so sehr leicht aufzudrängen willens ist. Wir müssen uns aber auch hüten vor der Überschätzung einzelner Gesichtspunkte und einzelner Methoden der Erkenntnis in unserer Wissen⸗ schaft, die zwar an sich richtig, d. h. für bestimmte Zwecke brauchbar zu sein vermögen, in ausschließlicher und über— steigerter Anwendung aber über den Rahmen ihres Geltungs⸗ bereiches hinaus u. U. Trugschlüsse und — manchmal — auf dieseu aufbauende Zerrbilder der Wirklichkeit ergeben. Das überaus bunte Bild der sich entgegen stehenden ver— schiedenen „Richtungen“ und „Schulen“ in der Entwicklung unserer Disziplin, die anarchische Produktion in der Wirtschafts- lehre, gehen in den meisten Fällen auf Fehler und Einseitig— keiten der gekennzeichneten Art zurück. Was uns nicht fehlen darf, ist die allseitige Erkenntnis der wirtschaftlichen Zusam— menhänge und Beziehungen und die Erkenntnis von der Be— dingtheit der jeweiligen konkreten Wirtschaftstatsachen. Und von diesem Wege der Erkenntnis, von dieser Grundein— stellung darf uns weder der scheinbar übermächtige Einfluß einer Zeitströmung, noch der an sich vielleicht berech— tigte Widerspruch — oder etwa die Tendenz zu einglei— siger Fortentwicklung — angesichts eines vorgelagerten Gliedes der dogmengeschichtlichen Entwicklungsreihe irrewerden lassen. In dem Augenblicke, wo wir uns der Wirksamkeit bestimmter Komponenten auf das Zustandekommen einer Erkenntnisrichtung oder Lehrmeinung voll bewußt sind und diese kennen, haben wir es schon in der Hand, die nötige Kontrolle auszuüben, Entgleisungen zu verhüten und diese Wirksamkeit nur ihrem produktiven und wertvollen Gehalte nach — gewissermaßen in Auswertung eines heuristischen Prinzipes — zuzulassen. Das vor allem haben wir aus der Vergangenheit zu lernen! Wir müssen uns aber auch andererseits — gerade unter Bei— behaltung des letzterwähnten Grundsatzes — der Verantwortung bewußt sein, die wir der jeweiligen wirtschaftlichen Ge— genwart gegenüber tragen und unter Berücksichtigung ihrer Eigenart schulden. Denn, wenn uns die Geschichte der 4