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Erster Abschnitt
wie dies zum Beispiel die erste Wirkung des kapitalistischen Welt-
handels auf solche Völker war, wie Chinesen, Indier, Araber ete,
Zweitens aber, wo sie Wurzel gegriffen, zerstört sie alle Formen der
Warenproduktion, die entweder auf Selbstarbeit der Produzenten
gegründet oder bloß auf den Verkauf des überschüssigen Produkts
als Ware. Sie verallgemeinert zuerst die Warenproduktion und ver-
wandelt dann stufenweise alle Warenproduktion in kapitalistische?®,
Welches immer die gesellschaftlichen Formen der Produktion,
Arbeiter und Produktionsmittel bleiben stets ihre Faktoren. Aber
die einen und die andern sind dies nur der Möglichkeit nach im Zu-
stand ihrer Trennung voneinander, Damit überhaupt produziert
werde, müssen sie sich verbinden. Die besondere Art und Weise,
worin diese Verbindung bewerkstelligt wird, unterscheidet die ver-
zchiedenen ökonomischen Epochen [Zeitabschnitte] der Gesellschafts-
struktur [des Aufbaues der Gesellschaft]. Im vorliegenden Fall ist
die Trennung des freien Arbeiters von seinen Produktionsmitteln der
gegebene Ausgangspunkt, und wir haben gesehen, wie und unter
welchen Bedingungen beide in der Hand des Kapitalisten vereint
werden — nämlich als produktive Daseinsweise seines Kapitals. Der
wirkliche Prozeß, den die so zusammengebrachten persönlichen und
sachlichen Warenbildner miteinander eingehen, der Produktionspro-
zeß, wird daher selbst eine Funktion des Kapitals — kapitalistischer
Produktionsprozeß, dessen Natur ausführlich im ersten Buch dieser
Schrift entwickelt worden. Jeder Betrieb der Warenproduktion wird
zugleich Betrieb der Ausbeutung der Arbeitskraft; aber erst die kapi-
talistische Warenproduktion wird zu einer epochemachehden Aus-
beutungsweise, die in ihrer geschichtlichen Fortentwicklung durch
die Organisation des Arbeitsprozesses und die riesenhafte Ausbildung
der Technik die ganze ökonomische Struktur der Gesellschaft um-
wälzt und alle früheren Epochen unvergleichbar übergipfelt.
Durch die verschiedenen Rollen, die sie während des Produktions-
prozesses bei der Wertbildung, also auch in der Erzeugung von Mehr-
wert spielen, unterscheiden sich Produktionsmittel und Arbeitskraft,
soweit sie Kxistenzformen des vorgeschossenen Kapitalwerts, als kon-
stantes und variables Kapital®*, Als verschiedene Bestandteile des
produktiven Kapitals unterscheiden sie sich ferner dadurch, daß die
ersteren, im Besitz des Kapitalisten, sein Kapital bleiben auch außer-
halb des Produktionsprozesses, während bloß innerhalb desselben die
Arbeitskraft Daseinsform eines individuellen Kapitals wird. Wenn
die Arbeitskraft nur in der Hand ihres Verkäufers, des Lohnarbeiters,
Ware ist, so wird sie dagegen Kapital nur in der Hand ihres Käufers,
des Kapitalisten, dem ihr zeitweiser Gebrauch zufällt. Die Produk-
tionsmittel selbst werden nur gegenständliche Gestalten des produk-

? Bis hierher Manuskript VII. Von hier an Manuskript VI. F. E.
38 Siehe Buch I, Kapitel VI, 2. Auflage, S. 187-—201, V. S. 153—164, K.