angestellte zusammen 136112 oder 100 Proz.
Unter den technischen Angestellten sind 21 215 Ingenieure und Baumeister
 sowie 2651 Landmesser gezählt worden, von den Landmessern
sind über 2200 in den Bauingenieur- und Vermessungsbureaus tätig.
Auch bei den Ingenieuren entfällt eine ziemlich große Zahl — über ein
Fünftel — auf die Bauingenieurbureaus.
Bei den kaufmännischen Angestellten ist der Anteil des weiblichen
Personals mit insgesamt 15327 Köpfen verhältnismäßig gering.
n) Wasser-, Gas. und Elektrizitätsgewinnung und -versorgung.
Die Versorgung der Bevölkerung‘ und der Industrie mit Wasser, Gas
und Elektrizität liegt zum größten Teil in der öffentlichen Hand, haupt»
sächlich bei den Kommunen, vielfach handelt es sich auch um gemischt“

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wirtschaftliche Unternehmungen. Aus dieser Eigentümlichkeit des Ge«
werbezweiges erklärt es sich, daß neben den Angestellten auch in
größerem Maßstabe öffentlich-rechtliche Beamte oder doch
Personen mit besonders gesicherter Stellung tätig sind. Die amtliche
Statistik bietet keine Möglichkeit, die beiden Gruppen, deren
sachliche Tätigkeit sich häufig decken wird, voneinander zu trennen,
sie müssen daher auch in den nachstehenden Angaben in einer Zahl
yebracht werden, ;
Die Wasser-, Gas. und Elektrizitätsgewinnung und »verteilung ist der
Natur der Sache nach die Aufgabe größerer Betriebe, bei der Elektrizitätsgewinnung
 finden sich allerdings auch eine Reihe kleinerer Betriebe,
 wie Sägemühlen und ähnliche die Wasserkräfte ausnutzende Bes
triebe, die nebenher auch Strom erzeugen und an Dritte abgeben. Von
den 2957 Selbständigen dieses Gewerbezweiges gehören mehr als
90 Proz. zur Gruppe der Direktoren. Die soziale Schichtung der Erwerbstätigen
 ergibt sich aus der folgenden Aufstellung:

Selbständige . 0.0.0.0...
Angestellte und Beamte . . ..
Arbeiter . .

20957 oder 1,7 Proz.
46105 „ 258
1290341 „ 725
Zusammen 178403 oder 100,0 Proz.

Der Anteil der Angestellten und Beamten an der Ge
samtzahl der beschäftigten Personen ist mit 25,8 Proz. sehr er«
heblich, es entfallen auf die einzelnen Gruppen:
Techniker. . .... 9375 oder 203 Proz,
Werkmeister . ........ 66100 „ 144 „
Kaufmännische Angestellte . . . 30120 „ 63
Angestellte und Beamte. . . . . 46105 oder 100.0 Proz.
in der Zahl der technischen Angestellten sind 3920 Ingenieure enthalten,
 wovon 3446 in den Elektrizitätswerken, 299 in den Wasserwerken,
die restlichen. 175 in den Gaswerken tätig sind. Unter den kauf«
männischen Angestellten überwiegt bei weitem das männliche Ge
Schlecht, es sind nur 6504 weibliche Angestellte beschäftigt.
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        Die wirtschaftspolitischen Blätter des
Allgemeinen freien Angestelltenbundes

„Wegder Wirtschaft“

berichten an Hand fortlaufend geführter Tabellen
in. gedrängter Kürze über den Gang der Konjunktur,
Es erscheinen Ende jeden Monats folgende
acht einseitig bedruckte Blätter:

Zur Lage / Arbeitsmarkt / Geldund
 Kapitalmarkt / Warenmarkt
Preisbewegungen / Finanzen des
Staates / Internationale Wirtschaft
Konzentrationsbewegung

Die wirtschaftspolitischen Blätter sind unentbehrlich
für jeden Redner und wirtschaftspolitisch interessierten
Gewerkschaftsfunktionär. Praktische Sammelmappen
mit Register ermöglichen das Aufbewahren der Blätter.

Der „Weg der Wirtschaft“ ist nur durch die Hauptgeschäftsstelle
 des AfA-Bundes, Berlin NW 40, Werftstraße 7, zum Preise von
2.40 RM. pro Vierteljahr bei portofreier Zustellung zu beziehen.
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ut der Leitung oder Beaufsichtigung eines Betriebes
ıs Betriebsteiles oder mit der Entscheidung über die
nahme beschäftigt und nicht überwiegend in der
ı der Maschine oder sonst körperlich tätig sind oder
äin einer für die Zwecke des Betriebes wesentlichen,
rwiegend körperlichen Arbeit unter eigener Veranttätig
 sind. Diesen Bestimmungen wird aber nur ein
’oliere genügen. Folgt man also hinsichtlich der Zuer
 Poliere zur Angestellten- bzw. zur Arbeiterschaft
zestelltenversicherungsgesetz, so dürfen unmöglich
ı 42000 Personen als „Werkmeister“ gezählt werden.
. nun hier angenommen, daß nur rund die Hälfte, also
arsonen, der von der Berufszählung ermittelten Zahl
‘kmeister” angesehen werden dürfen. Auch in der
ustrie und im Bekleidungsgewerbe wurden von den
Erhebung gewonnenen Zahlen größere Abschläge
weil in diesen Industriezweigen Aufsichtspersonal
tige nicht zu den Werkmeistern gehörende Personen
icher Zahl vorhanden sind.

kaufmännischen Angestelltennach
VWirtschaftszweigen:

lie folgende Uebersicht zeigt, entfallen fast %ı0 der
nischen Angestellten auf den Handel und fast */ı auf
;trie. Bei den weiblichen Angestellten ist der Anteil
Jels auf Kosten des der Industrie sogar noch größer.

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‚aufmännische Angestellte wurden auch die nichtıen
 Angestellten in den kommunalen Wasser-, Gasıtrizitätswerken
 gezählt, desgleichen die nichttechningestellten
 in den öffentlichen Banken und Spar-Von
 den Versicherungsangestellten wurden die in
ıtversicherung Beschäftigten als kaufmännische Andie
 in der Sozialversicherung Tätigen als Bureau
te angesehen. Die nichttechnischen Angestellten der
hen Verkehrsanstalten (Reichspost, Reichsbahn,
‚ahnen usw.) wurden nicht den kaufmännischen Ann,
 sondern den Bureauangestellten zugezählt, da eine
Trennung der Angestellten nach der Rechtsform der
imen nicht möglich war.

&amp;amp;-Grund

 der bisher veröffentlichten Resultate der geen
 Betriebszählung, aus denen allerdings nur die Zahl
häftigten Personen im ganzen, aber nicht die der Ann
 im besonderen ersichtlich ist, wurde versucht,
Bank- und Börsenwesen tätigen Angestellten

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