Erstes Kapitel
kürzer W{p,.2 G —W, seinem Inhalt nach betrachtet, stellt sich also
dar als G—W{{A; das heißt, G—W zerfällt in G— A und G— Pm;
die Geldsumme G spaltet sich in zwei Teile, wovon der eine Arbeits-
kraft, der andere Produktionsmittel kauft. Diese beiden Reihen von
Käufen gehören ganz und gar verschiedenen Märkten an, die eine
dem eigentlichen Warenmarkt, die andere dem Arbeitsmarkt.

Außer dieser qualitativen Spaltung [Spaltung nach der Beschaf-
fenheit] der Warensumme, worin G umgesetzt wird, stellt 6 — W4{,
aber noch ein höchst charakteristisches quantitatives [mengenmäßi-
ges] Verhältnis dar.

Wir wissen, daß der Wert respektive Preis der Arbeitskraft ihrem
Inhaber, der sie als Ware feilhält, in der Form von Arbeitslohn be-
zahlt wird, das heißt als Preis einer Arbeitssumme, die Mehrarbeit
enthält; so daß, wenn zum Beispiel der Tageswert der Arbeitskraft
gleich ist 3 Mark, dem Produkt fünfstündiger Arbeit, diese Summe in
dem Kontrakt [der Vereinbaruug] zwischen Käufer und Verkäufer
figuriert [sich darstellt] als der Preis oder Lohn, sage für zehn-
stündige Arbeit. Wurde ein solcher Kontrakt zum Beispiel mit
50 Arbeitern geschlossen, so haben sie zusammen dem Käufer während
eines Tages 500 Arbeitsstunden zu liefern, wovon die Hälfte, 250 Arbeits-
stunden gleich 25 zehnstündigen Arbeitstagen, bloß aus Mehrarbeit
besteht. Quantum [Menge] wie Umfang der zukaufenden Produktions-
mittel müssen hinreichen zur Anwendung dieser Arbeitsmasse.

G—W{4, drückt also nicht nur das qualitative Verhältnis aus,
daß eine bestimmte Geldsumme, zum Beispiel 422 Pfad. Sterl.,
in einander entsprechende Produktionsmittel und Arbeitskraft um-
gesetzt wird, sondern auch ein quantitatives Verhältnis zwischen den
in Arbeitskraft A und den in Produktionsmitteln Pm ausgelegten
Teilen des Geldes, ein Verhältnis, von vornherein bestimmt durch
die Summe der von einer bestimmten Arbeiterzahl zu verausgahenden
überschüssigen Mehrarbeit.

Wenn also zum Beispiel in einer Spinnerei der Wochenlohn der
50 Arbeiter 50 Pfd. Sterl. beträgt, müssen 372 Pfd. Sterl. in Produktions-
mitteln verausgabt werden, falls dies der Wert der Produktions-
mittel, welche die Wochenarbeit von 3000 Stunden, wovon 1500 Stunden
Mehrarbeit, in Garn verwandelt.

Wie weit in verschiedenen Industriezweigen die Anwendung zu-
schüssiger Arbeit einen Wertzuschuß in der Form von Produktions:
mitteln bedingt, ist hier ganz gleichgültig. Es handelt sich nur dar-
um, daß unter allen Umständen der in Produktionsmitteln veraus-
gabte Teil des Geldes — die in G— Pm gekauften Produktions:

2 Marx schreibt W<A,. Wir ziehen die Bezeichnung W{pi, vor, da
WC in der mathematischen Zeichensprache besagt, daß W kleiner ist
als A, vermehrt um Pm. Die Tatsache, daß in W sowohl A wie Pm zusammen.
gefaßt sind, wird durch das Zeichen { unzweideutiger dargestellt werden
als durch das Zeichen <. K.