klaren Klassenkampffront, aber die indische Arbeiterklasse findet in ihrem Kampfe heute keinen anderen aufrechten Bun- desgenossen als das Weltproletariat. Sie ist besonders auf diese Bundesgenossenschaft angewiesen, da die‘ Jahrhunderte ‚alte Tradition der Stabilität des Produktionsprozesses und damit der Ideologie ein außerordentlich großes Hemmnis des erwachenden Klassenbewußtseins und der Erstarkung der eigenen Kampfes- front ist. Die gleiche Tendenz der wirtschaftlichen Lostrennung vom Mutterlande macht sich in den letzten Jahren mit der fort- schreitenden Industrialisierung und Kapitalisierung auch in Kanada geltend, das ja, wie bereits erwähnt, schon durch seine geographische Lage stärker auf die Vereinigten Staaten als auf England hingewiesen ist. Kanada selbst fühlt sich heute nicht mehr als Kolonie, es hat hingegen selbst koloniale Be- dürfnisse. Es tendiert nach den Antillen, nach Südafrika, nach den Inseln des Stillen Ozeans. Die kanadische Industrie geht heute ihre eigenen Wege, in- dem sie begonnen hat, mit eigenem Kapital Fabriken zu grün- den, deren Gewinne in den Händen der eigenen Kapitalisten bleiben, anstatt nach dem Mutterlande zu fließen. Die Eisen- gruben von Bell Island gehören einer kanadischen großen Schiff- baugesellschaft in Halifax; die Fabriken in Quebec, die für die Ausfuhr arbeiten, erhalten den größten Teil ihrer Aufträge von Australien, das nicht mehr, wie früher, seinen Bedarf aus den industriellen Erzeugnissen des Mutterlandes deckt. Auch seine eigenen Bedürfnisse befriedigt das Land in. steigendem Umfange selbst: während es 1913 73% seines Bedarfs an Baum- wollwaren aus dem Mutterlande bezog, deckte es 1919 60% selbst. Im Jahre 1921 wurde mit eigenem Kapital in Ontario eine große Leinenfabrik errichtet, die den einheimischen Flachs verarbeitet. Die großen kanadischen Handelsunternehmungen. gehören, soweit sie nicht in den Händen der einheimischen Kapialisten sind, nicht Engländern, sondern Amerikanern. Die Eigentümer der Goldgruben Neuschottlands, der Kohlenbergwerke ‚und Wälder Britisch-Kolumbiens sitzen nicht in London, sondern in New York. Demangeon gibt die Gesamtsumme der in Kanada untergebrachten amerikanischen Anleihen mit 524 Millionen, das insgesamt in Kanada untergebrachte amerikanische Kapital mit ı250 Millionen und die jährlich nach Amerika gezahlten Zinsen mit 75 Millionen an. Seitdem die unmittelbaren und monopolistischen Handels- beziehungen zwischen Mutterland und Kolonien in der alten Form nicht mehr bestehen, ist das letzte direkte Band, dessen Vorherrschen die dritte koloniale Epoche kennzeichnet, die der A