ziehung zu bessern. Wir arbeiten ımmer daran, weil wir wissen, daß die Zahl der Gefangenen nicht kleiner, sondern im Gegenteil immer größer wird, Wenn wir das, was unsere russischen Genossen geschaffen haben, durchführen wollen, müssen wir noch einen dornenvollen Weg gehen. Und dazu brauchen wir notwendig die IRH zur Betreuung der politischen proletarischen Gefangenen, Durch diese Betreuung wird der Gefangene gestützt und gestärkt, Er hat das Gefühl, daß er nicht verlassen ist, Er weiß, die IRH sorgt nicht nur für ihn, sondern auch für seine Frau und seine Kinder. Das ist ein Mittel, das Proletariat auf dem Siegeswege vorwärts zu treiben. Spiro-Rumänien: Wir haben jetzt ein Bild über das Gefängnisregime im sogenann- ten zivilisierten und kultivierten Westen bekommen, Sie haben ge- hört, daß Gesetz und Norm den Strafvollzug der politischen Ge- fangenen in diesem sogenannten zivilisierten Westen zu einer stän- digen und unbarmherzigen moralischen und körperlichen Qual ge- stalten, Ich will nun versuchen, Ihnen ein Bild zu entwerfen über das Gefängnisregime auf dem Balkan, an Hand der Beschreibung des Strafvollzugs in Rumänien. Ich will gleich bemerken, daß Dinge, die in Deutschland von Gesetzes wegen nicht nur gestattet, sondern sogar angeordnet sind, bei uns verboten sind. Das Gesetz, das aller- dings nur spärlich den Strafvollzug bedenkt, verbietet jede Art von Fesseln, Sie haben vielleicht schon. vom Karzer gehört. Auch der ist für Zivilgelangene verboten, er ist nur für Militärpersonen ge- stattet. Verboten sind auch Schläge und das Totschlagen und Ver- hungern, das täglich vorkommt, ist ebenfalls nicht reglementiert, Ich will Ihnen ohne Leidenschaft die Dinge schildern, die der Straf- vollzug in Rumänien für politische Gefangene vorsieht, Für poli- tische Gefangene sind die Strafen viel schwerer als für gemeine Verbrecher, In erster Linie hat der politische Gefangene von Anfang an — da ist kein Unterschied zwischen Untersuchungshaft und zwischen Zuchthaus —, wenn er sich nicht dagegen wehrt, Zwangs- arbeit zu leisten, Zum Wehren steht ihm als einzigstes Mittel der Hungerstreik zur Verfügung, Die Kommunistische Partei führt einen Kampf gegen diesen Hungerstreik. Sie versucht der Epidemie des Hungerstreiks Einhalt zu gebieten, Die Hungerstreiks brechen den- noch stets von neuem spontan aus, Die Genossen weinen förmlich, wenn man ihnen deswegen Vorwürfe macht. „Wir lassen uns schla- gen, demütigen, foltern und quälen, dann kommt aber ein Moment, wo wir nicht mehr können,” So ist die ewige Begleiterscheinung des Strafvollzugs in Rumänien der Hungerstreik, Es dürfte Ihnen aus den Zeitungsmeldungen, die auch nur sporadisch sein können, die Länge des Hungerstreiks der Revolutionäre Dobrotschanu und Gold- stein, wobei letzterer nach einem sechzigtägigen Hungerstreik nicht freiwillig, sondern unfreiwillig gestorben ist, bekannt sein. Die ru- mänischen Gefängnisdirektoren haben sich einen Humor hierfür zu- rechtgelegt und haben gesagt, wenn du schon über 25 Tage ge- hungert hast, dann hungere nur weiter, Einzelheiten über die Qualen des Hungerstreiks erübrigen sich wohl. Sie werden sich vorstellen können, was Hungerstreik bedeutet.