Stoffes, auf den das von ihr geschaffene Rüstzeug angewandt werden soll, bedarf sie der Ergänzung durch den Statistiker und den Konjunkturforscher. Soweit aber funktionelle Beziehungen und Abhängigkeiten durch Charakter und Eigen— art der Privatwirtschaftseinheiten beeinflußt zu werden ver— mögen, bedarf sie auch der Ergänzung durch die Privat— wirtschaftslehre. Die längst erfolgte Abspaltung und Ent— wicklung dieser Disziplinen — eine Art von Differenzierungs— vorgang — erscheint mir nur als eine Bestätigung meiner Ausführungen, denen zufolge aber ihre gleichzeitige oder nach— folgende Integrierung zu gemeinsamer zielstrebiger Kooperation ein Gebot der Zeit zu sein scheint. Doch erfährt damit m. E. die Wirtschaftstheorie noch nicht genügend Ergänzung; Erkenntnis funktioneller Zusammenhänge schließt in sich die Erkenntnis funktioneller Wirkungen, nicht nur der Gegenwart, sondern auch der Zukunft. Die Kenntnis des Zustandekommens der früher erwähnten Variationen des Wirtschaftslebens darf nicht fehlen. Berücksichtigung aller funktionellen Zusammenhänge birgt die Forderung nach Be— rücksichtigung ihrer Entwicklungsbedingungen in sich. Hier liegt der Entwicklungsgedanke eines Friedrich List klar zutage, wie er in seiner „Theorie der produktiven Kräfte“ zu vorbildlichem Ausdruck gelangt ist. Die Einsicht in den Gang der Entwicklung und ihrer Gesetzmäßigkeiten, der Üüberblick über den zeitlich weitumrissenen Fortgang der Wirtschaft muß der Wirtschaftstheorie bei Anwendung ihrer Ergebnisse auf wirtschaftspolitische Fragen zur Seite stehen. Sie vermag der Leistungen des Wirtschaftshistorikers List'schen Sinnes nicht zu entbehren. Wenn wir die Wirtschaft als Ganzes sehen, müssen wir doch auch die Wirtschaft als Ganzes in der Entwicklung sehen, zunächst für sich genommen, und dann auch und erst im Rahmen des allgemeinen gesell— schaftlichen Zusammenhanges, in dem sie drinnen steht, und dessen Entwicklungsablauf sie selbst mit beeinflußt, wie ja er u. a. auch sie beeinflußt. Den objektiven Erscheinungen und Gesetzmäßigkeiten, die die Wirtschaft als Ganzes kennzeichnen 39