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Erster Abschnitt
Der Unterschied der dritten Form®i von den zwei ersten zeigt
sich darin, erstens, daß hier die Gesamtzirkulation mit ihren zwei
entgegengesetzten Phasen den Kreislauf eröffnet, während in Form I
die Zirkulation durch den Produktionsprozeß unterbrochen wird, in
Form II die Gesamtzirkulation mit ihren zwei sich ergänzenden
Phasen nur als Vermittlung des Reproduktionsprozesses erscheint
und daher die vermittelnde Bewegung zwischen P...P bildet. Bei
G...G ist die Zirkulationsform G —W...W'—G' = G—W—G.
Bei P. ..P ist sie die umgekehrte WG. G — W=W-—— GW
In W’...W’ hat sie ebenfalls diese letztere Form.

Zweitens: In der Wiederholung der Kreisläufe I und IL, auch
wenn die Schlußpunkte G’ und P’ die Anfangspunkte des erneuerten
Kreislaufs bilden, verschwindet die Form, in der sie erzeugt waren.
G’= G + g, P’= P + p beginnt den neuen Prozeß wieder als G und
P, In Form III aber muß der Ausgangspunkt W als W’ bezeichnet
werden, auch bei Erneuerung des Kreislaufs auf derselben Stufen-
leiter, und zwar aus folgendem Grund. In Form I, sobald G” als
solches einen neuen Kreislauf eröffnet, fungiert es als Geldkapital G,
Vorschuß des zu verwertenden Kapitalwerts in Geldform. Die Größe
des vorgeschossenen Geldkapitals, angewachsen durch die im ersten
Kreislauf vollzogene Akkumulation, hat zugenommen. Aber ob
422 Pfd. Sterl. oder 500 Pfd. Sterl. die Größe des vorgeschossenen
Geldkapitals, das ändert nichts daran, daß es als bloßer Kapital-
wert erscheint. G’ existiert nicht mehr als verwertetes oder mit
Mehrwert geschwängertes Kapital, als Kapitalverhältnis. Es soll
sich ja erst im Prozeß verwerten. Dasselbe gilt für P.. .P’; P’ muß
stets als P, als Kapitalwert, der Mehrwert produzieren soll, weiter
fungieren und den Kreislauf erneuern. — Dagegen der Kreislauf des
Warenkapitals eröffnet sich nicht mit Kapitalwert, sondern mit in
Warenform vermehrtem Kapitalwert, schließt also von vornherein den
Kreislauf nicht nur des in Warenform vorhandenen Kapitalwerts,
sondern auch des Mehrwerts ein. Findet daher in dieser Form ein-
fache Reproduktion statt, so tritt ein W’ von gleicher Größe am
Schlußpunkt wie am Ausgangspunkt ein. Geht ein Teil des Mehr-
werts in den Kapitalkreislauf ein, so erscheint zwar am Schluß statt W”
[ein] W”’, ein größeres W’, aber der nun folgende Kreislauf wird wieder
eröffnet mit W’, was nur ein größeres W’ ist als im vorigen Kreis-
lauf und mit größerem akkumuliertem Kapitalwert, daher auch. mit
verhältnismäßig größerem neuerzeugtem Mehrwert seinen neuen
Kreislauf beginnt. In allen Fällen eröffnet W’ den Kreislauf stets
als ein Warenkapital, welches gleich ist Kapitalwert plus Mehrwert.

W’ als W erscheint in dem Kreislauf eines einzelnen industriellen
Kapitals nicht als Form dieses Kapitals, sondern als Form eines
andern industriellen Kapitals, soweit die Produktionsmittel dessen

$i Die Form W’,..W’. Die erste ist, wie der Leser sich erinnern wird;
die Form G...G’, die zweite P...P. K.