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Vorwort zur Volksausgabe
in dieser Weise leichter verständlich zu machen, ist bereits durch
Schriften anderer Art versucht worden; so für den ersten Band von
mir selbst. Solche Bücher können aber nur als Einführun g in das
Studium des „Kapital“ betrachtet werden, sie machen das Studium
des Originals mit seiner ganzen Tiefe und Fülle nicht überflüssig.

Die Volksausgabe soll dieses Studium jenen erleichtern, die im-
stande und gewillt sind, sich an schwere Denkprobleme heranzum achen,
dabei aber durch den äußerlichen Umstand behindert werden, daß
ihnen nicht eine akademische Bildung zuteil wurde, so daß sie mit der
Technik des Wissens, zum Beispiel mit fremden Sprachen und den

Fachausdrücken der Wissenschaft, nicht vertraut sind.

Das Marxsche „Kapital‘‘ stellt in dieser Beziehung außerordent-
lich hohe Ansprüche an seine Leser, weit mehr, als das in der soziali-
stischen Literatur in der Regel der Fall ist, und auch mehr als die
meisten Werke der bürgerlichen Oekonomie. Das Studium des „Kapi-
tal‘ trotzdem jedem intelligenten, mit unserer Literatur einigermaßen
vertrauten, in selbständigem Denken geübten Leser möglich zu
machen, war unsere erste Aufgabe bei der Herausgabe des zweiten und
dritten, ebenso wie schon des ersten Bandes, Unsere Grundsätze
waren hier wie dort die gleichen. Ich habe sie schon im Vorwort zur
Volksausgabe des ersten Bandes dargelegt.

Wir haben alle fremdsprachlichen Zitate und Ausdrücke über-
setzt und die Uebersetzung dem Original in eckiger Klammer hinzu-
gefügt. Auch alle sonstigen Einschiebungen in eckiger Klammer
stammen von uns. Nicht jeder Fachausdruck läßt sich völlig aus-
reichend deutsch wiedergeben, und bei einer Uebersetzung mag
mancher eine andere Wendung glücklicher finden als die von uns
gewählte. Wir haben daher nicht bloß die Uebersetzung, sondern
auch das Original mitgeteilt, das dem Sprachkundigen stets will-
kommen sein wird.

Kommentare haben wir ebensowenig wie im ersten Bande ge-
geben. Jeder Versuch einer Bevormundung der Leser wurde unter-
lassen. Nur hin und wieder gaben wir erläuternde Noten, wo wir .an-
nahmen, daß sie das Verständnis erleichtern würden, ohne eine be-
stimmte Auffassung zu suggerieren. Solche Noten wurden mit K.
gezeichnet, die von Engels herrührenden und als solche kenntlichen
Noten und Einschiebungen mit F. E. Die mit keinem Kennzeichen
versehenen rühren von Marx her oder von Engels, ohne als solche
kenntlich zu sein. .

Die Arbeit an Uebersetzungen und Erläuterungen, die uns hier
zufiel, war etwas geringer als beim ersten Band. Sind doch der zweite
und dritte Band nicht druckfertig von Marx hinterlassen, sondern aus
vorbereitenden Fragmenten von Engels zusammengefügt worden. Es
fehlen daher die zahlreichen Fußnoten mit ungeheurer Zitatenfülle,
die den ersten Band kennzeichnen und so reizvoll machen. Allerdings
blieben immerhin genug fremdsprachliche Zitate, die ins Deutsche zu
übertragen waren.