XII

Vorwort zur Volksausgabe
Für mich konnte es sich hier nur darum handeln, den Text, so
wie Engels ihn geliefert, möglichst einwandfrei zu gestalten. Auch
das kostete uns Mühe genug.

In die ersten Auflagen, deren Korrekturen Engels selbst be-
sorgte, hatten sich bereits zahlreiche Druckfehler eingeschlichen.
Weitere kamen in den folgenden Auflagen hinzu. Die Fehler waren,
soweit sie nicht bloße Buchstabenfehler bildeten, vielfach schwer zu
entdecken, da man leicht über sie hinweg las, und dabei doch sinn-
störender Natur. Auch Schreibfehler ließen sich feststellen, kein
Wunder bei dem unvollständigen Zustande des Manuskripts, das
Marx teilweise als kranker Mann schwer und schleppend hergestellt
hatte.

Nicht immer war einwandfrei festzustellen, ob ein Versehen vor-
liege oder nicht. Wo nur der geringste Zweifel möglich war, haben
wir die ursprüngliche Fassung gelassen und auf die nach unserer An-
sicht richtige in einer Einschiebung oder Note hingewiesen.

Hoffentlich ist es uns gelungen, einen von Druck- und Schreib-
fehlern reineren Text zu liefern. Alle Druckfehler aus einem so um-
fangreichen Werke auszumerzen, wird kaum je gelingen.

Besondere Schwierigkeiten bot die Nachprüfung der Zitate. Ihre
Zahl ist in den beiden späteren Bänden weit geringer als im ersten,
aber ihre Nachprüfung schwieriger; denn da, wie schon bemerkt, die
Manuskripte noch nicht für den Druck bestimmt waren, begnügte
sich Marx bei manchem von ihm angeführten Satz mit allgemeiner
Andeutung des Buches, dem er entnommen worden. Da war es keine
einfache Sache, die richtige Stelle ausfindig zu machen. Und doch
erwies sich die Nachprüfung als sehr notwendig, um so mehr, da Marx
mitunter den Inhalt des Zitats nur ungefähr wiedergab, einige Male
so verkürzt, daß ein ganz falscher Schein entstand.

Bei dieser Arbeit des Aufspürens und Nachprüfens der Zitate
wären wir wohl kaum zurecht gekommen ohne die eifrige und gewissen-
hafte Hilfe von Freunden. Fritz Adler, Oskar und Marianne Pollak,
William Stenning in London, Albert Kruse in Berlin, Fritz Brügel, der

Leiter der ausgezeichneten Bibliothek der Arbeiterkammer in Wien,
haben uns freudig und verständnisvoll bei unserer Arbeit unterstützt.
Ihnen allen sei an dieser Stelle aufs herzlichste gedankt.

Zu den schon erwähnten Schwierigkeiten gesellte sich noch eine,
die bei der Herausgabe des ersten Bandes fast gar nicht bestand. Der
zweite und dritte Band sind voll von Rechnungen und Tabellen, bei
denen Marx sich häufig irrte. Engels hat nachgerechnet, wo ihm ein
Irrtum auffiel, aber nicht jeder fiel ihm auf. Wir fühlten uns daher
verpflichtet, sämtliche Rechnungen noch einmal nachzurechnen.
Hoffentlich waren wir dabei glücklicher als unsere großen Vorgänger.

Die Schwierigkeiten bei den Rechnungen erstanden zumeist
daraus — und darum hätte uns ein Rechenkünstler nicht viel helfen
können —, daß es bei jeder Rechnung galt, die willkürlich angenomme-
nen ziffernmäßigen Voraussetzungen genau festzuhalten, auf die sie