Erster Abschnitt
worin die Lieferung eines größeren Quantums Arbeit bedungen wird,
als zum Ersatz des Preises der Arbeitskraft, des Arbeitslohnes, nötig
ist; also Lieferung von Mehrarbeit, die Grandbedingung für die Kapi-
balisation des vorgeschossenen Wertes [seine Verwandlung in Kapital],
oder was dasselbe, für Produktion von Mehrwert. Sondern vielmehr
seiner Form halber, weil in der Form des Arbeitslohnes mit Geld
Arbeit gekauft wird, und dies gilt als Merkmal der Geldwirtschaft.

Hier ist es wieder nicht das Irrationelle [Vernunftwidrige, Wider-
spruchsvolle] der Form, das für charakteristisch gilt. Dies Irrationelle
wird vielmehr übersehen. Das Irrationelle besteht darin, daß die
Arbeit als wertbildendes Element selbst keinen Wert besitzen, also
auch ein bestimmtes Quantum Arbeit keinen Wert haben kann,
der sich in ihrem Preise ausdrückt, in ihrer Aequivalenz [Gleich-
wertigkeit] mit einem bestimmten Quantum Geld. Aber wir wissen,
daß der Arbeitslohn bloß eine verkleidete Form ist, eine Form,
worin zum Beispiel der Tagespreis der Arbeitskraft sich als Preis
der während eines Tages von dieser Arbeitskraft flüssig gemachten
Arbeit darstellt, so daß also etwa der in 6 Stunden Arbeit von
dieser Arbeitskraft produzierte Wert als Wert ihrer zwölfstündigen
Funktion oder Arbeit ausgedrückt wird.

G — A gilt als das Charakteristische, als die Signatur [das Kenn-
zeichen] der sogenannten Geldwirtschaft, weil die Arbeit hier als
Ware ihres Besitzers erscheint, das Geld daher als Käufer — also
wegen des Geldverhältnisses (das heißt Kauf und Verkauf von
menschlicher Tätigkeit). Nun aber erscheint das Geld schon sehr früh
als Käufer sogenannter Dienste, ohne daß G sich in Geldkapital ver-
wandelte oder der allgemeine Charakter der Wirtschaft umgewälzt
würde.

Dem Geld ist es durchaus gleichgültig, in welche Sorte von
Waren es verwandelt wird. Es ist die allgemeine Aequivalentform
aller Waren, die in ihren Preisen schon zeigen, daß sie ideell [in der
Vorstellung] eine bestimmte Geldsumme darstellen, ihre Verwand-
lung in Geld erwarten, und nur durch ihren Stellenwechsel mit Geld
die Form erhalten, worin sie in Gebrauchswerte für ihre Besitzer um-
setzbar sind. Findet sich also auf dem Markt die Arbeitskraft einmal
als Ware ihres Besitzers vor, deren Verkauf unter der Form der
Zahlung für Arbeit geschieht, in Gestalt des Arbeitslohnes, so stellt
ihr Kauf und Verkauf nichts Auffallenderes dar als der Kauf und
Verkauf jeder andern Ware. Nicht, daß die Ware Arbeitskraft käuf-
lich ist, sondern daß die Arbeitskraft als Ware erscheint, ist das
Charakteristische.

Durch G —W{p die Verwandlung von Geldkapital in produk-
tives Kapital, bewirkt der Kapitalist die Verbindung der gegen-
ständlichen und persönlichen Faktoren der Produktion, soweit diese
Faktoren aus Waren bestehen. Wird Geld zum erstenmal in produk-
tives Kapital verwandelt, oder fungiert es für seinen Besitzer zum
erstenmal als Geldkapital, so muß er erst die Produktionsmittel