Vorwort zur ersten Auflage
Marx hierzu (Manuskript, S. 256): „Hier also bezeichnet A. Sınith
in dürren Worten Grundrente und Profit des Kapitals als bloße
Abzüge von dem Produkt des Arbeiters oder von dem Wert
seines Produkts, gleich der von ihm dem Rohstoff zugefügten Arbeit.
Dieser Abzug kann aber, wie A. Smith früher selbst auseinander-
gesetzt, nur bestehen aus dem Teil der Arbeit, den der Arbeiter den
Stoffen zusetzt über das Arbeitsquantum hinaus, welches nur seinen
Lohn zahlt oder nur ein Aequivalent für seinen Lohn liefert. — also
aus der Surplusarbeit, aus dem unbezahlten "Teil seiner Arbeit.‘“10
„Woraus der Mehrwert des Kapitalisten entspringt‘ und oben-
drein der des Grundeigentümers, hat also schon A. Smith gewußt;
Marx erkennt dies schon 1861 aufrichtig an, während Rodbertus
und der Schwarm seiner unter dem warmen Sommerregen des Staats-
Sozialismus wie Pilze emporschießenden Verehrer es total vergessen
zu haben scheint.
„Dennoch,“ fährt Marx fort, „hat Smith den Mehrwert als
solchen nicht als eigene Kategorie geschieden von den besonderen
Formen, die er in Profit und Grundrente erhält. Daher bei ihm, wie
noch mehr bei Ricardo, viel Irrtum und Mangelhaftigkeit in der
Untersuchung.“ 1! —. Dieser Satz paßt wörtlich auf Rodbertus. Seine
„Rente“ isteinfach die Summe von Bodenrente plus [vermehrt um den]
Profit; von der Bodenrente macht er sich eine total [völlig] falsche
Theorie, den Profit nimmt er unbesehen, wie er ihn bei seinen Vor-
gängern findet. — Marx’ Mehrwert dagegen ist die allgemeine
Form der ohne Aequivalent [ohne Hingabe von gleichem Wert] von
den Eignern der Produktionsmittel angeeigneten Wertsumme, die
sich nach ganz eigentümlichen, erst von Marx entdeckten Gesetzen
in die besonderen, verwandelten Formen von Profit und Boden-
rente spaltet. Diese Gesetze werden entwickelt in Buch III, wo sich
erst zeigen wird, wie viele Mittelglieder nötig sind, um vom Ver-
ständnis des Mehrwerts im allgemeinen zum Verständnis seiner Ver-
wandlung in Profit und Grundrente, also zum Verständnis der Gesetze
der ‚Verteilung des Mehrwerts innerhalb der Kapitalistenklasse. zu
kommen.

Ricardo geht schon bedeutend weiter als A. Smith. Er begründet
seine Auffassung des Mehrwerts auf eine neue, bei A. Smith zwar schon
im Keime vorhandene, aber in der Ausführung fast immer wieder
vergessene Werttheorie, die der Ausgangspunkt aller nachfolgenden
ökonomischen Wissenschaft geworden, Aus der Bestimmung des
Warenwerts durch die in den Waren realisierte Arbeitsmenge leitet
er die Verteilung des den Rohstoffen durch die Arbeit zugesetzten
Wertquantums unter Arbeiter und Kapitalisten ab, ihre Spaltung in
Arbeitslohn und Profit (das heißt hier Mehrwert). Er weist nach, daß
der Wert der Waren derselbe bleibt, wie auch das Verhältnis dieser

XL

2 Siehe Karl Marx: „Theorien über den Mehrwert,.‘“ Band I, 8.148. K.
U Karl Marz: „Theorien über den Mehrwert‘. Band I, S. 144. K.