Zweites Kapitel

53
erheischen größere Ausgaben in Spinnmaterial, Ausdehnung der Vor-
spinnmaschinerie etc. In der Zwischenzeit wird also g angehäuft,
und seine Anhäufung ist nicht seine eigene Funktion, sondern das
Resultat wiederholter P...P. Seine eigene Funktion ist sein Ver-
harren im Geldzustand, bis es aus den wiederholten Verwertungs-
kreisläufen, also von außen, Zuschuß genug erhalten hat, um die zu
seiner aktiven Funktion erheischte Minimalgröße zu erreichen, die
Größe, in der allein es wirklich als Geldkapital, im gegebenen Fall
als akkumulierter Teil des in Funktion begriffenen Geldkapitals G,
mit in die Funktion dieses letzteren eingehen kann. In der Zwischen-
zeit wird es angehäuft und existiert nur in der Form eines im Bil-
dungsprozeß, im Wachstum begriffenen Schatzes. Geldakkumulation,
Schatzbildung, erscheint hier also als ein Prozeß, der die wirkliche
Akkumulation, die Ausdehnung der Stufenleiter, worauf das indu-
strielle Kapital wirkt, vorübergehend begleitet. Vorübergehend, denn
solange der Schatz in seinem Schatzzustande verharrt, fungiert er
nicht als Kapital, nimmt nicht Teil am Verwertungsprozeß, bleibt
eine Geldsumme, die nur anwächst, weil ohne ihr Zutun vorhandenes
Geld in denselben Kasten geworfen wird.

Die Form des Schatzes ist nur die Form von nicht in Zirkulation
befindlichem Geld, von Geld, das in seiner Zirkulation unterbrochen
ist und deshalb in seiner Geldform aufbewahrt wird. Was den Prozeß
des Schatzbildens selbst betrifft, so ist er aller Warenproduktion ge-
mein und spielt als Selbstzweck eine Rolle nur in den unentwickelten
vorkapitalistischen Formen derselben. Hier aber erscheint der Schatz
als Form des Geldkapitals und die Schatzbildung als ein Prozeß, der
die Akkumulation des Kapitals vorübergehend begleitet, weil und
sofern das Geld hier als latentes Geldkapital figuriert; weil die
Schatzbildung, der Schatzzustand des in Geldform vorhandenen
Mehrwerts ein außerhalb des Kreislaufs des Kapitals vorgehendes,
funktionell bestimmtes Vorbereitungsstadium für die Verwandlung
des Mehrwerts in wirklich fungierendes Kapital ist. Es ist also laten-
tes Geldkapital durch diese seine Bestimmung, weshalb auch der Um-
fang, den es erreicht haben muß, um in den Prozeß einzutreten, durch
die jedesmalige Wertzusammensetzung des produktiven Kapitals be-
stimmt ist. Solange es aber im Schatzzustande verharrt, fungiert es
noch nicht als Geldkapital, ist noch brachliegendes Geldkapital; nicht
wie vorher in seiner Funktion unterbrochenes, sondern noch nicht
zu. seiner Funktion fähiges.

Wir nehmen hier die Geldanhäufung in ihrer ursprünglichen re-
alen Form, als wirklichen Geldschatz. Sie kann auch existieren in
der Form von bloßen Guthaben, Schuldforderungen des Kapitalisten,
der W’ verkauft hat. Was die andern Formen betrifft, wo dies latente
Geldkapital in der Zwischenzeit selbst in Gestalt von Geld heckendem
Geld. existiert, zum Beispiel als zinstragendes Depositum, [Einlage]
in einer Bank, in Wechseln oder Wertpapieren irgendeiner Art, so
gehören sie nicht hierher. Der in Geld realisierte Mehrwert verrichtet