XXVI Vorwort zur Volksausgabe der Produktion von der Kriegsarbeit auf Friedensarbeit in einer Weise erfolgte, die die erforderliche Proportionalität der verschiedenen Produktionskreise wieder herstellte. Soweit der Einfluß des Staates bei den ökonomischen Verhältnissen dazu nicht ausreichte, mußte die möglichste Freisetzung des Wirkens von Angebot und Nachfrage im Zirkulationsprozeß angestrebt werden. Das gerade Gegenteil geschah. Inmitten einer hochkapitalistischen Gesellschaft mit weit ent- wickeltem Geldverkehr diktierte der Friedensvertrag hohe Kriegs- entschädigungen, die sich hinter dem Namen von Reparationen ver- bargen. Sie waren nicht bloß, wie 1871 im Frankfurter Frieden, in Geld, sondern auch in Naturalien zu entrichten, deren Ausmaß weder durch das Spiel von Angebot und Nachfrage noch durch ein überlegtes Streben nach planmäßiger Wiederherstellung der Propor- tionalität der Produktion bestimmt wurde. Sie haben vielmehr dieser Wiederherstellung oft direkt entgegengewirkt, Kohle zum Bei- spiel Orten entzogen, wo sie notwendig gebraucht wurde, und. Ge- genden zugeführt, die sie nicht in vollem Ausmaß verwenden konnten. Aus südfranzösischen Häfen wurde deutsche Reparationskohle, die von Deutschland an Frankreich abgeliefert worden, nach deutschen Häfen ausgeführt. Sie fand in Frankreich keine Verwendung, indes englische Kohlengruben feierten wegen mangelnden Absatzes. Ehedem fanden sie lohnende Beschäftigung durch die Ausfuhr nach deutschen und französischen Häfen, Aber auch der ungeheure Betrag der Deutschland auferlegten Geldzahlungen zwang es, Warenmassen auf den Weltmarkt zu werfen in höherem Maße, als es unter normalen Umständen der Fall gewesen wäre. Auch das hat der Wiederherstellung der Propor- tionalität entgegengewirkt. Zu diesen krisenbildenden Momenten gesellte sich eine Reihe von Jahren hindurch die Fortsetzung der Inflation, die im Krieg schon begonnen hatte und in der Not der Nachkriegszeit in manchem Staat bis zur Besinnungslosigkeit weitergeführt wurde, nicht nur wegen der Unwilligkeit oder Unmöglichkeit, der Bevölkerung hohe Steuern aufzuerlegen. Für viele Kapitalisten schien die Inflation paradie- sische Zustände zu bringen. Die stete Zunahme des Papiergeides bewirkte ein ununterbrochenes Steigen aller Preise, die Löhne hinkten in der Regel langsam hinterdrein; so bedeutete die Inflation eine ständige Lohnsenkung. Aber auch, wo dies nicht der Fall war, wo die Arbeiter es ver- standen, eine stete Anpassung der Löhne an die Preise ihrer Lebens- mittel durchzusetzen, erschien das Regime der Inflation für viele als vorteilhaft. Niemand häufte Geld an, das ja morgen nur noch die Hälfte dessen wert war, was es gestern gewesen. Jeder suchte alles Geld, das er eben eingenommen und nicht sofort für notwendige Zwecke verausgaben mußte, in „Sachwerten‘“ irgendwelcher Art anzulegen, die er nicht brauchte, die aber dem Geld gegenüber den