wo ein politischer Verbrecher beurlaubt wurde. Auf diese Weise ist die Strafe des Politischen zweimal länger und zweimal schlimmer. In Jugoslawien gab es einige Male bei verschiedenen monar- chistischen Gelegenheiten Amnestien, aber bei keiner einzigen Ge- legenheit wurde ein politischer Gefangener amnestiert, Eine weitere Differenzierung zwischen politischen und gemeinen Verbrechern ist folgende. Der gemeine Verbrecher wird, nachdem er eine bestimmte Frist abgesessen hat, in die sogenannte Vermittlungs- abteilung gebracht. Diese Vermittlungsabteilung hat sehr große Pri- vilegien. Der Gefangene darf rauchen, bewegt sich frei, darf die Anstalt verlassen. In Jugoslawien werden diese Häftlinge „Sloltnjak” (Halbfreie) genannt. Jeder kriminelle Verbrecher weiß, daß er an dem und dem Tage in diese Abteilung übergeführt wird. Der poli- tische Häftling wird in keinem Falle in diese Abteilung gebracht. Daß es zu zahlreichen Hungerstreiks in den jugoslawischen Ge- fängnissen gekommen ist, ist bekannt, Sie haben die Oeffentlichkeit aufgerüttelt und die Zustände hinter den Gefängnismauern den breiten Massen zur Kenntnis gebracht. Und das zeigt uns auch den Weg, um den politischen Gefangenen zu helfen, um dieses unerträg- liche Regime zu mildern und für ihre gänzliche Befreiung zu kämpfen. Nur die aktive Solidarität mit den politischen Gefangenen bringt ihnen Erleichterung. Beschanowa-Bulgarien: Ich will in kurzen Worten das Gefängnisregime schildern, das in Bulgarien für diejenigen besteht, die nach allen Schrecken und Foltern der bulgarischen Polizei noch am Leben bleiben. Denn bevor man ins Gefängnis kommt, muß man durch das Fegefeuer der bul- garischen Polizei, Das Regime der bulgarischen Polizei ist aber allen bekannt, Allen sind die sadistischen Formen der Folterungen und Mißhandlungen bekannt, nicht nur die Prügelung, sondern auch die Qualen mit glühendem Eisen, Elektrizität, Klemmen, langsamen Erwürgens. Nur jene, welche alle diese Schrecken überstehen, kom- men schließlich ins Gefängnis. Dort führen sie ein Hungerleben, denn die Gefängnisnahrung ist so gering und wertlos, daß sie diese er- schöpften und gequälten Menschen nicht befriedigt — sie ist so widerlich, daß man sie nicht in den Mund nehmen kann, Des Morgens erhalten die Gefangenen Tee ohne Zucker, zu Mittag eine Suppe, bei der man sich große Mühe geben muß, wenn man etwas aus ihr herausfangen will. Die Verwaltung sucht nach Anlässen, um bestrafen zu können. Wenn es Sogar nur scheint, daß der politische Gefangene mit widerspenstigem Tone antwortet, so wird er schon bestraft, Die Ver- prügelung der politischen Gefangenen ist an der Tagesordnung, Die Strafen bestehen gewöhnlich in Karzer, Der Karzer im Zentral- gefängnis zu Sofia stellt ein unterirdisches Zementverließ dar, ohne Luft und Licht, in das Wasser hineingelassen wird, damit sich die Bestraften nicht setzen können. Diejenigen, mit denen die Ver- waltung sehr unzufrieden ist, werden nackt ausgezogen und mit Wasser übergossen, Im Karzer werden die Gefangenen bei Wasser und Brot fünf, zehn, zwanzig Tage eingesperrt. Es kommen auch Massenbestrafungen der politischen Gefangenen vor, bei denen die