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Vorwort zur Volksausgabe
der Produktion von der Kriegsarbeit auf Friedensarbeit in einer
Weise erfolgte, die die erforderliche Proportionalität der verschiedenen
Produktionskreise wieder herstellte. Soweit der Einfluß des Staates
bei den ökonomischen Verhältnissen dazu nicht ausreichte, mußte die
möglichste Freisetzung des Wirkens von Angebot und Nachfrage
im Zirkulationsprozeß angestrebt werden.

Das gerade Gegenteil geschah.

Inmitten einer hochkapitalistischen Gesellschaft mit weit ent-
wickeltem Geldverkehr diktierte der Friedensvertrag hohe Kriegs-
entschädigungen, die sich hinter dem Namen von Reparationen ver-
bargen. Sie waren nicht bloß, wie 1871 im Frankfurter Frieden, in
Geld, sondern auch in Naturalien zu entrichten, deren Ausmaß
weder durch das Spiel von Angebot und Nachfrage noch durch ein
überlegtes Streben nach planmäßiger Wiederherstellung der Propor-
tionalität der Produktion bestimmt wurde. Sie haben vielmehr
dieser Wiederherstellung oft direkt entgegengewirkt, Kohle zum Bei-
spiel Orten entzogen, wo sie notwendig gebraucht wurde, und. Ge-
genden zugeführt, die sie nicht in vollem Ausmaß verwenden konnten.
Aus südfranzösischen Häfen wurde deutsche Reparationskohle, die
von Deutschland an Frankreich abgeliefert worden, nach deutschen
Häfen ausgeführt. Sie fand in Frankreich keine Verwendung,
indes englische Kohlengruben feierten wegen mangelnden Absatzes.
Ehedem fanden sie lohnende Beschäftigung durch die Ausfuhr nach
deutschen und französischen Häfen,

Aber auch der ungeheure Betrag der Deutschland auferlegten
Geldzahlungen zwang es, Warenmassen auf den Weltmarkt zu
werfen in höherem Maße, als es unter normalen Umständen der Fall
gewesen wäre. Auch das hat der Wiederherstellung der Propor-
tionalität entgegengewirkt.

Zu diesen krisenbildenden Momenten gesellte sich eine Reihe von
Jahren hindurch die Fortsetzung der Inflation, die im Krieg schon
begonnen hatte und in der Not der Nachkriegszeit in manchem Staat
bis zur Besinnungslosigkeit weitergeführt wurde, nicht nur wegen
der Unwilligkeit oder Unmöglichkeit, der Bevölkerung hohe Steuern
aufzuerlegen. Für viele Kapitalisten schien die Inflation paradie-
sische Zustände zu bringen. Die stete Zunahme des Papiergeides
bewirkte ein ununterbrochenes Steigen aller Preise, die Löhne
hinkten in der Regel langsam hinterdrein; so bedeutete die Inflation
eine ständige Lohnsenkung.

Aber auch, wo dies nicht der Fall war, wo die Arbeiter es ver-
standen, eine stete Anpassung der Löhne an die Preise ihrer Lebens-
mittel durchzusetzen, erschien das Regime der Inflation für viele als
vorteilhaft. Niemand häufte Geld an, das ja morgen nur noch die
Hälfte dessen wert war, was es gestern gewesen. Jeder suchte alles
Geld, das er eben eingenommen und nicht sofort für notwendige
Zwecke verausgaben mußte, in „Sachwerten‘“ irgendwelcher Art
anzulegen, die er nicht brauchte, die aber dem Geld gegenüber den