„Unita‘, Im März 1926 lesen wir: Fünf Faschisten, die des Mordes an dem Sozialisten Consolo angeklagt waren, wurden freige- sprochen, „Unita”, Im April wurde in Rom der Faschist Challi Lino, der den Arbeiter Geraci ermordet hatte, trotz erwiesener Schuld frei- gesprochen, , Andere Tatsachen: 17 Faschisten, die unter der Anklage standen, am 1. Februar die Arbeiter Otteli und Antonion in der Ortschaft Granico ermordet zu haben, wurden freigesprochen, „Unita”., Oktober 1926, Am 26. Oktober Revolverüberfall auf die Brüder Silvestrini, beide verwundet, Die als Täter überwiesenen Faschisten Ettore Grinaldi und Antonio Grossi wurden zwar ver- haltet, aber nach kurzer Zeit wieder freigelassen. Statt ihrer würden 20 Arbeiter verhaftet, die mit dem Ueberfall überhaupt nichts zu tun hatten, In Soreso wurde der Arbeiter Guido wegen angeblicher Miß- handlung eines Faschisten zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt, ob- wohl der Verteidiger den Beweis erbrachte, daß nicht der Arbeiter angegriffen hatte, sondern ein Trupp Faschisten den Arbeiter über- fallen hatte, „Avanti, 18, Juli 1926, Einige wegen Gewalttätigkeiten gegen Frauen angeklagte Faschisten in Molinella wurden freigesprochen, Wir sehen abrr endlose Verhaftungen von Arbeitern in Italien: „Seit einigen Tagen verhaftet die Polizei am hellen Tage in den lebhaftesten Straßen Hunderte von Personen. Die Polizei führt diese Verhaftungen durch mit der Ausrede, daß sie die heimlichen Aus- wanderer entdecken will. Die Wahrheit ist aber die: sie hofft durch diese Verhaftungen die Verteiler der Druckschriften, die gegen den Faschismus aufrufen, zu entdecken.‘ Zeitungsredaktionen, Druckereien, aber auch private Wohnungen werden überfallen und zerstört, Advokaten (Nichtfaschisten) ver- prügelt, Was die Verteidigung anbelangt, so hat die faschistische Partei den faschistischen Rechtsanwälten verboten, in politischen Prozessen gegen Faschisten aufzutreten, Mit Verordnung vom 6. Mai sind Rechtsanwälte, die nicht der Faschistischen Partei angehören, aus den Listen gestrichen und an der Ausübung ihres Berufes verhindert, Selbstverständlich wird auch die Rote Hilfe systematisch von der Polizei verfolgt. Die Zahlen geben folgendes Bild: 1925 wurden als Folge des weißen Terrors in Italien ‚getötet 118, verwundet oder mißhandelt 1699, bis November 1926 getötet 51, verwundet 468 Personen; Lokale wurden zerstört: 1925 — 380, 1926 — 143, Haussuchungen mehr als 10000 im Jahre 1925, mehr als 11000 im Jahre 1926, . Seither hat sich der weiße Terror nach dem Attentat auf Musso- lini, am 30. Oktober 1926, wesentlich verschärft, Allein im Monat Oktober 1926 wurden rund 200 000 Verhaftungen vorgenommen, Ueber Bulgarien, Rumänien, Jugoslawien wurde hier schon ein abschreckendes Bild gegeben. Ich glaube, es ist nicht notwendig, noch mehr von diesem Faschistentreiben zu sprechen, Ich möchte nur einige Beobachtungen mitteilen über das Polizeiregime in Bul- garien, Das ganze Land ist mit einem dichten Netz von Polizei- 74}