XIV

Vorwort zur Volksausgabe
in wenigen Sätzen zusammengefaßt, Das vermochte nur Marx selbst
zu leisten, das kann kein anderer für ihn tun. Es ist Engels gar
nicht eingefallen, den Text in dieser Weise lesbarer gestalten zu
wollen. Und noch weniger durften wir es wagen.

Wir konnten daher dem Leser keine der Rechnungen ersparen.
Wir können ihm auch nicht raten, sie einfach zu überschlagen. Er
soll sich jedoch durch sie nicht abschrecken und abhalten lassen, in der
Verfolgung des Gedankengangs weiter vorzudringen. Wo die Rech-
nungen zu viele Schwierigkeiten machen, wird es zunächst genügen,
von ihren Ergebnissen Kenntnis zu nehmen und dann im Studium
des Werkes fortzufahren.

Bei allen unsern Arbeiten an dieser Ausgabe ging unser Streben
stets dahin, sie nicht nur dem Durchschnittsleser leichter lesbar,
sondern sie auch für wissenschaftliche Zwecke jeder der bisherigen
Auflagen zum mindesten ebenbürtig, womöglich überlegen zu machen.
Sollte uns dies gelungen sein, so bezieht sich das natürlich nur auf
redaktionelle Kleinigkeiten. Es verschwindet in nichts gegenüber der
angeheuren Arbeit, die Engels vor uns geleistet hat und die keiner an
seiner Stelle hätte leisten können. Wie mit dem Namen von Marx,
werden der zweite und der dritte Band des „Kapital“ auch mit dem
von Friedrich Engels dauernd verbunden bleiben. Sie bilden vielleicht
die wichtigste und fruchtbarste Verkörperung des engen Zusammen-
arbeitens unserer beiden Meister, dank dem sie so Gewaltiges ge-
schaffen haben. Und diese Bände versprechen für die Sache des
Proletariats und des Sozialismus bald die gleiche Bedeutung zu ge-
winnen, wie sie der erste Band seit Jahrzehnten schon gewonnen hat.

Als ich aufgefordert wurde, eine Volksausgabe des zweiten und
dritten Bandes des „Kapital‘‘ in derselben Weise wie vom ersten
Band zu veranstalten, fragte ich mich vor allem, ob eine solche
Ausgabe einen Zweck habe. Es lag nahe, anzunehmen, daß die beiden
Schlußbände im Gegensatz zum ersten ihre Leser nur in Kreisen
finden, die einer Volksausgabe nicht bedürfen. Und bis vor wenigen
Jahren traf dies auch zu.

In meiner bereits oben erwähnten Popularisierung des „Kapital‘‘,
die ich unter dem Titel: „Karl Marx‘ ökonomische Lehren‘ heraus-
gab, hatte ich nur den ersten Band behandeln können. Denn
diese Popularisierung arbeitete ich im Winter 1885/86 aus, fast
ein Jahrzehnt vor dem Erscheinen des dritten Bandes und unmittel-
bar nach der Herausgabe des zweiten, der für sich allein nichts
Ganzes gab, sondern als bloße Vorbereitung zur Erkenntnis des
Gesamtprozesses erschien.

Als dann der dritte Band vorlag, wurde es selbstverständlich,
daß sein Inhalt ebenso wie der des zweiten in einer Gesamtdarstellung
der ökonomischen Lehren von Marx nicht fehlen dürfe. Aber andere
Arbeiten, die Agrarfrage, die theoretische Auseinandersetzung mit