züge und Schuhe gekleidete Gefängniswärter, Alles außerhalb und innerhalb des Gefängnisses macht einen sehr guten Eindruck, doch was die Gefängnisdisziplin anbetrifft, so ist sie barbarisch. Die Ge- fangenen werden in Dunkelzellen auf Tage und Wochen gesteckt und werden bestraft mit Auspeitschung, Fußstößen und Aufhängen an. den Händen, Im Winter wird zur Bestrafung‘ kaltes Wasser auf die nackt ausgezogenen Gefangenen gegossen oder sie werden in einen Behälter mit heißem Wasser gestellt, Alle europäischen Me- thoden der mittelalterlichen Folter werden in japanischen Geläng- nissen angewandt, Was die Arbeit anbetrifft, so wird jeder Gefangene gezwungen, 10 bis 14 Stunden am Tage tätig zu sein, und wenn er nicht eine bestimmte Norm liefert, so wird seine Kost reduziert. Dieses wird besonders gegen die wegen Streikvergehens Inhaftierten angewandt, die sehr schwere Arbeit zu leisten haben. ‚Was die Kost anbetrifft, so ist das Essen in den japanischen Gefängnissen äußerst schlecht. Früher erhielten die Eingekerkerten 140 Prozent Reis- und 60 Prozent Gerstenprodukte, gegenwärtig jedoch erhalten sie nur 30 Prozent Reis- und 70 Prozent Gersten- produkte, beides in sehr schlechter Qualität. Die Kost ist kaum ge- nügend zum Leben. Aus diesem Grunde sterben viele Gefangene, vor allem Jugendliche, Für den Spaziergang werden .den Gefangenen täglich 10 bis 15 Minuten gegeben, doch bei Regen oder schlechtem Wetter im Winter wird der Spaziergang nicht gestattet, so daß sie tage- und wochen- lang nicht aus den Gefängniszellen herauskommen. Was das Geistesleben anbetrifft, so erhalten sie keinerlei Bücher, und nur wenn ihre Führung sehr gut ist, werden ihnen manch- mal Schriften religiösen, moralischen Inhalts,‘ aber niemals perio- dische Zeitschriften oder Zeitungen gegeben, Sie haben ebenfalls fast keine Verbindung mit der Außenwelt, und nur selten sind Be- suche gestattet. Jeder Gefangene kann einen Brief in zwei Monaten erhalten sowie einen in dieser Zeit schreiben, Wenn ein Gefangener jedoch einen Brief schreiben will, so erhält er nur ein kleines Stück Papier mit einem großen Pinsel zum schreiben. Auf diese Art kann der Gefangene nur ein paar Zeilen auf dem Blatt unterbringen. Be- suche von ein und derselben Person, Frau oder Bruder, werden nur einmal in 60 Tagen, und nur auf fünf Minuten, gestattet, Beim Verlassen des Gefängnisses sind die Gefangenen gewöhn- lich stark geschwächt; viele leiden unter Nahrungsmangel, Be- wegungsmangel usw, Ich kann hier Beispiele anführen. 1910 wurden elf Anarchisten zu lebenslänglicher Einkerkerung verurteilt, Alle wurden in verschiedenen Gefängnissen und in be- sonderen Zellen untergebracht; heute erfahren wir, daß nur noch vier oder fünf von ihnen geblieben sind; einige sind krank, einige sind wahnsinnig geworden, die übrigen haben sich erhängt oder sind an Krankheit gestorben, Alle Kommunisten oder Sozialisten werden in Einzelzellen ge- steckt, und diese Zellen sind klein und schmutzig; die meisten haben Wanzen oder anderes Ungeziefer, so daß es mit dem Schlafen sehr schlecht bestellt ist; außerdem brennt die ganze Zeit elektrisches Licht, um eine Flucht der Gefangenen zu verhindern, und alle fünf Minuten passiert der Wärter mit Säbelrasseln und Fußgestampf: nur