Erstes Kapitel

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kaufen, Arbeitsgebäude, Maschinen etc., ehe er die Arbeitskraft
kauft; denn sobald letztere in seine Botmäßigkeit übergeht, müssen
die Produktionsmittel da sein, um sie als Arbeitskraft anwenden zu
können.

So stellt sich die Sache von seiten des Kapitalisten dar.

Von seiten des Arbeiters : Die produktive Betätigung seinerArbeits-
kraft wird erst möglich von dem Augenblick, wo sie infolge ihres
Verkaufs in Verbindung mit den Produktionsmitteln gesetzt wird.
Sie existiert also vor dem Verkauf getrennt von den Produk-
tionsmitteln, von den gegenständlichen Bedingungen ihrer Betäti-
gung. In diesem Zustand der Trennung kann sie weder direkt ver-
wandt werden zur Produktion von Gebrauchswerten für ihren
Besitzer noch zur Produktion von Waren, von deren Verkauf dieser
leben könnte. Sobald sie aber durch ihren Verkauf in Verbindung
mit den Produktionsmitteln gesetzt ist, bildet sie einen Bestandteil
des produktiven Kapitals ihres Käufers, ebensogut wie die Produk-
tionsmittel.

Obgleich daher in dem Akt G — A Geldbesitzer und Arbeits-
kraftbesitzer sich nur als Käufer und Verkäufer zueinander ver-
halten, als Geldbesitzer und Warenbesitzer einander gegenübertreten,
sich also nach dieser Seite hin in bloßem Geldverhältnis zueinander
befinden — 80 tritt doch der Käufer von vornherein zugleich als
Besitzer der Produktionsmittel auf, welche die gegenständlichen Be-
dingungen der produktiven Verausgabung der Arbeitskraft durch
ihren Besitzer bilden. Mit andern Worten: diese Produktionsmittel
treten dem Besitzer der Arbeitskraft gegenüber als fremdes Eigentum.
Anderseits steht der Verkäufer der Arbeit ihrem Käufer gegenüber
als fremde Arbeitskraft, die in seine Botmäßigkeit übergehen, seinem
Kapital einverleibt werden muß, damit dies wirklich als produktives
Kapital sich betätige. Das Klassenverhältnis zwischen Kapitalist
and Lohnarbeiter ist also schon vorhanden, schon vorausgesetzt, in
dem Augenblick, wo beide in dem Akt G— A (A — G von seiten
des Arbeiters) sich gegenübertreten. Es ist Kauf und Verkauf, Geld-
verhältnis, aber ein Kauf und Verkauf, wo der Käufer als Kapitalist
und der Verkäufer als Lohnarbeiter vorausgesetzt wird, und dies
Verhältnis ist damit gegeben, daß die Bedingungen zur Verwirk-
lichung der Arbeitskraft — Lebensmittel und Produktionsmittel —
FO sind als fremdes Eigentum von dem Besitzer der Arbeits-

raft.

Wie diese Trennung entsteht, beschäftigt uns hier nicht. Sie
existiert, sobald G— A vollzogen wird. Was uns hier interessiert, ist:
Wenn G — A als eine Funktion des Geldkapitals erscheint oder Geld
hier als Existenzform des Kapitals, so keineswegs bloß, weil das Geld
hier auftritt als Zahlungsmittel für eine menschliche Tätigkeit, die
einen Nutzeffekt hat, für einen Dienst; also keineswegs durch die
Funktion des Geldes als Zahlungsmittel. Das Geld kann in dieser Form
nur verausgabt werden, weil die Arbeitskraft im Zustand der Trennung