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Erster Abschnitt
von ihren Produktionsmitteln (einschließlich der Lebensmittel als
Produktionsmittel der Arbeitskraft selbst) sich befindet, und weil
diese Trennung nur dadurch aufgehoben wird, daß die Arbeitskraft
an den Inhaber der Produktionsmittel verkauft wird; daß also auch
die Flüssigmachung der Arbeitskraft, deren Grenzen keineswegs mit
den Grenzen der zur Reproduktion [wiederholten Produktion] ihres
eigenen Preises nötigen Arbeitsmasse zusammenfallen, dem Käufer
gehört. Das Kapitalverhältnis während des Produktionsprozesses
kommt nur heraus, weil es an sich im Zirkulationsakt existiert, in
den unterschiedenen ökonomischen Grundbedingungen, worin Käu-
fer und Verkäufer sich gegenübertreten, in ihrem Klassenverhältnis.
Es ist nicht das Geld, mit dessen Natur das Verhältnis gegeben ist;
es ist vielmehr das Dasein dieses Verhältnisses, das eine bloße Geld-
funktion in eine Kapitalfunktion verwandeln kann.

Bei Auffassung des Geldkapitals (wir haben mit diesem einst-
weilen nur zu tun innerhalb der bestimmten Funktion, in der es uns
hier gegenübertritt) laufen gewöhnlich zwei Irrtümer neben- oder
durcheinander, Erstens: Die Funktionen, die der Kapitalwert als
Geldkapital verrichtet, und die er eben verrichten kann, weil er sich
in Geldform befindet, werden irrtümlich aus seinem Kapitalcharakter
abgeleitet, während sie nur dem Geldzustand des Kapitalwerts
geschuldet sind, seiner Erscheinungsform als Geld. Und zweitens
umgekehrt: Der spezifische Gehalt der Geldfunktion, der sie zugleich
zu einer Kapitalfunktion macht, wird aus der Natur des Geldes
hergeleitet (Geld daher mit Kapital verwechselt), während sie gesell-
schaftliche Bedingungen voraussetzt, wie hier in Vollziehung von
G— A, die in bloßer Waren- und entsprechender Geldzirkulation
keineswegs gegeben sind.

Auch der Kauf und Verkauf von Sklaven ist seiner Form nach
Warenkauf und -verkauf. Ohne Existenz der Sklaverei kann Geld
aber nicht diese Funktion vollziehen. Ist Sklaverei da, so kann Geld
im Ankauf von Sklaven ausgelegt werden. Umgekehrt reicht Geld in
der Hand des Käufers keineswegs hin, um Sklaverei zu ermöglichen.

Daß der Verkauf der eigenen Arbeitskraft (in der Form des Ver-
kaufs der eigenen Arbeit oder des Arbeitslohnes) nicht als isolierte
[vereinzelte] Erscheinung, sondern als gesellschaftlich maßgebende
Voraussetzung der Produktion von Waren sich darstelle, daß also
das Geldkapital auf gesellschaftlicher Stufenleiter die hier betrachtete
Funktion G — W{p vollziehe — dies unterstellt historische Prozesse,
durch welche die ursprüngliche Verbindung der Produktionsmittel
mit der Arbeitskraft aufgelöst wurde; Prozesse, infolge deren die
Masse des Volkes, die Arbeiter, als Nichteigentümer und die Nicht-
arbeiter als Eigentümer dieser Produktionsmittel sich gegenüber-
stehen. Wobei es nichts zur Sache tut, ob die Verbindung vor ihrer
Zersetzung die Form besaß, daß der Arbeiter selbst als Produktions-
mittel zu den andern Produktionsmitteln gehörte, oder ob er deren
Eigner war.