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        <title>Die Praxis der bürgerlichen Klassenjustiz im Kampfe gegen die revolutionären Bewegungen der Werktätigen, nationalen Minderheiten, Kolonial- und Halbkolonialvölker</title>
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      <div>Andere demokratische Staaten, England, Frankreich, treiben 
Mordpolitik in den Kolonien, Von den Kolonialländern wird hier 
noch die Rede sein, Also kann ich nur summarisch sagen, daß das 
Terrorregime in voller Blüte steht, Die französischen Imperialisten 
in Syrien, die englischen in Indien, die holländischen Imperialisten 
in Indonesien begehen unerhörte Grausamkeiten. 
Um das französische Polizeiregime in der Metropole zu schil- 
dern, fehlt mir leider das Material. Foissin und andere werden hier 
mehr sagen können als ich, 
In England scheint die Polizei, soweit ich urteilen kann, in ihrer 
Tätigkeit mehr durch das Gesetz gebunden. Aber daß auch diese 
Polizei, wie die eines jeden kapitalistischen Landes, zu Schandtaten 
fähig ist, zeigt ihr Benehmen während des allgemeinen Streiks sowie 
der Ueberfall auf die Handelsdelegation der Sowjetunion in London. 
Die politische Verantwortung für das Terrorregime tragen nicht 
nur die rein bürgerlichen Parteien, sondern auch die Führer der 
Sozialdemokratie, welche die Regierungen unterstützten, die mit dem 
Makel des Terrors behaftet sind, und welche keine Massenprotest- 
kundgebungen gegen den Terror organisierten. Die ganze Last des 
Kampfes gegen den Terror liegt auf der Roten Hilfe, wobei sie von 
Organisationen, wie der Kommunistischen Partei, unterstützt wird. 
Dieser Kampf muß ausgeweitet werden durch Aufrüttelung der 
breiten Massen zum Protest, Veröffentlichungen der Tatsachen 
der außergerichtlichen Strafverfolgungen, Demaskierung der daran 
Schuld Tragenden und Brandmarkung der Tatsache, daß die 
bürgerliche Justiz Hand in Hand mit Mördern und Gewalttätern geht, 
indem sie diese in Obhut nimmt, anstatt sie zur Verantwortung zu 
ziehen. 
Katayama-Japan: 
Es ist bekannt, daß die japanische Polizei sehr gut organisiert 
ist. Da die Polizisten meistens aus Kreisen der Kleinbürger oder 
der ihres Landes enteigneten früheren Landbesitzer stammen, wen- 
den sie die Gesetze gegen die Arbeiter sehr streng an, gehen oft aul 
Umwegen vor und übertreten auch oft die vom Gesetz gezogenen 
Grenzen, Schlimmer noch, die japanischen Behörden und Polizisten 
verfolgen und „überführen“ Verbrecher. Dieses wird in folgender 
Weise gemacht: Auf der Polizeistation oder in der Hauptverwaltung 
existiert ein Prämiensystem, Wenn ein Polizist einen Verbrecher 
verhaftet oder überführt, so ist die geringste Belohnung, die er dafür 
erhält, etwa 50 Cents, doch manchmal erhält er sogar einen Preis in 
Höhe von 10 bis 15 Rubel, Aus diesem Grunde versucht er, Ver- 
brecher durch Aufreizen von Arbeiterführern oder Agitatoren zu 
schaffen. Falls ihm das gelingt, ist die Aussage des Polizisten bei 
der Verhandlung von großer Bedeutung und faktisch maßgebend. 
Die schwerwiegendsten Aussagen kommen vom Polizisten, der die 
Arbeiterführer verhaftet hat, Auf Grund dieser, auf der Polizei- 
station gemachten Aussage ist die Verhaftung besiegelt. In Japan 
haben wir ein Polizeisystem, nach dem zirka 29 Tage Haft ohne 
formelle Verhandlung in der Polizeistation verhängt werden können. 
In dieser Zeit kann der Verhaftete einen formellen Prozeß verlangen, 
doch muß das in einem schriftlichen Gesuch niedergelegt werden. 
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