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Erster Abschnitt
(Buch I, Kapitel III, 2b, 2. Auflage, S. 97—104, V. 8. 76—82) ent-
wickelten. Gesetze über die Masse des zirkulierenden Geldes. Wird
aber nicht an dieser formellen Seite festgehalten, sondern. der reale
Zusammenhang der Metamorphosen der verschiedenen individuellen
Kapitale betrachtet, also in der Tat der Zusammenhang der Kreis-
läufe der individuellen Kapitale als der Teilbewegungen des Repro-
duktionsprozesses des gesellschaftlichen Gesamtkapitals, so kann dieser
nicht aus dem bloßen Formwechsel von Geld und Ware erklärt werden.
In einem beständig rotierenden [sich drehenden] Kreis ist jeder
Punkt zugleich Ausgangspunkt und Punkt der Rückkehr. Unter-
brechen wir die Rotation [Umdrehung], so ist nicht jeder Ausgangs-
punkt Punkt der Rückkehr. So haben wir gesehen, daß nicht nur
jeder besondere Kreislauf den andern (implizite) voraussetzt, sondern
auch, daß die Wiederholung des Kreislaufs in einer Form die Beschrei-
Jung des Kreislaufs in den andern Formen einbegreift. So stellt sich
der ganze Unterschied als ein bloß formaler dar oder auch als ein
bloß subjektiver, nur für den Betrachter bestehender Unterschied.
Sofern jeder dieser Kreisläufe als besondere Form der Bewegung
betrachtet wird, worin sich verschiedene individuelle industrielle Ka-
pitale befinden, so existiert auch diese Verschiedenheit immer nur
als eine individuelle. In Wirklichkeit aber befindet sich jedes indivi-
duelle industrielle Kapital in allen dreien zugleich. Die drei Kreis-
läufe, die Reproduktionsformen der drei Gestalten des Kapitals, voll-
ziehen sich kontinuierlich nebeneinander. Ein Teil des Kapitalwerts
zum Beispiel, der jetzt als Warenkapital fungiert, verwandelt sich
in Geldkapital, aber gleichzeitig tritt ein anderer Teil aus dem Pro-
duktionsprozeß in die Zirkulation als neues Warenkapital. So wird
die Kreisform W’...W’ beständig beschrieben; ebenso die beiden
andern Formen. Die Reproduktion des Kapitals in jeder seiner For-
men und jedem seiner Stadien ist ebenso kontinuierlich wie die Me-
tamorphose dieser Formen und der sukzessive Verlauf durch die drei
Stadien. Hier ist also der gesamte Kreislauf wirkliche Einheit seiner
drei Formen.

In unserer Betrachtung wurde unterstellt, daß der Kapitalwert
seiner gesamten Wertgröße nach ganz als Geldkapital oder als pro-
duktives Kapital oder als Warenkapital auftritt. So hatten wir zum
Beispiel die 422 Pfd.. Sterl. zuerst ganz als Geldkapital, dann
ebenso ihrem ganzen Umfang nach in produktives Kapital verwandelt,
endlich als Warenkapital: Garn zum Wert von 500 Pfd. Sterl.
(worin 78 Pfd. Sterl. Mehrwert). Hier bilden die verschiedenen
Stadien ebenso viele Unterbrechungen. Solange zum Beispiel die
422 Pfd. Sterl. in Geldform verharren, das heißt, bis die Käufe
G — W (A + Pm) vollzogen, existiert und fungiert das gesamte Ka-
pital nur als Geldkapital. Sobald es in produktives Kapital ver-
wandelt, fungiert es weder als Geldkapital noch als Warenkapital.
Sein gesamter Zirkulationsprozeß ist unterbrochen, wie anderseits
sein gesamter Produktionsprozeß unterbrochen ist, sobald es in einem