Erstes Kapitel

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tiven Kapitals oder produktives Kapital von dem Augenblick, wo
ihnen die Arbeitskraft als persönliche Daseinsform desselben ein-
verleibbar geworden. ist. So wenig als menschliche Arbeitskraft von
Natur Kapital, so wenig sind es die Produktionsmittel. Sie erhalten
diesen spezifischen gesellschaftlichen Charakter nur unter bestimmten
geschichtlich entwickelten Bedingungen, wie nur unter solchen den
edien Metallen der des Geldes oder gar dem Geld der des Geld-
kapitals aufgeprägt wird.

Indem es fungiert, verbraucht das produktive Kapital seine eige-
nen Bestandteile, um sie in eine höherwertige Produktenmasse um-
zusetzen. Da die Arbeitskraft nur als eins seiner Organe wirkt, ist
auch der durch ihre Mehrarbeit erzeugte Ueberschuß des Produkt-
werts über den Wert seiner Bildungselemente die Frucht des Kapitals.
Die Mehrarbeit der Arbeitskraft ist die Gratisarbeit des Kapitals und
bildet daher für den Kapitalisten Mehrwert, einen Wert, der ihm
kein Aequivalent kostet. Das Produkt ist daher nicht nur Ware,
sondern mit Mehrwert befruchtete Ware. Ihr Wert ist gleich P-+M,
gleich dem Wert des in ihrer Herstellung verzehrten produktiven
Kapitals P plus dem von ihm erzeugten Mehrwert M. Unterstellen
wir, diese Ware bestehe aus 10 000 % [Pfund] Garn, in deren Her-
stellung Produktionsmittel zum Wert von 372 Pfad. Sterl. und
Arbeitskraft zum Wert von 50 Pfd. Sterl. verbraucht worden.
Während des Spinnprozesses übertrugen die Spinner den Wert der
durch ihre Arbeit verzehrten Produktionsmittel im Belauf von
372 Pfd. Sterl. auf das Garn, wie sie zugleich, entsprechend ihrer
Arbeitsausgabe, einen Neuwert von, sage 128 Pfd. Sterl. darstellten.
Die 10 000 % Garn sind daher Träger eines Wertes von 500 Pfd. Sterl.

N. Drittes Stadium: W’— GG.

Ware wird Warenkapital als unmittelbar aus dem Produktions-
prozeß selbst entsprungene funktionelle Daseinsform des bereits ver-
werteten Kapitalwerte. Würde die Warenproduktion in ihrem ganzen
gesellschaftlichen Umfang kapitalistisch betrieben, so wäre alle Ware
von Haus aus Element [Grundstoff] eines Warenkapitals, bestehe sie
nun aus Roheisen oder Brüsseler Spitzen, Schwefelsäure oder
Zigarren. Das Problem, welche Sorten des Warenheeres durch ihre
Beschaffenheit zum Kapitalrang bestimmt, welche andere zum
gemeinen Warendienst, ist eines der selbstgeschaffenen holden
Drangsale der scholastischen??* Oekonomie. ;

In seiner? Warenform muß das Kapital Warenfunktion verrichten.
Die Artikel, woraus es besteht, von Haus aus für den Markt produ-
ziert, müssen verkauft, in Geld verwandelt werden, also die Bewegung
W— G durchlaufen.

3b Auf sprachlichen Spitzfindigkeiten beruhende Haarspalterei statt
Erforschung der Tatsachen treibenden. K.

8° In der Engelsschen Ausgabe steht „einer‘. K.

Das Kapital. IL