schaftlichen oder wirtschaftlichen Geschehens gebildet wird, ähnlich wie sich der C-dur-Dreiklang und der C-moll-Drei— klang usf. aus den einzelnen Tönen dieser Dreiklänge zusam mensetzt. Diese heute besonders betonte Anschauung ist aber eine An— schauung eben und noch lange keine Methode der Forschung. Ein praktisch relevanter Gegensatz zu der sog. individualistischen Gesellschaftsauffassung etwa der Naturrechtsphilosophie besteht zunächst einmal darin, daß die letztere die Annahme von Natur— gesetzen voraussetzte, denen zufolge der Ablauf des Gesellschafts— oder Wirtschaftsgeschehens mehr oder minder eindeutig be— stimmt sein sollte. Der aus dieser Anschauung resultierende Fehler war der, daß die Anhänger der Naturrechtsphilosophie in der Wirtschaftswissenschaft ein — ihrer Meinung nach — naturgesetzliches Prinzip herausgriffen, vor allem die Wirk— samkeit des sog. homo oeconomicus, und auf dieser Basis eingleisige Kausalzusammenhänge konstruierten oder erforschten, die der Vielheit der Kausalbeziehungen und Kausalkonnexe innerhalb des Wirtschaftsganzen nicht völlig und allseitig ge— recht zu werden vermochten. Die Korrektur dieses Vorgehens auf Grund der besonders betonten Auffassung von der Wirtschaft als geschlossenem Ganzen kann nun nur in der Weise erfolgen, daß in der Erforschung des Wirtschaftslebens die Allseitigkeit der wirtschaftlichen kausalen Zusammenhänge und funktionellen Beziehungen Berücksichtigung findet (soweit es sich um eigent liche Wirtschaftstheorie handelt). Hat aber die naturgesetzliche Betrachtungsweise die frei gestaltenden Kräfte der einzelnen Menschen und Menschen— gruppen außerhalb ihrer Rechnung gesetzt, so darf die An⸗ schauungsweise von der Wirtschaft als einer den einzelnen wirt— schaftenden Menschen äußerlich übergeordneten Einheit nicht in denselben Fehler verfallen. Träger des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Geschehens sind und bleiben im aktiven und passiven Sinne die einzelnen Menschen mit ihrem Be— wußtsein von Freud und Leid, von gut und böse, von 37