Erster Abschnitt

Betrachten wir schließlich G-—W...P...W’— G’ als spezielle
Form des Kreislaufprozesses des Kapitals neben den andern später
zu untersuchenden Formen, so zeichnet es sich durch folgendes aus:

1. Es erscheint als Kreislauf des Geldkapitals, weil das
industrielle Kapital in seiner Geldform, als Geldkapital, den Aus-
gangspunkt und den Rückkehrpunkt seines Gesamtprozesses bildet.
Die Formel selbst drückt aus, daß das Geld hier nicht als Geld ver-
ausgabt, sondern nur vorgeschossen wird, also nur Geldform des
Kapitals, Geldkapital, ist. Sie drückt ferner aus, daß der Tauschwert,
nicht der Gebrauchswert, der bestimmende Selbstzweck der Bewe-
yung ist. Eben weil die Geldgestalt des Wertes seine selbständige,
handgreifliche Erscheinungsform ist, drückt die Zirkulationsform
G...G’, deren Ausgangspunkt und Schlußpunkt wirkliches Geld ist,
am handgreiflichsten das Geldmachen aus, das treibende Motiv [Be-
weggrund] der kapitalistischen Produktion. Der Produktionsprozeß
erscheint nur als unvermeidliches Mittelglied, als notwendiges Uebel
zum Behuf des Geldmachens. (Alle Nationen kapitalistischer Pro-
duktionsweise werden daher periodisch von einem Schwindel er-
griffen, worin sie ohne Vermittlung des Produktionsprozesses das
Geldmachen vollziehen wollen.)

2. Das Produktionsstadium, die Funktion von P, bildet in diesem
Kreislauf die Unterbrechung der zwei Phasen der Zirkulation G—W
‚..W’— GG”, die wieder nur Vermittlung der einfachen Zirkulation
G—W-— 6’. Der Produktionsprozeß erscheint in der Form des Kreis-
laufprozesses selbst, formell und ausdrücklich als das, was er in der
kapitalistischen Produktionsweise ist, als bloßes Mittel zur Verwer-
tung des vorgeschossenen Wertes, also die Bereicherung als solche als
Selbstzweck der Produktion.

3. Weil die Reihenfolge der Phasen durch G-—W eröffnet wird,
ist das zweite Glied der Zirkulation W’—G’; also Ausgangspunkt G,
das zu verwertende Geldkapital, Schlußpunkt G’, das verwertete
Geldkapital G + g, worin G als realisiertes Kapital neben seinem
Sprößling g figuriert. Dies unterscheidet den Kreislauf G [der mit
G beginnt] von den beiden andern Kreisläufen P und W’ [dem mit
P und dem mit W’ beginnenden], und zwar in doppelter Weise. Einer-
seits durch die Geldform der beiden Extreme; Geld ist aber die selb-
ständige handgreifliche Existenzform des Wertes, der Wert des Pro-
dukts in seiner selbständigen Wertform, worin alle Spur des Ge-
brauchswerts der Waren ausgelöscht ist. Anderseits wird die Form
P...P nicht notwendig zu P. . .P’ (P+p), und in der Form W’...W’
ist überhaupt keine Wertdifferenz zwischen beiden Extremen sichtbar.
Der Formel G...G”’ ist es also charakteristisch, einerseits, daß der
Kapitalwert den Ausgangspunkt und der verwertete Kapitalwert den
Rückkehrpunkt bildet, so daß der Vorschuß des Kapitalwerts als
Mittel, der verwertete Kapitalwert als Zweck der ganzen Operation
erscheint; anderseits, daß dies Verhältnis in Geldform ausgedrückt
ist, der selbständigen Wertform, daher das Geldkapital als Geld

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